Cap Allon
Die Eisbohrkerne aus der Antarktis offenbaren ein unbequemes Muster für die These, wonach CO₂ alles bestimmt: Die große glaziale Abkühlung setzte ein, als der CO₂-Gehalt noch hoch war, und die Erwärmung begann, als der CO₂-Gehalt noch niedrig war.
Die Aufzeichnungen aus Eisbohrkernen von Vostok zeichnen vier Glazialzyklen über einen Zeitraum von 420.000 Jahren nach. Der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre schwankte im Allgemeinen zwischen etwa 200 ppm während kalter Glazialphasen und 300 ppm während warmer Interglazialphasen.
Doch die Wendepunkte sind aufschlussreich.
Die Temperaturen begannen zu sinken, noch bevor der CO₂-Gehalt zurückgegangen war. Umgekehrt setzte die Erwärmung ein, während der CO₂-Gehalt nahe seinem Tiefststand blieb.
Eine Studie aus dem Jahr 1991 ergab, dass der CO₂-Gehalt zu Beginn der letzten Vereisung hinter den Temperaturen in der Antarktis zurückblieb. Eine Studie aus dem Jahr 2003 stellte während einer früheren Entglazialisierung eine Verzögerung von etwa 800 Jahren fest, obwohl solche Verzögerungen nicht allgemein gültig sind.
Die Erde kühlte sich ab, bevor der CO₂-Gehalt sank. Sie erwärmte sich, bevor der CO₂-Gehalt stieg.
Es ist allgemein anerkannt, dass Veränderungen in der Erdumlaufbahn dazu beitrugen, diese Umkehrungen auszulösen, während Ozeane, Eisschilde und atmosphärische Gase durch Rückkopplungsprozesse darauf reagierten – wobei einige die Veränderungen verstärkten, andere ihnen entgegenwirkten.
Die Temperatur beeinflusst den CO₂-Gehalt stärker, als der CO₂-Gehalt die Temperatur beeinflusst.
Die Eisbohrkernaufzeichnungen widerlegen die vereinfachte Vorstellung, dass allein der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre das Klima der Erde steuert.

Graphik: Eiskern-Daten aus Wostok über einen Zeitraum von 420.000 Jahren: Die starke Abkühlung während der Eiszeit setzte ein, als der CO₂-Gehalt hoch war, wohingegen die Erwärmung begann, als der CO₂-Gehalt niedrig war. [Vostok Ice-Core Record]
Wie ist das heute?
Die meisten größeren Abkühlungsphasen in der Wostok-Aufzeichnung begannen bei einem CO₂-Gehalt nahe seinem interglazialen Höchstwert. Dies war keine vereinzelte Anomalie. Die Temperaturen sanken wiederholt, bevor der CO₂-Gehalt folgte – manchmal erst Tausende von Jahren später.
Heute liegt der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre bei über 420 ppm und damit weit über den in Wostok erfassten Werten. Allerdings glätten Eisbohrkernaufzeichnungen kürzere Schwankungen, was bedeutet, dass kurze Spitzenwerte in der Vergangenheit mit ziemlicher Sicherheit unentdeckt blieben.
Erhöhte CO₂-Konzentrationen könnten durchaus indirekt durch noch nicht verstandene Rückkopplungsprozesse zur Abkühlung in der Vergangenheit beigetragen haben. Die Aufzeichnungen können diese Möglichkeit nicht ausschließen, belegen sie aber auch nicht.
Was sie jedoch belegen ist, dass relativ hohe CO₂-Konzentrationen größere natürliche Umkehrungen der Abkühlung nicht verhindert haben. Tatsächlich setzte die Abkühlung wiederholt ein, während der CO₂-Gehalt nahe seinem Höchstwert blieb.
Eine weitere Abkühlungsphase ist nicht garantiert. Doch die heutige erhöhte CO₂-Konzentration schließt eine solche nicht aus.
Das Klima der Erde hat schon früher eine Kehrtwende vollzogen – wiederholt und ohne darauf zu warten, dass der CO₂-Gehalt sinkt.
[Hervorhebung im Original]
Link: https://electroverse.substack.com/p/antarctic-spring-freeze-xinjiang?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
















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