Das weltweit größte Pumpspeicherk der Welt sollte in Australien entstehen. Die Bohrungen haben inzwischen etwa die Hälfte geschafft. Die Kosten stiegen von ursprünglichen 2 Mrd. USD auf  bereits mehr als 11 Mrd. USD, eine Ende ist weder abzusehen, noch womöglich aufgrund instabiler Felsen nicht zu erreichen. Frühere geologische Berichte, in denen vor den schwierigen bis unmöglichen Bedingungen gewarnt wird, wurden ignoriert.

Dann fehlen noch weitere über 9 Mrd. USD für 1000 km 500-kV-Übertragungsverbindungen nach Sydney und Melbourne (Sydney Ring South, HumeLink und VIC/NSW Interconnector), hauptsächlich für das Hochpumpen und die Stromlieferung.- Einleitung Übersetzer

Von Jo Nova

Hier beim „Renewable Crash Test Dummy“ häufen sich entweder die schlechten Nachrichten über Snowy 2.0 (das Pumpspeicherprojekt) oder sie werden lebendig begraben – verborgen von Bürokraten, die Angst haben, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

An dieser Stelle wäre die Umwandlung in eine Touristenattraktion vielleicht die einzige Möglichkeit, einen Bruchteil der Kosten wieder hereinzuholen.

Ich denke da an die weltweit erste 7 Kilometer lange unterirdische Wildwasser-Rafting-Bahn? Die Kinder werden es lieben. Die Leute werden aus aller Welt anreisen, und bis 2032 können wir wahrscheinlich eine neue olympische Disziplin ins Leben rufen.

Die „Battery of Nation“ ist so günstig, dass die Kosten geheim gehalten werden.

Die neueste Nachricht: Der Auftragnehmer Webuild hat eine umfassende Neubewertung der Kosten für die Fertigstellung von Snowy 2.0 vorgelegt. Obwohl sie dem Minister ihre Bewertung bereits im Juni mitgeteilt haben, ist der fertige Bericht nun im September noch immer nicht da. Der Finanzminister hatte ihn im Juli erwartet. Er wurde der Regierung jedoch noch nicht vollständig vorgelegt, was praktisch ist, da die Regierung selbst auch nicht darüber sprechen will. Alle wollen einfach nur weiter bezahlt werden. Die Kosten müssen astronomisch sein.

Uns wurde ursprünglich ein Projekt verkauft, das 2017 2 Milliarden Dollar kosten sollte. Doch die Kosten explodierten immer weiter und beliefen sich schließlich auf 12 Milliarden Dollar. Als dann aber der australische Rechnungshof die Bücher prüfte, stellte sich heraus, dass bis Ende März bereits 11,1 Milliarden Dollar ausgegeben worden waren und die Fertigstellung noch Jahre entfernt ist – vielleicht sogar in einem Paralleluniversum.

Aber wir können uns glücklich schätzen, denn das ganze Projekt könnte aufgrund unmöglicher geologischer Gegebenheiten in sich zusammenfallen. Und je eher das passiert, desto besser. Gottes Scherz war es, uns diesen unmöglichen Felsen mitten hineinzusetzen.

Die furchtbare Long Plain-Verwerfungszone könnte allem ein Ende setzen.

Der gigantische Triebwassertunnel, den das Pumpspeicherkraftwerk unbedingt benötigt, muss irgendwie die 800 Meter breite, zerklüftete Gesteinsschicht der sogenannten „Long Plain Fault Zone“ durchqueren. Dieses Gestein ist offenbar der Albtraum aller Tunnelbohrmaschinen-Betreiber. Die Bohrmaschinen können sich an sehr hartes Gestein anpassen und kommen auch mit sehr weichem Gestein zurecht, wenn sie darauf vorbereitet sind. Die Fault Zone hingegen ist beides zugleich – schnell wechselndes, zerklüftetes, zerdrücktes und verformbares Material unter enormem Grundwasser- und Gesteinsdruck. Das ist offenbar weitaus schwieriger als weiches oder hartes Gestein einzeln. Während die Maschine auf der einen Seite der Tunnelortbrust gegen hartes Gestein kämpft, kann die andere Seite weiches Material zu Brei verarbeiten. Anstatt sich sauber hinter dem Bohrkopf zu halten, kann sich der weiche Boden verformen, fließen, einstürzen oder um die Maschine herum nach innen zusammengedrückt werden. Die Tunnelbohrmaschine muss gleichzeitig Bohrhammer, Unterwasserfahrzeug und bewegliches Gerüst sein.

Robert Gottliebsen berichtete vor einigen Wochen in The Australian, dass es sich um eine Alles-oder-Nichts-Situation handle und dass die Beteiligten des Projekts sogar über die „Was-wäre-wenn“-Szenarien sprachen, in denen das Projekt nicht realisiert werden könnte.

Das Schicksal des 12 Milliarden Dollar teuren Snowy 2.0-Projekts steht auf dem Spiel, da ein neuer Bohrer auf unüberwindbares Gestein trifft.

–Von Robert Gottliebsen, The Australian

Die Ingenieure arbeiten offensichtlich an Lösungen für die Probleme, die beim Verbinden der Monica- und Florence-Tunnel auftreten. Das Bohren durch hartes oder weiches Gestein ist unkompliziert, doch bei einer Mischung aus beidem gestaltet sich der Bohrvorgang extrem schwierig. Der Florence-Tunnel blieb vor Erreichen der Long-Plain-Verwerfungszone stecken. Wie die Machbarkeitsstudie bereits warnte, besteht das Gestein der 800 Meter entlang der Long-Plain-Verwerfung aus extrem hartem Gestein, und es besteht die reale Gefahr, dass der Tunnel in seiner geplanten Form nicht realisierbar ist. Die Mitarbeiter vor Ort prüfen nun Alternativen ohne Snowy 2.0.

In der Mitte dieses riesigen Tunnels befindet sich eine etwa 800 Meter lange Schicht, die zu den weltweit am schwierigsten zu durchbohrenden Gesteinsschichten zählt – die sogenannte Long Plain Fault Zone.

Um das Ganze in den richtigen Kontext zu setzen: Sie wussten schon immer, dass diese Verwerfungszone existiert. Sie ist kein geologisches Unglück, das plötzlich auftauchte und sie überraschte. Sie ist 200 Kilometer lang, bis zu 2 Kilometer breit und gilt seit 1977 als bedeutende Verwerfungszone. Das Gebilde selbst ist 400 Millionen Jahre alt. Sie hatten also genügend Zeit, darüber nachzudenken.

Der Bohrer ist (wieder einmal) außer Gefecht gesetzt.

Florence, die berüchtigte Tunnelbohrmaschine, schaffte es nur 150 Meter in den 15 Kilometer langen Tunnel, bevor sie für elf Monate im Bohrloch feststeckte. Nun steht sie wieder still, unter Tage, während ein kleineres Problem mit „großen Rissen“ am Bohrkopf behoben wird . Anscheinend hat sie seit Mai stillgestanden, und obwohl es heißt, sie könnte im November wieder in Betrieb gehen, hat die Zeitung „The Australian“ von einigen Quellen erfahren, dass es möglicherweise erst im Februar (in welchem Jahr?) so weit sein wird.

Kurz vor ihrem Zusammenbruch teilte das Team von Snowy Hydro mit, sie habe „fast die Hälfte der Strecke geschafft“. Sie verschwiegen jedoch, dass die zweite Hälfte geologisch besonders schwierig zu bewältigen ist.

Die Buchhaltung ist fragwürdig, die geologischen Gegebenheiten könnten unmöglich sein, ein Bohrgerät ist erneut ins Stocken geraten, und die Kosten haben ein exorbitantes Ausmaß erreicht.

Universitäten könnten ganze Kurse darüber anbieten, was schiefgelaufen ist. Man sollte es den Kindern beibringen!

PS: Anscheinend befindet sich der größte Teil des Gefälles in der unteren Hälfte. Die erste Hälfte ist recht harmlos, mit nur 10 Metern Höhenunterschied auf den ersten 7 Kilometern (kann das jemand überprüfen?). Damit ist die Strecke für Kleinkinder und Kindergartenkinder geeignet. Die zweite Hälfte erreicht jedoch eine Steigung von 47 %, was Extremsport auf olympischem Niveau ist. Ich denke nur darüber nach…

UPDATE: Der Snowy 2.0 HydroElephant befindet sich südwestlich von Canberra.

(Im Original Zum Vergrößern klicken) Die Long Plain-Verwerfungszone ist mit orangefarbenen Pfeilen markiert. | Adaptiert von der geologischen Karte (aus Wyborn, Owen & Wyborn 1990) des Projektgebiets Snowy 2.0 Main Works. Quelle: Paläozoische Geodiversitätsbewertung

Nahaufnahme der Tunnel mit Seitenansicht

(Zum Vergrößern klicken) Adaptiert von: EMM (2019); Snowy Hydro (2019); DFSI (2017); LPMA (2011)

Quelle: Paläozoische Geodiversitätsbewertung

Die Long Plain Fault Zone ist zwischen den orangefarbenen Pfeilen markiert:

(Im Original zum Vergrößern klicken) Die Long Plain-Verwerfungszone ist mit orangefarbenen Pfeilen markiert. | Adaptiert von der geologischen Karte (aus Wyborn, Owen & Wyborn 1990) des Projektgebiets Snowy 2.0 Main Works.

Quelle: Paläozoische Geodiversitätsbewertung

Lob’s Hole hat Potenzial für viele andere Sportarten

Seht euch all diese praktischen Seitentunnel an… wenn wir jetzt noch einen Hubschrauberlandeplatz und ein 5-Sterne-Hotel hinstellen, könnte das ein Spielplatz für Milliardäre sein.

Quelle: EMM (2019); Snowy Hydro (2019); DFSI (2017); LPMA (2011).

Quelle: Paläozoische Geodiversitätsbewertung. Seite 23.

https://joannenova.com.au/2026/09/its-time-to-ask-if-we-can-convert-snowy-2-0-to-an-adventure-park/

Mega-Pumpwasserkraftwerk wird zur totalen Wirtschafts- und Umweltkatastrophe

Alles bergab: Australiens größtes Pumpspeicherkraftwerk kommt wahnsinnig kostspielig

 

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