Cap Allon
Eiskern-Daten aus Grönland belegen einen natürlichen Klimawandel von erstaunlicher Geschwindigkeit: Eine Erwärmung um mehr als 10 °C wurde innerhalb von nur drei Jahren verzeichnet, begleitet von einer fast sofortigen Umgestaltung der atmosphärischen Zirkulation.
Diese Erkenntnis stammt aus einer bahnbrechenden Studie aus dem Jahr 2008 in der Fachzeitschrift „Science“, die sich auf die hochauflösenden Aufzeichnungen des North Greenland Ice Core Project zum Ende der letzten Eiszeit stützt. Die Forscher untersuchten zwei große abrupte Erwärmungsphasen vor etwa 14.700 und 11.700 Jahren.
Der erste war außergewöhnlich.
Vor 14.700 Jahren wechselte die δ¹⁸O-Kurve Grönlands – ein weit verbreiteter Indikator für die lokale Lufttemperatur – innerhalb von drei Jahren, was die Forscher als „bemerkenswert“ bezeichneten, von einem Klimazustand in einen anderen. Der Übergang ging mit einer Erwärmung um mehr als 10 °C einher.
Der spätere Übergang, der das Ende der Jüngeren Dryas und den Beginn des Holozäns markierte, überschritt ebenfalls 10 °C, vollzog sich jedoch über einen Zeitraum von etwa 60 Jahren.
Es handelt sich hierbei um Isotopen-Rekonstruktionen, nicht um präzise Thermometermessungen.
Dennoch kam die Studie zu dem Schluss, dass der Zeitpunkt der δ¹⁸O-Veränderung maßgeblich von den Temperaturschwankungen in Grönland bestimmt wurde.
Die Temperatur war jedoch nur ein Teil dieser Umwälzungen.
Die jährliche Schneezunahme in Grönland stieg während der früheren Erwärmungsphase innerhalb von nur drei Jahren um 40 %. Auch der Deuterium-Überschuss – der zur Verfolgung von Veränderungen in der Herkunft der Niederschläge in Grönland herangezogen wird – änderte sich innerhalb von ein bis drei Jahren.
Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die atmosphärische Zirkulation fast von einem Jahr zum nächsten eine „vollständige Neuordnung“ durchlief.
Und diese Umwälzung reichte weit über Grönland hinaus.
Das 14.700 Jahre zurückliegende Ereignis fiel mit dem Beginn des „Meltwater Pulse 1A“ zusammen, einer der schnellsten bekannten Phasen des postglazialen Meeresspiegelanstiegs. Korallenaufzeichnungen aus Tahiti datieren dessen Beginn auf frühestens vor 14.650 Jahren und zeigen, dass der globale Meeresspiegel vor 14.310 Jahren bis zu 18 m gestiegen war – eine Rate von mehr als 4 cm pro Jahr.
In ganz Nordamerika führte die gleiche Entgletscherungsphase zu regelrechten Megafluten.
Wiederholte Brüche des Eisdamms, der den Missoula-See staute, setzten im pazifischen Nordwesten reißende Ströme frei, welche die 30.000 km² großen „Channeled Scablands“ formten. Die USGS schätzt die Spitzen-Abflussmengen nahe dem Seeauslauf auf etwa 20 Millionen Kubikmeter pro Sekunde. Die letzten Missoula-Überschwemmungen erstreckten sich bis vor etwa 14.000 Jahren, als bereits Menschen in der Region lebten und mit ziemlicher Sicherheit Zeugen dieser Ereignisse waren.
Die Aufzeichnungen zeigen, wie das Ende der letzten Eiszeit aussah.
Es war kein sanfter klimatischer Übergang von kalt zu warm.
Innerhalb weniger Jahre schwankten die Temperaturen stark, und die atmosphärische Zirkulation ordnete sich völlig neu. Eisschilde brachen zusammen, der Meeresspiegel stieg sprunghaft, und gewaltige Überschwemmungen fegten über die Kontinente hinweg und löschten damalige Zivilisationen aus – alles durch natürliche Prozesse.
Das Klima ist zu abrupten Veränderungen fähig, deren Zeitspanne nicht in Jahrhunderten gemessen wird, wie es bei der „modernen Erwärmung“ üblicherweise der Fall ist, sondern in Jahren.
Link: https://electroverse.substack.com/p/spring-snow-slams-new-zealand-arctic?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke. Die verlinkte Studie ist jedoch frei verfügbar)
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
















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