Ein deutschlandweiter Stromausfall ist kein Lichtschalter-Problem – sondern der Moment, in dem die physikalischen Grenzen der grünen Energiepolitik schonungslos sichtbar werden
Von Klima-Nachrichten
Wer erinnert sich nicht noch an die Verheißungen? Die Energiewende sollte nicht nur das Klima retten, sondern auch die Versorgungssicherheit garantieren. Wind, Sonne und Batterien – das heilige Triumvirat der grünen Zukunft. Dezentral, demokratisch, digital. Was dabei gerne verschwiegen wird: Im Fall eines landesweiten Blackouts verwandelt sich dieses Zukunftssystem in einen Haufen teurer Elektronik, die keinen einzigen Volt produziert. Nicht etwa, weil der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint – sondern weil die physikalischen Grundlagen fehlen, um das Netz überhaupt wieder zum Leben zu erwecken.
Der aktuelle Stromausfall in Berlin, der ca. 50.000 Haushalte vier Tage lang lahmlegte, liefert eine Kostprobe dessen, was auf Deutschland zukommt, wenn man die letzten konventionellen Kraftwerke vom Netz nimmt. Und nein, es geht nicht um Panikmache – es geht um Physik.
Das Netz ist kein Stromverteiler, sondern eine Maschine
Betrachten wir zunächst die technische Realität eines Blackouts. Das europäische Stromnetz läuft mit 50 Hertz Netzfrequenz – eine präzise synchronisierte Maschine, bei der sich alle Generatoren im Gleichtakt drehen. Nach einem totalen Zusammenbruch existiert: keine Referenzfrequenz, keine Spannung, keine Kommunikation über das Netz. Alles muss von Grund auf neu synchronisiert werden, Schritt für Schritt, wie ein Kartenhaus, das man in absoluter Dunkelheit aufbaut.
US-Energieminister Chris Wright zerlegt die deutsche Energiewende.
Sein Fazit: die Deutschen ticken nicht mehr richtig und begehen Selbstmord, indem sie ihre Energieversorgung und Wirtschaft zerstören.
Die ganze Welt lacht über die Dummheit Deutschlands!pic.twitter.com/2y9Y7Ri1rl
— Georg Pazderski (@Georg_Pazderski) January 9, 2026
Das ist kein „Neustart“, wie man ihn vom Computer kennt. Es ist der mühsame, mehrstündige bis mehrtägige Wiederaufbau eines hochkomplexen Systems, bei dem die kleinste Fehlkalkulation zur sofortigen erneuten Abschaltung führt.
Schwarzstart: Die unterschätzte Fähigkeit
Nur wenige Kraftwerke können ohne externe Stromversorgung starten. In Deutschland gibt es laut Bundesnetzagentur 174 schwarzstartfähige Anlagen mit mindestens 10 MW Leistung (Stand 2020) – klingt nach viel, aber von diesen werden tatsächlich nur 26 von den Übertragungsnetzbetreibern für den Netzwiederaufbau vorgesehen. Das ist die strategische Reserve für den Ernstfall.
Schwarzstartfähig sind primär:
- Wasserkraftwerke
- Einige Gasturbinen (mit Batterieunterstützung)
- Wenige speziell ausgerüstete Kraftwerke
Nicht schwarzstartfähig sind hingegen:
- Kernkraftwerke (Ironie der Geschichte: längst abgeschaltet)
- Die meisten Kohlekraftwerke (werden gerade stillgelegt)
- Wind- und Photovoltaikanlagen (grid-following)
- Große Batteriespeicher (ohne vorgelagerte Versorgung)
Sie lesen richtig: Die gesamte Infrastruktur der Energiewende ist im Schwarzfall nutzlos. Nicht eingeschränkt nutzbar. Nutzlos.
Warum dauert der Wiederaufbau so lange?
Ein großes Kraftwerk braucht zum Hochfahren zwischen 5 und 10 Prozent seiner Nennleistung als Eigenbedarf – für Pumpen, Schmierung, Kühlung, Steuer- und Leittechnik. Ohne Netz oder Schwarzstartquelle: Stillstand. Und selbst wenn die ersten Kraftwerke laufen, beginnt das eigentliche Problem: Die Balance zwischen Erzeugung und Last muss exakt stimmen. Zu viel Last? Frequenzeinbruch, Abschaltung. Zu wenig Last? Frequenzüberschuss, Abschaltung.
Deshalb werden Verbraucher schrittweise zugeschaltet: Erst kritische Infrastruktur, dann Haushalte regionenweise zeitversetzt, Industriebetriebe kommen ganz zum Schluss. Das Netz wird wie ein fragiles Kartenhaus aufgebaut – eine falsche Bewegung, und alles kollabiert erneut.
Hinzu kommen ausgefallene Schutzrelais in Umspannwerken, die manuell zurückgesetzt werden müssen. Leitungen müssen auf Kurzschlüsse geprüft werden. Die Kommunikation läuft nur noch über Notstromaggregate. Typische Zeitrahmen für einen deutschlandweiten Wiederaufbau: 24 bis 72 Stunden – unter Idealbedingungen. Mit Folgeschäden deutlich länger.
Das Problem der Erneuerbaren: Grid-Following statt Grid-Forming
Jetzt wird es interessant. Nahezu alle heutigen Wind- und Photovoltaikanlagen sind „grid-following“ – sie folgen dem Netz. Sie brauchen eine existierende Spannung und Frequenz, an die sie sich anhängen können. Nach einem Blackout gilt: Kein Netz, keine Einspeisung. Auch bei strahlendem Sonnenschein und kräftigem Wind: 0 Megawatt.
An dieser Stelle kommt regelmäßig das Argument: „Dann nehmen wir eben Batteriespeicher als Puffer.“ Schöne Theorie. Praktische Realität: Batterien liefern keine physikalische Trägheit. Sie stabilisieren die Frequenz nur über Regelalgorithmen – hochgradig empfindlich gegenüber Lastsprüngen, hochgradig softwareabhängig. Wer gibt nach einem Totalausfall den ersten Takt vor? Wer synchronisiert tausende Wechselrichter, damit sie nicht gegeneinander regeln? Ein Bug, ein Kommunikationsausfall, eine Fehlparametrierung – und das Chaos ist perfekt.
Grid-Forming Inverter: Die theoretische Lösung ohne Praxisbeweis
Die Antwort der Energiewende-Ingenieure lautet: „Grid-forming Wechselrichter.“ Diese sollen die fehlende Netzbildung von Synchrongeneratoren digital nachbilden. Klingt gut. Funktioniert aber – Stand heute – nur in der Theorie und in kleinen Pilotprojekten.
Die Probleme:
- Bisher kaum großskalig erprobt
- Keine Langzeiterfahrung für nationale Netze
- Extrem komplexe Schutz- und Koordinationsfragen
- Hochgradig softwareabhängig
Das ist kein physikalischer Anker wie ein rotierendes Schwungrad, sondern ein digitales Ersatzmodell. Ein Software-Update kann das System stabilisieren – oder zum Absturz bringen. Die europäischen Netzcodes diskutieren zwar Anforderungen für grid-forming Funktionalitäten, aber von einer flächendeckenden, erprobten Implementierung ist Deutschland meilenweit entfernt.
Fraunhofer ISE und andere Forschungseinrichtungen entwickeln fleißig Algorithmen und testen Prototypen. Doch zwischen einem Testaufbau und einem landesweiten Systemwechsel liegen Welten – und Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.
Dunkelflaute plus Blackout: Der Super-GAU
Jetzt stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Ein kalter Januartag, wenig Wind, keine Sonne, die Speicher sind bereits teilweise leer (weil sie in den Tagen zuvor die Versorgung stützen mussten). Dann: Blackout.
Was passiert? Keine Einspeisung aus Wind und Solar. Keine Trägheit im System. Kein sicherer Wiederaufbaupfad.
In so einem System wäre Deutschland faktisch auf die Nachbarländer angewiesen – auf französische Kernkraftwerke, skandinavische Wasserkraft, polnische Kohle –, um Spannung und Frequenz ins deutsche Netz zu „ziehen“ und den Neustart zu ermöglichen. Energiesouveränität? Nicht gegeben. Die grüne Unabhängigkeit endet dort, wo die Physik anfängt.
Was die Politik verschweigt
Die Bundesnetzagentur stuft das Risiko eines langanhaltenden Stromausfalls in Deutschland als „sehr unwahrscheinlich“ ein. Das mag statistisch korrekt sein – Deutschland hat eines der zuverlässigsten Stromnetze weltweit mit durchschnittlich 11 Minuten Ausfall pro Jahr. Doch diese Statistik gilt für das heutige System mit konventionellen Grundlastkraftwerken, die als Anker dienen.
Was passiert, wenn diese Anker verschwinden? Wenn die letzten Kohlekraftwerke vom Netz gehen und durch Software-gesteuerte Wechselrichter ersetzt werden? Wird das Netz stabiler – oder anfälliger?
Herbert Saurugg, österreichischer Blackout-Experte, warnt seit Jahren: „Nur weil man ein Kraftwerk schwarz starten kann, heißt das noch lange nicht, dass man damit auch den Netzwiederaufbau bewältigen kann.“ Und weiter: Je kleiner die Anlagen, desto schwieriger und langwieriger das Hochfahren.
Ein 100%-EE-System hätte bei einem landesweiten Blackout:
- Keine robuste Schwarzstartfähigkeit
- Keine physikalische Netzbildung
- Hohe Software- und Koordinationsrisiken
- Extreme Abhängigkeit von Wetter und Ausland
- Deutlich längere Wiederaufbauzeiten als heute
Im Extremfall: Das Netz ließe sich nicht mehr sicher eigenständig hochfahren.
Berlin als Menetekel?
Der aktuelle Stromausfall in Berlin – verursacht durch einen Brand an einer Kabelbrücke – zeigt exemplarisch, wie fragil selbst gut ausgebaute städtische Netze sind. Vier Tage brauchte es, bis alle 45.000 Haushalte wieder Strom hatten. Vier Tage Kälte, vier Tage ohne funktionierende Heizungen, ohne warmes Wasser, ohne Licht. Die vollständige Reparatur wird laut Netzbetreiber noch Wochen oder Monate dauern.
Und das war nur ein regional begrenzter Ausfall mit funktionierender Umgebung, die helfen konnte. Was wäre bei einem deutschlandweiten Blackout? Wer hilft dann?
Fazit: Physik schlägt Ideologie
Ein deutschlandweiter Blackout dauert nicht deshalb lange, weil deutsche Ingenieure inkompetent wären. Er dauert lange, weil das Stromnetz eine hochpräzise, synchron laufende Maschine ist – und Maschinen kann man nicht gleichzeitig kalt starten.
Die Energiewende ignoriert diese Realität. Sie ersetzt rotierende Massen durch Algorithmen, physikalische Trägheit durch virtuelle Inertialsysteme, bewährte Schwarzstartfähigkeit durch theoretische Konzepte. Und hofft, dass im Ernstfall alles funktioniert.
Das ist keine Energiepolitik – das ist russisches Roulette mit der Versorgungssicherheit eines Industrielandes.
Die unbequeme Wahrheit lautet: Ein Stromnetz braucht Trägheit, Synchronität und Startfähigkeit. Das sind Eigenschaften rotierender Maschinen, nicht von Wechselrichtern. Solange diese Grundwahrheit nicht akzeptiert wird, bleibt die Energiewende ein teures Experiment auf Kosten der Versorgungssicherheit.
Der nächste Blackout kommt bestimmt. Die Frage ist nur: Wie lange dauert es dann, bis das Licht wieder angeht?
Quellen und weiterführende Informationen:
[1] Bundesnetzagentur (2020): Monitoring nach § 35 EnWG – Schwarzstartfähige Anlagen in Deutschland https://dserver.bundestag.de/btd/19/167/1916714.pdf
[2] Wikipedia: Schwarzstart – Technische Grundlagen und Verfahren https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzstart
[3] Herbert Saurugg (2025): Schwarzstart & Netzwiederaufbau https://www.saurugg.net/blackout/schwarzstart-netzwiederaufbau
[4] Fraunhofer ISE: VerbundnetzStabil – Netzbildende Wechselrichter in Verbundnetzen https://publica.fraunhofer.de/entities/publication/fef7d252-19b0-462d-ab4d-34b36f7d1a79
[5] Cube Concepts (2025): Grid Forming mit netzbildenden Wechselrichtern https://cubeconcepts.de/en/grid-forming-mit-netzbildenden-wechselrichtern/
[6] MDPI (2024): Grid Forming Inverter as an Advanced Smart Inverter for Augmented Ancillary Services https://www.mdpi.com/2571-8797/6/3/51
[7] Ingenieur.de (Januar 2026): Vier Tage ohne Strom – Was der Berliner Blackout über unsere Netze verrät https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/energie/vier-tage-ohne-strom-was-der-berliner-blackout-ueber-unsere-netze-verraet/
[8] Bundesregierung: Stromausfall – eine Risikoanalyse https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/stromausfall-blackout-2129818
[9] Bundeszentrale für politische Bildung (2023): Sind Blackouts in Deutschland wahrscheinlich? https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/blackout-2024/543954/sind-blackouts-in-deutschland-wahrscheinlich/
[10] Next Kraftwerke: Schwarzstart – Wie funktioniert der Neustart nach einem Blackout? https://www.next-kraftwerke.de/wissen/schwarzstart
Der Beitrag erschien zuerst bei Klimanachrichten hier















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Würde mir aber gleichzeitig wünschen, dass wir gemeinsam auch gegen Fröhlich, Kraus und ähnliche Trolle genau SO vorgehen.
Mit Fakten, Zahlen und Argumenten.
Ein persönlicher Dank an EIKE, den Admin und die Community.
„Das ist keine Energiepolitik – das ist russisches Roulette mit der Versorgungssicherheit eines Industrielandes.“
Das ist russisches Roulette mit dem Leben vieler deutscher Bundesbürger, und mit jeder weiteren „erneuerbaren“ kWh im Netz geht auch eine weitere Patrone in das Magazin, weil unsere Politics die Problematik weder verstehen können noch verstehen wollen, oder?
Wer glaubt,dass die deutsche Regierung ,solche physikalischen Tatsachen akzeptiert? Vorwärts immer rückwärts nimmer (Honecker)
Glatt gelogen: sehr viele BAtteriespeicher bieten Schwarzstartfähigkeit. z.B.: https://www.mtu-solutions.com/eu/de/applications/power-generation/power-generation-products/energy-storage-system.html
oder https://www.stadt-und-werk.de/k21-meldungen/batteriespeicher-schafft-schwarzstart
oder oder oder… es gibt zahlreiche Schwarzstartbatterien in Dtl.
Wenn hier einer lügt, dann sind Sie es, Herr Peter Kwass!
Ihre beiden Links weisen genau auf Batteriespeicher hin, die nicht schwarzstartfähig und allein schon hinsichtlich ihrer Kapazitäten für den Wiederaufbau eines Netzes völlig bedeutungslos sind.
Schon der erste Satz in Ihrem 2. Link lautet:
„[16.08.2017] Die erste Phase einer Schwarzstarttestreihe hat das WEMAG-Batteriekraftwerk in Schwerin-Lankow erfolgreich abgeschlossen. Perspektivisch wollen die Projektpartner das Schwarzstartkonzept schon bald zur Marktreife bringen“
Perspektivisch, Herr Kwass, sollte das marktfähig, also schwarzstartfähig sein. Das verkündete man im August 2017(!). Bis heute hat sich das wohl nicht realisieren lassen, denn diesbezüglich unvermeidbares Erfolgsgeschrei in den Qualitätsmedien und anderswo war nirgendwo feststellbar.
Zu Ihren „zahlreichen Schwarzstartbatterien in Dtl.“ erspare ich mir weitere Kommentare. Es gibt sie schlichtweg nicht, weil es sie aus rein physikalischen Gründen auch garnicht geben kann. Alles andere ist dummes Geschwätz!
Das bevorstehende Kapern der Meinungsfreiheit hat auch eine einzige gute Seite: Einen P. Kwass würde man sofort wegsperren, und zwar in eine Gummizelle, aus der kein Laut mehr nach draußen dringt. Maximal würde man dann sein großes Geschrei in geringe elektrische Energie umwandeln, um die Schwarzstartfähigkeit für einen Generator in der Größe eines Fahrrad-Dynamos zu unterstützen.
Halbe Stunde Kapazität und zum Start mehr Leistung wird benötigt als bei Grundlast. Leseschwäche?
Herr Kwass,
mit dem Wort Lüge würde ich an Ihrer Stelle sehr sehr vorsichtig umgehen.
das Batteriekraftwerk in Schwerin-Lankow bietet lächerliche 15MWh, welches Kraftwerk möchten Sie denn damit starten?
Und was die Rolls-Royce-Powerpacks angeht, wo, außer im Duisburger Hafen stehen denn selbige?
und wo stehen diese „Powerpacks“ neben Schwungmassekraftwerken, die zum Aufbau eines Stromnetzes benötigt werden?
Es ist üblich, dass Grüne mit Energiemengen und Leistungen nicht umgehen können. Dass man mit einer Handy-Batterie nicht 100Tausend km Tesla fahren kann und mit einer Tesla Batterie nicht eine Großstadt über Monate versorgen kann, dafür reicht es gerade so. Aber weit entfernt von diesen Extrembeispiele sind grüne Beurteilungen nicht.
Auf solche „Beurteilungen“ beruht aber unser Staatswesen.
Wenn Sie auch lesen würden was da geschrieben steht, anstatt sich auf Überschriften zu verlassen, dann würden Sie sich nicht so lächerlich machen. Aber sowohl für Sie als auch Ihre Schreibgruppe ein typisches Muster, keine Ahnung von Nichts, aber davon reichlich aber kompetente Analysen als Lügen hinstellen wollen.
Mit diesem Beitrag zeigen Sie deutlich Ihren Auftrag hier im Forum:
Immer wenn über zentrale Schwächen und Risiken der deutsch-europäischen, politisch gewollten Energietransformation hin zu den „Erneuerbaren“ in Verbindung mit der Zerstörung der Herkömmlichen, informiert wird, welche die Wohlfahrt und Daseinsvorsorge der normalen hiesigen Bevölkerung betreffen, schalten Sie sich mit ablenkenden, framenden und daher desinformierenden Beiträgen ein. Das sieht nach ideologischer und beauftragter Motivation aus, das ist so gesehen schon mehr als nur passives „Mitläufertum“, oder?
Sehr zutreffende Einschätzung! Kwass ist Propagandist der übelsten Sorte.
Da Sie ja wohl auch Ossi sind, kennen Sie ja ganz gewiß den Witz über die „Propangaskisten“ bei der SED-Kreisleitung …..
Ihre beiden Links handeln
a) von einem Mikronetz und
b) einem Inselnetz, wobei das Gaskraftwerk für das kleine Inselnetz schwarzstartfähig ist und nicht die Batterie.
Die dient nur dazu, das Gaskraftwerk mit seinen Schalt- und Steuerungsanlagen kurzzeitig hochzufahren und in Betrieb zu nehmen. Läuft das Gaskraftwerk erst mal im Leerlauf, dann muss es seine Speicherbatterien wieder laden und sich für den Weiterbetrieb selbst mit Strom versorgen, ehe es aufs Netz geschaltet werden kann. Wobei die Netzlast die Leistung des Kraftwerks nicht übersteigen darf.
Funktioniert so weit alles, aber nur, wenn die regionale Gasversorgung weiterhin gewährleistet und nicht abgeschaltet ist. In DE sollen aber zukünftige ‚Netto-Null-Maßnahmen‚ fossile Energieträger und deren Kraftwerke eliminieren.
Bei einem Mikro/Inselnetz kann ein Schwarzstart nur funktionieren, solange die Batterie genügend gewartet und geladen ist.
Wieviele Mikro-/Inselnetze mit Batteriespeicher müssen wir in Deutschland dafür herrichten? 10.000 oder eine Million? Mithilfe von Elektro-SUVs, welche zurück ins Netz speisen?
Das ergäbe ein chaotisches, unübersichtliches, konkurrierendes Durcheinander/Miteinander mit Aufwand und Kosten, welche niemand zuvor abschätzen könnte.
Und was die Erreichung von CO₂‑Netto-Null‑Zielen anbelangt – absoluter, nicht mehr auszuhaltender Schwachsinn, welcher nur in gestörten Hirnen heranwachsen kann.
Es ist erschreckend, zu beobachten, wie über die Jahre, mit theoretischen „Diskussionen“ die Gesamtproblematik aus den Augen verloren und verwischt wird, wie beschrieben das Chaos gesteigert wird.
Herr Kwass, Sie haben den Beitrag zum Netz-Schwarzstart wohl gründlich missverstanden. Natürlich gibt es auch Wechselrichter, die autark nach Anschluss an einen Akku 50 Hz erzeugen, im einfachsten (und billigsten) Fall z.B. einen Camping-Konverter der an eine Autobatterie angeschlossen wird oder einen Akkuspeicher, der eine 230 V Steckdose für eine Notstromversorgung hat. In diese Kategorie fallen auch Dieselgeneratoren für Baustellen oder Krankenhäuser.
Wie schwierig es aber ist, ein Kraftwerk zu starten, einen passenden Netzbezirk ohne Strom per Fernsteuerung freizuschalten, die Spannungs- und Frequenzregelung (!) in den Griff zu bekommen und dann sukzessive weitere Kraftwerke und deren Leitstellen mitsamt Schutz und Schaltanlagen in Betrieb zu setzen, exakt zu synchronisieren (!!) und weitere Netzbereiche trotz der unbekannten Lastsprünge zuzuschalten (was das laufende Teilsystem mangels nötiger Schwungmassen so stören kann dass es vom Schutz wieder abgeschaltet wird) – diese Problematik haben Sie offenbar nicht auf dem Schirm. Natürlich ist es sehr hilfreich wenn ein Nachbarnetz über eine Kupplung Spannung, Frequenz und eine beschränkte Leistung beim Schwarzstart zur Verfügung stellen kann.