Die versteckten Kosten „erneuerbarer“ Energien: mehr Bergbau, mehr Metalle und höhere Anforderungen an das Stromnetz.
Weltweit werden jährlich rund 28 Millionen Tonnen Kupfer verbraucht – eine Masse, die fünf großen Pyramiden von Gizeh entspricht. [Hervorhebungen und Links hinzugefügt {vom Blog-Admin}]
Doch dieses raffinierte Metall ist nur die Spitze des Eisbergs einer weitaus gewaltigeren physischen Realität. Hinter diesen 28 Millionen Tonnen Kupfer verbirgt sich ein riesiger ökologischer Fußabdruck: Milliarden Tonnen gesprengtes Gestein, kolossale Mengen an chemischen Abraumhalden, enormer Energieaufwand und Billionen Liter Wasser. All dies ist Teil einer neuen, stetig zunehmenden Nachfrage.
Entscheidend ist, dass bis zu 75 % dieses Kupfers niemals in einzelne Windkraftanlagen, Solarmodule oder Elektrofahrzeuge einfließen. Es fließt in die unsichtbare Netzinfrastruktur, die erforderlich ist, um alles miteinander zu verbinden und funktionsfähig zu machen. Wenn man die 28 Millionen Tonnen Kupfer bis in die Erde zurückverfolgt, sind das wahre Ausmaß und die Kosten atemberaubend.
Das Bestreben, die globale Energiestruktur grundlegend umzugestalten, beruht auf einem tiefgreifenden Missverständnis der Physik: Es behandelt die Energieversorgung als ein „Software“-Problem und ignoriert dabei den verheerenden Rohstoffengpass, der durch die Herstellung von Milliarden von Solarmodulen und über einer Million Windkraftanlagen verursacht wird – wobei Hunderttausende weitere in Planung sind.
Wenn ein Energiesystem von zuverlässigen Brennstoffen mit hoher Energiedichte – Kohlenwasserstoffe und Uran – auf Quellen mit geringer Energiedichte und unregelmäßiger Verfügbarkeit wie Wind und Sonne umstellt, explodiert der Bedarf an physikalischer Infrastruktur, die erforderlich ist, um diesen diffusen Energiefluss zu erfassen, umzuwandeln, zu stabilisieren und zu übertragen.
Es entsteht ein absurder Zielkonflikt: Im Vorfeld werden kolossale Mengen endlicher, hochwertiger fossiler Brennstoffe verbraucht, nur um Rohstoffe für Generatoren mit geringer Leistungsdichte zu gewinnen – Generatoren, die niemals ein Stahlwerk betreiben, ein Hochseefracht Schiff antreiben oder den internationalen Flugverkehr aufrechterhalten können.
Der Bergbau ist bereits heute ein riesiger Verbraucher kontinuierlicher Energie. Weil der Gehalt der weltweiten Kupfererzvorkommen sinkt – häufig auf 0,5 % oder weniger –, wächst die Menge an Gestein exponentiell, die pro Einheit gewonnenen Metalls abgebaut, transportiert und zerkleinert werden muss.
Allein das Zerkleinern von Gestein macht etwa 3 % bis 4 % des gesamten weltweiten Stromverbrauchs aus. Die Nachfrage nach Milliarden zusätzlicher Tonnen an verarbeitetem Metall führt zu einem sich selbst untergrabenden Kreislauf: Riesige Mengen an zuverlässiger Grundlaststrom werden allein dafür verbraucht, die Rohstoffe zu gewinnen, die für den Bau wetterabhängiger Hardware benötigt werden.
Der Hauptgrund für den Metallverbrauch liegt jedoch nicht in den Turbinen oder Anlagen selbst. Er ergibt sich aus dem riesigen physischen Netz, das erforderlich ist, um diese Energie über weite Entfernungen zu transportieren. Weit verstreute Kraftwerke, die Hunderte Kilometer von Städten entfernt liegen, erfordern eine noch nie dagewesene Anzahl an Aufwärtstransformatoren, Umspannwerken, Hochspannungsleitungen und regionalen Netzumbauten.
Die schweren Freileitungen, die sich quer durch die Landschaft schlängeln, übersteigen regelmäßig die Metallmenge, die für den Bau der Turbine selbst benötigt wird. Weil in zwei Jahrhunderten industrieller Zivilisation bereits die hochwertigsten Lagerstätten abgebaut worden sind, zwingt die Deckung des zukünftigen Bedarfs die Bergleute dazu, tiefer zu graben, härter zu zerkleinern und Milliarden Tonnen giftigen Schlamm zu entsorgen.
Es handelt sich um eine doppelte Krise: die eskalierenden materiellen Kosten der Erzgewinnung auf der einen Seite und eine beispiellose Flut von industriellem Elektroschrott, der auf der anderen Seite auf Deponien landet. Die physikalischen Grenzen dieses Modells werden nicht dadurch bestimmt, wie viel Metall noch in der Erdkruste vorhanden ist, sondern durch den rasant steigenden Energieaufwand, der erforderlich ist, um es zu fördern und zu veredeln.
Schwerindustrielle Prozesse – Hochöfen, chemische Synthese, Zementproduktion und Tiefbaubergbau – benötigen alle kontinuierliche thermische Energie bei hohen Temperaturen sowie eine unterbrechungsfreie Hochspannungsversorgung. Turbinen und Solarmodule, die nur zeitweise Strom liefern, können diese hohe Leistungsdichte nicht zuverlässig bereitstellen, um die Schwerindustrie aufrechtzuerhalten, geschweige denn eine gesamte Volkswirtschaft.
Die ultimative Ironie besteht darin, dass die gewaltige industrielle Kraft, die zum Bau, zur Instandhaltung und zum regelmäßigen Austausch dieser dezentralen Energiesysteme benötigt wird, vollständig auf Kohle, Öl und Gas beruht – also genau auf jene Energieträger, die sie eigentlich ersetzen sollten.
Der Traum von einem vollständig wetterabhängigen industriellen Stromnetz ignoriert die physikalische Realität. Er übersieht einen drohenden Albtraum aus endlosem Erzabbau, Engpässen bei der Raffination und einer fortwährenden Netzausweitung.
Link: https://climatechangedispatch.com/the-hidden-material-cost-of-the-green-energy-transition/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE
















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