Ob Klima- oder Afghanistan-Politik – Dummheit führt in die Katastrophe

ein Kommentar von Fred F. Mueller

Die dramatische Entwicklung in Afghanistan ist ein Vorgeschmack auf das, was uns im eigenen Lande in den nächsten Jahren blühen wird. Das heißt, wenn wir weiter hinter solchen Politikern herlaufen wie denen, die uns derzeit regieren. Unsere Eliten sind in einem Maße inkompetent, das man sich als Normalbürger schon fast nicht mehr vorstellen kann. Diese Leute sind nur noch an der Macht dank einer gut eingespielten Agitprop-Apparat freien Presse und dank zahlloser gut bezahlter „Wissenschaftler“, die im Interesse ihrer Pöstchen ihre Computer solange quälen, bis die gewünschten bunten Bildchen herauskommen. Als nebenparlamentarische Sturmabteilungen mit Tendenz zur Gewaltausübung fungieren dabei ganze Heerscharen staatlich alimentierter „Aktivisten“. Doch schon das Covid 19-Debakel, dann die Fluten an Ahr, Erft und anderen Flüssen und jetzt Afghanistan haben bloßgestellt, dass unsere Führung vor allem eines ist: Abgrundtief unfähig.

Das Trauerspiel in Afghanistan und speziell die Szenen am Kabuler Flughafen entlarven unsere gesamte westliche Führungselite als geradezu kriminell dumm und unfähig, die Realitäten zu erkennen. Fast so wie jene Offiziere im ersten Weltkrieg, die ungezählte junge Menschen zu Bajonettangriffen auf Maschinengewehrnester und damit in den Tod trieben, weil sie einfach nicht begreifen wollten, was diese neue Waffentechnologie anzurichten imstande war. Oder unsere „klimawissenschaftlich engagierten“ Wetterdienste, die so fest an ihre Prognosen über bevorstehende Dürrejahre glaubten, dass sie darüber die rein praktischen Aufgaben der rechtzeitigen Warnung vor bevorstehenden Fluten katastrophal vernachlässigten. Kurz vor dem Ende ihrer Regentschaft mussten Maas und Merkel zugeben, dass sie beim Thema Afghanistan nicht nur ein wenig, sondern total versagt haben, Bild oben.

Sie glaubten so fest an ihre Heilslehren, dass sie weder bereit noch willens waren, auf Warner zu hören, die sich mit den Realitäten vor Ort auskannten.

Diese politischen Eliten halten sich ganze Heerscharen von Speichelleckern Beratern, deren wesentliche Kompetenz darin besteht, genau zu beobachten, was Herrchen für Ansichten hat, um dann exakt das zu sagen und zu „beweisen“, was gewünscht wird. Das gilt für die aufgeblähten „Wissenschaftsapparate“ im Umweltministerium, im Umweltbundesamt oder im Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ebenso wie für Ethikkommissionen für den Kernkraft- und Kohleausstieg. Mit im Boot sind inzwischen auch Richter, welche glauben, sie dürften die naturwissenschaftlichen Grundlagen der Klimawissenschaft juristisch festlegen.

Wenn es dann wie vor wenigen Wochen an Ahr und Erft katastrophal schiefgegangen ist, dann wird der Schaden halt mit immer neuen Steuermilliarden zugeschüttet, bis die kritischen Stimmen verstummen. Was nach Ende der Wahlperiode dann mit Jugend und Rentnern, mit Arbeitsplätzen und Industrie passiert, juckt diese Leute nicht mehr. Die üppige Abgeordnetenpension ist durch und nach mir die Sintflut.

Die Wissenschaft, auf die wir hören sollen

Besonders dreist ist die Masche, mit der den Kritikern dieser Machenschaften vorgeworfen wird, sie hielten sich nicht an „die Wissenschaft“. Was unter „Wissenschaft“ zu verstehen ist, bestimmt natürlich seit Jahrzehnten die Bildungspolitik. An Universitäten, die ihre Forschungs- und Ausbildungsstruktur explizit an der Energiewende ausrichten, sind Wissenschaftler, die diesem Großexperiment zulasten unserer Energieversorgung kritisch gegenüberstehen, selbstverständlich nicht willkommen. Unsere Ausbildungsinstitutionen in Meteorologie und Atmosphärenphysik liefern reihenweise „Fachleute“, die alle Aufzeichnungen sowie geologischen Spuren früherer Jahrhunderte und Jahrtausende ignorieren, um jedes stärkere Unwetter als „nie dagewesen“ zu deklarieren, Bild 2.

Bild 2. Hochwassermarke von 1804 im Vorort Walporzheim, Pützgasse 9 (Foto: Reinhardhauke, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license)

Bei Medizinern und Pharmazeuten war man bisher noch nicht so weit gegangen, aber es wird mit Hochdruck daran gearbeitet. Was auch dort inzwischen mit Wissenschaftlern passiert, die auf ihrer unabhängigen Fachmeinung bestehen, konnte man in den letzten Wochen exemplarisch an den Attacken auf die Ständige Impfkommission (Stiko) verfolgen, als diese sich weigerte, den Vorgaben der Politik in Fragen der Impfung von Minderjährigen mit der gewünschten Servilität Folge zu leisten. Und bei Virologen und Epidemiologen sind Politik und Agitprop-Abteilungen freie Presse schon fleißig dabei, die ihnen genehmen „Experten“ nach vorne zu jubeln und kritische Geister zu diskreditieren. Ergänzend wurde rasch ein passender Watschenmann geschaffen: Der „Querdenker“, ein labiler Psychopath mit rechten Verbindungen, dem man ungestraft wesentliche Grundrechte wie das der Demonstrationsfreiheit entziehen kann. Seither wird jeder Versuch eines öffentlichen Auftretens dieser Spezies mit aller Gewalt des Staates unterbunden. Zudem hat dies den Vorteil, dass diese Berichterstattung von den geradezu unglaublichen Pannen und Fehlleistungen bei der Beschaffung und Verteilung von Impfstoffen ablenkt.

Klimarettung zulasten der Existenzgrundlage der Nation

Die absolutistischen Landesfürsten früherer Zeiten hatten bekanntlich überhaupt keine Vorstellung davon, wie die Reichtümer, welche sie dem Volk abpressten, überhaupt geschaffen wurden. Das bekannteste Beispiel für diese Ignoranz ist der Spruch, welcher der französischen Königin Marie-Antoinette zugeschrieben wird. Sie soll, als sie von Hungerdemonstrationen hörte, gesagt haben: „Wenn die Leute kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen“.

Die heute lautstark geforderte „Politik zur Rettung des Klimas“ läuft darauf hinaus, unsere Wirtschaft und damit auch unsere Arbeitsplätze zu vernichten. Auch unsere heutigen politischen Eliten sind völlig blind bezüglich der Auswirkungen ihrer Maßnahmen auf die Industrie. Das beweist das Stückchen, das sich Kanzlerin Merkel und die versammelten Ministerpräsidenten leisteten, als sie kurz vor Ostern 2021 einfach einen zusätzlichen Feiertag als Anti-Corona-Maßnahme festlegten. Sie bewiesen damit, dass sie von den hochkomplexen, terminlich engstens verzahnten Abläufen in Schlüsselindustrien – Autohersteller, Maschinen- und Anlagenbau oder Flugzeugindustrie – nicht die geringste Vorstellung haben. Dabei ist unser Land auf die in diesen Industriezweigen erwirtschafteten Exporterlöse existenziell angewiesen. Dieser fast ohne Vorwarnung anberaumte Stillstandstag hätte eine Schneise der Verwüstung durch das extrem fein verästelte Geflecht der industriellen Lieferketten gezogen. Das interessierte jedoch die Spitzenvertreter von CDU/CSU über SPD, Grüne und Liberale bis hin zu den Linken offenkundig nicht die Bohne: Sie scheiterten lediglich aufgrund ihrer eigenen juristischen Trotteligkeit. Die Führer dieser Parteien sind unfähig, das komplexe Geschehen in unseren wertschöpfenden Wirtschaftszweigen – Industrie, produzierendes Handwerk, Landwirtschaft sowie die entsprechenden Dienstleister – überhaupt zu verstehen, geschweige denn zu respektieren. Sie werden unsere Nation zerstören, um „das Klima zu retten“

Was muss geschehen, um den weiteren Absturz aufzuhalten?

Wir müssen den Einfluss unfähiger Ideologen auf unsere Politik und Wirtschaft zurückdrehen. Amerika hat seinen Anspruch auf Führung verspielt, nicht nur durch kriegerische Abenteuer überall auf der Welt, sondern auch durch die Mär von der angeblich drohenden „Klimakatastrophe“, die von dort mit ungeheuren Geldern reicher Stifter wie den Rockefeller Brothers, Jeff Bezos oder George Soros in die Welt hinausposaunt wird. Nicht zu vergessen eine brandgefährliche Kanonenbootdiplomatie gegenüber Russland und China, in welche die USA auch die Bundeswehr hineinziehen möchte.

Unsere wertschöpfenden Industrie-, Handwerks- und Landwirtschaftsbetriebe, die allein unseren Lebensstandard sichern, müssen von den immer drückenderen Fesseln befreit werden, die ihnen seit Jahren auferlegt werden. Dazu müssen schädliche Gesetze wie das EEG, das Klimaschutzgesetz und das Lieferkettengesetz abgeschafft und die massenhafte Einwanderung unqualifizierter Wirtschaftsflüchtlinge gestoppt werden. Angeblich humanitäre Organisationen, die der Meinung sind, sich über geltende Regeln hinwegsetzen zu dürfen, sollten für die wirtschaftlichen Folgen, die sie der Allgemeinheit aufbürden, haftbar gemacht werden. Die derzeit ungebremst wildwuchernde Bürokratie mit Beauftragten für alles und jedes sollte dringendst zurückgefahren werden. Auch der lähmende Einfluss der Brüsseler EU-Behörden, die immer mehr Macht an sich reißen, ohne durch demokratische Wahlen legitimiert zu sein, muss begrenzt werden. Dort haben traumtänzerische Weltretter nicht nur im Parlament, sondern auch in den EU-Bürokratien tiefe Wurzeln geschlagen und versuchen, unter Führung von Ursula von der Leyen und Christine Lagarde ein Bürokratenparadies auf Erden zu errichten. Kosten? Sind doch egal, das Geld kommt von der Zentralbank. Es wird Zeit, dass die in manchen unserer Altparteien noch vorhandenen vernünftigen Kräfte, die bisher diesem Treiben mit der Faust in der Tasche zusehen mussten, sich innerparteilich ebenso wie überparteilich organisieren und zusammen mit allen demokratischen Kräften, die dazu bereit und willens sind, den drohenden Absturz ins Chaos verhindern. Einfach wird es nicht werden. Die von unseren modernen Klimawandel-Taliban beherrschten Medien werden Zeter und Mordio schreien und den Untergang des Planeten durch Klimakatastrophen heraufbeschwören. Aber wer nicht den ersten Schritt tut, wird niemals dort ankommen, wo er hin möchte.




Klimademonstranten haben recht, was die Wissenschaft angeht

Helmut Kuntz

Extinction Rebellion „mischt“ verstärkt bei Klimademonstrationen mit. Und das mit immer aggressiveren Maßnahmen, da nach ihrer Lesart „ziviler Ungehorsam“ in einem solchen Fall angemessen und erforderlich ist. Der rbb berichtete über eine solche Blockade und brachte dazu ein Interview mit dem Klimaforscher Motiv Latif.

Straßenblockaden fürs Klima

rbb, 16.08.2021: [1] … Am Montagvormittag beteiligten sich rund 300 Menschen an einer Blockade vor dem Brandenburger Tor. Die Polizei musste Demonstranten zum Teil von der Straße tragen. Zur Protestwoche gegen Klimakrise und Artensterben hat ein Bündnis aus Klimaschutz-Initiativen aufgerufen: Weil die Regierung versagt habe, sei auch ziviler Ungehorsam angemessen. Im Gespräch: Klimaforscher Mojib Latif

Bild 1 Screenshot mit einem Sprecher von Extinction Rebellion aus dem rbb-Video [1]

Extinction Rebellion-Sprecher: „Die Regierung versagt, wenn es darum geht die Klimaerwärmung aufzuhalten, das Pariser Klimaabkommen einzuhalten und vor allem uns vor den Folgen der Klimakatastrophe zu schützen. Deshalb sehen wir uns dazu gezwungen, uns dem Akt des zivilen Ungehorsams zu bedienen, die öffentliche Ordnung zu stören“… (da bricht das Video dann ab).

Was sagt M. Latif dazu

Anbei die Transkription des Autors vom Interview mit dem Klimawissenschaftler M. Latif:

Moderator
Der Klimawandel hat längst begonnen, darüber müssen wir nicht mehr reden und er ist von Menschen gemacht, das hat der Klimarat gerade in seinem Bericht festgestellt. Haben die radikal-Klimaschützer also recht? …
M. Latif
Ja, natürlich haben die Demonstranten recht. Zumindest was die Wissenschaft angeht. Über die Mittel kann man natürlich streiten.
Moderator
Sie (Anm.: Extinction Rebellion) sagen unter anderem, wir haben ein CO2-Budget, das ist in acht Jahren aufgebraucht … werden wir in acht Jahren alle sterben?
M. Latif
Nein, natürlich nicht. Aber es geht ja darum, dass das Pariser Klimaabkommen ja sagt, dass man die Klimaerwärmung auf deutlich unter zwei Grad begrenzen möchte, besser sogar auf 1,5 Grad. Und wenn alles so weiter läuft, wie bisher und so sieht es im Moment ja politisch aus, dann werden wir tatsächlich in ja knapp 10 Jahren die 1,5 Grad Marke schon mal gerissen haben. Und dann steigt dann die Wahrscheinlichkeit dafür aus, dass sogenannte Kipppunkte überschritten werden.
Und dann können Prozesse einsetzen, die wir gar nicht mehr stoppen können, selbst wenn wir dann gar keine Treibhausgase mehr ausstoßen. Und um sozusagen auch nur mal sicher zu gehen, wäre es gut, die 1,5 Grad Marke nicht zu reissen.
Moderator
Ein solcher Kipppunkt ist das Abschmelzen von Eis auf Grönland oder gar in der Antarktis. Sie habe ja mal gesagt, sie haben eine Wohnung an einem Deich an der Ostsee. Keinen Angst dass die unter Wasser steht, wenn der Meeresspiegel steigt?
M. Latif
Ja, langfristig kann das passieren. Aber so schnell passiert das natürlich nicht. Wir haben jetzt an den Deutschen Küsten so ganz grob einen Anstieg von 25 bis 30 cm seit Beginn der Messung um 1880 und im Moment steigt der Meeresspiegel mit einer Rate von einigen Millimeter pro Jahr. Das heißt, also jetzt in den nächsten 10 oder 20 Jahren werden die Küsten also nicht überflutet werden. Wir bauen ja auch die Deiche hoch.
Aber es geht auch darum, Verantwortung zu übernehmen für die nachfolgende Generation. Und wenn wir erst mal so einen Kipppunkt überschritten haben, dann können wir es nicht mehr verhindern, dass diese Eispanzer komplett abschmelzen innerhalb von Jahrhunderten und das würde dann einen Meeresspiegelanstieg von vielen, vielen Metern bedeuten.

Seine weiteren Ausführungen als Klimaalarmist bezüglich der Erneuerbaren Energien und deren sicherem Siegeszug und Segen für die Wirtschaft zu kommentieren, erspart sich der Autor

Was sagte M. Latif und was sagen die gemessenen Pegeldaten?

M. Latif: Ja, langfristig kann das passieren. Aber so schnell passiert das natürlich nicht. Wir haben jetzt an den Deutschen Küsten so ganz grob einen Anstieg von 25 bis 30 cm seit Beginn der Messung um 1880 und im Moment steigt der Meeresspiegel mit einer Rate von einigen Millimeter pro Jahr. Das heißt, also jetzt in den nächsten 10 oder 20 Jahren werden die Küsten also nicht überflutet werden.

Nun Daten der Ostsee in der Gegend, wo sich M. Latifs Wohnung befinden wird:
In diesem Teil der Ostsee ist der Tidenpegel von 1848 bis 2018 um 24 cm gestiegen (Bild 2).
Die Pegel-Anstiegsrate beträgt in dieser Gegen nach der Pegelmessung 1,4 mm/pa (14 cm in 100 Jahren), ohne dass daran auch nur die geringste Änderung erkennbar wäre.
Nun muss man beachten, dass sich das Land um die Ostsee immer noch hebt, der Pegelmesswert also um die Landhebung bereinigt werden muss. Aber es bleibt immer der Pegel, von dem die Anwohner betroffen sind.

Bild 2 Pegelverlauf Wismar von 1848 – 2018. Quelle: PSMSL. Grafik vom Autor erstellt

Dazu der Verlauf der jährlichen Pegeländerung:

Bild 3 Wismar, Verlauf der Pegeländerung von 1848 – 2018. Quelle: PSMSL. Grafik vom Autor erstellt

Daraus abzuleiten „Das heißt, also jetzt in den nächsten 10 oder 20 Jahren werden die Küsten also nicht überflutet werden“
bedeutet laut M. Latif wohl, dass 1,4 … 2,8 cm Pegelanstieg keine „Überflutung“ wären, eine solche dann aber wohl beginnt …
Allerdings, solcher Sarkasmus über Latif`s Aussage gilt nur, wenn man die in der wirklichen Natur gemessenen Tidenpegel betrachtet.

Doch welcher „Klimawissenschaftler“ macht heutzutage noch so etwas Banales? Ein moderner, wie auch M. Latif, schaut in die IPCC-Expertisen. Und die sagen – ergänzt um statistische Wahrscheinlichkeiten, wie sie die Natur nie liefert (weshalb diese automatisch unwissenschaftlich ist) – Daten wie sie der IPCC-AR6-Pegelviewer simuliert, und zeigen den kommenden Alarm für jeden sichtbar, auch für diese Ostseeküste bereits an:

Bild 4 AR6-Pegelviewer, Pegelszenario SSP5-8.5 für den Standort Wismar

Erstellt man aus den über den AR6-Viewer ladbaren Simulationsdaten zusammen mit dem Tidenpegel eine Grafik, sieht es wie folgt aus:

Bild 5 Wismar. AR6-Pegelviewer, Pegelszenario SSP5-8.5 (50 % und 95 %) im Vergleich mit der Regressionsgerade des PSMSL-Tidenpegels. Grafik vom Autor erstellt

In der Grafik fällt auf: Der Pegel im Szenario ssp585 mit 95 % Vertrauensbereich erhöhte sich simuliert im Jahr 2020 schon um zusätzliche +19,4 cm. Simuliert wurde somit, dass der Pegel im letzten Jahr bereits so viel höher gewesen sein soll, wie es die lineare Fortschreibung des Tidenpegel-Verlaufs in 138 Jahren, also im Jahr im Jahr 2158! „vorsieht“.
Es ist, als wollte der IPCC damit zeigen, wie irrsinnig solche Simulationsprojektionen wirklich sind. Aber die Probleme sitzen ja vor dem Computer.

Damit „erlaubt“ der IPCC jedoch M. Latif`s Antwort (wenn auch mit sehr, sehr geringer Wahrscheinlichkeit), dass in ca. 30 Jahren die Küsten (beginnen) untergehen zu können. Schließlich ergibt die Simulation ssp585-95 % bereits in 30 Jahren (2050) mit 95 % Vertrauensbereich eine Pegelerhöhung um 63,5 cm (lineare Tidenpel-Fortschreibung dagegen 4,24 cm) und im Jahr 2100 eine von 1,517 m (lineare Tidenpegel-Fortschreibung um 11,3 cm). Im Jahr 2150 sollen es dann gar +2,6 m (lineare Tidenpel-Fortschreibung dagegen 18,4 cm) sein (können).

Anmerkung: Wie es in anderen Meeresregionen aktuell aussieht und was der AR6-Pegelviewer darüber an Unsinn simuliert, lässt sich nachlesen:
EIKE: Um den Untergang seiner Inseln zu belegen, trifft man sich nicht mehr am Strand sondern vor dem Computer

Noch unverfrorener den Klimauntergang herbeifabulieren geht nicht

M. Latif: … dann können wir es nicht mehr verhindern, dass diese Eispanzer komplett abschmelzen innerhalb von Jahrhunderten
Dazu wagt der Autor eine Aussage, wie er sie ansonsten sorgfältig vermeidet, um nicht mit irgendwelchen Klagen konfrontiert zu werden. Aber was M. Latif da im Video sagte, ist so weit unter jeglicher wissenschaftlichen Gürtellinie, dass es einen Rücktritt nahelegen würde. Hier aber nicht einmal eine Nachfrage des Interviewers zur Folge hat.
Aussage: Es ist rein physikalisch absolut undenkbar, dass „diese Eispanzer“ – also die von Grönland und vom Südpol – „komplett abschmelzen innerhalb von Jahrhunderten“.

Herr Latif weiß dies mit Sicherheit auch. Trotzdem vermittelt er es als Fakt. Kindermund, der spontan und deftig formuliert, würde bei einer solchen Aussage rufen: „Der lügt ja“. Andersens Märchen passt nicht so ganz, denn der Kaiser (hier Klimawissenschaftler) weiß ja, dass er nackt ist. Diese „Kaiser“ haben aber eine „statistisch-fundierte“ Beschreibung für ihre „Kleider“ gefunden, welche sie nicht tragen, sondern publizieren:
Wir haben den Vertrauensbereich (bis zu unwahrscheinlichen Ereignissen) erweitert und damit auch nicht so reale (unwahrscheinliche, teils physikalisch auch nicht mögliche) Ergebnisse zwecks Diskussion (zusätzliche Alarmaussage, obwohl der Computer ausspuckt, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit nur ein statistischer Rechenartefakt ist) in unsere Auswertungen mit einbezogen (zwecks Generierung weiterer Forschungsmittel für schwierige, langdauernde und umfangreiche – viel Personal erfordernde – weitere Studien mit dem Versuch, die Risiken zu präzisieren)“.
Herr Latif ist da nicht allein. (Nicht nur) das PIK macht es schon lange und konsequent:
EIKE 10. November 2019: Statt 80 sind plötzlich 300 Millionen Küstenbewohner vom Klimawandel bedroht

Selbst alarmistischte „Postillen“ sind von dem von M. Latif angegebenem Zeitraum meilenweit entfernt:
WIKIPEDIA: Folgen der globalen Erwärmung in der Arktis
… Die Grenze für ein Abschmelzen der grönländischen Eismassen liegt nach einer im Jahr 2012 erschienenen Studie zwischen 0,8 und 3,2 Grad. Der wahrscheinlichste Wert liegt bei 1,6 Grad. Sollte die globale Erwärmung auf 2 Grad begrenzt werden können, würde das Abschmelzen circa 50.000 Jahre dauern, bei einer möglichen, aber unwahrscheinlichen Erwärmung um 8 Grad dagegen nur 2000 Jahre

In der Folge eine Meldung zu einem vom PIK simuliertem Extremszenario für die Antarktis:
WELT, 11.09.2015: So bringen wir die Antarktis ganz zum Schmelzen
„Über einen Zeitraum von 10.000 Jahren kann die Antarktis eisfrei werden, wenn wir unsere fossilen Ressourcen vollständig verfeuern“
Herrn Latif ist diese Studie bekannt. Damals meinte er dazu:
WELT: Das Szenario der Potsdamer Forscher sei „eine durchaus realistische Möglichkeit“, sagte Klimaforscher Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Auch er bezeichnete solche Langzeitvorhersagen als „höchst unsicher“. Er betonte aber: „Das heißt aber nicht, dass man es deswegen einfach vom Tisch wischen kann.“

Dabei haben die „Wissenschaftler“ des PIK in ihrer Pseudostudie, die nichts weiter als eine Alarmerzeugungs-Simulation darstellt, dem Computer eingegeben, dass 10.000 Milliarden Tonnen, also 10.000 Gigatonnen CO2-Äquivalent verbrannt werden.
Um ein Gefühl für die vom PIK dafür „simuliert in die Atmosphäre geblasene“ Menge von 10.000 Gigatonnen zu erhalten:
Der IPCC gibt das Restbudget zur Erreichung des 1,5 Grad-Zieles mit 420 Gigatonnen an (WIKIPEDIA: CO2-Budget).

Was das PIK kann, kann ein Landratsamt allerdings noch viel besser. In Heilbronn „schafft“ man das Schmelzen bereits in 5.000 Jahren (wohl, sofern nicht ausreichend Klimamaßnahmen-Fördermittel abgerufen werden).

Bild 6 Screenshot von der Homepage des Landratsamtes Heilbronn mit Angabe zum Zeitraum der vollständigen Eisschmelze

Herr Latif bezieht sich bei seiner Aussage auf die „Kipppunkte“:
M. Latif:Und wenn wir erst mal so einen Kipppunkt überschritten haben, dann können wir es nicht mehr verhindern, dass diese Eispanzer komplett abschmelzen … „

Dazu hatte sich der Autor einstmals notiert: Klima-Kipppunkte werden von der AGW-Klimatheorie „benötigt“, da ohne solche keine alarmistischen Auswirkungen der Klimawandel-bedingten Erwärmung folgen.

Allerdings gibt es Klima-Kipppunkte. In der Erdgeschichte allerdings immer nur hin zu Kälte: Die Eiszeiten
Seitdem Herr Schellnhuber jedoch zugesichert hat, dass die nächste Eiszeit „so sicher, wie das Amen in der Kirche“ ausfällt [2], kehren sich solche (in Simulationen) um und erzeugen Hitze. Was eine weitere „Klima-“ Fachperson – die damalige IWF-Chefin Lagarde – zu der Vorhersage brachte: … dass die Menschheit durch den Klimawandel bald „wie Hühner gegrillt werden“.

Bild 7 Info zu den Klima-Kippunkten

Bild 8 Info zu den Klima-Kippunkten

Bild 9 Info zu den Klima-Kippunkten

Der bekannte Klimaforscher Marotzke gab der FA ein Interview, in dem es speziell um die Ängste und Kipppunkte ging: Frankfurter Allgemeine 13.04.2020: GLOBALE ERWÄRMUNG: Bloß keine Panik – auch nicht beim Klima
Anbei Auszüge daraus:
… Wie gefährlich ist die globale Erwärmung der Erde inzwischen, gerade angesichts drohender „Kipppunkte“? Ein Gespräch mit dem Klimaforscher Jochem Marotzke … Können Sie mir sagen, in welcher Welt die beiden im Jahr 2100 leben werden?

Frage
Steht Hamburg noch?
Marotzke

Ja. Der Meeresspiegel wird weiter steigen, aber die norddeutschen Küsten haben sich sehr gut vorbereitet … Hamburg wird nicht bedroht sein, das ist völlig klar. Auch Deutschland wird nicht direkt durch den Klimawandel bedroht sein …
Frage
Viele junge Menschen haben Angst, dass sie keine Zukunft haben, dass der Klimawandel ihre Existenz bedroht. Ist ihre Angst begründet?
Marotzke

Nein, da bin ich ganz sicher. Natürlich werden einige klimabedingte Risiken steigen. Ich erwarte, dass Extremwetterereignisse mehr Schäden verursachen und mehr Menschenleben fordern. Aber es ist nicht so, als ob jetzt ganze Landstriche vom Aussterben bedroht wären. Das können wir ausschließen, das wird nicht passieren.
Frage
Greta Thunberg sagt: „Ich möchte, dass ihr in Panik geratet“, allerdings sagt sie auch: „Hört auf die Wissenschaft“. Widerspricht sich das nicht?
Marotzke

Ja, doch. Das tut es. Denn wenn man auf die Wissenschaft hört, weiß man, dass Panik nicht hilft, immer ein schlechter Ratgeber ist. Außerdem ist die Panik auf vielen Ebenen nicht gerechtfertigt.
Frage
Geht es in der Debatte über den Klimawandel heute mehr um Gefühle und weniger um Fakten?
Marotzke

Ich glaube, schon. Es gibt zwei Indikatoren: Der eine ist Extinction Rebellion, die ernsthaft erwarten, dass durch den Klimawandel in den nächsten zwanzig Jahren zwei Milliarden Menschen sterben werden. Das ist natürlich grober Unfug.
Frage
Die Autoren berufen sich auf die Wissenschaft, auf jene Worst-Case-Szenarien der Klimamodelle. Sind diese Szenarien realistisch?
Marotzke

Ausschließen können wir sie nicht. Aber sie sind unwahrscheinlich. Die Erde wird nicht unbewohnbar werden.
Frage:

Ein Grund, warum viele Menschen Panik vor dem Ende der Welt haben, sind die sogenannten Kipppunkte im Klimasystem. Das sind Schwellenwerte, die irreversible Prozesse in Gang setzen, die, einmal angelaufen, nicht mehr zu stoppen sind. Wie viele solcher Kipppunkte gibt es?
Marotzke

Wir wissen von zwei globalen Kipppunkten, dass es sie wirklich gibt. Allerdings sind wir davon weit, weit entfernt. Da ist einmal die Möglichkeit, dass die Erde komplett vereist. Das wissen wir deswegen, weil es schon einmal passiert ist.
Frage
Und was ist mit den anderen?
Marotzke

Die sind denkbar, können nicht ausgeschlossen werden, aber bei fast allen wissen wir nicht, wo wir stehen.
Frage
Welcher Kipppunkt macht Ihnen am meisten Sorge?
Marotzke:
Keiner.

Das liest sich vollkommen anders, als es Herr Latif im Interview vermittelte.

Fazit

Deutlicher als mit dieser Reportage und dem Interview lässt sich die zwischenzeitliche Symbiose zwischen aggressiven Klimaterroristenaktivisten, welche meinen, das Recht beliebig außer Kraft setzen zu dürfen, Öffentlich-Rechtlichen und korrupt-politisierender „Klimawissenschaft“ kaum darstellen.

Vielleicht haben (Empfänger-)Länder schon erkannt, dass dieser Wissenschaftsbetrug und die Engelsgeduld der damit abgezockten, westlichen Bürger wohl nicht ewig so weitergehen wird und bangen langfristig um die Zahlungen aus dem Klimafonds. Deshalb bauen sie vor und melden, das Geld sofort haben zu wollen:
WELT, 16.08.2021: Das Menschheitsdilemma
Der jüngste Report zur globalen Erwärmung hat ganz Europa in Alarmstimmung versetzt. Politiker fordern sofortige und einschneidende Maßnahmen. Der Rest der Welt jedoch reagiert völlig anders – weil es beim Klima noch nie nur ums Klima ging.
Bei der Rettung der Welt macht Indien nicht mit – jedenfalls nicht einfach so. Daran lässt Umweltminister Rameshwar Prasad Gupta keinen Zweifel: „Wenn ihr wollt, dass wir kein CO2 mehr ausstoßen, dann bezahlt uns dafür“, forderte Gupta im Juli von den Staaten des Westens. Sein Milliardenvolk wächst weiter, es benötigt unermesslich viel billige Energie. Vor allem Kohle soll den Bedarf decken. Doch Kohle ist die Hauptquelle des Treibhausgases CO2 und damit Motor der globalen Erwärmung.
In Sachen Klima, so scheint es, leben die Bewohner des Planeten Erde in verschiedenen Welten ….

Quellen

[1] rbb, 16.08.2021: Straßenblockaden fürs Klima

[2] EIKE 17.10.2015: Fällt die nächste Eiszeit aus? PIK Chef Schellnhuber behauptet: Ja, so sicher wie das Amen in der Kirche!

 




Die Quadratur des Kreises bzgl. Klima: Die „Alarmstufe rot“ der UN im Vergleich zur Realen Welt

Tilak Doshi

Kaum hat sich der Staub gelegt nach der Veröffentlichung des „Alarmstufe Rot“-Klimaberichtes seitens der UN drängt das Weiße Haus die OPEC und ihre Verbündeten dazu, die Ölproduktion zu erhöhen, um den steigenden Ölpreisen zu begegnen. In einem „eklatanten Widerspruch“ kritisierte der nationale Sicherheitsberater der USA Jake Sullivan nur zwei Tage nach der Veröffentlichung des sechsten Zustandsberichtes des UN-Klimarates (IPCC), der vor einem „Point of no Return“ in seinem Klimakreuzzug für einen raschen Ausstieg aus der weltweiten Nutzung fossiler Brennstoffe warnte, die großen Ölproduzenten, darunter auch Saudi-Arabien, für die, wie er sagte, „unzureichenden Rohölfördermengen“. „In einem kritischen Moment der globalen Erholung ist das einfach nicht genug“, sagte Sullivan in einer Erklärung.

Der eklatante Widerspruch, die OPEC anzuklagen und gleichzeitig den Klimaschützern nachzugeben

Im britischen Sprachgebrauch ist dies ein massives Eigentor, während die Amerikaner es vielleicht als self-own bezeichnen würden. Vom ersten Tag seiner Amtszeit an setzte Präsident Biden alles daran, die US-amerikanischen Öl- und Gasproduzenten im Namen der „Bekämpfung des Klimawandels“ zu bestrafen. Er erließ eine Reihe von Durchführungsverordnungen, mit denen er die Strategie der Energiedominanz seines Vorgängers umkehren wollte. Mit einem Federstrich widerrief die Biden-Regierung die Genehmigungen für die Keystone-XL-Pipeline, die Öl von Kanada zu den Raffinerien an der Golfküste transportieren soll, suspendierte die Ölverpachtung in Alaska, stoppte die Öl- und Gasverpachtung auf Bundesland und berief sich zynisch auf den Endangered Species Act [etwa: Gesetz zum Schutz gefährdeter Spezies], um die Erschließung von Energieressourcen auf Privatland im Westen zu blockieren.

Doch was tut Präsident Biden, nachdem die Benzinpreise in den USA den höchsten Stand seit 2014 erreicht hatten? Er fleht die OPEC+-Gruppe der Ölproduzenten an (zu der Saudi-Arabien und seine Verbündeten sowie Russland gehören), die Ölhähne aufzudrehen. Bob McNally, ein ehemaliger Beamter der Regierung von George W. Bush und einer der einflussreichsten Berater Washingtons in Energiefragen, sagte dazu: „Die Biden-Regierung steht wegen der Inflation unter enormem politischen Druck, wobei der galoppierende Benzinpreis das öffentlich sichtbarste und ärgerlichste Problem ist.“ Scott Angelle, ein ehemaliger republikanischer Vizegouverneur von Louisiana und Minister für natürliche Ressourcen, drückt es noch deutlicher aus: „Das Weiße Haus verdoppelt die Bevorzugung der OPEC-Produktion, während es den amerikanischen Energiejobs, den amerikanischen Energieverbrauchern und der klimafreundlichen amerikanischen Produktion den Mittelfinger zeigt.“

Liberale Kommentatoren versuchen, die Widersprüchlichkeit der US-Position zu erklären. Jason Bordoff, Direktor des Center on Global Energy Policy an der Columbia University und ehemaliger Energie- und Klimaberater in der Obama-Regierung, sagte: „Ich sehe keinen Widerspruch darin, Besorgnis über das Tempo zu äußern, mit dem die OPEC+ das Öl wieder auf den Markt bringt, und gleichzeitig eine starke, langfristige Klimapolitik zu verfolgen.“ Aber hartgesottene Analysten würden wahrscheinlich sagen, dass dies gefährlich nach der klassischen Geschichte des Heroinsüchtigen klingt, der um eine letzte Dosis bittet, bevor er morgen seine Sache in Ordnung bringt.

Modell-Projektionen und praktische Politik

Aber schauen wir ein wenig zurück und beginnen mit dem UN-Bericht vom Montag. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres sprach von nichts Geringerem als einem „Alarmzeichen für die Menschheit. Die Alarmglocken sind ohrenbetäubend, und die Beweise sind unwiderlegbar“. Die Biden-Regierung und die EU, Hauptgeldgeber der UN-Klimabürokratie, schließen sich dieser Botschaft an. Der US-Klimabeauftragte John Kerry, der in Greta-Thunberg-Manier behauptet, dass uns noch „9 Jahre“ bleiben, um eine globale Klimakatastrophe zu verhindern, gibt nun zu Protokoll, dass die USA Kohlenstoffzölle auf China erwägen, das der mit Abstand größte Kohlenstoffemittent der Welt ist. Und das trotz des Risikos, die bereits angespannten Handelsbeziehungen zu verschärfen. Die EU, international führend in Sachen Umweltschutz, hat bereits ihre Absicht erklärt, eine „Kohlenstoff-Grenzausgleichssteuer“ auf energieintensive Importe einzuführen, die ab Januar 2026 in Kraft treten soll. Plötzlich besorgt über Gaspreise, will Biden, dass die OPEC+ mehr Öl produziert: „The Big Profits In Clean CryptoWhat’s Next For Historic Infrastructure Bill And Green Energy“? (Hier)

Doch in der praktischen Welt der Politik ist die dysfunktionale Haltung der Biden-Regierung keine Ausnahme, wenn sie Saudi-Arabien, Russland und andere Produzenten anfleht, die Ölproduktion zu erhöhen, während sie ihr Bestes tut, um die heimische Öl- und Gasindustrie zu behindern, um die Klimaschützer der Demokratischen Partei zufriedenzustellen. Deutschlands Verbot von Fracking bei gleichzeitiger zunehmender Abhängigkeit von russischen Erdgasimporten ist eine Selbstverständlichkeit. Am aufschlussreichsten sind vielleicht die Nachrichten aus dem Vereinigten Königreich, dem Aushängeschild für Klimaambitionen. In einer „feurigen Whatsapp-Tirade“, die von The Sun eingesehen wurde, brachten verärgerte Tory-Abgeordnete ihre wachsende Besorgnis über die Wahlkampfkosten einer grünen Politik zum Ausdruck, nur drei Monate bevor Johnson Gastgeber des COP26-Klimagipfels in Glasgow ist. Da die wahren Kosten der von der UN-Klimabehörde und ihren Verbündeten im Klima-Industriekomplex vorangetriebenen „Netto-Null-Emissionen“ bis 2050 den britischen Wählern immer deutlicher vor Augen geführt werden, könnte Premierminister Boris Johnson seine Ambitionen für die COP26-Klimakonferenz im November in Glasgow zurückschrauben. Einem Bericht des Fernsehsenders ITV zufolge sind die Chancen, die globale Erwärmung auf 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau zu halten, „praktisch verschwunden“, und stattdessen argumentierte eine „hochrangige Person, welche die britische Regierung berät“, dass 20 Grad ein gutes Ergebnis wären.

Das sagt die übrige Welt

Wie wird dies im Rest der Welt gesehen? China – das seinen Kohleverbrauch erhöht, um die steigende Nachfrage zu befriedigen – lehnt es ab, sich auf das 1,5°C-Ziel zu verpflichten, und lehnt auch jede Änderung des Pariser Abkommens ab, das von den Entwicklungsländern über viele Jahre hinweg wenig verlangt. Chinas Chefunterhändler für Klimafragen Xie Zhenhua erklärte, dass „einige Länder darauf drängen, das Pariser Abkommen umzuschreiben… Wir müssen die unterschiedlichen Situationen in den verschiedenen Ländern verstehen und uns bemühen, einen Konsens zu erreichen“. Sowohl China und Indien als auch andere führende Entwicklungsländer wie Brasilien und Indonesien haben immer wieder argumentiert, dass die Industrieländer reich werden konnten, bevor eine Reduzierung der Kohlenstoffemissionen gefordert wurde, und dass von den Entwicklungsländern keine Opfer erwartet werden können, die ihre legitimen Bestrebungen nach wirtschaftlicher Entwicklung gefährden würden. Nur acht der G20-Länder haben ehrgeizigere Klimaziele vorgelegt, wie sie im Rahmen des Pariser Abkommens alle fünf Jahre zu erfüllen sind. China, Indien, Brasilien, Südafrika, Saudi-Arabien, Russland und Australien sind unter den Ländern, die dies noch nicht getan haben.

Wäre man ein Wettfan, hätte man die Qual der Wahl zwischen den Vorhersagen zweier Schlüsselpersonen im Hochrisikospiel der angeblichen „Klimakrise“. Auf der einen Seite steht die auf dem Hockeyschläger-Modell basierende Vorhersage einer bevorstehenden Klimaapokalypse durch UN-Generalsekretär António Guterres, auf deren Grundlage er die Länder auffordert, sich zur tiefgreifendsten Umgestaltung des globalen Wirtschaftssystems seit der industriellen Revolution zu verpflichten. Auf der anderen Seite steht das jüngste Versprechen des saudischen Ölministers Prinz Abdulaziz bin Salman. Er investiert in die Ausweitung der Produktionskapazitäten seines Landes und will „jedes einzelne (Kohlenwasserstoff-)Molekül anbohren“, da die Entwicklungsländer – die über 80 % der Weltbevölkerung ausmachen – einen höheren Lebensstandard auf der Grundlage billiger und erschwinglicher Energie anstreben. Worauf würden Sie wetten?

Autor Tilak Doshi: I have worked in the oil and gas sector as an economist in both private industry and in think tanks, in Asia, the Middle East and the US over the past 25 years. I focus on global energy developments from the perspective of Asian countries that remain large markets for oil, gas and coal. I have written extensively on the areas of economic development, environment and energy economics. My publications include “Singapore in a Post-Kyoto World: Energy, Environment and the Economy” published by the Institute of Southeast Asian Studies (2015). I won the 1984 Robert S. McNamara Research Fellow award of the World Bank and received my Ph.D. in Economics in 1992.

Link: https://wattsupwiththat.com/2021/08/14/squaring-the-circle-the-uns-climate-code-red-versus-the-real-world/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Um den Untergang seiner Inseln zu belegen, trifft man sich nicht mehr am Strand, sondern vor dem Computer

Helmut Kuntz

Vor kurzem erschien auf EIKE ein Artikel, in dem auf einen Viewer mit den AR6-Pegelprojektionen zum Meerespegelanstieg hingewiesen wurde [1]. Zudem wurde darin der vollkommen unspektakuläre Mess-Pegel bei San Francisco mit den alarmistischen Projektionen im AR6-Viewer verglichen und diskutiert. Der Autor nahm diesen Artikel zum Anlass einer kleinen Sichtung, wie dies für weitere Pegel aussieht.

Auch das Unwahrscheinliche hat seine Berechtigung

Mit dem gerade veröffentlichten IPCC-AR6 Klimabericht wurde begonnen, den aus den bisherigen Langberichten nicht ableitbaren Alarmismus doch noch zu erzeugen, indem nicht mehr wie bisher die wahrscheinlichen Szenarien, sondern im Wesentlichen die unwahrscheinlichen – und davon die alarmistischen – Szenarien hervorgehoben werden.
Wissenschaftlich formuliert liest sich das etwas anders: [1] … das Ergebnis „einer formalen, kalibrierten Methode zur Kombination quantifizierter Expertenschätzungen … die alle potenziellen Prozesse einbeziehen“ …
bleibt im Ergebnis aber gleich.

Tichys Einblick, 09. August 2021: NEUE PANIK-MACHE Neue Klima-Horror-Modelle mit Extremszenarien, Entlastung nur im Kleingedruckten
… Der neue Klimabericht behauptet Zusammenhänge zwischen Extremwetterlagen und Klimaentwicklung. Um die Dramatik zu erhöhen, wird das Extrem-Szenario ausgewalzt. Was untergeht dabei: Der Klimabericht bestätigt im Kleingedruckten ausdrücklich die Fähigkeit der Erde, zunehmenden CO2-Ausstoß aus der Luft wieder aufzunehmen.
EIKE 11. August 2021: Roger Pielke Jr. zum AR 6
… Die Szenarien, von denen der IPCC zugibt, dass sie unwahrscheinlich sind, dominieren den Bericht mit 41,5 % aller erwähnten Szenarien.
Die Szenarien, die unter den derzeitigen Trends als am wahrscheinlichsten gelten, werden nur in 18,4 % der Fälle erwähnt.
Unwahrscheinliche Szenarien (8,5 + 7,0) machen 53% der Nennungen aus, mehr als die Hälfte!

Damit setzt das IPCC um, was das PIK vorgegebenmacht hat: Wenn die Natur den Alarm nicht bringt, simulieren wir (extreme) Ergebnisse mit immer geringeren Wahrscheinlichkeiten. Diese stellen wir dann „zur Diskussion“, vermitteln es aber so, als ob es eintreten könnte …

Ein Ergebnis solcher Projektionen anbei als Beispiel [2]:

Bild 1 Meerespegel-Projektionen verschiedener Autoren zum Jahr 2100. Anmerkung: Die 8,9 m Projektion stammt aus der Studie [3] (Tabelle 1), zu deren Autoren Herr Levermann (PIK) gehört

AR6-Pegelviewer

Was Herr W. Eschenbach in seiner Sichtung [1] vorgemacht hat, nun für weitere Pegel fortgesetzt:

Meerespegel Cuxhaven

Cuxhaven hat eine sehr lange Pegelmessreihe. Diese verläuft „wie am Schnürchen“ und zeigt dazu noch seit dem Jahr 1970 keine Erhöhung des Maximalpegels mehr. Die Regressionsgerade zeigt einen Anstieg von 2,2 mm/pa. Von einem „Klimawandel-bedingtem“, alarmistischem Anstiegsverhalten ist weit und breit nichts zu sehen, auch nicht zu ahnen:

Bild 2 Tidenpegel Cuxhaven von 1843 – 2020. Quelle: PSMSL, Grafik vom Autor erstellt

Der AR6-Viewer zeigt für Cuxhaven die Zukunftsprojektionen für verschiedene Szenarien. Daraus ein Auszug im Vergleich mit der Regressionsgerade des PSMSL Tidenpegels:

Bild 3 Meerespegel Cuxhaven. Pegeländerungen nach verschiedenen AR6-Szenarien im Vergleich mit dem PSMSL-Tidenpegelverlauf. Vertikale Achse (m). Grafik vom Autor erstellt

Während der Tidenpegel in den letzten 170 Jahren praktisch linear um 37,4 cm gestiegen ist, simuliert der AR6 für die nächsten 80 Jahre eine Erhöhung um bis zu 2 m (Tidenpegel dann: +0,176 m) und bis zum Jahr 2150 um 5,6 m (Tidenpegel dann: +0,286 m).

Bild 4 Meerespegel Cuxhaven. Pegeländerungen nach verschiedenen AR6-Szenarien im Vergleich mit dem PSMSL-Tidenpegelverlauf. „-xx“ ist der zugehörige Wahrscheinlichkeitswert. Tabelle vom Autor erstellt

Damit das „möglich“ ist, muss sich die Pegel-Anstiegsrate verändern. Was der Tidenpegel darüber „sagt“, zeigt die folgende Grafik:

Bild 5 Meerespegel Cuxhaven. Änderung der Anstiegsrate von 1844 – 2018. Quelle: PSMSL-Tidenpegelverlauf. Grafik vom Autor erstellt

Die Mittelung zeigt, dass sich seit gemessen wird, keine Änderung ergeben hat und auch kein Trendänderung in Sicht ist.

„Den“ AR6 interessiert das nicht. Seine Simulationen zeigen teils extreme Änderungen:

Bild 6 Meerespegel Cuxhaven. Änderung der Pegel-Anstiegsrate im AR6-Pegelviewer im Vergleich mit dem PSMSL-Tidenpegel. Grafik vom Autor erstellt

Interessant ist, dass die Änderungen bereits im Jahr 2030 signifikant sein sollen und zwar anstelle der bisherigen 2,2 mm/pa auf bis zu 5 … 9 mm/pa. Das ist (wie es Herr Eschenbach schon vermerkte) vollkommen unwahrscheinlich. Doch wie so oft: Das Problem sitzt vor dem Computer.

Bild 7 Meerespegel Cuxhaven. Pegelanstiegs-Änderungen nach verschiedenen AR6-Szenarien im Vergleich mit dem PSMSL-Tidenpegelverlauf. „-xx“ ist der zugehörige Wahrscheinlichkeitswert. Tabelle vom Autor erstellt

Man mag rätseln, warum solche Projektionen vermittelt werden. Der Autors vermutet (rein persönliche Meinung und nicht belegbar), dass man die Alarmprojektionen benötigte, um den Wünschen der nicht von Pegelanstiegen „betroffenen“ Regionen nach „Belegen“ Rechnung zu tragen. Schließlich muss es ja begründet werden, wenn man Geld aus dem Klimahilfsfond abholen will.

Wieder Andere benötigen es für ihr Wahlprogramm:

Bild 8 GRÜNE, die Partei der DesInformation

Unsere laut Bundesverfassungsbericht für ihre DesInformation auf mehr Zwangsgebühren angewiesenen Medien helfen dabei fleissig mit:

Bild 9 ZDF: „Information“ zum Meerespegel

Meerespegel Booby Island (Nordaustralien)

Nun trifft der Meerespegelanstieg vor allem die niedlichen Atolle in der Südsee. Deshalb ein Beispiel von dort. In der Südsee muss man etwas suchen, denn wie in Deutschland in besonders flutgefährdeten Gebieten gibt es in besonders „pegelanstiegsbetroffenen“ Gebieten die wenigsten Langzeitdaten. Und solche benötigt man für aussagefähige Sichtungen.

Eine etwas längere Pegelreihe findet sich auf einer Insel am Nordzipfel von Australien, „Booby Islands“.
Abhängig davon, welchen Zeitraum der Reihe man auswertet, ist der Pegelansteig negativ, oder fast linear.

Bild 10 Tidenpegel Booby Island. Quelle: PSMSL, Grafik vom Autor erstellt

Im Folgenden wird der Verlauf ab 1988 verwendet, um das Ergebnis nicht zu „alarmistenkatastrophal“ ausfallen zu lassen.

Bild 11 Meerespegel Booby Island (Nordaustralien). Pegeländerungen nach verschiedenen AR6-Szenarien im Vergleich mit dem PSMSL-Tidenpegelverlauf. Vertikale Achse (m). Grafik vom Autor erstellt

Während der Tidenpegel in den letzten 50 Jahren negativ bis ganz leicht ansteigend geblieben ist, simuliert der AR6 für die nächsten 80 Jahre eine Erhöhung um bis zu 2,22 m (Tidenpegel dann: +0,11 m) und bis zum Jahr 2150 um 5,64 m (Tidenpegel dann: +0,18 m).

Bild 12 Meerespegel Booby Island. Pegeländerungen nach verschiedenen AR6-Szenarien im Vergleich mit dem PSMSL-Tidenpegelverlauf. „-xx“ ist der zugehörige Wahrscheinlichkeitswert. Tabelle vom Autor erstellt

Damit das „möglich“ ist, muss sich wieder die Anstiegsrate verändern. Wie, zeigt die folgende Grafik.

Bild 13 Meerespegel Booby Island. Änderung der Anstiegsrate im AR6-Pegelviewer im Vergleich mit dem PSMSL-Tidenpegel. Grafik vom Autor erstellt

Dazu die Wertetabelle:

Bild 14 Meerespegel Booby Island. Pegelanstiegs-Änderungen nach verschiedenen AR6-Szenarien im Vergleich mit dem PSMSL-Tidenpegelverlauf. „-xx“ ist der zugehörige Wahrscheinlichkeitswert. Tabelle vom Autor erstellt

Wieder ermöglicht eine Simulation, den natürlichen Pegelanstieg im Jahr 2030 von ziemlich wahrscheinlichen 1,3 mm/pa einfach auf bis zu 8 mm/pa zu „erhöhen“. Die Simulationswerte für noch später werden nicht kommentiert.

Meerespegel Marseille

Das Mittelmeer ist eine Gegend mit Pegel-Besonderheiten, angeblich aber gut „erforscht“, auch wenn diese „Forschungen“ recht fehlerbehaftet bis schlichtweg falsch sind [4]. An einem Beispiel sehen wir nach, ob es der AR6 inzwischen dort besser macht.

Als Beispiel wählen wir Marseille, weil es von dort einen recht langen Pegelverlauf gibt. Dessen Regressionsgerade zeigt einen Wert der Pegeländerung von 1,33 mm/pa.

Bild 15 Tidenpegel Marseille 1885 – 2020. Quelle: PSMSL, Grafik vom Autor erstellt

Nun wieder die Projektionen dazu. Es zeigt sich wieder das von anderen Weltgegenden bekannte AR6-Pegelsimulationsbild:

Bild 16 Meerespegel Marseille (Mittelmeer). Pegeländerungen nach verschiedenen AR6-Szenarien im Vergleich mit dem PSMSL-Tidenpegelverlauf. Vertikale Achse (m). Grafik vom Autor erstellt

Während der Tidenpegel in den letzten 135 Jahren wie am Schnürchen gezogen, ganz langsam mit 1,33 mm/pa anstieg, melden die Simulationen, dass sich das ab sofort drastisch ändert, beziehungsweise ändern kann. Der AR6 simuliert für die nächsten 80 Jahre eine Erhöhung um bis zu 1,98 m (Tidenpegel dann: +0,106 4m) und bis zum Jahr 2150 um 5,46 m (Tidenpegel dann: +0,173 m).

Bild 17 Meerespegel Marseille. Pegeländerungen nach verschiedenen AR6-Szenarien im Vergleich mit dem PSMSL-Tidenpegelverlauf. „-xx“ ist der zugehörige Wahrscheinlichkeitswert. Tabelle vom Autor erstellt

Damit das „möglich“ ist, muss sich wieder die Anstiegsrate verändern.

Zuerst der Pegel-Änderungsverlauf über die Tidenpegel-Messzeit 1885 – 2020. Sprünge im Mittelwert ergeben sich nur durch Fehlstellen im Pegel. Geändert hat sich seit Beginn der Messreihe nichts, ein Trend zu erhöhtem Pegel-Änderungsanstieg ist nicht erkennbar.

Bild 18 Marseille. Änderung der Anstiegsrate von 1885 – 2020 Quelle: PSMSL-Tidenpegelverlauf. Grafik vom Autor erstellt

Trotzdem simuliert man im AR6 unbeirrt alle (bekannten) Möglichkeiten:

Bild 19 Meerespegel Marseille. Änderung der Anstiegsrate im AR6-Pegelviewer im Vergleich mit dem PSMSL-Tidenpegel. Grafik vom Autor erstellt

Dazu die Wertetabelle:

Bild 20 Meerespegel Marseille. Pegelanstiegs-Änderungen nach verschiedenen AR6-Szenarien im Vergleich mit dem PSMSL-Tidenpegelverlauf. „-xx“ ist der zugehörige Wahrscheinlichkeitswert. Tabelle vom Autor erstellt

Wieder ermöglicht eine Simulation, den natürlichen Pegelanstieg im Jahr 2030 von 1,33 mm/pa einfach auf bis zu 9 mm/pa zu „erhöhen“. Die Simulationswerte für noch später werden nicht kommentiert.

Fazit

Es bestätigt sich wieder: Alle „Klimawandel-“bedingten Weltuntergänge finden in Computersimulationen und erst in der Zukunft statt. Die wahre Natur weiß nichts davon.
Für die vielen, vom reichen Westen verursachten, schlimmen „Klimawandel-betroffenen“ Küsten und Inselstaaten bieten die Simulationen beliebig Belege für deklarierbare Gefährdungslagen. Zwar in der Zukunft, aber präzise von Computern berechnet.

Wir müssen dagegen kämpfen

Unsere Hüpfgeneration wird es leider erst anhand der Messdaten merken, wenn das Geld zur „Verhinderung“ des nicht Kommenden nutzlos herausgeworfen ist und sinnvolles – vor allem Notwendiges – zur Vermeidung der sich regelmäßig seit Urzeiten wiederholenden Wetterfolgen dann nicht mehr gemacht werden kann.

Bild 21 [5] Rekonstruktion der hundertjährigen Hochwasser der Ahr. Das schwere Sommerhochwasser vom 30. Mai 1601 [12] fehlt, da darüber keine Daten vorliegen. Bild vom Autor ergänzt

Dieser Zustand hat bereits begonnen, wie es die jüngsten Flutereignisse in Deutschland zeigten.

[5] EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?
– 110 Jahre nach der letzten Jahrhundertflut – aber weiteren, regelmäßigen Flutungen – wurde immer noch nicht vorgesorgt:
– umfangreiche Bebauung im ehemaligen Flussbett [12]
– anstelle der nach der letzten Jahrhundertflut von 1910 geplanten Regen-Rückhaltebecken wurde mit dem Geld eine Rennstrecke gebaut (und es dabei belassen)
– Studien zur Hochwasserproblematik in denen alle Folgen und Probleme vorhergesagt sind, wurden ignoriert
– keine Querrechen und Hydraulikbrücken, um das in diesem Tal bekannte Problem der schnellen Verstopfung von Brücken durch Flutfracht zu verringern
– ignorieren früher und eindeutiger Unwettervorhersagen
– kein funktionierendes Warnsystem
– das Fernsehen sendet während der beginnenden Flut Unterhaltung und bringt keine Warnungen
– zuständige Behörden haben Feierabend (es geschah freitags am späten Abend) und reagierten deshalb nicht
– die behördliche „Hilfe“ blieb über mehrere Tage konfus und katastrophal
Fazit: Eine Sammlung unvorstellbaren Amtsversagens.

Im Frankenland war es nicht besser.
Im Zenntal „soffen“ in den Hochwasserbereich gebaute Gebäude (darunter auch ganz „frische“ Rohbauten) ab.
Im gesamten Ort Wilhelmsdorf (ca. 1300 Einwohner) fiel der Strom für mehrere Tage vollständig aus, weil die Umspannstation des Ortes ins Hochwassergebiet gebaut und nicht ausreichend gegen Flut gesichert ist (Anmerkung: Die nachträgliche „Ertüchtigung“ für eine „flutfeste“ Höhe kostet nun gerade einmal 20.000 EUR. Das hatte man sich damals gespart).

Die Stadt Fürth wies ein neues Baugebiet aus. Der Hochwasserschutz wurde für ein 20Jahre-Ereignis festgelegt, weil das „so vorgegeben“ ist. Nun wird eine Schule an eine Flutgebiets-Grenze geplant. Auch dort: Hochwasserschutz für ein 20-jähriges Ereignis. Antwort auf „Meckerei“ im Stadtrat: Wenn wir mehr beachten sollen, können wir gar nicht mehr bauen und es wird viel teurer …
Das mit dem „teuer“ stimmt. Die städtische Baugesellschaft meldete, dass sich die Mietkosten im Wohnungsbau durch das geforderte, CO2-neutrale und nachhaltige Bauen praktisch verdoppeln (in einem konkreten Projekt von ca. 5 auf 10 EUR/m2) und von ihrem Haupt-Klientel ohne Subventionierung nicht mehr bezahlt werden kann. Wenn nun noch ausreichender Hochwasserschutz/Starkregenschutz dazu kommt, wird es nochmals teurer.
Dann doch lieber auf den unwichtigeren „Wasserschutz“ verzichten …

Im Kern gibt es darüber auch gar keine Entscheidungsfreiheit. Die CO2-Verringerung ist global betrachtet viel zu wichtig, um darauf aus lokalen Erwägungen verzichten zu dürfen:
[8] Bayerischer Landeschef des Naturschutzbundes BN, Richard Mergner: Ja wir haben nur zwei Prozent Anteil. Aber wenn wir in die Geschichte schauen, sind wir mit anderen Industrienationen dafür verantwortlich, dass wir viel zu lange die Atmosphäre als billige Müllkippe für unsere Emissionen hergenommen haben. Und wenn wir es wie beim Atomausstieg schaffen, vorzumachen, dass ein Hochindustrieland wie Deutschland erneuerbar wird, und zwar zu 100 Prozent … dann können wir tatsächlich Vorbild werden … „

Was wirklich teuer ist, zeigt Herr Laschet. Zur Behebung der aktuellen Flutschäden (deutschlandweit ist das lediglich ein Flutereignis) rechnet er mit 20 … 30 Milliarden Kosten (zuzüglich den Kosten, welche durch Versicherungen abgedeckt sind und deutlich über 10 Milliarden EUR liegen dürften).

Interessant ist es deshalb nachzulesen, was die Bürgermeister der Zenntal-Gemeinden einst zur möglichen Behebung der Flutgefahr festlegten:
Nordbayerische Nachrichten, Gero Selg 20.6.2013: See-Damm – kann „100-jähriges Hochwasser“ halten
… Die genauen Überflutungsgebiete hat das Wasserwirtschaftsamt in einer Basisstudie erfasst und unlängst den Gemeinden Schutzvorschläge gemacht. Die meisten Kommunen hätten abgewinkt, erklärt der Fachmann …

Damit haben auch diese ähnlich agiert wie ihre „Kolleg*innen“ in NRW. Späte Einsicht darf jedoch sein. Und so meldeten die „Bürgermeister*innen“ vom Ahrtal im 16. Jahr Merkelregierung folgende Wünsche an die Obrigkeit:
AFP – Samstag, 7. August 2021: Das Schreiben hatten auch 13 Ortsbürgermeister im Ahrtal unterzeichnet. Langfristig brauche es Sicherheit gegen künftige Hochwasser, ein gutes Frühwarnsystem und funktionierenden Katastrophenschutz.
Bürgermeister des fränkischen Zenntals machten ähnliches. Waren aber nicht so mutig, an ihren Landesfürsten Söder einen offenen Brief zu schreiben, sondern vermerkten solche Wünsche in Interviews.

Wie wohltuend, dass in diesen Fällen wenigstens nicht noch nach Schuldigen gesucht werden muss. Denn alle (nicht nur) Frau Merkel wussten zu den jüngsten Fluten sofort die Ursache zu benennen:
... Merkel drängte auf einen schnelleren Kampf gegen den Klimawandel und forderte verstärkt Anpassungsmaßnahmen: „Wir müssen uns sputen, wir müssen schneller werden beim Kampf gegen den Klimawandel.“ …
Einen „Vogel“ schoss Herr Prof. Dr. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (Studium Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre, zeitweise Co-Vorsitzender der WBGU, Herausgeber mit Schellnhuber und Rahmstorf)) ab. Er argumentierte:
[9] (D. Messner) ... Das klingt nach nicht viel. Aber im Ahrtal und anderswo haben wir vor wenigen Tagen erleben müssen, was die globale Erwärmung von 1,2 Grad bedeuten kann. Durch Extremwetterereignisse hat sich hier eine unglaubliche Wucht entfaltet. Wir sollten uns alle wirklich anstrengen, gegen jedes Zehntelgrad Erwärmung zu kämpfen …
„Als ein Signal wäre wichtig, den Ausbau der Erneuerbaren drastisch zu forcieren. Wir brauchen bei der Windenergie an Land mindestens eine Verdreifachung und bei der Fotovoltaik mindestens eine Verdopplung des jährlichen Ausbaus.“ ...
Dem Präsidenten ist noch gar nicht aufgefallen, dass das schlimmste (historisch dokumentierte) Hochwasser im Ahrtal im Jahr 1804, also zur Zeit der großen (wieder herbeigesehnten) Kälte geschah.

Es war also wieder der Klimawandel. Und nun müssen alle Bürger Deutschlands alleine schon aus patriotischer Pflicht gegenüber den Flutopfern ihre Anstrengungen zur CO2-Vermeidung verstärken …
Das ist ähnlich dumm (rein persönliche Meinung des Autors), wie die Anklage eines LINKEN (ja, diesmal nicht GRÜN) Stadtrates an den Bürgermeister von Fürth, er hätte mit einer früheren Verringerung der städtischen CO2-Emissionen die Etablierung einer Tigermücken-Population in Fürth verhindern können [6].
Anmerkung: Inzwischen wundert man sich im Städtchen, wie diese angeblich keine Kälte vertragende Mücke den diesmal doch recht kalten Winter überleben konnte.

Dummheit stirbt nicht mehr aus, wenn sie erst einmal ihren Weg in Parteiprogramme gefunden hat

Nachdem es eigentlich um Meerespegel geht, anbei eine Erinnerung, welche Gefahr für viele Küstenstädte wirklich aktuell ist. Es ist nicht ein Anstieg des Meerespegels, sondern das Versinken im oft nicht tragfähigen Untergrund, beschleunigt durch menschliche Einflussnahmen.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen: Die Größenordnung solcher Senkungen liegt oft bei ca. 20 mm/pa, kann aber bis zu 10 … 20 cm/pa Extremwerte betragen, ist also um viele Größenordnungen schlimmer als der natürliche Meeres-Pegelanstieg:
[11] EIKE 30.12.2017: Ohne den Klimawandel hätte das gleiche Wetter nicht so schlimme Folgen…

[10] EIKE 18.06.2019: Küstenstädte versinken, (auch) weil das Geld stattdessen zur CO2-Reduktion hinausgeworfen wird
Daraus ein Pegelbild:

Bild 22 Pegelverlauf von Manila [10]. Seit ca. 1970 versinkt die Stadt durch extensive Wasserentnahmen im sumpfigen Untergrund

Wer nur stur den Datensatz auswertet, bekommt als Ergebnis einen mittleren Meerespegel-Anstieg von 13,16 mm/pa und diesen mit einer Genauigkeit von +-1,17 mm/pa beim Vertrauensbereich von 95 % gemeldet.
„Redakteur*innen“, aber auch investigative Videos der Öffentlichen fallen darauf rein …. (eher: Ignorieren es, weil es nicht in ihr Weltbild passt)
Allerdings auch handverlesene Fachpersonen aus dem Bundestag, welche sich die Mühe auferlegen, (auf Spesen) zu den hintersten Winkeln des Globus zu reisen, um als Team besonders treffsicher Klimafolgen live aufzuspüren:
[15] EIKE 30. April 2019: Claudia Roth auf Forschungsreise zum Klimawandel

Davon betroffenen Städten wird die weltweite CO2-Verringerung so wenig nutzen, wie den Bewohnern im Ahrtal (und Zenntal) der Ausbau der Erneuerbaren, wie vom UBA-Präsidenten vorgeschlagen (rein persönliche Meinung des Autors).
Allerdings hat die GRÜNE Dauerpropaganda ihre Früchte längst reifen lassen. In einer Umfrage der Lokalzeitung waren zur Freude der Redaktion 42 % aller jugendlichen Neuwähler im Alter von 18 – 20 Jahren überzeugt, die Partei wählen zu wollen, welche sich wirklich um den Klimaschutz kümmert.
Als Begründung wurde vorwiegend das schlimme Wetter argumentiert. Schließlich hat es nun schlimm geregnet und davor war es schlimm trocken. Das muss man in Zukunft verhindern. Von Klimakenntnissen war in den Antworten der Befragten Jugendlichen keine Spur zu erkennen.

Wie sollten sie auch. In der gleichen Zeitungsausgabe durfte ein Professor der Uni Erlangen, IPCC-Autor der Arbeitsgruppe II, den Lesern mitteilen:
Artikel Die Zeit drängt … was in der Öffentlichkeit am meisten diskutiert wird: Wie man den Klimawandel abmildern kann. Denn er ist längst da, verhindern kann man ihn nicht mehr … Aber: Der IPCC hat schon im letzten Bericht gesagt, dass solche Extremereignisse künftig zunehmen werden. Das zeigt auch die Klimaprognose des letzten Berichts: Hochwasser und Dürren wird es in Zukunft öfter geben … wir brauchen wirklich einen substanziellen Wandel … Die Zeit drängt, wir haben nicht mehr viel davon. 2050 müssten wir schon auf Netto null der Treibhausgase sein, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen … “

Nicht gesagt hat der Professor:
Dass im IPCC AR5 steht, für die Zunahme von Extremereignissen gibt es bisher keine wirklichen Belege:
IPCC 2013, AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 219: Übersetzung: “Es gibt [nur] begrenzte Anhaltspunkte zu Änderungen bei Extremereignissen, die mit anderen Klimavariablen seit der Mitte des 20. Jahrhunderts verbunden sind.“
Und im AR6 sich dazu lediglich, dass sich „Hinweise“ und „Anzeichen“ erhöht haben:
[14] Summary
Weitgehende Übereinstimmung mit AR5 (natürlich nur ein paar Jahre mehr an Daten)
Wenig Hinweise auf zunehmende Trends bei Überschwemmungen, Dürre in M&H, Tornados, Starkwinden.
Aber Anzeichen für eine Zunahme von hohen Temperaturen, extremen Niederschlägen, Hitzewellen, Brandwetter, A&E-Dürre.

Im AR6 steht auch, dass die eigenen Extremszenarien (die wie in den ersten Kapiteln gezeigt, extra umfangreich simuliert wurden) eher unwahrscheinlich sind:
[14] „Die Wahrscheinlichkeit von Szenarien mit hohen Emissionen wie RCP8.5 oder SSP5-8.5 wird als gering eingeschätzt“,
Trotzdem wurden gerade diese vorwiegend bewertet:
[14] die Erwähnung des RCP8.5-Szenarios in der AR5 WG1 31,4 % der insgesamt erwähnten Szenarien ausmachte, was in der AR6 auf 41,5 % gestiegen ist. Der Schwerpunkt auf realistischeren Szenarien (4.5 & 6.0) fiel von 44,5% auf 18,4%.

Deutsche Professoren irren sich nicht (schrieb ein Redakteur sinngemäß dem Autor). Und sollten sie sich doch einmal irren, können sie dafür nicht belangt werden (musste Prof. Julius Hackethal sich einstmals von einem Gericht sagen lassen).
Was nützt es da, wenn Rentner (neben vielen anderen) sich Messdaten laden, mit den IPCC-Simulationen vergleichen und darauf hinweisen, dass wenn die Messdaten stimmen, die Simulationen und damit Prognosen fehlerhaft sein müssen, zudem das Wetter laut alten Berichten in den Kaltzeiten noch viel extremer und zerstörerischer war?

Freut euch auf eine arme, aber nachhaltige Zukunft

Nun wird begonnen, ein Umdenken voranzutreiben. Um das Volk auf die (wegen der hohen Vermeidungskosten und irgendwann kontingentierten Energie) zwangsweise kommende Verringerung ihres Lebensstandards vorzubereiten, dürfen nun Fach-Personen erklären, wie nachhaltig und im Einklang mit der Natur das armselige Leben der Leibeigenen und Mönche im Mittelalter doch war und wie erstrebenswert der Rückweg dorthin doch sei:
Deutschlandfunk Kultur, 18.06.202: Annette Kehnel: „Wir konnten auch anders“ Nachhaltige Wirtschaft – unsere Ahnen machen es vor
… Mit stilistischer Lässigkeit beschreibt Annette Kehnel das „Damals“ und vergleicht es mit dem „Heute“ in Sachen „Urban Gardening“, „Minimalismus“ oder „veganer Lifestyle“ …
… Alljährlich im März zog es die armen Bauern rund um Florenz in die Stadt. Beim Pfandleiher tauschten sie ihre Wintermäntel gegen Bares, kauften Saatgut und lösten sie später wieder aus. Gemeinwohlorientiertes Wirtschaften – wie das geht, zeigt ein neues Buch.

Beim Ausgraben mittelalterlicher Friedhöfe ist man immer wieder entsetzt, wie jung und wie körperlich bis auf die Knochen verschlissen die Begrabenen waren. Die Mutter des Malers Albrecht Dürer gebar 18 Kinder, von denen drei die Kindheit überlebten. Die Preußische Heeresreform wurde auch deshalb (notgedrungen) begonnen, weil die mit 16 Jahren Eingezogenen körperlich bereits so kaputt waren, dass sie kein Gewehr mehr halten konnten und als Soldaten nicht mehr zu gebrauchen waren.
WIKIPEDIA: … Vor 1800 erreichten nur elitäre kleine Gruppen wie etwa der englische Hochadel eine Lebenserwartung der Männer von mehr als 40 Jahren … In Europa lag die Lebenserwartung um 1820 bei etwa 36 Jahren. Sie war am geringsten in Spanien und am höchsten in Schweden. … Die durchschnittliche Lebenserwartung (zum Zeitpunkt der Geburt) betrug um 1800 weltweit höchstens 30 Jahre, nur selten 35 Jahre. Mehr als die Hälfte der Menschen erreichten nicht das Erwachsenenalter …
Ob die Professorin in ihrem Buch darauf eingeht, weiß der Autor nicht, da er es nicht gelesen hat.

Aber es gibt auch eine alternative Rezension:
Achgut, 13. August 2021: Die Nachhaltigkeit des Mittelalters
Recycling, Crowdfunding und nachhaltige Fischerei – das alles gab’s schon in vormodernen Zeiten. Sagt Frau Prof. Dr. Annette Kehnel. Und die ist Historikerin und kennt sich aus …
Ähnliches verkündeten vorher schon Kirchenmänner (mit gesicherten Pensionsansprüchen). Doch waren diese noch etwas zu früh dran und wurden (noch) nicht so ernst genommen:
[13] EIKE 18.04.2016:Kirche und Klimawandel Viel „Mensch“, viele Bibelsprüche, die Orientierung vom PIK, von kritischer Reflexion keine Spur
… Armut wird auch Europa retten, Ziel: Einen globalen Wohlstand etwa auf dem Niveau von Chile bzw. Slowenien

Quellen

[1] EIKE, 14. August 2021: UN nehmen den Meeresspiegel aufs Korn

[2] EIKE 10. November 2019: Statt 80 sind plötzlich 300 Millionen Küstenbewohner vom Klimawandel bedroht

[3] Climate Central, November 2015: MAPPING CHOICES CARBON, CLIMATE, AND RISING SEAS OUR GLOBAL LEGACY

[4] EIKE 31.10.2018: Zeugnisse vergangener Kulturen sind durch den Klimawandel in Gefahr. Die Bedrohung betrifft vor allem Weltkulturerbestätten im Mittelmeerraum Teil 2 (2)

[5] EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?

[6] EIKE 16.12.2020: Wie „DIE LINKE“ die Tigermücke besonders effektiv verhindert

[7] WDR: Unwetter-Ticker von Sonntag (18.07.2021) zum Nachlesen

[8] Fürther Nachrichten 11.08.2021 „Wir müssen sofort handeln

[9] Achgut, 07.08.2021: Messners Märchenstunde

[10] EIKE 18.06.2019: Küstenstädte versinken, (auch) weil das Geld stattdessen zur CO2-Reduktion hinausgeworfen wird

[11] EIKE 30.12.2017: Ohne den Klimawandel hätte das gleiche Wetter nicht so schlimme Folgen…

[12] Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, Oppenheim 2003: Das Naturschutzgebiet „Ahrschleife bei Altenahr“ (einschließlich angrenzender schutzwürdiger Bereiche) Fauna, Flora, Geologie und Landespflegeaspekte Teil II
… Sehr deutlich werden die Kanalisierung der Ahr sowie die extreme Zunahme der Bebauung im ehemaligen Flussbett der Ahr am Altenburger Umlaufberg.
Die Karte aus dem 18. Jahrhundert zeigt insbesondere, dass die Ahr zwischen Altenburg und Altenahr, wo sie an die westliche Flanke des NSG „Ahrchleif bei Altenahr“ stößt, ein erheblich breiteres Bett beanspruchte und sich in mehrere Arme aufgliederte, zwischen denen sich ausgedehnte Überschwemmungsflächen (Kiesbänke?) erstreckten

[13] EIKE 18.04.2016: Kirche und Klimawandel Viel „Mensch“, viele Bibelsprüche, die Orientierung vom PIK, von kritischer Reflexion keine Spur

[14] EIKE 17.08.2021: Roger Pielke Jr. zum AR 6

[15] EIKE 30. April 2019: Claudia Roth auf Forschungsreise zum Klimawandel

 




Die Entwicklung der mittleren Minimum-Temperaturen in Deutschland seit 1988 – kaum Erwärmung? Teil 2 – Diskussion der Ergebnisse

Stefan Kämpfe

Für den Frühling deuten sich sogar fallende Minimum-Temperaturen an

Im ersten Teil wurde über die sehr schwierige Datensuche berichtet. Die höchst unterschiedliche Entwicklung der mittleren Minima bedarf einer Erklärung, zumal sie der allgemeinen, CO2-bedingten Erwärmungstheorie widerspricht. Das erweist sich mit dem begrenzten Datenmaterial zwar als schwierig, trotzdem deuten sich wesentliche Ursachen an.

Um nicht ständig auf den ersten Teil verweisen zu müssen, hier nochmals die Stationsliste mit den Ergebnissen.

Fett markiert sind negative Lineartrends (sich abkühlende mittlere Minima).

Starke Minima-Erwärmung auf den Bergen und Kuppen – sind geänderte Großwetterlagenhäufigkeiten die Ursache?

Die drei betrachteten Bergstationen erwärmten sich im Jahresmittel übermäßig stark; am deutlichsten die höchste (Zugspitze), am wenigsten die niedrigste (Kleiner Inselsberg). Auch die zwei höher liegenden Stationen in Brandenburg, Lindenberg und Potsdam, erwärmten sich sehr stark. Zunächst einmal müssen sich diese anders als solche in der Ebene oder gar in Senken verhalten, denn sie liegen meist deutlich über der nächtlichen, bodennahen Kaltluftschicht (Inversion); und bei winterlichem Hochdruckwetter kann dieser Zustand sogar ganztägig auftreten. Auch der „Nachtwind“, welcher in den Tälern und Ebenen oft abflaut, bleibt meist erhalten. Als weitere Ursache kommt die allgemein in Deutschland stark erwärmend wirkende Häufigkeitszunahme der Süd- und Südwestlagen in Betracht (die Warmluftadvektion bei solchen Lagen erreicht Ebenen und Mulden in den Nachtstunden nicht immer oder nur in abgeschwächter Form).

Abbildungen 1a und 1b: Deutliche Häufigkeitszunahme der Großwetterlagen mit südlichem Strömungsanteil seit 1988 besonders im Sommer und Herbst (oben, 1a) sowie im Jahresmittel (unten, 1b). Lediglich im Frühling nahm deren Häufigkeit ein wenig ab.

Aber warum kühlten sich der Brocken und vor allem die Zugspitze dann im Winter ab, obwohl sich auch da, wenngleich nur unwesentlich, die südlichen Lagen häuften? Dafür kommt die von KÄMPFE hier beschriebene Höhen-Abkühlung in Betracht; sie betraf vor allem den Januar, aber auch den gesamten Winter. Bei Potsdam könnte außerdem der städtische Erwärmungseffekt (Urban Heat Island Effect UHI) eine wesentliche Rolle spielen; dieser wurde von KOWATSCH/LEISTENSCHNEIDER/KÄMPFE im Rahmen zahlreicher Arbeiten zum Wärmeinseleffekt (WI) beschrieben. Zwar betonen das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der DWD stets, die Umgebung der Station habe sich in den letzten einhundert Jahren nicht verändert – aber das stimmt nur für die unmittelbare Umgebung (übrigens wurde die PIK-Säkularstation Ende 2019 geschlossen – Weiterbetrieb unter leicht geänderten Bedingungen durch den DWD). Schon ein Blick auf das Google-Luftbild zeigt: Der Telegrafenberg ist heute in Luftlinie nach Norden und Osten kaum mehr als 500 Meter von den dicht bebauten Ortsteilen Potsdams entfernt. Und gerade UHI-Effekte sind in den späten Nacht- und den frühen Morgenstunden besonders ausgeprägt. Sehr wahrscheinlich steigt dann bei windschwachen Wetterlagen nächtliche, städtische Warmluft zum Telegrafenberg auf und erhöht die Minima – außerdem könnte es eine gewisse Fernwirkung der Millionenstadt Berlin geben. Ein Vergleich mit der nicht weit entfernten, ähnlich gelegenen Station Lindenberg (weitere Umgebung eher ländlich) erhärtet diesen Verdacht, besonders im Sommer:

Abbildung 2: Etwas stärkere Erwärmung der sommerlichen mittleren Minima in Potsdam (rot). Auch in den anderen Jahreszeiten und im Jahr zeigt sich dieses Verhalten.

In Potsdam erwärmten sich auch die mittleren Maxima stark; besonders im Sommer um 2,4 und im Herbst um 2,2 K.

Ländlich oder städtisch – macht das den Unterschied?

Falls der UHI- und der WI-Effekt wesentlich temperaturerhöhend wirken, so müsste sich das beim Verhalten der mittleren Minima zeigen. Und genau das deutet sich auch beim Blick in die Ergebnistabelle an – die eindeutig als ländlich ermittelten Stationen verhielten sich erwärmungsträge; die städtischen erwärmten sich eher überdurchschnittlich. Aber selbst im Bereich der Großstadt Berlin deuten sich erhebliche Unterschiede an – das städtische Tempelhof erwärmte sich viel stärker, als das gut durchgrünte Dahlem – ein Fingerzeig an die Politik, WIE man die Klimaerwärmung wirklich bekämpfen müsste – mit mehr Stadtbegrünung (CO2-Vermeidung und Energiewende wirken eher erwärmend).

Abbildung 3: Entwicklung der mittleren Minima (Jahresdurchschnitte) in den Berliner Ortsteilen Tempelhof (sehr städtisch) und Dahlem (gut durchgrünt). Beide Stationen liegen fast gleich hoch. Zwar wurde Dahlem 1997 und Tempelhof 2018 verlagert, aber bei gleicher Höhenlage, und die Auswirkungen auf das Temperaturverhalten dürften sehr gering gewesen sein.

Fallende Mittlere Minima im Frühling – warum?

Bei dieser Frage kommen noch einmal die Häufigkeitsverhältnisse der Großwetterlagen ins Spiel. Der Frühling ist nicht nur die einzige Jahreszeit mit etwas weniger südlichen Lagen (siehe Abb. 1a), sondern in ihm häuften sich Lagen mit nördlichem und östlichem Strömungsanteil stark. Diese zeichnen sich aber gerade im Lenz durch noch sehr kalte Nächte aus, während tagsüber die Frühlingssonne schon kräftig wärmt.

Abbildung 4: Deutliche Häufigkeitszunahme der Großwetterlagen mit nördlichem und östlichem Strömungsanteil. Hier wurde auch schon der Lenz 2021 mit einbezogen, welcher sich durch sehr niedrige mittl. Minima und eine enorme Häufung dieser Lagen auszeichnete.

Zunehmende Sonnenscheindauer – welche Rolle spielte sie?

Weil viele der gefundenen Stationen keinen Hauptstatus haben, wurden keine Besonnungsdaten aufgezeichnet. Doch schon ein Blick auf das Deutschland-Mittel zeigt: Es wurde seit 1988 merklich sonniger. Den Winter kann man dabei vernachlässigen, da beeinflusst die Sonnenscheindauer, vom hohen Bergland einmal abgesehen, die Temperaturverhältnisse kaum. Für die übrigen Jahreszeiten zeigt sich folgende Entwicklung im DWD-Flächenmittel:

Abbildung 5: Mehr Sonnenstunden (DWD-Flächenmittel für Deutschland) seit 1988 vom Frühling bis zum Herbst.

Bei monatsweiser Betrachtung wurden April (+66 Sonnenstunden), Juni (+55), September (+48) und März (+39) deutlich sonniger; eine wesentliche Abnahme gab es nur im Mai (minus 20 Stunden). Aber wie könnte die Sonnenscheindauer die mittleren Minima, welche ja meist kurz vor oder um den Sonnenaufgang eintreten, beeinflusst haben? Um sich dieser Frage zu nähern, wurde das Mittel aus den 25 Stationen monats- jahres- und jahreszeitenweise berechnet und mit den entsprechenden DWD-Mitteln der Sonnenscheindauer in Relation gesetzt. Und da zeigt sich Folgendes: Von Okt. bis April kein signifikanter Zusammenhang (im Jan./Feb. gar negativ – viel Wintersonne bedeutet also wegen der oft klaren Nächte eher niedrigere Minima); aber von Mai bis September ein deutlich positiver, im Sommer gar signifikanter Zusammenhang:

Abbildung 6: Tendenziell höhere mittlere Minima bei längerer Sonnenscheindauer im Sommer. Einige besonders markante Sommer sind gekennzeichnet. Bei den „normalen“ Temperaturmitteln oder den Maxima sind diese Zusammenhänge noch weitaus deutlicher.

Offenbar reichen die kurzen Sommernächte nicht aus, um eine starke Abkühlung nach sehr sonnigen, langen Sommertagen zu bewirken. Mitunter gibt es auch Sommer, bei denen feuchte, wolkenreiche Warmluft dominiert und kaum nächtliche Abkühlung zulässt (2002, Juni/Aug. 2020, Juli 2021). Im Frühling und auch schon wieder ab September sind klare Nächte hingegen lang genug, um eine stärkere Abkühlung zu ermöglichen, besonders in trockenen Luftmassen. Es lag nahe, auch einmal die Entwicklung der Relativen Luftfeuchte zu betrachten. Ist diese niedrig, so begünstigt das die nächtliche Abkühlung.

Abbildung 7: Im Frühling (grün) leichte Abnahme der Relativen Luftfeuchte, im Sommer (beige) leichte Zunahme.

Aussagefähiger wären natürlich Daten zur Art und Menge der Bewölkung. In den DWD-Datensätzen findet sich leider nur die fast wertlose Gesamtbedeckung in Achteln, da zählen auch die Cirrus-Wolken mit. Für das Verhalten der mittleren Minima sind aber die tiefen Wolken besonders ausschlaggebend, etwas weniger die mittelhohen. Je mehr der nächtliche Himmel mit diesen bedeckt ist, desto weniger sinken die Temperaturen. Ähnliches gilt für den Strahlungsnebel, welcher sich aber erst dann bildet, wenn schon eine stärkere Abkühlung erfolgte. Eigene Beobachtungen des Autors deuten auf eine merkliche Abnahme der tiefen Wolken und der Nebeltage besonders im Sommerhalbjahr hin. Und im Herbst, welcher früher oft durch auch tagsüber beständige Nebel- und Hochnebelfelder gekennzeichnet war, dürfte deren selteneres Auftreten in den Tagesstunden merklich zur Erwärmung beigetragen haben.

Das Stationspaar Dachwig und Jena-Sternwarte – näher betrachtet

Beide Stationen sind nur etwa 50 Km Luftlinie voneinander entfernt und weisen eine ähnliche Höhenlage auf. Dachwig ist sehr ländlich, die Jenaer Station befindet sich hingegen unweit des Stadtzentrums. In die Betrachtungen wurden die mittleren Maxima sowie die „normalen“ Monatsmittel einbezogen. Für das Jahr zeigt sich folgendes Bild:

Abbildungen 8a und 8b: Entwicklung der mittleren Maxima, Temperaturmittel und der mittleren Minima für das Jahr, oben (8a) Dachwig, unten (8b) Jena. „Spreizung“ in Dachwig mit leicht fallenden Minima; in Jena stiegen die Minima weniger, als die Maxima.

Im Frühling ein etwas anderes Verhalten:

Abbildungen 9a und 9b: Entwicklung der mittleren Maxima, Temperaturmittel und der mittleren Minima für den Frühling, oben (9a) Dachwig, unten (9b) Jena. Starke „Spreizung“ in Dachwig mit deutlich fallenden Minima; in Jena leichte Spreizung. Hier wurde schon der Lenz 2021 mit einbezogen.

Im Sommer bemerkenswertes Ansteigen der mittl. Maxima (zunehmende Besonnung!):

Abbildungen 10a und 10b: Entwicklung der mittleren Maxima, Temperaturmittel und der mittleren Minima für den Sommer, oben (10a) Dachwig, unten (10b) Jena. In Dachwig bei stark steigenden Maxima kaum fallende Minima; in Jena steigen die Maxima stärker als die Minima.

Im Herbst steigen alle Werte an beiden Stationen, die Maxima stärker als die Minima, besonders in Dachwig. Und im Winter erhöhten sich die Maxima in Dachwig mehr als doppelt so stark wie in Jena, aber die Minima fielen in Dachwig leicht und stagnierten in Jena. Diese Ergebnisse dürfen natürlich nicht auf andere Stationen oder Regionen übertragen werden, zumal das Saaletal (Jena) außer wachsenden UHI-Effekten eine natürliche Wärmeinsel ist und das innere Thüringer Becken (Dachwig) deutlich kontinentalere Züge trägt, als es sonst auf dem 11. Längengrad Ost üblich ist.

Die mittleren Minima im ersten Halbjahr bis 2021

Mit 1,81°C lagen die mittl. Minima der 25 untersuchten Stationen im ersten Halbjahr (Januar bis Juni) 2021 deutlich unter dem Mittelwert für 1988 bis 2020 (2,49°C). Betrachtet man die erste Jahreshälfte seit 1988, so zeigt sich ein gering fallender, aber nicht signifikanter Trend:

Abbildung 11: Im Mittel der 25 untersuchten Stationen fielen die mittl. Minima zwischen 1988 und 2021 um 0,28 K.

In der zweiten Jahreshälfte stiegen die mittleren Minima besonders auf Kosten des Zeitraumes von Oktober bis Dezember merklich an.

Zusammenfassung: Anders, als bei den Mitteltemperaturen, steigen die mittleren Minima viel geringer, bei weitem nicht überall, und sie verhalten sich auch zeitlich keinesfalls einheitlich; besonders der Frühling neigt zu Abkühlung. Auf Kuppen, Berggipfeln und in städtischen Gebieten dominiert die Erwärmung, in Mulden, Senken und ländlichen Gebieten deutet sich eine Stagnation, vereinzelt gar eine leichte Abkühlung, an. Umfang und Qualität des Datenmaterials lassen jedoch eine abschließende Bewertung nur bedingt zu.

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher