Die Glaskugel der Astrologen hat ausgedient, Computer machen es ergonomischer

Helmut Kuntz

Der ursprüngliche Header war wesentlich plakativer. Da waren noch Begriffe wie „Lüge“ und „Betrug“ enthalten. Inzwischen muss bei Publikationen aber wesentlich sorgfältiger auf die Befindlichkeiten Angesprochener Rücksicht genommen werden, so dass Weichspülen angesagt ist.
Wenn man betrachtet, was für (Klima-)Aussagen auf Basis reiner Simulationsspielereien heutzutage publiziert werden, als wäre auch nur im Ansatz so etwas wie Wahrheit dahinter, kommt man um solche Überlegungen allerdings nicht mehr herum.

Auch die Astrologie digitalisiert sich

Geschichte wiederholt sich. Was früher die von Fürsten bestellten Astrologen lieferten, liefern heute Klimafolgen-Forschungseinrichtungen und Behörden (Bsp. DWD). Einer der wenigen Unterschiede ist lediglich, dass es heute um viele Größenordnungen mehr Personal beschäftigt und entsprechend wesentlich höhere Finanzierungskosten benötigt.

Dafür wurde es Arbeitsstätten-gerechter. Anstelle im kalten, zugigen, jeglicher Arbeitsstättenverordnung Hohn sprechendem Turmzimmern in eine eher unhandliche Glaskugel zu blicken, immer in Gefahr, bei Falschaussagen im Verlies zu landen, bei viel Glück nur mit Schimpf und Schande weggejagt zu werden, blickt ein Klimaastrologe inzwischen im wohltemperierten Bürokomplex vom ergonomischen Schreibtisch in ergonomische Bildschirme. Und was man von einer Glaskugel nie behauptet hat: Computer können sich doch nicht irren, weshalb der Pensionsanspruch nie verloren gehen kann.

Attributionsstudien

Es geht um zwei Studie zur Wiederholhäufigkeit von Starkregen und Flutereignissen. Beides sind moderne Attributionsstudien und sollen laut ihren Autor*innen aussagen können, wie weit der Klimawandel solche Ereignisse verstärkt und teils, wie hoch die Wiederkehrwahrscheinlichkeiten solcher Ereignisse seien.
Das ist ganz modern [7] und beschäftigt neue Professuren. Dass attributiv-statistische Aussagen allerdings mit unglaublichen Unsicherheiten behaftet sind, lässt sich in den Studienergebnissen (eher –Fabulierungen) sehen. Den Lesern vermittelt wird es weniger.

Für eine Privatperson ist eine detaillierte Verifizierung solcher Studien praktisch nicht möglich (rein persönliche Meinung des Autors), da (neben anderem) die Tools , deren Bedienung und die Zeit dafür fehlen.
Anbei soll deshalb anhand von Datenbetrachtungen zum Wetter eine Plausibilisierung der Aussagemöglichkeiten dieser Studien erfolgen.

Ein unglaublicher Weckruf der Natur

Gerade hatte der Bayerische Landesvater Söder seinen Bürgern erklärt, warum die Bob- und Rodelbahn in Schönau am Königssee als Folge von Starkregen von einer Mure zerstört wurde:
[5] Tagesschau 19.7.2021: Scholz und Söder in Bayern“Unglaublicher Weckruf der Natur“
… In den letzten Tagen habe Deutschland einen unglaublichen Weckruf der Natur erlebt, so Söder weiter. „Das Klima verändert sich und das hat Folgen. Starkwetterereignisse nehmen zu.“ Er kündigte für die kommende Woche eine Regierungserklärung zum Thema Klimaschutz an. Man müsse beim Kampf gegen den Klimawandel und die Anpassung an die Folgen schneller vorankommen …
Da erschien eine Studie, welche seine Aussagen bestätigt.

Allerdings erst in den Jahren 2060 … 2099. Aktuell lässt sich ein Anstieg nämlich nicht nachweisen, wie es (nicht nur) in dieser Studie steht: [6]es gibt noch keine eindeutigen Hinweise auf eine weit verbreitete Zunahme des Hochwasserauftretens. … oder in Modellsimulationen. Während es immer noch eine theoretische Erwartung gibt, dass Hochwasserereignisse in einem sich erwärmenden Klima zunehmen werden und während solche Hochwasserzuwächse regional dokumentiert wurden ist das Fehlen breiterer Beobachtungstrends, die diese Hypothese stützen, auffällig.
Der gerade veröffentlichte IPCC-AR6 Bericht der WGI umschreibt es so, dass es für Politiker unverständlich wird:
AR6, Kap.8 Überschwemmungen: … „Die Bewertung der beobachteten Trends im Ausmaß von Abfluss, Wassermenge und Überschwemmungen bleibt aufgrund der räumlichen Heterogenität des Signals und der zahlreichen Einflussfaktoren eine Herausforderung“ … Das Vertrauen in globale Trends ist gering. An manchen Orten steigt es, an anderen sinkt es …

Was kümmert einen Landesvater im Wahlk(r)ampf jedoch solche Pedanterie, wenn extremer Starkregen gerade zur richtigen (Vor-Wahl-)Zeit (historisch schon immer davon betroffene) Gebiete von Deutschland heimsucht?
Dass dabei vor allem ein sich über viele Jahrzehnte aufgebautes, unglaubliches Behördenversagen nicht nur in NRW, sondern auch in Bayern Ursache vieler Zerstörungen war [8], muss ein politisch dafür mit-Verantwortlicher ja nicht erwähnen.
Man wiederholt lieber einen Fehler und verteidigt(e) den Westen am Hindukusch, und nun auch das globale Klima in und aus Deutschland.

Eine Studie zeigt, inwieweit Starkregen in Zukunft in Bayern zunehmen wird

Die Münchner tz berichtete über eine neue Studie. In dieser steht, wie sollte es anders sein, Schlimmstes. Vor allem: Die Klimaerwärmung ist in vollem Gange, extreme Wetter-Ereignisse nehmen rasch zu“:
[4] tz, 27.08.2021: Internationale Forschergruppe macht Prognose
Extremes Wetter in München und Bayern in Zukunft Normalität? Studie zeigt, was jeden von uns erwartet

Das Klima in München und Bayern verändert sich. Extreme Wetter-Ereignisse werden häufiger, insgesamt wird es wärmer. Eine Studie zeigt jetzt, inwieweit Starkregen in Zukunft zunehmen wird.
München – Das Wetter in München lässt derzeit kaum vermuten, dass der Klimawandel im vollen Gang ist. Kälte und Regen bestimmen die Witterung dieser Tage – und das Ende August. Dass Wetter und Klima jedoch wenig miteinander zu tun haben, ist bereits bekannt. Die Klimaerwärmung ist in vollem Gange, extreme Wetter-Ereignisse nehmen rasch zu. Die Zahl der Starkregen-Ereignisse in Bayern wird laut einer wissenschaftlichen Studie deutlich zunehmen. Zu diesem Ergebnis komme eine internationale Forschergruppe …

Wie heutzutage üblich, ist die gesamte Information der tz von der Pressemitteilung abgeschrieben, in der manches allerdings etwas anders steht, als in der tz. Vor allem wird in der Pressemitteilung das Problem mit den extremen Wetterereignissen relativiert und in eine fernere Zukunft verschoben:
[6] Uni Freiburg, 27.08.2021, Pressemitteilung: … In Bayern werden Starkregen insgesamt künftig wohl zwei bis viermal häufiger vorkommen als heute …
Dabei stellten sie fest, dass die schwächeren und zugleich häufiger vorkommenden Extremniederschlagsereignisse (im Mittel alle rund 2 bis 10 Jahre) in Frequenz und Menge zunehmen, allerdings nicht zwangsläufig zu Überschwemmungen führen. An manchen Orten kann hierbei durch den Klimawandel das Hochwasserrisiko sogar wegen trockener werdenden Böden sinken. Ebenso nehmen die stärkeren und zugleich seltener vorkommenden Extremniederschlagsereignisse (im Mittel seltener als 50 Jahre – und wie im Juli 2021 in der Eifel ereignet) in Frequenz und Menge zu – dabei führen sie aber auch generell häufiger zu Überschwemmungen.
In Bayern nimmt Starkregen generell zu
Für das konkrete Beispiel Bayern sagen die Wissenschaftler*innen zudem voraus, wie dort die unterschiedlichen Extremniederschlagsereignisse zahlreicher werden. Schwächere, die in den Jahren von 1961 bis 2000 im Mittel etwa alle 50 Jahre auftraten, werden demnach im Zeitraum von 2060 bis 2099 doppelt so oft vorkommen. Stärkere, die im Zeitraum von 1961 bis 2000 im Mittel etwa alle 200 Jahre eintraten, werden sich in der Zukunft bis zu viermal häufiger ereignen.

Doch erst in der Studie selbst wird dann klar ausgesagt, wie es aktuell um solche Ereignisse steht: [6]und es gibt noch keine eindeutigen Hinweise auf eine weit verbreitete Zunahme des Hochwasserauftretens … oder in Modellsimulationen …

Die Studie

Mit der neuen Studie wird versucht, ein Problem zu lösen: Die Hochwasserereignisse nehmen nicht wirklich, und auch in Simulationen nicht „stabil“ genug zu. Es wird aber „verlangt“, dass sie zunehmen.

Zur „Lösung“ nehmen die Autoren nun an, dass es daran liegt, weil mittlere Starkregen wegen des wärmeren Klimas weniger Fluten als früher verursachen, dafür extremer Starkregen in Zukunft jedoch mehr Flut (als sie bisher verursacht haben), verursachen werden, sobald ein Schwellwert überschritten ist.
Mit solchen Annahmen wird nun neu simuliert und – wer hätte etwas anderes erwartet – das gewünschte (Simulations-)Ergebnis erzielt.

Dazu wurde viel Aufwand betrieben:
Studie (übersetzt mit www.DeepL.com): [6]Für seine Untersuchung generierte das Forschungsteam ein großes Ensemble von Daten, indem es erstmalig hydrologische Simulationen für Bayern mit einem großen Ensemble an Simulationen mit einem Klimamodell koppelte. Die Modellkette wurde für die 78 Flusseinzugsgebiete auf historische (1961-2000) und wärmere zukünftige (2060-2099) Klimabedingungen angewandt
Und mit den neuen Hypothesen simuliert:
Studie (übersetzt mit www.DeepL.com): [6] ... Hier versuchen wir, das extreme Niederschlags-Hochwasser-Paradoxon in einem sich erwärmenden Klima in Einklang zu bringen: Gibt es eine Niederschlagsschwelle, ab der sich zunehmende Niederschlagsextreme direkt in ein zunehmendes Hochwasserrisiko übersetzen? Wir gehen davon aus, dass eine solche Schwelle existieren sollte,
… Mit einem Hydro-SMILE-Ansatz betrachten wir Niederschlags- und Hochwassereigenschaften aus historischen (1961–2000) und wärmeren Zukünftigen (2060–2099) Klimazonen für 78 Einzugsgebiete in großen bayerischen Flusseinzugsgebieten (Main, Donau und Inn mit ihren Hauptzuflüssen; fortan Hydrologisches Bayern) …

Wie so oft, (allergrößte) Unsicherheiten bleiben weil die Daten fehlen. Aber publiziert haben wir trotzdem

Studie (übersetzt mit www.DeepL.com): [6]Diese letzteren Unsicherheiten können für die in der vorliegenden Studie betrachteten Extremereignisse besonders relevant sein, da die Modellkalibrierung und -auswertung auf beobachteten Ereignissen beruhen – und (wie bereits erwähnt) moderne Beobachtungsaufzeichnungen für Ereignisse der hier betrachteten extremen Größenordnungen einfach nicht existieren. Wir weisen jedoch darauf hin, dass dieses spezielle Element der Gesamtunsicherheit im Wesentlichen nicht reduzierbar ist und dies wahrscheinlich auch bleiben wird, bis die Länge des beobachteten Datensatzes in einigen Jahrzehnten in der Zukunft erheblich zunimmt.

Der Autor wagt dazu eine genauere Feststellung: Mit den in der Studie verwendeten Kalibrierdaten ist eine Aussage, wie sie mit der Studie angeblich erreicht wurde, nicht möglich, schon gar nicht verifizierbar. Die wirklichen Daten lassen vermuten, dass Extremwetter sich teils als ein stochastisches Ereignissystem ausbildet und damit konventionell-statistisch nicht abgebildet werden kann.
Warum der Autor dies so sieht, anbei.

Was zeigen historische Aufzeichnungen?

Die „wegweisende“, neue Hochwassersimulation kalibriert sich mit einem Referenzzeitraum von 1961 – 2000 und behauptet, damit eine Ereignishäufigkeit im Zeitraum 2060 – 2099 vorhersimulieren zu können.

Wie die Studienautoren darauf kommen, 39 Jahre würden eine „Niederschlagsrelevanz“ abbilden, wo die Niederschlagszyklen weit über 100 Jahre betragen, wird wohl für immer deren Rätsel bleiben. Auch, warum als Referenz ein Zeitraum verwendet wird, der sich im historischen Kontext bezüglich Hochwasser recht ereignislos verhielt.
Ahnen kann man es schon. Die meisten Stationsdaten Deutschlands listen Tagesniederschlag etwa ab den 50er Jahren … Und zum Simulieren benötigt man doch viele, genaue Daten,. Ob diese repräsentativ sind, scheint dabei weniger zu interessieren (wenn das gewünschte Ergebnis herauskommt).

Hochwasserereignisse nehmen auf die Anforderungen der Modellierer aber keine Rücksicht. Anbei beispielhaft eine Listung der Ereignisse aus dem Ahrtal (Erklärungstexte teils stark gekürzt), dem Tal, in welchem die Behörden laut einer ebenfalls ganz aktuellen Studie [2] nie ahnen konnten, dass (wieder) ein großes Hochwasser kommen könnte …

[9] Die Ahr und ihre Hochwässer in alten Quellen
1348,16. Aug., Landverlust durch Flußbettverlagerung infolge von Ahrhochwasser

1410, 27. Okt., Die Greener Mühle wird durch Hochwasser weggerissen
1488, Ahrweller: »Die wilde Ahr hat die Brücke zerbrochen« (Ratsprotokoll)
1547, Hemmessen: Durch Hochwasser wird die Mühle zu H. beschädigt.
1582,8. Nov., Hemmessen: Die Landmühle und der Mühlenteich werden durch Hochwasser beschädigt
1590, Mai schwoll die Ahr durch ein großes Unwetter mit Platzregen höher als seit Menschengedenken an.
1598, 6. Juli Hochwasser nach Gewitter (Rhein-Zeitung 12. 7.1959)
1601, 30. May, .. neben anderen groissen Schade mitt sich genomen 16 Heusern … Stellen und in die 9 Personen ertrunken.
1603, Hemmessen: »durch die dauernden Ahrüber-schwemmungen hervorgerufene Verwüstungen der Mühlenklausen
1606, 5. Mai, Verkauf eines freiadeligen Hauses und Hof zu H., die durch die Ahr völlig zerstört und weggeschwemmt sind
1618, Wadenheim: »wegen verschiedener Wiesenverwüstungen durch Hochwasser.
1659, Hemmessen: Die Hemmesser Mühle wird durch Hochwasser zerstört …
1663-1671, Ahrweiler: … durch den schädlichen Ahrfluß und dessen fast immerwährenden Überschwemmungen
1677, 2. Feb., Hemmessen: Die Hemmesser Landmühle wird durch Hochwasser weggerissen.
1680, Hemmessen: H. und die Kurfürstliche Landmühle werden durch Hochwasser bedroht
1686, Hemmessen: Die Landmühle wird durch Hochwasser erheblich beschädigt
1687, Februar, Große Überschwemmung durch Schneeschmelze, mehrere Brücken … werden weggerissen
1721, 18. Mai, Beul, Wadenheim: Überschwemmung
1727, Mayschoß: »In dissem Jahr ist ein schlechtes ansehen gewesen wegen undterschitlichen Wasser flusen«.
1739, 16. Jan., Ahrweiler: … Überschwemmung, daß auch ältere Bürger sich an ein solch gewaltiges Ahrhochwasser nicht zu erinnern vermochten. Das Wasser reicht über die »Ahrporz« bis in die Stadt.
1760,2. – 6. Januar, Beul, Wadenheim: hochgehende Ahr
1761, Green: Das Dorf wird durch Hochwasser teilweise zerstört
1763, Mayschoß: »letzten December gab es großgewässer in dem Ahrfluß
1764, den 14 October noch größer
1764, Mayschoß: … die ahr so groß , daß sie auff den Auell (Auel = freier Platz an der Chaussee in Mayschoß) ist gegangen
1784, 9. Dez., Wadenheim: Ahrhochwasser
1788, 24. Juni, Mayschoß: » … ist ein groß Ahr gewesen, daß sie bis an Meyschoß an S. Petrus … ist gegang«
1788, 23. Juli, Müsch, Dernau: Ahrhochwasser
1789, 20. – 26. Januar, Hemmessen: Ahrhochwasser.
1790, Wadenheim: »daß der Fluß … annähernd 500 Morgen …auch etwa 30 Häuser mit Scheunen und Ställen weggespült
1795, 3. Februar, Beul: Hochwasser mit Eisgang, die Brücken an der ganzen Ahr werden fortgerissen
1804, 21. Juli, Ahrgebiet: Größtes und folgenschwerstes Hochwasser der Ahr, über das detaillierte Berichte vorliegen.
1818, May auf der Oberahr alle Brücken weggerissen. Weil die Ahr kein Gehölz mit sich führte, ohne merklichen Schaden«.
1838, 25. Juni, Der Bengener Bach führt Hochwasser, das Dorf wird überschwemmt.
1839, 13. Juli, Bengen: erneute Überschwemmung
1844, Juni, Ahrweiler, Bengen: Zwei Fuß hoch strömte das Wasser durch die Straßen von Bengen …
1848, Juli: Hochwasser der Ahr … hat für dieses Hochwasser einen Pegelstand wie bei dem von 1910 ermittelt
1848, … berichtet… von einem weiteren Hochwasser stürzten einige Fachwerkwände von Häusern an der Hauptstraße ein
1859, Juni: im ganzen Kreis Ahrweiler schwere Schäden … verursacht und viele Menschenleben gefordert
1870, 22. Juli, Dernau: Hochwasser, das Wasser stand bis zur Hauptstraße
1880, Januar, … sind alle Brücken fortgeschwemmt worden von Insul bei Adenau bis Ahrweiler und …
1880, März: … stieg die Ahr so hoch an, daß sie den Höhenstand des Jahrhunderts nur zweimal erreicht hatte, und verursachte wieder viel Schaden
1882, December: … von einer Überschwemmung … die beispiellos ist die Katastrophe vom November weit hinter sich läßt.
1888, 23. und 24. Juni 1888, Ahrgebiet: Im Bereich von Ahrweiler werden 3 Brücken beschädigt oder zerstört
1888,
Dernau, 24. Juni: Durch wolkenbruchartige Gewitter wurde der ganze Ort unter Wasser gesetzt.
1890, 23. Januar: Ahrhochwasser durch Schneeschmelze
1891, 30. Juni: Ahrhochwasser
1893, 2. Februar: Ahrhochwasser durch Schneeschmelze
1901, Dezember: die Brücke wurde losgerissen und somit mußten die Wegearbeiten jenseits der Ahr … eingestellt werden.
1906, Juli: Der erst kürzlich wiederaufgebaute Steg über die Ahr wurde vom Hochwasser fortgeschwemmt
1908, Mai: hatte die Ahr infolge starker Gewitterregen in der Eifel einen so hohen Wasserstand wie seit Jahren nicht…
1910, 12. und 13. Juni, Ahrgebiet: größte und folgenschwerste Hochwasser nach 1804
(Zufügung: Eventuell war das von 1848 vergleichbar hoch)

Die Listung geht noch weiter. Um zu zeigen, wie extrem das Wetter im angeblich „idealem“, vor-industriellen Klima gewütet hat, sollte es bis hierher aber reichen. Es hat auch bis zum Jahr 2021 gedauert, dass sich ein Hochwasser wie 1910 wiederholte.

Zusammenfassung (das Sommerhochwasser 2021 muss man nun zufügen)
Nimmt man als Kriterien für schwere Hochwässer weggerissene Brücken, zerstörte Gebäude und ertrunkene Menschen, ab dem 19. Jhdt. auch Wasserstandsmarken und Pegelstände, so kann man 9 (nun 10) Hochwässer besonders herausstellen. Hiervon sind wiederum 5 Sommerhochwässer (1601, 1804, 1818, 1848, 1910) und 4 Winterhochwässer (1687, 1739, 1795, 1880). Herausragende Katastrophenhochwässer sind aufgrund der überlieferten Schäden die von 1601, 1804 und 1910 (nun auch 2021), allesamt durch Gewitter ausgelöste Sommerhochwässer …

Die Hochwassermarken deutscher Flüsse zeigen, dass praktisch alle höchsten Pegel zeitlich zurückliegen und keinerlei Trend zu immer neuen Höchstständen vorliegt:

Bild 1 Hochwassermarken Cochem (Mosel)

Bild 2 Hochwassermarken Miltenberg (Main)

 

Bild 3 Hochwassermarken Düsseldorf (Rhein)

 

Bild 4 Hochwassermarken Runkel (Lahn)

Bild 5 Hochwassermarken Würzburg, Rathauseingang (Main)

Bild 6 Hochwassermarken Heidelberg, Brücke (Neckar)

Bild 7 Hochwassermarken Meissen, Stadtmuseum (Elbe)

Bild 8 Hochwassermarken Passau, Fischmarkt (Donau)

Bild 9 Hochwassermarken Schärding, Wassertor (Inn)

Tagesniederschlag und Starkregen

Nun die kurzfristigere, dafür mit Tagesniederschlag und Anzahl Starkregenereignissen (Tagesniederschlaf >30 mm/Tag) dokumentierte Historie. Die Linien grenzen den Bereich 1960 – 2000 ein, den die Studie als Referenzzeitraum verwendet.
Leicht ist erkennbar, dass es nicht möglich sein kann, aus diesem 40jahre-Zeitraum eine repräsentative, globale Niederschlags-Ereignisaussage für den Zeitraum 2060 – 2099 abzuleiten. Und dabei sind die vielen Extremereignisse vor Beginn dieser teils recht kurzen Stationsaufzeichnungen noch gar nicht berücksichtigt.

Bild 10 Tagesniederschlags-Verlauf und Auftreten von Starkregen-Ereignissen >30 mm/Tag verschiedener DWD-Wetterstationen in Bayern: Heinersreuth-Vollhof Bay.; Weihenstephan; Garmisch Partenkirchen; Bad Reichenhall; Oberstdorf; Regensburg. Begrenzungslinien: Zeitraum 1960 – 2000. Grafik vom Autor erstellt.

Bild 11 Tagesniederschlags-Verlauf und Auftreten von Starkregen-Ereignissen >30 mm/Tag verschiedener DWD-Wetterstationen außerhalb Bayern: Jena; Magdeburg; Bad Neuenahr; Freiburg. Begrenzungslinien: Zeitraum 1960 – 2000. Grafik vom Autor erstellt.

Schnelle Zuordnung von Starkregenereignissen“ im Juli 2021

Über das Flutereignis im Ahrtal wurde ebenfalls (ganz schnell) eine Attributivstudie erstellt:
Studie [2] (DWD) world weather attribution: Rapid attribution of heavy rainfall events leading to the severe flooding in Western Europe during July 2021

Vorgestellt wurde diese Studie beispielhaft bei ARD alpha am 25.08.2021:
nano Wissen: Klimaereignis Ahr-Hochwasser
Klimaereignis Ahr-Hochwasser. Eine neue Studie zeigt: Die tödlichen Überschwemmungen, die im Juli in Westeuropa große Zerstörungen verursacht haben, wären ohne den Klimawandel deutlich unwahrscheinlicher gewesen.
Moderator (Ingolf Bauer):
Schon wieder, die extremen Wetterereignisse nehmen zu. Da braucht man keine Wissenschaft mehr, um das zu erkennen. Der Klimawandel ist da. Aber, um zu erahnen, was da auf uns zukommt, und wo wir ganz schnell handeln müssen, brauchen wir die Wissenschaft.
Wissenschaftler haben … anhand verschiedener Klimamodelle die Wahrscheinlichkeit solcher Extremereignisse errechnet Frank Kreienkamp, DWD:
So ein Ereignis wie im Juli war eine große Ausnahme, weil es ein sehr, sehr seltenes Ereignis ist, Wir gehen davon aus, dass es alle 400 Jahre auftritt. Wir sehen aber, dass sich die Eintrittswahrscheinlichkeit für Extreme, wie zum Beispiel starken Niederschlag durch den Klimawandel erhöht haben. Und daher müssen wir schon davon ausgehen, und uns darauf anpassen, dass wir zukünftig mehr von diesen Ereignissen haben werden.
Sprecher:
Genauer gesagt, hat sich die Eintrittswahrscheinlichkeit in dieser Region um einen Faktor zwischen 1,32 und 9 erhöht (Anmerkung des Autors: Man beachte die extreme Spanne). Die maximale Regenmenge ist dabei schon jetzt zwischen 3 … 19 % größer, als am Ende des 19. Jahrhunderts (Anmerkung des Autors: Das ist für Extrem-Regenmengen nicht bestimmbar)
Frank Kreienkamp, DWD:
Wir können nicht sagen, dieses Ereignis ist nur aufgetreten, weil der Klimawandel fortgeschritten ist. Wir können aber sagen, dass die Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis sich erhöht hat, oder sich die Intensität erhöht hat …

Es handelt sich hierbei um die Studie, welche Meteorologe Plöger in der Klimadiskussion auf Phönix [1] (mit F. Vahrenholt) als einen Klimawandel-Beleg erklärte. Anscheinend wusste er, wie grottenschlecht sie ist, weshalb er sich nur traute, auf den Faktor +1,2 einzugehen, den er allerdings auch als alarmistisch bezeichnete, obwohl ein solcher beim Starkniederschlag nicht mehr als statistisches Rauschen ist.
Leider hat Herr Vahrenholt auf dessen Unsinn nicht reagiert.

Mittels Simulationen gewinnen wir genaue Ergebnisse, auch wenn die Datenbasis dafür fehlt

… könnte man die Aussagen auch dieser Studie beschreiben:
Aussagen in der Studie: [2]
… Der Klimawandel hat die Intensität des maximalen 1-Tages-Regenereignisses in der Sommersaison in dieser großen Region um etwa 3 bis 19 % erhöht, verglichen mit einem globalen Klima, das 1,2 °C kühler ist als heute. Für das 2-Tages-Ereignis ist der Anstieg ähnlich.
● Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Ereignis heute im Vergleich zu einem 1,2 °C kühleren Klima eintritt, hat sich für das 1-Tages-Ereignis in der Großregion um einen Faktor zwischen 1,2 und 9 erhöht. Für das 2-Tage-Ereignis ist der Anstieg ähnlich.
Diese Zahlen beruhen auf einer Bewertung, die Beobachtungen, regionale Klimamodelle und sehr hoch auflösende Klimamodelle, die Konvektion direkt simulieren, einbezieht. Die Änderungen der Intensität und Wahrscheinlichkeit sind bei der beobachtungsbasierten Bewertung größer als bei allen Modellen.
● In einem Klima, das 2 °C wärmer ist als in vorindustrieller Zeit, würde den Modellen zufolge die Intensität eines eintägigen Ereignisses um weitere 0,8-6 % und die Wahrscheinlichkeit um den Faktor 1,2-1,4 zunehmen. Für das 2-Tage-Ereignis ist der Anstieg ähnlich.

Die folgende Tabelle aus der Studie zeigt den Datenzeitraum.

Bild 12 [2] Datenzeiträume

Die Studie schränkt deshalb auch ein, dass das Ereignis im Ahrtal vom vergangenen Juli höher war, als „than any flood since the beginning of systematic records.“.
Leider ist das „beginning“ gerade in dieser Gegend erst 1946 mit einer Wetterstation.
Die Extremflut von 1910 und eventuell auch 1848 im Ahrtal findet sich in den Daten deshalb nicht mehr, die viel extremere von 1804 natürlich auch nicht.
Richtig wird deshalb erwähnt, dass die aktuelle Flut vergleichbar mit den höchsten historischen ist:
Is in some catchments comparable only to the highest historically documented and quantified events (Ahr).“
Und diese waren 1910 und 1804. Davor gab es sehr wahrscheinlich auch schon welche, doch fehlen in den historischen Aufzeichnungen die erforderlichen, quantifizierten Abflusswerte.
Trotzdem gelingt es dem Team, ihre Computer genau errechnen zu lassen, wie hoch die Wiederholperiode des Juli-Ahrhochwassers war: Has an initial and very uncertain estimated return period of 1 in more than 500 years (Ahr) for the hydrological event.
Übersetzung: hat eine erste und sehr unsichere geschätzte Wiederkehrperiode von 1 in mehr als 500 Jahren (Ahr) für das hydrologische Ereignis.
Berechnet mit Parametern, wie sie eigentlich unwahrscheinlich, aber seit dem AR6 üblich sind:
„In this attribution study we use RCP 4.5 and RCP 8.5 simulations.“

Nun haben Einwohner dieser Regionen aber endlich eine Grafik, anhand deren sie genau ermitteln können, wann ein solches Ereignis wieder erwartet werden kann.

The analysis of the REGNIE dataset for the Ahr and Erft catchment indicates a RX1day precipitation value of 93 mm/day for the 2021 event, see Figure 7. Note, this value is a spatial average over the analysed region. The best estimate of the return period of this event is so large, i.e. in the order of 1 in 15000 yr – much larger than the length of the time series – that we cannot give a precise value, see Figure 8.
Übersetzung (mit www.DeepL.com): Die Analyse des REGNIE-Datensatzes für das Einzugsgebiet von Ahr und Erft zeigt einen RX1-Tagesniederschlagswert von 93 mm/Tag für das Ereignis 2021, siehe Abbildung 7. Bei diesem Wert handelt es sich um ein räumliches Mittel über die analysierte Region. Die beste Schätzung der Wiederkehrperiode dieses Ereignisses ist so groß, d. h. in der Größenordnung von 1 in 15.000 Jahren – viel größer als die Länge der Zeitreihe -, dass wir keinen genauen Wert angeben können, siehe Abbildung 8.
Dabei wird für das (gegenüber 1804 weit geringere Flutereignis an der Ahr) von 1910 zumindest für Teile des Einzugsgebietes ein Tagesniederschlag von 105 … 125 mm angegeben [12].

Klar, wird auch in dieser Studie mit dem höchsten Emissionszenario jongliert: Future changes amount to about +10%
(ensemble median, ensemble range +5% to +20%, based on RCP8.5) . EUR2.2 integrations are available for a
historical period (1998-2008) and a future scenario (10yrs, ~2100 under the RCP 8.5) both based on a
HadGEM3 model run … In this attribution study we use RCP 4.5 and RCP 8.5 simulations.

Die „Wissenschaftler“ haben wie man in der Grafik sieht, kein Problem damit, eine ungenaue und im falschen (eher ruhigen) Zeitraum gerechnete Datenreihe von 20 Jahren, zusätzlichen 30 Jahren mit 3 Datenpunkten und einem bei 100 Jahren auf 10.000 Jahre (15.000 in der Beschreibung) im logarithmischen Maßstab linear hochzurechnen. Allerdings mit einer Varianz, welche es auch erlauben würde, den Niederschlagswert vom Juli sowohl als 100 – wie auch als 10.000 Jahre-Ereignis zu werten. In den Publizierungen wird allerdings nur der Mittelwert bei 10.000 Jahren angegeben.

Wobei man beachten muss, dass ausgerechnet der Messwert bei 100 Jahren der erste (neben den rekonstruierten vom Ahrtal) Beleg des Gegenteils – bzw. des gleichbleibenden Verhaltens – darstellt.
Der Datenpunkt „Meuse“ ist der einzige, welcher einen vergleichbaren Flutpegel in der Vergangenheit von einer Messstation liefert (die vorhergehenden Rekonstruktionen von der Ahr der Jahre 1804 und 1919 wurden rechnerisch nicht mit einbezogen) und zeigt, dass das Ereignis vom letzten Juli sehr wohl ein hundertjähriges gewesen sein kann.

Bild 13 [2] Figure 8

Figure 8: GEV fit with constant dispersion parameters, and location parameter scaling proportional to GMST of the index series for the Ahr/Erft region (based on REGNIE data). Left: the observed RX1day as a function of the smoothed GMST. The thick red line denotes the location parameter, the thin red lines the 6 and 40-yr return times. The July 2021 observation is highlighted with the magenta box. Right: Return time plots for the climate of 2021 (red) and a climate with GMST 1.2 ºC cooler (blue). The past observations are shown twice: once scaled up to the current climate and once shifted down to the 1.2 ºC cooler climate of the late nineteenth century. The magenta line shows the magnitude of the 2021 event analysed here. No information from 2021 is included to obtain the fit.

Übersetzung (mit www.DeepL.com): Abbildung 8: GEV-Anpassung mit konstanten Streuungsparametern und einer Skalierung der Ortsparameter proportional zur GMST der Indexreihe für die Ahr/Erft-Region (basierend auf REGNIE-Daten).
Links: der beobachtete RX1Tag als Funktion der geglätteten GMST. Die dicke rote Linie kennzeichnet den Standortparameter, die dünnen roten Linien die 6- und 40-jährigen Wiederkehrzeiten. Die Beobachtung vom Juli 2021 ist durch den magentafarbenen Kasten hervorgehoben. Rechts: Wiederkehrzeitdiagramme für das Klima von 2021 (rot) und ein Klima mit einer um 1,2 ºC kühleren GMST (blau). Die Beobachtungen aus der Vergangenheit sind zweimal dargestellt:
– einmal hoch skaliert auf das heutige Klima und
– einmal nach unten verschoben auf das 1,2 °C kühlere Klima des späten neunzehnten Jahrhunderts.
Die magentafarbene Linie zeigt das Ausmaß des hier untersuchten Ereignisses von 2021. Für die Anpassung wurden keine Informationen aus dem Jahr 2021 berücksichtigt.

Es „gelingt“ diesem Team, Wahrscheinlichkeiten bis auf einen Wiederholzeitraum von 15.000 Jahren zu simulieren, einfach, indem man eine Regression aus ungenauen Daten eines kurzen Zeitraumes, der dazu noch ohne solche Extremereignisse war, logarithmisch hochrechnet.

Dabei zeigen Messdatengrafiken, dass für eine statistische Analyse von Extremniederschlag wesentlich längere Zeiträume erforderlich sind und darin auch einige Extremereignisse enthalten sein müssen. Selbst die längsten Messreihen reichen dazu eigentlich noch nicht aus (eine rein persönliche Meinung des Autors).
Beispiel Jena mit nur einem Ereignis, welches „aus dem Nichts“ erscheint.

Bild 14 Grafik aus Bild 10 mit Tagesniederschlag seit 1879

Bild 15 Oberstdorf, Tagesniederschlag seit 1910.

Bild 16 Grafik aus Bild 10 mit Tagesniederschlag seit 1881

Bild 17 Grafik aus Bild 10 mit Tagesniederschlag seit 1826

Die Ergebnisse sind unbrauchbar muss man mit großer Vorsicht betrachten

Solche Studien zu lesen, ist ein Gräuel. Schon in Deutsch verzweifelt man an den kunstvollen Umschreibungen, um nicht ausweisen zu müssen, dass man mit den Daten eigentlich zu keinem Ergebnissen kommen kann, bzw. Starkniederschlag sich der normalen Statistik entzieht:
[2] 6 Hazard synthesis
Übersetzt (mit www.DeepL.com): Die Unsicherheiten für den Zeitraum von der Gegenwart bis zur Zukunft sind nicht direkt mit denen vergleichbar, die für den Zeitraum von der Vergangenheit bis zur Gegenwart berechnet wurden, denn abgesehen von der Einbeziehung zusätzlicher Modelle, zusätzlicher Modelljahre und einer geringeren Änderung der GMST (-1,2 °C für die Vergangenheit und +0,8 °C für die Zukunft) enthalten sie keine Beobachtungsdaten und können daher keine Unsicherheiten in Bezug auf den Unterschied zwischen Modell- und Beobachtungsergebnissen enthalten. Die Unsicherheits-Schätzungen für den Vergleich zwischen Gegenwart und Zukunft sind daher im Allgemeinen sehr viel geringer und können unterschätzt werden, da sie die Information über die Unterschiede zwischen Modell und Beobachtungstrend nicht enthalten.
Es ist anzumerken, dass eine Attributionsanalyse für die kleinen Regionen Ahr/Erft und Belgische Maas auf der Grundlage der verfügbaren Daten eine Herausforderung darstellt. Idealerweise würde man eine lange Zeitreihe von Modellsimulationen verwenden, die sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart und die Zukunft abdecken und mehrere Ensemblemitglieder einschließen. Die für diese Studie verfügbaren Simulationen sind jedoch in der Länge ihrer Zeitreihen sehr begrenzt und liefern nur ein Ensemblemitglied pro Modell. Aus diesem Grund weisen die Ergebnisse, insbesondere für die kleinen Regionen, eine große Bandbreite an Werten auf und sollten als Hinweis auf die Richtung der Veränderung verstanden werden. Eine ausführlichere Erörterung der Herausforderungen, mit denen diese Studie konfrontiert war, findet sich in Abschnitt 6.4.

[2] 6.1 Ahr and Erft
For the Ahr and Erft, it appears that the observations and models are in good agreement for RX1day. However, the individual uncertainty ranges for the observations and models are generally very large. The synthesized intensity change for the past-to-present (white box, see explanation in Section 6) is -9% to 16%, and for the present-to-future the models indicate an (additional) increase of 1.5% to 4%. A weighted synthesis (magenta bar) of models and observations would give a significant positive trend, but this disregards other uncertainties as pointed out in Section 6.
For the probability ratio the synthesized values for the past-to-present span several orders of magnitude prohibiting a robust statement about the change within this small catchment. For the present-to-future, the model synthesis indicates a minor increase in frequency of about 1.2.

Übersetzung (mit www.DeepL.com): Für die Ahr und die Erft scheint es, dass die Beobachtungen und Modelle für RX1day gut übereinstimmen. Allerdings sind die einzelnen Unsicherheitsbereiche für die Beobachtungen und Modelle im Allgemeinen sehr groß. Die synthetisierte Intensitätsänderung für die Vergangenheit bis zur Gegenwart (weiße Box, siehe Erklärung in Abschnitt 6) beträgt -9 % bis 16 %, und für die Zukunft zeigen die Modelle einen (zusätzlichen) Anstieg von 1,5 % bis 4 %.
Eine gewichtete Synthese (magentafarbener Balken) von Modellen und Beobachtungen würde einen signifikant positiven Trend ergeben, doch bleiben dabei andere Unsicherheiten unberücksichtigt, wie in Abschnitt 6 dargelegt.
Für das Wahrscheinlichkeitsverhältnis überspannen die synthetisierten Werte für die Vergangenheit bis zur Gegenwart mehrere Größenordnungen, was eine robuste Aussage über die Veränderung in diesem kleinen Einzugsgebiet verhindert. Für den Übergang von der Gegenwart in die Zukunft deutet die Modellsynthese auf eine geringfügige Zunahme der Häufigkeit von etwa 1,2 hin.

In der folgenden Grafik aus der Studie sind die Ergebnisse der Ensembleläufe dargestellt. Die Streuungen sind phänomenal.

Bild 18 [2] Figure 13

Figure 13: Synthesis of the past-to-present climate (left) and present-to-future climate (right), showing changes in intensity in percent (top) and probability ratios (bottom), for the Ahr/Erft RX1day data. Past-to-present means comparing the 2021 event in the present-day climate with a preindustrial climate (1.2°C cooler than today) and present-to-future means comparing a climate with 2°C of global warming (above preindustrial) with present-day values.
The July 2021 floods resulted in extreme impacts including over two hundred deaths, damage to homes, businesses, roads, and other critical infrastructure. Water and electricity supply was disrupted and medical care was under strain with many clinics and pharmacies damaged (DRK9). For instance, in Belgium, 37,137 households lost access to electricity and reports from 31 communities indicate that 153 houses were destroyed, 3,025 partly destroyed and 195 dangerously damaged or are to be demolished. With precipitation return times varying from 1 in 300 years to 1 in 1000 years, and peak flow return times of 1 in more than 500 years (Ahr), depending on the geographic area and time period
Übersetzung (mit www.DeepL.com): Synthese des Klimas von der Vergangenheit zur Gegenwart (links) und von der Gegenwart zur Zukunft (rechts), die die Änderungen der Intensität in Prozent (oben) und die Wahrscheinlichkeits-verhältnisse (unten) für die Ahr/Erft RX1day-Daten zeigt.
– Vergangenheit-zu-Gegenwart bedeutet, dass das Ereignis von 2021 im heutigen Klima mit einem vorindustriellen Klima (1,2°C kühler als heute) verglichen wird, und
– Gegenwart-zu-Zukunft bedeutet, dass ein Klima mit 2°C globaler Erwärmung (über dem vorindustriellen) mit den heutigen Werten verglichen wird.
… Wiederkehrzeit der Niederschläge von 1 in 300 Jahren bis 1 in 1000 Jahren und einer Wiederkehrzeit der Abflussspitzen von 1 in mehr als 500 Jahren (Ahr), je nach geografischem Gebiet und Zeitspanne

Vielleicht kam es darauf auch gar nicht an

Der Autor wird den Verdacht nicht los, dass das wirklich Wichtige dieser so schnell unter Mitwirkung des DWD und des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz (Federal State Office for the Environment, Rhineland Palatinate, Germany) erstellten Studie nur das folgende Kapitel ist, welches die Behörden von Schuld freispricht und Darstellungen, welche anderes aussagen [8], wie auch von Bürgermeistern im Ahrtal: von 13 Ortsbürgermeister im Ahrtal unterzeichnet. Langfristig brauche es Sicherheit gegen künftige Hochwasser, ein gutes Frühwarnsystem und funktionierenden Katastrophenschutz.
als Falschbehauptungen entlarvt die amtlich verordnete Sprachregelung entgegensetzt:
Studie (Übersetzung mit www.DeepL.com): [2] Das Ereignis vom Juli 2021 wurde vom Vorhersage- und Warnsystem im Allgemeinen gut erfasst. Unter beispielsweise das Vorhersagesystem des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz eine Warnung am 14. Juli um 15:26 Uhr eine Warnung mit einem Pegelstand von 5,19 m für den Pegel Altenahr/Ahr, der bereits deutlich höher als der bisher höchste aufgezeichnete Wasserstand (3,71 m, 2016). Der höchste Warnpegel wurde um 17:17 Uhr über die Warn-Apps und andere Medien übermittelt. Die hohe Warnstufe hielt auch während einer Zwischenprognose für etwas niedrigere Wasserstände (4,06 um 18:25 Uhr). Um 19:57 Uhr wurde ein Wasserstand von 6,81 m vorhergesagt, was dem tatsächlichen Wasserstand von etwa 7 m sehr nahe kam, der am frühen Morgen des 15. Juli auftrat und fast doppelt so hoch war wie der Wert vom 2. Juni 2016 (Landesamt für Umwelt, Rheinland-Pfalz, 2019).

Man kennt es vom Flutereignis in Simbach. Auch dazu fand sich ein Professor, welcher bestätigte, dass solch ein Ereignis keinesfalls auf Behördenversagen, sondern unvorhersehbar als 1000jähriges Ereignis zu akzeptieren ist.
[11] EIKE 24.01.2017: Jahrtausendhochwasser am 01.06.2016 in Simbach – so entstehen Menetekel des Klimawandels

Das mag sogar stimmen. in Simbach brauchte es eben 1000 Jahre, bis eine Behörde eine mit einem Querdamm gebaute Straßenquerung über das Tal schuf, welcher – da nie als Flutdamm konzipiert – beim Verstopfen des zu engen Durchlasses brach und den angestauten, riesigen See als Flutwelle „entließ“, die auch noch einen im Weg befindlichen Lagerplatz einer Sägerei abräumen und die vielen, riesigen Baumstämme an jedem Hindernis im Ort welches nicht weichen wollte, „abladen“ konnte.

Im Ahrtal dauerte es eben so lange. Dort wurde (neben vielen anderen, früh bekannten Versäumnissen und vollkommener Ignoranz der Behörden [11]) das nach der Extremflut von 1910 für Schutzmaßnahmen vorgesehene Geld für den Bau (1927) des damals als wichtiger erachteten Nürburgringes verwendet und weiter in Flutflächen gebaut. Und ab ca. 1990 wurde die Ahr zusätzlich renaturiert, um dem Lachs den bequemen Durchgang zu ermöglichen, wobei auch die letzten, verbliebenen Hemmnisse für Fluten beseitigt wurden: … Unabhängig davon hat das Land Rheinland-Pfalz in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, die ökologische Durchgängigkeit der Ahr wieder herzustellen. Seit 1990 wurden mit erheblichem finanziellen Aufwand mehr als 40 Wehre und Sohlabstürze rück- oder umgebaut.

In den fast 100 Jahren (nach dem Bau des Nürburgringes) hätte man die Entscheidung korrigieren können, vor allem, da seit ca. 30 Jahren geradezu täglich mit zunehmenden Niederschlägen „getrommelt“ wird. Hat von den Verantwortlichen aber niemand für nötig gehalten. Und Lachse im Fluss sind auch schön anzusehen … und der Fluss darf auch endlich wieder machen, was er schon früher gerne machte, wie es die lange, lange Listung historischer Flutereignisse ausweist.

Es ist auch viel billiger, anstelle von sinnvollen Maßnahmen gegen die Klima-Geschichte anzuschreiben und zu simulieren:
Tichys Einblick, 03.09.2021: Die Klima-Toten der FAZ und der Kipppunkt des Journalismus

Quellen

[1] EIKE, 29. August 2021: Fritz Vahrenholt bei Phoenix zum Thema: „Fluten, Brände, Stürme – Klimapolitik auf dem Prüfstand“

[2] (DWD) world weather attribution: Rapid attribution of heavy rainfall events leading to the severe flooding in Western Europe during July 2021

[3] Studie: An extremeness threshold determines the regional response of floods to changes in rainfall extremes

[4] tz, 27.08.2021: Internationale Forschergruppe macht Prognose

Extremes Wetter in München und Bayern in Zukunft Normalität? Studie zeigt, was jeden von uns erwartet

[5] Tagesschau 19.7.2021: Scholz und Söder in Bayern“Unglaublicher Weckruf der Natur“

[6] Uni Freiburg, 27.08.2021, Pressemitteilung: Neue Studienerkenntnisse können helfen, Hochwasser-Prognosen zu verbessern

[7] EIKE, 28.08.2021: Behauptung: Klimawandel zeigt, dass das Wetter 1,2 mal bis 9 mal schlimmer ist wegen CO2

[8] EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?

[9] Dr. Karl August Seel: Die Ahr und ihre Hochwässer in alten Quellen

[10] Neustadt am Main – Gestern und Heute – Hochwasser am Main

[11] EIKE 24.01.2017: Jahrtausendhochwasser am 01.06.2016 in Simbach – so entstehen Menetekel des Klimawandels

[12] Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, Büchs W, et al.: Das Naturschutzgebiet „Ahrschleife bei Altenahr“ … Fauna, Flora, Geologie und Landespflegeaspekte Teil II




Die Natur fördert unsinnige Gerichtsverfahren

Andy May

Ein niederländischer Witz*:

Der Richter fragt einen Anwalt, der seinen Fall vorträgt: ‚Werde ich jemals die Wahrheit hören? ‚Der Anwalt antwortet: ‚Nein, mein Herr, nur die Beweise.‘

Es ist sicher, dass es keine Beweise dafür gibt, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel irgendjemandem geschadet hat. Ein vom Menschen verursachter Klimawandel wurde noch nie beobachtet oder gemessen. Die Zahl der klimabedingten und wetterbedingten Todesfälle, ob natürlich oder vom Menschen verursacht, ist seit ihrem Höchststand in den 1920er und 1930er Jahren um 93 % zurückgegangen. Extreme Wetterereignisse haben abgenommen, und ihre Auswirkungen auf den Menschen sind sogar noch schneller zurückgegangen. Die Zahl der durch den Klimawandel bedingten Todesfälle (vom Menschen verursacht oder natürlich) erreichte 2019 den niedrigsten Stand seit Beginn von Aufzeichnungen.

Klimamodelle, die unsere kollektiven Auswirkungen auf das Klima abschätzen sollen, haben laut dem jüngsten IPCC-Bericht (IPCC, 2021) eine Unsicherheit von ±1,5 °C oder mehr. Sie beziffern die Bandbreite der Auswirkungen auf 2°C bis 5°C/2XCO2. Die Abkürzung „°C/2XCO2“ steht für die Erwärmung aufgrund einer Verdopplung des CO2. Drei Grad Fehler sind so groß, dass die Modelle eindeutig wenig Vorhersagewert haben, und die Spanne hat sich seit dem Charney-Bericht von 1979 (Charney et al., 1979) nicht verringert. Ross McKitrick und John Christy haben gezeigt, dass alle Modelle die Erwärmung der mittleren Troposphäre in der kritischen Tropenregion erheblich überschätzen (McKitrick & Christy, 2018). Man sollte meinen, dass dies das Ende der Geschichte wäre.

Man stelle sich meine Überraschung vor, als ich in Nature eine Buchbesprechung las, in der mir mitgeteilt wurde, dass ein Gericht in den Niederlanden Royal Dutch Shell am 26. Mai dazu verpflichtet hat, seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 45 % zu senken. Gleich am nächsten Tag befand ein australisches Gericht, dass der Umweltminister die Pflicht hat, australische Kinder vor Schaden zu bewahren, lehnte aber eine einstweilige Verfügung ab, um die Erweiterung einer angeblich bedrohlichen Kohlemine zu stoppen. Der Minister bestritt nicht die Behauptung des Klägers, dass durch die Treibhausgasemissionen, die bei der Verbrennung der zusätzlichen Kohle entstehen, „vorhersehbare“ zukünftige Schäden entstehen würden. Einzelheiten finden Sie in den Gerichtsbeschlüssen, Seite 148.

In dem Artikel heißt es, dass weltweit 1850 Klagen bzgl. Klimawandel bei Gerichten eingereicht wurden. Offensichtlich sind die Alarmisten mit den Vorschriften der Gesetzgeber und Bürokraten nicht zufrieden und versuchen, die fossile Brennstoffindustrie mit Hilfe von Richtern als Waffe zu zerstören.

Der australische Richter wies darauf hin, dass niemandem ein Schaden entstanden ist, und schrieb:

Unter den gegebenen Umständen, einschließlich der Tatsache, dass der fragliche Schaden nicht unmittelbar bevorsteht, halte ich es für höchst unerwünscht, der Entscheidung des Ministers vorzugreifen. (Urteil, Seite 147)

Der Schaden, auf den er sich bezieht, ist die künftige, modellierte Gefahr, die aus der Verbrennung der abzubauenden Kohle resultiert. Niemand kann uns mit hinreichender Genauigkeit sagen, wie stark Treibhausgase das Klima beeinflussen, auch wenn Tausende von Wissenschaftlern über 40 Jahre hinweg Milliarden von Dollar dafür ausgegeben haben. Das alles ist bekannt. Wie die beiden Richter entschieden haben, und warum, ist aufschlussreich. Um Bergkamp ein wenig zu paraphrasieren, stellen wir fest, dass die Richter davon ausgehen, was bewiesen werden sollte (Bergkamp & Hanekamp, 2015).

Die Niederlande

Laut einem Blogbeitrag der Harvard Law School wurde die Klage gegen Shell von mehreren Nichtregierungsorganisationen (NRO) und 17.000 Einzelpersonen eingereicht. Die führende NGO war Milieudefensie. Diese Kläger behaupten, Shell sei verpflichtet, „durch seine Unternehmenspolitik zur Verhinderung eines gefährlichen Klimawandels beizutragen“.

Das Gericht entschied, dass die Nichtregierungsorganisationen klageberechtigt sind, da sie die Interessen der heutigen und zukünftigen Generationen der niederländischen Bevölkerung vertreten. Die Einzelkläger wurden für unzulässig erklärt, da man davon ausging, dass die Sammelklagen das notwendige Terrain abdecken.

Das Gericht entschied dann, dass Shell den Anwohnern nach niederländischem Recht eine „ungeschriebene Sorgfaltspflicht“ schuldet. Infolgedessen wurde das Unternehmen verpflichtet, die CO2-Emissionen bis 2030 um 45 % gegenüber 2019 zu senken. Das Urteil galt für die gesamte Wertschöpfungskette, d. h. auch für alle Shell-Lieferanten. Da sich Versorgungsunternehmen häufig in staatlichem Besitz befinden, betrifft diese Entscheidung nicht nur private Shell-Zulieferer, sondern auch staatliche Einrichtungen in aller Welt. In den USA und einigen anderen Ländern werden Strom, Erdgas und Wasser manchmal von Städten und Bundesstaaten geliefert. Diese Versorger verkaufen an lokale Shell-Tochtergesellschaften, wodurch ein potenzieller Konflikt entsteht. Das Gericht entschied, dass die derzeitigen Pläne von Shell zur Reduzierung der Emissionen unzureichend sind.

Die Erklärung von Shell, dass „dringender Handlungsbedarf“ bestehe, um die Emissionen zu reduzieren, war nicht hilfreich. Wie die meisten intelligenten Menschen müssen auch sie erkennen, dass es keine Beweise dafür gibt, dass menschliche Treibhausgasemissionen Schaden anrichten, obwohl es zahlreiche Beweise dafür gibt, dass sie von Nutzen sind. Warum einer Lüge nachgeben? Shell hat bereits angekündigt, dass sie Berufung einlegen werden, aber das Urteil bleibt in Kraft, bis über die Berufung entschieden ist.

Australien

Der australische Richter, The Honorable Mordecai Bromberg, war etwas vernünftiger und gerechter als der niederländische Richter. Am 27. Mai 2021 entschied das australische Bundesgericht, dass die Umweltministerin verpflichtet sei, australische Kinder zu schützen. Die Kläger wollten, dass der Richter die Ministerin (Sussan Ley) anweist, eine Genehmigung für die Erweiterung eines Kohlebergwerks der Vickery Coal Ltd. zu verweigern. Die Richterin lehnte die Verfügung ab.

Möglicherweise handelte es sich bei dieser Klage um eine Art „Klage und Vergleich“ [sue and settle]. In diesen Fällen verlangt das Ministerium, dass jemand es verklagt, damit es nicht zu einer Entscheidung gezwungen wird, die es nicht treffen will. Das Ministerium oder die Abteilung ficht die Klage nicht an, wodurch sie verlieren. Dadurch wird der Richter gezwungen, die unangenehme Entscheidung für sie zu treffen. Dann heben sie einfach die Hände und sagen, der Richter habe sie dazu gezwungen. Diese Klagen wurden in den Vereinigten Staaten während der Obama-Regierung populär. Indem sie mit externen Gruppen und den Gerichten zusammenarbeitete, umging die Obama-Regierung den Kongress und erließ Gesetze durch Verordnungen, die von den Gerichten angeordnet wurden. Die EPA hat diese Praxis während der Trump-Regierung eingestellt, aber unter Biden wurde sie wieder eingeführt.

Das Gerichtsurteil enthält Beispiele für irreführende Aussagen, die der Richter erwähnt (Seiten 8-9):

1. Die Kläger behaupten, dass steigende Temperaturen aufgrund des Klimawandels zu einer Zunahme von Buschbränden, extremen Wetterlagen, Dürren und anderen klimabedingten Naturkatastrophen führen werden.

2. Die Kläger behaupten, dass die Beziehung zwischen dem Anstieg der menschlichen CO2-Emissionen und dem Temperaturanstieg linear ist.

3. Die Kläger behaupten, dass fortgesetzte menschliche Emissionen zu Veränderungen des Erdsystems führen werden, die zu „Kippkaskaden“ führen werden, die den Planeten auf eine Erwärmung von 4°C „katapultieren“ und ihn zu einer gefährlichen „Treibhaus-Erde“ machen werden.

4. Die Kläger verkünden, dass das beste Ergebnis eine Erwärmung von 2°C über den vorindustriellen Bedingungen (Kleine Eiszeit) ist.

Diese vier fragwürdigen Punkte und viele weitere wurden vom Ministerium nicht bestritten. Punkt 1 ist pseudowissenschaftlicher Unsinn. Die Behauptung, alle Wetterextreme seien ein Beweis für den vom Menschen verursachten Klimawandel, ist vergleichbar mit der Behauptung eines Marxisten, alle Nachrichten würden beweisen, dass Karl Marx recht hatte, oder mit der Behauptung Freuds, jeder Patient beweise, dass er recht hatte (Popper, 1962, S. 35). Punkt 2 scheint aus einer Studie von H. Damon Matthews und anderen zu stammen, in dem behauptet wird, dass die globalen Temperaturen linear mit der Menge der menschlichen Emissionen sind (Matthews, Gillett, Stott, & Zickfeld, 2009). Vergleicht man die Beobachtungen mit dem Temperaturergebnis, so ergeben sich 5 % bis 95 % Fehlerbalken, die so groß sind, dass die Schlussfolgerungen fragwürdig sind. Matthews Schlussfolgerungen beruhen größtenteils auf Modellen.

In Bezug auf die Punkte 3 und 4 ist es interessant, dass Professor William Steffen, der Hauptzeuge der Kläger, der Meinung ist, dass eine Erwärmung um vier Grad über das Niveau der kleinen Eiszeit – entschuldigen Sie – der vorindustriellen Periode die Erde in ein gefährliches Treibhaus verwandeln wird. Er glaubt sogar, dass das Risiko bei einer Erwärmung von 2°C signifikant ist (Steffen, et al., 2018). Steffen stützt sich in seiner Aussage hauptsächlich auf den 1,5-Grad-Bericht des IPCC (IPCC, 2018). Vier Grad globaler Erwärmung würden die Erdoberfläche auf durchschnittlich 18,5 °C bringen, was etwas weniger ist als die durchschnittliche Oberflächentemperatur im Phanerozoikum, so Scott Wing und Brian Huber von der Smithsonian Institution (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1. Smithsonian Phanerozoic (vor 540 Millionen Jahren bis heute) Temperaturrekonstruktion von Scott Wing und Brian Huber. Nach: Smithsonian

Die Smithsonian-Aufzeichnung zeigt geologisch abgeleitete Temperaturen aus den Gesteins- und Fossilien-Aufzeichnungen. Wing und Huber stützen sich bei ihrer Rekonstruktion in hohem Maße auf temperatursensitive Isotope. Christopher Scotese hat ebenfalls die Temperaturen des Phanerozoikums rekonstruiert; seine Rekonstruktion ähnelt Abbildung 1, weist aber weniger extreme Hoch- und Tieftemperaturen auf. Scoteses Rekonstruktion verwendet diagnostische Gesteinsarten, um große ganzjährige Gletscher in alten Polarregionen zu identifizieren. Wenn es an beiden Polen ganzjährige Gletscher gab, herrschten auf der Erde Eiszeitbedingungen, wie heute. Die Äquatortemperaturen schwanken viel weniger als die Poltemperaturen, so dass durch die Schätzung der polaren Bedingungen anhand der geologischen Aufzeichnungen das Gefälle zwischen Äquator und Pol und die globale Durchschnittstemperatur geschätzt werden können.

Scotese arbeitet auch mit Wing und Huber an deren Rekonstruktion zusammen. Beide Rekonstruktionen sind sehr niedrig aufgelöst (~10 Millionen Jahre oder mehr zwischen den meisten Punkten) und zeigen eine durchschnittliche Temperatur im Phanerozoikum von etwa 20°C, über 5°C wärmer als heute. Nach der Arbeit von Scotese beginnen die Treibhausbedingungen bei einer globalen Durchschnittstemperatur von 24 °C, also fast 10 °C wärmer als heute. Richter Bromberg spricht auf Seite 19 seines Urteils ausdrücklich von vier Grad Erwärmung als „Treibhaus Erde“, weit weniger Erwärmung als Scotese fordert.

Es fällt schwer, sich über die vom IPCC und Professor Steffen prognostizierten vier Grad Erwärmung Sorgen zu machen, wenn dadurch nicht einmal die globalen Temperaturen auf den Durchschnitt der letzten 540 Millionen Jahre steigen. Während des in Abbildung 1 dargestellten thermischen Maximums des Paläozäns und Eozäns, als die globalen Durchschnittstemperaturen 26°C (80°F) überschritten, blühte das Leben. Die Vielfalt der Pflanzen und Tiere nahm zu, und es kam zur großen Ausbreitung der Säugetiere. Zu dieser Zeit verbreiteten sich die Säugetiere weit und es entstanden die Primaten (McInerney & Wing, 2011).

William Nordhaus erhielt 2018 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für seine Arbeit über die Ökonomie des Klimawandels (The Nobel Prize, 2018). In seiner Nobelvorlesung stellt er die Auffassung in Frage, dass die Menschen versuchen sollten, die Treibhausgasemissionen so weit zu reduzieren, dass die Temperaturen unter zwei Grad über der Kleinen Eiszeit oder der vorindustriellen Periode bleiben. Er rechnet vor, dass dies 30 Billionen Dollar mehr kosten wird, als es einspart. Eine Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 Grad würde 50 Billionen Dollar kosten. Das weltweite BIP betrug im Jahr 2020 nur 85 Billionen Dollar. Sein optimaler wirtschaftlicher Weg wäre, eine globale Erwärmung von vier Grad zuzulassen (Nordhaus, 2018). Steffans Behauptungen sind also leicht anfechtbar, aber das Ministerium hat nichts unternommen.

Diskussion

Wie zu Beginn des Beitrags erwähnt, gibt es keine Beweise dafür, dass irgendjemand durch menschliche Treibhausgasemissionen geschädigt wurde. Es gibt auch keine Beweise dafür, dass menschliche Treibhausgasemissionen gefährliche Veränderungen unseres Klimas verursacht haben oder verursachen werden. Ich bin kein Jurist, aber normalerweise muss jemand einen Schaden erlitten haben und den Beweis erbringen, dass die Person oder Gruppe, die er verklagt, den Schaden verursacht hat, damit eine Klage vor Gericht zugelassen wird.

Der australische Anwalt Bromberg spielt auf diesen Grundsatz an, wenn er über zwei Fälle schreibt, in denen ein Richter vorbeugende Unterlassungsklagen erlassen hat:

„In beiden Fällen handelte es sich nicht um eine befürchtete Verletzung der Sorgfaltspflicht, und in beiden Fällen war der Schaden bereits entstanden, als die einstweilige Verfügung erlassen wurde.“ (Gerichtsbeschlüsse, Seite 147).

Der Richter entschied, dass das australische Ministerium bei seiner Entscheidung über das Projekt zur Erweiterung der Kohlemine die Sicherheit der Kinder berücksichtigen sollte. Das ist in Ordnung, aber das Beunruhigende an dem Prozess war, dass das Ministerium keine der spekulativen Aussagen von Professor Steffen angefochten hat. Das Ministerium hat sie wahrscheinlich nicht angefochten, weil es verlieren wollte, aber wenn das passiert, wird diese Art von Unsinn in den Gerichtsakten verankert und kann wieder Anwendung finden.

Im niederländischen Fall wollte Shell den Rechtsstreit eindeutig nicht verlieren. Warum also ist dringender Handlungsbedarf angesagt? Shell ist nicht nur verpflichtet, den Gerichtsbeschluss zu befolgen, sondern hat auch eine treuhänderische Verpflichtung gegenüber seinen Aktionären, Mitarbeitern und Partnern. Der Gerichtsbeschluss verlangt von Shell, Geld und Ressourcen von den letztgenannten Gruppen zu nehmen und es für die Verringerung der Treibhausgasemissionen auszugeben. Das ist etwas, was sie nicht lange tun können. Das Ergebnis könnte dazu führen, dass das Unternehmen aus den Niederlanden in ein anderes Land umzieht und alle niederländischen Anlagen schließt.

In den letzten Jahren ist ein gefährlicher Trend zu politisch korrekten Aussagen über die Gefahren des vom Menschen verursachten Klimawandels zu beobachten, die von Öl- und Gasunternehmen stammen. Dies erscheint selbstmörderisch. Warum ignoriert man die Fakten und bestreitet nicht die durchaus anfechtbaren Behauptungen? Alles, was Professor Steffen und der IPCC über die Gefahren des vom Menschen verursachten Klimawandels gesagt haben, ist, selbst wenn es nicht nachweislich unwahr ist, sehr angreifbar. Jedes Mal, wenn ein Unternehmen diesen Unsinn nicht bestreitet, wächst die kollektive Gerichtsdatenbank.

Die Aktivisten des Klimawandels haben diese 1850 Klagen angestrengt, weil sie die wissenschaftlichen und öffentlichen Debatten über den vom Menschen verursachten Klimawandel verlieren. Laut einer aktuellen Gallup-Umfrage hält die Mehrheit der Weltbevölkerung den Klimawandel nicht für eine ernsthafte Bedrohung. Laut Rasmussen stimmen weniger als ein Drittel der Amerikaner der Behauptung von Präsident Biden zu, dass die globale Erwärmung die größte Bedrohung für Amerika darstellt.

Sie verlieren auch in der Legislative und in den Exekutivorganen der Regierungen, da feste Vorschriften und Steuern auf Kohlenstoff unweigerlich scheitern. Schließlich haben die „zwischenstaatlichen“ UNFCCC-Abkommen von Paris, Kyoto und Rio de Janeiro allesamt nichts bewirkt (Nordhaus, 2018, S. 459-461). Der Weltklimarat hat sechs große IPCC-Berichte veröffentlicht, unzählige weitere Berichte, und dennoch beträgt die Unsicherheit in ihrer Schätzung der Auswirkungen von CO2 auf das Klima immer noch drei Grad. Milliarden von Dollar wurden verschwendet, und wir haben immer noch keine Ahnung, wie sich CO2 auf das Klima auswirkt. Sie müssen die harte wissenschaftliche Arbeit leisten, um solide Beweise für die Bedeutung von CO2 zu finden, und aufhören, unsere Zeit und unser Geld vor Gericht zu verschwenden.

Wissenschaft und die Gerichte

Bergkamp ist der Meinung, dass wissenschaftliche Debatten nicht vor Gericht ausgetragen werden sollten, und ich stimme ihm zu. Die Gerichte sind nicht der richtige Ort, um zu entscheiden, welche der verschiedenen wissenschaftlichen Hypothesen zum Klimawandel richtig sind. Die wissenschaftliche Gemeinschaft wird entscheiden, wenn eine Theorie vorgeschlagen wird, die so schlüssig und reproduzierbar ist, dass sie von niemandem in Frage gestellt wird. Ein „Konsens“ ist nicht genug, in der Wissenschaft muss die Akzeptanz allgemein sein.

Die Klimawissenschaft ist politisch geworden, und die Seite mit den wenigsten wissenschaftlichen Beweisen hat die Debatte vor Gericht gezerrt, um die Skeptiker zu zwingen, sich zu verteidigen, obwohl sie die traditionelle Position vertreten, dass die Natur das Klima der Erde kontrolliert. Selbst wenn die Alarmisten verlieren, wie Michael Mann oder Mathew Pawa und Kollegen bei ihrem Versuch, Exxon-Mobil zu verklagen, können sie den Ruf des Beklagten in der Öffentlichkeit schädigen und ihn zwingen, erhebliche Prozesskosten zu zahlen.

Die Klage von Mathew Pawa, Naomi Oreskes, der Union of Concerned Scientists und Tom Steyer’s NextGen ist zu kompliziert, um sie hier zu erläutern, aber die Tatsachenfeststellungen des Gerichts sowie die Stellungnahme von ExxonMobil können heruntergeladen werden. Eine Zusammenfassung der Demütigung der Gegner von ExxonMobil ist hier zu sehen.

Der entscheidende Unterschied zwischen dem Fall ExxonMobil und dem Fall Shell besteht darin, dass ExxonMobil sich gewehrt und gewonnen hat. Wissenschaftlich gesehen ist die Argumentation der Klimawandel-Alarmisten außerordentlich schwach. Aber da Shell und der australische Minister sie nicht angefochten haben, wird die schwache Argumentation stärker und kann in zukünftigen Fällen angeführt werden. Wehren Sie sich immer, denn die Folgen können verheerend sein, wenn Sie es nicht tun. Ein Beispiel dafür ist der oben erwähnte Fall Shell-Milieudefensie oder die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA zur CO2-Gefahr im Jahr 2009.

Bergkamp hat geschrieben:

„Der Schleier der Menschenrechte kann nicht über die Agenda der Klimabewegung hinwegtäuschen, die Demokratie beiseite zu schieben. Die Rechtsstaatlichkeit, nicht die der Juristen, muss wiederhergestellt werden, und der EGMR [Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte] muss ein unpolitischer, gesetzestreuer Schiedsrichter für echte Menschenrechtsstreitigkeiten werden, anstatt ein Richter für politische Streitigkeiten, die als Menschenrechtsfragen verkleidet werden.“ (Bergkamp & Brouwer, 2021)

Wenn Gerichte und Anwälte über die Auslegung des Rechts hinausgehen und beginnen, es selbst zu erschaffen, begeben sie sich auf gefährliches Terrain. Die Schlussfolgerung, dass eine Tatsache eine Tatsache ist, weil ein Konsens für sie gestimmt hat, ist absurd. Ein Konsens von Meinungen ist keine Tatsache, sondern ein politischer Konsens. Eine wissenschaftliche Tatsache wird durch ein wiederholbares Experiment oder durch wiederholte quantitative Vorhersagen, die sich bewahrheiten, festgestellt (Popper, 1962).

*Den Witz am Anfang des Beitrags habe ich zum ersten Mal in einem interessanten Artikel über den niederländischen „Urgenda“-Fall gelesen, in dem ein Gericht die niederländische Regierung aufgefordert hatte, ihren Kampf gegen den Klimawandel zu verstärken. Der Artikel stammte von Dr. Lucas Bergkamp, einem niederländischen Anwalt bei Hunton and Williams und emeritierten Professor für Umwelthaftungsrecht an der Erasmus-Universität in Rotterdam.

Dr. Bergkamp war bei der Vorbereitung dieses Aufsatzes sehr hilfreich. (Bergkamp & Hanekamp, 2015).
Die Bibliographie findet sich hier.

Link: https://andymaypetrophysicist.com/2021/09/04/nature-promotes-frivolous-lawsuits/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Der Einfluss von Kohlendioxid, Wasserdampf und anderen „Treibhausgasen“ auf die Gleichgewichts-Temperatur der Erde

David Coe, Retired from Codel International Ltd, Bakewell, England;

Walter Fabinski, Retired from ABB Automation, Frankfurt, Germany;

Gerhard Wiegleb, Department of Electrical Engineering (Research Group for Environmental Monitoring), University of Applied Sciences Dortmund, Dortmund, Germany

Abstract

Es ist seit langem angenommen worden, dass der „Treibhauseffekt“, bei dem die Atmosphäre die einfallende kurzwellige Sonnenstrahlung leicht durchlässt, die von der Erde ausgehende langwellige Strahlung jedoch selektiv absorbiert, für die Erwärmung der Erde von der effektiven Erdtemperatur von 255 K ohne atmosphärische Erwärmung auf die derzeitige Durchschnittstemperatur von 288 K verantwortlich ist. Es ist auch allgemein anerkannt, dass die beiden wichtigsten atmosphärischen Treibhausgase H2O und CO2 sind. Erstaunlich ist, dass das geschätzte Erwärmungspotenzial von CO2, dem Gas, das für das moderne Konzept des Klimawandels verantwortlich gemacht wird, stark variiert. Die vom IPCC veröffentlichten Schätzungen für die Klimasensitivität bei einer Verdoppelung der CO2-Konzentration schwanken zwischen 1,5 und 4,5 °C. Sie beruhen auf einer Fülle wissenschaftlicher Arbeiten, in denen versucht wird, die komplexen Zusammenhänge der atmosphärischen Thermodynamik zu analysieren, um ihre Ergebnisse zu ermitteln. Ziel dieser Arbeit ist es, die Methode zur Ermittlung einer Zahl für die Klimasensitivität nicht nur für CO2, sondern auch für CH4 und N2O, die ebenfalls als starke Treibhausgase gelten, zu vereinfachen, indem ermittelt wird, wie die atmosphärische Absorption zu der derzeitigen Erwärmung um 33 K geführt hat, und dieses Ergebnis dann extrapoliert wird, um die erwartete Erwärmung aufgrund künftiger Steigerungen der Treibhausgaskonzentrationen zu berechnen. Die HITRAN-Datenbank mit den Absorptionsspektren von Gasen ermöglicht es, die Absorption der Erdstrahlung bei der derzeitigen Temperatur von 288 K für jeden einzelnen Bestandteil der Atmosphäre und auch für die kombinierte Absorption der gesamten Atmosphäre genau zu bestimmen. Aus diesen Daten lässt sich schließen, dass H2O für 29,4 K der 33 K Erwärmung verantwortlich ist, während CO2 3,3 K und CH4 und N2O zusammen nur 0,3 K beitragen. Die Empfindlichkeit des Klimas gegenüber künftigen Erhöhungen der CO2-Konzentration wird auf 0,50 K berechnet, einschließlich der positiven Rückkopplungseffekte von H2O, während die Empfindlichkeit des Klimas gegenüber CH4 und N2O mit 0,06 K bzw. 0,08 K fast nicht nachweisbar ist. Dieses Ergebnis deutet stark darauf hin, dass ein Anstieg der CO2-Konzentration nicht zu signifikanten Veränderungen der Erdtemperatur führen wird und dass ein Anstieg von CH4 und N2O kaum spürbare Auswirkungen haben wird.

In den Abschnitten 1 bis 3 werden die Temperaturwerte, um die es hier geht, genau abgeleitet. Dies ist sehr theoretisch, weshalb hier auf die Übersetzung verzichtet wird. Die vollständige Studie ist unten verlinkt. A. d. Übers.

4. Gleichgewichts-Klima-Sensitivität

Es ist nun möglich, aussagekräftige und genaue Werte für die Empfindlichkeit des Klimas gegenüber allen „Treibhausgasen“ abzuleiten, definiert als die Änderung der durchschnittlichen Erdtemperatur bei Erreichen des Gleichgewichts durch die Auswirkungen einer Verdoppelung der Konzentration dieser Gase.

4.1. Klima-Sensitivität von CO2

Tabelle 2 aus Abschnitt 3.2 zeigt die Veränderung der Gleichgewichtstemperatur für aufeinanderfolgende Verdoppelungen der CO2-Konzentration von 50ppm bis 1600ppm. Die entsprechenden Temperaturänderungen für jede Verdopplung lassen sich leicht in Tabelle 6 berechnen und sind in Abbildung 20 dargestellt. Wie man sieht, ist die „Klimasensitivität“ nicht konstant, sondern nimmt mit steigender CO2-Konzentration langsam zu. Dennoch zeigen die Werte, dass die Klimasensitivität beim derzeitigen CO2-Niveau (400 ppm) in der Größenordnung von 0,45 Kelvin liegt. Wendet man den kombinierten Rückkopplungs-H2O- und Temperatur-Multiplikationsfaktor von 1,124 an, erhöht sich die CO2-Klimasensitivität auf 0,50 Kelvin, was immer noch deutlich unter den meisten veröffentlichten Werten liegt.

Tabelle 6. CO2-Klima-Sensitivität:

Abbildung 20. Klima-Sensitivität von CO2.

Abschnitt 3.3 enthält die Daten für die Veränderungen der Erdtemperatur bei aufeinanderfolgenden Verdoppelungen der Konzentrationen von CH4 und N2O.

Methan CH4: Tabelle 7 und Abbildung 21

Abbildung 21. Klima-Sensitivität von CH4.

Stickoxide N2O: Tabelle 8 und Abbildung 22:

Abbildung 22: Klima-Sensitivität von N2O.

Es ist klar, dass die Klimaempfindlichkeit für diese beiden Gase nicht konstant ist. Sie nimmt mit der Konzentration zu, und zwar aus dem einfachen Grund, dass bei diesen niedrigen Konzentrationen die wichtigsten Strahlungsabsorptionsbänder noch nicht gesättigt sind. Bei den derzeitigen atmosphärischen Konzentrationen von 1,8 ppm CH4 und 0,32 ppm N2O beträgt die aktuelle Klimaempfindlichkeit einschließlich Rückkopplungseffekten 0,06 bzw. 0,08 Kelvin. Obwohl beide Gase als starke Treibhausgase bezeichnet werden, ist ihr tatsächlicher Einfluss auf die Erdtemperatur bei den derzeitigen Konzentrationen so gering, dass er kaum messbar ist.

5. Andere Betrachtungen

5.1. Die Einwirkung von Wolken

Die Bewölkung hat keinen Einfluss auf die Absorption der atmosphärischen Treibhausgase, aber sie wirkt sich auf die absorbierte Gesamtenergie und möglicherweise auf den Energierückhaltefaktor „n“ aus, und zwar in einer Weise, die schwer zu quantifizieren ist. Indem man jedoch den derzeitigen durchschnittlichen Zustand der Erde, der die Wolken einschließt, als Kalibrierungspunkt für die Bestimmung eines effektiven Wertes für „n“ verwendet, der mit der mittleren Erdtemperatur von 288 K übereinstimmt, wurde der derzeitige durchschnittliche Einfluss der Wolken bereits berücksichtigt. Dies sagt jedoch noch nichts darüber aus, wie groß dieser Einfluss ist.

Die Struktur von Wolken ist vielfältig und komplex. Es ist nahezu unmöglich, eine Reihe von Gleichungen abzuleiten, die die Bildung, die Struktur und die Auswirkungen von Wolken auf die Speicherung der absorbierten Energie und damit auf die Strahlungsbilanz der Erde beschreiben. Die vorliegende Arbeit stützt sich bisher auf die umfangreiche HITRAN-Spektraldatenbank, physikalische Grundlagen und einfache Mathematik, um Werte für die Klimasensitivität zu ermitteln. Jegliche Versuche, die weiteren Auswirkungen der Wolken abzuschätzen, würden nur auf Spekulationen beruhen und wären für diese Abhandlung nicht geeignet.

5.2. Auswirkung des jüngst gestiegenen Anteils von CO2

Es ist von gewissem Interesse, den Temperaturanstieg zu berechnen, der durch den Anstieg des atmosphärischen CO2-Gehalts von den 280 ppm zu Beginn der industriellen Revolution auf die gegenwärtig am Mona Loa Observatorium registrierten 420 ppm verursacht wurde. (K. W. Thoning et. al. 2019) [17]. Die HITRAN-Berechnungen zeigen, dass die Absorptionsfähigkeit der Atmosphäre durch den Anstieg um 140 ppm CO2 von 0,727 auf 0,730 gestiegen ist, was zu einem Temperaturanstieg von 0,24 Kelvin führt. Dies ist also das volle Ausmaß der bisherigen anthropogenen globalen Erwärmung.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

6. Conclusions

Um das Strahlungsgleichgewicht an der „Oberseite der Atmosphäre“ (TOA) bei einer durchschnittlichen Erdtemperatur von 288 Kelvin zu erreichen, sollten nur 61,5 % der von der Erde abgestrahlten Energie in den Weltraum gelangen, während 38,5 % von der Atmosphäre/Erde absorbiert und zurückgehalten werden müssen. Die Verwendung der HITRAN-Datenbank für Gasabsorptionsspektren zeigt, dass die derzeitige atmosphärische Absorption 73,0 % der gesamten Strahlungsemissionen beträgt, von denen 52,74 % von der Erde/Atmosphäre zurückgehalten werden müssen, um das derzeitige TOA-Gleichgewicht zu erreichen. Dies ist ein einfacher Ausdruck für das derzeitige Temperaturgleichgewicht auf der Erde.

Von den 38,5 %, die von der Strahlung absorbiert werden, entfallen 35,3 % auf H2O, 3,0 % auf CO2 und nur 0,2 % auf CH4 und N2O zusammen. Daraus folgt, dass die Erwärmung der Erde um 33 Kelvin von 255 Kelvin, die weithin als Nulltemperatur der Erdatmosphäre akzeptiert wird, auf die derzeitige Durchschnittstemperatur von 288 Kelvin ein Anstieg um 29,4 K ist, der auf H2O, 3,3 K auf CO2 und 0,3 K auf CH4 und N2O zusammen zurückzuführen ist. H2O ist das bei weitem dominierende Treibhausgas, und seine atmosphärische Konzentration wird ausschließlich von der atmosphärischen Temperatur bestimmt. Darüber hinaus ist die Stärke der H2O-Infrarot-Absorptionsbanden so beschaffen, dass die Strahlung innerhalb dieser Banden in der unteren Atmosphäre schnell absorbiert wird, was dazu führt, dass ein weiterer Anstieg der H2O-Konzentration kaum noch Auswirkungen auf die atmosphärische Absorption und damit auf die Erdtemperatur hat. Ein Anstieg der durchschnittlichen relativen Luftfeuchtigkeit um 1 % führt zu einem Temperaturanstieg von 0,03 Kelvin.

Im Vergleich dazu ist CO2 ein kleiner Spieler. Es besitzt jedoch starke spektrale Absorptionsbanden, die, wie H2O, den größten Teil der Strahlungsenergie innerhalb dieser Banden in der unteren Atmosphäre absorbieren. Es hat allerdings den großen Nachteil, dass sich die meisten seiner Absorptionsbanden mit denen von H2O überlagern, was seine Wirksamkeit stark verringert. Die Klimaempfindlichkeit bei einer Verdoppelung des CO2 von 400 ppm auf 800 ppm wird mit 0,45 Kelvin berechnet. Dieser Wert erhöht sich auf 0,50 Kelvin, wenn man die Rückkopplungseffekte mit einbezieht. Dieser Wert liegt deutlich unter den Angaben des IPCC von 1,5 bis 4,5 Kelvin.

Der Beitrag von CH4 und N2O ist verschwindend gering. Nicht nur, dass sie nur 0,3 Kelvin zu den derzeitigen Erdtemperaturen beigetragen haben, ihre Klimaempfindlichkeit gegenüber einer Verdoppelung ihrer derzeitigen atmosphärischen Konzentrationen beträgt 0,06 bzw. 0,08 Kelvin. Wie beim CO2 überlagern sich ihre Absorptionsspektren weitgehend mit den H2O-Spektren, was ihre Wirkung ebenfalls erheblich reduziert.

Es wird häufig behauptet, dass der positive Rückkopplungseffekt von H2O einen wesentlichen Beitrag zur globalen Erwärmung leistet. Wenn sich die Atmosphäre erwärmt, nimmt auch die H2O-Konzentration in der Atmosphäre zu, was zu einem weiteren Temperaturanstieg führt, was vermuten lässt, dass schließlich ein Kipppunkt erreicht werden könnte, an dem es zu einem Temperaturanstieg kommt. Die Berechnungen in diesem Papier zeigen, dass dies nicht der Fall ist. Es gibt zwar einen positiven Rückkopplungseffekt durch das Vorhandensein von H2O, dieser beschränkt sich jedoch auf einen Multiplikatoreffekt von 1,183 auf jeden Temperaturanstieg. Er erhöht beispielsweise die CO2-Klimasensitivität von 0,45 K auf 0,53 K.

Eine weitere Rückkopplung wird jedoch durch eine Verringerung des Absorptionsvermögens der Atmosphäre verursacht, da die spektrale Strahlungsdichte der von der Erde abgestrahlten Energie mit der Temperatur zunimmt, wobei sich die Emissionsspitzen leicht zu niedrigeren Strahlungswellenlängen hin verschieben. Dies führt zu einer negativen Rückkopplung mit einem Temperaturmultiplikator von 0,9894. Daraus ergibt sich ein Gesamtrückkopplungsmultiplikator von 1,124, der die effektive CO2-Klimasensitivität von 0,53 auf 0,50 Kelvin reduziert.

Rückkopplungseffekte spielen bei der Erwärmung der Erde eine untergeordnete Rolle. Einen Kipppunkt gibt es nicht und kann es auch nicht geben. Mit zunehmender Konzentration von Treibhausgasen wird die Temperaturempfindlichkeit gegenüber diesem Anstieg immer geringer. Die Erdatmosphäre ist ein nahezu perfektes Beispiel für ein stabiles System. Es ist auch möglich, die Auswirkungen des Anstiegs der CO2-Konzentrationen von den vorindustriellen Werten von 280 ppm auf die derzeitigen 420 ppm auf einen Anstieg der mittleren Erdtemperatur von nur 0,24 Kelvin zurückzuführen, eine Zahl, die mit der berechneten Klimasensitivität von 0,50 Kelvin völlig übereinstimmt.

Die Atmosphäre erweist sich, vor allem aufgrund der vorteilhaften Eigenschaften und Auswirkungen des H2O-Absorptionsspektrums, als ein äußerst stabiler Moderator der globalen Temperaturen. Es gibt keinen drohenden Klimanotstand, und CO2 ist nicht der Steuerparameter der globalen Temperaturen, diese Ehre kommt H2O zu. CO2 ist schlicht und einfach der Träger des Lebens auf diesem Planeten als Ergebnis des Wunders der Photosynthese.

[Hervorhebungen vom Übersetzer]

Link: https://chris-frey-welt.jimdo.com/dateien-links/co2-klima/

Hinweis zu diesem Link: Es sieht sehr so aus, als hätte man die Studie entfernt. Auch das Einsteuern des PDF als Datei geht nicht. Der hier angegebene Link verweist auf meine private Website, wo ich das Ganze vorher schon gepostet habe! C. F.

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Hinweis: Die hier vorgestellte Studie ist „peer reviewed“. Zum gleichen Endergebnis wie die drei Verfasser des obigen Beitrages sind bereits früher außer dem im Literaturverzeichnis genannten Prof. Hermann Harde unabhängig voneinander auch die Autoren Dipl. Ing. Peter Dietze sowie Dr. Siegfried Dittrich gekommen. Deren zwei Beiträge wurden in ein und dem selben Heft 2 der Zeitschrift Fusion, Erscheinungsjahr 2018 auf Seite 12-14 bzw. 6-11 einschließlich des kompletten zugehörigen Rechenweges abgedruckt.




Forschungen zu Treibhausgas-Sättigung könnten den „Klima-Notstand“ ein Ende bereiten

David Wojick

Der „Klimanotstand“ scheint gestorben zu sein, weit draußen an der wissenschaftlichen Grenze. Die Nachricht von diesem Tod muss jedoch noch den Mainstream erreichen.

Die Professoren William van Wijngaarden (Kanada) und William Happer (USA) haben einige äußerst wichtige Forschungsarbeiten über die Strahlungssättigung der wichtigsten Treibhausgase veröffentlicht. Ihr erster Bericht trägt den einfachen Titel „Relative Potency of Greenhouse Molecules“ [etwa: Relative Potenz von Treibhaus-Molekülen]. Er stützt sich auf einen wichtigen Durchbruch in der Strahlungsphysik.

Bis vor kurzem basierten die Schätzungen des Treibhauspotenzials auf Näherungsbändern der Wellenlängen der absorbierten Strahlung. Jetzt haben die Autoren eine zeilenweise Spektralanalyse durchgeführt und dabei über 300.000 einzelne Wellenlängen innerhalb dieser Bänder untersucht.

Es stellt sich heraus, dass die Sättigung viel früher eintritt als bisher angenommen. Insbesondere die primären Treibhausgase, CO2 und H2O, erweisen sich bei den derzeitigen atmosphärischen Konzentrationen als „extrem gesättigt“.

Diese Ergebnisse deuten stark darauf hin, dass die gefährliche Erwärmung um mehrere Grad, von der der Klimanotstand ausgeht, einfach nicht eintreten kann. Ist CO2 signifikant impotent? Dies sollte jetzt eine wichtige Forschungsfrage sein.

Die Studie ist hier zu finden. Die zweite Studie [PDF] mit dem Titel „Dependence of Earth’s Thermal Radiation on Five Most Abundant Greenhouse Gases“ [etwa: Abhängigkeit der Wärmestrahlung der Erde von den fünf am häufigsten vorkommenden Treibhausgasen] ist hier zu finden.

Das zweite Papier erweitert die Forschung auf Methan, Distickstoffoxid und Ozon. Alle drei haben wichtige Auswirkungen auf die Klimapolitik, einschließlich der Agrarpolitik. Insbesondere Methan ist zur Zielscheibe einer klimapolitischen Hexenjagd geworden. Professor Happer hat ein erhellendes Video zu diesem Thema. Siehe meine Einführung und dieses Video.

Ich habe erstmals vor einem Jahr über diese bahnbrechende Forschung geschrieben. Seitdem habe ich einige Nachforschungen über diese Forschung angestellt. In der wissenschaftlichen Literatur findet sich so gut wie nichts zum Thema Treibhaussättigung, und das muss sich ändern.

Nebenbei bemerkt: Es gibt eine riesige Literatur über „CO2-Sättigung“, aber es geht dabei um die Sättigung von porösem Gestein bei der Injektion in tiefe Bohrlöcher. Dies ist ein großes Problem bei der so genannten Kohlenstoff-Sequestrierung, bei der CO2 aus unseren Emissionen entfernt und unterirdisch gespeichert werden soll.

Es gibt auch einige Verwirrung. Wie weiter unten erläutert, ist die Sättigung kein absoluter Wert, sondern sie wird in Grad angegeben. Es gibt keine vollständige Sättigung. Wenn ein Wissenschaftler also sagt, CO2 sei gesättigt, dann meint er damit eine hohe Sättigung, nicht eine vollständige Sättigung. Das ist wichtig, denn ich habe mehrere Artikel gefunden, in denen der Autor behauptet, Skeptiker würden behaupten, CO2 sei gesättigt, und dann darauf hinweist, dass es nicht vollständig gesättigt ist. Dies ist nur ein Strohmann-Argument, denn Skeptiker, die die Wissenschaft kennen, behaupten niemals eine vollständige Sättigung.

CO2-Sättigung erklärt: Die Oberfläche sendet eine begrenzte Anzahl von Photonen (oder Strahlungseinheiten) der Art aus, die das atmosphärische CO2 absorbiert. Die Moleküle konkurrieren in der Tat um die verfügbaren Photonen. Wenn also die Anzahl der CO2-Moleküle zunimmt, nimmt die Absorption pro Molekül ab. Immer mehr Moleküle versuchen, die gleiche Anzahl von Strahlungsphotonen zu absorbieren.

Die Erwärmung des Treibhauses beruht auf der Absorption und nicht auf der Anzahl der Moleküle. Daher steigt die wärmende Wirkung des CO2 nicht annähernd so schnell wie die Anzahl der Moleküle. Dieser abnehmende Effekt wird als „Sättigung“ bezeichnet.

Die Erwärmung nimmt zunächst rasch ab, wenn die Anzahl der Moleküle zunimmt. Das bedeutet, dass der größte Teil der Erwärmung eintritt, wenn die Anzahl der Moleküle relativ gering ist, d. h. viel geringer als heute. Danach ändert sich die Erwärmung nur noch wenig, wenn immer mehr Moleküle hinzukommen. An diesem Punkt befinden wir uns heute, mit etwas mehr als 400 ppm CO2-Molekülen. Das CO2 ist extrem gesättigt. Selbst eine Verdoppelung der Anzahl der Moleküle auf über 800 ppm hätte eine relativ geringe Erwärmung zur Folge.

Dass H2O ebenfalls extrem gesättigt ist, ist sehr wichtig. Ein großer Teil der verstärkten Erwärmung, die in den Notfall-Computer-Vorhersagen enthalten ist, beruht auf einer starken positiven Rückkopplung des Wasserdampfs mit der relativ bescheidenen CO2-bedingten Erwärmung. Da aber der Wasserdampf bereits extrem gesättigt ist, kann diese starke Rückkopplung nicht eintreten, selbst wenn die Anzahl der Wasserdampfmoleküle stark zunimmt.

Generell basieren alle beängstigenden Erwärmungsprognosen des IPCC auf der Annahme, dass diese fünf Gase für eine starke Erwärmung sorgen werden. Keines der Klimamodelle berücksichtigt den von den Professoren van Wijngaarden und Happer gefundenen hohen Sättigungsgrad. Und nach Angaben dieser Forscher werden ihre bahnbrechenden Ergebnisse durch Satellitenmessungen der Strahlung bestätigt.

Kurz gesagt, es sieht so aus, als ob die IPCC-Klimamodelle einfach veraltet sind. Die Modelle müssen neu erstellt werden, um diese Sättigung zu berücksichtigen. Und natürlich muss noch viel mehr Forschung über die Sättigung der Treibhausgase selbst betrieben werden.

Aber in der Zwischenzeit sieht es so aus, als ob der so genannte Klimanotstand tot ist. Er wurde durch einen großen Durchbruch in der Strahlungsphysik zunichte gemacht. Der Treibhauseffekt funktioniert nicht so, wie die gruseligen Computermodelle angenommen haben, sondern wird von der Sättigung dominiert.

So sollte Wissenschaft eigentlich funktionieren: Hypothesen sterben, wenn die Wissenschaft Fortschritte macht.

Autor: David Wojick, Ph.D. is an independent analyst working at the intersection of science, technology and policy. For origins see http://www.stemed.info/engineer_tackles_confusion.html. For over 100 prior articles for CFACT see http://www.cfact.org/author/david-wojick-ph-d/. Available for confidential research and consulting.

Link: https://www.cfact.org/2021/08/30/greenhouse-saturation-research-kills-the-climate-emergency/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Mehr zum europäischen Rechtsstreit über den Klimawandel: Diese Leute sind verrückt

Francis Menton, The MANHATTAN CONTRARIAN

Wenn man sich die Rechtsstreitigkeiten zum Thema „Klimawandel“ in den USA ansieht, kann man leicht zu dem Schluss kommen, dass ein guter Prozentsatz unserer mit diesen Dingen befassten Umweltbürokraten und Richter verrückt sind. So haben viele Gerichte im ganzen Land (meist staatliche Gerichte) Klagen auf Schadenersatz gegen Ölfirmen wegen der Treibhausgas-Emissionen ihrer Produkte zumindest über das Vorverfahren hinaus zugelassen. Und die EPA hat zu Beginn der Obama-Regierung (2009) die so genannte „Gefährdungsfeststellung“ (Endangerment Finding) erlassen, in der CO2 und andere Treibhausgase zu einer „Gefahr für die öffentliche Gesundheit und das Wohlergehen“ erklärt werden – eine lächerliche Feststellung, die die Trump-Regierung dennoch nicht rückgängig zu machen versucht hat und die der Regierung bei der Anfechtung verrückter klimabezogener Fälle im Wesentlichen die Hände bindet. Nicht dass man sich darauf verlassen könnte, dass die Biden-Administration diese Fälle überhaupt anfechten würde, egal wie absurd sie sind.

Aber schauen wir uns Europa an. Ich erhebe keinen Anspruch auf besondere Sachkenntnis des dortigen Rechts, insbesondere des Umweltrechts, oder des dortigen Gerichtssystems. Aber nach dem, was ich über „Klimaprozesse“ dort herausgefunden habe, gibt es viele Richter, die sich anscheinend nicht an die aufsichtsrechtlichen Regeln einer „Nichtjustiziabilität“ oder etwas Vergleichbarem gebunden fühlen. Viele Richter, darunter auch viele auf höchster Ebene des Gerichtssystems, haben sich von der Religion des anthropogenen Klimawandels überzeugen lassen und warten nur darauf, ihre Befugnisse zur „Rettung des Planeten“ ausüben zu können.

Im Beitrag vom Sonntag ging es um einen Fall aus den Niederlanden (Urgente), in dem eine Umweltgruppe die Gerichte ersuchte, die Regierung anzuweisen, die Treibhausgasemissionen deutlich unter den von der bestehenden Regierungspolitik vorgegebenen Zielwert zu senken. Die Begründungen reichten von Artikel 21 der niederländischen Verfassung („Es ist Aufgabe der Behörden, das Land bewohnbar zu halten und die Umwelt zu schützen und zu verbessern“) über „Grundsätze der Europäischen Menschenrechtskonvention“ bis hin zum „Fairness-Prinzip“ (ist das dort eine Rechtsgrundlage?) und zum „Vorsorgeprinzip“ (dasselbe) sowie einige weitere ähnlich allgemein gehaltene Begründungen. Soweit ich feststellen kann, durchlief dieser Fall drei Instanzen des niederländischen Gerichtssystems – das Prozessgericht, das Berufungsgericht und den Obersten Gerichtshof – ohne dass auch nur ein einziger Richter eine abweichende Meinung äußerte oder auch nur in Frage stellte, ob es eine gute Idee sei, dass die Gerichte die Regierung dazu zwingen, die Bevölkerung zu zwingen, ihre Treibhausgasemissionen innerhalb eines Jahres um etwa 25 % zu reduzieren. Ich kann nicht herausfinden, wie viele einzelne Richter sich auf den drei Ebenen dazu geäußert haben, aber vielleicht kann uns jemand, der mit den Gerichten in den Niederlanden besser vertraut ist, darüber informieren.

Und wenn ich mich heute umschaue, stelle ich fest, dass die niederländischen Gerichte nicht die einzigen in Europa sind, die derartige Anordnungen erlassen haben. Diese Art von Rechtsstreitigkeiten gibt es überall, und die Gerichte in mehreren Ländern haben nur zu gerne pauschale Anordnungen erlassen, um die Menschen auf Linie zu bringen. Hier ein paar Beispiele:

Deutschland: ClimateCaseChart.com (CCC) listet sieben dieser umweltpolitischen Fälle in Deutschland auf. Eines davon ist Neubauer et al. gegen Deutschland, das im Februar 2020 von einer weiteren Gruppe von „jugendlichen“ Klägern vor das Bundesverfassungsgericht gebracht wurde. Die Kläger forderten das Gericht auf, das deutsche Bundesklimaschutzgesetz (KSG) für ungültig zu erklären, weil es die „Menschenrechte“ der Kläger verletze, da es keine ausreichend strengen Anforderungen an die Reduzierung von Treibhausgasemissionen stelle. Welche „Menschenrechte“ wurden angeblich verletzt? Aus der Zusammenfassung bei CCC: „Die[] Ansprüche ergaben sich hauptsächlich aus dem Grundsatz der Menschenwürde, der angeblich in Artikel 1 des Grundgesetzes verankert ist, aus Artikel 2 des Grundgesetzes, der das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit schützt, und aus Artikel 20a des Grundgesetzes, der die natürlichen Lebensgrundlagen in Verantwortung für die künftigen Generationen schützt.“ Und auf dieser Grundlage können die Gerichte die grundlegende Funktion des Gesetzgebers an sich reißen? Ja! „Das Bundesverfassungsgericht hat am 29. April 2021 Teile des KSG als unvereinbar mit den Grundrechten gekippt, weil es keine ausreichenden Regelungen zur Emissionsminderung über das Jahr 2030 hinaus enthält. Das … Gericht stellte fest, dass es sich bei Artikel 20a „um eine justiziable Rechtsnorm handelt, die den politischen Prozess zugunsten ökologischer Belange auch mit Blick auf die besonders betroffenen künftigen Generationen binden soll.

Belgien: Der Fall VZW Klimaatzaak gegen das Königreich Belgien, der 2014 von rund 58 000 belgischen Bürgern vor dem Gericht erster Instanz in Brüssel angestrengt wurde, ähnelt stark dem Fall Urgente in den Niederlanden, ist aber langsamer verlaufen. Erst im Laufe der Jahre 2019 und 2020 haben die Parteien ihre Ansprüche und Verteidigungsmittel (im Sinne einer Verhandlung) schriftlich dargelegt. Das Gericht hat vom 16. bis 26. März 2021 mündlich verhandelt. Laut der Zusammenfassung bei CCC „beantragten die Kläger eine einstweilige Verfügung, die die Regierung anweist, die Emissionen bis 2025 um 42 bis 48 % und bis 2030 um mindestens 55 bis 65 % zu reduzieren“. Das Gericht veröffentlichte sein erstes Urteil am 17. Juni 2021. Es „stellte fest, dass die belgische Regierung ihre Sorgfaltspflicht verletzt hat, indem sie es versäumt hat, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die schädlichen Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern“. Das Gericht „lehnte es jedoch aus Gründen der Gewaltenteilung ab, spezifische Reduktionsziele festzulegen“. Das ist zumindest etwas. Es ist damit zu rechnen, dass die Kläger in Berufung gehen und versuchen werden, bei den Berufungsgerichten weitere Unterlassungsansprüche durchzusetzen.

Irland: Das irische Pendant zu den niederländischen, deutschen und belgischen Fällen heißt Friends of the Irish Environment (FIE) v. Ireland. Der Fall wurde 2017 von einer Umweltgruppe vor dem High Court of Ireland verhandelt und enthielt die übliche Reihe von Menschenrechtsverletzungen gemäß der nationalen Verfassung (hier Irlands) sowie der Europäischen Menschenrechtskonvention; in diesem Fall wurde jedoch auch ein Verstoß gegen das irische Gesetz „Climate Action and Low Carbon Development Act of 2015“ geltend gemacht (das im Wesentlichen das Ermächtigungsgesetz für das Pariser Klimaabkommen aus jenem Jahr war). In diesem Fall gab der High Court 2019 der Regierung in vollem Umfang Recht. Die klagende FIE legte jedoch Berufung ein, und der Oberste Gerichtshof Irlands ließ eine direkte Berufung zu (und übersprang damit den üblichen Weg über ein Berufungsgericht). Der Oberste Gerichtshof hat sich lobenswerterweise ausführlich mit Fragen der Gewaltenteilung und der Justiziabilität befasst. Er fand dann jedoch eine Grundlage im Gesetz, um gegen die Regierung zu entscheiden, da er feststellte, dass die Pläne der Regierung zur Einhaltung des Gesetzes nicht hinreichend konkret waren, was die Erreichung der CO2-Emissionsziele bis 2050 betrifft. In Bezug auf die in der irischen Verfassung verankerten Rechte stellte das Gericht fest, dass die FIE (als Unternehmen und nicht als Mensch) nicht in der Lage ist, diese geltend zu machen, erklärte jedoch, dass es „nicht ausschließt, dass in einem geeigneten Fall verfassungsmäßige Rechte und Pflichten im Umweltbereich geltend gemacht werden können“.

In anderen Gerichtsbarkeiten wurden Fälle eingereicht, die aber noch zu jung sind, um zu bedeutenden Gerichtsentscheidungen zu führen. So wurde beispielsweise im Vereinigten Königreich erst am 1. Mai 2021 ein Verfahren mit der Bezeichnung Plan B Earth gegen den Premierminister eingeleitet, das von einer Umweltgruppe und mehreren Jugendlichen angestrengt wurde und in dem es um die üblichen Verstöße gegen die „Menschenrechte“ geht. Eine Entscheidung steht noch aus.

Haben die Kläger tatsächlich einen dieser Fälle in Europa verloren? Ich habe einen in der Schweiz gefunden: Union der Schweizer Seniorinnen für das Klima gegen den Schweizer Bundesrat. Der Fall wurde 2016 angestrengt und behauptet, dass das Versäumnis, die Treibhausgasemissionen schnell genug zu reduzieren, die übliche Sammlung allgemeiner Verfassungs- und Menschen-„Rechte“ wie das Recht auf Leben und das „Nachhaltigkeitsprinzip“ verletze. Der Fall durchlief eine Reihe von Schweizer Instanzen, darunter das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation und das Bundesverwaltungsgericht (die alle die Angelegenheit abwiesen), bevor er im Mai 2020 vor das Schweizer Bundesgericht gelangte. Das Bundesgericht bestätigte die Abweisung und kam zu dem Schluss, „dass die geltend gemachten Rechte der Kläger nicht mit ausreichender Intensität beeinträchtigt wurden und dass die von ihnen angestrebte Abhilfe eher auf politischem als auf juristischem Wege erreicht werden muss.“ Endlich gibt es Richter, die ihre Rolle in einem politischen System richtig einschätzen! Es wird Sie nicht überraschen zu erfahren, dass die Kläger im November 2020 einen Antrag auf Überprüfung der Angelegenheit durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gestellt haben. Dieser Gerichtshof hat den Fall nun als „vorrangig“ eingestuft und die Schweizer Regierung angewiesen, bis zum 16. Juli 2021 eine Antwort vorzulegen. Ich finde das Dokument noch nicht auf der CCC-Website.

Das bringt uns zurück zum Fall Duarte, der bereits in einem Beitrag vom Sonntag besprochen wurde und von einer Gruppe portugiesischer Jugendlicher vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte angestrengt wurde. Welchen Weg wird der EGMR in dieser Frage einschlagen? Daran scheint es keinen großen Zweifel zu geben. Im Mai 2021 haben Lucas Bergkamp und Katinka Brouwer (von CLINTEL) einen Bericht zu diesem Thema für die so genannte ECR-Gruppe des Europäischen Parlaments verfasst. Der Bericht trägt den Titel „Climate Politics Disguised as Human Rights at „The European Climate Change Court„. Obwohl der Fall neu ist und noch keine Entscheidung in der Sache getroffen wurde, benennen Bergkamp und Brouwer eine Reihe von aufschlussreichen Punkten:

● Normalerweise ist das Durchlaufen des nationalen Gerichtsverfahrens in einem Land eine Voraussetzung für die Einreichung einer Klage beim EGMR. Im Fall Duarte wurde dieser Schritt jedoch vollständig übersprungen, und dann „wurde ihm sogar mit der Einstufung als ‚dringliche Angelegenheit‘ sogar noch eine besondere Vorzugsbehandlung zuteil.“

● Der EGMR fügte von sich aus den von den Duarte-Klägern geltend gemachten Ansprüchen einen Anspruch hinzu: „Der EGMR hat die von den minderjährigen Beschwerdeführern erhobene Beschwerde von sich aus um den Tatbestand der ‚Folter‘ erweitert. Nach Ansicht des Gerichtshofs kann die Verfolgung einer ‚unangemessenen Klimapolitik‘ offenbar mit Folter oder unmenschlicher Behandlung gleichgesetzt werden.“

● „Der EGMR hat einen ausführlich begründeten Interventionsantrag betroffener Europaabgeordneter abgelehnt, ohne diese Entscheidung zu begründen. Das gleiche Schicksal ereilte eine Gruppe mit verfassungsrechtlicher Expertise sowie eine Organisation, die der Klimapolitik und ihrer wissenschaftlichen Grundlage kritisch gegenübersteht. Allerdings wurden Interventionen von Organisationen zugelassen, die eindeutig mit den Beschwerdeführern in diesem Fall sympathisieren…“

● Und das Beste sind die außergerichtlichen Äußerungen der mit dem Fall befassten „Richter“, darunter Aussagen über das „unbestreitbare Vorhandensein eines Klimanotstands“, der dringende Maßnahmen erfordere, und die Wünschbarkeit, den EGMR zu einem „Europäischen Gerichtshof für Klimawandel“ zu machen.

Zum letzten Punkt finden Sie hier eine Rede eines gewissen Robert Spano vom 5. Oktober 2020. Spano – der ausgerechnet aus Island stammt – und der Präsident des EGMR ist. Der Titel der Rede lautet [übersetzt]: „Sollte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte zum europäischen Gerichtshof für Umwelt und Klimawandel werden?“ Ich gebe Ihnen nur diesen kurzen Auszug aus der Schlussfolgerung:

Niemand kann legitimerweise in Frage stellen, dass wir vor einer katastrophalen Notlage stehen, die ein gemeinsames Handeln der gesamten Menschheit erfordert. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wird seinerseits seine Rolle im Rahmen seiner Zuständigkeiten als Gericht spielen, immer in dem Bewusstsein, dass die Garantien der Konvention wirksam und real sein müssen und nicht illusorisch.

Ich denke, wir können alle sehen, worauf das hinausläuft.

Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://wattsupwiththat.com/2021/09/02/more-on-european-climate-change-litigation-these-people-are-crazy/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

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Kommentar des Übersetzers zu diesem Beitrag: Langsam wird es wirklich beklemmend. Gleichschaltung von Gerichten nebst deren Unterwerfung unter eine rein politische Agenda: gab es das nicht hier bei uns schon mal? Vor rund 80 Jahren? Die Folgen sind bekannt.

Jetzt scheint genau das Gleiche zu passieren – aus der Historie nicht gelernt! Es gibt allerdings einen Unterschied zu damals: Vor 80 Jahren gab es noch ein „Korrektiv“ dieser furchtbaren Entwicklung bei unseren (westlichen) Nachbarn – mit noch furchtbareren Folgen. Wo aber ist heute ein solches Korrektiv? In Russland und China vielleicht?