Seit der Klimawandel alle Probleme dieser Welt erklärt, kann jedes Kind „Minister“. Teil 2(2)

Helmut Kuntz

Im ersten Teil ging es zuerst über das immer sonderbarer werdende Wissenschaftsverständnis unserer angeblichen Eliten, wobei man diesen ein Verständnis dafür, was Wissenschaft im klassischen Sinn sein soll, inzwischen absprechen kann.
Im Weiteren dann wiederholende Information über die wirklichen Ergebnisse der Ahrtalstudie und zum Schluss der Besuch unser Außenministerin auf Palau, ergänzt mit einer offiziellen Falschdarstellung zur dortigen Pegelsituation und –Projektion.
In diesem zweiten Teil wir das Kapitel Palau abgeschlossen, bevor es klimatechnisch weiter nach Afrika geht.

Taifune (Typhoons)

Applied Geoscience and Technologiy Division (SOPAC) at al.,September 2011: Public Disclosure AuthorizedPacific catastroPhe risk assessment and financing initiativeTropical cyclone and earthQuake hazards in Palau:
(deepl-übersetzt) … Die Region der Pazifischen Inseln ist anfällig für Naturgefahren. Palau liegt nördlich des Äquators in einem Gebiet, das für das häufige Auftreten von tropischen Wirbelstürmen mit schädlichen Winden, Regenfällen und Sturmfluten das ganze Jahr über bekannt ist. In der nordpazifischen Region von Taiwan bis zum Äquator in der Breite und von Indonesien bis östlich von Hawaii in der Länge sind in den letzten 60 Jahren mehr als 1.400 tropische Wirbelstürme mit Orkanstärke aufgetreten, mit einem Durchschnitt von etwa 25 tropischen Stürmen pro Jahr. Palau wurde in den letzten Jahrzehnten mehrfach von verheerenden Wirbelstürmen heimgesucht. 1976 zerstörte der Taifun Marie beispielsweise die Ernten und beschädigte Gebäude und öffentliche Einrichtungen, was zu Schäden in Höhe von mehr als 4 Millionen US-Dollar führte und Palau zum Katastrophengebiet machte.

Stellt sich also wieder die Frage: Wie verhalten sich diese mit dem Klimawandel?
Einfach ist die Frage zu beantworten, wie sie sich schon früher verhalten hatten. Dazu aus einer Publikation:
Typhoons in Micronesia A History of Tropical Cyclones and their Effects until 1914 by Dirk H.R. Spennemann 2004
(deepl-übersetzt) … Der früheste Taifun, der für Palau historisch aufgezeichnet wurde, traf Tobi (3º01’N 131º10’E) im März 1833, der die Nahrungsaufnahmekapazität drastisch reduzierte und zu Erosion der Küstenlinie. Angesichts der weit südlichen Lage von Tobi ist es auch möglich, dass es sich bei diesem Ereignis eher um einen intensiven Westwindsturm als um einen Taifun handelte. Das Ereignis, das von zwei als Geiseln gehaltenen Europäern beobachtet wurde, zerstörte die meisten Kokospalmen Palmen und vermutlich auch die Brotfruchtbäume. Eine begleitende Sturmflut über die Insel und überflutete nicht nur die Tarogruben, sondern füllte auch viele Gruben mit Sand.. Die historischen Berichte dokumentieren die daraus resultierende Not.
Merir wurde im November 1904 von einem Taifun verwüstet, der als ein El Niño/Southern Oscillation-Ereignis einsetzte. Die Insel wurde vollständig überflutet und der untere zentrale Teil war mit Meerwasser gefüllt. Sogar zwei Jahre nach dem Ereignis war das Gebiet immer noch salzhaltig. Während der Taifun die unteren der Insel überflutete, blieb die höher gelegene Siedlung mit 200 Einwohnern verschont geblieben

The 1912 Typhoon
… Der nördliche Teil von Babeldoab wurde völlig zerstört, wobei alle Pflanzungen und Häuser in Melegeok, Ngabadek, Areklon, Eimelik, Armolongi und Ngardmau schwer beschädigt wurden. Von allen Dörfern auf Babeldoab blieb nur Airai völlig verschont. Die Taro-Felder der Dörfer Aulun (Ngabadek) und Ngardmau, beide auf der Nordwestseite der Insel, wurden mit Salzwasser überflutet. Die Taifunflut erreichte angeblich eine Höhe von fast einem Meter. Berichte von der Nordspitze der Insel berichten von dem plötzlichen Einsetzen des Taifuns und der Stärke des Windes, der den Menschen buchstäblich die Häuser und Dächer vom Kopf hob. Angeblich mussten sich die Menschen am Boden festkrallen, um nicht weggeweht zu werden. Die Missionsgebäude in Malegeok und Eimelik wurden völlig zerstört.
… Der Taifun zerstörte die Missionsgebäude sowie alle palauischen Häuser, einschließlich der großen Versammlungshäuser (bai), vollständig. Eisenplatten, die drei mal zehn Fuß groß waren, wurden um Baumstämme gewickelt. Andere wurden von abgebrochenen Ästen aufgespießt und hingen in den Bäumen, während andere bis zu 1000 Fuß weit geweht wurden. Die Windschäden an der Nordspitze von Babeldoab waren noch viel schlimmer.
… Kaiangel, die nördlichste Insel von Palau, wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen, wobei alle Häuser zerstört wurden. Nur zwei Nebengebäude, beides Bootshäuser, blieben verschont. Ein Viertel der Insel wurde von den Wellen weggespült. Die Auswirkungen wären noch schlimmer gewesen, wenn die Wucht der Wellen nicht durch vorgelagerte Inselchen gebrochen worden wäre. Der Taifun schuf einen Strandwall aus Sedimenten, entwurzelten Bäumen und anderer Vegetation sowie aus Trümmern menschlicher Behausungen, wie z. B. zerstörten Häusern.

Und so geht das beständig weiter:
Two particularly severe events struck Palau during the Japanese civil administration period. In May 1927 a typhoon striking Koror and especially Peleliu (7º00’N 134º15’E), damaged 80% of all households … A year later, on 28 May 1928, a typhoon struck accompanied by a massive storm surge, leveling most buildings in the Koror administrative area …

Schon damals war nach einem heftigen Taifun bereits alles zerstört. Wäre Frau Baerbock also vor 100 Jahren (oder irgendwann) nach Palau gekommen, hätten die Bewohner ihr viel Schlimmeres als aktuell berichten können. Aber nicht als Erzählung, sondern als geschehene Wirklichkeit.

Und wie verhalten sich diese Taifune mit dem Klimawandel?
Im IPCC AR6 Sachstandsbericht steht dazu: Die Erkennung von Trends bei tropischen Wirbelstürmen (TC) bleibt schwierig, genau wie beim AR5. Es könnte Trends geben, aber wir können sie nicht nachweisen
Gemeint ist dabei, dass man die vom IPCC „gewünschten“ Trends nicht nachweisen kann. Denn Trends gibt es sehr wohl, sie nehmen mit dem Klimawandel stetig ab:

Anzahl tropischer Wirbelstürme (tropical Cyclons, TC) im Seegebiet von Palau:

Bild 15 (Teilbild) [15] Fig. 1 Anthropogenic greenhouse warming-induced changes in global and hemispheric annual TC numbers as inferred from the 20CR dataset and changes in the mean annual TC numbers between the pre-industrial control and historical periods as derived from climate model experiments.

Das zeigt sich auch in der folgenden Grafik:

Bild 16 [16] Figure 1. The number of severe and non-severe tropical cyclones since 1970/71 which have occurred in the Australian region

Im folgenden Bild ist die WIKIPEDIA-Listung des minimalen Kern-Luftruckes historischer Zyklone, welche die jeweilige Taifunstärke kennzeichnen, grafisch umgesetzt. Man sieht deutlich, wie die Stärken abnehmen. Dass vor 1950 so wenige gelistet sind, liegt nicht daran, dass vor dieser Zeit weniger schwere Taifune gewesen wären, sondern dass zu diesen die Kerndrücke nicht bekannt sind.

Bild 17 Western North Pacific Ocean 1927 – 2012, minimaler Luftdruck von Taifunen. Grafik vom Autor erstellt. Quelle: WIKIPEDIA: List of the most intense tropical cyclones

Es lässt sich damit folgern: Was die Einwohner von Palau unserer Annalena erzählt haben, mag teilweise stimmen, nur hat es mit dem Klimawandel nichts zu tun. Trotzdem wird auch Palau sein erbetenes Klimageld bekommen, schließlich wurde Annalena bestimmt gut verköstigt und unterhalten.
Auf die Idee, wegen der durch den Klimawandel dort erkennbar eingetretenen Verbesserungen (wie im Ahrtal ja auch) eher mehr CO2 zu emittieren, wird Annalena mit Sicherheit nicht kommen.

Annalena in Nigeria

Die Welt ist groß und bleibt ungerecht. Damit auch die Anzahl an Ländern, welche Probleme haben und unser Geld geschenkt gut gebrauchen können. Wie gut, dass wir eine Außenministerin haben, welche dies erkannte und sich die Lösung auf die Fahne schrieb. Wenn sich dabei auch noch originäre Aufgaben des Wirtschaftsministers mit erledigen lassen, umso effektiver:
[20] dpa, 20.12.2022: Baerbock: Deutschland und Nigeria zusammen gegen Klimawandel
Deutschland und Nigeria wollen ihre Zusammenarbeit gegen den Klima- und für den Energiewandel weiter verstärken. Beide Länder wollten bei der Bewältigung der «größten gemeinsamen globalen Herausforderung, der größten Sicherheitsgefahr für uns alle auf dieser Welt, der Klimakrise» zusammenarbeiten, sagte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) nach einem Treffen mit ihrem nigerianischen Kollegen Geoffrey Onyeama in der Hauptstadt Abuja. Die Klimakrise müsse mit aller Kraft eingedämmt werden. Afrika und gerade Nigeria hätten ein großes Potenzial für erneuerbare Energien und grünen Wasserstoff.

Dank Frau Baerbocks überragendem Wissen und Erfahrung zum Klima, Klimafolgen, Terrorismus und Religion konnte sie wie beim Besuch von Palao, auch in Nigeria vor Ort spontan alle Probleme analysieren und sofort erklären:
[20] Baerbock: Klimawandel ist «Treiber des Terrorismus»
Dass die Klimakrise zur Sicherheitskrise beitrage, habe sie an diesem Montag beim Besuch in der Hochburg der islamistischen Terrormiliz Boko Haram eindrücklich erlebt, sagte Baerbock. «Dort und in weiten Teilen der Region ist der Klimawandel ein Treiber des Terrorismus und er facht bestehende Ressourcenkonflikte weiter an», etwa zwischen Bauern und Hirten. «Wir wissen, dass das Krebsgeschwür des Terrorismus eine Gesellschaft und ganze Regionen destabilisieren kann», sagte die Ministerin …
Nigeria habe in diesem Jahr erneut die Folgen der Klimakrise zu spüren bekommen, sagte Baerbock. Während sich im Norden des Landes Dürre und Trockenheit ausgebreitet hätten und die Wüste Acker und Weideland auffresse, hätten Überschwemmungen in anderen Landesteilen Hunderte von Menschenleben gekostet und über eine Million Menschen vertrieben.

Dürren und Flut in Nigeria

Deutschland ist (nicht nur) in Nigeria schon lange als ein Land bekannt, welches sich fremden Sorgen und Nöten gerne annimmt, wenn als Ursache der Klimawandel (und Asylwunsch) genannt werden kann. Schuld ist daran nicht unsere Annalena alleine, begonnen hat es schon viel früher und von anderen Parteien:
[23] EIKE 24.12.2018: Entwicklungshilfeminister Müller sorgt dafür, dass Deutschland für fabulierten Klimawandel in Afrika (noch mehr) Reparationen bezahlt

Auch in Nigeria weiß man, dass sich die Vertreter Deutschlands mit Erzählungen zufrieden geben und vor Ort keine Fragen nach Fakten stellen, sofern die Erzählungen ideal zur vorgefassten Agenda passen. Schließlich haben die spendierfreudigen Deutschen viel genauere Fakten durch Simulationen auf ihren Computern:
[22] EIKE, 11.07.2017: Der dürregebeutelte Sahel wird grün – ein schlimmes Anzeichen des Klimawandels
[21] EIKE, 27.05.2022: Wieder schlägt der Klimawandel unbarmherzig zu: Nun versinkt auch Lagos (Nigeria) im Atlantik

Warum (nicht nur) Nigeria – und einige der umliegenden, vor allem der sehr armen Staaten – große Probleme haben, erhellt der extreme Bevölkerungszuwachs:

Bild 18 Nigeria, Bevölkerungsanstieg seit 1965 von unter 50 auf über 200 Mio. Einwohner

Bild 19 Bevölkerungswachstum Somalia

Auch der Viehbestand nimmt explosionsartig zu: Von 1950 mit 6 Mio. auf 66 Mio. Stück.

Wer nicht so bedingungslos und extrem dem Klimawandel-Narrativ anhängt, wie Annalena, käme auf die Idee, dass sich schon damit ein wesentlicher Teil von ist der Klimawandel ein Treiber des Terrorismus und er facht bestehende Ressourcenkonflikte weiter an», etwa zwischen Bauern und Hirten.“ viel einfacher und wohl auch zuverlässiger erklären lassen. Hinzu kommt noch eine ebenso typische Eigenschaft solcher besonders vom Klimawandel gebeutelter Länder:
[25] Nigeria is the 154 least corrupt nation out of 180 countries, according to the 2021 Corruption Perceptions Index, reported by Transparency International.

Und so ist es viel informativer, anstelle von Annalenas salbungsvoller, wissensferner Rede das nachzulesen, was Nigeria selbst über sich schreibt:
FEDERAL REPUBLIC OF NIGERIA Federal Ministry of Environment National Drought Plan November, 2018
Die Ursachen der meisten Dürren in Nigeria lassen sich auf den Klimawandel und die sich verändernden Wettermuster zurückführen, die sich in einem übermäßigen Wärmestau auf der Erdoberfläche, meteorologischen Veränderungen, die zu einem Rückgang der Niederschläge führen, und einer geringeren Bewölkung äußern.
Die daraus resultierenden Auswirkungen der Dürre werden durch menschliche Aktivitäten wie Abholzung, Abbrennen von Sträuchern, Überweidung und schlechte Anbaumethoden, die das Wasserrückhaltevermögen des Bodens verringern, sowie unsachgemäße Bodenerhaltungstechniken, die zu Bodendegradation führen, noch verschärft. Zwischen 1950 und 2006 ist der nigerianische Viehbestand von 6 Millionen auf 66 Millionen angewachsen, was einem Anstieg um das 11-fache entspricht.
Der Futterbedarf des Viehs überstieg die Tragfähigkeit der Grasflächen. Berichten zufolge werden durch Überweidung und Überkultivierung jährlich etwa 351.000 Hektar Land geschädigt. Das Ausmaß der Bodendegradation ist besonders akut, wenn solche landwirtschaftlichen Praktiken auf Grenzertragsflächen wie halbtrockenes degradiertes Land, Hügel- und Berggebiete und Feuchtgebiete ausgedehnt werden.
Wachsende Menschen- und Tierbestände, Armut und Unwissenheit sowie eine ungeplante Entwicklung haben tief greifende Auswirkungen auf die Land- und Wasserressourcen der Region und führen zu einer schwerwiegenden Umweltzerstörung. Das Ausmaß der durch unsachgemäße Landnutzung verursachten Verschlechterung ist nicht genau gemessen worden, aber es gibt zahlreiche Hinweise darauf, wie z. B. hohe Erosionsraten, niedrige und sinkende Ernteerträge, eine geringere Tragfähigkeit der Viehbestände, die Verschlammung von Flüssen, Dämmen und Bewässerungssystemen und die Abholzung von Wäldern mit dem daraus resultierenden Verlust an biologischer Vielfalt und Waldprodukten. Zu den häufigsten Formen der Bodendegradation in Nigeria gehören Bodenerosion, schlechte Entwässerung, Wüstenbildung, Überweidung, Überkultivierung und Entwaldung.

Die Ursachen der meisten Dürren in Nigeria lassen sich auf den Klimawandel und die sich verändernden Wettermuster zurückführen

Steht im „National Drought Plan“ von Nigeria. Das lässt sich weiter präzisieren.

Die Sahelregion – daran grenzt der nördliche Teil von Nigeria – wird seit dem Ende der letzten Eiszeit trockener, wie es rekonstruierte Pegelverläufe des Tschad-Sees zeigen:

Bild 20 [28] Fig. 2 The lake-level history of Lake Mega-Chad. Verlaufsrekonstruktion des Pegels Tschad-See seit 16tausend Jahren

Diese Phase verläuft mit reduzierter Geschwindigkeit weiter:

Bild 21 [27] Verlaufsrekonstruktion des Pegels Tschad-See seit 900

Niederschlagsmangel ist dort deshalb seit einigen Hundert Jahren oft der Fall, wie es Aufzeichnungen historischer Trockenzeiten belegen:
[25] … Many historical droughts have occurred in Nigeria but the impacts have been more severe in the Northern region (Figure 8). There are indications that the Sahelian zone of Nigeria was affected by droughts and famine at about 1681-1687 and 1738-1756. Similarly, over a 12-year period, between 1828 and 1839, severe droughts were also experienced around Kano and Maiduguri cities. The droughts of the 1840s were called Darara (Hausa), while those that occurred in the 1850s were referred to as Bamga-Bamga.
In jüngerer Zeit: … Droughts have occurred in Nigeria during the periods 1914, 1924, 1935, 1943, 1951-1954, 1972-1973 and 1991-1995.

Bild 22 [29] historische Dürreereignisse. 21 Figure 5. Records of historical drought in West Africa since 1600. The numbers for Chad/Borno indicate the durations of drought whose exact date of occurrence cannot be ascertained.

Aktuell teilt sich Nigeria in verschieden regenreiche/-arme Zonen auf:

Bild 23 [26] Nigeria, Übersicht der Niederschlagsverteilung

Nun weiß jeder – außer GRÜNE -, dass der Niederschlag im Sahel derzeit klimabedingt zunimmt:
Zitat: … Die Studie hat die jüngsten Trends und Schwankungen der jährlichen Niederschlagsmenge in der SSEZ von Nigeria zwischen 1949 und 2008 untersucht. Die Studie kam zu dem Schluss, dass derzeit das Klima in der Region derzeit eher eine Tendenz zu feuchteren Bedingungen anstelle der zunehmenden Trockenheit, die für den Zeitraum zwischen den 1960er bis zu den 1980er Jahren galt, aufweist.

Bild 24 (Auszug) [30] Figure 2. Annual rainfall trends and fluctuations for (c) Maiduguri (Anm.: an der Grenze zum Tschad)

Bild 25 Nigeria gesamt. Niederschlagsverlauf seit 1900. Quelle

Zur zurück-erstrebten „Idealzeit“ erleidete Ostafrika die schlimmste bekannte Dürre

[32] David Nash, June 2022: Is eastern Africa’s drought the worst in recent history? And are worse yet to come?:
… Eine kontinentweite, historische Klimastudie zeigt, dass Ostafrika in den 1820er und 1830er Jahren, in den 1880er Jahren und um 1900 Dürren erlebte, die mindestens so schlimm waren wie die der letzten Jahrzehnte. Die Dürre der 1820er bis 1830er Jahre war wahrscheinlich die schlimmste der letzten 200 Jahre.

Bild 26 [32] (Teilbild) Fig. 10. A wetness index for five sectors of Africa, based on a combination of gauge and documentary data. The range of values, –3 to +3, corresponds to conditions ranging from extremely dry to extremely wet, with zero indicating normal.

Und nun noch eine Darstellung, welche Chaosdaten Simulationen – hier zum Horn von Afrika – erzeugen. Leider wird anhand solcher festgelegt, dass der Westen für das Datenchaos Klima verantwortlich sei.

Bild 27 (Teilbild) Comparison between the observed and the simulated annual cycle in precipitation in the eastern Horn of Africa (average across 0–12°N and 40–55°E). (A) Observed annual cycle in precipitation, GPCC v6. Black line denotes the median values; gray bars denote the 90% confidence interval. (B) Simulated annual cycle in precipitation, from the CMIP5 historical experiments. Black line denotes the multimodel mean; individual colored lines represent each model.

Klimawandel bis zum Mond

Annalena redet teils erkennbar schneller, als sie denken kann. Andererseits erkennt man daran, dass sie öfters nicht weiß, wovon sie redet und lediglich aufgeschnappte Worthülsen daherplappert.

Ein prägnantes Beispiel waren ihr erklärter, 7 m Meerespegelanstieg bis zum Jahr 2100 [31] und nun ihre vollkommene Unkenntnis über den Erdumfang:
[7] Vor der versammelten Weltpresse erklärte die Außenministerin: „Heute ist der Moment, wo wir uns ehrlich fragen müssen: Was sind die Folgen für mein Land? Aber auch: Was sind die Folgen für mein Nachbarland oder ein Land, das Hunderttausende (!) von Kilometern entfernt liegt.“

Bild 28

Blamieren darf sich Jeder selbst, wie er will. Hier blamiert sich aber stellvertretend Deutschland und was viel schlimmer ist, die Bürger müssen es bezahlen.

Fazit

Zumindest für den Autor stellt sich die Frage, ob „der reiche Westen“ wirklich wie von unseren politischen Vertretern behauptet, an den Klimaproblemen in Nigeria, den angrenzenden Ländern [24] und im Pazifik schuld ist. Wobei sich anhand der Messdaten weiterhin die Kernfrage stellt, ob das Wetter im größeren Zeitmaßstab überhaupt negativer wurde. Vehement behauptet der Autor deshalb weiterhin, dass die allseits gemeldeten „Verschlimmerungen“ nur in Klimasimulationen und Fabelerzählungen klimaalarm-geschulter Einheimischer geschehen.
Mit ziemlicher Sicherheit hat unsere frühere und aktuelle CO2-Emission darauf nur einen geringen Einfluss, der die Kosten der Reduzierung nicht im Entferntesten rechtfertigen kann.

Den gesamten Artikel (und viele frühere des Autors) durch schält sich anhand der wirklichen Daten eine Erkenntnis heraus: Zu den „erstrebten“, vorindustriellen, kälteren Zeiträumen war das Wetter eher schlimmer und keinesfalls weniger extrem. Es ist dem Autor deshalb vollkommen unverständlich, weshalb man dieses damalige, schlimme Wetter unbedingt wieder haben möchte.

Nicht nur beim Klima ist das so, sondern inzwischen auch bei der Energie:
Tichys Einblick, 29.12.2022: GRÜNE ENERGIEPOLITIK Zuverlässige Kraftwerke müssen raus – damit die Energieversorgung „spannend“ wird
Die oberste Wind- und Solar-Lobbyistin erklärt Atomkraftwerke ernsthaft für „antiquierte Dampfmaschinen“. Ein genauerer Blick zeigt: Hinter der vermeintlich wirren Rhetorik steckt Methode.

Niedersachsen hat es damit bald geschafft:

Bild 29

Liest man die Reden unserer politischen Vertreter, fällt auf, dass offensichtlichste, wirkliche Problemursachen nie Erwähnung finden, oder, wie es Annalena beim Terrorismus nicht nur in Nigeria macht, einfach umgedichtet werden [33]:
FAZ, 26.12.2022: UGANDA: Familienplanung nach dem 100. Kind
Musa Hasahya hat zwölf Ehefrauen und gilt als Vater von mehr als 100 Kindern. Jetzt kann er seine Großfamilie nicht mehr ernähren … Hasahya ist nur ein extremes Beispiel für den Kontinent Afrika, in dem die Bevölkerung mehr als auf jedem anderen Erdteil in den kommenden Jahren explodieren wird. Die zehn Länder mit der höchsten Fertilitätsrate liegen alle in Afrika. Die Spitze belegt das Land Niger in Westafrika, dabei ist die Geburtenrate in den vergangenen zehn Jahren bereits von 7,5 Kindern pro Frau auf 6,7 gesunken.
Nach Angaben des Berlin Instituts für Bevölkerung und Entwicklung dürfte sich die Zahl der in Afrika lebenden Menschen bis 2050 auf 2,5 Milliarden verdoppeln.
… Auch global hat das Wachstum Auswirkungen: Afrika wird schon jetzt besonders stark von den Folgen des Klimawandels getroffen, in der Region Ostafrika leiden die Menschen unter der schwersten Dürre seit 40 Jahren. Bis 2050 dürfte die Migration aus Afrika nach Europa entsprechend weiter zunehmen.

Ende

Zum Schluss ein Gedicht aus einem weiterhin lesenswerten Artikel „Tränen für das Klima“: Der übliche Verdächtige
Ist’s irgendwo sehr öd‘ und trocken,
ist irgendwo ein Feuchtgebiet,
erklingen schon die Totenglocken,
dann ist’s das Kohlendioxid.
Die Welt wird es verdächtigen.
Das Gas sei schuld an jedem Leid,
dem kleinen und dem mächtigen,
an jeder Widerwärtigkeit.
Das Gas sei da, um zu verschmutzen.
So schwarz und braun wie Kohle.
Vergessen ist sein großer Nutzen,
sein Dienst zum allgemeinen Wohle.
Es gilt als böses Umweltgift,
doch seine edle Heldentat
führt selten zu ’ner Überschrift
in einem guten Inserat.
Seit vielen Jahrmillionen schon
lässt dieses Gas die Welt ergrünen,
erfüllt die wichtigste Funktion
und macht aus kleinen Pflanzen Hünen.
Erfahren soll’n es alle Länder:
CO2 ist Lebensspender.
Denn ohne seine Emissionen
würd‘ niemand auf der Erde wohnen.
Gedichtautor: Markus Zimmermeier

Quellen

[2] Stern, 18.07.2022: Baerbock: Antworten auf Klimakrise dürfen an keiner Grenze halt machen
[3] Auswärtiges Amt, 11.10.2022: Flutkatastrophe in Pakistan – Außenministerin Baerbock sagt weitere 10 Millionen Euro für Nothilfe zu
[4] Auswärtiges Amt, 18. Juli 2022: Rede der Bundesministerin des Auswärtigen, Annalena Baerbock, zur Eröffnung des Petersberger Klimadialogs am 18. Juli 2022 in Berlin
[5] EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?
[6] EIKE, 19.07.2022: Wenn historisch belegte Fluten statistisch gar nicht vorgekommen sein können, wird es das Ergebnis einer Attributionsstudie sein
[7] Rede von Frau Baerbock auf dem Klimagipfel 2022 (COP27)
[8] EIKE, 21.11.2022: Früher musste man seinen Namen zumindest tanzen können, heute reicht es, sich werbewirksam anzukleben
[9] GEO, 18.11.2022: ++ TICKER +++ KLIMAKONFERENZ COP27 Ärmere Länder erhalten Ausgleich für Klima-Schäden
[10] EIKE, 28.11.2022: Attributionsstudien zeigen das Gegenteil von dem, was darüber verkündet wird
[11] SZ, Wochenendausgabe vom 25.01.2020: Interview mit Naomi Klein
[12] EIKE, 26. Dezember 2022: Marcel Crok – Warum es keinen Klimanotstand gibt: Eine Analyse des 6. IPCC-Berichts

[13] Auswärtiges Amt, 10.07.2022: Rede von Außenministerin Annalena Baerbock zu Klima und Sicherheit in Palau
[14] EIKE 30. April 2019: Claudia Roth auf Forschungsreise zum Klimawandel
[15] Savin S. Chand at al., Juiy 2020: Declining tropical cyclone frequency under global warming
[16] Australien Government, Meteorology: Tropical cyclone climatology
[17] CSIRO and SPREP, 2021: ‘NextGen’ Projections for the Western Tropical Pacific: Current and Future Climate for Palau Technical Report
[18] Deutschlandfunk Kultur, 11.03.2010: Erschütternde Dimension
[19] Literaturkritik.de: Der bis heute verschwiegene Genozid: Die araboislamische Sklavenhandel war schlimmer als der transatlantische Sklavenhandel der Europäer

[20] dpa, 20.12.2022: Baerbock: Deutschland und Nigeria zusammen gegen Klimawandel
[21] EIKE, 27.05.2022: Wieder schlägt der Klimawandel unbarmherzig zu: Nun versinkt auch Lagos (Nigeria) im Atlantik
[22] EIKE, 11.07.2017: Der dürregebeutelte Sahel wird grün – ein schlimmes Anzeichen des Klimawandels
[23] EIKE 24.12.2018: Entwicklungshilfeminister Müller sorgt dafür, dass Deutschland für fabulierten Klimawandel in Afrika (noch mehr) Reparationen bezahlt
[24] BMZ, Pressemitteilung 22. Dezember 2022: DÜRRE AM HORN VON AFRIKA Deutschland unterstützt mit Sozialsystemen und Wasserversorgung
[25] FEDERAL REPUBLIC OF NIGERIA Federal Ministry of Environment National Drought Plan November, 2018
[26] projection of meteorological droughts in nigeria during growing seasons under climate change scenarios

[27] Karsten Brunk and Detlef Gronenborn, 2004: FLOODS, DROUGHTS, AND MIGRATIONS THE EFFECTS OF LATE HOLOCENE LAKE LEVEL OSCILLATIONS AND CLIMATE FLUCTUATIONS ON THE SETTLEMENT AND POLITICAL HISTORY IN THE CHAD BASIN
[28] Simon J. Armitage at al., 2015: West African monsoon dynamics inferred from abrupt fluctuations of Lake Mega-Chad
[29] AONDOVER TARHULE and MING-KO WOO: TOWARDS AN INTERPRETATION OF HISTORICAL DROUGHTS IN NORTHERN NIGERIA
[30] Abaje I. B. at al., 2012: Recent Trends and Fluctuations of Annual Rainfall in the Sudano-Sahelian Ecological Zone of Nigeria: Risks and Opportunities
[31] EIKE, 22. Sept. 2021: Annalena lässt den Meerespegel schnell mal um 7 m steigen – und zwei schauen nur wie bekloppt dabei zu

[32] David Nash, June 2022: Is eastern Africa’s drought the worst in recent history? And are worse yet to come?
[33] Was die rabiate iranische Kopftuchpflicht mit dem Islam zu tun hat (tichyseinblick.de)

 




Die gute Nachricht – Anstieg des Meeresspiegels nicht beschleunigt. Satelliten messen falsch!

Willis Eschenbach

Diejenigen, die meine Arbeit gelesen haben, erinnern sich vielleicht an meinen Beitrag mit dem Titel „Munging the Sea Level Data“ [in deutscher Übersetzung hier]. Darin habe ich gezeigt, dass die scheinbare Beschleunigung des von Satelliten gemessenen Meeresspiegel-Anstiegs lediglich ein Artefakt der Kombination der vier Satellitenaufzeichnungen war, nämlich:

Original-Bildunterschrift: NOAA-Meeresspiegeldaten, die den Trend der einzelnen vollständigen Satellitenaufzeichnungen und den Gesamttrend zeigen. QUELLE: NOAA-Excel-Tabelle

Trotz der offensichtlichen Unterschiede zwischen der ersten und der letzten Hälfte der Aufzeichnungen haben die Wissenschaftler sie lediglich zusammengefügt und die Verbindung unkenntlich gemacht. Meine Schlussfolgerung in diesem Beitrag lautete:

Es gibt keine Beweise für eine Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs, weder in den Aufzeichnungen der Gezeitenmesser noch in den schäbig zusammengefügten Satellitenaufzeichnungen.

Heute stieß ich auf einen Artikel in der Zeitschrift Nature mit dem Titel A revised acceleration rate from the altimetry-derived global mean sea level record [etwa: Eine revidierte Beschleunigungsrate aus dem von der Altimetrie abgeleiteten globalen mittleren Meeresspiegel]. Wollen Sie raten, was in dem Artikel steht?

Ja, richtig. Sie haben Recht. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass, nachdem sie sich die Satellitenaufzeichnungen genau angesehen hatten, das Problem in der Unstimmigkeit zwischen den Satelliten lag … und als sie ihre Korrekturmethoden auf die TOPEX-Satellitenaufzeichnungen anwandten, stellten sie fest:

Auf der Grundlage von vier verschiedenen Wichtungsmethoden, die in einem Gezeitenpegelvergleich verwendet werden, wird festgestellt, dass TOPEX driftet und nicht ERS. Daher schlagen wir vor, den TOPEX-GMSL-Datensatz mit dem Crossover von ERS1&2 nach Entfernung von cal-1 zu kalibrieren. Die Kalibrierung reduziert die beobachtete Beschleunigung in GMSL, so dass sie auf dem 95%-Konfidenzniveau statistisch gleich Null wird.

Die beobachtete Beschleunigung des satellitenbeobachteten GMSL (globaler mittlerer Meeresspiegel) ist „statistisch gleich Null“ … wer hätte das gedacht.

Aktualisierung: Ein aufmerksamer Kommentator wies darauf hin, was ich übersehen hatte, nämlich dass der Artikel nicht neu ist. Neu war nur der Medienartikel von letzter Woche, in dem ihre Arbeit beschrieben wurde – ihre Studie wurde vor meiner veröffentlicht. Mea maxima culpa. Meine Arbeit verwendet jedoch ein völlig anderes Verfahren, kommt aber zum gleichen Ergebnis, so dass es den Anschein hat, dass ich ihre Arbeit bestätigt habe, anstatt dass sie meine Arbeit bestätigt haben – Wissenschaft, wie sie funktionieren sollte.

Hier, wo ich an der nordkalifornischen Küste lebe, bekommen wir den Segen eines „atmosphärischen Flusses“, ein Phänomen, bei dem viel Feuchtigkeit in einem schmalen Band aus den Tropen an die Westküste gelangt. Früher nannte man das den „Ananas-Express“, aber ich nehme an, das wurde als rassistisch gegenüber Ananas oder so empfunden …

Angesichts der mehrjährigen Dürre der letzten Zeit ist das mehr als willkommen. Gestern hat es 90 mm Regen gegeben, und für heute Abend wird noch mehr erwartet.

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/12/29/science-catches-up-with-wuwt/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Auf Rekordjagd: Wird 2022 doch noch das sonnigste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn?

Stefan Kämpfe

Nachdem der März, die erste Jahreshälfte und der Sommer 2022 schon neue Sonnenschein-Rekorde aufstellten, wird es nun auch für das ablaufende Jahr noch einmal spannend: Nach einem sehr sonnigen Oktober und November fehlen nur noch wenige Stunden, um den bisherigen Rekordhalter (2018 mit gut 2015 Sonnenstunden) einzuholen.

Sonnenanbeter werden das Krisenjahr 2022 gewiss in bester Erinnerung behalten. Nicht nur in den Urlaubsmonaten, auch im März, Mai und im Spätherbst versüßte uns wenigstens die Sonne den bitteren Alltag. Näheres dazu hier, hier, hier und hier. Die Sonnenscheindauer hat in den letzten vier Jahrzehnten in Deutschland auffallend stark zugenommen; grob Ähnliches zeigt sich auch auf den Britischen Inseln. Diese wachsende Besonnung wirkte, besonders im Sommerhalbjahr, stark erwärmend – ein Großteil der Klimaerwärmung ist also nicht den steigenden CO-Konzentrationen, sondern der längeren Sonnenscheindauer geschuldet. Die längere Besonnung hatte offenbar mehrere Ursachen: Die aktuelle AMO-Warmphase mit geänderten Großwetterlagen-Häufigkeiten, die Luftreinhaltemaßnahmen, die zunehmende Austrocknung der Landschaft durch eine falsche Bewirtschaftung und Siedlungspolitik sowie die Sonnenaktivität selbst. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Sonnenscheindauer im Deutschen Flächenmittel, das leider erst seit 1951 verfügbar ist. Selbst bei konventioneller Schätzung der Dezember-Besonnung ist ein neuer Rekord sehr wahrscheinlich.

Stefan Kämpfe, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

 




Kältereport Nr. 36 / 2022

Christian Freuer

Vorbemerkung: Dies ist also der letzte Kältereport des Jahres 2022. Die Zahl ergibt im Mittel drei pro Monat, das ist viel mehr als ursprünglich gedacht. Er ist kürzer, weil der Schnitt genau zum Jahreswechsel erfolgen soll.

Natürlich wird noch einmal das Extremwetter in den USA erwähnt, dessen Auswirkungen weiter unten gut zusammen gefasst beschrieben werden, sofern sie nicht Eingang in den Sonderbeitrag dazu gefunden haben. Aber auch Fernost und sogar Indien taucht wieder in den Meldungen auf – und eine Region, wo man wirklich keinen Schnee vermuten würde!

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Meldungen vom 28. Dezember 2022:

Arktikluft in den USA: Hunderte von Rekorden, 72 Tote (Tendenz steigend)

Ein rekordverdächtiger Ausbruch arktischer Luftmassen in die USA hat die AGW-Partei gezwungen, Geschichten zur Schadensbegrenzung zu veröffentlichen, in der Hoffnung, eine zunehmend verwirrte Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass die globale Erwärmung mehr extreme Frostperioden bedeutet, und dass dies schon immer so war…

Die offizielle Zahl der Todesopfer ist inzwischen auf über 70 gestiegen – und wird voraussichtlich noch weiter steigen – nachdem 2 Millionen Haushalte einen der schlimmsten Winterstürme seit Beginn der Aufzeichnungen ohne Strom überstanden hatten und Tausende und Abertausende von Weihnachtsreisenden gestrandet sind.

Allein in Buffalo kamen mindestens 28 Amerikaner ums Leben.

Schneesturm in New York. Quelle

Einschub des Übersetzers zu dieser Abbildung: Es handelt sich natürlich nicht um Nebel, sondern um Stärkst-Schneefall. Man darf das nicht vergleichen mit den Schneefällen hierzulande, wie es in Teilen unseres Landes in diesem Monat auch mal der Fall war. Ich nenne es „Blizzard-Schnee“ – sehr kleine, nadelscharfe Flocken, die bei Temperaturwerten um –10°C mit Sturmstärke wie eine treibende Wand über das Land gefegt werden. Man kann das eigentlich nur einordnen, wenn man es wie ich selbst erlebt hat. Die Schnee-Katastrophe in Norddeutschland zum Jahreswechsel 1978/79 mag vielleicht ähnlich gewesen sein, aber die fiel zeitlich gerade in meinen Aufenthalt in den USA. – Ende Einschub

Hier noch eine Impression:

Bildunterschrift im Original [übersetzt]: Aktualisierung globale Erwärmung 2022.

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Seltener Schneefall in Mexico City

Der Vorstoß arktischer Luft setzte sich sogar noch über die USA hinaus weiter nach Süden durch. Er brachte sogar in Mexico City – zum dritten Mal überhaupt (die beiden vorherigen Male waren der 12. Januar 1967 und der 5. März 1940).

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Japan: Historische Schneemassen fordern mindestens 20 Todesopfer

In weiten Teilen Japans hat ein historischer Schneefall, der in manchen Gegenden mehr als 3 Meter hoch lag, mindestens 20 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt, Tausende weitere sind ohne Strom.

Unter den Toten befand sich auch eine Frau, die unter einem schweren Schneehaufen begraben wurde. Nach Angaben der örtlichen Behörden ist dies die häufigste Todesursache – Menschen werden unter dicken Schneehaufen begraben, die von den Dächern rutschen.

In vielen Teilen des Landes wurde bereits das Dreifache der durchschnittlichen Schneemenge für die gesamte Saison gemeldet – jetzt schon!

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Schneeflocken sogar auf den Azoren

„Schnee auf dem Pico ist eine seltene Sache“, sagt Renato Goulart, ein bekannter und erfahrener Reiseleiter auf den Azoren, einer Inselgruppe im mittleren Atlantik, einer autonomen Region Portugals.

Link: https://electroverse.co/cold-kills-72-rare-snow-hits-mexico-historic-totals-in-japan-kill-20-azores/

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Meldungen vom 29. Dezember 2022:

Schnee in Saudi-Arabien

In der Region Al-Lawz in Tabuk, Saudi-Arabien, herrschten Frost und Schnee.
In den nördlichen Teilen des Landes kam es in der Nacht von Montag auf Dienstag mit dem Vorstoß kontinentaler Kaltluft von Norden her zu Schneefall.

Tweet unter der Überschrift „#BREAKING #SAUDIARABIA ?SAUDI ARABIA :#VIDEO SNOW ON THE MOUNTAINS OF TABUK, NORTHERN SAUDI ARABIA! ? #BreakingNews #UltimaHora #Tabuk #Snowfall #Neige #Nevadas #Neve #Nieve https://t.co/jpMOb3pENV

Darüber hinaus plant Saudi-Arabien, das in den letzten Jahren durch zunehmende Schneefälle betroffen wurde, trotz der „Klimakatastrophe“ eine Umgestaltung des Bergtourismus mit einem eigenen Skigebiet, das bis 2026 gebaut werden soll.

Hier noch eine Impression:

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Starke Schneefälle im südwestlichen China

Der Nordwesten Chinas hat in den letzten Wochen unter tödlichen, rekordverdächtigen Bedingungen gelitten, aber diese arktische Kälte hat sich nun anomal weit nach Süden ausgebreitet.
In dieser Woche wurde der Südwesten Chinas von Tiefsttemperaturen und starkem Schneefall heimgesucht.

Im östlichen Yunnan beispielsweise erreichten die Schneemengen über 20 cm; ähnliche Mengen wurden auch im westlichen Hunan und in Guizhou gemessen – eine Seltenheit im Dezember. In der Provinz Guizhou ist dies der stärkste Schneefall seit Januar 2011.

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Tödliche Kältewelle in Indien

Der Norden Indiens wird weiterhin von einer heftigen Kältewelle heimgesucht, die sich in den kommenden Tagen noch verschärfen soll. Sie hat inzwischen Delhi, Punjab, Haryana, Uttar Pradesh, Rajasthan sowie Jammu und Kaschmir erfasst.

Im Bergstaat Himachal Pradesh ist die Temperatur unter 0 °C gesunken. In Keylong im Lahaul-Tal beispielsweise wurde kürzlich ein rekordverdächtiger Tiefstwert von -7,9 °C gemessen, während in Kusumseri -5 °C, in Kalpa -3,6 °C und in Manali -0,6 °C gemessen wurden.

Vor allem die obdachlose Bevölkerung in Delhi leidet darunter, und es wurden bereits zahlreiche Todesfälle gemeldet.

Die intensiven Kältewellen schon des vorigen Winters forderten allein in Delhi rund 300 Menschenleben – ein neuer Rekord.

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Und noch eine Zusammenfassung einiger Auswirkungen des Sturmes in den USA:

76 „Allzeit-Kälterekorde“ in den USA während der letzten 30 Tage

Der Dezember war für viele Amerikaner ein historisch schneereicher und eisiger Monat, was sich auch in den Annalen widerspiegelt.

In den vergangenen 30 Tagen wurden laut NOAA in den Lower 48 [= die USA zwischen Kanada und Mexiko] insgesamt 76 neue Kälterekorde gebrochen. Die Daten reichen nur bis zum 25. Dezember, was bedeutet, dass diese Zahl voraussichtlich noch steigen wird, da der große Frost für Viele bis zum 28. Dezember andauerte.

Einige der herausragenden Werte, zumindest für mich, sind der Tiefstwert von -41°C in Midwest, Wyoming – der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1939; der Tiefstwert von -37°C in Antelope, das ist um 4 K kälter als der bisherige Rekordtiefstwert des Ortes aus dem Jahr 2008 (Sonnenminimum des Zyklus 23); und der Höchstwert von nur -27°C in Rockwell City, etwa 1 K niedriger als der bisherige Rekord von 1905.

In Kansas wurden viele Allzeit-Tiefstwerte aus den 1910er Jahren gebrochen, darunter in Kingman und Wallace. In Sedan und El Dorado wurden neue Tiefsttemperatur-Rekorde aufgestellt, die bis ins Jahr 1893 zurückreichen. Auch in Conception in Montana und Asdown, Arizona, war das der Fall.

Darüber hinaus haben die Vereinigten Staaten im gleichen Zeitraum 126 monatliche Tiefsttemperaturrekorde sowie ganze 1053 Tagesrekorde gebrochen. All dies trotz der fragwürdigen Positionierung von US-Stationen (d. h. der ignorierte Urban Heat Island-Effekt).

Link: https://electroverse.co/snow-in-saudi-arabia-and-china-cold-wave-india-us-set-76-new-all-time-lows/

wird fortgesetzt … (mit Kältereport Nr. 1 / 2023)

Redaktionsschluss für diesen Report: 31. Dezember 2022

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Wechselhafter, zeitweise winterlicher Dezember 2022 in Deutschland – was erwartet uns im Hochwinter 2023?

Stefan Kämpfe

Die erste Dezemberhälfte 2022 verlief überwiegend winterlich und legte mit einer gut dreiwöchigen Flaute bei wenig Sonne und teils frostigen Temperaturen die Schwächen der Deutschen Energiewende schonungslos offen. Es war nur ein Warnschuss – doch werden daraus auch die richtigen Lehren gezogen? Im letzten Monatsdrittel herrschte dann sehr mildes, teils auch windiges Westwetter – das erwartete, typische Weihnachtstauwetter. Für den bevorstehenden Hochwinter 2023 kann vermutlich Entwarnung gegeben werden. Einzelne Kältewellen sind zwar nicht ausgeschlossen, doch deutet sich ein insgesamt sehr milder Hochwinter an.

Die langfristige Entwicklung der Dezembertemperaturen in Deutschland

Wegen einer starken Häufung westlicher und südwestlicher Großwetterlagen gehört der Christmonat zu den erwärmungsstärksten Monaten des Jahres; allerdings scheint diese Erwärmung nun weitgehend ausgereizt zu sein. Solch ein Ausnahmedezember wie 2015, als im DWD-Flächenmittel 6,5°C erreicht wurden und zu Weihnachten schon Haselsträucher, Schneeglöckchen und Winterlinge blühten, ist nur bei totaler, kräftiger Warmluftzufuhr aus SW an praktisch allen Tagen, verbunden mit sehr viel Sonnenschein, möglich. In diesem Jahr zeigte sich nun, was unsere Dezembertemperaturen wirklich beeinflusst – nicht CO, sondern die Großwetterlagen und die damit verbundenen Luftmassen. Kommen diese aus Ost bis Nord, so wie in der ersten Dezemberhälfte 2022, ist es bitterkalt; während an Weihnachten bei West- bis Südwestwinden schon Frühlingsgefühle aufkamen. Folglich traf der Dezember 2022 mit etwa 1,5 bis 2,0°C im DWD-Flächenmittel in etwa das Langjährige DWD-Mittel von 1991 bis 2020 (1,8°C).

Abbildung 1: Der Dezember zeigt zwar ein etwas undeutlicheres Temperaturverhalten, als die meisten Monate, bei denen ab etwa 1988 eine sprunghafte Erwärmung einsetzte. Das grobe Muster „Zuerst bis fast zur Mitte des 20. Jahrhunderts merkliche Erwärmung, dann eine längere Stagnationsphase oder gar leichte Abkühlung, am Ende starke Erwärmung“, zeigt er aber dennoch. Diese letzte Erwärmung begann schon mit dem extrem milden Dezember 1974 und scheint sich nun dem Ende zu nähern. Diese Grafik zeigt keine Klimasensitivität des CO₂, sie verdeutlicht lediglich, dass die Temperaturentwicklung einiger Zeitabschnitte, besonders der Stagnationsphase zur Mitte des 20. Jahrhunderts, nicht zur zunehmenden CO₂-Konzentration passte.

Die meteorologischen Hintergründe der Frühwinterkälte 2022 – zeitweise Blockierung der Westdrift

Dem letzten kalten Dezember (2010) gingen ein nur kurzzeitig heißer, schon Ende Juli beendeter Sommer sowie ein insgesamt etwas zu kühler Herbst voraus. Diesmal folgte einem langen, heißen Sommer ein merklich zu warmer Herbst mit enorm vielen Süd- und Südwestlagen im Oktober/November, was in ähnlicher Form letztmalig vor dem rekordmilden Winter 2006/07 zu beobachten war und auch in früheren Vergleichsfällen oft auf einen milden Folgewinter hindeutete. Aber zwei markante Kältewellen, eine längere ab Mitte September und eine kürzere, schon winterliche um den 20. November, deuteten schon die latente Bereitschaft der Atmosphäre zu weiteren, zumindest gelegentlichen Kälteeinbrüchen an. Nach dem 21. November kehrte die milde Südluft nochmals zurück, bevor zum Monatswechsel ein Hoch über Fennoskandien die Regie übernahm. Dabei zog ein kleines Höhentief vom 1. bis zum 3. Dezember westwärts über Mitteleuropa hinweg und löste gebietsweise bei leichtem Dauerfrost intensive Schneefälle aus; 10 bis 15 cm Schneehöhe sind für das niederschlagsarme Thüringer Becken schon sehr bemerkenswert.

Abbildung 2: Reichlich Schnee im sonst so dürren Weimar am 2. Dezember 2022. Ein Höhentief und Nordoststau sorgten für diese weiße Advents-Überraschung.

Abbildung 3: Wetterlage am 2. Dezember 2022. Man erkennt ein sehr kräftiges Russland-Hoch, dessen Keil über Skandinavien bis zu den Britischen Inseln reicht. Am Boden deuten nur kleinere Ausbuchtungen der Isobaren auf den zyklonalen Einfluss hin; in der Höhe ist er deutlich sichtbar (Großwetterlage XXZZT, nach HESS/BREZOWSKY HFZ, Luftmasse xP). Bildquelle: wetterzentrale.de

Nachfolgend sickerte von Südosten mildere Luft ein und ließ den Schnee im Flachland tauen; doch ab dem Nikolaustag begann zwischen einem mit weit über 1060 hPa enorm kräftigen Grönland-Hoch und einem Skandinavien-Tief ein gewaltiger, mehrtägiger Kaltluftausbruch aus der Arktis nach West- und Mitteleuropa, welcher sich aber wegen des wärmenden Einflusses von Nordmeer, Nord- und Ostsee zunächst vor allem in höheren Luftschichten bemerkbar machte.

Abbildung 4: Am 8. Dezember strömte zwischen einem extrem kräftigen Grönland-Hoch und einem Tief über Skandinavien in der Höhe sehr kalte Luft nach West- und Mitteleuropa; wegen des wärmenden Einflusses der Meere blieb es in den unteren Luftschichten aber noch mild. Bildquelle: wetterzentrale.de

Die schnellere Auswirkung des Kaltlufteinbruches in der Höhe, die anschließende Bildung einer bodennahen Inversion und der die Kältewelle beendende Warmluftvorstoß nach Mitte Dezember zeigten sich beispielsweise sehr formschön am Verhalten der Stundenwerte der Lufttemperaturen zu einem bestimmten, immer gleichen Zeitpunkt an einer Flachland- und einer nicht weit entfernten Bergstation:

Abbildung 5: Frühere und stärkere Temperaturabnahme an der Bergstation Brocken wegen eines markanten Einbruches höhenkalter Luft nach dem 7. Dezember 2022. Während es auf dem Brocken nach dem 7. Dezember kontinuierlich abkühlte, blieb es in Magdeburg bis zum 8. Dezember noch mild und der nachfolgende Temperaturrückgang verlief langsamer, weil die Luftmasse in den untersten Luftschichten durch den Meereseinfluss erwärmt wurde. Danach bildete sich durch bodennahe Auskühlung die typische, winterliche Inversion; in Magdeburg war es zeitweise kälter. Auch der zuerst in der Höhe beginnende Warmluftvorstoß ist gut zu erkennen; erst in der erwärmten Meeresluft ganz am Ende stellte sich wieder die normale Luftschichtung ein.

Zunächst blieb die Westdrift weiterhin blockiert, und die höhenkalte Luftmasse konnte sich auch in den unteren Luftschichten merklich abkühlen; teils wandelte sie sich in eine sehr kalte Kontinentale Subpolarluft (cP) um. Mäßige bis strenge Nachtfröste waren die Folge, und trotz des Tiefdruckeinflusses war Deutschland besonders in seinen zentralen Landesteilen vom dynamischen Wettergeschehen (Wind, stärkere Niederschläge) vorübergehend weitgehend abgeschnitten – die folgende Abbildung zeigt, warum:

Abbildung 6: Zwischen einem mit höhenkalter Luft gefüllten Tief über dem Baltikum und einem auf sehr südlicher Bahn aufziehenden Atlantik-Tief lag Deutschland am 12. Dezember 2022 im Bereich geringer Luftdruckgegensätze, der Wind flaute ab (keine Isobaren über Deutschland), und die hier lagernden Luftmassen (mA, xA und cP) kühlten in der gebietsweise klaren Nacht auf den 13. Dezember bodennah stark aus. Der Jet-Stream verlief weit südlich durch das Mittelmeer-Gebiet und konnte so der Witterung in Deutschland keine Dynamik verleihen – ruhiges, kaltes Winterwetter stellte sich ein. Bildquelle: wetterzentrale.de

Aber nach dem 17. Dezember kündigte sich das so häufige Weihnachtstauwetter an. Die Blockierung der Westdrift endete, und mit gefrierendem Regen vollzog sich am 19. Dezember der Wetterwechsel vom kalten Frühwinter zum sehr milden Südwestwetter.

Gut drei Wochen Flaute und Kälte – schlecht für die Deutsche Energiewende

Weil Deutschland aus grün-ideologischen Gründen seine sicheren, zuverlässigen, umweltfreundlichen Kernkraftwerke abschaltet und den Kohleausstieg forcierte, während gleichzeitig der bisherige Hauptlieferant für Erdgas, Russland, weitgehend ersatzlos ausfiel, kam es zu einer für die Nachkriegszeit beispiellosen Energiekrise, einhergehend mit einer Hyperinflation. Millionen Deutsche sitzen nun im Dunkeln und Kalten, weil sie die exorbitant gestiegenen Strom- und Heizkosten nicht mehr bezahlen können, und viele Unternehmen stehen vor dem wirtschaftlichen Aus. Die Frühwinter-Kälte kam da zur absoluten Unzeit, weil jedes Grad weniger Außentemperatur den Heizenergiebedarf um etwa 6% steigen lässt. Zwar versichern Bundesnetzagentur und Bundesregierung, die Stromversorgung sei gesichert und die Erdgasspeicher gefüllt – aber zu welchem Preis und wie lange? Als Ausweg bietet sich, zumindest für die Stromerzeugung, der von der Ampel-Koalition beschlossene forcierte Ausbau der Erneuerbaren Energien, besonders von Wind- und Solarenergie, an – doch der erweist sich als enorm problematisch. Massiv steigende Lohn- und Rohstoffkosten, Fachkräfte- und Rohstoffmangel, der enorme Platzbedarf der Wind- und Solaranlagen, ökologische Probleme sowie Proteste gegen den notwendigen, viel zu langsamen Leitungsausbau und nicht zuletzt die fehlenden, in absehbarer Zeit nicht in technisch-ökonomischer Reichweite befindlichen Energiespeicher, verhindern einen raschen Zubau. Doch könnten auch meteorologisch-klimatische Gegebenheiten die Energiewende scheitern lassen? Auf den ersten Blick erzeugen die „Erneuerbaren“ doch schon heute an stürmischen Winter- und besonders an sonnig-windigen Frühlings- und Sommertagen so viel Strom, dass oftmals Windkraftanlagen abgeregelt werden müssen – die überschüssige Energie kann nicht gespeichert werden. Doch leider häuft sich in letzter Zeit auch das Gegenteil – ganzjährig mehr windschwache Wetterlagen; in Kombination mit herbstlich- winterlicher Bewölkung sind das die so genannten „Dunkelflauten“. Bei solchen Dunkelflauten würde selbst eine Verzehnfachung der heute schon üppigen Wind- und Solaranlagenzahl nicht genügend Elektroenergie liefern! Das jüngste Ereignis begann schon in der letzten Novemberwoche und dauerte bis zum 18. Dezember.

Abbildungen 7a und 7b: Kaum Wind- und Solarenergie über mehr als drei Wochen: Hier ist oben (7a) der komplette November und unten (7b) der Zeitraum vom 1. bis zum 23. Dezember 2022 dargestellt; die eigentliche Kalamität begann schon am 28. November und dauerte bis zum 18. Dezember, aber auch davor und danach waren die „Erneuerbaren“ nicht sehr produktiv. Nur Anfang November und ab dem 19. Dezember wehte mehr Wind – aber auch da reichte er nicht immer aus. Und die Solarenergie erbrachte fast Nichts. Selbst eine Verzehnfachung der Wind- und Solaranlagen hätte zeitweise nicht genügend Strom geliefert. Man achte auf den hohen Anteil des verstromten, teuren Erdgases; aber auch die importierte Steinkohle verteuerte sich erheblich – für die Strompreise in Deutschland lässt das nichts Gutes erahnen. Ohne ausreichende Energiespeicher bleiben die fossilen Energieträger jedoch unverzichtbar; die oft gepriesene Wasserstofftechnologie ist hinsichtlich ihres Wirkungsgrades ineffizient, kurzfristig nicht in großem Umfang realisierbar und viel zu teuer! Alle „Erneuerbaren“ leisteten trotz ihres weit fortgeschrittenen Ausbaugrades zeitweise nur 15 bis 40% der Gesamtstromerzeugung, also mussten 60 bis 85% konventionell erzeugt werden! Man beachte, dass der Primärenergiebedarf in Deutschland viel höher als die hier dargestellte Stromerzeugung ist – legt man diesen Primärenergieverbrauch zugrunde, decken die „Erneuerbaren“ Energien trotz ihres enormen Ausbaugrades nur knappe 16% im witterungsmäßig viel günstigeren Jahresmittel ab (Stand: 2021). Bildquellen: energy-charts.info, ergänzt.

Zunehmend geraten auch Wind- und Solarenergie in den Verdacht, unser Klima massiv zu beeinflussen; Näheres unter anderem hier und hier. Wichtige, ernste Hinweise für die Begrenztheit und die schon jetzige Übernutzung der Ressource Wind sind die Häufigkeitszunahme der windschwachen, Unbestimmten XX-Wetterlagen sowie die tendenzielle Abnahme der Windstärke in Norddeutschland:

Abbildungen 8a und 8b: Oben (8a) die merkliche Häufigkeitszunahme der Unbestimmten Wetterlagen ohne Anströmrichtung (XX-Lagen) im Jahresmittel; Werte für 2022 bis zum 25. Dezember vorliegend; mit 81 Tagen gab es auch 2022 überdurchschnittlich viele XX-Lagen. Näheres zur erst seit Juli 1979 vorliegenden Objektiven Wetterlagen-Klassifizierung hier. Unten die Entwicklung der Windgeschwindigkeit in Norddeutschland seit 1992 (Mittel aus 25 DWD-Stationen, leider nur in Beaufort vorliegend). Werte für 2022 optimistisch geschätzt.

Ausführlicher werden die meteorologischen Hintergründe der Energiewende hier behandelt. Eine gute Seite hatte das Winterwetter aber doch: In Deutschland, dem Land des Missmanagements, der Fehlplanungen, der Gender-Toiletten, der überbordenden Bürokratie, des Bildungsnotstandes, der verlotternden Infrastruktur und der überteuerten Mieten und Preise, ging wenigstens für ein paar Tage mal alles glatt!

Weitere Aussichten: Milder Hochwinter 2023 ist wahrscheinlich

Der Autor dieses Beitrages hatte in seiner Wintervorschau hier schon auf recht eindeutige Indizien für einen insgesamt relativ milden Winter 2022/23 hingewiesen. Für den weiteren Verlauf der Hochwinterwitterung im Januar/Februar 2023 liefert aber erst der Witterungstrend zwischen dem 25. Dezember und dem 10. Januar oft wichtige Hinweise: Wird oder bleibt es in diesem Zeitraum mild, so setzt sich das oft tendenziell im Hochwinter, zumindest im Januar, fort; für Kälte gilt Ähnliches („Siebenschläfer-Regel“ des Winters). Allerdings erhöhen die Kälteeinbrüche zwischen September und Dezember 2022 die Wahrscheinlichkeit weiterer, zumindest gelegentlicher winterlicher Kälteeinbrüche; die keinesfalls zuverlässigen Langfrist-Modelle gehen momentan aber von einem milden bis sehr milden Januar und Februar aus.

Abbildungen 9a und 9b: Das CFSv2-Modell kündigt einen sehr milden Januar (oben) und Februar 2023 an – Irrtümer sind aber nicht ausgeschlossen und zumindest einzelne Kältewellen noch möglich. Bildquellen: NOAA

Anfangs konnte sich die Kälte noch von Skandinavien bis Westrussland halten. Doch weil sich zunehmend ein Höhenkeil über Südeuropa aufwölbt, verlagern die Tiefs ihre Zugbahn nordwärts und dringen auch weiter nach Osten vor. Weitere Indizien sind die Verlagerung des troposphärischen Kältepols nach Grönland und Nordostkanada, der erwartete hohe Luftdruck über Südosteuropa und ein kalter Polarwirbel. Damit dürfte sich der Winter vorerst anderswo austoben – in Ost- oder Südasien und in Nordamerika. Aber seine Rückkehr ist noch nicht gänzlich ausgeschlossen, und vielleicht kann die Luft unter Hochdruckeinfluss zumindest zeitweise etwas stärker auskühlen. Diesmal scheint also der Winter weitgehend nochmals Milde walten zu lassen – das deutsche Energie-Harakiri bleibt vorerst ungestraft. Aber die lang anhaltend Dunkelflaute im Spätherbst/Frühwinter 2022 sowie die auch insgesamt enttäuschenden Erträge der Erneuerbaren Energien in den sehr windschwachen Jahren 2021 und 2022 sollten allen Verantwortlichen zum Umdenken bewegen – der momentane Kurs des Ausstiegs aus der Kohle- und Kernenergie kann ohne wirklich praktikable, bezahlbare, zuverlässige Alternativen nicht weiter fortgesetzt werden.

Abbildung 10: Für den 10. Januar 2023 sehen die Ensemble-Prognosen hohen Luftdruck über Südosteuropa und tiefen bei Island vor – denkbar ungünstige Voraussetzungen für Winterwetter in Deutschland. Bildquelle: NOAA

Abbildung 11: Für den Dreikönigstag 2023 (6. Januar) wird ein kräftiger, kalter, nur leicht gestörter Polarwirbel erwartet – auch das spricht gegen anhaltendes Winterwetter in Mitteleuropa. Bildquelle: meteociel.fr

Stefan Kämpfe, Diplom-Agraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher