Finnland senkt seine Stromkosten um drei Viertel – nachdem Kernreaktor-Block Olkiluoto 3 am Netz ist

von AR Göhring

Das Kernkraftwerk auf der finnischen Insel Olkiluoto im Bottnischen Meerbusen synchronisierte nach rund 15 Jahren Bauzeit seinen neuen dritten Reaktorblock – dem leistungsstärksten Europas. Gleichzeitig schaltete Deutschland alle noch verbliebenen Kernreaktoren – darunter die Weltmeister Grohnde und Isar 2 – ab.

Folgen: Deutschland importiert nun kräftig Kernstrom von den teils recht alten Reaktoren Frankreichs – und die Finnen zahlen nun 75% weniger für ihren Strom.

Zitat Pleiteticker (Rome-Medien von Julian Reichelt):

Die Inbetriebnahme des lang erwarteten Olkiluoto 3 (OL3) Atomkraftwerks in Finnland hat die Strompreise in dem nordischen Land um mehr als 75 Prozent gesenkt. Mit Beginn des Betriebs im April kann OL3 bis zu 15 Prozent des Strombedarfs des Landes decken. Im Jahr 2021 machte Atomstrom bereits einen Drittel der gesamten Stromerzeugung Finnlands aus.

In Deutschland hingegen erkären Vizepräsidentinnen des Bundestages, daß (offenbar dicke?) Elektronen aus Kernkraftwerken die grünen Elektronen aus den Windrädern verstopften. Ein Physikprofessor sekundierte, Kernkraft sei eine „Sackgassentechnologie“. Gleichzeitig mit der Kernkraft wird in Deutschland das Heizen mit Gas, Kohle und Öl zunehmend unmöglich gemacht.

AKTUALISIERUNG:

Finnisches Kernkraftwerk drosselt Produktion wegen Strompreisverfall. Die Stromerzeugung muss auch für Kernkraftwerke rentabel sein, so der Betreiber Teollisuuden Voima (TVO).

Ist Olkiluoto-3 also zu gut? Die Alarmisten behaupten, die „Erneuerbaren“ seien halt billiger als die superteure Kernkraft. Nicht wirklich – Nordfinnland hat wegen des beginnenden Sommers Schneeschmelze, und die Wasserkraftwerke liefern derzeit viel (billigen) Strom. Das wird aber nicht das ganze Jahr durch so sein.




Woher kommt der Strom? wieder echte Stromimportwoche

von Rüdiger Stobbe

18. Analysewoche 2023

Diese Woche zeichnet sich wieder als echte Stromimportwoche aus. Die ab 15. April weggefallene Stromerzeugung per Kernenergie ersetzt Deutschland durch Strom aus dem benachbarten Ausland. Seit Mitte April hat sich Deutschland vom Stromexporteur zum Stromimportland ´transformiert`. Hintergrund: Der importierte Strom schlägt sich nicht in der CO2-Bilanz Deutschlands nieder. Denn die Kohle- und/oder Gasverstromung in Deutschland, die zusätzlich = über den ohnehin notwendigen Anteil hinaus nötig wäre, um den Strombedarf Deutschlands zu decken, fällt für den importierten Teil weg. Der selbstverständlich nicht beliebig verfügbar ist. Unsere Nachbarn wollen und werden die größte Volkswirtschaft Europas, die viertgrößte der Welt nur dann mit Strom versorgen, wenn sie genug davon im Überschuss produzieren und diesen Überschuss mit Gewinn an Deutschland verkaufen können. Das ist aktuell der Fall. Im Winter wird der Strom von seinen Erzeugern zum allergrößten Teil selbst benötigt werden. Vor allem, wenn die Windkraft- und PV-Stromproduktion auch im Ausland weiter ausgebaut wird. Da kann Deutschland „glücklich“ sein, dass Kernkraftwerke im Ausland ebenfalls in den Ausbauplänen zur Verfügbarmachung elektrischer Energie stehen. Dennoch, es wird immer enger in Zeiten, in denen die Sonne kaum auf deutsche Solarpaneelen scheint, und der Wind auch noch schwach ist. Beispiel gefällig?

Ausgerechnet am bedarfsarmen Sonntag schoss die regenerative Stromerzeugung in Deutschland über Mittag in die Höhe. Der Preis fiel sofort auf 0€/MWh. Was unsere Nachbarn sofort zum Stromeinkauf animierte. Von denen einige zum Nachmittag wieder Strom nach Deutschland zu lieferten. Selbstverständlich mit einem feinen Gewinn. So gehen Preisdifferenzgeschäfte. Am Ende zahlt der deutsche Stromkunde die Folgen des ach so günstigen Stroms aus regenerativen Energien.

Für unsere neuen Leser dieser Hinweis: Die konventionellen Stromproduzenten müssen als Systemdienstleistung, die extra bezahlt wird, auch bei starker regenerativer Stromerzeugung um die 25 Prozent konventionellen Strom – erzeugt mittels großer Generatoren – liefern, damit das Stromnetz stabil bei 50 Hz bleibt und die Strom-Versorgungssicherheit nachhaltig gewährleistet ist. Deshalb können sie ihre Stromerzeugung nicht beliebig drosseln. Das so entstehende Überangebot führt zu massiven Preissenkungen, wie am Sonntag sehr schön beobachtet werden kann.

 Montag, 1. Mai 2023 bis Sonntag, 7. Mai 2023Anteil Wind- und PV-Strom 42,9 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 58,2 Prozent, davon Windstrom 21,9 Prozent, PV-Strom 21,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,3 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 18. Analysewoche ab 2016

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 18. KW 2023: Factsheet KW 18/2023 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

  • Der Heizungstipp: Gas-, Ölheizung oder Wärmepumpe? Heinz Fischer, Heizungsinstallateur aus Österreich hier bei Kontrafunk vom 12.5.2023
  • Weitere Informationen zur Wärmepumpe im Artikel 9. Analysewoche.
  • Ganteförs überraschende Ergebnisse zu Wärmepumpe/Gasheizung (Quelle des Ausschnitts)
  • Neu: Interview mit Rüdiger Stobbe zum Thema Wasserstoff plus Zusatzinformationen
  • Viele weitere Zusatzinformationen
  • Achtung: Es gibt aktuell praktisch keinen überschüssigen PV-Strom. Ebenso gibt es praktisch keinen überschüssigen Windstrom. Auch in der Summe der Stromerzeugung mittels beider Energieträger plus Biomassestrom plus Laufwasserstrom gibt es keine Überschüsse. Der Beleg 2022, der Beleg 2023. Überschüsse werden bis auf sehr wenige Stunden im Jahr immer konventionell erzeugt!

Jahresüberblick 2023 bis zum 7.5.2023

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2023Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2Agora 2030Stromdateninfo Jahresvergleich ab 2016

Tagesanalysen

Was man wissen muß: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2023 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Montag, 1. Mai2023: Anteil Wind- und PV-Strom 38,5 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 56,7 Prozent, davon Windstrom 15,5 Prozent, PV-Strom 22,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 18,2 Prozent.

Der Strombedarf ist am Maifeiertag erwartungsgemäß gering. Die regenerative Stromerzeugung auch. Dennoch fällt der Strompreis um 14:00 Uhr auf 30€/MWh.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 1. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 1.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Dienstag, 2. Mai 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 41,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 56,3 Prozent, davon Windstrom 26,6 Prozent, PV-Strom 15,6 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,0 Prozent.

Am Dienstag etwas stärkere regenerative Stromerzeugung. Aber heute ist der Bedarf auch stärker. Ganztägig Stromimporte & Preisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 2. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 2.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Mittwoch, 3. Mai 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 36,6 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 52,4 Prozent, davon Windstrom 9,2 Prozent, PV-Strom 27,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,8 Prozent.

Der Mittwoch bringt ordentliche PV-Stromerzeugung. Auch heute ist der ganze Tag ein Stromimporttagmit entsprechendem Preisniveau.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 3. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 3.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Donnerstag, 4. Mai 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 44,5 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 59,0 Prozent, davon Windstrom 18,4 Prozent, PV-Strom 26,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,4 Prozent.

Ab Mittag steigt die Windstromerzeugung kontinuierlich, zum Abend dynamisch an. Auch heute wird, von der Mittagsspitze abgesehen, Strom aus dem benachbarten Ausland nach Deutschland eingeführt. Die Preisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 4. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 4.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Freitag, 5. Mai 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 47,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 60,1 Prozent, davon Windstrom 29,7 Prozent, PV-Strom 17,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,9 Prozent

Die gestrige Steigerung Windstrom hielt über Nacht an. Ab 5:00 Uhr sank die Windstromerzeugung wieder. Später zog sie wieder etwas an. Dennoch zur Vorabendlücke etwas Importstrom nötig. Die Preisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 5. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 5.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Samstag, 6. Mai 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 40,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 56,5 Prozent, davon Windstrom 21,1 Prozent, PV-Strom 19,1 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,3 Prozent.

Der Bedarf sinkt zum Wochenende. Die regenerative Stromerzeugung auch. Ganztägig wird Strom importiert. Die Strompreise.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 6. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 6.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Sonntag, 7.2023: Anteil Wind- und PV-Strom 50,1 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 65,3 Prozent, davon Windstrom 31,1 Prozent, PV-Strom 19,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,1 Prozent.

Der Sonntag macht seinem Namen alle Ehre. Die PV-Stromerzeugung „explodiert“ (über 30 GW um 12:00) bei dennoch erklecklicher Windstromerzeugung on- und offshore, sowie noch weniger Bedarf als gestern. Das Alles führt mit der – wie oben erklärt – notwendigen konventionellen Stromerzeugung zu einem erheblichen Stromüberschuss zur Mittagszeit. Ein Überschuss, der mit Freuden zum Preis um die 0€/MWh von unseren Nachbarn abgenommen wird.  Um 13:00 Uhr gibt es sogar noch eine Abnahmebonus von einem €/MWh.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 7. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 7.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Zulassungszahlen April 2023 zusammengestellt von Peter Hager

Im April lagen die PKW-Neuzulassungen bei 202.947 Fahrzeugen. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahresmonat einem Plus von 12,6 %. Im Vergleich zum März steht ein Rückgang von fast 28 % zu Buche.

Alle Antriebsarten – bis auf die Plug-in-Hybrid-PKW – konnten gegenüber dem April 2022 zulegen, wobei der Anteil von PKW mit Verbrennungsmotor mittlerweile bei rund 79 % liegt.

Nach Antriebsarten:

Benzin: 76.519 (+ 17,7 % ggü. 04/2022 / Zulassungsanteil: 37,7 %)

Diesel: 36.138 (+ 2,4 % ggü. 04/2022 / Zulassungsanteil: 17,8 %)

Hybrid (ohne Plug-in): 47.681 (+ 35,9 % ggü. 04/2022 / Zulassungsanteil: 23,5 %)
darunter mit Benzinmotor: 46.021
darunter mit Dieselmotor: 21.232

Plug-in-Hybrid: 11.787 (- 45,7 % ggü. 04/2022 / Zulassungsanteil: 5,8 %)
darunter mit Benzinmotor: 11.293
darunter mit Dieselmotor: 494

Elektro (BEV): 29.740 (+ 34,1 % ggü. 04/2022 / Zulassungsanteil: 14,7 %)

Quelle

Top 10 nach Herstellern (01-04/23)

Hybrid-PKW (ohne Plug-in): 203.917 (01-04/22: 156.630)

Audi: 18,3%
Mercedes: 16,1%
BMW: 14,4%
Toyota: 7,9%
Ford: 7,1%
Fiat: 4,9%
Hyundai: 4,7%
Suzuki: 4,1%
Nissan: 3,9%
Volvo: 3,1%

Hybrid-PKW (mit Plug-in): 49.332 (01-04/22: 89.468)

Mercedes: 23,2%
BMW: 11,2%
Audi: 10,0%
Seat: 7,8%
VW: 7,1%
Volvo: 6,1%
Ford: 3,5%
Opel: 3,5%
Porsche: 3,3%
Skoda: 2,9%

Elektro-PKW (BEV): 124.476 (01-04/22: 105.847)

Tesla: 18,5%
VW: 15,1%
Mercedes: 7,7%
Audi: 7,6%
Hyundai: 5,8%
BMW: 4,9%
Smart: 4,0%
Skoda: 3,3%
Fiat: 3,3%
MG Roewe: 3,3%

Die beliebtesten zehn E-Modelle in 04/2023 (Gesamt: 29.740) waren:

VW ID 4/5 (SUV): 2.723
VW ID 3 (Kompaktklasse): 2.050
Tesla Model Y (SUV): 1.636
Skoda Enyaq (SUV): 1.405
Audi Q4 (SUV): 1.370
Smart ForTwo (Minis): 1.248
Fiat 500 (Minis): 981
Seat Born (Kompaktklasse): 934
Mini (Kleinwagen): 920
MG Roewe 4 (Kompaktklasse): 827


Fast neun  Milliarden Euro Subventionen für Kauf von Elektroautos

Seit 2016 wurde der Kauf von rund 1,9 Millionen Elektrofahrzeugen (BEV und Plug-In-Hybrid) mit fast neun Milliarden Euro durch die Bundesregierung subventioniert.

Nicht mitgerechnet sind die 10-jährige Kfz-Steuerbefreiung, geringerer geldwerter Vorteil bei Dienstwagen, Bezuschussung von privaten Ladestationen oder die Einnahmen durch den THG-Handel.


15 Millionen Elektroautos per Gesetz?

Im Rahmen der Reform des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) beabsichtigt das Bundeswirtschaftsministerium das Ziel von 15 Millionen Elektroautos (BEV) bis 2030 aufzunehmen.

Um deren komfortables und reibungsloses Laden zu ermöglichen, sollen die Verteilnetzbetreiber gesetzlich verpflichtet werden ihre Netze entsprechend vorausschauend auszubauen.

Ladeinfrastruktur hinkt hinterher

Laut dem VDA (Verband der Automobilindustrie) kommen derzeit in Deutschland auf einen öffentlichen Ladepunkt im Durchschnitt 23 Elektroautos (gegenüber 2022: + 1 Fahrzeug / 2021: + 6 Fahrzeuge).

Damit hinkt der Ausbau der öffentlicher Ladeinfrastruktur den neu zugelassenen E-Autos nach wie vor hinterher (bis 2030 plant die Ampel-Regierung eine Million öffentliche Ladepunkte).

Da wird das Ziel von 1 Million öffentlicher Ladepunkte – am besten noch mit der EU-Vorgabe von maximal 60 km Abstand an den Autobahnen – doch gleich mit in die Reform des EnWG aufgenommen.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Rüdiger Stobbe betreibt den Politikblog Mediagnose.




Insiderhandel im Familien- und Wirtschaftsministerium? Noch ein Staatssekretär Habecks unter Korruptionsverdacht

von AR Göhring

Ein weiterer beamteter Staatssekretär in Robert Habecks Bundesministerium für Clanwirtschaft und Klimaschutz, Udo Philipp (59), steht unter Verdacht des Fehlverhaltens. Philipp ist zuständig für die Förderung von Startups – in die er mit privatem Geld selber investiert. Hat das Ministerium Steuergelder in Firmen gepumpt, an denen der Staatssekretär Anteile hält?

In den USA ist Insiderhandel ein Kapitalverbrechen: Nutzt ein Manager oder Makler (etc.) nicht-allgemeines Wissen über eine Firma, um via Aktien große Profite zu machen, landet er mitunter für Jahre im Gefängnis. In der Politik gilt diese Regelung nicht – wen überrascht es. Die Immunität von US-Politikern ist bislang eher bei Republikanern bekannt, zum Beispiel in den Kabinetten Bush jun. I/II im Zusammenhang mit „Landschaftspflege“ des militärisch-industriellen Komplexes.

Da es in der Politik aber de facto nicht darum geht, das Land und das Leben der Bürger zu verbessern, sondern darum, sich die Taschen zu füllen, wundert es nicht, daß auch die „Klimarettung“ von ihren Protagonisten dazu genutzt wird, leistungslos Steuergeld in die eigene Tasche umzuleiten. Militär oder Klima – das sind Nuancen, die unfähige Politiker nur insofern interessieren, welche ideologische Anhängerschaft sie haben, und an welcher Stelle sie deshalb aufpassen müssen. Aber wenn es dem „Klimaschutz“ dient, geht alles – da hat sogar die taz-Journalistin Ulrike Herrmann bei Maischberger Verständnis für Graichens Vetternwirtschaft, weil es so schwierig sei, gute Klimaexperten zu finden – eine offensichtliche Ausrede.

Was ist über Udo Philipps spezielle Firmenförderung bekannt? Er ist für E-Mobilität zuständig und genehmigt Förderprojekte. Der Focus:

Philipp unterstützt Firmen durch stille Einlagen, Kredite und offene Beteiligungen, wie er dem Bericht zufolge auf Anfrage einräumt. Um welche Firmen es sich handelt, dazu schweigt er. Daneben hat Philipp Geld in einer Reihe von Fonds. Einzelne Fonds, die sich dem Staatssekretär zuordnen lassen, bewegen sich in Zukunftsbranchen. Dazu zählt die Elektromobilität…
Tipp:  https://firmeneintrag.creditreform.de/suche , Udo Philipp eingeben
Wie sehen die Regeln des Ministeriums für solche Fälle aus – gibt es Verbote, privat in Firmen zu investieren, deren Förderung man selber genehmigte?
Eine Sprecherin verweist auf Compliance-Regelungen, die für Philipp gelten, die allerdings offenbar recht schwammig sind. Einfluß auf unternehmerische Entscheidungen habe er nicht. Seine Fonds würden von Dritten verwaltet werden.
Im Klartext: Sollten die Daten einsehbar sein/werden, welche Projekte und Firmen Philipp mit Steuergeld förderte, ist zu vermuten, daß genau diese Unternehmen zum Teil dem Staatssekretär gehören. Was wird Robert Habeck sagen, wenn das herauskommt? Was Ulrike Herrmann von der taz? Daß sie „Menschen opfern“ wollen für die Opposition? Daß es halt niemanden Besseres gab, der als Förder-Staatssekretär in Frage kam?



Sechs Mythen zur Kohleverstromung (1) – Klimawissen – kurz&bündig

Nr. 32a – Neben der Kernkraft hat die Kohle in Deutschland bei Journalisten und Aktivisten, und damit beim Bürger den schlechtesten Ruf. Welche Mythen werden gern verbreitet?
„Die Kohle geht uns weltweit bald aus!“
„Die deutsche Kohle ist bald alle!“
„Die Landschaft wird zerstört!“




Abu Graichen ist weg – kommt jetzt der nächste Clanchef?

von AR Göhring

Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht: Selbst in den grünenfreundlichen Massenmedien wurde der Druck auf  Bundesfamilienminister Robert Habeck so groß, daß er zumindest den beamteten Staatssekretär Patrick Graichen  in den einstweiligen Ruhestand schicken mußte.

Ein herber Verlust für den eher schlichten Literatur-Ästheten Habeck – Graichen gilt als der eigentliche Stratege des industriellen Abbaus in Deutschland. Aber er ist nicht der einzige – daher wird jetzt Habecks anderer Spezi, Klaus Müller, neuer Staatssekretär. Der Mann hatte etwas über ein Jahr die Bundesnetzagentur geleitet. Dazu einer unser schlauen und nicht täuschbaren Leser bei Facebook:

„Graichens Nachfolger soll angeblich der aktuelle Chef der Bundesnetzagentur Klaus Müller werden, ebenfalls ein ideologisch geprägter grüner Habeck-Spezi.
Aus Raider wird Twix, sonst ändert sich nix!“
(Nebenbei: Das vor 35 Jahren umbenannte Raider wird gerade rückbenannt. Ein Menetekel für die Zerstörer der westlichen Kultur?)
Ein anderer cleverer Leser erinnert an umstrittene Zitate von Müller:
„Es ist vor allem eines: ein riesiges Kasperletheater. Als Nachfolger wird Klaus Müller (52, Grüne) gehandelt. Müller? Wir erinnern uns:
– Gas-Krise 2022: Müller forderte, auf tägliches Duschen zu verzichten.
– Müller forderte, die Raumtemperatur auf 17 – 19°C zu drosseln. Schimmelbefall? Kein Problem für Müller.
– Müller forderte, bei Überlastung der Stromnetze durch e-Autos und Wärmepumpen den Menschen einfach den Strom zu rationieren. Als ob dieser Herr das zu entscheiden hätte.
usw. usf.
Müller ist mit seinen irren Allmachtsphantasien weitaus schlimmer als Graichen, mit diesem Ganoven kämen alle Menschen vom Regen in die Traufe.“
Anders gefragt – kommt Deutschland mit Staatssekretär Müller vom Regen in die Traufe? Welche Graichen, pardon, Leichen, hat Müller so im Keller? Und wer wird Müllers Nachfolger in der Netzagentur, die die Stromsystemstabilität in Deutschland überwacht, und nötigenfalls eingreift?
Wird uns allen wie Herkules mit der Hydra ergehen? Schlägt man ihr einen Kopf ab, wachsen zwei neue nach. Die Zahl der potentiellen Zeloten von Habeck bei den Grünen für jedwede Nachfolge von Graichen ist Legion.
Da Sie diese Sätze lesen, ist davon auszugehen, daß Ihre Bildung und Ihr IQ deutlich über dem Durchschnitt liegen – schreiben Sie Ihre Gedanken daher in die Kommentare!
Ein Gedanke noch von mir:
Patrick Graichen war ja erst seit 2021 direkt an den Fleischtöpfen der staatlichen Macht – zuvor leitete er jahrelang die von Hal Harvey mitfinanzierte NGO Agora. Wenn Habeck ihn nicht im Staat irgendwo luxuriös unterbringt (Spitzenbeamte haben schöne Pfründen, auch ohne Arbeit), wird Graichen wohl in das NGO-Unwesen zurückkehren und dort weiter als Graue Eminenz seine Stricke ziehen. Was ihm sowieso mehr zu liegen scheint – eine schauspielerisch begabte „Rampensau“ wie Baerbock oder Habeck ist er nicht. Wir erinnern uns in dem Zusammenhang an sein Debakel mit Claudia Kemfert bei Plusminus im ZDF: Aus der Reihe bedeutende Geister des 21. Jahrhunderts. Heute: Prof. Claudia Kemfert und Dr. Patrick Graichen zur Speicherproblematik