Das irrste Ampel-Gesetz bleibt unbemerkt

Mit Lug und Trug brachten grüne Hardcore-Ideologen ein Gesetz durch, das Deutschland in den Abgrund führt. Offenbar entdeckten weder Union noch AfD die Zeitbombe. Es ist so eine Art Hunger-Gesetz.

von Robert v. Loewenstern

Stellen Sie sich ein Land vor, dessen Sportler im internationalen Vergleich weit vorne sind. Nennen wir es Lala-Land. Zuständig für sportliche Belange ist der Lala-Verband. Im LLV gibt es eine Abteilung für Ökotrophologie, also Ernährungswissenschaft. Die Lala-Ökos spielen eine wichtige Rolle im Verband, denn was man in Sportler vorne reinsteckt, entscheidet darüber, was hinten rauskommt. Im Idealfall Medaillen.

Unter den Lala-Ökos hat sich eine Denkschule durchgesetzt, deren Anhänger sich Antikaloristen nennen, kurz AntiKa. Getreu ihrem Leitmotiv „Weniger ist weniger“ entwickelt die AntiKa einen Trainingsplan mit stufenweiser Reduzierung der Nahrungsaufnahme. Ziel ist die Begrenzung auf die Hälfte der aktuellen Kalorienzufuhr. Zur Durchsetzung des Plans greift die AntiKa auf die Lehren zweier Management-Gurus zurück. Sie heißen Niccolò di Bernardo dei Machiavelli und Jean-Claude Juncker. Deren Kernsätze lauten „Der Zweck heiligt die Mittel“ und „Wenn es ernst wird, muss man lügen“.

Für die Präsentation im LLV-Vorstand wählt die AntiKa die Überschrift „Besser essen, schöner siegen“. Vorgestellt wird das Konzept als „Umsetzung von Richtlinien des Weltsportverbandes“. Der Vorstand verabschiedet den Plan. Er ist durch den „Kampf gegen Rechtshänder“ im LLV abgelenkt, die als diskriminierend und rassistisch identifiziert wurden. Die Kaloriengrenzen für Athleten bleiben auch nach einem Vorstandswechsel in Kraft.

Leben light

Nette Geschichte, denken Sie vielleicht, aber fern jeder Realität. So ein Nonsens wie der Lala-Hungerzwang fällt selbst den größten Spinnern nicht ein. Doch, tut es. Die deutschen Grünen trieben es noch schlimmer als die AntiKa in Lala-Land. Sie brachten ein Gesetz durch, das ganz Deutschland auf Dauerdiät setzt. In Zukunft dürfen wir nur noch rund halb so viel Energie einsetzen wie bisher – fürs Essen, Heizen, Waschen, Spielen, Arbeiten, Produzieren, Bauen, Transportieren, Reisen. Für alles. Leben light. Geplant, geprüft, gezwungen.

Das legislative Gesamtkunstwerk trägt den geschmeidigen Namen „Gesetz zur Steigerung der Energieeffizienz in Deutschland“, kurz Energieeffizienzgesetz. Noch nie gehört? Nicht einen ARD-Brennpunkt, kein ZDF-spezial, keine Lanz-Sprechstunde zum Thema wahrgenommen? Keinen lautstarken Protest der Opposition? Nie einen Aufmacher bei Bild, Spiegel, FAZ, Zeit oder Welt gesehen? Kein Wunder. Das EnEfG kommt so unscheinbar daher, dass sich offenbar kaum jemand die Mühe machte, genauer hinzuschauen. Die wenigen namhaften Stimmen, die Alarm schlugen, wurden nicht gehört. Oder bewusst überhört.

Bevor wir uns dem feuchten Traum der Reduktionsapostel zuwenden, sei zunächst rekapituliert, wie es dazu kam. Den entscheidenden Move machte ein Grüppchen verschworener Grüner im Zuge des Streits um die Abschaltung der letzten deutschen Kernkraftwerke. Dabei wurde von „radikalen grünen Ideologen“ getrickst, getäuscht und gelogen. Wer mit den schmutzigen Details des finalen Atomausstiegs vertraut ist, mag gerne direkt zur Zwischenüberschrift „Geheime Zusatzvereinbarung“ scrollen.

Ergebnisgeschlossene Prüfung

Phase eins begann am 24. Februar 2022, als russische Truppen in die Ukraine einmarschierten, und dauerte nicht einmal zwei Wochen. Wirtschaftsminister Robert Habeck, erst seit kurzem im Amt, sah sich plötzlich „von Wirklichkeit umzingelt“, was für Grüne offenbar eine gleichermaßen überraschende wie schmerzhafte Erfahrung ist. Umgehend begann eine Diskussion über die Sicherheit deutscher Energieversorgung, die zu großen Teilen von russischem Billiggas abhing.

Habeck versprach eine „ergebnisoffene Prüfung“ zu einem möglichen Weiterbetrieb der drei verbliebenen deutschen Kernkraftwerke. Am 1. März schob er nach, dass es bei der Prüfung „keine Tabus“ geben werde. Weitere sechs Tage später war die tabulose Prüfung ergebnisgeschlossen. Am 7. März entschied das Ampelkabinett, einen AKW-Weiterbetrieb über den 31.12.2022 hinaus abzulehnen.

Nicht nur das Magazin Cicero wunderte sich, wie in „wenigen Tagen und ohne Befragung der anerkannten Fachleute eine sachkundige Prüfung“ stattfinden konnte. Die geforderte Akteneinsicht wurde lange verweigert. Erst nach zwei Jahren und einem Gerichtsurteil rückte das Ministerium entscheidende Unterlagen heraus. Nach deren Auswertung resümierte Cicero: „Die Expertise der mit Steuergeld bezahlten Fachleute im eigenen Ministerium spielte kaum eine Rolle. […] Wenn die Fachreferate beider Ministerien doch mal ihre Einschätzung mitteilen durften, wurde diese meist übergangen – oder gezielt verfälscht.“

Der Energie-Wendler

So hatten Beamte im House of Habeck ausdrücklich auf die vorteilhaften Effekte einer Laufzeitverlängerung hingewiesen: „Die Strompreise sinken, und der Netzbetrieb wird sicherer.“ Ohne Kernkraftwerke würden die Kosten der Netzstabilisierung sogar „stark ansteigen“. Doch auf der Leitungsebene, beim Energie-Wendler Patrick Graichen, verschwanden die positiven Einschätzungen auf wundersame Weise.

Das Umweltministerium unter Führung der Grünen Steffi Lemke war noch kreativer. Dort wirkte ein Abteilungsleiter namens Niehaus. Seine Fachbeamten hielten einen Weiterbetrieb der noch laufenden Atomkraftwerke „über mehrere Jahre“ für „mit der Aufrechterhaltung der nuklearen Sicherheit vereinbar“. Der Grüne Niehaus verkehrte die Aussage kurzerhand ins Gegenteil. Eine Laufzeitverlängerung sei „sicherheitstechnisch nicht vertretbar“.

Der Vorsitzende des eingesetzten Untersuchungsausschusses brachte das Vorgehen des grünen Atomfilzes auf den Punkt: „Es war ein großangelegtes Täuschungsmanöver.“ Wie viel die Minister Habeck und Lemke vom Pro-Atom-Urteil ihrer Fachbeamten wussten, ist unklar. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder belogen Habeck und Lemke die Öffentlichkeit, oder sie hatten keine Ahnung, was ihre Vertrauensleute anstellten. Beide Varianten wären Grund für ministerielle Rücktritte. Aber Rücktritt war früher, heute „trägt“ man nicht nur Verantwortung, man „übernimmt“ sie im Bedarfsfall, und damit hat es sich.

Habeck befürchtete „Edeka“

Phase zwei des finalen Atomausstiegs fand im Spätsommer 2022 statt. Die vermeintliche Killerseuche klang ab, dafür kündigte sich echtes Ungemach an. Russisches Billiggas gab es nicht mehr, die Preise für Strom und Wärme erreichten Rekordhöhen. Den Deutschen drohte ein kalter Winter, im schlimmsten Fall mit Brown- oder gar Blackouts.

Selbst strenggläubigen Grünisten wurde bei dem Gedanken unwohl, sich im frostigen Wohnzimmer mit Teelicht und Filzhandschuhen um die nadelnde Ökotanne zu versammeln und allein auf die Kraft der Körperwärme zu setzen. Anders grüne Funktionsträger. Für sie galt Dogma statt Pragma. Das Atom-Aus musste um jeden Preis durchgesetzt werden.

Robert Habeck hatte die Wahl zwischen Pest und Cholera. Laufzeit verlängern und Krieg mit der Partei provozieren oder Kernkraft abschalten und frierende Wähler riskieren. In beiden Fällen konnte das schlimmste aller Übel eintreten, nämlich „Edeka“ – im mittleren Management das beliebte Kürzel für „Ende der Karriere“. Die Abschiebung auf einen ruhigen Versorgungsposten bei den Stadtwerken Flensburg mag Otto Normalverbrenner wie ein Lotto-Jackpot erscheinen, aber nicht jemandem, der davon träumt, als König von Deutschland die Welt zu retten.

Die Richtlinienkompetenz war ein Fake

In dieser misslichen Lage sprang der Kanzler ein. Per Richtlinienkompetenz ordnete Olaf Scholz im Oktober 2022 den AKW-Weiterbetrieb bis Mitte April 2023 an. Sicherheitstechnische Bedenken spielten plötzlich keine Rolle mehr – in den noch laufenden Kernkraftwerken hatte wohl eine Spontanheilung stattgefunden.

Die Ausübung der grundgesetzlich verankerten Richtlinienkompetenz war ein Fake. Schließlich ist sie dafür gedacht, einen widerborstigen Minister per Handlungsanweisung in die Spur zu bringen. Das fand hier nicht statt, wie Dokumente belegen, die der Welt vorliegen: „Demnach zog der Kanzler die Richtlinienkompetenz nicht gegen Habeck, sondern in Absprache mit ihm.“ Die drei Ampelmännchen Scholz, Habeck und Lindner waren sich einig: Die AKW sollten weiterlaufen, mindestens bis ins Frühjahr 2023, nach dem Willen der FDP noch viel länger.

Das angebliche Machtwort von Scholz war also keines. Es half dem Wirtschaftsminister aus der Patsche, der gegenüber seiner Partei behaupten konnte: Ich war’s nicht, der Kanzler ist schuld. Richtig spektakulär war die Enthüllung allerdings nicht, denn sie bestätigte nur eine naheliegende Vermutung. Die Welt hatte Scholz bereits im Oktober 2022 gefragt: „War das Machtwort in Wirklichkeit abgesprochen?“

Geheime Zusatzvereinbarung

Interessanter an der Welt-Veröffentlichung war eine andere Aufdeckung. Habeck und Scholz trafen bei ihrer Absprache an der FDP vorbei eine geheime Zusatzvereinbarung. Die Welt: „Eindeutig belegen die Dokumente, wie Scholz mit Habeck an einer Lösung arbeitete und den Frontmann der Liberalen in der Koalition, Christian Lindner, dabei gezielt umging.“ Der Staatssekretär gewordene Lobbyist Graichen gab seinem Minister per Mail „Verhandlungschips“ vor „als Gegenleistung für einen möglichen Streckbetrieb bei Emsland“. Der Verlängerung von zwei AKW hatten die Grünen bereits zugestimmt, beim dritten, Emsland, zierten sie sich noch.

Ob Olaf Scholz auf einen grünen Bluff hereinfiel, bleibt offen. Vielleicht erklärte Habeck einfach: „Ich brauch’ noch was, damit es aussieht, als hätten wir hart verhandelt.“ Jedenfalls lieferte der Kanzler „weitgehend, was die Grünen bestellt hatten“, wie Welt-Mann Robin Alexander schreibt. Einen Tag nach Graichens Mail verfügte Scholz mit der Richtlinienanweisung: „Parallel zu dieser Entscheidung werden die folgenden Weichenstellungen vorgenommen: Es wird ein ambitioniertes Gesetz zur Steigerung der Energieeffizienz vorgelegt.“

An dieser Stelle endet die lobenswerte Welt-Recherche. Was den Springer-Investigativen nicht auffiel, ist die Bedeutung des Habeck-Scholz-Gemauschels. Wahrscheinlich wusste nicht einmal der Kanzler selbst, was ihm eine grüne Kamarilla da untergejubelt hatte. Die Vermutung liegt nahe, denn „Gesetz zur Steigerung der Energieeffizienz“ klingt so unschuldig wie Stromspartipps der AOK: „Füllen Sie den Wasserkocher nur mit der Wassermenge, die Sie wirklich brauchen“.

Bereits der Name ist eine Lüge

In Wahrheit war die Scholz-Zusage Grundlage für die Schaffung eines Monsters. Das Licht der Welt erblickte das „ambitionierte Gesetz“ ein Jahr später, im November 2023. Bereits der Name „Energieeffizienzgesetz“ ist eine Lüge. Es geht im Kern nicht um die Steigerung von Effizienz. Bessere Effizienz könnte heißen, dass beispielsweise mit gleichem Verbrauch mehr Wirkung erzielt wird. Das lässt das EnEfG nicht zu. Es setzt absolute Grenzen. Die Gesamtmenge der in Deutschland eingesetzten Energie muss sinken, Jahr für Jahr.

Die entscheidenden Sätze finden sich in Paragraf 4: „Ziel dieses Gesetzes ist es, den Endenergieverbrauch Deutschlands im Vergleich zum Jahr 2008 bis zum Jahr 2030 um mindestens 26,5 Prozent auf einen Endenergieverbrauch von 1.867 Terawattstunden zu senken.“ Für die Zeit danach ist vorgesehen, „den Endenergieverbrauch Deutschlands im Vergleich zum Jahr 2008 bis zum Jahr 2045 um 45 Prozent zu senken“.

Nun mag mancher einwenden, eine Begrenzung sei möglicherweise gar nicht so dramatisch, wir seien doch schon viel sparsamer beim Energieverbrauch geworden. Warum sollte sich das nicht fortsetzen lassen? Hier sind wir beim nächsten Trick der grünen Zauberkünstler. Die gewählte Bezugsgröße, der „Vergleich zum Jahr 2008“, suggeriert, dass in den vergangenen 16 Jahren bereits eine erhebliche Strecke auf dem Weg zum reduzierten Energieeinsatz schad- und klaglos zurückgelegt wurde. Das ist nicht der Fall.

Umweltbundesamt kann nicht rechnen

Aufklärung schafft eine Publikation des Umweltbundesamtes mit dem Titel „Zentrale Säule der Energiewende – Energieverbrauch und Energieeffizienz in Deutschland“. Auf Seite 4 behauptet das UBA: „Seit 2008 stieg die Endenergieproduktivität der Volkswirtschaft um 55,9 Prozent.“ Klingt gut, ist aber in mehrfacher Hinsicht falsch.

Erstens können die beamteten Umweltspezis nicht rechnen. Die „Endenergieproduktivität“ ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen der in Deutschland genutzten Energie und dem damit erwirtschafteten Bruttoinlandsprodukt. 2008 waren das 1.210 Euro pro Megawattstunde, wie die Grafik neben dem Text zeigt. In 2023, dem letzten aufgeführten Jahr, waren es 1.595 €/MWh. Selbst wer nur Grundrechenarten beherrscht, kann ermitteln, dass der Zuwachs zwischen den beiden Werten nicht 55,9 Prozent beträgt, sondern nur 31,8 Prozent.

Zweitens, selbst die 31,8 Prozent Effizienzsteigerung zwischen 2008 und 2023 sind noch deutlich übertrieben. Wie die UBA-Grafik zeigt, blieb der Jahresenergieverbrauch in Deutschland von Ende 2008 bis Ende 2019 nahezu konstant. 2008 waren es 2.591 Terawattstunden, 2019 waren es 2.514 TWh – eine Mini-Minderung in elf Jahren um insgesamt drei Prozent, im Schnitt pro Jahr nur 0,27 Prozent weniger Energieverbrauch.

Nicht Effizienz, sondern Verzicht

Gleichzeitig stieg in diesem Zeitraum das reale, also inflationsbereinigte BIP im Schnitt um rund ein Prozent pro Jahr. Dadurch erhöhte sich die Energieproduktivität von 1.210 €/MWh auf 1.431 €/MWh, ein Zuwachs von 18,3 Prozent in elf Jahren. Erst ab Anfang 2020 bis Ende 2023 sank der deutsche Endenergieverbrauch in nur vier Jahren um satte zehn Prozent. Dieses bemerkenswerte Minus geschah allerdings nicht durch plötzliche und wundersame Effizienzsteigerung bei der Energienutzung, wie das UBA nahelegt.

2020 erschien Corona auf der Weltbühne. Lockdowns und sonstige Restriktionen dimmten das private und wirtschaftliche Leben herunter. Ab 2022 taten Energiepreis-Explosion, allgemeine Inflation und Rezession ein Übriges. Hinzu kam die strukturelle Krise der deutschen Industrie. Von November 2017 bis Juni 2024 ging die Produktion im produzierenden Gewerbe um 15,3 Indexpunkte zurück.

Zur Energieeinsparung ab 2020 führte also nicht gesteigerte Effizienz, wie das UBA vorgaukelt, sondern Verzicht. Bürger und Wirtschaft verbrauchten weniger, weil sie zunächst nicht mehr durften und später nicht mehr konnten. Zusammengefasst: Die laut UBA angeblich 55,9 Prozent Effizienzsteigerung in 15 Jahren sind, wie gesagt, falsch errechnet. Aber selbst die korrigierten 31,8 Prozent sind bei näherer Betrachtung überzogen. Sie beruhen nicht auf Effizienzsteigerung, sondern auf Energieverzicht aufgrund multipler Krisen.

Für alles nur ein Drittel der Energie

Ich belämmere Sie ungern mit weiterem Zahlensalat, nur so viel: Angenommen, wir schaffen bis 2045 eine magere BIP-Steigerung wie zwischen 2008 und 2019, jährlich etwa ein Prozent. Dann müssten wir unsere Energieeffizienz gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 mehr als verdoppeln, um das EnEfG-Verbrauchsziel für 2045 zu erreichen. Sollte die deutsche Wirtschaft bis 2045 um halbwegs gesunde zwei Prozent im Jahr wachsen, müsste sich die Energieeffizienz sogar fast verdreifachen.

Anders gesagt: Ihre Heizung bräuchte 2045 nur noch gut ein Drittel des Gases bei gleicher Wärmeleistung wie 2019. Ihr Diesel gönnt sich nicht mehr 7 Liter pro 100 km, sondern nur noch 2,6 Liter. Ihr Urlaubsflieger könnte Sie mit derselben Kerosinmenge nicht einmal nach Mallorca und zurück bringen, sondern zweimal. Plus einmal Venedig und retour. So geht es in jedem Lebens- und Wirtschaftsbereich: Vom Herd bis zum Bagger, vom Staubsauger bis zur Stahlpresse, vom Frühstücksomelett bis zur Hühnerzucht – alles funktioniert mit der Hälfte oder nur einem guten Drittel der bisher eingesetzten Energie.

Der Fun Fact: Die grünen Redux-Fetischisten machen dabei keinen Unterschied zwischen guter und böser Energie. Egal, ob der Strom aus dem Windrad oder aus dem Kohlekraftwerk kommt, ob die Heizung mit Erdgas oder grünem Wasserstoff läuft – der Verbrauch muss dramatisch sinken.

Regierungsamtlich verordnete Dauerkrise

Sicher, in vielen Sektoren sind weitere Effizienzsteigerungen beim Energieverbrauch möglich und durch technischen Fortschritt zu erwarten. Aber eine Verdoppelung oder gar Verdreifachung in allen Bereichen bis 2045 ist eine abwegige Vorstellung. Eine derartige Leistungsexplosion ist blanke Utopie, solange Elon Musk keinen Zaubertrank aus fernen Galaxien mitbringt.

Rein praktisch laufen die Vorgaben der grünen Clan- und Planwirtschaftler daher auf eine regierungsamtlich verordnete Dauerkrise hinaus. Was bleibt, ist Verzicht. Jedes Jahr ein bisschen weniger Energie, jedes Jahr ein bisschen mehr Verzicht. Das Energieeffizienzgesetz ist in Wahrheit legislativ zementierter Degrowth, eine industrielle und gesamtwirtschaftliche Schrumpfung mit allen Folgeeffekten: Wohlstandsverlust, Massenarbeitslosigkeit, Gesellschaftszerfall. Deutschland schafft sich ab.

Gut, ganz so weit wird es wohl nicht kommen. Egal wer regiert, irgendjemand wird beim Absturz ins grüne Paradies der Enthaltsamkeit irgendwann die Reißleine ziehen. Die Frage ist nur, wie viel Schaden bis zur Umkehr angerichtet ist. Aktuell verliert Deutschland Monat für Monat rund 10.000 Industriearbeitsplätze. Die kehren nicht wieder, selbst wenn die Politik eines Tages zur Besinnung kommt.

Grünes Paradies der Enthaltsamkeit

Wer glaubt, das EnEfG entfalte derzeit noch keine Wirkung, täuscht sich. Die praktische Umsetzung hat längst begonnen. Wie in solchen Fällen üblich, wurde Bürokratismus vom Feinsten installiert. Unternehmen müssen Meldefristen für Abwärme einhalten, Energieaudits durchführen, ein betriebliches Energiemanagement-System einrichten – viele schon bis Juli 2025. Bei Nichtbeachtung drohen Bußgelder bis zu 100.000 Euro. Beratungsfirmen bieten ihre Hilfe an, TÜV und IHK veranstalten Online-Seminare zum Thema.

So trägt das EnEfG bereits jetzt zur wirtschaftlichen Abwanderung bei. Unternehmer positionieren sich öffentlich ungern politisch. Sie entscheiden einfach. Wer zig Millionen in Maschinen oder ganze Fabriken investiert, tut das mit Blick auf einen Zeitrahmen von mindestens fünf bis zehn Jahren. Eine entscheidende Rolle bei der Standortwahl spielen Vernunft und Verlässlichkeit staatlicher Rahmenbedingungen. Einem Staat, der Gaga-Gesetze aus dem Paralleluniversum verabschiedet, ist einiges zuzutrauen, nur keine Vernunft.

Das Energieeffizienzgesetz übertrifft alles, was sich die Grünen bisher auf klimapolitischem Gebiet geleistet haben. Dagegen ist „Habecks Heiz-Hammer“ Pillepalle. Trotzdem findet das EnEfG im öffentlichen Diskurs praktisch nicht statt. Nicht einmal im Wahlkampf griff die Opposition das Thema auf. Offenbar bemerkten weder Union noch AfD die grüne Zeitbombe.

„Extremistische Klimapolitik“

Auch in großen Medien wurde das Gesetz des Grauens nur in Ausnahmefällen gewürdigt. Im Dezember erklärten zwei Fachleute in einem Gastbeitrag bei Focus Online die „drastischen Folgen“ des „krassesten Klimagesetzes“. Die Experten nahmen kein Blatt vor den Mund. Man komme einer „gesetzlich unterlegten Zero- bzw. Degrowth-Politik und einer Energiemangelwirtschaft in Deutschland sehr nahe“. Deutschland habe wieder einmal „Goldplating“ betrieben, sei also weit über EU-Richtlinien hinausgegangen. Das EnEfG zeuge „von politischer Übergriffigkeit, Anmaßung von Wissen und Allmachtsphantasien“.

Bei Achgut.com wies zuletzt Fritz Vahrenholt auf das „Monstergesetz planwirtschaftlicher Prägung“ hin, das „Deutschland, wie wir es kennen, zerstören“ werde. Schon länger schlägt ein anderer ausgewiesener Experte Alarm. Der Ökonom Hans-Werner Sinn polterte letztes Jahr in einem Vortrag (online nicht mehr abrufbar): „Der Endenergieverbrauch soll von 2008 bis 2045 um 45 Prozent zurückgehen und zwar nicht nur der schmutzige Endenergieverbrauch, sondern jedweder Endenergieverbrauch. […] Da fragt man sich, was das denn soll. Das ist geradezu hirnrissig. Das ist ein Programm der Deindustrialisierung. […] Es ist kaum zu glauben, aber das ist die Gesetzeslage in Deutschland.“

Über die Gesamtheit des grün bestimmten Treibens urteilte der Ex-Chef des Ifo-Instituts noch schärfer: „Eine extremistische Klimapolitik hat sich dieses Landes bemächtigt und wird realisiert. Es ist ein Extremismus der Mitte, der hier zu beobachten ist. Das Land hat irgendwie seinen Verstand verloren bei der Vorgabe dieser Werte.“

Graichens Werk und Habecks Beitrag

Man kann es auch anders sagen: Mit ihrem Extremismus in Klima- und Energiefragen haben sich die Grünen endgültig aus der politischen Mitte verabschiedet. Klar, Politiker wie Robert Habeck, die auf Herausforderungen der Realität mit der vollen Härte des Geschwätzes reagieren, erscheinen in ihrer Unbedarftheit einigermaßen harmlos. Deshalb ist es verfehlt, den Wirtschaftsminister „Schwachkopf professional“ zu nennen. Professionalität ist Habeck beim besten Willen nicht zu unterstellen.

Es sind Hardcore-Ideologen im Hintergrund, die Wahn in Paragrafen gießen. Treuherzchen wie Habeck dienen den Strippenziehern nur als freundliche Fassade. Die wirklich Gefährlichen sind die Graichen und Niehaus und ihr weitverzweigtes Netzwerk. Im Dienst der „guten Sache“ kennen sie keine Skrupel. Wer sich mit den Weltenrettern an einen Tisch setzt, muss wissen, worauf er sich einlässt. Die Grünen spielen mit gezinkten Karten.

Wann die politische Konkurrenz aufwacht und wie es mit dem Energieeffizienzgesetz und anderem Klima-Irrwitz weitergeht, dürfen wir mit Spannung erwarten. Zum Ausgleich erzähle ich Ihnen das Ende der Geschichte aus Lala-Land:

Einige Zeit nach Einführung des Hunger-Programms ist der Lala-Spitzensport auf Kreisliga-Niveau abgerutscht. Zur Erforschung des unerklärlichen Phänomens beschließt der LLV-Vorstand, eine Expertenkommission einzusetzen. Die Auswahl der Fachleute soll nach rein wissenschaftlichen Kriterien erfolgen. Mit dieser Aufgabe wird eine neutrale, vertrauenswürdige Institution betraut. Sie heißt AntiKa.

 

Robert von Loewenstern ist Jurist und Unternehmer. Von 1991 bis 1993 war er TV-Korrespondent in Washington, zunächst für ProSieben, später für n-tv. Er lebt in Bonn und Berlin.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier

 




Bundesnetzagentur ermittelt gegen eine Dunkelflaute

„Dunkelflaute“ hat wie „Blitzkrieg“ oder „Kindergarten“ den Weg in den englischen Sprachraum geschafft. In anderen Sprachen ist der Begriff überflüssig, weil Windstille bei Dunkelheit etwas mit Wetter, aber wenig mit Energieversorgung zu tun hat. Das ist im Energiewende-Wunderland anders und auf typisch deutsche Art können die Folgen ihres Eintretens zur Suche nach Schuldigen führen. 

von Frank Hennig

Diese Überschrift ist irreführend. Natürlich ermittelt niemand gegen eine Windstille bei Dunkelheit, aber zu den Folgen des Ereignisses schon. Hin und wieder erschweren die Mächte der Finsternis und des Wetters den durchschlagenden Erfolg der deutschnationalen Energiewende. Neben den drei bisherigen Dunkelflauten um den 6. November, den 12. Dezember und den 27. Dezember 2024 halten windschwache Zeiten im Januar und Februar 2025 an.

„Windkraftbetreiber schlittern in die Krise“, titelt finazmarktwelt.de am 2. Februar. Der Wettergott nimmt an der Rundumsubventionierung dieser Technologie eben nicht teil. Von Jahresbeginn bis Mitte Februar verringerte sich die Windstromproduktion um etwa 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wie man überhaupt auf den Gedanken kommen kann, einer oftmals versagenden Stromproduktion aus diesen Zufallsenergieanlagen eine Rolle bei der „nationalen Sicherheit“ oder des „öffentlichen Interesses“ zuzuschreiben, ist auf rationaler Grundlage nicht erklärbar. Es ist nur dann erklärbar, wenn man berücksichtigt, dass die Windlobby in Gestalt der Grünen in der bisherigen Regierung saß.

Parallel zu den Nichtwind- und Schwachwindzeiten reagierten die Preise im Großhandel. Am Spotmarkt wurden Spitzenwerte am 11. Dezember, 17 Uhr, von 1.158 Euro pro Megawattstunde (€/MWh) und am 12. Dezember um 9 Uhr von 990 €/MWh erreicht. Im Intraday-Handel (für den Folgetag) waren 936 €/MWh der Höchstwert. Das sind 93,6 Cent pro Kilowattstunde, etwa das Dreifache des Haushaltsstrompreises, allerdings noch vor Steuern, Abgaben und Netzentgelten. Erhebliche Importmengen in Richtung von 20 Gigawatt trieben überall in Europa die Preise, was zu bösen Kommentaren insbesondere aus Schweden und Norwegen führte, wo darüber sogar die Regierungskoalition zerbrach.

Es mag in der grün geführten Bundesnetzagentur (BNA) unvorstellbar sein, dass es trotz kluger und weiser Führung durch den Großen Robert zu solchen Verwerfungen kommen kann. Zeitgleich war eine größere Zahl deutscher konventioneller Kraftwerke nicht am Netz, was die Möglichkeit eröffnet, Schuldige zu suchen. Gern zum Ziel werden dann Großkonzerne, Kohlebarone und fossile Dinosaurier. Die Atommafia ließ sich schlecht heranziehen, sie war ja schon eliminiert und was die Fossilen betrifft, läuft deren Abschaltung auf gesetzlicher Basis weiter in der Überzeugung, dass wir sie künftig ohnehin nicht mehr brauchen würden.

Also kündigte der grüne BNA-Präsident Klaus Müller Untersuchungen an, ob Marktmanipulationen der Kraftwerksbetreiber die Ursache für die hohen Preise um den 12. Dezember gewesen sein könnten. Sie hätten durch das Zurückhalten von Kapazitäten den Preis womöglich weiter treiben wollen.

Acht Wochen später liegt noch kein Untersuchungsergebnis vor. Auf Presseanfrage antwortet die Behörde, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien, die öffentlich zugänglichen Daten enthielten „Unschärfen“.

Andere sind etwas fixer. Bereits zwei Tage nach dieser Dunkelflaute hatte Stefan Spiegelsberger von „Outdoor Chiemgau“, Energiejournalist und Risikoberater, die nicht verfügbaren Kraftwerke inklusive der Ursachen ermittelt. Sehenswert dazu sein Video, ab Minute 8 wird auch die nichtverfügbare Kraftwerksleistung von 14,27 Gigawatt erklärt.

Dazu kommt ein Strickfehler im System. Insgesamt durften etwa 13 Gigawatt Kraftwerksleistung aus der Kapazitäts- und Netzreserve und an „Besonderen netztechnischen Betriebsmitteln“ nicht eingesetzt werden, denn sie gelten als Notreserve und werden durch die Netzbetreiber nur eingesetzt, wenn Gefahr für die Sicherheit des Netzes besteht. Das war in den Dunkelflauten nicht der Fall. Ergebnis ist, dass diese Kraftwerke nicht am Markt teilnehmen durften, obwohl sie stark preissenkend gewirkt hätten.

Die hohe Zahl nichtverfügbarer Kraftwerke wird nicht sinken. Alle Kohlekraftwerke haben einen Stilllegungstermin, entsprechend sind die Instandhaltungsstrategien auf diesen Zeitpunkt ausgerichtet. Das heißt, die Reparaturen werden auf das Nötigste beschränkt, investiert wird nicht mehr und ein höheres Störungsrisiko wird in Kauf genommen. Im Vergleich zum Halter eines Autos: Würde eine Behörde die Stilllegung im übernächsten Jahr verfügen, ließe der den letzten Ölwechsel, die neuen Wischerblätter und den eigentlich nötigen Wechsel der Zündkerzen auch ausfallen.

Erzeugt man den Strom volatil, dann hat man zu wenig oder zu viel, jedenfalls keine bedarfsgerechten Lieferungen. Die Dunkelflauten treiben die Preise, beeinträchtigten aber (noch) nicht die Netzsicherheit. Eine ordentliche Hellbrise im kommenden Sommer kann sich durch die eingeschränkte Regelfähigkeit zu einem größeren und fulminanten Problem entwickeln. Der Präsident der BNA ist von dieser Sorge getrieben. Notfallmaßnahmen seien nicht auszuschließen, er befürchtet technischen und finanziellen Stress. Die Behörde bemühe sich, der Politik den Ernst der Lage zu vermitteln. Mehr Kritik an seinen grünen Genossen ist von ihm nicht zu hören.

Wir dürfen gespannt sein, wo man die Schuldigen nach Problemen mit den Mächten gleißenden Lichts suchen wird.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

 




Änderungen der oberflächennahen Meeres- und Landtemperaturen seit Messbeginn

von Henry Schau

Die zeitlichen Verläufe der lokalen oberflächennahen Temperaturen sind teilweise schwer zu interpretieren und können von der globalen Entwicklung abweichende Ergebnisse liefern. Weiterhin lassen sie unter Umständen keine generellen Aussagen zur Wirkung bestimmter Faktoren wie z.B. der CO2-Konzentration zu. Andererseits sind die globalen mittleren Oberflächentemperaturen (GMST) hinsichtlich ihrer physikalischen Aussagekraft „stark eingeschränkt“ und eher eine Art Vergleichsgröße. Insbesondere ist eine Mittelwertbildung über Meeres- und Landoberflächentemperaturen fragwürdig, da wegen der verschiedenen thermophysikalischen Eigenschaften sehr unterschiedliche Energieinhalte vorliegen. Aus diesem Grund werden in diesem Beitrag die zeitlichen Verläufe der Temperaturreihen getrennt untersucht. Die Analysen erfolgen beispielhaft mit den Temperaturdaten der CRU [[1]].

Abbildung 1: Stückweise lineare Regression der Abweichungen von den mittleren Meeres-temperaturen (HadSST4) Abbildung 2: Stückweise lineare Regression der Abweichungen von den mittleren Landtemperaturen (CRUTEM5.0)

Abbildung 1 zeigt den zeitlichen Verlauf der Abweichung vom langzeitlichen Mittel (Bezugszeitraum 1961-1990) der oberflächennahen Meerestemperaturen des CRU-Datensatzes HadSST4 (blaue Kurve). Erste Hinweise für die Lage der Änderungspunkte (change points – CPs) liefert der Verlauf der mit einem Gauß-Filter (30 Jahre) geglätteten Kurve (grüne Kurve). Die genauere Ermittlung der CPs verwendet BEAST [[2]] (für MATLAB [[3]] und Octave [[4]]) und/oder die Funktion ischange in MATLAB. Die erhaltenen Werten dienen als Startwerte für die Parameter einer stückweise linearen Regression (mathematisch eine nichtlineare Regression), bei der die linearen Funktionen mit Übergangsbedingungen gekoppelt sind. Die rote Kurve in Abbildung 1 zeigt den erhaltenen Verlauf (die gestrichelten Kurven das 95 % Konfidenzintervall). Es sei darauf hingewiesen, dass ähnliche Methoden auch in [[5]], [[6]] und [[7]] zur Analyse von Temperaturverläufen verwendet wurden. Die für die GMST durchgeführten Berechnungen ergeben eine sehr gute Übereinstimmung mit den [5] erhaltenen CPs.

Die in Abbildung 1 dargestellten Verläufe zeigen eine deutliche Änderung der Verläufe um 1879,1 (3,7), 1909,5 (1,8), 1944,0 (2,3) und 1967,7 (, wobei die Anstiege von ca. 1910 bis 1944 und 1968 bis 2024 mit 0,0152 (0,0016) und 0,0159 (0,0007) nahezu gleich sind. In Abbildung 2 sind die analogen Verläufe für die Landtemperaturen dargestellt. Hier wurde nur 3 relevante CPs bei 1892,0 (6,6), 1941,8 (5,9) und 1974,9 ( gefunden. Die Anstiege von ca. 1892 bis 1942 und 1974 bis 2024 betragen 0,0090 (0,0015) und 0,0294 (0,0015). Die Abbildung 3 für die globale Oberflächentemperaturen angegebenen Verläufe liegen erwartungsgemäß näher bei den Meerestemperaturen.

Abbildung 3: Stückweise lineare Regression der Abweichungen von den mittleren globalen Temperaturen (HadCRUT5.0) Abbildung 4: Vergleich der stückweisen linearen Regression der Abweichungen von den mittleren Meeres- und Landtemperaturen

Zur besseren Vergleichbarkeit sind in Abbildung 4 nur die Verläufe der stückweisen linearen Regression der Meeres- und Landtemperaturen sowie die Unterschiede der CPs dargestellt. Die Meerestemperaturen wurde hier mit 3 CPs approximiert. Der Vergleich der beiden Verläufe zeigt:

  1. Der Anstieg der Meerestemperaturen ab 1968 erfolgt ca. 7 Jahre vor dem der Landtemperaturen, wo er 1975 beginnt. Beide Anstiege sind bis 2024 faktisch linear. Der Anstieg der Landtemperaturen im Bereich ab ca. 1970 ist mit 0,029 K/a (a – Jahr) fast doppelt so hoch wie der der Meerestemperaturen mit 0,016 K/a.
  2. Der Anstieg der Meerestemperaturen von ca. 0,5 K zwischen 1910 und 1944 sowie der Abfall zwischen 1879 und 1910 in Abbildung 1 ist bei den Landtemperaturen nicht sichtbar. Diese steigen zwischen 1892 und 1942 kontinuierlich um ca. 0,4 K an.

Der Abfall der globalen Temperaturen im Bereich zwischen 1940 und 1980 wird überwiegend mit dem „global dimming“ in Verbindung gebracht. So wird in [[8]] ausgeführt (übersetzt):

„Zur Erklärung der beobachteten dekadischen Schwankungen der bodennahen Sonnenstrahlung (bekannt als Abdunklung und Aufhellung) ist die relative Bedeutung von Wolken und wolkenfreier Atmosphäre (insbesondere Aerosolen) derzeit umstritten.“

Dies deutet darauf hin, dass die wolkenfreie Atmosphäre die Hauptursache für Abdunklung und Aufhellung in Mitteleuropa ist, und legt nahe, dass diese Schwankungen eher anthropogen bedingt sind als natürlichen Ursprungs, wobei Aerosolschadstoffe wahrscheinlich die Hauptursache sind.“

Zur Aufhellung (Brightening) wird vom DWD [[9]] ausgeführt:

„Laut Pfeifroth et al. (2018) kann der beobachtete Effekt des Brightening hauptsächlich durch eine Veränderung in der Bewölkung erklärt werden. Diese kann sowohl natürlichen Ursprungs sein und/oder durch den indirekten Effekt von anthropogenen Aerosolen auf die Wolkenbildung hervorgerufen werden (Pfeifroth, et al., 2018).“

Auch wenn sich die Aussagen überwiegend auf die Sonneneinstrahlung und nicht direkt auf die Temperaturen beziehen, gibt es offensichtlich keine endgültige Erklärung für die beobachteten Verläufe. Außerdem wird (weitgehend) die Landfläche betrachtet. Das abweichende Verhalten der Meerestemperaturen wird kaum angesprochen. Es erscheint zweifelhaft, dass sich die überwiegend auf den Landflächen erzeugten Aerosole auf die Meere verteilen und dort trotz der größeren thermischen Trägheit zu einem früheren Anstieg der Temperaturen führen. In diesem Zusammenhang ist auch der Abfall der Meerestemperaturen von 1879 und 1910 (über ca. 31 Jahre) zu betrachten. Dieser lässt sich kaum durch die Aerosolemissionen erklären, da z. B. die SOx Emissionen während dieser Zeitspanne im Vergleich zu 1944 bis ca. 1980 deutlich geringer waren. Im Zeitraum von 1910 bis 1944 stieg die CO2-Konzentration um ca. 10 ppm an, von 1968 bis 2024 um ca. 100 ppm. Der Anstieg der Meerestemperaturen ist für beide Zeitbereiche faktisch gleich (siehe Abbildung 1). Dies schließt CO2 als Ursache für beide Anstiege aus. Das Verhalten weist auf einen starken Einfluss der natürlichen Variabilität der Meerestemperaturen von ca. 0,5 K hin.

Vom IPCC [[10]] wird für die Zeit zwischen 1850 bis 1900 und 2011 bis 2020 ein Anstieg für die Meerestemperaturen 0,88 K und der Landtemperaturen von 1,59 K angegeben. Für die globalen Temperaturen beträgt der Anstieg 1,09 K. Da hier die Mittelwerte über 50 bzw. 10 Jahre als unterer bzw. oberer Wert verwendet werden, sind diese Angaben nicht direkt mit den hier dargestellten Verläufen vergleichbar.

Gemäß [[11]] begann die Hochindustrialisierung nach 1860. Daher erfolgte erst nach diesem Zeitpunkt – deutlich nach 1900 – ist eine messbare Zunahme der anthropogenen CO2-Emissionen. Die große Variabilität der Meerestemperaturen gerade während dieser Zeitspanne lässt eine genaue Ermittlung der vorindustriellen Temperatur nicht zu. Bei den Landtemperaturen sind die Verhältnisse etwas günstiger, da diese zwischen 1850 und 1900 keine relevante Änderung zeigte.

Abbildung 5: Abweichungen der Landtempersturen und lineare Regression von 1815 bis 1975 sowie 1975 – 2024 (BEST, Global Land)

Für die Landtemperaturen liegen von Berkeley Earth (BEST [[12]]) auch Temperaturverläufe ab 1750 vor, die in Abbildung 5 dargestellt sind. Trotz der in Summe ungenaueren Temperaturmessungen und geringeren Abdeckung vor 1850 zeigt sich zwischen 1815 und 1975 – also über ca. 160 Jahre – ein linearer Verlauf mit einer Temperaturerhöhung von fast 1 K. Diese Aussage wird auch durch Abbildung 2 ab 1850 gestützt. Von 1815 bis ca. 1900 ist sicherlich kein merkbarer Einfluss von der CO2-Konzentration zu unterstellen. Aus dieser Sicht muss der Anstieg andere Ursachen haben und ist vielleicht als Erholung nach der kleinen Eiszeit zu sehen. Bemerkenswert ist, dass sich der lineare Verlauf bis ca. 1978 fortsetzt und dann in den bekannten steileren Anstieg übergeht. Extrapoliert man den Verlauf auf die Zeitspanne nach 1978 reduziert sich die zusätzliche Temperaturerhöhung durch den Anstieg ab ca. 1978 auf von 1,5 auf 1,1 K. Bei den Meerestemperaturen gibt es keine früheren Messdaten.

Zusammenfassend ist festzustellen:

  • Da sich die Verläufe der globalen Meeres- und Landtemperaturen deutlich unterscheiden, muss eine Analyse diese getrennt betrachten. Dies lässt sich bereits aus den sehr unterschiedlichen thermophysikalischen Eigenschaften ableiten.
  • Dazu ist anzumerken, dass sowohl die GMST als auch die mittleren Meeres- und Landtemperaturen keine physikalischen Größen sind und keinen (direkten) Bezug z. B. zur inneren Energie haben. Die Mittelung über die Meeres- und Landtemperaturen zur GMST verschlechtert die ohnehin schon geringe Aussagekraft hinsichtlich grundlegender physikalischer Prozesse.
  • Die Meerestemperaturen zeigen eine hohe natürliche Variabilität von insgesamt ca. 0,5 K (IPCC 0,2 K). Die nahezu identischen Anstiege von 1910 bis 1941 und 1968 bis 1924 lassen sich nicht durch die Zunahme der CO2-Konzentration in der Atmosphäre erklären.
  • Die Aussage, dass die Aerosolemissionen die Ursache für die fallenden bzw. konstanten Meerestemperaturen zwischen 1944 und 1968 sind, erscheint nicht schlüssig, da ein ähnlicher (sogar etwas größerer) Rückgang bereits zwischen 1879 und 1910 erfolgte.
  • Die Landtemperaturen zeigen zwischen 1750 und 1975 einen systematischen Anstieg, der nach 1978 in einen höheren Anstieg übergeht. Aus dieser Sicht ist ein Temperaturanstieg vor 1978 infolge der Zunahme der CO2-Konzentration nicht nachvollziehbar.
  • Die Ermittlung der vorindustriellen Temperaturen als Bezugspunkt ist problematisch und erscheint in Anbetracht der erheblichen Schwankungen der Meerestemperaturen zumindest bei diesen als sehr fragwürdig.

Literaturverzeichnis

  1. [] Climatic Research Unit (University of East Anglia) and Met Officecrudata.uea.ac.uk/cru/data/temperature/HadSST4_gl.txt

    crudata.uea.ac.uk/cru/data/temperature/CRUTEM5.0_gl.txt

  2. [] BEAST: Bayesian change-point detection and time series decomposition
  3. [] MATLAB
  4. [] GNU Octave
  5. [] Cahill, N., Rahmstorf, S., Parnell, A. C., Change points of global temperature, 2015, Environmental Research Letters, 2015Volume 10, Number 8, doi:10.1088/1748-9326/10/8/084002
  6. [] Shi, X., C. Beaulieu, R. Killick, and R. Lund, 2022, Changepoint detection: An analysis of the central England temperature series, J. Climate, 35, 6329-6342, doi:10.1175/JCLI-D-21-0489.1
  7. [] Beaulieu, C., Gallagher, C. et al., A recent surge in global warming is not detectable yet, 2024, Commun Earth Environ 5, 576, doi:10.1038/s43247-024-01711-1
  8. [] Wild, M., Wacker, S. et al., Evidence for clear-sky dimming and brightening in central Europe, 2021, Geophysical Research Letters, 48, e2020GL092216, doi:10.1029/2020GL092216
  9. [] Annett Püschel, Wiebke Winzig und Manfred Theel, Entwicklung der Globalstrahlung 1983 – 2020 in Deutschland, 2023, Deutscher Wetterdienst, Dekadenbericht
  10. [] IPCC, 2021: Climate Change 2021: The Physical Science Basis, Cambridge University Press, Cambridge, United Kingdom and New York, NY, USA, doi:10.1017/9781009157896
  11. [] Wikipedia, Industriegeschichte
  12. [] Berkeley Earth, Global Temperature Data, Global LandÜber den Autor.

    Ist Diplom-Physiker und als Dr.-Ing. promoviert. Die meiste Zeit hat er als Gutachter/Sachverständiger/Abteilungsleiter beim TÜV gearbeitet. Sein Fachgebiet waren mechanische Nachweise für Kernkraftwerke (Strukturanalyse). Auf diesem Gebiet hat er auch einige Beiträge in internationalen Fachzeitschriften und auf Tagungen veröffentlich (siehe Henry Schau). Inzwischen ist er in Rente und hat Zeit, sich mit anderen Fragen zu beschäftigen.

 




CO₂-Strafsteuern für die Autobranche: So versagt die Klimapolitik

Die europäische Autoindustrie muss dieses Jahr wohl Milliarden Euro an Strafsteuern bezahlen. Doch der Widerstand gegen die unerreichbaren CO₂-Ziele wächst. Die Vorgänge zeigen, dass Klimaschutz, sobald er konkret wird, inakzeptable volkswirtschaftliche Schäden erzeugt.

Von Peter Panther

Porsche hat angekündigt, bis 2029 rund 1900 Stellen in der Region Stuttgart abzubauen. Es ist die jüngste Negativmeldung in einer ganzen Serie von Hiobsbotschaften aus der deutschen Automobilbranche: Der US-Autobauer Ford will in Köln etwa 2900 Arbeitsplätze streichen. Auch Audi plant Berichten zufolge einen massiven Stellenabbau. Volkswagen hat erstmals die Schliessung von Werken angesagt. Der Automobilzulieferer Schaeffler sieht vor, 4700 Stellen in Europa zu streichen, davon 2800 in Deutschland. Und ZF Friedrichshafen, der zweitgrösste Autozulieferer des Landes, will sogar bis zu 14’000 Arbeitsplätze verschwinden lassen.

Keine Frage: Die deutsche Autobranche befindet sich, wie auch die europäische insgesamt, in der Krise: Ihr setzen vor allem der stockende Absatz an Fahrzeugen allgemein und die Billigkonkurrenz aus China zu. Die Strafzölle, welche die europäischen Autobauer ausrichten müssen, weil sie die gesetzten CO₂-Ziele aller Wahrscheinlichkeit nicht erreichen, könnten den Niedergang jetzt noch beschleunigen. Es dürfte sich um Zahlungen bis zu 15 Milliarden Euro jährlich handeln, wie die Autobranche selber geschätzt hat. Das könnte dieser Industrie das Genick brechen.

 

 

Die Realität hinkt den Erwartungen hinterher

In der EU dürfen Neuwagen ab diesem Jahr im Durchschnitt noch 94 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstossen. Bisher waren 115 Gramm zulässig. Dieses Ziel lässt sich nur erreichen, wenn ein beträchtlicher Teil der Neuwagenflotte elektrisch betrieben ist. Schätzungen zufolge müssten zwischen 22 und 28 Prozent der verkauften Automobile Batteriefahrzeuge sein, damit der vorgeschriebene Emissionswert eingehalten werden kann.

Doch die Realität hinkt den Erwartungen meilenweit hinterher. Angesagt war, dass die Elektromobilität rasch immer grössere Marktanteile gewinnt. Letztes Jahr aber ging ihr Anteil sogar erstmals zurück: In Deutschland wurden über ein Viertel weniger E-Autos verkauft als 2023. Der Anteil an den Neuwagen sank von 18,4 auf 13,5 Prozent. Auch EU-weit gingen die Elektro-Verkäufe letztes Jahr um sechs Prozent zurück. Der Anteil der Elektromobilität lag europaweit ebenfalls bei nur 13,6 Prozent.

Wie die Entwicklung 2025 verläuft, ist zwar noch offen. Doch die Vorgabe, dass dieses Jahr europaweit etwa jedes vierte verkaufte Auto elektrisch angetrieben ist, kann bestimmt nicht erreicht werden. Und das geht ins Geld: Die Autoindustrie muss für jedes Gramm CO₂ über der Vorgabe 95 Euro entrichten – pro Fahrzeug. Das dürfte sich insgesamt wie erwähnt zu Milliardenzahlungen summieren – Geld, das die Branche kaum aufbringen kann.

Der Verband der Europäischen Automobilbauer hat schon im letzten Herbst Alarm geschlagen. Es seien «dringende Massnahmen» seitens der EU-Kommission nötig, um die Klimaziele abzuschwächen. Nur so könne eine existenzielle Krise der Automobilindustrie noch abgewendet werden. Denn die Elektrifizierung der Neuwagenflotte sei im vorgegebenen Tempo nicht machbar, liess der Verband verlauten.

Auch Scholz und Habeck sind für eine Kursänderung

Dieser Forderung haben sich im Dezember die Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg angeschlossen. In einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen forderten sie eine Überprüfung der CO₂-Grenzwerte für 2025.

Inzwischen sprechen sich auch Noch-Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) offen für eine Anpassung der Regelung aus. Anfang Februar hat Frankreich die EU aufgefordert, die CO₂-Pläne zu überarbeiten, um eine Krise der Automobilindustrie abzuwenden. In einem dringlichen Appell forderte das Land, den Zeitplan des europäischen Green Deals um mehrere Jahre zu verschieben. Ansonsten drohe ein «gravierender politischer Fehler».

Bis vor kurzem verhallten solche Aufforderungen in Brüssel wirkungslos. EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra verteidigte die CO₂-Strafzölle eisern. Doch in den letzten Tagen scheint Bewegung in die Sache gekommen zu sein: Gemäss Medienberichten zieht die EU-Kommission ernsthaft einen Aufschub der Strafzahlungen für die Autoindustrie in Erwägung. Demnach will die Union dieses Jahr auf CO₂-Zölle verzichten. Überschreitungen bei den Grenzwerten würden aber als eine Art Hypothek behandelt, die in den kommenden Jahren ausgeglichen werden müsste.

Wird das so umgesetzt, gäbe es für die Automobilbranche zumindest eine Verschnaufpause. Doch das Damoklesschwert würde bleiben. Denn die EU sieht vor, die Klimaschraube im Verkehr rasch anzuziehen. 2030 wären demnach nur noch knapp 50 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer erlaubt, 2035 überhaupt kein CO₂ mehr. Doch wie die Branche in nur zehn Jahren zu hundert Prozent klimaneutralen Antrieben bei Neuwagen kommen soll, steht in den Sternen.

Die EU schiesst sich ins eigene Knie

Doch was geht hier im Grunde vor? Die Politik hat ein hehres Ziel vorgegeben: Der Verkehr soll bis 2050 europaweit emissionsfrei werden – was bedingt, dass die Neuwagenflotte schon ab 2035 sogenannt klimaneutral ist. Doch die Käufer sträuben sich: Für sie hat die Elektromobilität zu viele Nachteile. Soeben hat ein Test des deutschen Automobilclubs ADAC ergeben, dass E-Autos bei winterlichen Temperaturen zum Teil mehr als die Hälfte ihrer Reichweite verlieren.

Um die CO₂-Ziele dennoch durchzusetzen, bestraft die EU nun die Autoindustrie mit immer schärferen Zahlungen. Die Strafzölle werden aber kaum dazu führen, dass die E-Mobilität schneller kommt, sondern sie vertiefen vielmehr die Krise der Autobranche und führen zu Deindustrialisierung in ganz Europa. Die EU schiesst sich ins eigene Knie.

Das zeigt: Sobald Klimapolitik konkret wird und der Staat sie zwangsmässig durchsetzen will, kommt es zu Konflikten mit den Konsumenten und der Wirtschaft. Die Folge sind massive volkswirtschaftliche Schäden. Es gibt unter Umständen Massenproteste wie die französische Gelbwestenbewegung, welche die staatlichen Traumtänzer auf den Boden der Realität holen. Ein Klimaschutz, der sich nicht an technologischen und ökonomischen Gegebenheiten orientiert, ist zwangsläufig zum Scheitern verurteilt.

 




Miosga und allen anderen sei gesagt: Beim Stromnetz muss immer und in jeder Sekunde die Einspeisung gleich der Last sein. Das können „Erneuerbare“ nicht!

Caren Miosga und das Fraunhofer-Institut

von Peter Würdig

Caren Miosga hatte zu Ihre Sendung am 2.2.2025 geladen, und dieses Mal war Alice Weidel, Kanzlerkandidaten der AfD, zu Gast. Damit man wie üblich das so beliebte Spiel „Alle gegen eine“ inszenieren konnte, waren auch noch zwei weitere Gäste dabei, die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller und der Journalist Robin Alexander von der Welt.

In dem Gespräch kam auch die Situation unserer Wirtschaft zur Sprache, da durch die extrem hohen Energiepreise in Deutschland die Deindustrialisierung in vollem Gange ist. Dazu wurde dann eine Studie des Fraunhofer-Instituts zitiert, in der von den so niedrigen Preisen für Windstrom und so hohen Preisen für Strom aus Kernenergie fabuliert wird. Das hätte ja gleich auffallen müssen, denn warum ist der Strom in Frankreich oder in den USA, wo man sich stark auf Kernenergie stützt, um den Faktor drei bis fünf günstiger als in Deutschland ?

Joseph Fraunhofer war einer der bedeutendsten Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts, nach ihm sind die von ihm entdeckten Fraunhoferschen Linien benannt. Mit seinem Namen schmückt sich auch dieses Institut, und man kann sich kaum vorstellen, wie dieser große Name so übel missbraucht wird.

Nun kann man von Caren Miosga nicht verlangen, dass sie ausgedehnte Fachkenntnisse im Bereich der Elektrotechnik hat, aber die Sendung wird doch von einem Team vorbereitet, und da müsste doch wenigstens einem aus dem Team aufgefallen sein, was für eine miese Propaganda das ist, was das hier zitierte Fraunhofer-Institut da herausgebracht hat. In diesem Institut sitzen ja wohl auch Leute, die nicht in der Gesamtschule oder der Förderstufe ihr Schulleben verbracht haben, und die sich deswegen noch dunkel an das Ohmsche Gesetz erinnern können. Es sind ja nicht nur die Zahlen grob falsch, darauf hatte jetzt auch ein Beitrag in EIKE hingewiesen, Caren Miosga verwendet falsche (zu niedrige) Zahlen bei Windstrom – EIKE – Europäisches Institut für Klima & Energie , es ist ein grundsätzlicher Fehler. Im elektrischen Stromkreis müssen jede Sekunde Verbrauch und Erzeugung von Energie übereinstimmen. Deswegen kann man nicht elektrische Energie, die von Windrädern oder durch PV-Anlagen erzeugt wird und die extrem wetterabhängig ist mit elektrischer Energie eines Kernkraftwerkes vergleichen, die je nach Bedarf sicher geregelt werden kann. Wenn man das tut doch, vergleicht man Äpfel mit Birnen, oder wie Prof. Sinn das in seinen Vorträgen klarstellt, Äpfel mit Eiern (oder wie ich dazu sagen würde, man vergleicht Äpfel mit Katzenfutter). Wenn Vertreter des Fraunhofer.Institutes das doch machen, dann kann man da nicht künstliche Intelligenz oder natürliche Dummheit vermuten, es ist eher eine gezielte (und gut bezahlte) Volksverdummung.

Nun sollte auch bekannt sein, trotz massiver Subventionen über 25 Jahre gibt es bis heute nicht ein einziges Windrad (oder eine einzige PV-Anlage), die bedarfsgerechte elektrische Leistung zur Verfügung stellen. Deswegen müssen diese Anlagen immer auch ein sog. Backup-Kraftwerk haben, das seine Leistung ständig rauf und runter fahren muss, um den Wackelstrom auszugleichen, und auch das bringt natürlich erhebliche Zusatzkosten.

Man hat Versuche gemacht auf drei verschiedenen Inseln, Utsira in Norwegen, Pellworm in Deutschland und el Hierro in Spanien, eine Insel (oder einen kleinen Bereich davon) mit „Erneuerbaren“ zu versorgen. Der Ablauf war fast immer derselbe, Eröffnung des Projekts unter feierlicher Anteilnahme der Politik (In Pellworm war sogar der Ministerpräsident von Schleswig—Holstein dabei), und nach einigen Monaten war klar, die Kosten sprengen jeden Rahmen, und dann wurde klamm-heimlich alles wieder abgebaut. Dazu gibt es den Film „Drei Inseln / drei Pleiten“, Pi-News berichtete darüber: Speichern für die Wende! | PI-NEWS . Das sagt eigentlich alles zu der angeblichen Preiswürdigkeit der sog. „Erneuerbaren“, die auch haute ja nur von massiven Subventionen leben (und ohne diese schnell verschwinden würden, dann könnte die Natur und die Landschaft aufatmen).

Peter Würdig

Der Beitrag erschien zuerst bei PI News hier