Arktisches Meereis: Langfristige Abnahme lässt auf sich warten!

Dr. David Whitehouse, GWPF Science Editor

Dieser Tage wird das arktische Meereis aufhören zu schmelzen und wieder zu gefrieren beginnen, wenn sich der kurze boreale Sommer dem Ende zuneigt. Es war ein kühler und stürmischer Sommer in dieser Region, doch das diesjährige Meereis-Minimum wird mit rund 4,73 Millionen Quadratkilometern eines der höchsten der letzten zehn Jahre sein, größer als in den Jahren 2020, 2019, 2018, 2017, 2016, 2015, 2012, 2011, 2008 und 2007.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Was soll also all das, was wir über den alarmierenden Rückgang des arktischen Meereises und die baldigen eisfreien Sommer lesen und hören?

Betrachtet man die Daten aus der Satelliten-Ära (nach 1979), so ist es offensichtlich, dass das Meereis abgenommen hat, aber der Stillstand in den letzten zehn Jahren kann nicht ignoriert werden. Was die einen als anhaltenden Rückgang betrachten, sehen andere als Bodenbildung an. Dies wird jedoch häufig geleugnet oder übersehen, unklugerweise extrapoliert oder aus dem Zusammenhang gerissen.

Wie Schroeder in Climate Change schreibt, war die Ausdehnung des arktischen Meereises in den letzten 1450 Jahren noch nie so gering wie heute [??], und die natürliche Variabilität allein kann den Rückgang nicht erklären, da ein Anstieg des atmosphärischen CO2 zu einer Zunahme der langwelligen Strahlung führt, die eine Zunahme der Eisschmelze bewirkt. Die aktuellen Klimamodelle deuten jedoch darauf hin, dass die natürlichen Klimaschwankungen und die Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels ähnlich groß sind, ohne dass ein Konsens darüber besteht, welches der beiden Phänomene das stärkere ist, was darauf hindeutet, dass diejenigen, die das arktische Meereis als wichtigen Indikator für den Klimawandel propagieren, irreführend sind.

Diese Situation spiegelt sich oft nicht einmal in der von Fachleuten überprüften wissenschaftlichen Literatur wider. Nehmen wir zum Beispiel die erste Zeile eines kürzlich erschienenen Artikels von Yang et al. im Science Bulletin mit dem Titel [übersetzt] „Während das arktische Meereis in den letzten Jahrzehnten abgenommen hat, ist dies weitgehend auf anthropogene Einflüsse zurückzuführen…“.

Dennoch weisen Yang et al. vor allem auf die Unterschiede zwischen dem Verhalten der arktischen und antarktischen Meereisausdehnung hin. Sie sagen, dass die Ausdehnung des antarktischen Meereises im Gegensatz zu dem, was im Norden geschah, und angesichts der globalen Erwärmung im Zeitraum 1979-2015 eine steigende Tendenz aufwies, gefolgt von einem abrupten Rückgang. Anhand von Eisbohrkernen stellen sie fest, dass die Eisausdehnung in der gesamten Antarktis im 20. Jahrhundert um -0,03° pro Jahrzehnt abgenommen hat, was nicht sehr viel ist, mit einem schnellen Rückgang Mitte der 1950er Jahre. Erst in den frühen 1980er Jahren kam es zu dem beobachteten steigenden Trend.

Wie Simmonds und Li in den Annals of the New York Academy of Sciences 2021 schreiben, nahm die antarktische Meereisausdehnung bis 2014 zu, begann dann einen bemerkenswerten Rückzug (die mittlere jährliche Eisausdehnung nahm in den drei Jahren bis 2017 um 2,03 Mio. km² ab) und stieg anschließend bis 2020 wieder auf nahezu den langfristigen Durchschnittswert an.

Die polaren Entwicklungen sind von globaler Bedeutung. Marcianesi at al 2021 weisen in der Zeitschrift Polar Science darauf hin, dass der Gesamteffekt der Erwärmung durch die Veränderung der Albedo von Land und Ozean in der Arktis etwa 44 % des direkten Effekts der menschlichen CO2-Emissionen im gleichen Zeitraum ausmacht, mit einer globalen Wirkung.

Die Klimamodelle, die zur Analyse der Polarregionen und zur Erstellung von Zukunftsprognosen verwendet werden, sind nicht so gut, wie manche meinen. Cai et al. haben in der Zeitschrift Journal of Climate die oberflächennahen Durchschnittstemperaturen in der Arktis untersucht, wie sie von 22 Modellen vorhergesagt werden, die an Phase 6 des Coupled Model Intercomparison Project (CMIP6) teilnehmen. Es muss gesagt werden, dass die Modelle viel zu wünschen übrig lassen, wenn es um eine ihrer Hauptfunktionen geht, nämlich sehen, was in der Zukunft passieren könnte. Die meisten von ihnen unterschätzen die beobachtete Durchschnittstemperatur in der Arktis im Zeitraum 1979-2014, und es ist klar, dass es eine sehr große Modellstreuung und Unsicherheiten in den CMIP6-Modellen gibt.

Unbeeindruckt davon erstellen Diebold und Rudebusch Prognosen über die arktische Meereisausdehnung für den Rest dieses Jahrhunderts. Ihr am besten passendes statistisches Modell deutet darauf hin, dass die Meereisbedeckung insgesamt mit zunehmender Geschwindigkeit abnimmt, was eine interessante Schlussfolgerung ist, wenn man die Daten des letzten Jahrzehnts betrachtet! Sie schätzen eine fast 60-prozentige Chance, dass der Arktische Ozean irgendwann in den 2030er Jahren tatsächlich eisfrei sein wird – viel früher als die durchschnittliche Prognose anderer globaler Klimamodelle. Ravindran et al. 2021, die in Polar Science schreiben, erwarten eisfreie Bedingungen im September bis zum Jahr 2050.

Wenn man die Variabilität des arktischen Meereises in eine längere Perspektive rückt, erkennen nur wenige, dass die Arktis zu Beginn des 20. Jahrhundert2 eine Periode bemerkenswerter Erwärmung erlebte, deren Ursache nicht eindeutig geklärt ist. Aizawa et al. berichten in Geophysical Research Letters über ein, wie sie es nennen, „hochmodernes“ Klimamodell, das die Erwärmung unter Berücksichtigung der internen Klimavariabilität und der Einflüsse der Sonne und der Vulkane erfolgreich zu reproduzieren scheint, und werfen damit ein Licht auf das Gleichgewicht der Auswirkungen auf die Region heute.

Eine langfristige Perspektive?

Längerfristig betrachtet stellen Helama et al. in Climate Dynamics 2021 fest, dass die Klimavariabilität des Holozäns von episodischen Klimaereignissen wie der Kleinen Eiszeit (LIA) unterbrochen wird, die der Erwärmung im Industriezeitalter vorausging. Ihre Daten und Ursachen sind umstritten. Noch entscheidender ist jedoch, dass nicht sicher ist, ob frühere Ereignisse ähnliche Klimaregime wie die LIA darstellen. Daher analysieren sie einen neuen, 7500 Jahre langen Paläoklima-Datensatz, der darauf zugeschnitten ist, LIA-ähnliche Klimaregimes anhand von Baumringdaten aus Nordeuropa zu erkennen.

Neben der eigentlichen LIA im 17. Jahrhundert fanden sie viele 100- bis 800-jährige Perioden mit niedrigen Temperaturen in Verbindung mit klarem Himmel ab 540 n. Chr., 1670 v. Chr., 3240 v. Chr. und 5450 v. Chr. Insgesamt machten diese LIA-ähnlichen Perioden 20 % des Untersuchungszeitraums aus. Sie stellen fest, dass der anhaltende Rückgang der arktischen Meereisausdehnung sich in ihren Daten widerspiegelt, die eine Umkehrung der LIA-ähnlichen Bedingungen seit Ende des 19. Jahrhunderts markieren.

Die arktische Meereisausdehnung ist also im wahrsten Sinne des Wortes ein Sinnbild für den Klimawandel und die verschiedenen Kräfte, die zu ihm beitragen. Heute, da die klar definierte Eiskante, die sich über den größten Teil der russischen Seite des Arktischen Ozeans erstreckt, zu gefrieren beginnt, ist das einzig Sichere die bevorstehende Kälte und Dunkelheit.

Link: https://www.thegwpf.com/arctic-sea-ice-long-term-decline-held-back/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Klima-Narzissmus

Peter Murphy

Verursacht der Mensch außergewöhnliche Schlechtwetter-Ereignisse in den Vereinigten Staaten?

Die Frage sollte auf den ersten Blick lächerlich erscheinen, doch viele seriöse, gebildete und fähige Menschen in den USA und weltweit behaupten dies, angefangen beim Präsidenten der Vereinigten Staaten, Joseph Biden. Hinzu kommen etwa die Hälfte des US-Kongresses, ein Großteil der amerikanischen Wirtschaft sowie die Medien und die Unterhaltungsindustrie, die angeblich an diesen Unsinn glauben.

Das Aufstellen und Glauben von Behauptungen ohne Beweise über menschliches Verhalten, das zu katastrophalen Wetterverhältnissen beiträgt, lässt sich zumindest teilweise durch die narzisstischen Tendenzen so vieler Politiker und anderer mit grandiosen Gefühlen von Macht und Bedeutung erklären.

Dass menschliches Handeln, nämlich unser wirtschaftliches Verhalten in einer industrialisierten Welt, den Planeten spürbar erwärmt und zu schlechtem Wetter führt, wird von Wissenschaft und Geschichte widerlegt. Das Problem liegt tiefer.

Präsident Biden behauptet ständig, die vom Menschen verursachte globale Erwärmung sei die Ursache für Waldbrände und Wirbelstürme. Seine jüngste diesbezügliche Äußerung erfolgte während seiner jüngsten Reise in die westlichen Bundesstaaten. „Wir wissen, was die Ursache [für Unwetter] ist: der Klimawandel. Wir wissen, was den Klimawandel verursacht, nämlich menschliche Aktivitäten“, behauptete Biden. „Das ist nicht mehr Gegenstand von Debatten… wir haben nicht viel mehr als zehn Jahre Zeit“. Der Präsident warnte weiter: „Es wird nicht besser werden, als es heute ist. Es kann nur noch schlimmer werden, nicht besser.“

Man beachte, dass das Mantra der „zehn Jahre“ vertraut klingen sollte, da es seit mehreren Jahrzehnten verwendet – und widerlegt – wurde.

In gewohnter Manier lieferte der Präsident keine Wissenschaft, keine Beweise und keine Fakten zur Untermauerung seiner Klimabehauptungen, die er zur Rechtfertigung seiner massiven, zutiefst fehlerhaften Multibillionen-Dollar-Agenda verwendet. Der Vorsitzende des Ausschusses für Energie und Handel im US-Repräsentantenhaus, der Kongressabgeordnete Frank Pallone, schloss sich den Worten des Präsidenten an und forderte den Kongress auf, klimapolitische Maßnahmen zur Bekämpfung der Erderwärmung zu verabschieden. „Die Tage des schleichenden Klimawandels sind vorbei“, sagte er und machte ihn für „Naturkatastrophen“ verantwortlich.

Im Rahmen der vom Präsidenten vorgeschlagenen Budgeterhöhung um 3,5 Billionen Dollar sind Milliarden von Dollar vorgesehen, um den Kauf von Elektroautos und die Installation von Solarzellen zu subventionieren. Auch private Unternehmen werden Milliarden an Steuergeldern erhalten, um ihre Kohlenstoffemissionen zu reduzieren, während ihnen kostspielige Auflagen für die Stromerzeugung und den Energieverbrauch gemacht werden.

Aber all dies wird nichts bewirken.

[Hervorhebung im Original]

Die Entwicklung des Klimas auf unserem Planeten, dessen Schwankungen seit Tausenden von Jahren der aufgezeichneten Geschichte und seit Milliarden von Jahren auf natürliche Weise eingetreten sind, ist auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen, die weit über die Nutzung fossiler Brennstoffe durch die Menschheit hinausgehen. Diese planetarischen Realitäten werden durch die Ausgabe zusätzlicher Milliarden von Dollars, die frisch aus der Druckerpresse kommen, nicht berührt werden.

Im Gegensatz zu Präsident Bidens Rechthaberei in Sachen Klima und Unwetter sollte man sich vor jedem hüten, der behauptet, dass etwas „nicht zur Debatte steht“ – insbesondere vor einem Politiker. Dies gilt mit Sicherheit für ein so komplexes und vielschichtiges Thema wie das globale Klima, auch wenn neue Forschungsergebnisse [in deutscher Übersetzung beim EIKE hier] zeigen, dass die Auswirkungen des angeblichen „Treibhauseffekts“ der Kohlenstoffemissionen und der damit verbundenen Computermodelle deutlich geringer sind.

Regelmäßig auftretende Wirbelstürme wird es auch weiterhin geben, so wie sie es seit Beginn der Zeitrechnung getan haben. Der Meteorologe Joe Bastardi hat vor kurzem die Aktivität großer Hurrikane bis ins Jahr 1900 zurück dokumentiert. Es gibt nichts Ungewöhnliches an den heutigen Hurrikanen, das nicht auch in den letzten 120 Jahren mit weitaus weniger wirtschaftlicher Industrialisierung und viel weniger Menschen aufgetreten wäre. Paul Driessen von CFACT hat außerdem die Gemeinsamkeiten anderer extremer Wetterereignisse seit den 1800er Jahren dokumentiert, die in keinem Zusammenhang mit der Erwärmung des Planeten stehen.

Die Waldbrände in den westlichen Bundesstaaten werden weitergehen – und sich verschlimmern – aber nicht wegen des Klima-„Wandels“, sondern wegen des Versagens der Politiker, die radikale grüne Bewegung überwinden, indem sie das Totholz in den amerikanischen Wäldern abholzen. Solche Brände auf eine Klimaerwärmung von einem halben bis einem Grad in den letzten 40 Jahren zu schieben, ist absurd und unbegründet.

Warum halten sich so viele Scharlatane und Politiker vom Präsidenten an abwärts angesichts der wissenschaftlichen und historischen Erkenntnisse über das Klima und die Wetterereignisse auf unserem Planeten und der Litanei falscher Klimavorhersagen so hartnäckig? Dafür gibt es viele Gründe, darunter die bereits erwähnte politische Agenda, der Einfluss der geldgierigen Klimabranche und die mangelnde Kontrolle durch die Medien.

Ich behaupte, dass es auch den Narzissmus-Effekt gibt. Narzissmus hat mehrere Merkmale, die unter Politikern weit verbreitet sind. Man muss nicht unbedingt an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung mit ihrer kritischen Masse an Verhaltensweisen leiden, um Narzissmus auszustrahlen. Vielmehr glaube ich, dass narzisstisches Verhalten fantastische Klimabehauptungen anheizt, insbesondere bei Politikern.

Zu den narzisstischen Zügen gehören Grandiosität, Selbstherrlichkeit, Aufmerksamkeitsbedürfnis und das Bedürfnis nach Kontrolle (einschließlich Manipulation). Narzisstische Menschen reagieren oft auch wütend, wenn sie herausgefordert werden. Sie zeigen diese Eigenschaften typischerweise durch Anmaßung und Unehrlichkeit, die ihr Streben nach Macht und Ansehen nähren.

Wenn man Politiker wie Präsident Biden, den Abgeordneten Pallone und viele andere über die angebliche Dringlichkeit der Klimaproblematik diskutieren hört, möchte man glauben, dass sie die Macht haben, den Planeten zu „heilen“. Kann man noch grandioser und selbstgefälliger auftreten?

Narzissmus ist in der amerikanischen Gesellschaft allgegenwärtig, insbesondere in der uns regierenden politischen Klasse. Er ist unübersehbar, wenn Politiker eine Klimapolitik vorantreiben, von der sie behaupten, sie würde die Erde selbst verändern. Narzissten sind in der Regel charmante und fähige Menschen, aber nicht rational. Genauso wenig wie der zunehmende Irrsinn der Klimapolitik.

Autor: Peter Murphy is Senior Fellow at CFACT. He has researched and advocated for a variety of policy issues, including education reform and fiscal policy, both in the non-profit sector and in government in the administration of former New York Governor George Pataki. He previously wrote and edited The Chalkboard weblog for the NY Charter Schools Association, and has been published in numerous media outlets, including The Hill, New York Post, Washington Times and the Wall Street Journal.

Link: https://www.cfact.org/2021/09/17/climate-narcissism/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Annalena lässt den Meerespegel schnell mal um 7 m steigen – und zwei schauen nur wie bekloppt dabei zu

Helmut Kuntz

Wenn man eine fiktive Person konstruieren wollte um zu zeigen, zu welchen Folgen unser Bildungssystem geführt hat, würde der Computer vielleicht so etwas wie eine Person Baerbock synthetisieren. Leider steht eine solche im Fernsehen nun leibhaftig vor einem – und erzählt (nicht nur) ihre mangelhafte Kenntnis vom zu rettenden Klima.
Was nicht so schlimm wäre. Doch zwei Herren die mit herumstehen, wissen es auch nicht besser … trotzdem wollen alle Deutschland in die Zukunft lenken.

Pro7 Sat1 „Triell“ am 19.9.2021: Baerbock lässt den Meerespegel schon mal um 7 m steigen

Der Autor hat es nachgehört. Es stimmt, Kanzlerkandidatin Baerbock sagt: … „Das heißt, Sie sagen einem Kind, das heute geboren ist, das im Jahr 2100 achtzig Jahre ist, sieben Meter Meeresanstieg.
Vorher wies sie die Umstehenden noch süffisant darauf hin, dass diese – im Gegensatz zu ihr – den IPCC-AR6 wohl nicht kennen würden, Baerbock: „ … weil wenn Sie den Bericht gelesen hätten ... „

Nun könnte eine vollkommen unbedarfte Person denken: Hat sie halt gesagt. Frau Baerbock ist ja dafür bekannt, dass sie beim Reden mit dem Denken nicht nachkommt. Doch den fünf mit Anwesenden (zwei Herren, welche auch Bundeskanzler werden wollen und zwei „Moderator*innen“) ist es ja aufgefallen und haben diesen vollkommenen Schwachsinn sofort korrigiert, mindestens erkannt?

Leider nein. Kein Wort, nicht einmal ein verhaltenes Räuspern war zu hören. Stattdessen Gesichter die irgend etwas, aber sicher keine „Erkenntnis“ aussagen … so beeindruckt von dem enormen (Un-)Wissen waren unsere angehenden Staatslenker.

Bild 1 Screenshot an der Stelle, wo Frau Berbock von den 7m Pegelanstieg zum Jahr 2100 spricht

Was steht zum Meerespegel-Anstieg im neuen IPCC-AR6?

Vorab die wichtigen Kenndaten:
Als realistischer Anstieg (likely) werden bis zum Jahr 2100 ein Anstieg zwischen 0,28 … 0,55 m angenommen.
Nach 2.000 Jahren nimmt man 2 … 3 m an und bei weitergehender, ungebremster Erwärmung können es dann auch 6 m oder 22 m werden, zwar „low confidence“, aber es gibt ja nichts, was nicht eintreten kann (Zufügung: Auch dass die überfällige Eiszeit bis dahin doch dazwischen funkt und alle Simulationen gnadenlos in die Tonne tritt).

Nun, wie es im Bericht steht: IPCC AR6 Climate Change 2021 The Physical Science Basis WGI: A.1.7 B.5.3
… It is virtually certain that global mean sea level will continue to rise over the 21st century. Relative to 1995-2014, the likely global mean sea level rise by 2100 is 0.28-0.55 m under the very low GHG emissions scenario (SSP1 -1.9), 0.32-0.62 m under the low GHG emissions scenario (SSP1 -2.6), 0.44-0.76 m under the intermediate GHG emissions scenario (SSP2-4.5), and 0.63-1.01 m under the very high GHG emissions scenario (SSP5-8.5), and by 2150 is 0.37-0.86 m under the very low scenario (SSP1 -1.9), 0.46-0.99 m under the low scenario (SSP1 -2.6), 0.66-1.33 m under the intermediate scenario (SSP2-4.5), and 0.98-1.88 m under the very high scenario (SSP5-8.5) (medium confidence).
Global mean sea level rise above the likely range – approaching 2 m by 2100 and 5 m by 2150 under a very high GHG emissions scenario (SSP5-8.5) (low confidence) – cannot be ruled out due to deep uncertainty in ice sheet processes. {4.3, 9.6, Box 9.4, Box TS.4} (Figure SPM.8)
B.5.4 In the longer term, sea level is committed to rise for centuries to millennia due to continuing deep ocean warming and ice sheet melt, and will remain elevated for thousands of years (high confidence). Over the next 2000 years, global mean sea level will rise by about 2 to 3 m if warming is limited to 1.5°C, 2 to 6 m if limited to 2°C and 19 to 22 m with 5°C of warming, and it will continue to rise over subsequent millennia (low confidence).

Unabhängig davon, ob man dem IPCC oder an die nächste Eiszeit glaubt, von 7 m Pegelanstieg bis zum Jahr 2100 steht im IPCC AR6 wirklich nichts.

Aber es geht doch höher …

Die Wenigen, welche es „können“, sitzen unter anderem im PIK und haben einen Rechner, der auch das Unwahrscheinlichste berechnet, wenn es die Person davor unbedingt haben will. Denn künstliche Intelligenz, welche fehlende vor ihm ersetzt, hat auch dieser noch nicht.

Solche ist nämlich rar und wird vorab benötigt, um wenigstens die leidliche Genauigkeit der Wettervorhersage von einer Woche auf wenigstens 10 Tage zu erweitern …
pressetext.com, 2.8.2021: KI erlaubt Wetterprognose für zehn Tage
Wissenschaftler der Ocean University of China trainieren neues System mit Deep-Learning-Ansatz
Mit Künstlicher Intelligenz (KI) und Deep Learning wollen Forscher der Ocean University of China Wetterprognosen für die nächsten zehn Tage ermöglichen. „Genaue Wettervorhersagen sind entscheidend für viele Bereiche wie Transport, Landwirtschaft und Wasserressourcenmanagement“, sagt Meteorologe Lei Han …

Nun die Tabelle aus der Studie unter Mitwirkung des PIK mit Pegel-Anstiegsdaten:

Bild 2 Tabelle aus der Studie [3] (unter Mitwirkung des PIK) mit Pegelanstiegen

Bild 3 Meerespegel-Projektionen verschiedener Autoren zum Jahr 2100. Anmerkung: Die 8,9 m Projektion stammt aus der Studie [3] (darin Tabelle 1)

Allerdings ist der vermeintliche Zeitbezug in Tabelle 1 dieser Studie [3] (wohl bewusst) nicht eindeutig. Im Text steht nämlich:
(Deepl-Übersetzung) [3] … Die Projektionen in diesem Bericht sagen nicht voraus, wie sich der Meeresspiegel in diesem Jahrhundert entwickeln könnte. Vielmehr zeigen sie die verschiedenen Meeresspiegel nach dem Jahr 2100 an, die sich in diesem Jahrhundert einstellen könnten, je nachdem, welchen Kohlenstoffpfad Pfad, den wir wählen, und der dadurch erreichten Erwärmung. Die beschriebenen Meeresspiegel könnten möglicherweise, aber mit geringer Wahrscheinlichkeit früher als in 200 Jahren eintreten (Kopp et al. 2014) oder sogar erst in 2.000 Jahre in der Zukunft erreicht werden (Levermann et al. 2013). Diese große Spanne ergibt sich aus der Tatsache, dass es einfacher ist abzuschätzen, wie viel Eis bei einer bestimmten Erwärmung schmelzen wird, als wie schnell es schmelzen wird, was mit mehr Unbekannten verbunden ist.

Für die Pegelanstiege lassen die Autoren demnach von früher 200 Jahre bis 2.000 Jahre zu.

kaltesonne wies auf eine aktuellere Studie hin, natürlich wieder unter Mitwirkung des PIK. In einer Publizierung darüber liest man dann allerdings nicht viel Neues, außer einer unverhohlenen Forderung nach mehr Forschungsmitteln: Klimawandel, Forscher sehen sehr besorgniserregende Entwicklung auf Grönland
Meeresspiegelanstieg um 7 Meter
… Sobald diese Schwelle überschritten wird, könnte der gesamte Eisschild über hunderte oder tausende von Jahren vollständig abschmelzen. Der globale Meeresspiegel könne um 7 Meter ansteigen, die atlantische meridionale Umwälzzirkulation (AMOC) zusammenbrechen. Das auch Nordatlantikstrom genannte System, die den Golfstrom bis nach Europa verlängert ist für die relative Wärme beiderseits des nördlichen Atlantiks verantwortlich.
Soweit das pessimistischste Szenario. Es gebe aber auch Rückkopplungen, die den grönländischen Eisschild auf mittleren Höhen stabilisieren könnten, vor allem durch zunehmende Akkumulation, meinen die Forscher. „Wir müssen dringend das Zusammenspiel der verschiedenen positiven und negativen Rückkopplungsmechanismen besser verstehen, die die aktuelle Stabilität und die zukünftige Entwicklung des Eisschildes bestimmen“, sagt Boers

Jeder darf nun wählen, wann er welchen Pegel „haben“ will. Wie man sieht, Annalena hat es getan. Dass sie dabei auch nur entfernt von Wissen geleitet wurde, bezweifelt der Autor.

Aktuelles zu Tidenpegel-Verläufen

Wie praktisch überall beim sich stetig wandelnden Klima: Wirklich nichts ist „settled“, so auch beim Meeresspiegel. Eine Studie sagt dazu, dass der anthropogene Anteil daran nur ca. 45 % beträgt, und zwar 1,33–0,73 mm pro Jahr, der Rest ist natürlich und damit nicht beeinflussbar. Das sollte man immer beachten, wenn jemand mit CO2-Minderung Meerespegel „lenken“ will:
(Deepl-Übersetzung) [2] … Wir stellen fest, dass die Persistenz langsamer natürlicher volumetrischer Veränderungen in Aufzeichnungen unterschätzt wird, in denen transiente atmosphärische Prozesse das Spektrum dominieren. Dies führt zu einer lokalen Unterschätzung möglicher natürlicher Trends von bis zu 1 mm pro Jahr, was die Bedeutung anthropogener Fußabdrücke fälschlicherweise erhöht … Auf der Grundlage einer Modellbewertung der einzelnen Komponenten schließen wir, dass es praktisch sicher ist (P= 0,99), dass mindestens 45% des beobachteten Anstiegs von GMSL anthropogenen Ursprungs sind.
Vergleich unserer modellbasierten Schätzung der natürlichen GMSL-Variabilität mit dem beobachteten GMSL-Anstieg des zwanzigsten Jahrhunderts von 1,33–1,98 mm pro Jahr deutet darauf hin, dass es praktisch sicher ist (
P= 0,99), dass mindestens 45% (1,33–0,73 mm pro Jahr) des beobachteten GMSL-Anstiegs des zwanzigsten Jahrhunderts anthropogenen Ursprungs sind, äußerst wahrscheinlich (P= 0,95), dass es mindestens 61% (1,33–0,52 mm pro Jahr) ist und sehr wahrscheinlich (P= 0,90), dass es mindestens 68% (1,33-0,43 mm pro Jahr) ist.
Ebenso erhöht unsere Schätzung möglicher natürlich erzwungener hundertjähriger Trends die Obergrenze des möglichen anthropogenen Beitrags. Daher ist es auch praktisch sicher (
P= 0,99), dass der anthropogene Beitrag einen Wert von 2,71 mm pro Jahr (1,98 + 0,73 mm pro Jahr) nicht überschreitet, äußerst wahrscheinlich (P= 0,95), dass er 2,50 mm pro Jahr (1,98 + 0,52 mm pro Jahr) nicht überschreitet und sehr wahrscheinlich (P= 0,90), dass er 2,41 mm pro Jahr (1,98 + 0,43 mm pro Jahr) nicht überschreitet …

Bild 4 [4] Pegeldaten (Mittelwert) des Australischen Pazifik-Monitoringprogrammes (Datenauszug 6 Atolle) von 1993 – 2019. Grafik vom Autor erstellt

Anfang des Jahres hat der Autor in zwei Publizierungen Pegel im Pazifik – wo die Atolle (angeblich) besonders schlimm vom Pegelanstieg betroffen sind -, (wieder) nachgesehen und konnte davon immer noch nichts vom überall publizierten „Klimawandel-Untergang“ finden:
[4] EIKE 06.01.2021: Steigt der Meeresspiegel immer schneller? (T2/2)
[5] EIKE 07.01.2021: Steigt der Meeresspiegel immer schneller? (T1/2)

Und vor kurzem ergänzend eine Thematik im Mittelmeer (der simulierte Untergang Venedigs), welcher nun als sich beschleunigend dargestellt wird:
[Link] EIKE, 14. Sept. 2021: Was wir früher Lügen nannten, nennt man nun Computersimulation Moral

Wenn aber eine ausgewiesene Klima-Fachperson wie Annalena von einer ausgewiesenen Klima-Schutzpartei vor laufender Kamera ganz Deutschland erzählt, dass es bis zum Jahr 2100 doch 7 m werden, muss man das Ansteigen schon sehen können. Deshalb anbei der ganz aktuell abgerufene Verlauf des jährlichen Mittelwert-Maximalpegels (aus einer Monatsauflösung) von Atollen in dieser Region. Der Autor sieht darin immer noch keinen stetigen, schon gar keinen exponentiell zunehmenden Verlauf, wie er dazu erforderlich wäre.

Bild 5 Exemplarische Verläufe des jährlichen Mittelwert-Maximalpegels bis E. 2020. Grafik vom Autor erzeugt. Datenquelle: Australisches Südsee Pegel-Monitoringprogramm

Nicht der Tidenpegel ist das Problem, es ist das Versinken im Untergrund

Die Pegeldiskussionen zum Klimawandel sind ein Musterbeispiel pseudo-wissenschaftlicher Anbiederung an Ideologie, um Fördermittel zu erhalten (rein persönliche Meinung des Autors).
Ein wirkliches – und auch schon aktuelles Problem – ist das Versinken von küstennahen Megastädten im weichen Untergrund, wie es (nicht nur) der Autor auf EIKE schon öfter publizierte.

Tokio betrifft es bereits mit ca. 4 m und die Millionenstadt Jakarta (10,5 Millionen Einwohner) soll deshalb verlegt werden:
SPIEGEL online, 20.10.2018: Indonesiens Hauptstadt Jakarta Eine Metropole versinkt im Meer
Jakarta in Indonesien ist die am schnellsten sinkende Millionenstadt weltweit …Vier Millionen Menschen leben bereits bis zu vier Meter unter dem Meeresspiegel. Geschützt werden sie derzeit nur von den nässenden Mauern. : Stellenweise sackt der Boden um 25 Zentimeter im Jahr ab … dass Jakarta die am schnellsten sinkende Stadt weltweit ist, hat politische Ursachen: Trotz des Booms der Stadt wurde in den vergangenen Jahrzehnten keine adäquate Infrastruktur für Millionen von Einwohnern geschaffen …. Nun verlegt die Regierung die Hauptstadt nach Borneo
Diesen Küstenstädten wird Deutschlands hysterische und extrem teure CO2-Minderung nicht einmal mit homöopathischen Dosen helfen. Und es werden Gründe sein, warum unsere mit Billiarden-Aufwand subventionierte errichtete Ökotechnologie ein Export-Rohrkrepierer werden wird, obwohl neben Frau Baerbock auch Herr Laschet im Triell den Erfolg behauptet.

Allerdings ist die Flut im Ahrtal ebenfalls ein Beispiel. Obwohl diese vor allem eklatantestes Versagen aller Verantwortlichen offenlegte, da seit der letzten – bekannt zyklischen – Jahrhundertflut im Jahr 1910 wirklich nichts zum Schutz getan wurde, vorgesehene Gelder für Schutzmaßnahmen sogar anderweitig zweckentfremdet wurden und zur endgültigen Verschlimmerung im Zuge romantischer Renaturierung zuletzt auch noch ein Rückbau aller restlichen Schutzmaßnahmen stattfand:
[6] EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?
wusste Frau Merkel bei ihrer „Besichtigung“ sofort, woran es lag: Am Klimawandel.

Ein dabei stehender Bürgermeister argumentierte zwar noch dagegen, doch die unfehlbare Merkel hat damit (wieder, diesmal für die Klima-Geschichtsbücher) unverrückbar den einzig zugelassenen Täter festgelegt.

Frau Baerbock sagte es deshalb ebenso im Triell (und meint damit ausschließlich CO2-Minderung): „Und deshalb müssen wir als Bundesrepublik alles tun, damit diese Extremwetterereignisse nicht weiter zunehmen … und dann bedeutet das: Diese Sturzfluten – ganz verhindern werden wir sie eh nicht können – werden alle paar Jahre zunehmen …“

Der AR6 sagt dazu allerdings: … Confidence about peak flow trends over past decades on the global scale is low …

So viel Unwissen, gepaart mit Arroganz kann wirklich weh tun. „Die Bundesrepublik“ verhindert – sofern GRÜN in die Regierung kommt – in Zukunft Sturzfluten.
Noch schlimmer allerdings ist der Eindruck, dass die zwei Umstehenden Lenker wie begossene Pudel daneben stehen und den Aussagen innerlich wohl zustimmen.

Doch auch in der Lokalzeitung des Autors weist seitdem gefühlt fast täglich jemand aus der Redaktion in einem Kommentar oder subtiler in Artikeln eingestreut, darauf hin.
Beispiel: Nordbayerische Nachrichten am 21.09.2021: Artikel „Wenn Bäume sprechen könnten“ … Mit der Flutkatastrophe in der Eifel sind die Auswirkungen des Klimawandels gewaltsam in das öffentliche Bewusstsein gerückt …
Die Auswirkungen sind wirklich erkennbar: Es fließt für wirklich alles, worauf auch nur irgend jemand „Klima“ pappt, Fördergeld.

Man muss nur feste an das Glauben, was man sagt

Auffallend im Triell ist die Arroganz von Frau Baerbock. Obwohl sie nicht einmal einen Lebenslauf richtig scheiben kann, ist sie felsenfest von sich überzeugt und absolut sicher, dass es ausreicht, wenn sie etwas schnell und laut sagt, um daraus absolute Wahrheit werden zu lassen. Und eines muss man dieser Frau lassen. Ein Selbstbewusstsein hat sie:
Annalena Baerbock im WELT-Interview, 19.9.2021: Ich will die Krisen dieser Welt lösen …
Nur dass einem Angst und Bange wird, wenn man an das Bezahlen solcher Träume denkt.

Hinweis
Die Idee zu diesem Artikel kam von: [1] Tichys Einblick, 20. Sept. 2021: FAKE-NUSS ZUR WAHL: Baerbock erfindet Schock-Daten zu Meeresspiegelanstieg. Ebenfalls dort wird belegt, dass Annalenchen wohl schon seit Jahren abschreibt: https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/baerbock-plagiate-2014/

Quellen

[1] Tichys Einblick, 20. Sept. 2021: FAKE-NUSS ZUR WAHL: Baerbock erfindet Schock-Daten zu Meeresspiegelanstieg

[2] Sönke Dangendorf at al., 29 July 2015: Detecting anthropogenic footprints in sea level rise

[3] Climate Central, November 2015: MAPPING CHOICES CARBON, CLIMATE, AND RISING SEAS OUR GLOBAL LEGACY

[4] EIKE 06.01.2021: Steigt der Meeresspiegel immer schneller? (T2/2)

[5] EIKE 07.01.2021: Steigt der Meeresspiegel immer schneller? (T1/2)

[6] EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?

 




Kurzmeldungen aus dem jüngsten GWPF-Rundbrief vom 18. September 2021

Einführung des Übersetzers: Diese Meldungen aus dem jüngsten Rundbrief haben alle das gleiche Thema: Energiekrise und/oder explodierende Energiepreise allerorten. Jede Meldung ist mit dem zugehörigen Link hinterlegt. Weil nach meiner Einschätzung jede einzelne Meldung bedeutsam ist, wird hier von allen eine Kompakt-Kurzfassung angefertigt. Ob es wirklich so schlimm steht oder ob aus Gründen des Erheischens von Aufmerksamkeit etwas zu dick aufgetragen wird, vermag ich nicht zu beurteilen. – Christian Freuer, Übersetzer

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1) UK steht vor Verknappung von Nahrungsmitteln, weil Fabriken infolge einer Energiekrise schließen müssen

Während die Energiepreise in Europa durch die Decke gehen, beginnen Fabriken zu schließen und Lebensmittel verschwinden aus den Regalen. Willkommen im grünen Großbritannien, das einen Vorgeschmack darauf bietet, wie das Leben unter Netto-Null-Bedingungen aussehen wird – ärmer, kälter, hungriger – wenn die Regierung nicht umsteuert.


Die Schließung von zwei Düngemittelfabriken in Nordengland und anderen in Europa hat dazu geführt, dass die Lebensmittel- und Getränkeindustrie mit einem Mangel an Kohlendioxid konfrontiert ist, das bei der Düngemittelherstellung als Nebenprodukt anfällt. Das Gas ist für die Herstellung und den Transport einer Reihe von Produkten – von Fleisch über Brot bis hin zu Bier und kohlensäurehaltigen Getränken – von entscheidender Bedeutung.

Link: https://www.thegwpf.com/green-britain-faces-food-shortages-as-energy-crisis-shuts-down-factories/

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2) UK-Energie-Verbände in Verhandlungen mit der Regierung über die Erdgas-Krise

Der britische Minister für Wirtschaft und Energie Kwasi Kwarteng kontaktiert heute einige der größten britischen Energiekonzerne, um eine Krise in der Branche abzuwenden, wächst doch die Befürchtung, dass die rekordverdächtig hohen Gas- und Strompreise einem „Tsunami“ gleich einige Versorger an die Wand drücken könnten.

Seit Anfang August haben fünf kleinere Versorger ihr Geschäft aufgegeben, da die steigenden Großhandelspreise dazu geführt haben, dass Unternehmen mit unzureichenden Absicherungs-Strategien oder schwachen Bilanzen nicht mehr in der Lage sind, die Kosten für die Energie zu decken, zu deren Lieferung sie sich verpflichtet haben.

Unter den Geschäftsführern der größeren Versorger wächst die Sorge, dass die fünf Unternehmen, darunter People’s Energy und Utility Point mit zusammen 570.000 Haushaltskunden, nur die Spitze des Eisbergs sind.


Geringe Windgeschwindigkeiten haben zu den hohen Strompreisen beigetragen, während Ausfälle in anderen Kraftwerken und ein Brand in Großbritanniens wichtigstem Unterwasser-Stromkabel aus Frankreich am Mittwoch zu Bedenken geführt haben, ob die Versorgung über den Winter ausreichend sein wird.

Link: https://www.ft.com/content/19fddb9d-8123-4f0c-9e46-909cac4a55b6

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3) Europa steht vor einer düsteren, jahrelangen Energiekrise im Winter

Europa macht sich auf einen harten Winter gefasst, denn eine seit Jahren andauernde Energiekrise macht den Kontinent von den Launen des Wetters abhängig.

Angesichts steigender Gas- und Strompreise werden Länder von Großbritannien bis Deutschland auf mildes Wetter angewiesen sein, um die Heizperiode zu überstehen. Europa ist knapp an Gas und Kohle, und wenn der Wind nicht weht, könnte das schlimmste Szenario eintreten: weitreichende Stromausfälle, die Unternehmen und Fabriken zur Schließung zwingen.

Link: https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-09-18/europe-faces-bleak-winter-energy-crisis-years-in-the-making?mc_cid=8f620249a5&mc_eid=08ba9a1dfb

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4) EU-Energiekrise: Brüssel steht vor einem „harten“ Realitätscheck wegen „gefährlicher“ grüner Politik

Die Europäische Union steht vor dem Risiko einer ausgewachsenen Energiekrise wegen des Bestrebens der Länder, fossile Brennstoffe auslaufen zu lassen, um die grüne Energieagenda des Blocks zu erfüllen, so ein Experte gegenüber Express.co.uk.


Laut Craig Golinowski, geschäftsführender Partner bei Carbon Infrastructure Partners (CIP), sind die Länder, die sich den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen auf die Fahnen geschrieben haben, mindestens 50 Jahre davon entfernt, dieses Ziel zu erreichen.


„Es gibt heute, morgen und in den kommenden Jahrzehnten keine Alternative zu fossilen Brennstoffen. Das ist eine schwer zu akzeptierende Botschaft für Einige. Die Realität zu leugnen oder den Menschen etwas anderes vorzugaukeln, wird zu Energiekrisen führen.“

[Hervorhebungen vom Übersetzer]

Link: https://www.express.co.uk/news/science/1492760/eu-energy-crisis-brussels-renewables-fossil-fuels-europe-climate-change-paris-agreement?mc_cid=8f620249a5&mc_eid=08ba9a1dfb

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5) Analysten warnen: Rechnungen für Haushalte sind dabei, über 1500 Pfund pro Jahr zu steigen

Aufgrund der Krise der Lebenshaltungskosten werden die Rechnungen eines Durchschnittshaushalts um mehr als 1.500 Pfund pro Jahr steigen, warnen Experten heute. Angesichts unaufhaltsam steigender rechnungen und Preise stehen die Familien an der Schwelle zur größten Ausgabenkrise seit fast einem Jahrzehnt.

Link: https://www.dailymail.co.uk/news/article-10003047/Household-bills-soar-1-500-year.html?mc_cid=8f620249a5&mc_eid=08ba9a1dfb

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Das wechselhafte Sommerhalbjahr 2021 mit Höhen und Tiefen in der Natur – Ein Nachruf

Witterungsverlauf, Phänologie und Landwirtschaft im Sommerhalbjahr 2021 am Beispiel der Region Erfurt/Weimar

Stefan Kämpfe

Die Befürchtungen der Alarmisten, viel CO2 und Wärme würden der Natur schaden, bestätigten sich gerade auch 2021 wieder einmal nicht. Natur kann sich selbst nicht schaden; Klimaextreme gehören zu den naturgegebenen Abläufen. Nur ein Monat dieses Sommerhalbjahres fiel markant zu warm aus – der Juni. Der Kaltstart im April/Mai und der kühle, regnerische August trübten die Bilanz einer ansonsten sehr passablen Vegetationsperiode mit vielen Niederschlägen, aber meist auch ausreichend Sonne mit Wärme sowie mit oft guten Ernteergebnissen; der auch in unseren „Qualitätsmedien“ als „Unwettersommer“ verunglimpfte Sommer 2021 war deutlich besser, als sein Ruf.

Die Region um Erfurt/Weimar entspricht hinsichtlich ihres Temperaturniveaus recht gut dem DWD-Deutschlandmittel und steht damit grob für die Verhältnisse in Deutschland; hinsichtlich des Niederschlages ist sie allerdings im Langjährigen Mittel trockener. Als im April immer wieder der Schnee und die Nachtfröste einfielen – in Erfurt wurden im kältesten April seit 1973 (!) 15 Frostnächte registriert, hoffte man noch auf einen warmen Mai. Doch der „Wonnemonat“ blieb ohne Wonne, kalt, windig mit häufigen Regen- und Graupelschauern, zum Glück aber diesmal ohne größere Frostschäden. Wegen der Frühjahreskälte verspätete sich der Vollfrühling (Beginn der Blüte des Kornapfels) merklich.

Abbildung 1: Verspätete Apfelblüte 2021 – Schuld war der kalte April. Langfristig (seit 1990) verfrühte sich die Apfelblüte nur noch um etwa 4 Tage.

2021 geht als „Jahr ohne Frühlingswärme“ in die Klimageschichte ein, denn nur Ende März gab es ein paar warme Tage; ansonsten bestimmten Aprilschnee, Nachtfröste und kalter Wind das Geschehen; mit 6,9°C registrierte die DWD-Station Erfurt/Weimar den kältesten Lenz seit 2013.

Abbildung 2: Tulpen und andere Frühblüher bekamen im April 2021 oft kalte Füße. Foto: Stefan Kämpfe

Erst Ende Mai verabschiedete sich die Kaltluft; und Anfang Juni kam die große Wärme fast über Nacht. Überhaupt setzte sich die schon im Winter zu beobachtende Tendenz zu jähen Temperatursprüngen weiter fort.

Abbildung 3: Verlauf der Maximum-Temperaturen an der DWD-Station Erfurt/Weimar vom 13. März bis zum 31. Juli 2021. Nachdem Ende März schon fast 24 Grad erreicht wurden, blieb der gesamte April unter 20°C; im Mai gab es nur zwei warme und im Juni die einzigen drei heißen Tage (Max.>= 30°C) des gesamten Sommerhalbjahres; schon zum Monatswechsel Juni/Juli setzte der Temperaturrückgang ein. Bildquelle: wetteronline.de

Der phänologische Frühsommer (erste blühende Holunderdolden) konnte diesmal am 28. Mai und damit merklich verspätet registriert werden.

Abbildung 4: Keine Verfrühung der Holunderblüte seit 1990 in Weimar (Frühsommerbeginn).

Der Laubaustrieb war erst nach dem 20. Mai überall abgeschlossen; aber mit dem Einzug der Juni-Wärme begann die große Aufholjagd in der Natur, zumal es nun für vier Wochen nicht nur warm, sondern mit gelegentlichen Gewitterschauern auch feucht genug blieb.

Abbildung 5: Sehr reich blühende Steppe bei Kölleda im Frühsommer-Aspekt. Man erkennt Hufeisenklee (gelb), Blaugrünes Labkraut (weiß) und Wiesen-Salbei (violett). Foto: Stefan Kämpfe

Praktisch den ganzen Juni über sorgte ein Mix aus viel Wärme und ausreichenden Niederschlägen für ideale Wachstumsbedingungen.

Abbildung 6: Dichter Blühaspekt des Kleinen Mädesüß in der Gips-Steppe bei Artern. Foto: Stefan Kämpfe

So waren auch meist knochentrockene Standorte diesmal in einen reichen Blütenflor gehüllt.

Abbildung 7: Astlose Graslilie (weiß) und Schmalblütige Trauben-Hyazinthe (violett) am Brembacher Weinberg nördlich von Weimar. Foto: Stefan Kämpfe

Erneut waren in diesem sehr warmen Juni viele Neophyten, also eingebürgerte Pflanzen aus wärmeren Gebieten, begünstigt.

Abbildung 8: Sehr reicher Blühaspekt des Natternkopfes (violettblau) und des nur dort vorkommenden Lauchs Allium purpurocoeruleum aus Zentralasien, für den es (noch) keinen deutschen Namen gibt, auf einem Gipshügel bei Erfurt Foto: Stefan Kämpfe

Im letzten Junidrittel startete mit den ersten Winterlindenblüten der phänologische Hochsommer nur noch leicht verspätet, und langsam wurden auch die teils reichlich vorhandenen Süßkirschen reif.

Abbildung 9: Kaum noch Verfrühung der Winterlinden-Blüte (Beobachtungsdaten leider erst seit 1998 vorliegend). Zusammen mit 2001, 2010 und 2013, war 2021 einer der eher späten Blühtermine.

Abbildung 10: Gute Kirschernte 2021, aber die Früchte verdarben wegen der Regenfälle und durch den starken Insektenbefall sehr schnell. Foto: Stefan Kämpfe

Doch mit Julibeginn wehte ein deutlich anderer Wind. Mehr und mehr übernahmen nun Wolken und Regenfälle die Regie. Zwar erholten sich die Temperaturen nach einigen sehr kühlen Tagen rasch wieder; der Juli fiel mäßig warm und trotz vieler wechselhafter Phasen keinesfalls unfreundlich aus, aber jedem war klar, dass die Serie der sehr heißen Sommer (2018 bis 2020) nicht andauern würde. Erst Mitte Juli begann die Wintergerstenmahd um etwa 10 Tage verspätet. In der Natur dauerte das üppige Blühen fort.

Abbildung 11: Der Deutsche Alant, eine seltene Steppenpflanze, blühte in diesem Juli reichlich. Foto: Stefan Kämpfe

Abbildung 12: Der dem Dill ähnelnde Echte Haarstrang an einem Steilhang in Nordthüringen erreichte stellenweise mehr als 1,50 Meter Wuchshöhe. Foto: Stefan Kämpfe

Der Juli endete, wie er startete, wechselhaft, aber Unwetter gab es im Raum Erfurt/Weimar nicht. Am 2. August. zog mit den ersten reifen Holunderdolden der phänologische Frühherbst ein:

Abbildung 13: Die Holunderreife verfrühte sich langfristig noch um wenige Tage. Aber 2021 begann sie zu spät – der Vegetationsrückstand des Frühjahres konnte nicht völlig aufgeholt werden.

Immer wieder unterbrachen in diesem August, dem kühlsten seit 2014, Regenfälle und Gewitter die Erntearbeiten. Die Getreideernte 2021 fiel im Thüringenmittel besser als in den Vorjahren aus, auch wenn das letzte Korn wegen der feuchten Witterung erst Anfang September mit Qualitätseinbußen geborgen werden konnte. Futterkulturen, Gemüse und Hackfrüchte erzielten hohe Erträge; Obst reifte teils reichlich, aber in oft minderer Qualität. Von angeblich immer schlechteren Ernten wegen des Klimawandels kann also keine Rede sein.

Abbildung 14: Trotz großer Schwankungen, die aber völlig normal sind, tendenziell steigende Getreideerträge in Thüringen. Die Klimaerwärmung ist offenbar besser, als ihr Ruf. Langfristig werden die Erträge wohl eher noch etwas weiter steigen – Dank besserer Anbaumethoden und Sorten, aber auch, weil der notwendige Grundnährstoff CO2 reichhaltiger verfügbar ist.

Abbildung 15: Der Silomais stand im Spätsommer/Herbst wie eine Mauer; Wuchshöhen von 2,5 bis 3 Metern waren keine Seltenheit.

Freilich gab es regional große Unterschiede, welche der ungleichmäßigen Niederschlagsverteilung (Schauer und Gewitter) geschuldet waren. Besonders schwierig verlief die Rapsernte – es gab viel Ausfallkorn; aber der Winterraps gehört ohnehin nicht zu den geeignetsten Kulturen im Thüringer Becken – vielleicht bewegt das schlechte Ergebnis den ein oder anderen Landwirt zum Nachdenken über den viel zu umfangreichen, ökologisch schädlichen Anbau von Pflanzen für die „Energiewende“. Noch ist die Kartoffelernte nicht abgeschlossen, aber auch sie wird relativ gut ausfallen. Auch mit Beginn des letzten Hochsommer-Monats August hielt das überreiche Blühen in der Natur noch an, doch zum Monatsende zeigten sich schon erste Ansätze der Laubverfärbung.

Abbildung 16: Nur selten bildet der erst Anfang August blühende Hirschwurz-Haarstrang so dichte, kräftige Bestände. Foto: Stefan Kämpfe

Und von dem so viel thematisierten Insektensterben war 2021 nichts zu merken. Schmetterlinge und Falter flogen reichlich; das Obst wurde sehr stark von Fruchtfliegen und Wickler-Arten befallen. Noch Anfang September gab es eine Mückenplage. Die geringere Anzahl von Wespen und Hornissen hatte ihre Ursache in dem kalten, späten Frühjahr.

Abbildung 17: Gutes Schmetterlingsjahr 2021, hier der Kaisermantel auf einer Skabiosen-Flockenblume. Fotos: Stefan Kämpfe

Auch für Pilzfreunde hatte dieses Jahr so Einiges zu bieten; schon im Juni und dann mehr oder weniger durchgängig, konnten in Wäldern und auf Wiesen die verschiedensten Pilzarten gefunden werden.

Abbildung 18: Nach den starken August-Niederschlägen sprießte Anfang September der sehr schmackhafte Riesen-Schirmpilz (Parasol) in großen Mengen. Foto: Stefan Kämpfe

Nach dem kühlen August kehrte Anfang September der Sommer noch einmal für 14 Tage zurück – freilich mit einigen Schönheitsfehlern, denn am Morgen hielten sich oft zähe Nebel- und Hochnebelfelder, welche sich mitunter erst am späten Mittag auflösten – Anfang September war das so schon lange nicht mehr zu beobachten und ist vielleicht ein Indiz für eine beginnende Abkühlungsphase.

Zusammenfassung: Auch wenn die Anzahl der Sonnenstunden und die Temperaturen nicht das Niveau der Vorjahre erreichten, so hatte doch dieses Sommerhalbjahr 2021 mehr gute als schlechte Seiten. Die Wälder und Wiesen haben sich von der Trockenheit der letzten Jahre rasch erholt; für viele Nutz- und Wildpflanzen sowie die Insekten schien das wechselhafte Wetter eher vorteilhaft gewesen zu sein.