Das Recht auf „Erhalt Treibhausgas-bezogener Freiheit“ lässt sich einklagen

Helmut Kuntz

Zumindest ist man bei Greenpeace fest davon überzeugt. Denn zwei der drei gegen VW Klagenden sind dort Geschäftsführer. Allerdings erschließt sich der Sinn der Klage nicht, da die EU-Administration doch selbst schon zielgerichtet gegen die deutsche Autoindustrie vorgeht. Wobei das UBA schon einen Schritt weiter ist und das „Gehen“ als Mobilitäts-Zukunftsstrategie beschrieben hat [2] [3].
Ein Lehrstück für das Anspruchsdenken heutiger „Gutmenschen“ die der Welt ihre persönlichen Befindlichkeiten bis ins Kleinste vorschreiben wollen – und einer Politikkaste, welche das unterstützt -, ist es allerdings.

Die Unterlassungsklage

[1] Kläger
Martin Kaiser … ist seit dem 1. Juli 2016 einer der beiden Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland … Vorliegend macht der Kläger zu 1) jedoch als Klagegrund eigene Rechte und Interessen geltend …
Roland Hipp … Der am (Baden-Württemberg) geborene Kläger ist seit 2002 Geschäftsführer von Greenpeace e.V. Er wird wie der Kläger zu 1) hier aber im eigenen Interesse tätig ..
Clara Mayer … ist zugleich Pressesprecherin der Bewegung Fridays for Future. Die Klägerin hat schon 2019 auf der Hauptversammlung der Volkswagen AG den Konzern zu klimaschützendem Verhalten aufgefordert, weil ihr zukünftiges Leben wegen der Klimawandelfolgen und Freiheitseinschränkungen andernfalls nicht mit einem heutigen Leben vergleichbar sein wird.
Klage
… in dem wir beantragen werden, die Beklagte zu verurteilen … es zu unterlassen,
a) selbst sowie durch vollkonsolidierte Tochterunternehmen mit einem Verbrennungsmotor ausgestattete Personenkraftwagen … nach Ablauf des Jahres 2029 entgeltlich oder unentgeltlich erstmals in den Verkehr zu bringen

Mit VW haben die Kläger allerdings ein Opfer, welches diesem Zeitgeist schon längst begeistert hinterherrennt und vorbeugend umsetzt, so dass der Verdacht besteht, dass die Klage eher der „Eigenwerbung“, als einem sinnvollen Zweck gedacht ist:
VW-Homepage:Die Klimakrise ist die größte Herausforderung unserer Zeit“, sagt Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns. Als erster Automobilhersteller hat sich Volkswagen bereits 2018 zum Pariser Klimaabkommen bekannt. Bis 2050 will das Unternehmen bilanziell CO₂-neutral sein. Dieses Dossier erklärt, welche Anstrengungen Volkswagen in vielen Bereichen für den Klimaschutz unternimmt: bei den Produkten, in der Produktion und gemeinsam mit Partnern … Unsere Produkte: Die Zukunft fährt elektrisch – Ein wichtiger Beitrag zu wirksamem Klimaschutz ist der Wandel zur E-Mobilität.

Begründung der Klage

Interessanter als die Klagegründe wird sein, wie die Gerichte darauf antworten. Wobei da seit dem Verfassungsgerichts-Urteil kaum Hoffnung ist. Dieses höchste Gericht hat ja bestätigt, was unsere „Intelligenz“ längst mit absoluter Sicherheit weiß:

Bild 1 Ausschnitt aus einem Leitkommentar des Chefredakteurs der Lokalzeitung des Autors

Und so strotzt die Klagebegründung vor Selbstbewusstsein und dem sicheren Wissen, im Recht zu sein:
[1] Die Kläger:innen nehmen die Beklagte in Anspruch, um sicherzustellen, dass sie künftig nicht durch übermäßige CO2-Emissionen der Beklagten in zentralen Rechtsgütern wie Eigentum, Gesundheit und ihrem Recht auf Erhalt treibhausgasbezogener Freiheit verletzt werden. Der Klimawandel und seine Folgen beeinträchtigen die Kläger:innen bereits heute spürbar in ihren oben genannten Rechten und drohen, sie zukünftig noch gravierender in ihren Rechten zu verletzen. Die Irreversibilität der Folgen zwingt die Kläger:innen, bereits heute zu handeln.

[1] Der Klimawandel und seine Folgen Die Existenz des Klimawandels ist heute nicht mehr seriös bestreitbar. Der Sachverhalt ist offenkundig. Das Bundesverfassungsgericht hat dessen allgemeine Gesetzmäßigkeiten mit seinem Klima-Beschluss verbindlich festgestellt und zu einer Verfassungswirklichkeit erhoben, die von allen staatlichen Stellen zu beachten ist … Erstmals insoweit ergeht hinsichtlich der Anthropogenität keine Wahrscheinlichkeitseinstufung mehr, sondern die Bezeichnung als Gewissheit … Auch bereits bei Einhaltung des Ziels von 1,5 °C werden Klimaänderungen und gravierende Klimafolgen auf der gesamten Welt auftreten. Diese vertiefen sich mit jedem zusätzlichen Temperaturanstieg. Wegen der möglichen, aber noch nicht exakt abschätzbaren Überschreitung von Kippunkten können auch bei weiterem Übersteigen der 1,5 °C-Schwelle apokalyptische Zustände nicht ausgeschlossen werden, die das Überleben der Menschheit als solche in Frage stellen – was auch das Bundesverfassungsgericht feststellt.

Die Kläger hätten auch Fachpersonen zitieren können:
Der bekannte Klimaforscher Marotzke gab der FA ein Interview, in dem es speziell um die Ängste und Kipppunkte ging
Frankfurter Allgemeine 13.04.2020: GLOBALE ERWÄRMUNG: Bloß keine Panik – auch nicht beim Klima
… Ein Grund, warum viele Menschen Panik vor dem Ende der Welt haben, sind die sogenannten Kipppunkte im Klimasystem. Das sind Schwellenwerte, die irreversible Prozesse in Gang setzen, die, einmal angelaufen, nicht mehr zu stoppen sind. Wie viele solcher Kipppunkte gibt es?
Marotzke: Wir wissen von zwei globalen Kipppunkten, dass es sie wirklich gibt. Allerdings sind wir davon weit, weit entfernt. Da ist einmal die Möglichkeit, dass die Erde komplett vereist. Das wissen wir deswegen, weil es schon einmal passiert ist.
Und was ist mit den anderen?
Marotzke: Die sind denkbar, können nicht ausgeschlossen werden, aber bei fast allen wissen wir nicht, wo wir stehen.
Welcher Kipppunkt macht Ihnen am meisten Sorge?
Keiner.
…Die Frage ist ja, an welcher Stelle übersteigen die Risiken von Klimaschutzmaßnahmen die Risiken durch den Klimawandel. Da hilft Panik nicht, da hilft nur relativ nüchternes Analysieren und Abwägen – und eine demokratische Diskussion.

Frau Merkels Klimageschichte ist inzwischen Wissenschaftsstandard

Beim Klimawandel ist das einzige „Gütekriterium“ für Studien, dass ein schlimmer Klimawandel herauskommt. „Höchstwertig“ ist das Autorengremium, wenn das gelingt, obwohl die Daten etwas anderes zeigen. Solch eine ist die Attributionsstudie des DWD zur Ahrtalflut [5] (rein persönliche Ansicht des unwissenschaftlichen Autors) die von willigsten Personen in kürzester Zeit ergebenst erstellt wurde, nachdem die unfehlbare Frau Merkel die letztjährige Ahrflut beim Besuch vor Ort spontan als Klimawandelereignis (und nicht als schlimmstes Behördenversagen) „erkannt“ hat [5].Inzwischen wird diese Studie oft und unwidersprochen als Beleg zitiert:
[1] … Welche Folgen der Klimawandel in Deutschland verursacht, hat sich mit extremer Hitze im Sommer 2018 und 2021 mit der ÜberschwemmungsKatastrophe in der Region um die Flüsse Ahr und Erft eindrücklich gezeigt. Es gilt als erwiesen, dass diese Niederschläge und Überflutungen auch auf den Klimawandel zurückzuführen sind. Das zweitägige Extremwettereignis im Jahr 2021 war bei einer globalen Temperaturerhöhung von aktuell 1,2 °C bereits 3 bis 19 Prozent wahrscheinlicher als bei einer vorindustriellen globalen Temperatur. Auch die Auftrittswahrscheinlichkeit steigerte sich dadurch bis heute bereits um das 1,2- bis 9-fache gegenüber der vorindustriellen Zeit …

Und immer (noch) leiden die Wälder

[1] … Folgen für die Kläger:innen
Der Wald wird in Zukunft voraussichtlich wirtschaftlich nicht mehr nutzbar sein … Dieser kleine Wald ist bisher relativ gut durch die Trockenheitsphasen gekommen. In Zukunft werden die Trockenheitsphasen jedoch zunehmen.

Noch nie seit dem Mittelalter – als ganz Deutschland fast abgeholzt war – ging es dem Wald besser als heute (so er richtig angelegt und gepflegt ist). Und „gesunden“ Wald gab es noch nie, denn auch Wald ist ein anfälliges Naturgebilde. Anbei Darstellungen von Waldschäden in früherer Zeit [6]:

Bild 2 [6] Quelle: Bayerns Wälder. 250 Jahre Bayerische Staatsforstverwaltung, Forstheft 3-4: „Anmutiges Waldland“

Bild 3 [6] Schloss Zeil. Quelle: Historisches Lexikon Bayerns, Wald Waldnutzung

Bild 4 [6] Schloss Zeil, ähnliche Sicht wie Bild 3. Quelle: Schwäbische Bäderstraße

An gewichtigen Argumenten fehlt es nirgends. Ein Biobauer aus Detmold, der (dank Unterstützung von Greenpeace) ebenfalls gegen VW klagt, zieht als Beleg an:
Die Zeit, 2. Juni 2022: „Hat Volkswagen seinen Wald zerstört“
… Früher habe er sich darauf verlassen können, dass es etwa alle zwei Wochen regnet. Jetzt gibt es keine Sicherheit mehr ...

Wenn man nur einen beschränkten „Sichtbereich“ hat, entstehen solche „Beobachtungen“. Verbunden mit ausreichend Ideologie erklärt man es dann zur Wahrheit. Nur ist sie es eben nicht. Vor allem nicht, dass es bei Kälte keine Trockenheit gäbe:
14.05.2022 Arte-Doku: Geheimnisse der Antike – Als Troja brannte
… Vor mehr als 3000 Jahren veränderte sich das Klima im Mittelmeerraum. Eine starke Abkühlung führte zu weniger Regen und das wiederum zu Dürren und Hungersnöten in agrarisch geprägten Gesellschaften.

Das IPCCkann zudem keinen Trend finden:
AR5, WGI, Technical Summery, Seite 50: Übersetzung: Es besteht ein geringes Vertrauen im globalen Maßstab beobachteten Trend an Dürre oder Trockenheit (Mangel an Niederschlag), aus Mangel an direkten Beobachtungen, Abhängigkeiten von abgeleiteten Trends auf der Indexauswahl und wegen geographischer Unstimmigkeiten in den Trends.“
sowie AR5, WGI, Kapitel 2, Seite 215:
Übersetzung: „Zusammenfassend kommt die aktuelle Bewertung zu dem Schluss, dass es zur Zeit nicht genug Hinweise und [nur] ein geringes Vertrauen in einen beobachteten globalen Trend an Dürre oder Trockenheit (Mangel an Niederschlägen) gibt, aus Mangel an direkten Beobachtungen in der Mitte des 20. Jahrhunderts, geographischen Inkonsistenzen in den Trends und Abhängigkeiten der abgeleiteten Trends auf der Indexauswahl. Auf Basis aktualisierter Studien waren die AR4-Schlußfolgerungen bezüglich global zunehmender Trends an Dürre seit den 1970er Jahren wahrscheinlich übertrieben
Universität Greifswald 22.02.2019: “Removing the no-analogue bias in modern accelerated tree growth leads to stronger medieval drought”
Trockensommer wie 2018 waren im Mittelalter keine Seltenheit

S.M. Vicente‐Serrano et al., 22 June 2020: Long‐term variability and trends in meteorological droughts in Western Europe (1851‐2018)
… Results reveal a general absence of statistically significant long-term trends in the study domain…”

Welche Variabilität und Extreme selbst in der kürzeren Vergangenheit herrschten, zeigt eine Grafik aus USA mit dem „Dusted Bowl“ der 30er Jahre:

Bild 5 Temperaturen USA

Symboltier Biene

Seit Bayerns Landesvater die Bienen – nicht diese, aber deren verkündetes Sterben – aufgrund eines erfolgreichen Volksbegehrens als wahlwirksam entdeckte:
SZ, 17. Juli 2019:Ministerpräsident Markus Söder, dessen Partei sich lange gegen die Initiative gestellt hatte, nannte die Reform am Mittwoch unverzichtbar …
und ein Gesetz dagegen einbrachte, gilt es als „gesetzt“, dass in Deutschland die Bienen besonders leiden. Natürlich mit bekannter Ursache, in der die tödlichere Vorramilbe keinen Platz hat:
[1] … Die Bienenvölker des Klägers zu 2) werden in Zukunft auch durch den Klimawandel geschädigt. Der Klimawandel führt zu einer phänologischen Entkopplung zwischen Pflanzen und Bestäubern und ändert deren Entwicklungsstadien, zum Beispiel bei den Pflanzen die erste Blüte und bei Bestäubern das erste Auftauchdatum. Dies belegen auch Modellierungen, die eine solche Verschiebung in den letzten 120 Jahren zeigen konnten.

Was das Volksbegehren in Wirklichkeit gezeigt hat, ist, dass wenn Interessenverbände gemeinsam und geschlossen agitieren, in Deutschland jede Behauptung „durchgedrückt“ werden kann – und (heutige) Politiker nie in der Lage sind, dagegen zu argumentieren, sondern sich möglichst schnell der neuen Meinung werbewirksam anschließen. Frau Merkel war darin geradezu eine Meisterin.

Denn den Bienen ging und geht es bei Weitem nicht so schlecht, wie von BUND und Co. vermittelt.
Spiegel 20.05.3018: Biene Maja muss nicht sterben
Seit Jahren warnen Umweltschützer vor einem Bienensterben und machen mit aufwendigen PR-Aktionen darauf aufmerksam
Novo argumente, 19.09.2018: Umweltministerium führt Bundestag hinters Licht
Und ein Interview mit einer Fachperson:
Novo argumente, 12.01.2018: „Der Fehler steht hinterm Kasten
Alarmistische Meldungen über ein angebliches Bienensterben beruhen auf einseitigen Kampagnen gegen die moderne Landwirtschaft, so Bienenexperte Gerhard Liebig.
… Gibt es Ihrer Meinung nach also gar kein Bienensterben?
Es kommt darauf an, wie man „Bienensterben“ definiert. In einem Bienenvolk sterben jährlich etwa eine Viertelmillion Bienen eines natürlichen Todes, im Sommer sind es etwa 2000 täglich, im Winter im Durchschnitt nur 30. Das Volk bleibt dennoch am Leben, denn es kommen auch Bienen zur Welt. Im Frühjahr schlüpfen mehr Bienen als Bienen sterben, die Völker wachsen dann. Im Winter werden keine Bienen erbrütet, die Völker schrumpfen dann. Wenn alle Bienen eines Volkes im Winter abgehen, stirbt das Volk. Wenn das vielerorts passiert, gibt es ein „Völkersterben“, das in der medialen Berichterstattung als „Bienensterben“ bezeichnet wird.

„Die Imker, die verlustfrei imkern, bilden die schweigende Mehrheit.“
Im Durchschnitt gehen in Deutschland etwa 10 Prozent der Völker im Winter ein, wobei in jedem Winter bei den etwa 100.000 Bienenhaltern in Deutschland die Schwankungsbreite der Verlustrate zwischen 0 und 100 Prozent liegt. Auch das ist nichts Besonderes. Die Imker, die verlustfrei imkern, bilden die schweigende Mehrheit. Nur die Betroffenen klagen und werden gehört. Hinzu kommt die Einstellung vieler Berichterstatter in den Medien: „Only bad news are good news“. Zuschauer, Zuhörer und Leser bekommen ständig und stetig den Eindruck vermittelt, dass es immer schlimmer wird. Völkerverluste im Winter werden durch die im Frühjahr übliche Völkervermehrung ausgeglichen, so dass die Völkerzahl in Deutschland stabil bleibt oder auch zunimmt – wie in China, wie in den USA und anderswo. Völker sterben im Winter nur, wenn der Bienenhalter Fehler macht. Die Hauptursache für Völkerverluste im Winter ist eine unzureichende Varroabehandlung. Der Fehler steht also hinter dem Kasten

Sie haben jahrzehntelange Erfahrung mit Bienen: Geht es den Tieren heute schlechter als früher – von der Milbe einmal abgesehen? Es heißt, die Bienen sind wegen der Pestizide aus der Landwirtschaft und aufgrund von Nahrungsmangel anfälliger als früher.
Diese Behauptung ist ähnlich zu bewerten wie die bereits erwähnte Handbestäubung in China. Sie wurde öffentlich gemacht von der Stiftung Warentest in ihrem Augustheft 2013 mit dem Artikel „Wenn das Summen verstummt“. An der Verbreitung dieser Behauptungen haben sich auch der BUND mit dem Flyer „Bienensterben stoppen! Pestizide – Gift für Mensch und Umwelt“ und Greenpeace mit der Broschüre „Bye, Bye Biene?“ beteiligt. Das Ganze gipfelte in einer Studie der Freien Universität Berlin, die von der Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben wurde und die zu dem Ergebnis gekommen ist, dass es den Bienen in der Stadt besser gehe als den Bienen auf dem Land. Schuld sei die „intensive Landwirtschaft“ mit ihren Monokulturen, durch ihren übermäßigen Pestizideinsatz und durch Düngung.
Das ist schlichtweg falsch. Die Honigproduktion in Deutschland und auch die durchschnittliche Honigleistung pro Volk ist seit Ende des Zweiten Weltkrieges stetig angestiegen. Das liegt in erster Linie an der Ausdehnung des Rapsanbaus …

Mein Agitationsjob ist gefährdet …

[1] … Freiheitseinschränkungen
Der Kläger zu 2) erlebt den stattfindenden Wandel sowohl im urbanen Bereich wie auch auf dem Lande. … Seine geachtete Expertise in Sachen Atomkraft gründet sich unter anderem auf eigenes Studium und private Untersuchungen. Der Kläger zu 2) untersuchte etwa die Wiederaufbereitungsanlagen in La Hague und Sellafield. Hierzu unternahm er Beobachtungen vor Ort vor und stellte unter Zuhilfenahme wissenschaftlicher Methoden und Instrumente die Strahlung im Atlantik oder den Häusern der Anwohner:innen fest, die er anschließend publizierte.
Allerdings ist sein diesbezüglicher Handlungsradius von akuten Einschränkungen bedroht. Damit wird nicht nur der Kläger zu 2) in seinen Aktivitäten in seiner Freizeit eingeschränkt, sondern auch die Allgemeinheit, die künftig von seinen Forschungsergebnissen oder Publikationen nicht profitieren kann.
Tiefgelegene Orte, konkret bspw. Sellafield, sind wegen des klimabedingten Meeresspiegelanstieges und Küstenerosion schon heute prognostizierbar in Zukunft nicht mehr erreichbar. Proben in den Meeren werden wegen der zunehmend raueren Bedingungen durch den Klimawandel schwerer zu erreichen sein, zudem dürfte auch die entsprechende Motorisierung der Schiffe privaten Akteuren nicht zu Verfügung stehen. Reisen werden aufgrund der CO2-Bepreisung zunehmend kostenintensiver und sind von weiteren harten staatlichen Einschränkungen bedroht. Untersuchungen wie diejenigen auf dem Meer werden durch die Hitzeeinstrahlung oder die Gefahr von plötzlichen Extremwetterereignissen – die zunehmend schlechter vorhersehbar sind – gefährlicher für Leib, Leben und die Gesundheit des Klägers zu 2). Solche Untersuchungen sind aber nur vor Ort möglich …

Ich habe ein schlechtes Gewissen beim Nutzen von Instagram

[1] … Die Klägerin zu 3) macht folgende Freiheitseinschränkungen geltend:
Als ehrenamtliche Pressesprecherin von Fridays for Future nutzt die Klägerin zu 3) zur Organisation und Informationsvermittlung u.a. die kostenlose Dienste Instagram und Whatsapp, die für das Bestehen und Vernetzung der dezentralen Bewegung essentiell sind. Instagram nutzt die Klägerin aber auch zu privaten Freizeitzwecken. Die Nutzung dieser Dienste sind mit Treibhausgasemissionen verbunden (wie die aller Konkurrenten auch). So verbraucht eine Minute durch den Instagram-Feed scrollen 1,459 Gramm CO2-Äquivalente, das entspricht ungefähr 10 Meter mit einem leichten Verbrenner-Pkw zu fahren. Auch diese Dienstleistungen werden künftig eingeschränkt oder angepasst werden müssen

Nur die Ansicht von Elektroautos kann mich von den Klimawandel-Panikattacken erlösen

Das ist etwas weit hergeholt. Es trifft diese Art von Seelenpein aber gut. Denn leider hat die Klimakirche noch keine eigenen Votivbilder und Reliquien, zu welchen man zwecks Erlösung wallfahren und beten kann. Zwischenzeitlich muss da eben ein „Tesla“ und mit verminderter Heilswirkung vielleicht ein anderes E-Auto reichen.

[1] … Psychische Gesundheit:
bereits berichtete Bedrohung der psychischen Gesundheit durch den Klimawandel in Form von subklinischen depressiven Gefühlen, Verzweiflung und Schuldgefühlen
medizinische Plausibilität von Symptomen wie Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit und Panikattacken aufgrund des Klimawandels
unverhältnismäßig starke Betroffenheit von Environmental Anxiety und den daraus resultierenden psychologischen Auswirkungen bei jungen Menschen im Alter von 10-24 Jahren an einem hierfür besonders neuralgischen Punkt der physischen und psychischen Entwicklung
Wahrscheinlichkeit erhöhter Raten von Depressionen, Angstzuständen, posttraumatischem Stress und psychischen Gesundheitsstörungen infolge von auch klimawandelbedingten Naturkatastrophen wie Überschwemmungen …
… Sie macht sich zudem täglich Gedanken über die Frage, ob und wie die Menschen gerade die gesundheitlichen Auswirkungen der Klimakrise bewältigen können und fühlt sich dadurch täglich psychisch belastet.

Quellen

[1] Klageschrift RA Günther, Mittelweg 150, 20148 Hamburg gegen Volkswgen AG

[2] Achgut, 12.06.2022: Der Sonntagsfahrer: Geht doch!

[3] Umweltbundesamt, Schrift: Geht doch! Grundzüge einer bundesweiten Fußverkehrsstrategie

[4] EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?

[5] EIKE, 9. Sept. 2021: Die Glaskugel der Astrologen hat ausgedient, Computer machen es ergonomischer

[6] EIKE 17.07.2020: Wenn man denkt, niveauloser geht nicht mehr, kommt ein neuer Artikel daher …

 




Indiens Kohleförderung steht im Widerspruch zum globalen Klima-„Drama

Vijay Jayaraj

Wir haben in Indien eine Krise, und die hat nichts mit dem Klima zu tun. Den Kraftwerken des zweitgrößten Kohleverbrauchers der Welt gehen die Vorräte aus, so dass eine Milliarde Menschen von Stromausfällen bedroht sind und die Industrie gezwungen ist, Anlagen zu schließen.

Um die Situation zu lösen, hat die indische Regierung die verstärkte Einfuhr von Kraftwerkskohle genehmigt, alle Einfuhrzölle auf Kohle abgeschafft, Hunderte von stillgelegten Kohlebergwerken wieder eröffnet und die bestehenden einheimischen Bergwerke aufgefordert, in noch nie dagewesenem Umfang Kohle zu fördern. Das Land hat sogar Dutzende kommerzielle Zugverbindungen gestrichen, um Platz für Kohle-Güterzüge zu schaffen.

Im vergangenen Jahr litten die kohlebefeuerten Kraftwerke des Landes zeitweise unter Brennstoffknappheit, und das Problem hat sich erneut verschärft. Aus dem täglichen Bericht der Zentralen Elektrizitätsbehörde vom 29. April über die Kohlevorräte ging hervor, dass 56 Kraftwerke nur noch über eine Reserve von 10 % verfügten und 26 Kraftwerke weniger als 5 % Reserve hatten.

Um die Lieferungen an die Kraftwerke zu erhöhen, hat die Regierung zu verzweifelten Maßnahmen gegriffen. Zweiundvierzig Züge wurden im ganzen Land gestrichen, um die Gleise für den beschleunigten Transport von Kohlefrachten freizumachen. Die Behörden erklärten, die Zugstreichungen seien unbefristet und würden erst wieder rückgängig gemacht, wenn sich die Kohlebestände verbessern.

Der Leiter der Eisenbahnabteilung des Landes sagte: „Die Nachfrage und der Verbrauch von Kohle sind im Vergleich zum letzten Jahr um 20 Prozent gestiegen. Im Monat April 2022 haben wir 15 Prozent mehr Kohle transportiert als im April 2021.“

Um die Einfuhr zu erleichtern, hat die indische Regierung jetzt alle Einfuhrzölle auf Kohle abgeschafft.

Die Regierung gewährt auch Importkredite für ihre Wärmekraftwerke an der Küste. Das bedeutet, dass die Importe aus Australien trotz der Anti-Fossil-Regierung in Australien stark zunehmen könnten. Indiens uneingeschränkte Kohleimportpolitik könnte auch erhebliche Auswirkungen auf den weltweiten Kohlehandel und die Preisgestaltung haben.

Der größte Teil des indischen Kohlebedarfs wird durch die heimische Produktion gedeckt. Das staatliche Unternehmen Coal India hat den Auftrag erhalten, so viel Kohle wie möglich zu fördern. Indien ist der zweitgrößte Kohleproduzent der Welt und verzeichnete im April einen Zuwachs von 27 % gegenüber dem Vorjahr.

Die Verantwortlichen des Landes sind sich darüber im Klaren, dass die Energiesicherheit Indiens in erster Linie von seinem Kohlesektor abhängt. Letzte Woche sagte Pramod Agrawal, Vorsitzender von Coal India, dass „die Priorität des Unternehmens darin bestehe sicherzustellen, dass die Kraftwerke des Landes gut mit heimischer Kohle versorgt sind und das Land Strom zu einem angemessenen Preis erhält. Das Ziel sollte sein, Energie zu den geringsten Kosten zu sichern“. Er ermutigte die Mitarbeiter, das Produktionsziel von 700 Millionen Tonnen zu übertreffen.

Die Kohleknappheit wurde teilweise auf die gestiegene Nachfrage nach heimischer Produktion zurückgeführt, die durch höhere Preise für importierte Kohle und Erdgas sowie einen Aufschwung der Wirtschaft nach der Pandemie verursacht wurde. „Es handelt sich nicht um eine Kohlekrise, sondern um ein Ungleichgewicht zwischen Stromnachfrage und -angebot“, sagte Kohleminister A.K. Jain.

Letzte Woche hat die Regierung die Wiedereröffnung von mehr als 100 stillgelegten Kohlebergwerken angeordnet, um die Produktion anzukurbeln. In einem kühnen und seltenen Schritt hat die indische Regierung auch ihre bestehenden Kohleminen von der Notwendigkeit einer Umweltgenehmigung für eine Produktionssteigerung befreit. Einige aktive Kohlebergwerke könnten in diesem Jahr bis zu 40 Prozent mehr Kohle fördern und damit das derzeitige Produktionsziel um 150 Millionen Tonnen übertreffen.

Auch das benachbarte China hat die Kohleproduktion erhöht, was offensichtlich im Widerspruch zu den ehrgeizigen Zielen der Emissionsreduktion steht. Und wie Indien hat auch China mit Stromengpässen zu kämpfen, die im Jahr 2021 in mehr als 15 Provinzen zu beispiellosen Stromausfällen führten.

Die Realität sich entwickelnder Volkswirtschaften wie der Indiens beweist, dass die Darstellung der Mainstream-Medien, Kohle und andere Kohlenwasserstoffe seien Brennstoffe der Vergangenheit, falsch ist.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Vijay Jayaraj is a Research Associate at the CO2 Coalition, Arlington, Va., and holds a Master’s degree in environmental sciences from the University of East Anglia, England. He resides in Bengaluru, India

This piece first appeared here at RealClear Energy and has been republished with permission.

Link: https://cornwallalliance.org/2022/06/indias-coal-proliferation-contradicts-global-climate-drama/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Hört auf, die Kinder mit der Mär zu ängstigen, dass der Klimawandel ihre Welt zerstören wird!

Eric Worrall

Die Vox-Mitarbeiterin Kelsey Piper beschreibt ihre Erkenntnis, dass Klima-Angst eine weitaus größere Bedrohung für das Wohlergehen von Kindern darstellt als der Klimawandel.

Hört auf, den Kindern weiszumachen, dass der Klimawandel ihre Welt zerstören wird

Ein Teil der „Klimaangst“ entsteht dadurch, dass man Kindern – fälschlicherweise – eintrichtert, dass sie keine Zukunft haben.

Kelsey Piper

Meine 5-jährige Tochter ist jetzt alt genug, um viele Kinderbücher und -zeitschriften zu lesen, und das hat mir eine ganz neue Perspektive auf die Diskussionen über den Klimawandel, den Naturschutz und die Zukunft unseres Planeten eröffnet.

Wie ich schon früher geschrieben habe, wird der Klimawandel schlimm sein und die Menschheit daran hindern, sich in diesem Jahrhundert so gut zu entwickeln, wie wir es sollten. Er wird wahrscheinlich zu Massenmigration, Vertreibung und dem Aussterben vieler Arten führen.

Was er jedoch nicht tun wird, ist die Erde unbewohnbar zu machen oder gar zu bedeuten, dass unsere Kinder in einer ärmeren Welt leben als die, in der wir aufgewachsen sind. Viele Klimawissenschaftler haben uns darauf hingewiesen, dass die Welt – insbesondere für Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen – lebenswerter ist als je zuvor, und der Klimawandel wird sie nicht so schlecht machen wie noch 1950.

„Ich lehne die Vorstellung, dass Kinder irgendwie zu einem unglücklichen Leben verdammt sind, wissenschaftlich und persönlich eindeutig ab“, sagte Kate Marvel, eine Klimawissenschaftlerin an der Columbia University, gegenüber Ezra Klein in seiner Kolumne über die Überwindung der Klimahysterie diese Woche.

„Wenn sie aufwächst, gibt es vielleicht keine Welt mehr, in der sie leben kann. Was nützt die Schule ohne Zukunft?“, heißt es auf einer Seite, die angeblich Thunbergs Denkweise beschreibt.. Selbst als Vorbereitung für Thunbergs Aufstieg als Aktivistin bin ich von dieser Botschaft nicht begeistert. Einige Kinder mögen das hören und sich inspiriert fühlen, vor den Vereinten Nationen zu sprechen, aber die meisten Kinder werden das hören und verängstigt und entmachtet sein.

Diese pessimistische Botschaft scheint sich bei den jungen Menschen durchzusetzen. Eine von der Kampagnen- und Forschungsgruppe Avaaz finanzierte Studie aus dem Jahr 2021 befragte 10.000 Menschen zwischen 16 und 25 Jahren und fand heraus, dass mehr als die Hälfte der Meinung ist, die Menschheit sei wegen des Klimawandels „dem Untergang geweiht„.

[Hervorhebung im Original]

Mehr hier.

Es hat etwas Verdrehtes und Grausames an sich, wenn Menschen Kindern weismachen wollen, dass sie alle dem Untergang geweiht sind.

Denken Sie an all die Geschichten von Menschen, die vor dem Blitzkrieg im Zweiten Weltkrieg oder anderen schrecklichen Umständen Schutz suchten. Die Eltern in den Bunkern erzählten ihren Kindern NICHT, dass sie sterben würden, sondern sie versuchten, ihre Kinder vor dem Grauen zu schützen, lasen ihnen Geschichten vor, alles, um sie abzulenken, ihnen einen Moment der Ruhe und sogar der Freude zu geben, während die ununterbrochenen dumpfen Explosionsgeräusche ihre Bunker durchdrangen.

Aber viele Klimaaktivisten scheinen das Gegenteil zu wollen. Was haben sie davon? Bekommen sie einen Kick, wenn sie die kleinen Gesichter der Kinder in ihrer Obhut sehen, die unter der Last ihres Untergangs-Pessimismus in Angst und Verzweiflung zusammenbrechen?

Selbst wenn die Klima-Schreckensgeschichten wahr wären, was sie eindeutig nicht sind, würden Menschen mit einem Funken Mitgefühl Kindern nicht solche Grausamkeiten antun.

[Hervorhebungen vom Übersetzer]

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/06/13/vox-stop-telling-kids-that-climate-change-will-destroy-their-world/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Energie-Realität bei E&E-News: „Klimawandel bekämpfen und die Lichter nicht ausgehen lassen“

Robert Bradley Jr., MasterResource

„Die Regierung löst keine Probleme. Sie subventioniert sie.“ (Ronald Reagan)

Der Zweck der Sozialwissenschaften ist es, verlässliche Informationen zu vermitteln, um sowohl die Realität zu verstehen als auch Probleme zu vermeiden, bevor sie entstehen. Aber hier haben wir es mit einem fehlerhaften gemeinsamen Narrativ zu tun. Und die Öffentlichkeit ist dabei, das mit der Elektrizität zu begreifen, wie sie es bereits mit dem Verkehr getan hat.“ (RLB, unten)

E&E News ist das Medienzentrum für die Sache der (staatlich gesteuerten) Energiewende. Viele ihrer Reporter gehen davon aus, dass der Klima-Alarmismus, die notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für die Wind-/Solar-/Batterie-Bewegung, nicht diskutiert wird. Dennoch sind die E&E-Reporter auf der Suche nach interessanten Geschichten und berichten über einige der Probleme des „Übergangs“. Damit sind wir bei der Energierealität angelangt.

Der Artikel „Das kalifornische Dilemma“ vom heutigen Montag unterstreicht die Tatsache, dass politisch korrekte erneuerbare Energien teuer, unzuverlässig und in großem Maßstab problematisch sind. Und Unzuverlässigkeit bedeutet Preisspitzen und Turbulenzen bei Angebot und Nachfrage. Das Thema ist Kalifornien, aber auch Texas verdient eine solche Analyse. Am Ende des Sommers könnten aber auch andere Staaten in der Notaufnahme für Strom sein.

Der E&E-Artikel folgt mit meinen Untertiteln:

Dilemma von „Das sagen alle“

Kalifornien sieht sich selbst als weltweiten Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel. Doch wenn die Lichter in den nächsten fünf Sommern nicht ausgehen, werden die Treibhausgas-Emissionen des Staates wahrscheinlich steigen, so Energieexperten.

Der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA steht vor einem Engpass bei der Stromversorgung. Prognosen zeigen, dass die Spitzennachfrage das verfügbare Angebot um bis zu 3.500 Megawatt übersteigen könnte. In diesem Fall wären bis zu 3,5 Millionen Haushalte ohne Strom.

Kommentar: Und wer hat schon vor Jahren oder gar Jahrzehnten davor gewarnt? Das „magische Denken“ hat sich in eine Krise verwandelt, die nicht auf Russland zurückgeführt werden kann.

Der Zweck der Sozialwissenschaften ist es, zuverlässige Informationen zu vermitteln, um die Realität zu verstehen und Probleme zu vermeiden, bevor sie auftreten. Aber hier haben wir es mit einem fehlerhaften gemeinsamen Narrativ zu tun. Und die Öffentlichkeit beginnt zu verstehen, was Elektrizität wirklich ist, wie sie es bereits beim Verkehr getan hat.

Um das Problem zu lösen, will [Kaliforniens] Gouverneur Gavin Newsom 5,2 Milliarden Dollar ausgeben, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen. Zu den ersten Plänen gehört die Weiterführung von Gaskraftwerken, die in den Ruhestand gehen sollten.

Kommentar: Noch mehr staatliche Eingriffe in dem Versuch, die Probleme zu lösen, die zuvor entstanden sind. In der Literatur zur politischen Ökonomie wird dies als die Mises’sche Interventionsthese bezeichnet (siehe hier). Die Folge davon ist der Gapismus, bei dem durch neue Vorschriften versucht wird, das Angebot zu erhöhen oder die Nachfrage zu senken, um die (von der Regierung verursachte) Knappheit zu lindern.

Vorerst sollten die Staatsoberhäupter der Vermeidung von Stromausfällen Vorrang vor der Sorge um Treibhausgasemissionen einräumen, so mehrere Experten. Dies würde dazu beitragen, die Unterstützung für langfristige Klimaziele aufrechtzuerhalten.

„Wenn die Öffentlichkeit dies Jahr für Jahr sieht – Engpässe, Stromausfälle und Drosselungen – wird der langfristige Plan für grüne Energie, von dem jeder hofft, dass er verwirklicht wird, meiner Meinung nach einen Rückschlag erleiden“, sagte Ahmad Faruqui, Energieökonom, der früher bei der Beratungsfirma Brattle Group tätig war. „Wir leben in der Kurzfristigkeit. Wenn wir die Kurzfristigkeit nicht überstehen, werden wir auch die Langfristigkeit nicht erreichen“.

Kommentar: Die politische Realität ist die Erwartung (Nachfrage) der Wähler nach erschwinglicher, zuverlässiger Energie. Amerika hat diese seit vielen Jahrzehnten. Das ist der Grund, warum viele Klimaalarmisten und Zwangs-Energiewandler mit der Menschheit und sogar mit der Demokratie in Konflikt geraten sind. Die Verrückten (ich habe letzte Woche einen von ihnen vorgestellt) versuchen in einem letzten verzweifelten Versuch, die Aufmerksamkeit auf eine vergebliche, fehlgeleitete Sache zu lenken.

Kalifornien hat sich zum Ziel gesetzt, sein Stromnetz bis 2045 kohlenstofffrei zu machen. Außerdem ist Kalifornien gesetzlich verpflichtet, in weniger als acht Jahren 60 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Doch Unterbrechungen in der Lieferkette haben Erzeugungsprojekte ins Stocken gebracht.

Kommentar: Schuld ist Spiel eins. Hätte der Staat nicht versucht, das Netz neu zu gestalten, d. h. wirklich zu duplizieren, wären die Probleme in der Versorgungskette nicht so groß gewesen.

In der Zwischenzeit drohen extreme Hitze, Waldbrände und Dürre die Versorgung zu beeinträchtigen und den Strombedarf in die Höhe zu treiben. Im August 2020 kam es während einer Hitzewelle im Westen des Landes an zwei Abenden zu Stromausfällen.

Kommentar: Schuldzuweisung Nummer zwei. Der Klimawandel ist das Problem, nicht unsere Energiepolitik. Doch die Planer des Bundesstaates wussten angeblich über das Problem aus demselben gemeinsamen Narrativ Bescheid. Und die erneuerbaren Energien scheiterten auf Schritt und Tritt.

Infolgedessen wollen die Energieplaner einen Puffer von 22,5 Prozent des verfügbaren Stromangebots über den prognostizierten Spitzenbedarf hinaus. Im Moment fehlt ihnen dieser Puffer für die nächsten fünf Sommer (Climatewire, 23. Mai).

Kommentar: Der außerordentlich hohe Reservefaktor in der Spitze (15 Prozent war früher der Richtwert bei zuverlässigen Anlagen) deutet auf die Unfähigkeit von Wind- und Sonnenenergie und Batterien hin, auf einer zuverlässigen Basis zu konkurrieren. Im Grunde genommen machen die Planer das Netz doppelt, einmal aus politischer Korrektheit und einmal aus Lebens-Notwendigkeit.

In diesem Sommer könnte die potenzielle Lücke zwischen Energiebedarf und -angebot [in diesem Bundesstaat] 3.500 Megawatt erreichen. In Kalifornien versorgt 1 MW zwischen 750 und 1.000 Haushalte.

Kommentar: Krisenzeit im nicht ganz so goldenen Staat?

Ab dem nächsten Sommer sollte der Staat unter normalen Umständen über eine ausreichende Stromversorgung verfügen. Doch extreme Ereignisse könnten einen Nachfrageschub und eine Stromversorgungslücke verursachen, so die Planer. Im Jahr 2023 beträgt die Stromversorgungslücke in diesen Fällen 600 MW. Im Jahr 2024 steigt sie auf 2.700 MW an. Ein Jahr später, im Jahr 2025, beträgt das mögliche Defizit 3.300 MW.

Kommentar: Ja, und …. Werden sie es auf den Klimawandel schieben?

Erschwerend kommt hinzu, dass durch die Stilllegung von Kraftwerken bis 2025 etwa 6.300 MW wegfallen werden. Dazu gehört auch die geplante Stilllegung der beiden Generatoren des Kernkraftwerks Diablo Canyon in den Jahren 2024 und 2025. Die Regierung Newsom hat das Energieministerium um Hilfe gebeten, um Bundesmittel zu erhalten, die die Schließung des Kraftwerks verzögern könnten (Energywire, 25. Mai).

Kommentar: Welche geplanten Kraftwerksstilllegungen sind verfrüht? Machen sie keinen Gewinn und wenn ja, warum? Sie wurden mit versenkten Kosten gebaut, und jede Kilowattstunde ihrer Kapazität wird benötigt.

Warum sollte der Bund (der nationale Steuerzahler) Mittel bereitstellen, um eine benötigte Versorgungsquelle am Netz zu halten? Erklären Sie uns, wie Wind- und Solarenergie die Gewinnspannen ruiniert haben, so dass eine Anlage mit versenkten Kosten wie Diablo Canyon unwirtschaftlich geworden ist.

Schuldzuweisungen

Die Sprecherin der kalifornischen Energiekommission Lindsay Buckley erklärte in einer E-Mail, dass die Behörde anerkennt, dass „Herausforderungen bei der Zuverlässigkeit zu einem kurzfristigen Anstieg der Treibhausgas-Emissionen im Stromsektor führen können.

Dies geschieht auch, während eine rekordverdächtige Menge an sauberer Energie in Betrieb genommen werden soll, was den Nettoanstieg der Emissionen senkt“, sagte sie in einer E-Mail.

Kommentar: Diese „saubere Energie“ führt zu Engpässen, die es erforderlich machen, dass dichte, zuverlässige mineralische Energien wieder in großem Umfang eingesetzt werden.

Seit den Stromausfällen im August 2020 hat der Staat die Versorgungsunternehmen angewiesen, 11.500 MW Strom zu beschaffen und Erzeugungsprojekte zu beschleunigen, so Buckley. Die Batteriespeicherkapazität wurde innerhalb von 2,5 Jahren verzwanzigfacht. Die Behörden haben außerdem Notstromaggregate installiert und die geplanten Stilllegungsdaten für bestehende Kraftwerke verschoben.

Kommentar: Und dennoch hat es nicht gereicht. Man kann nicht den Russen die Schuld geben….

Trotz dieser Maßnahmen, sagte sie, „übersteigen die Klimaauswirkungen unsere Bemühungen und verursachen weiterhin eine noch nie dagewesene Belastung für das kalifornische Energiesystem, was die Zuverlässigkeit bedroht und die Kalifornier dem Risiko weiterer Ausfälle aussetzt“.

Kommentar: Kalifornien glaubt also, dass es mit seinem Klimaplan die globale Verteilung der ppm CO2 beeinflussen kann? Man führe mal die Klima-Arithmetik durch. Gibt es Gesetze gegen Betrug seitens der öffentlichen Ordnung?

Senator Bob Wieckowski (D), Vorsitzender des Unterausschusses für Umweltfragen im Senat, befürchtet, dass eine Stromversorgungskrise das kalifornische Mandat beeinträchtigen könnte, die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken.

Um diese Vorgabe zu erfüllen, muss der Bundesstaat seine Emissionen jährlich um 4,3 Prozent senken – etwa das 2,5-fache des Reduktionsniveaus von 2019 (Climatewire, 15. Dez. 2021).

Kommentar: Das ist kein Scherz. Das angestrebte Ziel wird nicht erreicht werden. Aber allein der Versuch, die Ziele zu erreichen, wird zu Verschwendung und Verzerrungen führen, die jeder Bürger und jedes Unternehmen zu tragen hat.

Der Weiterbetrieb von Erdgaskraftwerken, die geschlossen werden sollten, verschärft das Klimaproblem, sagte er in einem Interview. „Wir haben errechnet, dass wir einen Teil dieser Ziele [zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen] erreichen würden, wenn diese Anlagen vom Netz gehen“, sagte Wieckowski.

Er fügte hinzu, dass er die Newsom-Verwaltung um genauere Angaben darüber gebeten habe, welche Stromerzeugungsquellen sie in das Zuverlässigkeitsprojekt einbeziehen würde, sowie um Optionen zum Ausgleich von Emissionssteigerungen.

Ein verlorener Sommer steht bevor

Siva Gunda, stellvertretender Vorsitzender der kalifornischen Energiekommission, sagte, dass der Großteil der von Newsom vorgeschlagenen Mittel in die Sicherung der Stromversorgungsquellen fließen würde. Dazu gehört die Verlängerung der Lebensdauer von Kraftwerken, die in den Ruhestand gehen sollten, sowie die Förderung neuer Erzeugungs- und Speicherprojekte, neuer Projekte zur Erzeugung sauberer Energien und von Diesel- und Erdgas-Backup-Kraftwerken mit Emissionskontrolle.

In diesem Sommer könne jedoch nicht mehr viel getan werden, sagte Jan Smutny-Jones, CEO der Independent Energy Producers Association, einer Handelsgruppe. „Wenn wir über das nächste Jahr sprechen“, so Smutny-Jones, „gibt es vielleicht eine Möglichkeit“, zusätzliche Ressourcen bereitzustellen.

Die 5,2 Milliarden Dollar werden – falls bewilligt – zum Teil benötigt, um erdgasbefeuerte Kraftwerke dafür zu bezahlen, dass sie am Netz bleiben, denn viele verlieren tagsüber Geld, sagte er. Ihr Strom ist teurer als Solarstrom, der im Golden State im Überfluss vorhanden ist.

Kommentar: Bitte erklären Sie das. Wenn Sie dies erklären, wird die Ursache des kalifornischen Stromproblems deutlich.

„Wenn man die Gasflotte braucht und sie nur zu etwa 10 Prozent der Zeit in Betrieb ist, wie kann man sie dann wirtschaftlich halten?“ sagte Smutny-Jones.

Mehr Nachfrage-Regulierung steht bevor

Mehrere Energieexperten schlugen vor, dass Kalifornien seine Strompreise und die Anreize, die es Unternehmen und Einwohnern zur Senkung ihres Stromverbrauchs bietet, ändern müsse.

Kommentar: Es ist die Zeit der Planwirtschaft mit den „Experten“ und „Modellen“, die versuchen, für Millionen von Menschen zu planen, die nur ihren Strom haben wollen und nicht mit viel mehr als einer monatlichen Stromrechnung belästigt werden wollen.

Kalifornien braucht mehr „dynamische Preisgestaltung“, bei der die Stromverbraucher einen Preis erhalten, der sich nach den Bedingungen von Angebot und Nachfrage richtet, so der Energieökonom Faruqui.

Nur etwa 2 Prozent der kalifornischen Stromkunden haben eine dynamische Preisgestaltung, so Faruqui. Einige Kunden haben „Time of Use“-Tarife, aber diese Tarife variieren nicht je nach Angebot und Nachfrage.

Kommentar: Intervention auf der Nachfrageseite, um die Probleme zu lösen, die durch die Intervention auf der Angebotsseite entstanden sind. Die Mises’sche Interventionsthese und der Gapismus sind hier am Werk.

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/06/09/calif-dilemma-fight-climate-change-and-keep-on-the-lights-energy-reality-at-ee/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Bidens Klima-Kreuzzügler: Auf welchem Planeten leben die eigentlich?

Craig Rucker

Die Dinge in der Welt sind unerfreulich geworden.

Die Aktienkurse stürzen ab. Die Inflation und die Benzinpreise schießen in die Höhe. Arme und Familien mit geringem Einkommen sehen sich mit wachsenden Schwierigkeiten konfrontiert. Putins barbarischer Krieg in der Ukraine wütet weiter. Gewalttätige Kriminelle und illegale Drogen strömen zusammen mit Millionen von „Einwanderern ohne Papiere“ nach Amerika.

Doch inmitten dieser Krisen bleibt das Team Biden konzentriert – auf den vom Menschen verursachten Klimawandel.

Der Klimazar John Kerry befürchtet, dass der Krieg in der Ukraine die Welt von der globalen Erwärmung „ablenken“ wird, ein Problem, das seiner Meinung nach mehr Flüchtlinge als je zuvor hervorbringen wird, sobald die „gesamte Nahrungsmittel-Produktionskapazität der Welt zusammen gebrochen ist.“

Unsere Energie- und Verkehrsminister sind von einer hypothetischen Klima-Apokalypse ähnlich beunruhigt. Sie bestehen darauf, dass die Menschen in aller Eile 55.000-Dollar-Elektroautos kaufen und sie mit teurer „erneuerbarer“ Energie aufladen müssen, um ihren Kohlenstoff-Fußabdruck zu verringern und eine drohende globale Erwärmungskatastrophe abzuwenden.

Die Regierung berief sich sogar auf den Klimawandel und die Notwendigkeit, „grün“ zu werden, um die Streichung der EastMed-Gaspipeline von Israel nach Europa zu rechtfertigen. Natürlich macht eine solche Entscheidung den russischen Präsidenten Wladimir Putin stärker und Israel und unsere Verbündeten schwächer, aber was ist das schon im Vergleich zum Kampf gegen das angebliche Klimamonster?

Noch verrückter ist, dass der Präsident am Earth Day versprochen hat, dass jedes einzelne Militärfahrzeug „klimafreundlich sein wird“.

Hmmm. Unsere Versorgungsfahrzeuge, Abrams-Panzer, gepanzerten Humvees und Stryker-Personaltransporter werden also alle mit Biokraftstoff oder Batterien betrieben? Die Seabees werden auf jedem potenziellen Schlachtfeld riesige Ladestationen, Wind- und Solaranlagen und Biokraftstoffanlagen errichten? Schlachten werden dann geschlagen, wenn die Sonne scheint und der Wind weht? Und unsere Feinde werden sich genauso engagiert für das „Aufhalten des Klimawandels“ einsetzen, indem sie genauso dumm sind?

Anstelle des Earth Day brauchen wir einen Reality Day. Einen Tag, an dem sich unser Präsident und seine fröhliche Schar von Klimakreuzfahrern auf die Probleme in der realen Welt konzentrieren können – und nicht auf die, die von Klimamodellen geschaffen wurden. Denkt irgendjemand von ihnen an die Bedürfnisse der Bürger oder Soldaten oder kümmert sich um sie?

Aber man muss fairerweise sagen, dass das Team Biden nicht allein ist. Der Klimawahnsinn ist global geworden.

U.N.-Generalsekretär Antonio Guterres sagt, dass die Förderung von mehr Kohle, Öl und Gas „moralischer und wirtschaftlicher Wahnsinn“ ist. Seine Gefolgsleute wollen, dass wir Bürger in Wohnungen leben, die so groß sind wie ein Wohnzimmer in einer von John Kerrys Villen (640 Quadratmeter!) und Käfer statt Rindfleisch essen.

Frankreich war ganz verrückt nach Elektrobussen – bis einer in Flammen aufging, glücklicherweise ohne jemanden an Bord. Die nordirischen Landwirte müssen eine Million Schafe und Rinder schlachten, sonst wird ihr Agrarsektor die gesetzlich vorgeschriebenen Netto-Null-Klimaemissionsziele bis 2050 nicht erreichen.

Währenddessen verbrennen China, Indien und Dutzende anderer Länder jedes Jahr mehr Kohle, Öl und Erdgas. Allein China wird seine Kohleproduktion bis 2022 um etwa 300 Millionen Tonnen erhöhen. Dieser Anstieg entspricht mehr als der Hälfte dessen, was die USA im gesamten Jahr 2021 verbrannt haben.

In Indien wurden im April dieses Jahres 66 Millionen Tonnen Kohle verbraucht, um Kraftwerke zu versorgen, die darum kämpfen, genügend Strom für die wachsende Wirtschaft zu liefern.

Selbst wenn die Vereinigten Staaten (und Großbritannien, Europa, Kanada und Australien) vollständig auf fossile Brennstoffe verzichten würden, würde sich an den weltweiten Kohlendioxid- und Treibhausgas-Emissionen nicht das Geringste ändern. Wir würden unsere Wirtschaft, unsere Arbeitsplätze und unseren Lebensstandard umsonst zerstören.

Die „Progressiven“ wollen nicht, dass irgendjemand etwas davon erfährt. Deshalb sind sie empört darüber, dass Elon Musk Twitter gekauft hat und vorschlägt, dass er die Horden von linksradikalen „Faktenprüfern“ in Schach halten könnte.

Das ist der Grund, warum die „deep state cancel culture“ von den Plänen des Heimatschutz-Ministeriums begeistert war, ein Desinformations-Governance-Board einzurichten – unter der Leitung von Kommissarin Nina Jankowicz, die andere Standpunkte als die ihren verachtet.

Noch beängstigender ist, dass dieses DHS-Ministerium für Wahrheit über Durchsetzungsbefugnisse verfügen würde, mit denen sichergestellt werden könnte, dass Artikel wie dieser die letzten sind, die Fragen über die „Klimakrise“ oder „saubere, erneuerbare, nachhaltige“ Energie aufwerfen.

Die Dinge spitzen sich zu. Die Wahlen im November werden eine wichtige Rolle dabei spielen, ob Amerikas Lebensstandard und Meinungsfreiheit weiterleben – oder auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen werden.

This article originally appeared in The Washington Times

Autor: Craig Rucker is a co-founder of CFACT and currently serves as its president.

Link: https://www.cfact.org/2022/06/09/bidens-climate-crusaders-what-planet-do-they-live-on/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE