Die Flutopfer im Ahrtal haben das Leid durch ihre das Klima zerstörende Lebensweise selbst verursacht, weiß eine Professorin

Helmut Kuntz

Die Klimakirche wurde durch Kanzlerin Merkel endgültig etabliert. Und wie damals die „Wahre Kirche“, baut sie nun konsequent ihre Macht zur Unterdrückung jeglicher Häresie aus. Inzwischen haben sich im Klimakampf ungebührlich Verhaltende wie Herr März zum Rapport bei deren Vertretern einzufinden [3]. Zur Beobachtung von Klimahysterie-Kritikern ist der Bundesnachrichtendienst bereits aktiv [5] und es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis der Wunsch eines Komödianten nach Überwachung von Abtrünnigen bis ins private Umfeld [4] auch für Klimafrevel umgesetzt wird, weitergehende Maßnahmen nicht ausgeschlossen [6]:

Bild 1 Tweed der Klimaaktivistin Lisa Poettinger [6]


Weil man sich seiner Sache absolut sicher ist …

… wie die Hexenjäger im Mittelalter, fängt man nun auch an, Abtrünnige mit Strafen zu belegen. Und das stoppt nicht mit der CO2-Steuer, welche ja alle trifft. Gemeint sind Apokalypsen, wie sie sich bei Unbotmäßigkeit gegen des Höchsten Anordnungen beispielsweise durch das gesamte Alte Testament ziehen, mit wirklichem Tod und Verderben.
Bisher fehlten nur die Seher, welche es erkennen und richtig deuten. Inzwischen gibt es solche. Im Gegensatz zum Alten Testament sogar mit Professorentitel.

Und so hat eine Professorin für Geschichte nun verkündet, dass die Opfer der letztjährigen Jahrhundertflut im Ahrtal an ihrem Schicksal selbst schuld seien, weil ihr emissionsreicher Lebenswandel diese Flut ja erst ausgelöst hätte [2]:
[1] Tagesspiegel, 29.07.2022: Klimaschutz und Klassenkampf Sind die Opfer im Ahrtal selber Schuld?
Dabei sei es eine Tatsache, dass alle Menschen dort – wie eben alle anderen auch – mit ihrem ganz normalen Leben den Planeten zerstörten. „Wer würde es wagen, die Wahrheit auszusprechen, dass die Reihen der zerstörten Häuser und der davon geschwommenen Autos für eben jenes Leben stehen, das die Flut hervorbringt?“ Kurz gesagt: selbst schuld.

Professorin Hedwig Richter ist kein unbeschriebenes Blatt. Sie ist Aktivistin durch und durch, nicht nur – vor allem aber – wenn es um das Klima geht. Da wird sie gnadenlos, wenn von der erlaubten – und ihrer – Meinung abgewichen wird:
[7] Behörden Spiegel, 13. September 2021: Kommentar: Seltsame Lehren an der UniBw München
… In der Freiheit der Forschung und Lehre muss zwar auch Platz für Mindermeinungen und kontroverse Debatten sein, es gibt allerdings Grenzen zum Absurden … Nun sagt allerdings eine Professorin einer Bundeswehruniversität, dass der Anschlag auf das World Trade Center im Grunde die Schuld des damaligen Präsidenten George W. Bush sei, weil er zu wenig gegen den Klimawandel getan habe. Oder so ähnlich. Zumindest sind die Amerikaner irgendwie selber Schuld, weil zu viele Bush statt Al Gore gewählt haben, obwohl Gore schon damals das Klima auf seine Fahnen geschrieben hatte.
Da Richter Professorin für Neuere und Neueste Geschichte ist, muss nun allerdings davon ausgegangen werden, dass sie ihre Theorien zu den Anschlägen auf das World Trade Center und ihre Ansichten über die umweltbewussten Terroristen als Lehrstoff auch den Soldatinnen und Soldaten präsentiert.

[8] Pfalz Express, 24. Dez. 2021: Historikerin Hedwig Richter lobt Geduld der Deutschen in der Corona-Krise
„Bei allem Wehklagen sollten wir nicht vergessen, dass in Deutschland Wahlen stattgefunden haben, die einmal mehr die Klugheit des Wahlvolks verdeutlicht haben: So schmerzlich jede Stimme für die rechtsextreme AfD ist, so manifestiert sich im Wahlergebnis doch eine breite bürgerliche Mitte – und die neue Regierung verspricht, die notwendigen Veränderungen für den Klimaschutz mit sozialer Gerechtigkeit zu kombinieren.“

Lernen aus dem Klimageschehen

Man kann darüber diskutieren, warum das Siedeln in einem Talgrund mit über viele Hundert Jahren historisch belegten und immer noch stattfindenden, regelmäßigen Überschwemmungen und mehreren dokumentierten Jahrhunderthochwassern in Überschwemmungszonen erlaubt ist und auch gemacht wird.
Da ist der Mensch aber nicht nur in Deutschland nicht rational. Wer würde sonst an regelmäßigen von Tsunamis heimgesuchten Küsten siedeln, oder in Erdbebengebieten, deren Ereignisse um viele Dimensionen höhere Opferzahlen und Schäden erzeugen als im Ahrtal.

Den Betroffenen im Ahrtal aber vorzuwerfen, dass sie wegen ihrem Lebensstil – also dem Emittieren des ominösen CO2 – selbst am Unglück schuld seien, ist einfach nur widerlich, weil es den Tatsachen und historischen Daten ebenso wie auch Klimadaten widerspricht.

Und weiterhin bleibt es Fakt, dass an den vielen Toten und einem erheblichen Teil der Folgen die in einem unvorstellbaren Maß versagenden Behörden einen hohen Schuldanteil haben:
[9] EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?
Science Files, JULI 18, 2021: Monumentales Staatsversagen: Die Flutkatastrophe hätte verhindert werden können

Was man den Talbewohnern dazu vorwerfen kann wäre, dass sicher vielen bekannt war, dass die nach der letzten, verheerenden Jahrhundertflut von 1910 aus gutem Grund geplanten Flutschutzmaßnahmen nie umgesetzt wurden und als genaues Gegenteil durch Flussrenaturierung auch noch die letzten Schutzmaßnahmen zurückgebaut wurden. Selbstverständlich darf auch Totholz nicht mehr entfernt werden.
Was das bei Fluten für Konsequenzen zur Folge haben kann und wird, war bekannt, wie es ein weit vor der schlimmen Flut von Behörden in Auftrag gegebenes Hochwasservorsorgekonzept zeigt:
Örtliches Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept VG Altenahr, Auftraggeber: Verbandsgemeine Altenahr– Erläuterungsbericht – 10.10.2018

Bild 2 [9] Hochwasservorsorgekonzept für Altenahr. Aus einer beauftragten Studie

Bild 3 [9] Aus dem Foliensatz zur Studie. Anm.: Das Wasser machte es so wie früher schon: Es floss durch die Ortschaften

Auf solche Erkenntnisse wurde natürlich gehandelt. Allerdings nicht im Ahrtal, sondern in der Schweiz:
Saltina – Wikipedia
… Immer wieder hat die Saltina Brig überschwemmt, das letzte Mal am 24. September 1993. Bis zu drei Metern hoch türmte sich das Geschiebe, das die Saltina mittransportiert hatte, in der Innenstadt von Brig. Auch grosse Teile von Glis und das Industriequartier in Gamsen waren unter Wasser. Die Katastrophe kostete zwei Menschen das Leben. Die Schäden beliefen sich auf eine halbe Milliarde Franken.
Ausgelöst wurde die Katastrophe durch heftige Regenfälle, die den Pegel stark anstiegen liessen. Das mitgeführt Geschiebe und Schwemmholz
staute sich an der Saltinabrücke und die Saltina trat über die Ufer. Aus dem Stadtgebiet von Brig wurden 250.000 m³ Schlamm, Sand und Geschiebe weggeräumt.
Nach der Katastrophe wurde eine hydraulische
Hubbrücke gebaut, die bei Hochwasser automatisch angehoben wird. Auch alle anderen Brücken wurden demontierbar gemacht oder sind verschalt. Weiter hinten im Tal wurden zwei Geschiebekammern gebaut und auch die Ufermauern wurden erhöht … Die Massnahmen bewährten sich, denn es gab nur kleine Schäden.

Dass im Ahrtal nichts getan wurde, darf man allerdings nicht behaupten. Ganz im Sinne der Professorin wurde das Möglichste getan:
Landesgartenschau Bad Neuenahr-Ahrweiler (ahrtal.de)
Als erste klimaneutrale Gartenschau setzt sie in Punkto Nachhaltigkeit Zeichen.
Die Ahrtal-Werke von Bad Neuenahr-Ahrweiler:
… Darüber hinaus haben sich die Ahrtal-Werke der Förderung der Energiewende verschrieben. Durch die klimaneutrale Wärmeerzeugung mit hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung sparen die Ahrtal-Werke jährlich mehr als 8.200 t CO2 ein und schützen so unsere Umwelt.

Kreisverwaltung Ahrweiler
Es freut uns, dass Sie sich für die Klimaschutzaktivitäten des Kreis Ahrweiler interessieren! Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Daher nehmen sich die Kreise und Gemeinden in Rheinland-Pfalz diesem Thema immer stärker an. Ein Teil des Klimaschutzes stellt in diesem Sinne auch die Energiewende dar.

Bild 4 Kreisverwaltung Ahrweiler, Screenshot

Der Kreistag Ahrweiler hat 2011 den Beschluss gefasst, den Stromverbrauch im Kreis bis zum Jahr 2030 bilanziell zu 100 % aus erneuerbaren Energien zu decken. Zudem hat er sich mit dem Beitritt zum Klimabündnis dazu verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen alle 5 Jahre um 10 % zu reduzieren. Um diese Klimaschutzziele zu erreichen hat der Kreistag 2019 die Klimaschutzinitiative gestartet. Hieraus resultiert sowohl der Bericht zum Klimaschutz und zur Energiewende im Kreis Ahrweiler, der erstmals die Gesamtheit der Klimaschutzaktivitäten des Kreises Ahrweiler abbildet, als auch die Bilanzierung der Treibhausgasemissionen.

Dümmer geht nimmer und warum sich die Talbewohner nicht ausreichend dagegen gewehrt haben, ist sicher ein Versäumnis, für welches das Ergebnis der nach der Flut stattgefundenen Wahl aber Erklärungen bietet.

Im Süden Deutschlands ist man aber auch nicht gescheiter. Für die Flutwelle durch Simbach am 1.6.2016 war ebenfalls Behördenversagen Hauptursache [12] [13]. Und auch Simbach glänzt mit Preisen durch emissionsarmes Verhalten. Nicht nur dort. Wer durch das angrenzende Österreich fährt, sieht überall Klimagemeinden, welche sich zu Klimabündnissen zusammengeschlossen haben.
Das ist wie bei den Feuern rund ums Mittelmeer. Es gibt in der EU einen „Feuerfond“, mit dem Brandbekämpfung (gut) bezahlt wird, aber nicht deren Verhinderung. Seitdem sind immer mehr vom Klimawandel entfachte Brände zu bekämpfen …

Emission als Einflussfaktor

Nun schreibt die Professorin, dass die Flutursache der emissionsreiche Lebenswandel war.
Dass genau das nicht stimmt, zeigen mehrere Studien. Die Hauptstudie zur Ahrtalflut (vom DWD) wurde vom Autor analysiert und erklärt:
[10] EIKE, 19.07.2022: Wenn historisch belegte Fluten statistisch gar nicht vorgekommen sein können, wird es das Ergebnis einer Attributionsstudie sein
Es klingt so plausibel und wird auch vom IPCC erzählt: Höhere Temperatur erlaubt physikalisch mehr Feuchte in der Atmosphäre und damit auch schlimmeren Starkregen. Doch diese einfache Erklärung führt wie so oft im komplexen Klima, nicht zum richtigen Ergebnis.

Die Versicherungswirtschaft hat das festgestellt: CLIMATE SERVICE CENTER Machbarkeitsstudie „Starkregenrisiko 2050“ Abschlussbericht Kooperationsprojekt des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und des Climate Service Centers (CSC)
… Im Sommer werden überwiegend signifikante Abnahmen des Starkniederschlags ermittelt, nur in einem Cluster von Stationen am Alpenrand nimmt das 95 % – Quantil um 2 bis 4 % pro Dekade zu.
„Lessons Learned“ der Machbarkeitsstudie

Die meisten Starkregenereignisse treten momentan im Sommer auf. Für sommerliche Starkniederschläge wurde aus wissenschaftlichen Publikationen sowie aus einem Review relevanter Forschungsprojekte kein einheitlicher Trend in den vergangenen Dekaden ermittelt. Tendenziell kam es aber eher zu einer Abnahme der sommerlichen Starkregenereignisse

Der letzte Klimamonitoringbericht Deutschland stellt es ebenfalls fest:

Bild 5 Klimamonitoringbericht 2019. Starkregen im Siedlungsbereich: Ein Trend ist nicht ermittelbar

Und schließlich die Daten zum Ahrtal, umfassend nachzulesen in [10]:

Bild 6 [10] Vom Autor vervollständigte Flutkarte Ahrtal

Wie in [10] im Rahmen einer Analyse detailliert ausgeführt, zeigen die in der DWD-Studie [11] zur Flut rekonstruierten, großflächigen Tages-Niederschlagsdaten um das Ahrtal eine Häufung von Extremniederschlag bei niedrigeren Temperaturen, und zwar sowohl ohne, aber geradezu extrem mit Berücksichtigung der historischen Jahrhundertfluten:

Bild 7 [10] Grafik der Temperaturabhängigkeit von Extremniederschlag im Gebiet Ahrtal. Vom Autor ergänzt

Ebenso deutlich zeigt es eine Studie, welche in der DWD-Studie als Beleg des Gegenteils gelistet ist.

Die Grafik ist eigentlich zur Belegung von Klimawandel und Trockenheit erstellt, deshalb die roten Messwerte. Aber sie zeigt eben auch, dass hoher Niederschlag bei Kälte zunimmt:

Bild 7a [2] (Teilbild, vom Autor ergänzt) Figure 1. (k) Yearly summer-time precipitation and temperature anomalies estimated over the central Europe region during the 254 years. Tree exceptional years of 2003, 2018 and 2019 are shown by the red dots, where the mean summer temperature anomalies over the Central Europe reached the record extreme conditions of more than 2 ◦C; and precipitation anomalies show defcit of more than 20%.

[Übersetzung: Jährliche sommerliche Niederschlags- und Temperaturanomalien über der Region Mitteleuropa während der 254 Jahre geschätzt. Die drei Ausnahmejahre 2003, 2018 und 2019 sind durch die roten Punkte gekennzeichnet, in denen die mittleren sommerlichen Temperaturanomalien über Mitteleuropa extreme Bedingungen von mehr als 2°C erreichten und die Niederschlagsanomalien ein Defizit von mehr als 20 % aufwiesen.]
Wenn dem so ist, muss sich das in der wahren Natur auch zeigen. Und das kann man in Deutschland auch explizit an praktisch allen historischen Pegelmarken der Flusshochwasserereignisse nachsehen. Anbei exemplarisch die von Würzburg;

Bild 8 Grafik der Historischen-Hochwasser-Pegelmarken von Würzburg am Main. Vom Verfasser anhand der Pegelwerte erstellt

Bild 9 Pegelbild Limburg an der Lahn mit der Magdalenenflut

Bild 10 Inn bei Schärding. Hochwassermarken am Wassertor Quelle

Warum behauptet die Klimakirche dann das Gegenteil? Computer simulieren es so und die können nicht irren, während Messstationen doch auch mal falsch messen können.

Es ist eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich, dass sich die Professorin irrt

Die Bewohner im Ahrtal haben bezüglich der CO2-Emission also (unbewusst) alles richtig gemacht. Falls es dort welche gäbe, die nicht nur IPCC-Pressemitteilungen und PIK-Alarmmeldungen, sondern konkret Studien zum Klima lesen, müssten sie eigentlich gegen CO2-Verringerung protestieren.
Unabhängig davon zeigen aber schon diese wenigen Beispiele, wie falsch die Professorin mit ihrer Anschuldigung an die Ahrtalbewohner liegen (kann). Von einer Professorin könnte man erwarten, dass sie zu solcher (Er-)Kenntnis in der Lage ist, leider gehört sie damit aber eher zu den Vielen ihres Standes.

Satire

Wann hat das mit der Klimahysterie ein Ende? Wohl erst, wenn ein Erlöser von der CO2-Erbsünde des „weißen Westens“ kommt. Man könnte fast meinen, jemand übt schon mal für das Gnadenbild:

Bild 11 (Kleiner Bildausschnitt) Quelle: Business Insider Deutschland, 21.07.2022: Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, während einer Pressekonferenz nach dem Treffen der Ministerpräsidenten der norddeutschen Bundesländer Anfang des Monats.


Quellen

[1] Tagesspiegel, 29.07.2022:Klimaschutz und Klassenkampf Sind die Opfer im Ahrtal selber Schuld?
[2] Süddeutsche Zeitung, 28. Juli 2022: Gesellschaft: Was sich die SPD nicht zu sagen traut
[3]
RND, 03.08.2022: Mit dem Privatflugzeug nach Sylt: Klimaforscher will Merz zu Gespräch einladen
[4] 29.6.2022 ENERGIE-KRISE: Bei Maischberger: ARD-Star Hirschhausen fordert Nachbarschaftswache bei Stromverbrauch
[5] EIKE, 14.07.2022: Wer den Eindruck erweckt, dass staatliche Stellen mit der Bewältigung der Lage (im Flutgebiet Ahrtal) komplett überfordert gewesen seien, ist ein Fall für den Verfassungsschutz
[6]
Berliner Zeitung, 29.06.2022: Klimaaktivistin Lisa Poettinger: Farbbeutel auf Häuser sind „cool“
[7] Behörden Spiegel, 13. September 2021: Kommentar: Seltsame Lehren an der UniBw München
[8] Pfalz Express, 24. Dez. 2021: Historikerin Hedwig Richter lobt Geduld der Deutschen in der Corona-Krise
[9] EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?
[10]
EIKE, 19.07.2022: Wenn historisch belegte Fluten statistisch gar nicht vorgekommen sein können, wird es das Ergebnis einer Attributionsstudie sein
[11] world weather attribution: Rapid attribution of heavy rainfall events leading to the severe flooding in Western Europe during July 2021

[12] EIKE 24.01.2017: Jahrtausendhochwasser am 01.06.2016 in Simbach – so entstehen Menetekel des Klimawandels
[13]
EIKE 09.06.2016: An den Unwettern ist der Mensch eher nicht schuld – aber ganz sicher an deren Folgen

 




Gute Idee für die Energiepolitik der USA: Lasst uns dem Beispiel Deutschlands folgen!

Francis Menton

[Hinweis: Alle Hervorhebungen vom Übersetzer. Kursiv-Passagen im Original]

Wie die Leser hier sehr wohl wissen, strebt Deutschland seit langem nach der Weltspitze bei der Rettung des Planeten durch die Abschaffung fossiler Brennstoffe in der Energieerzeugung. Das war die Strategie: durch hohe staatliche Subventionen und Steuergutschriften den Bau riesiger Mengen von Windturbinen und Sonnenkollektoren zur Stromerzeugung anregen; und je mehr davon in Betrieb gehen, desto mehr Anlagen, die fossile Brennstoffe verwenden, und auch die Kernenergie auslaufen lassen.

Leider waren die Deutschen in ihrem religiösen Eifer, den Planeten zu retten, so geblendet, dass sich niemand die Mühe machte, herauszufinden, wie viel Energiespeicherung nötig wäre, um diese intermittierenden Technologien zu unterstützen und das Netz rund um die Uhr am Laufen zu halten, wenn es keine fossilen Brennstoffe und keine Kernkraft gibt. Jetzt hat Deutschland einen Überschuss an Wind- und Solaranlagen, die jedoch nicht in der Lage sind, allein zuverlässig Strom zu liefern, und es verfügt über eine unzureichende Absicherung, abgesehen von Erdgas aus Russland. Deutschland steht also vor einer drohenden Energiekatastrophe.

In der Zwischenzeit heißt es hier in den USA, dass die Demokraten im Senat endlich ihr schwarzes Schaf Joe Manchin für ein großes „grünes Energie“-Gesetz gewonnen haben, das die USA durch eine starke Reduzierung der Kohlenstoffemissionen in ihr eigenes Energie-Nirwana führen soll. Und wie soll das geschehen? Im Grunde genommen werden wir jetzt die Strategie von Deutschland verfolgen! Jede Menge Steuergutschriften und Subventionen für den Bau von immer mehr Windturbinen und Solarzellen, ohne ernsthafte Überlegungen darüber anzustellen, was für die Speicherung von Strom benötigt wird, um die Schwankungen auszugleichen und ein Netz ohne fossile Brennstoffe aufzubauen. Verfolgt hier eigentlich irgendjemand, was in der Welt vor sich geht?

Werfen wir einen Blick auf die neuesten Nachrichten aus Deutschland zum Thema Energie. Am Mittwoch, den 27. Juli, berichtete der Guardian, dass Russland die Erdgaslieferungen nach Deutschland über die Nord Stream-Pipeline auf 20 % der Kapazität reduziert hat. Es ist zwar erst Juli und die Heizsaison ist noch einige Monate entfernt, aber Deutschland merkt schnell, dass es mit seiner Energieversorgung am Ende ist. Nur einen Tag später, am 28. Juli, berichtete der Guardian in einem weiteren Artikel, dass die Energierationierung in Deutschland bereits begonnen hat:

Städte in Deutschland schalten die Scheinwerfer auf öffentlichen Denkmälern aus, stellen Brunnen ab und verordnen den städtischen Schwimmbädern und Sporthallen kalte Duschen, da das Land angesichts der drohenden russischen Gaskrise versucht, seinen Energieverbrauch zu senken.

Inzwischen hat Deutschland im Juni einen „Energienotfallplan“ verabschiedet, der eine Erhöhung der Verbraucherpreise vorsieht, um den Verbrauch zu senken:

Ein im Juni eingeführter Notfallplan für Energie ermöglicht es den Versorgungsunternehmen, die hohen Gaspreise an die Kunden weiterzugeben. … Am Donnerstag bestätigte die deutsche Regierung, dass ein geplanter Gaszuschlag für die Kunden viel höher ausfallen könnte als bisher angenommen, um die Energieunternehmen in den kommenden Monaten vor dem Bankrott zu bewahren.

Und Spiked berichtet am 27. Juli über verschiedene andere Maßnahmen zur Rationierung von Energie, die Deutschland rechtzeitig vor dem Höhepunkt des Energieverbrauchs im Winter ergreift:

Deutschland muss bereits drastische Abstriche beim Energieverbrauch machen. Städte und Gemeinden dimmen oder schalten Straßenlaternen und sogar Ampeln aus. Große Vermieter und Wohnungsbaugesellschaften haben damit begonnen, die Heizung für ihre Bewohner herunter zu drehen und deren Warmwasser zu rationieren. Einige lokale Behörden erwägen die Einrichtung von „Wärmestuben“, in denen ältere Menschen im Winter zusammenkommen können.

Aber Moment! Hat Deutschland nach mehr als einem Jahrzehnt eines Crash-Programms zum Bau von Windturbinen und Sonnenkollektoren nicht mehr als genug davon, um den gesamten Strombedarf zu decken, den es jemals haben könnte? Das sollte man meinen, aber so funktioniert es leider nicht. Nach Angaben der U.S. Energy Information Agency verbrauchte Deutschland im Jahr 2020 (letztes angegebenes Jahr) 500.000 GWh Strom, was bedeuten würde, dass der durchschnittliche Verbrauch (geteilt durch 8760) etwa 57 GW beträgt. Der Spitzenverbrauch liegt (laut Montel) bei etwa 100 GW. Wenn Deutschland also über abschaltbare Erzeugungsressourcen (fossile Brennstoffe, Kernenergie, Wasserkraft) von etwa 120 GW verfügt, sollte es eine mehr als ausreichende Marge von 20 % und reichlich Strom haben. Stattdessen verfügt Deutschland über weitaus mehr Stromerzeugungskapazität, nämlich 248 GW (wiederum von der U.S. EIA für 2020). Davon sind 54 GW Solar- und 62 GW Windenergie, zusammen also 116 GW, weit mehr als der gesamte Spitzenverbrauch und mehr als das Doppelte des Durchschnittsverbrauchs. Aber man kann sich auf nichts davon verlassen, wenn man es braucht. Die geringe Menge an Kernenergie (8 GW) ist auf dem Weg zum Ausstieg. Sie können also nicht auf das Erdgas als Reserve verzichten, und da Fracking im eigenen Land und auch in ganz Westeuropa verboten ist, sind sie völlig abhängig von Erdgas aus Russland.

Der Strompreis für deutsche Haushalte lag Ende 2021 bei durchschnittlich 32,16 Cent pro KWh, und zwar vor weiteren Erhöhungen in letzter Zeit. Das ist etwa das Dreifache des durchschnittlichen US-Verbraucherstrompreises und führt zu Engpässen und Rationierungen.

Wie sieht also die Energiestrategie der USA nach dem neuen Gesetzentwurf des Senats aus, der gerade von Manchin und Mehrheitsführer Schumer ausgehandelt wurde? Die Antwort ist, dass sie im Grunde die gleiche ist wie die deutsche Strategie. In wenigen Worten: massive Subventionen und Steuererleichterungen, um Anreize für den Bau von riesigen Mengen an Windturbinen und Solaranlagen zu schaffen. Aus E&E Daily, 28. Juli:

Ein großer Sieg für saubere Energie. … Die Steuergutschriften für saubere Energie sind das Kernstück. Die Vereinbarung sieht vor, dass die bestehenden Gutschriften für erneuerbare Energien verlängert werden. Nach 2025 sollen sie technologieneutral werden und auf der Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen basieren.

Steckt dahinter ein tieferer Gedanke als nur der, dass Wind- und Solarenergie „sauber“ sind und wir deshalb mehr davon bauen sollten? Sieht nicht so aus. In ein paar Jahren werden wir also genau da sein, wo Deutschland jetzt ist: riesige Überkapazitäten an Wind- und Sonnenkollektoren, von denen nichts da ist, wenn man sie braucht, und verdreifachte Strompreise, um die überflüssigen Überkapazitäten und die Subventionen für die Leute zu bezahlen, die sie gebaut haben.

Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/07/31/great-idea-for-u-s-energy-policy-lets-follow-the-example-of-germany/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung des Übersetzers: Über die deutsche Energiepolitik machen sich inzwischen immer mehr auswärtige Medien Gedanken, und zwar u. A. hier in der Washington Post und hier bei Bloomberg. Von wegen – die Welt läuft dem deutschen Weg begeistert hinterher! Nur in unseren werten Medien herrscht dazu dröhnendes Schweigen.

 




Beendet endlich die durch den Kohlenstoff-Imperialismus verursachte Verarmung Afrikas!

Vijay Jayaraj

Wenn die Bürger in London, Wien und Berlin aufgrund von Energieknappheit von Stromausfällen bedroht sind, greifen ihre Regierungen zu Kohlekraftwerken, um sie zu retten. Wir haben das erlebt, als das russische Gasembargo die europäischen Staaten dazu zwang, ihre Abneigung gegen Kohle zu unterdrücken – ein bisschen so, wie wenn eine Lebensmittelknappheit Veganer dazu veranlasst, in Steakhäuser zu rennen.

Aber was ist mit Afrika? Millionen von Afrikanern werden von den Eliten Europas und Nordamerikas systematisch in eine Zukunft ohne fossile Brennstoffe und voller Armut gezwungen. Das ist Kohlenstoff-Imperialismus, bei dem westliche Führer, die sich dem Aberglauben an das Klima verschrieben haben kontrollieren, welche Art von Energie die Menschen in Afrika nutzen.

Der Philosoph Olúfẹ́mi O. Táíwò nennt das Phänomen Klima-Kolonialismus und definiert es als „Vertiefung oder Ausweitung ausländischer Vorherrschaft durch Klima-Initiativen, die die Ressourcen ärmerer Länder ausbeuten oder auf andere Weise ihre Souveränität gefährden.“

Die Geschichte des wirtschaftlichen Erfolgs ist überall die gleiche: Nordamerika und Europa während des Industriezeitalters oder Indien und China in den letzten Jahrzehnten. In allen Fällen waren fossile Brennstoffe die wichtigste Triebkraft für eine bedeutende, langfristige wirtschaftliche Entwicklung.

Von Afrika zu erwarten, dass es das Gleiche aus dem Nichts erzeugen kann (buchstäblich mit Windkraft), zeugt von einer Arroganz, die die physikalischen Realitäten der Stromerzeugung und die Energiearmut von Millionen von Menschen leugnet.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

„Afrika südlich der Sahara hat die niedrigsten Energiezugangsraten der Welt“, berichtet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Nur etwa die Hälfte der Bevölkerung wird mit Strom versorgt; etwa 600 Millionen Menschen haben keinen Strom und 890 Millionen kochen mit traditionellen Brennstoffen (die umweltschädlich sind).“

Die Online-Publikation ESI Africa weist darauf hin, dass „ein Wasserkocher, mit dem zweimal täglich von einer Familie in Großbritannien Wassererhitzt wird, fünfmal so viel Strom verbraucht wie eine Person in Mali pro Jahr. Ein Tansanier braucht 8 Jahre, um so viel Strom zu verbrauchen wie ein Amerikaner in einem Monat, während ein Gefrierschrank in den Vereinigten Staaten 10x mehr Strom verbraucht als ein Liberianer in Nordafrika in einem Jahr“.

Die Afrikaner verfügen also über die spärlichste Energieversorgung, die weit unter dem liegt, was im Rest der Welt als Grundversorgung angesehen wird. Und ein Ende der bitteren Armut ist nicht in Sicht.

Die Lösung für den unmittelbaren Energiebedarf Afrikas und die langfristige wirtschaftliche Verbesserung besteht in mehr Investitionen in Kohle, Öl und Erdgas – Brennstoffe, die zuverlässig und erschwinglich sind.

„Durch die Herstellung von Gütern, sei es Mehrwert in der Landwirtschaft, Hightech-Komponenten, Traktoren, Werkzeugmaschinen, Haushaltswaren oder sogar Brot, werden die afrikanischen Volkswirtschaften südlich der Sahara die Armut verringern, indem sie produktive Arbeitsplätze schaffen und Wirtschaftswachstum ermöglichen“, erklärt PD Lawton, ein Forscher, der sich für den Wiederaufbau des Kontinents engagiert.

Die Internationale Energieagentur stellt fest, dass die derzeitigen Investitionen in den Energiesektor, insbesondere in fossile Brennstoffe, weit unter dem erforderlichen Niveau liegen, obwohl sie leicht zu erreichen sind. Afrika, das bereits unterfinanziert ist, sieht sich jedoch mit Kampagnen konfrontiert, die die Finanzierung von Projekten für fossile Brennstoffe unterbinden sollen.

Die Klimakreuzritter erreichen ihre Ziele sowohl durch internationale Politik als auch durch nationale Maßnahmen. Auf internationaler Ebene setzen die Kohlenstoff-Imperialisten Instrumente wie das Pariser Abkommen ein, um Kohlenwasserstoffe zu verbieten. Um die Entwicklung weiter zu behindern, stoppen die großen Finanzierungsinstitute den Fluss von Geldern für Projekte, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und zahlreiche große Geberorganisationen in Europa haben erklärt, dass sie keine neuen Initiativen dieser Art in Afrika finanzieren werden.

Dies verdammt die afrikanischen Staaten zu ewiger Armut und zur Abhängigkeit von erbärmlich unzuverlässigen „erneuerbaren“ Energieanlagen. Auf nationaler Ebene wird der Klimakreuzzug von Umweltschützern und so genannten Klimagerechtigkeitsgruppen angeführt.

In Südafrika beispielsweise forderten Aktivisten im Jahr 2021 den Energieminister Gwede Mantashe auf, seine Pläne für den Bau neuer Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 1.500 Megawatt aufzugeben oder vor Gericht zu gehen. Aktivismus an der Basis und Propaganda sind die wichtigsten Instrumente der globalen Kohlenstoff-Imperialisten, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Doch immer mehr führende Politiker stellen sich den Imperialisten entgegen. Im Juni sagte der Präsident von Niger Mohamed Bazoum: „Afrika wird durch die Entscheidungen der westlichen Länder bestraft, die öffentliche Finanzierung ausländischer Projekte für fossile Brennstoffe bis Ende 2022 einzustellen… Wir werden weiter kämpfen, wir haben fossile Brennstoffe, die ausgebeutet werden sollten.

Der afrikanische Kontinent soll seine natürlichen Ressourcen ausbeuten dürfen. Es ist offen gesagt unglaublich, dass diejenigen, die seit mehr als einem Jahrhundert Erdöl und seine Derivate ausbeuten, die afrikanischen Länder daran hindern, den Wert ihrer Ressourcen zu nutzen.“

Präsident Bazoum hat Recht. Die Nutzung der natürlich vorhandenen Energiequellen ist ein unveräußerliches Recht jeder souveränen Nation. Das Schicksal Afrikas sollte von seinen Völkern entschieden werden.

Vijay Jayaraj is a Research Associate at the CO2 Coalition, Arlington, VA., and holds a master’s degree in environmental sciences from the University of East Anglia, UK. He resides in Bengaluru, India.

Link: https://cornwallalliance.org/2022/08/end-carbon-imperialists-impoverishment-of-africa/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Wie viele fossile Treibstoffe sind noch übrig?

Edward Ring

Fossile Brennstoffe treiben den Wirtschaftsmotor der Zivilisation an. Bei einer geringfügigen Unterbrechung der Versorgung mit fossilen Brennstoffen verdorren die Ernten, und die Versorgungsketten brechen zusammen. Bei einer größeren Unterbrechung dürfte die Welt von einer humanitären Apokalypse heimgesucht werden. Die Ereignisse der letzten Monate haben dies deutlich gemacht. Ohne Energie stirbt die Zivilisation, und im Jahr 2020 lieferten fossile Brennstoffe weiterhin mehr als 80 Prozent der weltweit verbrauchten Energie.

Diese grundlegende Tatsache, dass die Aufrechterhaltung einer verlässlichen Versorgung mit erschwinglichen fossilen Brennstoffen eine nicht verhandelbare Bedingung für das Überleben der Zivilisation ist, entgeht derzeit viel zu vielen amerikanischen Politikern, einschließlich Joe Biden. Der Energieexperte und zweimalige Kandidat für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien Michael Shellenberger stellt fest: „Vor einem Monat hat die Regierung Biden den Verkauf von einer Million Hektar Öl- und Gasvorkommen in Alaska gestoppt, und vor sieben Tagen wurden neue Öl- und Gasvorkommen auf dem amerikanischen Festland geleast. Tatsächlich erwägt die Regierung Biden gerade jetzt ein vollständiges Verbot neuer Offshore-Öl- und Gasbohrungen.“

Eine weitere grundlegende Tatsache, die sich leicht bestätigen lässt, wenn man die Ausgabe 2021 des BP Statistical Review of Global Energy zu Rate zieht ist, dass sich die weltweite Energieerzeugung fast verdoppeln müsste, wenn jeder auf der Erde lebende Mensch nur halb so viel Energie pro Jahr verbrauchen würde wie der durchschnittliche Amerikaner derzeit verbraucht. Statt 547 Exajoule (die von den Ökonomen derzeit favorisierte Megaeinheit für Energie) pro Jahr zu erzeugen, müssten die Energieerzeuger weltweit knapp über 1.000 Exajoule aufbringen. Wie genau sollen die „erneuerbaren Energien“, die derzeit 32 Exajoule pro Jahr oder sechs Prozent der weltweiten Energie liefern, um den Faktor 30 wachsen, um 1.000 Exajoule zu liefern?

Die kurze Antwort lautet: Das kann sie nicht. Trotz des fanatischen, mächtigen Gruppendenkens, das die Abschaffung nicht nur der fossilen Brennstoffe, sondern auch der meisten Wasserkraftwerke und der gesamten Kernenergie fordert, ist es in Wirklichkeit so, dass die meisten Nationen der Welt weiterhin jede Energiequelle erschließen werden, die sie können, und zwar so schnell, wie sie können. Erneuerbare Energien mögen bei diesem Ausbau eine wachsende Rolle spielen, doch sind sie noch Jahrzehnte davon entfernt, mehr als einen Bruchteil der gesamten weltweiten Energieerzeugung zu decken.

Wie viel haben wir übrig?

Die Argumente gegen fossile Brennstoffe beruhen auf zwei Faktoren. Der erste ist, dass die Kohlendioxid-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe einen Klimanotstand verursachen. Ohne (vorerst) gegen die Theorie zu argumentieren, dass das vom Menschen verursachte CO2 den Planeten zerstören wird, genügt es zu sagen, dass wir uns besser an den kommenden Klimawandel anpassen sollten, denn die einzigen Nationen, die es auch nur halbwegs ernst meinen mit dem Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe, sind die westlichen Nationen. Die jüngsten Ereignisse haben wieder einmal gezeigt, dass fossile Brennstoffe nicht verschwinden werden, und Nationen, die auf ihre Nutzung verzichten, verurteilen sich selbst zur Deindustrialisierung und letztendlichen Bedeutungslosigkeit.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Der andere Faktor ist eher pragmatischer Natur. Wir erreichen den „Peak Oil“, und es gibt einfach nicht mehr genug davon, um noch lange zu überleben. Erdöl, Erdgas und Kohle sind allesamt nicht erneuerbare Ressourcen, deren Vorräte endlich sind. Es lohnt sich, dieses Argument eingehend zu prüfen.

Das folgende Schaubild zeigt, wie viel fossile Brennstoffe in Form von nachgewiesenen Reserven auf der Welt noch vorhanden sind (blaue Balken) und wie viel davon im Jahr 2020 verbraucht wurde (rote Balken, die so kurz sind, dass man sie kaum sehen kann). Im Jahr 2020 wurden 174 Exajoule Öl verbrannt, und es blieben 10.596 Exajoule übrig – ein Vorrat für 61 Jahre. Bei den derzeitigen Verbrauchsraten reichen die weltweiten Kohlereserven im Jahr 2020 noch für 208 Jahre und die Erdgasreserven für 50 Jahre.

Diese nachgewiesenen Reserven, die auch in der Ausgabe 2021 des BP Statistical Review of Global Energy aufgeführt sind, sagen nicht alles aus. Es gibt „unbestätigte“ Reserven, die höchstwahrscheinlich die Menge an fossiler Energie, die für die Förderung zur Verfügung steht, verdoppeln und möglicherweise sogar noch mehr liefern würden.

Der ganze Beitrag steht hier bei American Greatness.

Edward Ring is a senior fellow of the Center for American Greatness. He is also is a contributing editor and senior fellow with the California Policy Center, which he co-founded in 2013 and served as its first president. Ring is the author of Fixing California: Abundance, Pragmatism, Optimism (2021) and The Abundance Choice: Our Fight for More Water in California (2022).

Mehr zur Ölförderung hier.

Mehr zum Ausstieg aus fossilen Treibstoffen hier.

Link: https://heartlanddailynews.com/2022/08/how-much-fossil-fuel-is-left/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Sind die Hitzewellen dieses Sommers außergewöhnlich?

Werden sie etwa durch den Klimawandel ausgelöst?

E. Calvin Beisner

Möchten Sie wissen, ob die Hitzewellen dieses Sommers in den Vereinigten Staaten [oder in Mitteleuropa, A. d. Übers.] außergewöhnlich – ja sogar beispiellos – auf die vom Menschen verursachte globale Erwärmung zurückzuführen sind?

Wo sollten Sie solide, objektive Daten finden?

Natürlich in der maßgeblichen Quelle, nämlich der Environmental Protection Agency EPA. Also gehen Sie auf die Site mit dem Titel [übersetzt] „Indikatoren für den Klimawandel: Hitzewellen“. Wenn Sie die Seite öffnen, sehen Sie sofort Folgendes:

Da haben Sie es: Jahrzehnt für Jahrzehnt geht alles nach oben. Frequenz? Hat sich im Laufe der sechs Jahrzehnte verdreifacht. Länge der Hitzewellen? Ebenfalls verdreifacht. Durchschnittliche Länge der einzelnen Hitzewellen? Um etwa ein Drittel gestiegen. Durchschnittliche Intensität der Hitzewellen? Um etwa ein Viertel gestiegen.

Der Fall ist abgeschlossen. Die Hitzewellen in den USA sind ein klarer Indikator für den Klimawandel“, und sie zeigen, dass es immer schlimmer wird – viel schlimmer.

Mehr als man auf den ersten Blick sieht

Viele Besucher, vielleicht sogar die meisten, werden den Text auf der Seite nicht lesen – die Grafik allein erzählt die ganze Geschichte, alles, was sie wissen müssen. Und nur wenige werden bemerken, dass sie mit „Abbildung 1“ beschriftet ist. Sie werden sich nur die Bilder ansehen, die ersten Bilder, die vor ihnen erscheinen, und zu dem Schluss kommen: „Mehr muss ich nicht sehen. „Denn das ist es, wozu unsere bildgesteuerte Gesellschaft erzogen worden ist. Vergessen Sie „Im Anfang war das Wort“*. Nein, Bilder sind alles, was wir brauchen.

[*In Anlehnung an das Johannes-Evangelium. Dort heißt es in 1,1: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“. Eine andere Interpretation dieses Verses findet sich in Goethes Drama „Faust“. A. d. Übers.]

Aber einige werden die Diskussion unter dem Bild lesen. Nicht die bloße Bildunterschrift, sondern die „Schlüsselpunkte“. Hier ist, was sie aus den ersten fünf lernen werden:

1. „Hitzewellen treten häufiger auf als früher ….“

2. „In den letzten Jahren war die durchschnittliche Hitzewelle … etwa … einen Tag länger als die durchschnittliche Hitzewelle in den 1960er Jahren.“

3. „Die durchschnittliche Hitzewellensaison … ist 47 Tage länger …“

4. „Hitzewellen sind im Laufe der Zeit intensiver geworden.“

5. „Die Dauer von Hitzewellen hat deutlich zugenommen …“

Da das amerikanische Bildungssystem so sehr darin versagt hat, echtes kritisches Denken zu lehren – nicht nur, sich über etwas zu ärgern, sondern die zugrunde liegenden Beweise und Argumente zu untersuchen – ist das so ziemlich alles, was wirklich rüberkommt.

Ich muss gestehen, dass ich beim ersten Durchlesen dieser Seite nicht viel mehr als das verstanden habe.

Aber dann habe ich langsamer und sorgfältiger gelesen und einige wichtige Einschränkungen bemerkt, nämlich Folgende Punkt für Punkt:

1. „Hitzewellen treten in Großstädten häufiger auf als früher …“

2. „In den letzten Jahren ist die durchschnittliche Hitzewelle in den großen städtischen Gebieten der USA …“

3. „Die durchschnittliche Hitzewellensaison in den 50 Städten …“

4. „Während der 1960er Jahre, die durchschnittliche Hitzewelle in den 50 Städten …“

5. „Von den 50 Großstädten in diesem Indikator haben 46 eine statistisch signifikante Zunahme der Hitzewellenhäufigkeit zwischen den 1960er und 2010er Jahren erfahren. Die Dauer der Hitzewellen hat in 26 dieser Orte signifikant zugenommen, die Länge der Hitzewellensaison in 44 und die Intensität in 16 …“

Hm. Die Bezeichnungen in den Diagrammen sagen nichts über „Großstädte“, „städtische Gebiete“ oder „Ballungsräume“ aus. Sie schienen die Ereignisse für die gesamten Vereinigten Staaten darzustellen. Was bedeutet das?

Und dann kam ich zu Punkt 6, der die Mogelpackung teilweise, aber nur implizit, nicht explizit, aufdeckte:

1. Längerfristige Aufzeichnungen zeigen, dass die Hitzewellen in den 1930er Jahren die schwersten in der Geschichte der USA waren (siehe Abbildung 3). Die Spitze in Abbildung 3 [Abbildung 3? Was ist das?] spiegelt extreme, anhaltende Hitzewellen in der Region der Great Plains während einer Periode wider, die als „Dust Bowl“ bekannt ist. Schlechte Landnutzungspraktiken und viele Jahre intensiver Trockenheit trugen zu diesen Hitzewellen bei, indem sie die Bodenfeuchtigkeit verringerten und die mäßigende Wirkung der Verdunstung reduzierten.

Die große Land-Stadt-Wanderung

Frage: Wie viele der „großen städtischen Gebiete“ Amerikas lagen in den 1930er Jahren in der „Great Plains Region“? Für die ersten 50 konnte ich diese Frage nicht beantworten, aber für die ersten 10 schon, und daraus lassen sich einige wichtige Schlüsse ziehen. Keine von ihnen lag in der Region Great Plains. Übrigens lag nur eine, nämlich Baltimore, im nördlichsten der „südlichen“ Staaten, in der „südlichen Region“, keiner in der Region Desert Southwest und nur einer im gesamten Südwesten. Aber der Süden und der Südwesten sind die wärmsten Regionen des Landes.

Und in den 1960er Jahren? Nur 1 unserer 10 größten Städte lag in der „Great Plains Region“, in ihrem südlichsten Bundesstaat, und 1 lag im Südwesten, genauer gesagt in Südkalifornien. Der Rest nicht.

Und in den 2010er Jahren? Da die Region Great Plains auch Texas umfasst, lagen 3 unserer 10 größten Städte in dieser Region. Eine lag in der Wüste im Südwesten, aber 3 lagen in Südkalifornien – das, abgesehen von der Bewässerung, auch eine Wüste ist und definitiv im Südwesten liegt, so dass es zum „Desert Southwest“ gezählt werden sollte. 7 unserer 10 größten Städte lagen also in der Region der südlichen Great Plains, im Desert Southwest oder in der Wüste von Südkalifornien.

In den 2010er Jahren hat sich also die durchschnittliche Lage unserer 10 größten Städte deutlich vom Nordosten in den Süden und Südwesten verlagert. Könnte das etwas mit den durchschnittlichen Temperaturwerten in unseren großen städtischen Gebieten zu tun haben?

Denken Sie einmal kurz darüber nach: In den 1930er Jahren gab es in fast keinem Haus, keinem Büro und keiner Fabrik eine Klimaanlage; in den 2010er Jahren waren fast alle Häuser, Büros und Fabriken klimatisiert – zumindest außerhalb der nördlichsten und kältesten Bundesstaaten. Könnte das zu der Verschiebung der Bevölkerungszahlen beigetragen haben?

Wie viel von der offensichtlichen Zunahme der Häufigkeit von Hitzewellen, der Dauer von Hitzewellen, der Länge der Hitzewellensaison und der Intensität von Hitzewellen seit den 1960er Jahren könnte also darauf zurückzuführen sein, wo sich unsere bevölkerungsreichsten Städte befinden? Ich kann Ihnen keine genaue Zahl nennen, aber ich garantiere Ihnen, dass sie nicht Null ist.

Der Städtische Wärmeinsel-Effekt

Aber die Lage dieser Städte ist nicht der einzige relevante Faktor. Allein die Tatsache, dass es sich um Städte handelt, spielt eine Rolle – und auch ihre Größe. Der Grund dafür ist der „städtische Wärmeinseleffekt“ (UHI).

Nach Angaben der EPA führt dies dazu, dass die Tagestemperaturen in städtischen Gebieten um 1-3°C höher sind als in den Außenbezirken und die Nachttemperaturen um 2-4°C höher. Außerdem sind die Temperaturunterschiede in feuchten Regionen (vor allem im Osten der Vereinigten Staaten) und in Städten mit einer größeren und dichteren Bevölkerung am größten.

In den 1930er und 1960er Jahren hatten nur 5 unserer Top-10-Städte eine Einwohnerzahl von mehr als 1 Million; in den 2010er Jahren waren es 9. In den ersten beiden Jahrzehnten lag die durchschnittliche Einwohnerzahl der 10 größten Städte bei 1,90 bzw. 2,18 Millionen; in den 2010er Jahren waren es 2,45 Millionen. Die durchschnittliche Größe war in den 2010er Jahren 13 % höher als in den 1960er Jahren und 29 % höher als in den 1930er Jahren. Nimmt man New York, das in jedem Jahrzehnt mehr als doppelt so viele Einwohner wie die zweitgrößte Stadt hatte, aus der Betrachtung heraus, um die Verzerrung zu beseitigen, ergeben sich Durchschnittswerte von 1,35, 1,55 bzw. 1,81 Millionen, und die durchschnittliche Größe lag in den 2010er Jahren 17 % höher als in den 1960er Jahren und 35 % höher als in den 1930er Jahren.

Kurz gesagt, unsere Städte haben an Bevölkerung zugenommen. Das ist keine Überraschung. Im Jahr 1930 lebten 56 % der Amerikaner in städtischen Gebieten, 1960 waren es 70 % und 2010 81 %. Aber wenn man bedenkt, was die EPA über UHI sagt, nämlich dass sie zu Temperaturen führen kann, die um 1-4°C höher sind als in abgelegenen Gebieten, ist es einfach verblüffend, dass sie sich bei ihren ersten fünf „Schlüsselpunkten“ auf Hitzewellen-Daten für städtische Gebiete stützt.

Wenn Sie wirklich neugierig darauf sind, wie die UHI funktioniert und wie sehr sie die Temperatur einer Stadt beeinflussen kann, lese man John Christys Arbeit „Is It Getting Hotter in Fresno … or Not?“ Christy zeigt anhand einer komplizierten Datenanalyse, in der er die Temperaturmessungen innerhalb, in der Nähe und in der Ferne von Fresno über mehr als ein Jahrhundert vergleicht, dass die überwiegende Mehrheit, vielleicht sogar der gesamte Aufwärtstrend der Temperatur in Fresno auf UHI zurückzuführen ist, während die umliegende nichtstädtische Region nur eine geringe oder gar keine Erwärmung erfuhr. Und Fresno ist eine relativ kleine Stadt; in größeren Städten ist der UHI-Effekt noch größer.

[Für Deutschland gibt es hierzu umfassende Arbeiten von Kowatsch et al. Einfach mal auf der EIKE-Website den Suchbegriff UHI eingeben. A. d. Übers.]

Da also die bevölkerungsreichsten Städte Amerikas (a) an Bevölkerung zugenommen haben und (b) in heißere und feuchtere Gebiete verlegt wurden, sollten wir erwarten, dass sie häufigere, intensivere und länger anhaltende Hitzewellen und längere Hitzewellensaisons erlebt haben – völlig unabhängig von einer Erwärmung im globalen Maßstab.

All dies sollte uns sehr misstrauisch machen! Die Abbildung 1 der EPA auf ihrer Site „Climate Change Indicators: Heat Waves“ (Hitzewellen), könnte wie oben gezeigt grob irreführend sein.

Welche Dekade war in Amerika die Wärmste?

Eine weitere Überlegung schlägt den Nagel in den Sarg von Abbildung 1. Erinnern Sie sich an den Anfang des sechsten „Key Point“ der EPA: „Längerfristige Aufzeichnungen zeigen, dass die Hitzewellen in den 1930er Jahren die schwersten in der Geschichte der USA waren (siehe Abbildung 3).“ Nun, es gibt ein kleines, schwaches Bild auf der Site, das zu Abbildung 3 verlinkt, aber die meisten Leser werden es wahrscheinlich übersehen (so wie ich zuerst) oder ignorieren. Wenn sie es jedoch anklicken, sehen sie Folgendes:

Die EPA verfügte also über die hier in Abbildung 3 dargestellten Daten. Warum hat sie dann die Daten in Abbildung 1 abgeschnitten und mit den 1960er Jahren statt mit den 1890er oder 1900er Jahren begonnen? Die Antwort schreit uns förmlich an: Weil der Hitzewellenindex der 1960er Jahre der niedrigste des gesamten 125-jährigen Zeitraums war, und obwohl der Index danach in Schüben anstieg, kam er nie auch nur annähernd an den Wert der 1930er Jahre heran.

Es gibt zwei Bezeichnungen für die Taktik der EPA: Rosinenpickerei bei den Daten (um nur die Daten einzubeziehen, die mit der eigenen Theorie übereinstimmen) und die präzisere Unterart, die Endpunkt-Täuschung (Beginn oder Ende der Daten an Daten, die Daten ausschließen, die der eigenen Theorie widersprechen würden). Beides ist wissenschaftlich nicht vertretbar.

Nun zurück zu unserer Eingangsfrage: Sind die Hitzewellen dieses Sommers in den Vereinigten Staaten außergewöhnlich – ja sogar beispiellos – und auf die vom Menschen verursachte globale Erwärmung zurückzuführen? Und eine weitere Frage: Können wir darauf vertrauen, dass die Kommunikation der EPA über globale Erwärmung/Klimawandel transparent und objektiv ist?

Die Antwort überlasse ich Ihnen!

E. Calvin Beisner, Ph.D., is President of the Cornwall Alliance for the Stewardship of Creation.

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/07/31/are-this-summers-heat-waves-extraordinary/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE