Vor dem Klimawandel gab es noch keine Klimaschäden … Der Elefant im Raum wird geflissentlich übersehen.

Helmut Kuntz

— weshalb alle bisherigen und künftigen Wetterschäden seit dem Jahr 2000 allein eine Folge der vom bösen Menschen verursachten CO₂-Emissionen sind. Auch irgendwelche Vorteile des sich zum Glück etwas erwärmten Klimas sind vollkommen unbekannt. So vermittelt es eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz beauftragten und kürzlich in Berlin vorgestellt Studie über die bis zum Jahr 2050 zu erwartenden Klimafolgekosten [1] .

Wissenschaft verkommt in Deutschland zunehmend zum Kabarett

Praktisch bereits ausgeführt durch die Ernennung eines Kabarettisten zum Professor für Klimaagitation [2], wohl aufgrund ausreichend hanebüchener, dafür aber immer ausreichend Politik-konformer Aussagen [3] [4] [5] .

Leider ist dies kein Einzelfall, sondern wird zunehmend zum „wissenschaftlichen“ Vorbild. Gerade beim Klimawandel (und „Neuen Energien“) ist es einer Karriere nicht dienlich, eine andere, als die in Berlin vorgegebene Meinung zu haben. Und auf gar keinen Fall, wenn der Auftrag dazu noch von Behörden vergeben wird.

Die Studie: „Kosten durch Klimawandelfolgen in Deutschland“ wurde von einer obersten Bundesbehörde beauftragt.
Weil es um Kosten geht, nicht bei Klimaforschern, sondern bei solchen die sich mit Ökonomie auskennen: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) und die Prognos AG.

Nachdem federführend die EU mit GRÜNEN Wahnsinn Forderungen die Welt vor dem Klima retten will und unsere Regierung dies eilfertig und mit noch mehr Elan schon vorbeugend umsetzt, wussten die „Forschenden“, welche Aussagen erwartet wurden. Und genau das wurde auch geliefert.

Bild 1 Video. Screenshot (Teilbild)

Nun sind 900 Milliarden oder etwas aufgerundet eine Billion EUR Klimafolgekosten innerhalb von 27 Jahren mit jährlich 33,3 Milliarden EUR bei einem Bruttoinlandsprodukt von 3867 Milliarden EUR im Jahr 2022 gerade einmal 0,863 % davon. Und selbst wenn es so wäre, als „Kampfkosten“ gegen den vom UN Generalsekretär Guterres, der EU und vielen deutschen Städten ausgerufenem Klimanotstand überhaupt nicht dramatisch.
Dramatischer ist eher, dass um jährlich fiktive (und grottenfalsche) 33,3 Milliarden EUR angeblich einzusparen, ein Mehrfaches ausgegeben wird.

Trotzdem lohnt es sich nachzusehen, wie die „Wissenschaftsökonomen“ die Schadenssumme fabulierten ermittelten, denn wieder ist diese Studie ein Beispiel, wie hemmungslos sogenannte Wissenschaft sich verbiegt und Studien erstellt, für die man sich früher nicht nur geschämt, sondern seine Reputation riskiert hätte.

Diese Ansicht zur Studie deckt sich keinesfalls mit denen, welche unsere Qualitäsmedien darüber vermitteln. Von diesen werden die Autoren durchgehend gelobt, zum Beispiel, weil sie das gemacht haben, was Greenpeace „eingeführt“ hat, um wenn immer „notwendig“, maximale Kosten zu erzeugen: Eine möglichst lange Kostenkette fabulieren und mit fiktiven Kosten belegen.

[1] Spiegel: Während in der Regel bei der Berechnung von Folgeschäden des Klimawandels vor allem Zerstörungen etwa durch Überflutungen berücksichtigt werden, nimmt das aktuelle vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Papier dem »Handelsblatt« zufolge auch Schäden über reine Wiederaufbaukosten hinaus in den Blick. So berücksichtigten die Autoren etwa zusätzliche Belastungen durch eingeschränkte Produktionsmöglichkeiten oder unterbrochene Lieferketten.

Zuerst einmal: Nichts in Frage stellen

Die Einleitungen der Studienblätter (die „Studie“ ist als ein Hauptblatt mit weiteren, neun ergänzenden „Merkblättern“ publiziert) liest sich wie eine Proklamation der Freitagshüpfer:
[6] Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: WAS UNS DIE FOLGEN DES KLIMAWANDELS KOSTEN – ZUSAMMENFASSUNG
… Längst sind die Folgen klimatischer Veränderungen auch in Deutschland zu spüren. In den letzten Jahren häufen sich extreme Wetterereignisse. Neben den Hitzesommern, die vielen Menschen zu schaffen machen, wirkt sich der Klimawandel vor allem auf die Verfügbarkeit von Wasser aus: Sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Wasser kann katastrophale Folgen haben. Sichtbar wurde das in den Dürren der letzten Jahre, die sich massiv auswirkten – insbesondere auf Landwirtschaft sowie Forstwirtschaft und Wälder.
Eike Leser wissen: Es gibt in Deutschland keine Häufung extremer Wetterereignisse. Das steht offiziell im letzten, veröffentlichten Klima-Monitoringbericht unserer Regierung [7].

Bild 2 [7] Darstellung zu Hochwasser „ein signifikanter Trend lässt sich nicht feststellen“

Bild 3 [7] Darstellung zu Hagelschäden „Die Ereignisse zeigen einen fallenden Trend“

Bild 4 [7] Starkregen im Siedlungsbereich: Ein Trend ist nicht ermittelbar

Bild 5 Verteilung der häufigsten Todesursachen in Deutschland im Jahr 2017. Quelle: © Statista 2019. Bild vom Autor ergänzt

Doch weiter geht es in dieser Studie:
[6] Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Die Flutkatastrophe im Juli 2021 hat gezeigt, welche Folgen ein extremes Niederschlagsereignis haben kann, das durch den Klimawandel wahrscheinlicher wird. Szenarioberechnungen zufolge ist davon auszugehen, dass durch die Zunahme solcher Extremwetterereignisse die Kosten des Klimawandels bis zur Mitte des Jahrhunderts noch einmal deutlich steigen werden.

Es ist verblüffend, dass sich unser angeblich modernes Zeitalter in einem nicht vom Mittelalter unterscheidet: Wenn eine Person von hohem Rang eine Aussage getätigt hat, wird sie nicht mehr angezweifelt, selbst wenn bekannt wird, dass diese Aussage falsch ist.
Und genau so ist es mit der Flut letztes Jahr im Ahrtal.

Frau Merkel erklärte damals spontan bei ihrem Besuch vor Ort, dass die Flut eine direkte Auswirkung des Klimawandels sei und genau so wurde es in allen Medien publiziert. Dass der danebenstehende Ortsbürgermeister ihr sofort danach ins selbe Mikrofon unter Verweis auf die Flutgeschichte des Ahrtals widersprach, kam nirgends mehr vor.
Aber es kam noch schlimmer. Unter Federführung des Deutschen Wetterdienstes fand sich ein „Forscherkonsortium“, welches mit einer in sagenhafter Geschwindigkeit erstellten Attributionsstudie beteuerte, dass Frau Merkels Aussage richtig wäre.

Erreicht wurde das Ergebnis, weil in der Studie eklatante, (bewusste) methodische Fehler gemacht wurden. So wurden die beiden vorhergehenden, vergleichbar großen Jahrhundertfluten nicht in die Berechnungen einbezogen. Macht man das, ergibt sich das Gegenteil der ursprünglichen Studienaussage. Im Detail nachlesbar unter:
[8] EIKE, 19.07.2022: Wenn historisch belegte Fluten statistisch gar nicht vorgekommen sein können, wird es das Ergebnis einer Attributionsstudie sein
[9] EIKE, 28.11.2022: Attributionsstudien zeigen das Gegenteil von dem, was darüber verkündet wird

Vor allem zeigen die Grafiken der Attributionsstudien auch, dass Extrem-Regenereignisse im Gegensatz zu allen gängigen Publikationen bei Kälte zunehmen:

Bild 6 [9] Grafik mit dem gezeigten, negativen Zusammenhang zwischen Temperatur und Extremniederschlag aus der Ahrtal-Attributionsstudie. Bild vom Autor ergänzt.

In der neuen Studie wird all das ignoriert und das Gegenteil verkündet:
[11] Die Attributionsforschung zeigt, dass der menschengemachte Klimawandel bereits heute Hitze- und Starkregenereignisse häufiger und extremer macht
Dass die extremen Schadenskosten und vor allem hohe Opferzahl einem früher unvorstellbarem Behördenversagen gewchuldet sind [10], wird von den Ökonomen selbstverständlich auch unterschlagen. Die Wissenschaftler weisen in ihrer Studie die gesamten Schadenskosten einfach dem Klimawandel zu. Wirklich alle falschen Daten der Ahrtal-Attributionsstudie werden einfach als Wahrheit übernommen:
[6] Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Für die Flut im Ahrtal des Juli 2021 stellten Untersuchungen einen eindeutigen Einfluss des Klimawandels fest. Modellrechnungen zeigen, dass der Klimawandel die Eintrittswahrscheinlichkeit um den Faktor 1,2 bis 9 und die Niederschlagsmenge um bis zu 19 Prozent erhöht hat

Hitze tötet. Und was macht Kälte?

Diese Frage wird von dem Ökonomenteam gar nicht gestellt. Sie texten:
[6] Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Hitze führt zu Übersterblichkeit Temperaturen von über 30 °C tags und 24 °C nachts beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit und den Schlaf. Eine Körpertemperatur von 41 °C, die beispielsweise infolge eines Hitzschlags erreicht werden kann, ist lebensgefährlich. Mit hohen Temperaturen steigen die Krankheitsanfälligkeit und der Hitzestress, insbesondere bei älteren und pflegebedürftigen Menschen. Es sinkt also nicht nur die Arbeitsproduktivität von Millionen Erwerbstätigen. Viel schlimmer: Auf Hitzeereignisse gehen 99 Prozent der mindestens 30.000 extremwetterbedingten zusätzlichen Todesfälle in Deutschland seit 2000 zurück

Was hat dazu geführt, dass sich diese Ökonomen nicht schämen, eine so einseitige und in Summe bewusst falsche Darstellung der jahreszeitlichen Mortalitäten in einer Studie zu hinterlegen?
Wirklich an „allen Ecken“ finden sich Studien, welche es richtig darstellen:
Kaltesonne, 24.05.2021: Höhere Sterberaten in heißen Sommern – folgt daraus eine allgemein höhere Sterberate?
EIKE, 05. Juni 2021: Die Bedeutung von hitzebedingter Sterblichkeit, die auf schlechte Modellierung zurückzuführen ist

Anbei eine Grafik mit den wöchentlichen Sterbefällen seit 1990 welche die relativ geringe „Übersterblichkeit“ im Sommer und die wirklich hohen im Winter belegt:

Bild 7 Relative Sterbezahlen Deutschland 1990 – 2020. Grafik vom Autor erstellt

Dazu noch eine Grafik der letzten Jahre. Man muss mit Klimaideologie vollgestopft sein, um aus der „Hitzesterblichkeit“ gegenüber der Wintersterblichkeit eine erhöhte Gefahr abzuleiten:.

Bild 8 Sterberate Deutschland von KW 1, 2017 bis KW 6, 2023. Grafik vom Autor erstellt

Ein Zeitraum von 20 Jahren reicht, um Klimaschäden hochzurechnen

Beim Studieren von Klima(wandel)studien verblüfft den Autor immer aufs Neue, wie angebliche „Wissenschaftler“ auf die Idee kommen, durch Betrachten eines winzigen Zeitausschnittes klimatische Aussagen treffen zu können. Die Attributionsstudien sind dazu geradezu exemplarische Beispiele.

Aber auch diese Studie. In ihr wird nur der Zeitraum seit 2000 betrachtet und daraus zum Jahr 2050 hochgerechnet:
[6] Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Das Projekt „Kosten durch Klimawandelfolgen in Deutschland“ bestand aus zwei Analysesträngen: Erstens wurde analysiert, welche Schäden klimawandelbedingte Extremwetterereignisse in Deutschland seit dem Jahr 2000 verursacht haben. Diese Übersicht über vergangene Extremwetterschäden in Deutschland wurde ergänzt durch zwei Detailanalysen von Ereignissen der letzten Jahre: Untersucht wurden die Schäden der Dürre- und Hitze-Extreme in den Jahren 2018 und 2019 sowie der Sturzfluten und Überschwemmungen im Juli 2021, die insbesondere Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen schwer getroffen haben. … und was auf Deutschland zukommt Neben dieser rückblickenden Ex-post-Analyse hat das Projekt auch nach vorne geschaut und Szenarioberechnungen für zukünftig zu erwartende Schäden durchgeführt

Denken braucht man aber auch wirklich nicht mehr. Es gibt inzwischen so viele Simulationsprogramme die es den Wissenschaftlern abnehmen. Und so lassen sich zu jedem der typischen Klimaszenarien wunderbar Zukunftsverläufe und Aussagen generieren:
[6] Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Mitte des Jahrhunderts: Fast jedes Jahr Klimaschäden wie im „Rekordjahr“ 2021? Die zu erwartenden jährlichen Folgekosten für den Zeitraum von 2022 bis 2050 steigen im Zeitverlauf immer stärker an und summieren sich am Ende auf 280 bis 900 Mrd. Euro (Abbildung 5).

Bild 9 [6] Leider steht es nicht in der Legende. Es ist aber anzunehmen, dass es sich um die Szenarien gelb: RCP2.6; blau: RCP4.5; rot: RCP 8.5 handelt

Mit dieser Grafik und dem daraus abgeleiteten Schadenswert erfährt der Leser, dass es sich bei den Medienmeldungen um das mangels ausreichender fossiler Brennstoffe nicht mögliche Szenario RCP8.5 handelt.
Nimm man die vielleicht realistischen zwischen RCP2.6… RCP4.5, so kommt auf summierte Klimakosten zwischen 250 —500 Milliarden Euro bis zum Jahr 2050, also jährlich zwischen 0,24 … 0,5% des heutigen BIP. Das ist nicht mehr als Rauschen und im Jahr 2050 ökonomisch gar nicht mehr „messbar“.
Aber selbst das stimmt nicht entfernt.

Gibt es ohne Klimawandel wirklich keine Wetterschäden?

Hat diese Studienautoren anscheinend noch niemand gefragt. In allen Präsentations-Merkblättern werden alle Schäden vollständig dem Klimawandel zugeschrieben.
Wirklich nirgends ist auch nur erwähnt, geschweige berücksichtigt, dass es in früheren Zeiten schon klimabedingte Extremereignisse gab und deshalb doch ein erheblicher Teil der angegebenen und simulierten Schäden auch ohne den AGW-Eintrag erfolgen – wie die Daten der Attributionsstudien und des historischen Ahrtals zeigen -, sogar höher sein könnten.

Seien wir aber einfach gnädig und nehmen an – weil öfters publiziert -, der anthropogene Anteil am sich wandelnden Klima wäre 50 % (und ignorieren, dass Extremregen bei Kälte zunimmt).
Dann beträgt der kumulierte Klimaschadensbetrag bis zum Jahr 2050 noch zwischen 125 … 250 Milliarden EUR oder zwischen 0,12 … 0,25 % des BIP. Und das dürfte eher zu hoch als zu niedrig sein.

Alleine für die Kosten der Energiewende gab das ifo-Institut im Jahr 2019 an:
[12]Die kumulativen systemischen Mehrkosten für die Energiewende bis 2050 liegen je nach Randbedingungen zwischen 500 Milliarden Euro und mehr als 3000 Milliarden Euro.
Inzwischen ist diese Schätzung längst Makulatur.
Aber selbst mit diesen veralteten und viel zu niedrigen Kosten fragt man sich, warum alleine für diesen kleinen Teilaspekt schon das 5 … 10fache zum „Verhüten“ – was ja noch nicht einmal sicher hilft -, ausgegeben wird.

Es muss daran liegen, dass der einfache Bürger solche komplexen Themen nicht wirklich durchschaut. Unsere Regierung hat da ganz andere Möglichkeiten der Beratung und orientiert sich daran:
DIW [13] Die Erträge der Energiewende sind viel höher als die Kosten
Die Gewinne der Energiewende werden einfach ausgeblendet. Stattdessen werden Schreckensszenarien von ausufernden Kosten beleuchtet, mahnt Claudia Kemfert.

Politische Versäumnisse gibt es seit dem Klimawandel nicht mehr

Die Studienökonomen fabulieren hemmungslos:
[14] Starkregenschäden entstehen insbesondere in Handlungsfeldern der Deutschen Anpassungsstrategie, die einen direkten Bezug zur bebauten Umwelt vorweisen: der Verkehr, die Industrie und das Gewerbe sowie das Bauwesen selbst … Das Transportwesen ist von beiden Extremereignissen betroffen. Sowohl durch Sturzfluten als auch durch lange Trockenheit und Hitze kann der Warenverkehr erheblich gestört werden. Produktionsverluste und -verzögerungen bzw. Umsatzeinbußen sind die Folge …

Etwas realistisch betrachtende erklären, was inzwischen den Verkehr beeinträchtigt. Vor allem jedoch, dass daran nicht das Klima, sondern 16 verlorene, bleierne „Merkeljahre“, in denen nur die Rettung der Welt (mit dem Geld der Bürger) und nicht deren Wohl wichtig war, schuld sind:
[15] Frankfurter Allgemeine, 24.10.2019: MARODE INFRASTRUKTUR:Deutschland braucht 450 Milliarden Euro
50 Milliarden Euro – so viel müsste der deutsche Staat in den kommenden zehn Jahren zusätzlich ausgeben, um bestehende Investitionslücken zu schließen und als Standort attraktiv zu bleiben. Andernfalls droht sich der Verfall des öffentlichen Kapitalstocks, also von Straßen, Schienen und Schulen, ungebremst fortzusetzen. Das meint Michael Hüther, Ökonom und langjähriger Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln
[16] DIW, 22. November 2022: Infrastrukturmängel: Marode Straßen bremsen Unternehmen aus

Vorteile des sich seit der nachmittelalterlichen Kaltzeit sich erwärmenden Klimas kennen die Simulationen nicht

Wir leben aktuell in einem Wohlstand und mit einer Lebensaltersvorschau, die noch vor 100 Jahren – als selbst die kleinen Kinder der Bergbauern den Sommer über wegen Armut und Nahrungsmangel als Knechte und Hausmädchen ins Alpenvorland auswandern mussten – unvorstellbar war.
Den Ökonomen scheint das vollkommen unbekannt zu sein, oder nicht erwähnenswert, weshalb ihre Studie nichts davon berücksichtigt.

Bild 10 Klimabezogene Mortalität. Quelle: International Desaster Database

Bild 11 Ernteerträge Deutschland (als Relativzahl) von 1400 – 2010. Grafik vom Autor erstellt. Datenquelle: Blog Heimbiotope, Tabelle mit historischen Getreideerträgen

Studie der Universität Göttingen: Erhöhte CO2-Konzentration könnte Ernteerträge in Norddeutschland um bis zu 60% steigern

Nur beim IPCC darf das nicht sein. Danach „müssen“ sich die Ernteergebnisse ideologiekonform anders verhalten. Kernergebnis aus dem fünften Sachstandsbericht des IPCC:

Bild 12 IPCC-Aussage zu Ernteerträgen

Wie man solche Aussagen fabuliert, hat der Autor vor längerer Zeit dargestellt:
EIKE 30.06.2015: Ernteerträge und Klimawandel
Doch die Wirklichkeit sieht anders aus:
FOCUS 11.06.2019: … In Manila drohen zwei Millionen Mangos zu verfaulen. Das Landwirtschaftsministerium des südostasiatischen Inselstaats hat daher ein Programm ins Leben gerufen, mit dem die Überproduktion nun verkauft werden soll, bevor sie schlecht wird.
30.03.2020 Getreide: IGC erwartet 2020/21 Rekord bei Produktion
Der Internationale Getreiderat IGC erwartet für alle Getreidesorten zusammen 2020/21 ein Produktionsplus von zwei Prozent gegenüber Vorjahr und einen neuen Rekord.

Nach all dem überrascht auch nicht mehr, dass in dem „tödlich heißen“ Italien die Bewohner länger leben als im kühleren Deutschland:

Bild 13 Lebensaltervergleich

Den Elefanten im Raum hat niemand in die Simulationen programmiert

Bild 14 Anstieg der Erdbevölkerung

Nur die zwischenzeitliche Erwärmung, das zusätzliche CO₂, Dünger und Verfahrens-Verbesserungen sorgten bisher dafür, dass die streng mathematisch bewiesene Vorhersage des sicheren Verhungerns der Weltbevölkerung von Herrn Malthus im Jahr 1798 nicht Wirklichkeit geworden ist. Im Gegenteil, die EU kann inzwischen festlegen, dass nicht mehr ausreichend gedüngt werden darf und Ökolandbau trotz 30 … 50 % weniger Ertrag Vorrang bekommt

Fazit

Bei diesem handelt es sich ausschließlich um die rein persönliche Meinung des Autors. Weit entfernt vom Wissen streng wissenschaftlich arbeitender Ökonomen wie es bei dem diese Studie erarbeitenden Team mit Sicherheit der Fall ist, kann er als Laie diese bestimmt hochwertige Arbeit in ihrer typischen Exzellenz gar nicht bewerten.
Trotzdem macht er es. Sein Fazit: Schlimmer kann man den Niedergang und bedingungslose Regierungstreue des deutschen „Wissenschaftsstandortes“ kaum noch aufzeigen. Dazu kommt, dass die Bürger von der Politikkaste immer hemmungsloser belogen des-informiert werden. Da macht die „Ampel“ weiter, wie „Merkel“ aufgehört hat.

Quellen

[1] Spiegel, 6. März 2023: Studie des Wirtschaftsministeriums Klimawandel könnte Deutschland 900 Milliarden Euro bis 2050 kosten
[2] Stern, 13.01.2022: Eckart von Hirschhausen ist jetzt Professor an der Uni Marburg
[3] EIKE 22. Januar 2021: Die Hitzetoten des Dr. von Hirschhausen
[4] EIKE 14.07.2019: Der Mensch bekommt Fieber, bekommt es unsere Erde damit auch?
[5] Tichyseinblick, 29.06.2022: Bei Maischberger: ARD-Star Hirschhausen fordert Nachbarschaftswache bei Stromverbrauch
[6] Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: WAS UNS DIE FOLGEN DES KLIMAWANDELS KOSTEN – ZUSAMMENFASSUNG
[7] EIKE 19.12.2019: Klimabericht 2019: Absolute Unkenntnis und/oder Falschinformation kennzeichnen unsere „Eliten“. Beispiel Hitzetote durch den „Klimawandel“ T2(2)
[8] EIKE, 19.07.2022: Wenn historisch belegte Fluten statistisch gar nicht vorgekommen sein können, wird es das Ergebnis einer Attributionsstudie sein
[9] EIKE, 28.11.2022: Attributionsstudien zeigen das Gegenteil von dem, was darüber verkündet wird
[10] EIKE 30.07.2021: Einschläge des Klimawandels oder eher eklatantes Staats- und Behördenversagen?
[11] Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: WAS UNS DIE FOLGEN DES KLIMAWANDELS KOSTEN – MERKBLATT #02
[12] ifo-Institut, 2019: Was uns die Energiewende wirklich kosten wird
[13] DIW Berlin: Die Erträge der Energiewende sind viel höher als die Kosten Dieser Text von Claudia Kemfert erschien am 19. Mai 2021 im Handelsblatt
[14] Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: WAS UNS DIE FOLGEN DES KLIMAWANDELS KOSTEN – MERKBLATT #06
[15] Frankfurter Allgemeine, 24.10.2019: MARODE INFRASTRUKTUR:Deutschland braucht 450 Milliarden Euro
[16] DIW, 22. November 2022: Infrastrukturrmängel: Marode Straßen bremsen Unternehmen aus

 




Zuverlässige vs. intermittierende Energie-Erzeugung: Eine Übersicht (Teil II)

Bill Schneider

„IVREs sind von Natur aus unzuverlässig. Man kann nicht verlangen, dass der Wind weht oder die Sonne scheint. Industrielle Windenergie und netzgebundene Solarenergie sind nicht billig, sondern teuer, doppelt vorhanden und parasitär“.

Bei den intermittierenden, variablen erneuerbaren Energiequellen (Intermittent variable renewable energy IVRE)) handelt es sich in erster Linie um Windturbinen und Solar-Photovoltaik-Paneele (Solar PV). Sie können aber auch Unterwasserturbinen („Gezeiten“) und Sonnenkollektoren („Spiegel“), groß angelegte Lithium-Ionen-Batteriespeicher („Batterien“) und in elektrischen Anlagen gespeicherte Brennstoffe (Wasser/Wasser, Öl, Kohle, Erdgas oder Kernenergie) umfassen, die bei Bedarf in Elektronen umgewandelt werden, da diese Brennstoffe zu geringeren Kosten als Elektronen gelagert werden können.

Abgesehen von geplanten Wartungsarbeiten (relativ selten) und ungeplanten Ausfällen (noch seltener) wurden die meisten Generatoren so konzipiert – und, was noch wichtiger ist, so kalkuliert –, dass sie in einem relativ stabilen Zustand arbeiten. Dieser konstante Zustand wird gemeinhin als Grundlaststrom bezeichnet. Wenn ein Grundlastkraftwerk die gesamte Elektrizität ausschöpft, die es erzeugen kann, arbeitet es in einem stabilen Zustand, was sowohl für seine Lebensdauer als auch für die Maximierung der Einnahmen im Vergleich zu den Kosten für die Aufrechterhaltung der hohen Leistung und die Gewinnung weiterer Anlagen zur Deckung der steigenden Nachfrage von Vorteil ist.

Zur Bewältigung von „Spitzen“ in der Stromnachfrage (aufgrund ungewöhnlich heißer oder kalter Tage oder zur Deckung der Kapazität bei einem ungeplanten Ausfall eines Generators oder des Stromnetzes) werden „Spitzenlast“-Generatoren mit variabler Leistung von den Netzbetreibern angefordert, um plötzliche Lastspitzen zu bewältigen. Spitzenlastgeneratoren sind in der Regel relativ billig in der Herstellung (da sie nicht sehr oft in Betrieb sind), aber teuer im Betrieb (da sie die Kapital-, Betriebs- und Wartungskosten in einem relativ kleinen Zeitfenster der Stromerzeugung amortisieren müssen). Da die Nachfrage stetig steigt, erhöht sich auch die finanzielle Rentabilität neuer Grundlastkraftwerke.

Natürlich gibt es hier noch viel mehr Details, aber dies ist die allgemeine Art und Weise, wie Stromangebot und -nachfrage gesteuert wurden – das heißt, bis die Regierungen begannen, IVREs vorzuschreiben und Anreize zu schaffen.

IVRE-Anreizmodell

Gegenwärtig genießen IVREs die folgenden Anreize und Aufträge von Gesetzgebern und Regulierungsbehörden:

Direkte Subventionen. Diese Subvention könnte ein direkter Geldzuschuss von einem Ministerium oder einer Behörde sein

Steuerliche Anreize. Hierbei handelt es sich um spezielle Steuererleichterungen (Gutschriften) oder -abzüge für bestimmte Arten von Stromerzeugungsanlagen

Darlehensbürgschaften. Eine Kreditbürgschaft nimmt dem Kreditgeber das Risiko ab, wenn ein Ministerium oder eine Behörde die Erfüllung der Kreditbedingungen garantiert, so dass es für Kreditgeber einfacher ist, Projekte zu finanzieren, die von solchen Gesetzen oder Vorschriften betroffen sind.

Mandate für die „Erstnutzung“. In der Regel verlangen die Regulierungsbehörden von den Netzbetreibern, dass sie den von den Begünstigten dieser Mandate verkauften Strom vor allen anderen Erzeugungsanlagen abnehmen. Erstverwendungsmandate gewährleisten, dass ein IVRE seinen Strom verkaufen kann, wenn er ihn erzeugen kann.

Festpreis-/Mindestpreis-Mandate. Diese manchmal auch als „vorgeschriebene Einspeisetarife“ bezeichneten Mandate können entweder direkt im Gesetz verankert (legislativ) oder von Regulierungsbehörden vorgeschrieben sein. In jedem Fall müssen die Begünstigten einen Mindestpreis für den von ihnen erzeugten Strom zahlen, unabhängig davon, ob dieser Preis der Marktnachfrage entspricht oder nicht.

Die Kombination dieser Subventionen und Mandate stellt sicher, dass IVREs Finanzierungen anziehen und ihre Kapazität „vor der Reihe“ monetarisieren – trotz ihrer inhärenten Unfähigkeit, ihren „Brennstoff“ zu speichern (da Sonnenlicht, Wind- und Gezeitenenergie nicht gespeichert werden können und das Parken von Elektronen in großen Batterien sehr kostspielig, ressourcenintensiv und zeitaufwändig ist).

Ohne diese Subventionen und Auflagen wären die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien hoch – und, was noch wichtiger ist, die Wahrscheinlichkeit, dass ein industrieller Großverbraucher oder ein Netzbetreiber sie zur Einspeisung in das Netz auffordert, wäre sehr gering (da erneuerbare Energien ihre Kapazität nicht vor dem Zeitpunkt der Erzeugung garantieren oder „disponieren“ können, da sie nicht kontrollieren können, was die Sonne, der Wind oder die Gezeitenkräfte tun wollen).

Aber mit diesen Subventionen und Mandaten sind die IVREs nicht nur in der Lage, auf den Zug aufzuspringen, sie können auch in dem Wissen arbeiten, dass, wenn sie nicht erzeugen können, es jemand anderes tut. Das bedeutet, dass die Grundlast die Nachfrage (den Absatz) verliert, ohne dafür bezahlt zu werden, dass sie in Bereitschaft steht, wenn die IVREs aufgrund von „Brennstoff“-Rückgängen, die auf das Geheiß von Mutter Natur zurückzuführen sind, nicht produzieren können. Dieses Problem wird im Folgenden näher erläutert.

ELEKTRONENMARKT, Historisches Modell

Stellen Sie sich vor, es gäbe einen Markt für Elektronen. Es gibt Erzeuger und Verbraucher. Da Elektronen sofort nach ihrer Entstehung verbraucht werden müssen (da sie nicht länger als ein paar Stunden in großen Mengen gelagert werden können), gibt es einen Marktregulator – nennen wir diese Person den Elektronenmarktmanager (EMM).

Der Markt umfasst große Elektronenverbraucher (wir nennen sie ECL), mittlere Elektronenverbraucher (ECM) und kleine Elektronenverbraucher (Haushalte und kleine Unternehmen, wir nennen sie ECH), sowie verschiedene Arten von Elektronenproduzenten (Eps)

Die Nachfrage wird in Fünf-Minuten-Schritten über den Tag verteilt gemessen, so dass der Markt über 288 „Slots“ pro Tag verfügt, in denen die Nachfrage nach Elektronen mit der Produktionskapazität abgeglichen werden muss.

Wenn der EMM mit der ECL verhandelt, ist es ein kurzes Gespräch: ECL benötigt XX Elektronen in Slot YY.

Da ECLs so groß sind, haben sie Verträge direkt mit EPs. Diese Verträge sind dem EMM bekannt und werden auf der Grundlage des bekannten Bedarfs in Zeitschlitze eingeplant.

Kleinere ECMs und alle ECHs sind nicht groß genug, um direkt mit einem EP einen Vertrag abzuschließen, daher kaufen sie bei Elektronenhändlern (ERs, einem Zwischenhändler, der auf der Grundlage der erwarteten Nachfrage Elektronen in großen Mengen kauft und sie an ECMs und ECHs verkauft).

EPs bauen Kapazitäten auf der Grundlage von Verträgen mit ECLs oder ERs auf. Es ist zu beachten, dass ERs eine gewisse Flexibilität in ihre Verträge mit EPs einbauen müssen, da ihre Verkaufsnachfrage an ECMs und ECHs schwanken kann.

Im Großen und Ganzen sieht der Markt wie folgt aus:

EP(x) to ECLs and ERs = 100% EPx capacity

EMM stellt sicher, dass EPx über genügend Elektronen verfügt, um sowohl große, vertraglich gebundene ECLs als auch den Rest des Marktes (ECMs und ECHs, verwaltet durch ERs) zu bedienen.

Wenn der Markt wächst, können neue große ECLs ihr eigenes EP für die neue Nachfrage bauen lassen (z. B. eine große Produktionsanlage). Wenn ECMs und ECHs wachsen, müssen die ERs in der Lage sein, das Wachstum zu antizipieren und in ihre Verträge mit EPs aufzunehmen – und das Wachstum schafft schließlich genug Nachfrage, um Investitionen in neue Eps zu rechtfertigen.

ECMs und ECHs, die nicht groß genug sind, um direkt mit einem EP einen Vertrag abzuschließen, zahlen einen Aufpreis, um ihre Anforderungen durch einen ER verwalten zu lassen. Im Gegenzug kann der ER seinen Kunden erhebliche Flexibilität bieten, allerdings zu einem Preis, der das Risiko steuert. Wenn der ER das Elektron nicht verkaufen kann, muss er trotzdem für das Elektron bezahlen, so dass der Wert des ungenutzten Elektrons verloren geht.

Schließlich können sich sowohl ECLs als auch ERs dafür entscheiden, direkt vom EMM zu kaufen, anstatt einen Vertrag abzuschließen. Dies wird als „Spotmarkt“ bezeichnet, und im Allgemeinen ist der Preis eine Funktion des Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage.

Das EMM muss den Markt ständig ausgleichen, um sicherzustellen, dass genügend Elektronen zur Deckung der Nachfrage erzeugt werden. Nachfragespitzen treten in der Regel auf, wenn der Gesamtbedarf der ER-Kunden plötzlich ansteigt (z. B. wenn aufgrund eines sehr heißen oder sehr kalten Tages mehr Elektronen benötigt werden).

Daher sieht das EMM eine „Spitzenelektronenproduktion“ vor, indem es Bereitschafts-Elektrizitätswerken (zur Erinnerung: „Peaker“) erlaubt, einen Preis für ihre Elektronen zu nennen, wenn sie in den Elektronennachfragemarkt eintreten müssen – denn wenn sie ihr Elektrizitätswerk nur ein paar Stunden pro Saison betreiben, müssen sie genug Geld verdienen, um den Bau und die Wartung des Elektrizitätswerks zu rechtfertigen.

Auf einem normalen Markt wäre eine „Spitzenelektronenproduktion“ ziemlich teuer – und die E-Werksbetreiber müssten diese erhöhte Nachfragespitze in ihren Verträgen berücksichtigen. Da sie aber so viele Elektronen kaufen, tun sie ihr Bestes, um die Elektronennachfrage im Laufe des Jahres vorherzusagen, und ihre Preismodelle berücksichtigen die Kosten für die in diesem Zeitraum erwarteten Mengen und Preise der „Spitzenelektronenproduktion“.

Unterscheiden wir nun die „Basis-Elektronenproduktion“ als EP-B und die „Spitzen-Elektronenproduktion“ als EP-P. In einem Zeitfenster mit Spitzenbedarf sieht der Markt wie folgt aus:

EP-B + EP-P = ECL + ER(Δ), wobei ER(Δ) ein vorübergehender Anstieg der Nachfrage ist.

Ein EP-B wird in der Regel so gebaut, dass die Einnahmen für eine bestimmte Menge erzeugter Elektronen maximiert werden. Seine „Stückkosten pro Elektron“ steigen deutlich an, wenn die Nachfrage sinkt. Umgekehrt ist ein EP-P oft billig in der Herstellung, aber teuer im Betrieb, da er nicht sehr oft benötigt wird.

So weit ist alles gut. Aber nehmen wir an, die Regierung beschließt, Geld und Vorschriften für eine andere Art von EP bereitzustellen, eine, deren „Brennstoff“ für ihre Elektronen „kostenlos>“ ist, aber nicht gespeichert oder kontrolliert werden kann. Nennen wir dies einen EP-IVR, oder einen intermittierend variablen erneuerbaren Elektronenproduzenten.

Ein EP-IVR kann vielleicht 100 Elektronen in einer Stunde herstellen, aber nur, wenn der „Brennstoff“ verfügbar ist. Wenn der „Brennstoff“ nicht verfügbar ist (weil die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht), kann ein EP-IVR keine Elektronen erzeugen.

Diese Einschränkung würde normalerweise bedeuten, dass sich das EMM nicht die Mühe machen würde, EP-IVRs einzuplanen, es sei denn, es könnte ein paar Zeitfenster im Voraus vorhersagen, und diese Planung würde in allerletzter Minute erfolgen – genau wie bei einem EP-P.

Das würde dazu führen, dass EP-IVR-Elektronen sehr teuer sein müssten, um das zu decken, was sie erzeugen können, und die Nachfrage des EMM nach EP-IVR-Elektronen würde nicht oft realisiert werden, da EP-Bs billiger arbeiten und das EMM daher alle EP-B-Elektronen zuerst nutzen würde.

Umgekehrt, wenn der „Treibstoff“ in großen Mengen verfügbar ist (aufgrund von viel Sonne und/oder Wind in einem bestimmten Zeitfenster), könnten die EP-IVR feststellen, dass es einfach nicht genug Käufer für ihre Elektronen gibt.

Daher ist es ziemlich wahrscheinlich, dass nur wenige, wenn überhaupt, EP-IVRs gebaut werden, da die Kosten für ihren Bau hoch sind und ihre Lieferfähigkeit oft durch die Unfähigkeit, ihren „Brennstoff“ zu speichern oder zu kontrollieren, eingeschränkt wird.

ELEKTRONENMARKT, IVRE Subventionen und Mandate

Eintritt der Regierung. Sie beschloss, dass mehr EPs EP-IVRs sein sollten, und unternahm daher eine Reihe von Maßnahmen, um den Eintritt von EP-IVRs in den Elektronenmarkt zu fördern:

●Subventionen: oft eine Kombination aus Bargeld, günstigen Krediten und Steuervergünstigungen

● Garantierte Nachfrage: EMMs sind verpflichtet, vor allen anderen EPs Elektronen von EP-IVRs zu kaufen, um sicherzustellen, dass EP-IVRs jedes Elektron verkaufen, das sie erzeugen können

● Garantierte Mindestpreise: EP-IVRs wird ein Mindestpreis für jedes Elektron, das sie verkaufen können, garantiert, was sich darauf auswirkt, wie viel ECLs oder ERs an EP-IVRs gegenüber anderen EPs zahlen müssen

Der Nettoeffekt dieser Markteingriffe ist, dass EP-IVRs nun ihre Elektronen vor allen anderen Verkäufern abladen können – und sogar ECLs werden entweder gedrängt (indirekt durch Regierungen, Aktionäre, Kreditgeber und/oder Regulierungsbehörden) oder suchen aktiv nach EP-IVRs gegenüber EP-Bs.

Der Markt ist also auf diese Weise neu geordnet:

EP-IVR + EP-B + EP-P (falls verlangt) = ECL + ER(Δ)

Wäre die von den EP-IVR bereitgestellte Kapazität konstant oder sogar vorhersehbar, wäre dies nicht so sehr ein logistisches Problem, sondern lediglich eine Frage der Preisintervention.

ABER:

Die EP-IVR-Verkaufskapazität kann nicht länger als sechs Zeitfenster ab dem aktuellen Zeitfenster vorhergesagt werden. Diese Variabilität macht die Arbeit des EMM schwierig.

EP-Bs müssen hinter den Kulissen betrieben werden, in einem „Bereitschafts“-Zustand gehalten werden, aber keine tatsächlichen Einnahmen aus dem Verkauf von Elektronen erzielen. Dieser Zustand wird als „Spinning Reserve“ bezeichnet und bedeutet, dass die EP-Bs Brennstoff verbrennen und Betriebskosten für den Betrieb ihrer Anlagen zahlen, falls die EP-IVRs nicht in der Lage sein sollten, ihre prognostizierte Kapazität zu liefern – oder wenn die erwartete Nachfrage die von den EP-IVRs prognostizierte Kapazität in einem Zeitfenster übersteigt (z. B. weil der Wind nicht weht und die Nachfrage nach Elektronen an einem heißen Tag hoch ist).

Umgekehrt muss das EMM aufgrund von „Erstbezugsverpflichtungen“, wenn die Kapazität des EP-IVR tatsächlich höher ist als vorhergesagt (weil es mehr Wind oder Sonne gibt als vorhergesagt), von den ECLs und ERs verlangen, dass sie zuerst vom EP-IVR kaufen, wenn sie direkt vom EMM kaufen.

Dies zwingt die EP-Bs dazu, in einem Zustand der „Spinning Reserve“ zu arbeiten, in dem sie keine Einnahmen erzielen.

Umgekehrt müssen die EP-IVRs, sollten sie nicht die vorhergesagte Menge an Elektronen liefern, darauf vorbereitet sein, die Lücke zu füllen.

Selbst bei garantierten Mindestpreisen durch die Regulierungsbehörden sind die kurzfristigen Grenzkosten für das Erzeugen eines Elektrons aus „kostenlosem“ Brennstoff ziemlich billig, so dass die EP-IVR-Lobbyisten allen vorschwärmen, wie billig sie sind.

In der Zwischenzeit tragen die EP-Bs das Risiko, dass die EP-IVR nicht geliefert werden, und die EP-IVRs können sich finanzieren und Geld verdienen, weil das Risiko auf die EP-Bs übertragen wurde.

Diese ungedeckte Risikoübertragung macht es unwahrscheinlicher, dass Investoren weitere EP-Bs finanzieren (da dank staatlicher Subventionen und Mandate die „sichere“ Investition nun EP-IVRs sind), und es ist wahrscheinlicher, dass die derzeitigen EP-B-Betreiber ihren Betrieb einschränken oder ganz aufgeben. Dies wiederum wird dazu führen, dass EP-Ps, deren Betrieb teuer ist, wie Unkraut aus dem Boden schießen und die Preise für die Verbraucher erhöhen.

Speicherung

Denken Sie daran, dass Elektronen – von sehr wenigen (und sehr teuren) Ausnahmen abgesehen – nicht gespeichert werden können. Sobald sie erzeugt sind, müssen sie verbraucht werden.

Die Regierung hat sich entschieden, in Systeme zu „investieren“, die versuchen, erzeugte Elektronen zu speichern (über Batteriespeicher) und „freien“ Kraftstoff in gespeicherten Kraftstoff umzuwandeln (über Pumpspeicherwerke).

Beide Systeme sind sehr teuer und ziehen daher Subventionen und Erstnutzungsrechte nach sich. Sie halten EP-B-Anlagen davon ab, gebaut zu werden oder in Betrieb zu gehen. Hinzu kommt, dass die Versicherung, die beide Speichermethoden bieten, in der Regel zwischen sieben und zwölf Stunden hält. Darüber hinaus müssen die meisten von ihnen wieder aufgeladen werden, was dem Markt Kapazitäten entzieht, anstatt zu ihm beizutragen.

Schlussfolgerung

Die Strommärkte sind ziemlich kompliziert, wenn man sich mit den Einzelheiten befasst. Der Zweck dieses Artikels war es nicht, auf diese Ebene hinabzusteigen, sondern vielmehr einen Überblick über das Thema für einen Laien zu geben, der normalerweise nicht liest, diskutiert oder darüber nachdenkt, wie Strommärkte funktionieren.

Die Befürworter von IVRE haben und werden auch weiterhin die Schlussfolgerung widerlegen, dass ihre Energietechnologie mangelhaft ist und nur aufgrund des Netzes staatlicher Subventionen und Auflagen überlebt. Denken Sie daran, dass ohne diese Vorgaben (zu denen auch die Finanzierung beliebter Speichersysteme gehört, wie z. B. die Installation und der Betrieb von extrem teuren Batteriespeichern, deren Kapazität bei Volllast etwa 7-8 Stunden reicht, oder der Bau von Pumpspeicherkraftwerken, die auf vorhandenen großen Löchern im Boden von ausgegrabenen Minenstandorten oder „Hohlräumen“ beruhen, wobei das Wasser von einem Hohlraum zum anderen transportiert wird, um Spitzenstrom zu erzeugen, und dann über die IVRE-Erzeugung zurücktransportiert wird) IVREs von Natur aus unzuverlässig sind.

Man kann nicht verlangen, dass der Wind weht oder die Sonne scheint. Industrielle Windenergie und netzgebundene Solarenergie sind nicht billig, sondern teuer, doppelt vorhanden und parasitär.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/03/04/reliable-vs-intermittent-generation-a-primer-part-ii/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die falschen Versprechungen von Elektroautos

Andrew Stuttaford

„Je mehr der Staat ‚plant’“, schrieb Hayek, „desto schwieriger wird die Planung für den Einzelnen“. Das mag dem Fahrer eines Elektrofahrzeugs (EV) bekannt vorkommen, der mitten im Nirgendwo an einer Ladestation hält und feststellt, dass sie kaputt ist.

Im Januar letzten Jahres bezeichnete Carlos Tavares, der Vorstandsvorsitzende von Stellantis, dem fünftgrößten Automobilhersteller der Welt (der aus der Fusion von Fiat Chrysler und Peugeot hervorgegangen ist), die Elektrifizierung als „eine von Politikern gewählte Technologie“ und sagte, sie sei dem Automobilsektor „aufgezwungen“ worden. Im Gegensatz dazu war der Siegeszug des Verbrennungsmotors (Internal Combustion Engine ICE) vor über einem Jahrhundert organisch. Menschlicher Erfindungsreichtum und die Macht der Märkte führten zu einem Produkt, das fast alles andere von der Straße verdrängte. Elektroautos (die um 1900 ihren ersten Auftritt hatten) wurden nicht verboten, ebenso wenig wie das Pferd. Auf die pferdelosen ICE-Kutschen für die Astors folgten bald das Model T und seine Verwandten. Das Zeitalter des Automobils war nun wirklich angebrochen.

Der sprunghafte Anstieg der Nachfrage nach E-Fahrzeugen (wenn auch von einem niedrigen Niveau aus) in Europa und den USA könnte als Beweis dafür gesehen werden, dass die E-Fahrzeug-Technologie mit Hilfe von Steuergeldern und staatlichen Anreizen florieren kann, ohne dass der Staat eingreift, um seine bösen Konkurrenten auszuschalten oder zu behindern. Doch einige politische Entscheidungsträger, die sich mit der von ihnen behaupteten (und von einigen vielleicht sogar geglaubten) „Klimakrise“ konfrontiert sehen, konnten offensichtlich nicht davon überzeugt werden, dass E-Fahrzeuge trotz all ihrer lautstark angepriesenen Wunder die konventionellen Autos überflügeln sollten. Es bleibt also der Zwang und damit die Möglichkeit, einen großen Teil des täglichen Lebens so umzugestalten, dass es den Standards derer entspricht, die es am besten wissen. Die Umstellung auf Elektroautos wird letztlich dazu führen, dass die Rolle des Autos schrumpft, einer Maschine, die lange Zeit von einem bestimmten Typus von Autoritären wegen der Unordnung, die sie verursacht, wegen des Platzbedarfs und wegen der Autonomie, die sie bietet, verachtet wurde.

Ab 2035 werden in Europa und – nach Kalifornien – auch in Teilen der Vereinigten Staaten Verkaufsverbote für neue Verbrennungsfahrzeuge in Kraft treten [?]. Das europäische Verbot gilt auch für Hybridfahrzeuge, die einen der besseren und weniger störenden Wege zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen (THG) darstellen. Doch wie viele der religiösen Kulte, denen er ähnelt, ist auch der Klima-Fundamentalismus durch ein ständiges Streben nach Reinheit gekennzeichnet. Der vom Benzin belastete Hybrid musste verschwinden. Japan schlägt einen anderen Weg ein. Seine Hybride haben sich gut bewährt, und ihre Hersteller argumentieren, dass ihre Technologie mehr zu bieten hat. Wie zum Beispiel der Vorsitzende des größten indischen Automobilherstellers sind die Japaner skeptisch, dass es nur einen Weg in eine klimafreundlichere automobile Zukunft gibt. Toyota beispielsweise verkauft ein Auto mit Wasserstoff-Brennstoffzelle (BMW hat ebenfalls mit der Produktion eines SUVs mit Wasserstoff-Brennstoffzelle in kleinem Maßstab begonnen). Fahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzelle haben keine Treibhausgas-Emissionen und wären sowohl in Europa als auch in Kalifornien zugelassen. Durch die massiven Investitionen in Elektrofahrzeuge wird jedoch in Europa und den USA relativ wenig für Wasserstoff übrig bleiben.

In der Zwischenzeit hat die Hinwendung des Westens zu E-Fahrzeugen den chinesischen Autoherstellern die Möglichkeit gegeben, in Märkte einzudringen, in denen sie bisher nicht erfolgreich waren. Elektroautos, die im Wesentlichen aus einer Batterie und einem Computer in einer vierrädrigen Kiste bestehen, sind relativ einfach herzustellen. Sie haben einen Großteil des Vorsprungs beseitigt, den der Verbrennungsmotor den alteingesessenen westlichen Herstellern verschafft hatte. …

Lesen Sie den Rest hier.

Link: https://cornwallalliance.org/2023/02/the-false-promise-of-electric-cars/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die schamlose Erpressung durch die Windindustrie ist eine große Chance für den Kanzler

Presseerklärung des GWPF

Die Regierung sollte die plumpe Erpressung der Windindustrie zurückweisen und Verträge annullieren, die offenbar auf der Grundlage falscher Zusicherungen zustande gekommen sind.

London, 3. März – Jetzt werden weitere Details über den Versuch der Offshore-Windindustrie bekannt, zusätzliche Unterstützung für noch nicht gebaute Projekte zu erhalten, über die zuerst die Financial Times berichtete und die Gegenstand einer Erklärung von Net Zero Watch sind („Forderungen nach mehr Subventionen entlarven die Illusion sinkender Kosten der Windenergie“).

Die Times berichtet nun, dass der dänische staatlich kontrollierte Windkraftriese Ørsted damit droht, den mit 8 Milliarden Pfund weltweit größten Windpark Hornsea Three abzubrechen, wenn er nicht mehr Unterstützung von der britischen Regierung in Form von „erhöhten Kapitalzuschüssen“ erhält.

Hornsea Three gehörte zu den fünf Projekten, die im Rahmen der von der britischen Regierung für 2022 ausgeschriebenen Contracts for Difference sehr niedrige Preise geboten haben. Ørsted behauptet, dass es nicht allein ist und dass alle diese Projekte nun „in Gefahr“ sind.

Begründet wird diese Drohung damit, dass das Unternehmen mit „sehr außergewöhnlichen Umständen“ konfrontiert sei, die seine Kosten in die Höhe getrieben hätten.

Da die Verträge jedoch ohnehin an die Inflation gekoppelt sind und die Weltmarktpreise für Stahl seit der Einreichung des CfD-Angebots von Ørsted für Hornsea 3 sogar gesunken sind, kann Net Zero Watch diese Erklärung nicht akzeptieren.

Im Gegenteil, wir verweisen erneut auf Analysen, die wir und andere im Laufe der Jahre veröffentlicht haben und die anhand von geprüften Jahresabschlüssen zeigen, dass die Investitions- und Betriebskosten für Windkraftanlagen nicht wesentlich gesunken sind und dass die CfD-Angebote nie realistisch waren.

Wir sagten voraus, dass sich diese Unternehmen schließlich wieder an die Regierung wenden und noch mehr Unterstützung fordern würden. Damals wurden wir für diese Arbeit heftig kritisiert, und ein prominenter Energie-Reporter erklärte, es sei bizarr zu glauben, dass die Windkraftunternehmen „auf die Drohung mit der Pleite setzen“, um die Regierung zu weiteren Subventionen zu erpressen. Doch genau diese Situation zeichnet sich jetzt ab.

Ein Sprecher der Regierung wurde mit den Worten zitiert, dass der „inflationsgebundene Vertrag von Hornsea Three bereits großzügig“ sei, dass man aber „offen dafür sei, die Bedenken der Branche anzuhören“.

Der Kanzler mag zuhören, aber er sollte die plumpe Erpressung durch die Industrie zurückweisen und sie als einmalige Gelegenheit nutzen, um Verträge zu kündigen, die offenbar auf der Grundlage falscher Zusicherungen abgeschlossen wurden.

Dr. John Constable, Energiedirektor von Net Zero Watch, sagte:

Von 2002 bis 2022 hat die Offshore-Windindustrie im Vereinigten Königreich etwa 20 Milliarden Pfund an Subventionen erhalten, die auf die Rechnungen der Verbraucher aufgeschlagen werden und größtenteils im Rahmen der Renewables Obligation erfolgen. Falls die Offshore-Windkraft noch nicht zu einer echten Kostensenkung führt, ist es unwahrscheinlich, dass dies jemals der Fall sein wird. Der Schatzkanzler sollte sich für die Verbraucher und Steuerzahler einsetzen und sagen, dass es jetzt reicht!

Link: https://www.netzerowatch.com/the-shameless-blackmail-by-the-wind-industry-is-a-golden-opportunity-for-the-chancellor/
Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Sollten wir der „Klimawissenschaft“ der UN trauen?

Donna Laframboise

Im letzten Sommer hat die National Association of Evangelicals, eine Organisation, die hauptsächlich in Amerika, aber auch in meinem Land Kanada vertreten ist, einen Bericht veröffentlicht, in dem sie Christen auffordert, sich intensiv mit dem Klimawandel zu befassen. Der Bericht mit dem Titel Loving the Least of These stützt sich auf die Arbeit einer Einrichtung der Vereinten Nationen (UN), um seine Argumente vorzubringen.

Nachdem ich zwei Bücher über dieses Gremium – den IPCC – geschrieben habe, musste ich leider feststellen, dass Loving the Least of These ein alarmierendes Maß an Naivität aufweist.

Beginnen wir mit der UNO selbst. Was auch immer sie sonst sein mag, sie ist eine riesige Bürokratie. Bürokratien sind mit Karrieristen besetzt, die von einer Aufgabe zur nächsten hüpfen und die realen Konsequenzen ihrer Entscheidungen weit hinter sich lassen. Es ist wichtig zu verstehen, dass das UN-Personal eine permanente „Komm-aus-dem-Gefängnis-frei“-Karte* in der Hosentasche trägt. Sie heißt diplomatische Immunität und bedeutet, dass sie für ihre Handlungen niemals rechtlich zur Verantwortung gezogen werden können.

[*Diese Karte ist Teil des bekannten Gesellschaftsspiels „Monopoly“. A. d. Übers.]

Im Jahr 2010 schleppten UN-Friedenstruppen versehentlich die Cholera in das vom Erdbeben heimgesuchte Haiti ein. Zu dem Trauma einer schrecklichen Naturkatastrophe kam eine schreckliche Krankheit hinzu. Schätzungsweise 10 000 Haitianer verloren ihr Leben durch die Cholera. Familien mussten unermessliches Leid ertragen.

Die UNO hat jahrelang geleugnet, gemauert und das von ihr angerichtete Leid vertuscht. In einem beschönigenden Bericht wurden die Haitianer beschuldigt, nicht aber die Friedenstruppen (die nach einem Cholera-Ausbruch in Nepal nach Haiti entsandt worden waren). Bevor sie das Offensichtliche zugaben, versuchten UN-Experten mit aller Macht, die Cholera auf den Klimawandel zu schieben. Klagen liefen aufgrund der oben erwähnten rechtlichen Immunität ins Leere.

Falls ich an einem College einen Kurs über die UNO unterrichten würde, würde ich von meinen Studenten verlangen, dass sie zunächst zwei Bücher lesen. The Big Truck That Went By: How the World Came to Save Haiti and Left Behind a Disaster (Wie die Welt kam, um Haiti zu retten, und eine Katastrophe hinterließ) wurde von Jonathan Katz geschrieben, einem Journalisten, der dort stationiert war, als das Erdbeben stattfand. Und: Deadly River: Cholera and Cover-up in Post-Earthquake Haiti (Tödlicher Fluss: Cholera und Vertuschung in Haiti nach dem Erdbeben“) erzählt die Geschichte eines französischen Arztes, der zu einer Untersuchung gerufen wird. Das Buch von Ralph Frerichs zeigt, dass die UNO eine moralische Prüfung nach der anderen nicht bestanden hat. Die meisten von uns haben die UNO noch nie in Aktion erlebt. Diese beiden Bücher bieten einen Sitzplatz in der ersten Reihe. Es ist kein schönes Bild.

Organisationen, denen es an der Pflicht fehlt, Rechenschaft abzulegen, sind gefährlich. Die UNO ist eine solche Organisation. Nichts, was sie sagt, sollte daher für bare Münze genommen werden.

Wenden wir uns nun dem UN-Klimagremium, dem IPCC, zu.

In Loving the Least of These heißt es, dass die Wissenschaftler, die die IPCC-Berichte verfassen, unbezahlte Freiwillige sind, die „keine Tantiemen für die Endprodukte erhalten“, und dass sie daher weniger wahrscheinlich voreingenommen sind. Das ist eine schöne Theorie. Leider ist die Realität etwas komplizierter.

Bevor ich mich mit der Institution selbst befasse, möchte ich auf die Schlussfolgerung eingehen, dass die Wissenschaftler, die die Berichte erstellen, unparteiisch sind, weil sie unbezahlt sind.

Geld ist nicht das Einzige, was von Wert ist. Als Hauptautor, koordinierender Hauptautor oder Mitwirkender an einem IPCC-Bericht wird der Ruf eines Akademikers gestärkt, was dazu beiträgt, dass er oder sie Lehr- und Forschungsstellen, eine Festanstellung, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und viele andere Vorteile von enormem finanziellen Wert erhält. Diese Dinge sind weit mehr wert als jede finanzielle Vergütung, die ein Mitwirkender erhalten könnte.

Nun zu der Institution selbst.

Der IPCC ist, wie sein Name verrät, eine zwischenstaatliche Einrichtung – eine Ansammlung von Regierungsvertretern, deren Aktivitäten von UN-Mitarbeitern geleitet und orchestriert werden. Wissenschaftler haben im IPCC nie das Sagen gehabt. Nachdem sie mit der Arbeit an einem bestimmten Kapitel beauftragt wurden, wird ihnen gesagt, worüber sie schreiben sollen und wie viele Wörter sie verwenden dürfen. Die Themen der Berichte werden von der IPCC-Leitung Jahre im Voraus in Absprache mit den Regierungen festgelegt. Wenn die Regierung von Land X möchte, dass das Thema Y behandelt wird, sind die Wissenschaftler verpflichtet, dies zu tun, selbst wenn es kaum bis gar keine verlässlichen Forschungsergebnisse gibt. Die Wissenschaftler haben so wenig Spielraum, dass eine Gruppe 2013 darauf hingewiesen wurde, dass sie das Wort „Systeme“ im Titel ihres Kapitels nicht in „Ökosysteme“ ändern könne, ohne zuvor die Zustimmung mehrerer Ebenen der IPCC-Bürokratie einzuholen. Mit anderen Worten: Die IPCC-Wissenschaftler sind nur Rädchen im Getriebe der Bürokratie. Selbst wenn jeder einzelne von ihnen zu 100 % frei von Voreingenommenheit wäre, ist die Maschine selbst das Problem.

Die großen IPCC-Berichte sind in der Regel Tausende von Seiten lang. Da nur wenige Menschen sie jemals vollständig lesen werden, werden am Ende des Prozesses der Berichtserstellung Zusammenfassungen erstellt – eine für jeden der drei Abschnitte. Jede Zusammenfassung umfasst ein paar Dutzend Seiten und wird von einer Teilmenge der beteiligten Wissenschaftler verfasst. Diese werden nicht willkürlich ausgewählt, sondern von den zuständigen Stellen handverlesen. Selbst dann sind die von ihnen erstellten Zusammenfassungen deutlich als „Entwürfe“ gekennzeichnet.

Wie wird ein Entwurf zu einem endgültigen Dokument? Indem er durchs Feuer geht. Die endgültige Fassung ist das, was am anderen Ende einer massiven, einwöchigen IPCC-Sitzung herauskommt, an der Vertreter aller Regierungen teilnehmen, die daran interessiert sind. Bei diesem Treffen sind die Wissenschaftler gegenüber den Politikern, Diplomaten und Bürokraten in der Minderheit. Absatz für Absatz wird der Entwurf der Zusammenfassung geprüft. Es wird darum gerungen. Eine Regierung möchte drei Wörter streichen. Eine andere Regierung möchte zwei Sätze einfügen. Erst wenn alle Anwesenden zustimmen, wird mit dem nächsten Absatz fortgefahren.

Diese Sitzungen finden hinter verschlossenen Türen statt. Aktivisten von Organisationen wie Greenpeace und dem World Wildlife Fund (WWF) dürfen daran teilnehmen, Journalisten und Mitglieder der Öffentlichkeit jedoch nicht. Die Verfasser von Loving the Least of These glauben allen Ernstes, dass das IPCC moralisch aufrecht und vertrauenswürdig ist. Falls dem aber so ist, warum dann die Geheimhaltung? Warum die Sicherheitskräfte vor der Tür? Was sollen die Journalisten nicht sehen? Was soll die Öffentlichkeit nicht wissen?

Wie ein Uhrwerk verkündet am Ende der Woche ein UN-Sprecher auf einer Pressekonferenz: „Die Wissenschaft hat gesprochen!“ Falls die Wissenschaft wirklich das Sagen hätte, würden die Wissenschaftler ihren Bericht fertigstellen und ihn umgehend veröffentlichen. Sie würden eine Zusammenfassung verfassen, und auch diese würde umgehend veröffentlicht werden – ohne Treffen, ohne Gerangel mit Politikern, Diplomaten und Bürokraten.

Im IPCC-Universum wird die endgültige Fassung der Zusammenfassung vor dem ausführlichen Bericht veröffentlicht. Warum? Weil es, so erstaunlich es auch klingen mag, beim IPCC gängige Praxis ist, Dinge zu überarbeiten, um sicherzustellen, dass der ursprüngliche Bericht mit der politisch ausgehandelten Zusammenfassung übereinstimmt. Im Jahr 2013 mussten neun von 14 Kapiteln eines Abschnitts des Berichts überarbeitet werden, wobei mehr als 20 Änderungen an einem einzigen Kapitel vorgenommen wurden. Sie haben richtig gelesen. Der Bericht wird geändert. Denn anders als anderswo ist die Zusammenfassung das einzige Dokument, das für alle gilt.

Die Journalisten haben eine miserable Arbeit geleistet, um zu erklären, wie der IPCC tatsächlich arbeitet. Es ist verständlich, dass der Durchschnittsbürger keine Ahnung hat, was wirklich vor sich geht. Als jemand, der die Welt des Klimas seit mehr als einem Jahrzehnt beobachtet, muss ich leider sagen, dass der IPCC unser Vertrauen nicht verdient hat. Die naive Umarmung dieser Organisation durch die National Association of Evangelicals ist daher nicht gerechtfertigt.

Diese kurze Kritik am IPCC ist nur die Spitze des Eisbergs. Die vollständige Geschichte erscheint in meinen Büchern The Delinquent Teenager Who Was Mistaken for the World’s Top Climate Expert (2011) und Into the Dustbin: Rajendra Pachauri, the Climate Report & the Nobel Peace Prize (2013), meine Rede vor der World Federation of Scientists zum Thema 3 Things Scientists Need to Know About the IPCC (2013), und eine dreiteilige Artikelserie auf meiner Website (2013).

This piece originally appeared at WND.com and has been republished here with permission.

Canadian journalist Donna Laframboise is the author of the IPCC exposé,The Delinquent Teenager Who Was Mistaken for the World’s Top Climate Expert, and recently discussed the shortcomings of the IPCC on Tom Nelson’s popular podcast here. She wrote this article for the Cornwall Alliance for the Stewardship of Creation.

Link: https://cornwallalliance.org/2023/02/should-we-trust-the-uns-climate-science/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE