Ich werde mir unmittelbar vor dem Verbot im Jahre 2030 noch ein neues Benzin-Auto kaufen

Matt Ridley

Der Ansturm auf Elektrofahrzeuge droht unsere Autoindustrie zu zerstören, uns an China zu ketten und unsere Steuern zu erhöhen, um die globalen Emissionen um nur 0,044 % zu senken. Deshalb werde ich mir kurz vor dem Verbot 2030 einen brandneuen Benziner kaufenDaily Mail, 8. Juli 2023

Großbritanniens Umstellung auf Elektrofahrzeuge und das Verbot des Verkaufs von Benzinautos ab 2030 sind ein Autounfall in Zeitlupe. Die Technologie ist noch nicht ausgereift, die Kosten werden immens sein, die Logistik ist schwierig, die Abhängigkeit von China ist besorgniserregend und die Gegenreaktion der Öffentlichkeit wird wahrscheinlich heftig ausfallen.

Das Schlimmste aber ist, dass die Vorteile bestenfalls lächerlich sind und möglicherweise gar nicht existieren.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Es ist möglich, dass wir alle britischen Autos und Kleintransporter durch Elektrofahrzeuge ersetzen könnten und trotzdem feststellen, dass die Kohlendioxid-Emissionen höher und nicht niedriger sind. Kosten-Nutzen-Verhältnis – war da was?

Betrachten wir jedoch zunächst die politischen Aspekte. Die meisten Elektroauto-Batterien werden in China hergestellt, und der Einfluss des Landes auf den Markt wächst dank enormer Investitionen in Lithium und andere Mineralien, niedriger Lohnkosten sowie billiger Stromversorgung zumeist mit Kohlestrom. Das chinesische Unternehmen BYD hat Tesla im letzten Jahr als größter Hersteller von Elektrofahrzeugen überholt und gerade in einer wahrhaft unheilvollen Entwicklung mit Tesla vereinbart, gemeinsam „sozialistische Grundwerte“ zu fördern, während es den Markt beherrscht und offenbar die Preise festlegt.

Wenn wir den Verkehr in kurzer Zeit auf Elektroantrieb umstellen wollen, müssen wir zwangsläufig chinesische Produkte kaufen. Wollen wir uns wirklich dazu zwingen, noch abhängiger von einem totalitären Regime zu werden, das die Freiheit in Hongkong unterdrückt, Völkermord an den Uiguren begeht, Taiwan mit Krieg droht und sich weigert, transparent zu machen, wie eine Pandemie in der Nähe seines führenden Viruslabors ausgebrochen ist?

Um uns in den nächsten sieben Jahren von China zu lösen, bräuchten wir die 100-fache Batteriekapazität im Vergleich zu heute, was weder bezahlbar noch machbar ist. Um Batteriehersteller nach UK zu locken, muss die Regierung trotz unserer himmelhohen Energiepreise (verursacht durch die massiven Investitionen in die Windenergie und die Weigerung, Schiefergas zu erschließen) den Batterie- und Autoherstellern Unmengen von Steuergeldern zuwerfen.

Britishvolt scheiterte beim Bau seiner „Gigafactory“ in Blyth an den fehlenden Subventionen der Steuerzahler.

Lord (Zac) Goldsmith glaubt, dass wir im Wettlauf um die Subventionierung „grüner“ Energie ins Hintertreffen geraten sind. Doch Subventionen machen Industrien selten wettbewerbsfähig. Wenn Amerika und die Europäische Union ein Vermögen ausgeben wollen, um mit den Chinesen gleichzuziehen – und wahrscheinlich scheitern – warum sollten wir dann mitmachen?

Erwarten Sie aber nicht, dass die Bosse der Industrie Ihnen die Wahrheit über die Unmöglichkeit dieser Umstellung sagen werden. Riesige Subventionen aus Steuergeldern, um die Verbraucher zu einem Produktwechsel zu zwingen, sind genau das, was sie lieben, ob der Plan nun sinnvoll ist oder nicht.

Um Gullivers Reisen zu paraphrasieren: Wenn Sie Rolls-Royce oder Tata bitten würden, einen Plan zu entwickeln, um Sonnenstrahlen aus Gurken zu machen, würden sie sich einen Spaß daraus machen – und Ihnen erst dann sagen, dass es unmöglich ist, nachdem sie ein paar Milliarden Pfund von Ihrem Geld ausgegeben haben.

Das wirft die Frage auf: Warum tun wir das schon wieder? Wir zerstören absichtlich eine profitable britische Autoindustrie mit minimalem Nutzen, um ein paar vornehme Aktivisten und Kapitalisten zufrieden zu stellen.

Es gibt keine Anzeichen dafür, dass normale Menschen diesen Übergang fordern. Elektroautos kosten immer noch fast doppelt so viel wie ihre benzinbetriebenen Pendants.

So wie die Hersteller Subventionen vom Steuerzahler benötigen, um Elektroautos anzubieten, brauchen die Verbraucher Subventionen, um sie zu kaufen. Eine Industrie, die an beiden Enden der Kette von der Unterstützung durch den Steuerzahler abhängig ist, ist nicht nachhaltig.

Auch die britische Strom-Infrastruktur kann nicht einfach oder schnell angepasst werden, um die zusätzliche Nachfrage zu bewältigen, die der Übergang mit sich bringt – ohne weitere Subventionen.

Allein um den zusätzlichen Strom für eine vollelektrische Flotte zu liefern, müsste die Zahl der Windparks fast verdoppelt werden (plus die notwendige, mit Gas betriebene Reserve), oder es müsste eine gleichwertige neue Versorgung aus der Kernkraft erfolgen, einer Technologie, deren Aufbau Jahrzehnte dauert.

Und dann ist da noch die Frage der praktischen Verteilung dieser Energie. In unserem derzeitigen Stromnetz haben die Menschen Schwierigkeiten, Schnellladegeräte zu Hause zu installieren, weil die Kapazität der Leitungen und Transformatoren nicht ausreicht. Das wird sich nur noch verschlimmern, wenn diese Kapazität durch die Nachfrage von Wärmepumpen in Anspruch genommen wird.

Wenn die Regierung also nicht noch mehr Geld für die Aufrüstung des Netzes bereitstellt, werden wir nach 2030 mit fünfstündigen Ladezeiten konfrontiert sein, verglichen mit fünfminütigen Tankvorgängen bei Benzin oder Diesel heute.

Wie Andrew Montford von Net Zero Watch argumentiert, ist eine Aufrüstung des Verteilernetzes innerhalb dieses Zeitrahmens unmöglich, so dass die Erreichung des Ziels bedeuten wird, dass viele Menschen gezwungen sein werden, ganz auf ein Auto zu verzichten.

Dies sind praktische Gründe, warum der Übergang nicht stattfinden kann und wird. Aber würde es überhaupt etwas bringen, wenn es so wäre? Lassen Sie uns eine einfache Rechnung aufstellen. Nehmen wir an, UK schafft es, in den 2030er Jahren alle Autos und Lieferwagen auf Elektroantrieb umzustellen und dabei Benzin- und Dieselfahrzeuge zu verbieten. Autos und Kleintransporter verursachen etwa 70 Prozent der Verkehrsemissionen und der Verkehr macht 25 Prozent aller Emissionen aus.

Bei einer optimistischen Schätzung der Emissionseinsparungen von Elektroautos gegenüber Benzin- oder Dieselfahrzeugen von 25 % pro Fahrzeug und einem UK-Anteil an den weltweiten Emissionen von 1 % bedeutet dies, dass wir die globalen Kohlendioxidemissionen um – Moment – [0,7 x 0,25 x 0,25 x 0,01 = 0,0004375 oder] 0,044 % reduziert haben.

Weniger als die Hälfte eines Zehntels eines Prozents. Sie würden wahrscheinlich mehr Einfluss auf das Klima haben, wenn Sie einmal pro Woche ein paar Eiswürfel in die Themse werfen würden.

Und das ist das Beste, was wir uns erhoffen können. In Wirklichkeit wird die Wirkung noch geringer sein. Die Vorstellung, dass der Umstieg von Benzin auf Elektroautos 25 Prozent der Emissionen einspart, ist, wie gesagt, optimistisch, vielleicht sogar sehr optimistisch. In Wirklichkeit könnte die Zahl sogar negativ sein.

Das ist der Grund. Erstens sind für die Herstellung eines Elektroautos in vielen Mineralien erzeugenden Industrien wesentlich mehr Kohlendioxid-Emissionen erforderlich als für ein Benzinauto. Dies gilt insbesondere für die Batterie.

Mark Mills, ein Energieexperte des Manhattan Institute, erklärte kürzlich in einem Artikel: Um die in einem Pfund Rohöl [aus dem Benzin und Diesel hergestellt werden] gespeicherte Energie zu erreichen, sind 15 Pfund Lithiumbatterie erforderlich, was bedeutet, dass etwa 7.000 Pfund Gestein und Erde ausgegraben werden müssen, um die benötigten Mineralien zu gewinnen – Lithium, Graphit, Kupfer, Nickel, Aluminium, Zink, Neodym, Mangan usw.

Die Herstellung einer typischen Halbtonnen-EV-Batterie erfordert also den Abbau und die Verarbeitung von etwa 250 Tonnen Material.

Das erfordert eine Menge Diesel und Strom.

Es gibt also einen enormen Nachteil bei den Emissionen, bevor ein Elektroauto überhaupt auf die Straße kommt. Gautam Kalghatgi, Professor für Ingenieurwissenschaften an der Universität Oxford hat berechnet, dass ein Elektroauto mit einer 60-kWh-Batterie mit einem Defizit von 7,5 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten startet, bevor es auch nur einen einzigen Kilometer gefahren ist.

Selbst wenn ein Elektrofahrzeug läuft, ist es nicht „emissionsfrei“, denn das britische Stromnetz wird mit Gas (das Kohlendioxid ausstößt) und Windturbinen (für deren Herstellung viel Kohle benötigt wird und die alle 20 bis 30 Jahre ersetzt werden müssen) betrieben. Auch die Kernkraft hat einen Kohlendioxid-Fußabdruck (all der Beton und Stahl), auch wenn er bei weitem am kleinsten ist.

Wenn man all das berücksichtigt, kann man ausrechnen, wie viele Kilometer ein Elektroauto fahren muss, bis es bei den Emissionen mit einem Benzinauto gleichgezogen hat.

Viele Schätzungen dieser Zahl sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind, weil sie absurd unrealistische Annahmen über die Größe der benötigten Batterie, das Ausmaß der Vorab-Emissionen und andere Faktoren machen.

Aber einige sind ein bisschen besser. Volkswagen verglich einen Diesel-Golf mit einem Elektro-Golf und schätzte, dass das Elektroauto 80.000 Meilen gefahren werden muss, bevor seine Emissionen in einem typischen europäischen Land niedriger sind als die eines Dieselautos.

In Deutschland, wo das Stromnetz noch teilweise auf Kohle basiert, sind es eher 125.000 Meilen. In China würde man nie die Gewinnschwelle erreichen, und Elektroautos könnten genauso gut als Kohleautos bezeichnet werden. Dieser Kaiser hat keine Kleider.

Die kostendeckende Kilometerleistung ist bei größeren Batterien in größeren Autos sogar noch höher, bei einem Vergleich mit Benzinern jedoch niedriger. Volvo hat sein Elektroauto mit einem benzinbetriebenen Pendant verglichen und kam zu dem Schluss, dass die Rentabilitätsschwelle in einem typischen europäischen Land bei 50.000 Meilen erreicht wird, obwohl die Emissionseinsparungen nach 120.000 Meilen nur noch 15 Prozent betragen.

[Auf die Umrechnung dieser Meilen in Kilometer wird hier verzichtet – es sind riesige Strecken. A. d. Übers.]

Ein durchschnittlicher Autofahrer würde also 12 Jahre brauchen, um den Punkt zu erreichen, an dem er 15 Prozent seiner Emissionen einspart.

Aber die Batterien sind für eine Lebensdauer von etwa 100.000 Meilen ausgelegt. Wenn also die Emissionseinsparungen in Sicht sind, werden Sie das Auto verschrotten oder eine exorbitante Summe für den Austausch der Batterie zahlen müssen – lange bevor Sie die 25 Prozent Emissionseinsparungen erreichen.

In jedem Fall wird die Uhr bei den Emissionen zurückgestellt, und in den nächsten fünf Jahren werden Ihre Emissionen wieder höher sein, als wenn Sie bei einem Benzinfahrzeug geblieben wären. Wenn Sie alle fünf Jahre das Auto wechseln, werden Sie nie eine Ersparnis sehen.

Doch selbst diese Zahlen sind wahrscheinlich zu optimistisch. Die Energiekosten für die Raffinierung von Erzen zu Metallen für die Herstellung von Batterien steigen und sinken nicht.

Da die Qualität der Erze im Laufe der Zeit abnimmt, insbesondere bei Kupfer, werden die Emissionen bei der Herstellung von Batterien immer schlechter und die Rentabilitätsdauer immer länger.
Auch aus der Sicht des Verbrauchers haben wir dies noch nicht durchdacht. Ein Benzin- oder Dieselauto mit einer Laufleistung von 60.000 Meilen hat einen gewissen Gebrauchtwert. Ein Elektroauto, das sich dem Ende seiner Batterielebensdauer nähert, wird nichts mehr wert sein. Deshalb werden die Leute sie wahrscheinlich viel früher eintauschen. Die Käufer von Elektroautos aus zweiter Hand werden jedoch nicht in den Genuss der Vorabförderung kommen.

Einige von ihnen stammen von enttäuschten Käufern, die nach einem Streit über eine leere Batterie auf der Suche nach einer funktionierenden Ladestation auf dem Weg zu einer Familienhochzeit vielleicht schon an das Scheitern ihrer Ehen denken.

Da ich 300 Meilen von London entfernt wohne, kenne ich bereits Freunde aus dem Süden, die in Panik geraten, weil sie nicht wissen, wo sie ihr Auto unterwegs aufladen können.

Wenn Sie glauben, dass wir auf Elektroautos umsteigen müssen, um die Luftqualität in den Städten zu verbessern, sollten Sie noch einmal darüber nachdenken.

Die neuesten Studien deuten darauf hin, dass Verbrennungsmotoren immer sauberer werden und dass Elektroautos mit ihrem zusätzlichen Gewicht durch den Reifenverschleiß schon bald mehr Feinstaub verursachen könnten als die Motoren von Benzinfahrzeugen, so Professor Kalghatgi.

Letzte Woche behauptete Toyota, dass Festkörperbatterien den Markt für Elektroautos ab 2027 verändern würden.

Dies ist nicht nur eine Verzögerung von zwei Jahren gegenüber früheren Versprechungen, sondern wir haben das schon einmal gehört: Die Festkörperbatterie ist seit 15 Jahren fünf Jahre entfernt, und selbst Sir James Dyson hat die Geduld mit ihr verloren. Selbst dann wird es nicht einfach sein, sie erschwinglich und zuverlässig zu machen.

Aber wenn Toyota Recht hat, ist das ein Grund mehr, das Ziel von UK zu verschieben, damit wir uns nicht auf eine verfrühte Technologie stürzen und feststellen, dass sie veraltet ist.

Doch Regierungen sind bekannt dafür, sich aus ideologischen Gründen vorschnell für bestimmte Technologien einzusetzen. Im Jahr 2007 kündigte die Regierung von Tony Blair an, dass Großbritannien einen einseitig schnellen Weg zum Verbot von Glühbirnen zugunsten von Kompakt-Leuchtstofflampen wählen würde, um den „Klimawandel zu bekämpfen“.

Dies brachte Philips und anderen Herstellern eine reiche Belohnung für ihre Lobbyarbeit, machte aber unser aller Leben schlechter. Die neuen Glühbirnen waren teuer, leuchteten nur langsam, ließen uns krank aussehen, hatten eine viel kürzere Lebensdauer als erwartet und waren gefährlich zu entsorgen.

Das Schlimmste aber war, dass die erzwungene Umstellung auf eine minderwertige Technologie wahrscheinlich die Ankunft der LED verzögerte, die sich bald als weitaus billiger in der Anschaffung und im Betrieb erwies und zudem viel besser funktionierte und lange hielt. Die Verbraucher brauchten keine Subventionen oder Zwänge, um LEDs zu kaufen.

Die 3 Milliarden Pfund, die die Umstellung auf Leuchtstoffröhren gekostet hat, sind Peanuts im Vergleich zu den Kosten eines Verkaufsverbots für Benzin- und Dieselautos und -transporter bis 2030.

So wie ich 2009 Glühbirnen gehortet habe, werde ich mich wahrscheinlich kurz vor dem Verbot für den Kauf eines neuen Benzin- oder Dieselfahrzeugs entscheiden.

Ich gehe davon aus, dass diesmal alle anderen, vor allem hier im Norden, dasselbe tun werden, also erwarten Sie nicht, dass es billig wird.

Link: https://mailchi.mp/1a386ab7a93a/matt-ridley-ill-be-buying-a-brand-new-petrol-car-just-before-the-2030-ban-197131?e=08ba9a1dfb

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Der deutsche Sommer wurde seit 1988 deutlich wärmer – Teil 1

Teil 1 – Ganz Deutschland ist im Sommer eine große Wärmeinsel – eine CO-getriebene Klimaerwärmung gibt es nicht

Josef Kowatsch, Stefan Kämpfe, Matthias Baritz

Inhalt:

  • Der Sommer ist die Jahreszeit mit der stärksten Erwärmung seit 1988
  • Die Erwärmung ist tagsüber sehr stark und nachts deutlich geringer
  • Ganz Deutschland ist im Sommer eine Wärmeinsel, nicht nur die Städte.

Während die Jahreszeit Frühling in Deutschland nach dem Temperatursprung 87/88 seit 1988 insbesondere nachts kälter wurde, zeigt die Jahreszeit Sommer mit den Monaten Juni/Juli und August einen ganz anderen Temperaturverlauf. Ende Mai stellen sich die Großwetterlagen um. Mit dem Monat Juni hat seit 1988 eine oftmals mediterrane Wetterlage in Mitteleuropa Einzug gehalten. Das bedeutet oft Hitze und Sonnenschein ohne Ende; wer einen geeigneten Badesee findet, kann sich die Reisekosten ans Mittelmeer sparen. Der etwa tausendjährige EDDY-Zyklus der Sonnenaktivität, welcher nun sein Maximum erreicht hat, beschert uns ein Weinbauklima wie zu Zeiten des römischen Kaisers Augustus oder der mittelalterlichen Kreuzzüge; doch ist ein Teil der Erwärmung auch „anthropogen“ (vom Menschen verursacht), aber nicht durch CO-Emissionen. Dazu fehlt der gleichmäßige Anstieg der Sommertemperaturen. Laut den Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bis 1987 überhaupt kein Anstieg und dann plötzlich, siehe Grafik

Abb.1: Nahezu 100 Jahre lang änderten sich die Sommertemperaturen in Deutschland kaum, es gab mal warme oder kalte Jahrzehnte, aber bis 1987 war die Trendlinie ausgeglichen. Ab dem Jahre 1988 stellten sich die Großwetterlagen mit einem wärmenden Temperatursprung um, seitdem wurden die Sommer bis 2023 etwa um 2 Grad wärmer.

Man merke sich die DWD-Steigungsformel seit 1988, die ein Schnitt aller 2500 Wetterstationen ist: 0,0488 C/Jahr. Wir brauchen sie für später im Artikel.

Weil ja stets behauptet wird, Kohlendioxid (CO) sei überall der wesentliche Klimatreiber, lohnt ein Vergleich der sommerlichen Temperaturentwicklung mit Zentralengland.

Abbildungen 2a und 2b: Oben (2a) die langfristige Entwicklung der Sommertemperaturen in Deutschland und Zentralengland. Nur im Sommer ist Deutschland wegen seiner südöstlicheren Lage und des kontinentaleren Klimas wärmer als Zentralengland (Midlands), und beide Gegenden erfuhren eine Erwärmung, aber in den ersten gut einhundert Jahren blieb die Temperaturdifferenz mit um 1 Kelvin (°C) annähernd gleich und die Erwärmung marginal. Ab den späten 1980er Jahren, ganz markant aber seit der Jahrtausendwende, erwärmten sich nur die deutschen Sommer stark beschleunigt, was in der unteren Abbildung (2b) besonders gut erkennbar wird. Doch schon seit 1988 erwärmten sich die englischen Sommer kaum noch (der geringe Anstieg ist nicht signifikant). Schon dieser bemerkenswerte Unterschied lässt Zweifel an der CO₂-Erwärmungstheorie aufkommen; es muss andere, wesentliche Erwärmungsursachen geben.

Gründe des starken Trendlinienanstieges (der sommerlichen Erwärmung) seit 1988

Die Umstellung der Großwetterlagen 1988 in Mitteleuropa sind natürliche Gründe eines immerwährenden Klimawandels auf der Erde, sie führten zu einem plötzlichen Temperatursprung um ein halbes Grad oder mehr, die weitere Erwärmung seit 1988 bis heute hat natürliche und menschenverursachte Gründe der immerwährenden Klimaänderungen, auf die wir nun eingehen.

Teils natürliche Gründe: Starke Zunahme der Sonnenstunden.

Abbildung 3: Die Zunahme der Sonnenstunden, verbunden mit den umfangreichen Luftreinhaltemaßnahmen, Landschaftsversiegelung und Entwässerungsmaßnahmen, erwärmten die 3 Sommermonate kontinuierlich. Mehr als 60% der sommerlichen Temperaturvariabilität lassen sich mit der Sonnenscheindauer erklären!

Auch hier lohnt ein Blick westwärts: Im Vereinigten Königreich (UK) nahm die sommerliche Sonnenscheindauer geringfügig (nicht signifikant) ab; in Deutschland stark zu. Würde man die Reihe bis 1951, dem Beginn des Flächenmittels in Deutschland, verlängern, nähme die Sonnenscheindauer im UK unwesentlich zu; in Deutschland bliebe die Zunahme deutlich.

Abbildung 4: Nur in Deutschland merklich sonnigere Sommer seit 1988, in UK nicht signifikante Abnahme. Dass sich die Sommer in UK trotzdem geringfügig erwärmten, ist eine Folge der aktuellen AMO-Warmphase.

Noch ist es zu früh, den aktuellen Sommer 2023 zu bewerten; aber mit 304 Juni-Sonnenstunden und vielen Hitzewellen hat er gute Chancen, sich unter die wärmsten und sonnigsten Sommer einzureihen – das Temperaturniveau des Rekordsommers 2003 wird er vermutlich aber nicht erreichen. Oftmals wird auch der ausbleibende Regen genannt, diese Aussage ist nicht richtig. Der Niederschlag hat laut DWD nur unwesentlich abgenommen

Abbildung 5: Der Niederschlag in den Sommermonaten blieb nahezu unverändert. Wegen Messungenauigkeiten, viele Stationsversetzungen und der starken Streuung der Einzelwerte sind Niederschlagsreihen ohnehin mit noch größerer Skepsis zu betrachten als Temperaturreihen.

Auch die Behauptung, die Niederschläge würden als Starkniederschläge fallen und dann sofort verschwinden, ist zweifelhaft. Es gibt keine eindeutige Häufigkeitszunahme der sommerlichen Starkniederschläge, was man anhand der Langfrist-Reihe Potsdams gut erkennen kann. (Leider veröffentlicht der DWD keine Gesamtgrafik seiner Stationen für die Jahreszeiten) So müssen wir auf Einzelstationen zurückgreifen.

Abbildung 6: Keine Häufung der sommerlichen Starkregentage an der DWD-Station Potsdam – der Trend ist sogar leicht fallend, aber weit unter Signifikanzniveau.

Die DWD-Grafiken zu Starkniederschlägen sind leider auf das komplette Jahr bezogen.

Abb. 7a, 7b: Seit Aufzeichnungsbeginn ist kein signifikanter Anstieg der Tage mit Starkniederschlägen mit mehr als 20 mm feststellbar. Betrachtet man die letzten 20 Jahre, ist sogar eine Abnahme sichtbar

 

 

Richtig ist hingegen unsere Beobachtung, dass die Niederschläge sofort verschwinden und nach ein/zwei Tagen das Land wieder trocken ist. Zugleich steigt die Hochwassergefahr. Und dieses Verschwinden des Niederschlages hat eindeutig menschenverursachte Gründe, auf die wir jetzt näher eingehen werden. Ein Hauptgrund für das schnelle Trockenwerden des Bodens ist die anhaltende Flächenversiegelung unseres Landes, knapp 70 ha täglich, derzeit 50 727 km² (hier).

Flächenversiegelungen und Trockenlegungen machen Deutschland im Sommer zur Steppe. Ganz Deutschland wird zu einer zusammenhängenden Wärmeinsel.

Die seit Jahrhunderten, aber insbesondere verstärkt nach dem Kriege durchgeführten Trockenlegungen der freien Landschaft, Trockenlegung von Feld, Wald, Wiesen und Fluren, zeigen nun ihre negativen Auswirkungen einer anhaltenden Natur- und Landschaftszerstörung. Wer sein Land mutwillig durch Drainagen in allen Winkeln Deutschlands trockenlegt, braucht sich nicht zu wundern, dass es am Ende auch trocken ist. Unverständlich ist uns das Jammern der Förster und Waldbauern über die Trockenheit in den Wäldern. Im Sommer und Herbst wird gejammert, die restliche Jahreszeit dann trockengelegt durch Waldwegebau mit Straßengräben und Drainagen. Dazu kommt die Waldbodenverdichtung durch die schweren Erntemaschinen, der verdichtete Boden kann weniger Regen aufnehmen und speichern

Abbildung 8: Beispiel der Trockenlegung einer landwirtschaftlich genutzten Wiese entlang eines Feldweges. Zur schwarzen großen Drainleitung entlang des Feldweges münden von links alle 15 Meter gelbe Saugleitungen, welche die Wiese trockenlegen, Die erste ist erkennbar. Im Sommer sieht die Wiese dann braungrünggelb aus mit spärlichem Grasbewuchs im August. (rechtes Bild). So erzeugt man sommerliche Steppen in Deutschland. Fotos Worm/Kowatsch.

Die Folgen solcher deutschlandweiten Trockenlegungen sind eklatant und vielfältig negativ.

– eine Versteppung Deutschlands in den Sommermonaten.

– das plötzliche Anschwellen der Gewässer nach einem Gewitter, steigende Hochwassergefahr, auch wegen der Bebauung der einst nassen Tal- und Überschwemmungsauen.

– sinkender Grundwasserspiegel, Wasserknappheit

– Austrocknung der Bodenoberfläche bis in größere Tiefen, dadurch kommt es zu Verwerfungen und Setzungsrissen im Gelände und in den Gebäuden

– ständiger Anstieg des Meeresspiegels, alles Wasser, was einst im Boden bis in größere Tiefen gespeichert war, befindet sich nun zusätzlich im Meer.

– Verarmung der Ökologie, Naturzerstörung, Artenrückgang. Die Biodiversität geht verloren. Nur die wärmeliebenden Arten nehmen zu.

-starker Anstieg der Tagestemperaturen im Sommer, weil die sommerliche Abkühlung durch Bodenverdunstung zunehmend fehlt.

Behauptung: Im Sommer werden auch die ländlichen Stationen zu Wärmeinselstationen, da sich der trockene gelbbraune Boden tagsüber ähnlich aufheizt wie die Stationen in der Großstadt.

Der Beweis dieser Behauptung wird durch die beiden nachfolgenden Grafiken erbracht.

Vorgehen: Wir bilden den Schnitt der Sommertemperaturen aus den elf deutschen Großstädten, das sind: Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Bremen, Hannover, Frankfurt, Stuttgart, München, Nürnberg, Dresden und Leipzig und achten auf die Formel der Steigungslinie seit 1988. Sieben Wetterstationen stehen an den Flughäfen mit wachsendem Flugverkehr, 3 in wachsenden Stadtteilen, nur die Wetterstation München ist in der Innenstadt. Bei allen elf gab es seit 1988 keine Standortveränderungen, bzw. nur unwesentlich. Jedoch gab es durch die Bebauung weitere wärmende Umgebungsveränderungen wie es bei Städten und in den Außenbezirken so üblich ist.

Abbildung 9: Die elf deutschen Großstädte wurden in den Sommermonaten immer wärmer. Die Steigung der Regressionslinie der 11 deutschen Großstädte beträgt für die Jahreszeit Sommer: 0,0441°C/Jahr.

Steigungsvergleich. Aus der Abb.1 entnehmen wir die Steigung für den Deutschlandschnitt, also der Schnitt aus allen 2500 Wetterstationen quer über Deutschland verteilt: Dieser DWD-Sommerschnitt beträgt 0,0488°C/Jahr.

Überraschung: Im Gesamtmittel aller deutschen Wetterstationen quer über Deutschland verteilt ist die Steigungslinie der drei Sommermonate sogar leicht größer (wärmer werdend) als der Sommerschnitt der elf deutschen Großstädte

Damit ist der Beweis aus den DWD-Daten erbracht:

Im Sommer wird ganz Deutschland zu einer Wärmeinsel. Alle 2500 DWD-Stationen erwärmen sich im Schnitt zumindest gleich stark wie die Wetterstationen der elf deutschen Großstädte

Natürlich gibt es auch welche, die den Großstadt-Steigungs-Schnitt von 0,0441 deutlich übertreffen. Z.B. das deutsche Wärmeinselzentrum, die DWD Wetterstation Hof, einst Hof-Land, aber auch Potsdam.

Abbildung 10: Die DWD-Wetterstation Hof lag einst auf freiem Feld westlich der Stadt. Seit der Einheit entsteht um sie herum ein Gewerbegebiet. Eine vierspurige Bundesstraße als Autobahnzubringer führt direkt vor der Wetterstation vorbei.

Das unterschiedliche Verhalten der sommerlichen Tag/Nachttemperaturen

Leider bietet der Deutsche Wetterdienst auch keinen Gesamtschnitt seiner 2500 Wetterstationen für Tag/Nacht an, was auch nur schwer möglich ist, denn just in den letzten 20 Jahren herrschte ein reger Austausch und Wechsel bei den DWD-Stationen.

So können wir hier leider wieder nur auf Einzelstationen zurückgreifen, die seit 1988 ihren Standort nicht verändert haben dürfen. Die obere graue Kurve gibt die Entwicklung der Temperaturen tagsüber an, gemessen mit Tmax. Der Beobachter möge auch die mittlere braune Steigungslinie in den folgenden Grafiken beachten, sie gibt die Gesamt-24Stunden-steigung an und ist zu vergleichen mit dem 11-er Großstadtschnitt von 0,441°C/Jahr.

Als Beispiel nehmen wir: das ländliche Dachwig in Thüringen, das ländliche Naue/Berge in Brandenburg, die stark wachsende Stadt Ellwangen, Großstadt München, Potsdam und die ländliche Wetterstation Gießen, deutlich außerhalb der Stadt.

Abb. 11a bis 11f , 3 Graphen in einer Grafik

Nochmals: Der braune Graph in der Mitte ist jeweils die vom DWD veröffentlichte Sommertemperatur eines Jahres, ermittelt aus den 3 Monaten.

Diese beiden ländlichen Stationen haben eine geringere Steigung Sommersteigung als der 11-er Großstadt-Schnitt. (braune Grafik mit Steigung). Man achte besonders auf das Verhalten der Nachttemperaturen an der ortsfesten, in der Steppe Innerthüringens gelegenen Station Dachwig – sogar minimale, wenngleich nicht signifikante Abkühlung der meist gegen Sonnenaufgang auftretenden Minima.

Die stark wachsende und ausufernde Stadt Ellwangen hat eine größere Sommertemperatursteigung als die Wetterstation in der Münchner Innenstadt

Die Station Potsdam erwies sich als derartig WI-belastet, dass sie ihren Status als Säkularstation verloren hat; Näheres hier.

Anmerkung: Die DWD-Wetterstation Gießen wurde im Beobachtungszeitraum vom Stadtrand ganz in die freie Fläche versetzt. Laut DWD sollen die Werte trotzdem homogen sein, weil er die Daten auf die Fläche umrechnet, was angezweifelt werden darf. In diesem Falle ist dieser Kritikpunkt aber unerheblich, da alle drei Messungen gleichzeitig umgesiedelt wurden und wir insbesondere auf die die auseinandergehende Scherenöffnung achten.

Erkenntnisse aus den sommerlichen Tag/Nachtgrafiken:

  1. Die sommerlichen Tag/Nachttemperaturen unterscheiden sich vollständig in der Steigung, das ist bei den anderen 40 Wetterstationen auch so, die wir zur Sicherheit noch überprüft haben.
  2. Potsdam ist ähnlich wie Hof ein starkes Wärmeinselzentrum. Tag und Nacht unterscheiden sich bei Potsdam weniger in den Steigungen im Vergleich zu den anderen DWD-Wetterstationen.
  3. Bei allen DWD-Wetterstationen steigen die Sommertemperaturen tagsüber sehr stark an, die Nachttemperaturen viel weniger. Bei ländlichen Stationen ist die nächtliche Erwärmung nur sehr schwach oder gar leicht abkühlend.

Merke:

  1. Der starke Anstieg der Sommertemperaturen findet in Deutschland tagsüber statt. Die hohe Steigung (Erwärmung) ist der Hauptgrund für die Gesamtjahreserwärmung Deutschlands seit 1988. (Die Jahreszeit Frühling wurde sogar leicht kälter)
  2. Die Umstellung auf südliche Wetterlagen, die Zunahme der Sonnenstunden, die ständige weitere Flächenversiegelung, die großflächigen Trockenlegungen und die Luftreinhaltemaßnahmen haben zu einem starken Anstieg der Sommertemperaturen, aber nur tagsüber, geführt.
  3. Der unterschiedliche Tag/Nachtverlauf bei den deutschen Wetterstationen – wir haben über 40 überprüft – sind ein Beweis, dass CO nicht der hauptsächliche Temperaturtreiber sein kann. CO kann tagsüber nicht stark erwärmend wirken und nachts aussetzen.

Vorschläge zur Eindämmung der starken Sommererwärmung Deutschlands werden wir in Teil 2 andiskutieren.

Josef Kowatsch, aktiver Naturschützer, unabhängiger, weil unbezahlter Klimaforscher.

Stefan Kämpfe, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

Matthias Baritz, Naturwissenschaftler und Naturschützer.

 




Eine verengte Sicht auf Niederschläge

Willis Eschenbach

Kürzlich stieß ich auf einen Nachrichtenartikel mit der Überschrift [übersetzt]:

Philadelphia wird mehr Hitzewellen erleben, und der Delaware wird in den nächsten 25 Jahren voraussichtlich um mehr als 30 cm steigen.

Es wird also behauptet, dass die Überschwemmungen durch verstärkte Regenfälle in der Gegend von Philadelphia verursacht werden. Die zugrunde liegende Studie stammt von einer Organisation namens CRRA:

Die Climate Resilience Research Agenda (CRRA) wurde 2019 in Zusammenarbeit zwischen der Stadt Philadelphia, der Delaware Valley Regional Planning Commission (DVRPC), der Academy of Natural Sciences (ANS) der Drexel University und Dozenten und Mitarbeitern der Drexel University entwickelt, die im Consortium for Climate Risks in the Urban Northeast (CCRUN) tätig sind.

Die CRRA Philadelphia-Leute haben ein Dokument mit dem Titel „A Climate Resilience Research Agenda for the Greater Philadelphia Area“ (Eine Forschungsagenda zur Klimaresilienz für den Großraum Philadelphia) mit dem Untertitel „Findings from 2021 Working Group Discussions And Updated CMIP6 Projections for the Region“ (Ergebnisse der Arbeitsgruppendiskussionen von 2021 und aktualisierte CMIP6-Projektionen für die Region) herausgegeben. Dies ist das CRRA Philadelphia Findings Dokument, im Folgenden „CRRAP Findings“ genannt.

Man beachte, dass es sich nicht um Ergebnisse wissenschaftlicher Studien handelt. Es handelt sich vielmehr um CRRAP-Ergebnisse aus „Arbeitsgruppendiskussionen“ und heruntergerechneten Klimamodellen. Eindeutig Wissenschaft vom Feinsten …

In der Studie heißt es unter anderem:

Es wird erwartet, dass Philadelphia in Zukunft sowohl heißer als auch feuchter wird, da die Niederschläge zunehmen, der Meeresspiegel ansteigt und die Lufttemperatur steigt. Zusätzlich zu diesen Veränderungen wird prognostiziert, dass extreme Wetterereignisse in der Region weiterhin an Häufigkeit und Schwere zunehmen werden, was unter anderem zu vermehrten Überschwemmungen durch Flüsse und Regenwasser führt.

Ich habe mit den Gezeiten begonnen. Die Studie der NOAA zeigt Folgendes:

Abbildung 1. NOAA-Meeresspiegelanstieg in Philadelphia

Er steigt um 3,04 mm/Jahr, und es gibt keine Anzeichen für eine Beschleunigung.

Hier sind die Prognosen für den künftigen Meeresspiegel:

Diese Werte beziehen sich auf den Durchschnitt des Zeitraums 1995 bis 2014. Für Philadelphia ergibt sich aus den Daten in Abbildung 1, dass der Durchschnitt von 1995 bis 2014 +49 mm beträgt. Der aktuelle Meeresspiegel beträgt dort +95 mm, ist also seit dem Referenzzeitraum um 46 mm gestiegen.

Wenn er also bis 2035 um 152 mm steigt, sind das 152 mm abzüglich 46 mm von heute. Er muss also in den nächsten 11,5 Jahren um 106 mm steigen, das sind 9,3 mm pro Jahr.

Mit anderen Worten: Um die niedrigste Schätzung für 2035 zu erreichen, müsste sich der Anstieg des Meeresspiegels in Philadelphia morgen verdreifachen und bis 2035 so hoch bleiben. Und um die höchste Schätzung für 2035 zu erreichen, müsste die Anstiegsrate morgen auf 24,7 mm pro Jahr steigen und bis 2035 auf diesem Niveau bleiben. Das ist ein Anstieg des Meeresspiegels um fast 25 mm pro Jahr, und zwar ab morgen … ja, richtig, das ist völlig korrekt.

Offensichtlich greifen diese Leute einfach auf irgendwelche Zahlen zurück ohne daran zu denken, diese an der Realität zu messen.

Als nächstes habe ich mich über die Behauptung der „erhöhten Niederschläge“ gewundert. Also rief ich die wunderbare KNMI-Website auf und fand die sechs Wetterstationen in der Nähe von Philadelphia mit Niederschlagsdaten aus über 50 Jahren, die bis in die Gegenwart reichen. Dies sind Philadelphia International Airport, PA; Conshohocken, PA; Neshaminy Falls, PA; Indian Mills 2 W, NJ; Wilmington Porter Rsch, DE; und Lambertville, NJ.

Hier sind diese Aufzeichnungen:

Abbildung 3. Monatliche Niederschlagssummen, sechs Langzeitstationen in/bei Philadelphia

Trotz Jahrzehnte langer Erwärmung ist hier kaum ein Trend zu erkennen. Außerdem hat der Niederschlag in den letzten zwei Jahrzehnten in jedem Fall abgenommen. Schließlich sehen wir den so genannten „Noah-Effekt“, bei dem ein oder zwei der Niederschlagssummen viel, viel größer sind als alle anderen. Dies ist ein häufiger Befund bei Niederschlagsdaten.

Wie sieht es mit den Vorhersagen für extreme Niederschläge aus? Abbildung 4 zeigt diese phantasievollen Zahlen:

Abbildung 4. Projektionen zukünftiger Extremereignisse aus den CRRAP-Ergebnissen.

Man beachte den hervorgehobenen Abschnitt. Er besagt, dass in den 2080er Jahren in 10 % der Jahre weniger als 11 Tage mit 25,4 mm Regen pro Tag und in weiteren 10 % der Jahre mehr als 11 Tage mit weniger als 25 mm Regen pro Tag zu verzeichnen sein werden. Hier ist ein Histogramm, das zeigt, wie sich das entwickeln könnte:

Abbildung 5. Zufällige Proxydaten für die 2080er Jahre mit 10 % unter 11 und 10 % über 14, wie in den CCRAP-Projektionen in Abbildung 4. Die gelben/schwarzen Linien zeigen 11 und 14 Tage pro Jahr.

OK, das ist also ein Blick auf ihre Vorstellungen für die 2080er Jahre … aber wie sieht das im Vergleich zu historischen Aufzeichnungen aus?

Abbildung 6 ist die gleiche wie Abbildung 5, enthält aber als rotes Histogramm der Anzahl der Tage pro Jahr mit mehr als 25 mm Regen in den sechs oben gezeigten historischen Aufzeichnungen:

Abbildung 6. Wie in Abbildung 5, aber mit den historischen Daten in rot.

Die in den CRRAP-Ergebnissen gezeigten CMIP6-Projektionen sehen ganz und gar nicht wie die historischen Daten aus. Historisch gesehen gibt es viel mehr Jahre mit weniger als 11 Tagen mit 25 mm Regen. Und nicht nur das, sondern es gibt auch mehr Jahre mit mehr als 14 Tagen mit 25 mm Regen. In einigen Jahren verzeichneten einige Stationen sogar über 25 Tage mit mehr als 25 mm Regen.

Schlussfolgerungen? Die Zukunftsprojektionen im CRRAP-Dokument sind alles andere als „lebensnah“, d. h. sie haben nur sehr wenig Ähnlichkeit mit dem tatsächlichen historischen Meeresspiegelanstieg und den Niederschlagsmustern.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/06/30/a-narrow-view-of-rainfall/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Neues WUWT-Feature zur globalen Temperatur: Anomalie vs. Real-World Temperatur

Anthony Watts

Einer der beängstigendsten Aspekte der globalen Erwärmung, auch bekannt als „Klimawandel“, sind die Diagramme, die aus den Temperaturdaten für den öffentlichen Konsum erstellt und von einer unhinterfragenden und willfährigen Presse hinaus posaunt werden. Wenn es um die Messung von Klimawerten geht, müssen die Temperaturunterschiede des letzten Jahrhunderts mit Hilfe der Temperaturanomalie-Methode stark vergrößert werden, um sie tatsächlich zu erkennen.

Die am häufigsten zitierte Grafik der globalen Temperaturanomalie stammt vom NASA Goddard Institute of Space Studies (GISS) und zeigt die jährlichen Durchschnittstemperaturen seit 1880, wie in Abbildung 1 unten zu sehen:

Abbildung 1: Land-Ozean-Temperaturindex, 1880 bis heute, mit Basiszeitraum 1951-1980. Die durchgezogene schwarze Linie ist der globale Jahresmittelwert und die durchgezogene rote Linie ist der geglättete Fünfjahres-Tiefstwert. Die graue Schattierung stellt die gesamte (LSAT und SST) jährliche Unsicherheit bei einem 95 %igen Konfidenzintervall dar und steht zum Download zur Verfügung. [Weitere Informationen über das aktualisierte Unsicherheitsmodell finden Sie hier: Lenssen et al. (2019)]. Quelle

Für Ungeübte und Uneingeweihte (d. h. die breite Öffentlichkeit) sieht es so aus, als befände sich die Temperatur der Erde auf einem Weg in eine heiße und schreckliche Zukunft.

Manchmal nehmen Medien wie die als „The Guardian“ bekannte Tageszeitung diese Daten und erstellen eigene Diagramme, die sie noch steiler und erschreckender aussehen lassen, wie das stark statistisch verstärkte Diagramm aus ihrem Artikel aus dem Jahr 2019 in Abbildung 2 zeigt:

Abbildung 2. Schlagzeile und grafische Darstellung der globalen Temperatur von The Guardian im Jahr 2019. Beachten Sie, dass die Grafik durch die Verwendung einer anderen Basislinie für den Anomalievergleich verstärkt wurde. Das NASA GISS verwendet 1950-1980 als Basislinie, während der Guardian 1850-1900 als Basislinie verwendet. Dadurch werden die positiven Anomalien in der nahen Gegenwart verstärkt, war doch der Zeitraum 1850-1900 eine kühlere Periode in der Temperaturgeschichte der Erde.

Es ist kein Wunder, dass manche Kinder glauben, sie hätten wegen des „Klimawandels“ keine Zukunft. Das schreibt der stets alarmierte und stets unzuverlässige Damian Carrington.

Aber in der realen Welt erleben die Menschen das Klima nicht als jährliche oder monatliche Temperaturanomalien, sondern sie erleben das Wetter von Tag zu Tag, an dem es an einem Tag ungewöhnlich warm und an einem anderen ungewöhnlich kalt sein kann. Manchmal werden an solchen Tagen neue Rekorde aufgestellt. Das ist normal, aber solche Rekorde werden in den Medien oft als Beweis für den „Klimawandel“ dargestellt, obwohl es sich in Wirklichkeit nur um natürliche Schwankungen der Erdatmosphäre und des Wettersystems handelt. Tatsächlich ist es zweifelhaft, dass die Menschen die milde Erwärmung des letzten Jahrhunderts überhaupt bemerken würden, da der menschliche Körper den Unterschied zwischen 13,9°C und 14,4°C in einem bestimmten Moment oft nicht erkennen kann, geschweige denn über einen längeren Zeitraum.

Im Grunde genommen ist das, was wir als Klimawandel kennen, nichts anderes als ein von Menschen gemachtes statistisches Konstrukt. Man kann nicht nach draußen gehen, ein Instrument in die Luft halten und sagen: „Ich messe das Klima.“ Beim Klima geht es immer um Durchschnittswerte der Temperatur im Laufe der Zeit. Es handelt sich um eine Datentabelle, in der die täglichen Höchst- und Tiefsttemperaturen in monatliche Durchschnittswerte umgewandelt werden, die monatlichen Durchschnittswerte in jährliche Durchschnittswerte und die jährlichen Durchschnittswerte in Diagramme, die ein Jahrhundert umfassen.

Aber solche Diagramme, die in Pressemitteilungen an die Medien und die Öffentlichkeit verwendet werden, geben die Geschichte der Daten nicht wirklich ehrlich wieder. Sie lassen eine große Menge an Hintergrundinformationen weg, wie zum Beispiel die Tatsache, dass es in den letzten 40 Jahren eine Reihe von El-Niño-Ereignissen gab, die die Erde erwärmt haben, zum Beispiel 1983, 1998 und 2016. Die beiden größten El-Niño-Ereignisse sind in Abbildung 3 zeitgleich mit dem Temperaturanstieg dargestellt:

Abbildung 3. Globale GISTEMP-Temperaturdaten im laufenden 12-Monats-Mittel (Anomalien im Vergleich zu den ersten 30 Jahren). Quelle: RealClimate.org

Diese Diagramme verschweigen auch die Tatsache, dass ein Großteil der globalen Temperaturmessungen durch urbane Wärmeinseln (Urban Heat Island, UHI) und lokale Wärmesenken, welche die Temperaturen nach oben verzerren, stark verunreinigt sind, wie z. B. die groß angelegte Korruption* von Klimaüberwachungsstationen, die ich im Jahr 2022 dokumentiert habe, wobei 96 % der untersuchten Stationen nicht einmal die veröffentlichten Standards für genaue Klimabeobachtungen erfüllen. Im Grunde genommen: Müll rein, Müll raus.

[*In deutscher Übersetzung hier]

Aber abgesehen davon ist das Hauptproblem, wie die Daten in den Medien dargestellt werden, wie das Beispiel von The Guardian in Abbildung 2 zeigt.

Zu diesem Zweck habe ich ein neues regelmäßiges Feature auf WUWT vorbereitet, das auf der rechten Seitenleiste zu finden sein wird, kombiniert mit den langjährigen monatlichen Temperaturgrafiken aus dem von der NOAA betriebenen, hochmodernen (nicht verschmutzten oder korrumpierten) US-Klimareferenznetzwerk und den von der University of Alabama Huntsville (UAH) abgeleiteten globalen Temperaturdaten.

Abbildung: Bildschirmfoto von WUWT mit neuer Funktion in der Seitenleiste.

Ich verwende den globalen Datensatz des NASA Goddard Institute of Space Studies GISTEMP. Der Unterschied besteht einfach darin, dass ich sowohl die absolute (gemessene) als auch die Anomalien (statistisch vergrößerte) der globalen Temperatur anzeige. Dazu wird das umgekehrte Verfahren angewandt, wie es in UCARs How to Measure Global Average Temperature in Five Easy Steps beschrieben ist.

Bei dieser Berechnung wird die „normale“ Temperatur der Erde mit 14,0°C angenommen, und diese wird einfach zu der von NASA GISS gemeldeten Anomalietemperatur addiert, um die absolute Temperatur zu erhalten. Die Grundlage für diese Zahl stammt von NASA GISS selbst, und zwar von deren FAQ-Seite, die im August 2016 von der Wayback Machine erfasst worden ist.

Abbildung 4. Bildschirmausschnitt der NASA GISS FAQ-Seite vom 24. August 2016 – Quelle: Wayback Machine

Natürlich hat das GISS diese Seite heute wieder entfernt, weil sie nicht wollen, dass die Leute genau das tun, was ich jetzt tue – nämlich die absoluten Temperaturdaten in einer nicht beängstigenden grafischen Darstellung bereitstellen, und zwar in der Größenordnung, in der die Menschen die Temperatur der Erde dort erleben, wo sie leben. Zu diesem Zweck habe ich einen Temperaturbereich von -28,9°C bis +48,9°C gewählt*, der repräsentativ ist für die niedrigen Wintertemperaturen in der Nähe des Polarkreises und die hohen Sommertemperaturen in vielen bevölkerten Wüsten, wie z. B. im Nahen Osten.

[*Die Amis können sich einfach nicht an internationale Standards gewöhnen. Im Original stehen -20°F bis +120°F und sind hier umgerechnet. In der erwähnten Grafik tauchen aber natürlich die Grad F auf. A. d. Übers.]

Abbildung 5: GISTEMP-Daten der NASA, aufgetragen als Temperaturanomalie, unter Verwendung einer „normalen“ Temperatur von 14,0°C

Abbildung 6: GISTEMP-Daten der NASA, aufgetragen als absolute Temperatur, unter Verwendung einer „normalen“ Temperatur von 14,0°C.

Können Sie erkennen, welche Grafik visuell eine „Klimakrise“ darstellt und welche nicht?

Feel free to check my work – the Excel spreadsheet and the calculations are here:

GISSTEMP-in-absolute-masterDownload

To create the graphs above in Figures 5 and 6, I used the data from the Excel Sheet imported into the graphing program DPlot.
Note: some typos in this article were fixed and some clarifications added within about 30 minutes of publication. -Anthony

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/03/12/new-wuwt-global-temperature-feature-anomaly-vs-real-world-temperature/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Gescheiterte Klima-Prophezeiungen – die Liste ist fast endlos

Cap Allon

Angst hindert uns am Denken. Die emotionale Panik, die mit der Angst einhergeht, schaltet den präfrontalen Kortex ab – den rational denkenden Teil unseres Gehirns. Eine Bevölkerung, die aufhört, selbst zu denken, ist eine Bevölkerung, die leicht zu führen, leicht zu manipulieren und leicht zu kontrollieren ist.

Unsere Führer – die unsichtbaren, hoch über den Marionetten in den gewählten Ämtern residierenden – wissen das.

Sie beherrschen uns durch Angst.

NOEL BROWN, 1989

Noel Brown, Direktor des New Yorker Büros des UN-Umweltprogramms (UNEP), sagte 1989, dass den Regierungen nur ein Zeitfenster von zehn Jahren zur Verfügung stehe, um den Treibhauseffekt in den Griff zu bekommen, bevor er sich der menschlichen Kontrolle entziehe.

Er sagte, dass ganze Nationen durch den steigenden Meeresspiegel ausgelöscht werden könnten, wenn der globale Erwärmungstrend nicht bis zum Jahr 2000 umgekehrt wird. Er zitierte namhafte Wissenschaftler und warnte, dass Überschwemmungen an den Küsten und Ernteausfälle zu einem Exodus von „Öko-Flüchtlingen“ führen würden, die ein politisches Chaos verursachen könnten.

Durch die Nutzung fossiler Brennstoffe und die Abholzung der Regenwälder seitens der Menschheit gelange überschüssiges Kohlendioxid in die Atmosphäre, sagte Brown. Die Atmosphäre hält mehr Wärme zurück, als sie abstrahlt, ähnlich wie ein Treibhaus. Die konservativste wissenschaftliche Schätzung geht davon aus, dass die Temperatur der Erde in den nächsten 30 Jahren um 1 bis 7 Grad Celsius ansteigen wird (eine absurd große Spanne), so Brown.

Brown schloss mit den Worten, dass selbst die konservativsten Wissenschaftler „bereits jetzt sagen, dass wir nichts tun können, um einen Temperaturanstieg von etwa 3 Grad Celsius aufzuhalten“, und er schloss mit einer Ansprache mit dem Hinweis, dass alle Länder die Nutzung fossiler Brennstoffe einschränken und ihre Kohlendioxidemissionen reduzieren müssen.

Nun, es ist jetzt 34 Jahre her, dass Brown diese Prophezeiungen gemacht hat, und die von Satelliten gemessenen globalen Temperaturen reflektieren genau die Werte der späten 1980er Jahre. Statt des prophezeiten Anstiegs von 1 bis 7 °C in 30 Jahren hat sich die Erde in den 34 Jahren um 0,1 bis 0,3 °C erwärmt:

Das ist kaum katastrophal.

In der Tat kann dieser Grad der Erwärmung nur als etwas Gutes angesehen werden – für die biologische Vielfalt.

Es ist die Abkühlung, die uns Sorgen machen sollte, und es gibt eine Reihe von bedeutenden Sonnenphysikern, die davor warnen, dass „genau das als nächstes kommt“.

JAMES HANSEN, 2006

James Hansen von der NASA, der oft als „Vater der globalen Erwärmung“ bezeichnet wird, hat im Laufe der Jahrzehnte viele katastrophale Behauptungen zum Klima aufgestellt.

„Der Treibhauseffekt ist da“, verkündete er am 23. Juni 1988 bei seiner Aussage vor dem Kongress über die vom Menschen verursachte globale Erwärmung; eine Aussage, bei der Hansen vor dem Senatsausschuss für Energie und natürliche Ressourcen erklärte, es bestehe nur eine „ein-prozentige Chance“, dass er mit seiner Behauptung falsch liege, die steigenden Temperaturen auf der ganzen Welt seien auf die Anhäufung von vom Menschen verursachten Gasen in der Atmosphäre zurückzuführen.
In einem Interview in New York City im Jahr 1989 gefragt: „Wenn das, was Sie über den Treibhauseffekt sagen, wahr ist, wird dann in 20 Jahren irgendetwas da unten anders aussehen?“, antwortete Hansen: „Der West Side Highway wird unter Wasser stehen. Und die Fenster auf der anderen Straßenseite werden wegen der starken Winde mit Klebeband zugeklebt sein. Und die gleichen Vögel werden nicht mehr da sein. Die Bäume auf dem Mittelstreifen werden sich verändern.“

Anstatt zuzugeben, dass er die Katastrophe vielleicht ein wenig überschätzt hat, hat Hansen im Jahr 2006 sogar noch einen draufgesetzt. Wie es Alarmisten oft tun, verschob Hansen das Datum des Jüngsten Gerichts einfach um ein paar Jahre nach hinten in der Hoffnung, dass es niemandem auffallen würde. Im September 2006 sagte er, dass die Welt nun ein Zeitfenster von 10 Jahren habe, um entscheidende Maßnahmen gegen die globale Erwärmung zu ergreifen und eine Katastrophe abzuwenden.

Hansen appellierte an die Regierungen, ein alternatives Szenario zu verabschieden, um den Anstieg der Kohlendioxidemissionen einzudämmen und den Anstieg der globalen Temperaturen auf 1 Grad Celsius zu begrenzen: „Ich denke, wir haben ein sehr kurzes Zeitfenster, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen … nicht länger als ein Jahrzehnt, höchstens“, sagte er auf der Climate Change Research Conference (2006).

Wenn die Welt mit einem „Business-as-usual“-Szenario weitermacht, so Hansen, werden die Temperaturen um 2 bis 3 Grad Celsius steigen und „wir werden einen anderen Planeten produzieren“.

Auf diesem „anderen“ Planeten würden die Eisschilde schnell schmelzen und einen Anstieg des Meeresspiegels verursachen, der einen Großteil Manhattans unter Wasser setzen würde. Das Schmelzen des arktischen Meereises und der Rückgang der Eisbärenpopulation waren Hansens Argumente, um den Druck auf die Regierungen der Welt zu erhöhen: „Es ist noch nicht zu spät, die Arktis zu retten, aber wir müssen noch in diesem Jahrzehnt damit beginnen, die Kohlendioxidemissionen zu verringern“.

Zwei Jahre später, im Jahr 2008, war Hansen immer noch dabei und behauptete nun, dass die Arktis bis 2018 eisfrei sein würde. Innerhalb von nur „5 bis 10 Jahren wird die Arktis im Sommer frei von Meereis sein“, verkündete er am 24. Juni 2008.

Es genügt zu sagen, dass sich die Äußerungen von Hansen als weiterer Unsinn erwiesen haben. 10 Jahre nach seiner Behauptung, dass die Arktis eisfrei sein wird, ist das Volumen des arktischen Meereises um 7 Prozent gestiegen, wobei die Schmelzrate so langsam wie nie zuvor ist.

Und auch heute, zu Beginn des Sommers 2023, geht es dem arktischen Meereis gut. Die Werte liegen über denen der letzten Jahre und sogar innerhalb des vom Dänischen Meteorologischen Institut berechneten Mittelwerts für den Zeitraum 2004-2013.

Irgendwie ist James Hansen trotz seiner Jahrzehnte langen epischen Fehlschläge immer noch glaubwürdig, er hat immer noch Einfluss und Mitspracherecht im Bereich der anthropogenen globalen Erwärmung und ist immer noch ein „Experte“ für Propagandazeitungen wie The Guardian.

Dass jemand, der sich so lange als falsch erwiesen hat, immer noch das Lob und die Anerkennung erhält, die James Hansen zuteil werden, ist ein Beweis für die Agenda, die hier im Spiel ist. Das politische Werkzeug AGW wird weiterlaufen, solange es gebraucht wird, und die immer größer werdende Schar der armen und schlecht informierten Menschen wird dem Rattenfänger weiter in die Hamelner Höhle folgen, wo ihre Selbstachtung und ihre Fähigkeit, kritisch zu denken, nie wieder auftauchen werden.

Hansen wurde nicht fallen gelassen, weil er sich immer noch an die Linie hält, er spricht immer noch das geschriebene Narrativ aus. Was haben diese Leute gegen ihn in der Hand? Oder ist er einfach zu stolz, um zuzugeben, dass er sich geirrt hat? Es ist immer noch Zeit, das Gesicht zu wahren, Hansen; aber mit 82 Jahren haben Sie wahrscheinlich nur noch ein Zeitfenster von 5 bis 10 Jahren, um entschlossen zu handeln.

WALDHAMS AND MASLOWSKI, 2007

Professor Peter Wadhams von der Universität Cambridge und Professor Wieslaw Maslowski von der Naval Postgraduate School in Monterey, Kalifornien, sind zwei weitere Wissenschaftler, die durch gescheiterte Vorhersagen über die Arktis in Verlegenheit gebracht worden sind.

Im Jahr 2007 behauptete Prof. Wadhams, ein selbsternannter führender Experte für den Verlust des arktischen Meereises (ein echtes Fachgebiet?), dass das sommerliche Meereis „bis 2013 vollständig verschwunden“ sein würde. Im Jahr 2013 war das Meereis jedoch um 25 % höher als zu dem Zeitpunkt, als Wadhams seine Behauptung aufstellte, und das ist eine nur allzu bekannte Geschichte.

Im Jahr 2012 verschob Wadhams dann – wohl wissend, dass er im Begriff war, sich zu irren – seine Vorhersage auf 2016. Dieses Datum wurde von Prof. Maslowski bestätigt, der 2013 einen Artikel in der Annual Review of Earth and Planetary Sciences veröffentlichte, in dem er vor einer eisfreien Arktis bis 2016 warnte – plus oder minus drei Jahre.

Aber auch hier gilt: Weit entfernt von der prophezeiten NULL erfolgte 2016 die schnellste Eiszunahme, die je aufgezeichnet wurde (in DMI-Büchern, die bis in die 1980er Jahre zurückreichen), mit einer Meereisausdehnung von 405.000 m² (1,05 Millionen km²) in nur drei Wochen.

Die dumme Realität hat Wadhams jedoch nicht davon abgehalten, mit seiner Panikmache Kasse zu machen. Sein Buch mit dem Titel „A Farewell To Ice“ (Abschied vom Eis), in dem er erneut die Behauptung aufstellte, dass die Polarregion innerhalb weniger Jahre eisfrei sein würde, wurde 2016 unter dem vorhersehbar blinden kritischen Beifall von Propagandablättern der AGW-Partei wie The Guardian und anderen veröffentlicht.

Das Eis auf dem Gipfel des Kilimandscharo ist immer noch da

Zum Abschluss des heutigen Tages – und die Liste ist wirklich erschöpfend – haben wir den Kilimandscharo in Tansania, den vierthöchsten topographischen Gipfel der Erde.

Der Kilimandscharo steht schon lange im Mittelpunkt der Klimaforschung. In Al Gores Dokumentarfilm An Inconvenient Truth (Eine unbequeme Wahrheit) aus dem Jahr 2006 wurde der höchste Berg Afrikas genutzt, um die Auswirkungen der katastrophalen, vom Menschen verursachten globalen Erwärmung auf die Gletscher zu demonstrieren.

Der Film zeigte eine Reihe von Fotos des Berges, auf denen mit der Zeit immer weniger Eis/Schnee zu sehen war. „Innerhalb des nächsten Jahrzehnts wird es auf dem Kilimandscharo keinen Schnee mehr geben“, erklärte Gore, der dem Gipfel noch bis 2010 Zeit gab, bevor er „schmolz“.

Unnötig zu erwähnen, dass dies nicht eingetreten ist.

Bei einer Expedition auf den Berg im letzten Jahr wurde eher eine Zunahme festgestellt.

Gores Behauptung lässt sich bis ins Jahr 2002 zurückverfolgen, in eine Zeit, als die globale Erwärmung einfach „höhere Wintertemperaturen und abnehmende schwere Schneestürme“ bedeutete – und nicht das unsinnige „DoubleThinking“-Durcheinander, zu dem sie heute geworden ist, um aufrechterhalten zu werden.

Damals gaben die Forscher dem Schnee auf dem Kilimandscharo etwas mehr Zeit als Gore (obwohl er dieselbe Studie zitierte) und erklärten, dass „wenn die derzeitigen klimatologischen Bedingungen anhalten, die verbleibenden Eisfelder wahrscheinlich zwischen 2015 und 2020 verschwinden werden.“

Aber selbst diese konservativeren Weltuntergangsdaten sind inzwischen vorbei und die Gletscher des Kilimandscharo sind, wie oben gezeigt, noch da. Und was noch besser ist: Den Eisfeldern geht es hervorragend, denn in den letzten Jahren (insbesondere 2018) traten auf den Gipfeln Rekordschneefällen auf.

Das bedeutet, dass 1) die klimatischen Bedingungen nicht wie erwartet anhielten oder 2) die Wissenschaftler sich schlichtweg geirrt haben.

Beide Szenarien sind tödlich für die CAGW-Hypothese.

Douglas Hardy, ein Mitverfasser der von Gore zitierten Studie aus dem Jahr 2002, sagte kürzlich, dass sich die ursprüngliche Forschung auf bestehende Schätzungen der Größe der Eisfelder aus den Jahren 1912, 1953, 1976 und 1989 sowie auf Luftaufnahmen stützte, die während ihrer Reise zum Kilimandscharo im Februar 2000 gemacht wurden.

Fairerweise hat Hardy zugegeben, dass die Vorhersage mit einem wichtigen Vorbehalt gemacht wurde: „wenn die klimatischen Bedingungen der letzten 88 Jahre anhalten“. Diese klimatischen Bedingungen haben eindeutig NICHT angehalten, räumte Hardy ein, was bedeutet, dass die Gletscher nicht annähernd so schnell geschrumpft sind wie vorhergesagt, und jetzt sogar Anzeichen für eine Umkehrung des Schwundtrends zeigen.

Trotz dieses Vorbehalts werden düstere Prophezeiungen wie die von Hardy routinemäßig benutzt, um eine Armut verursachende Politik durchzusetzen, insbesondere im Energiebereich. Steigende Stromrechnungen treffen auch die schmalsten Geldbeutel, weil der inzwischen aus der Mode gekommene Sektor der fossilen Brennstoffe durch völlig unzureichende erneuerbare Energien verdrängt wird.

Wissenschaftler wie Hardy wurden – wissentlich oder unwissentlich – mit der Aufgabe betraut, ein Narrativ voranzutreiben.

Die „Klimakrise“ ist eine Schlüsselkomponente des „Great Reset“ – des größten Reichtums-/Machttransfers in der Geschichte der Menschheit.

Lassen wir diesen Wermutstropfen beiseite und kehren wir zur Wissenschaft zurück: Niemand bezweifelt, dass es zu Eisverlusten kommen kann und kommt und dass die globalen Eisfelder im Allgemeinen seit den 1980er Jahren abgenommen haben. Es ist die Ursache, die zur Debatte steht, und es ist die Aneinanderreihung von fehlerhaften Projektionen und das unaufhörliche Hausieren mit düsteren Kipp-Punkt-Terminen die Skeptiker an den Motiven zweifeln lassen.

Die Studie von Hardy aus dem Jahr 2002 – und damit auch der Wahrsager Al Gore – ignoriert außerdem, dass der Schnee auf dem Kilimandscharo von der Höhe und nicht von der Temperatur abhängt. In den höheren Lagen des Berges liegen die Temperaturen das ganze Jahr über IMMER unter dem Gefrierpunkt (die Höchsttemperaturen im Sommer liegen bei -5,5 °C, die Höchsttemperaturen im Winter bei -6 °C), was bedeutet, dass die Schwankungen der Gletscher nicht auf die „globale Erwärmung2 zurückzuführen sind.

Vielmehr sind die Eisfelder ein Produkt der Feuchtigkeit und der Niederschlagsmuster. Diese Tatsache wird durch die nachstehende Grafik untermauert, aus der hervorgeht, dass der meiste Schnee in den Bergen in den Sommermonaten fällt (in Tansania von November bis April):

Die offizielle Hypothese ist gescheitert.

Die globale Erwärmung bedeutet nicht mehr „steigende globale Temperaturen, die zu abnehmenden starken Schneefällen führen“, wie ursprünglich vom IPCC behauptet. Die Realität hat diese Vorhersage zum Scheitern verurteilt. Doch anstatt die Hypothese zu verwerfen und eine neue aufzustellen (so sollte Wissenschaft funktionieren), wurden die gleichen schrecklichen Folgen des Klimawandels beibehalten, aber die Prognosen wurden auf den Kopf gestellt: Die globale Erwärmung kann jetzt auch rekordverdächtige Schneefälle, Eiszunahmen und niedrige Temperaturen bedeuten.

Klimawandel“ ist die neue Bezeichnung, und solange sich das Klima „ändert“, wird die Hypothese richtig sein und aufrechterhalten. Die Eliten haben sich eine unveränderliche Position erarbeitet – das Klima wird sich natürlich immer ändern – und die pflichtbewussten Propagandisten unter uns schlucken das alles ohne zu hinterfragen und gehen auf die Straße, um die Zerstörung des hart erarbeiteten Wohlstands ihrer Vorfahren (durch den Zugang zu billiger und zuverlässiger Energie) zu fordern.

Im Laufe der Zeit werden sich die Gletscher zurückziehen und wieder vorrücken, die Temperaturen werden steigen und wieder sinken – und die beteiligten Kräfte bleiben unergründlich komplex, unendlich viel komplexer als die AGW-Partei glauben machen will.

Das Klima unseres Planeten verhält sich zyklisch und nicht linear, und die nächste Station auf dem Rad der Veränderung wird wohl die globale Abkühlung sein. Daran führt kein Weg vorbei. Die Vergangenheit dient uns als Kristallkugel, und wir ignorieren sie auf eigene Gefahr.

Die Abschaffung billiger und zuverlässiger Energie, während wir in die nächste zyklische Phase der globalen Abkühlung eintreten, ist Selbstmord.

Absichtlich? – fragt sich der Zyniker in mir.

Widerstehen Sie der erzeugten Angst!

Leben Sie frei!

Link: Climate Fails, The List Is Exhaustive – Electroverse

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE