Der Neue Stillstand verharrt bei 8 Jahren und 10 Monaten

Christopher Monckton of Brenchley

Die globale Anomalie der unteren Troposphäre nach der UAH für Juni 2023 steigt um 0,01 K von 0,37 K im Mai auf 0,38 K. Die neue Pause bleibt damit bei 8 Jahren und 10 Monaten:

Hier ist der gesamte Datensatz von Dezember 1978 bis Juni 2023:

Der IPCC (1990) sagte in seinem Ersten Sachstandsbericht für das Szenario A mit unveränderten Emissionen eine globale Erwärmung von 0,3 [0,2; 0,5] K pro Jahrzehnt von 1990 bis 2090 voraus. Die Szenarien B, C und D sagten alle eine geringere Erwärmung voraus, aber sie sagten auch alle weniger Emissionssünden voraus als Szenario A. Szenario B sagte beispielsweise voraus, dass die jährlichen Emissionen von 1990 bis 2025 nicht steigen würden. In Wirklichkeit sind die Emissionen jedoch seit 1990 um mehr als die Hälfte gestiegen. Szenario A ist also das Emissionsszenario, anhand dessen wir die Vorhersagen des IPCC beurteilen müssen, die sich als völlig überzogen erwiesen haben. Denn die Erwärmungsrate seit 1990 betrug nur 0,137 K pro Jahrzehnt, was zeigt, dass die ursprüngliche Bandbreite der IPCC-Vorhersagen 220 % [150 %, 370 %] der beobachteten Realität entspricht.

Hier ist die UAH-Temperaturaufzeichnung seit 1990:

Der jüngste El Niño ist jetzt in vollem Gange. Wenn es so weitergeht wie bisher, wird er die derzeitige Pause bald beenden. Schon jetzt leckt sich die unaussprechliche BBC die Finger und sagt neue globale Rekordtemperaturen voraus.

Das Realitometer, das seit letztem Monat unverändert ist, zeigt weiterhin, dass die Vorhersagen die beobachtete Realität überwiegen:

In der Zwischenzeit haben die norwegischen Klimarealisten die mühsame Aufgabe übernommen, eine internationale Zeitschrift für Klimawissenschaft und Philosophie zu gründen. Die Zeitschrift ist vielleicht insofern einzigartig, als sie es erlaubt, das offizielle Narrativ in Frage zu stellen. Science of Climate Change (https://scienceofclimatechange.org). Band 1.1 erschien am 1. August 2021 mit einer Gedenkrede von Professor Nils-Axel Moerner, zwei Buchbesprechungen und sieben Aufsätzen in voller Länge (darunter einer von mir über What is Science and what is not? Die Zeitschrift kann kostenlos gelesen werden, verlangt aber von den Autoren eine kleine Gebühr zur Deckung der Veröffentlichungskosten.

An Energy and Environment erinnere ich mich gerne. Diese Zeitschrift bot eine Heimat für von Experten geprüfte Arbeiten, deren Veröffentlichung die Hüter der Parteilinie nicht zuließen. Jetzt erfüllt Science of Climate Change eine ähnliche Rolle. Beiträge zu der neuen Zeitschrift sind willkommen.

In Band 2.2 wurde ein Beitrag von Ernst-Georg Beck (†) veröffentlicht: Reconstruction of Atmospheric CO₂ Background Levels since 1826 from Direct Measurements near Ground (https://doi.org/10.53234/scc202112/16). Darin wurde ein Datensatz von jährlich gemittelten CO₂-Hintergrundwerten vorgestellt, die von 1826 bis 1960 direkt gemessen wurden. Er basierte auf einem Auswahlverfahren von etwa 100.000 Einzelproben aus mehr als 200.000 verfügbaren bodennahen Messungen an Land und auf See, hauptsächlich auf der Nordhalbkugel. Beck stellte unter anderem fest, dass der CO₂-Gehalt um 1940 mit 370 ppmv einen Höchststand erreichte.

Becks Aufsatz löste eine lebhafte Debatte aus, von der ein großer Teil in Band 3.2, der jüngsten von bisher sieben Ausgaben, nachzulesen ist (https://scienceofclimatechange.org/volume-3-2-june-2023). Band 3.2 beginnt mit einem Aufsatz von Richard Mackey, in dem es darum geht, dass die beobachteten Schwingungen in mehreren atmosphärischen und ozeanischen Teilsystemen weitgehend für das Wetter und das Klima der Erde verantwortlich sind. Die Rotation erzwingt die Oszillationen und ist der Hauptgrund für die beobachteten Klimaveränderungen. Dies wird derzeit übersehen.

Ferdinand Engelbeen kommentierte den oben erwähnten Artikel von Ernst-Georg Beck. Sein Artikel war zur öffentlichen Diskussion gestellt worden, was zu mehreren Kommentaren auf beiden Seiten führte. Professor Hermann Harde zeigte, dass die Gleichungen für die Freisetzung von CO₂ aus Land und Ozean aufgrund höherer Temperaturen die beobachtete Spitze erklären können. Kurz gesagt, es gab eine Debatte über eine klimatische Frage. Das ist an sich schon eine Seltenheit und wertvoll.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/07/05/the-new-pause-remains-at-8-years-10-months/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Hottest Day Evah!

[Titel absichtlich nicht übersetzt!]

Vorbemerkung des Übersetzers: Jüngst erschien schon ein Beitrag dazu. Hier kommt eine Ergänzung: – Ende Vorbemerkung

 

Paul Homewood, NOT A LOT OF PEOPLE KNOW THAT!

Halten sie uns wirklich für so leichtgläubig?

Laut einer Kombination aus globalen Satellitendaten und historischen Baumringanalysen war der Dienstag der heißeste einzelne Tag in der Geschichte der menschlichen Zivilisation. An einem Punkt im hohen Norden Kanadas war es heißer als in Miami. In Sibirien erreichte die Temperatur in Altai 34°C. Obwohl der Juli in der südlichen Hemisphäre mitten im Winter liegt, stiegen die Temperaturen in Argentinien und Chile auf über 30°C. Auf den Philippinen wurde in Metro Manila der wärmste Juli-Tag aller Zeiten verzeichnet. Im Iran, in Algerien und im Oman erreichten die Temperaturen 50°C.

„So warm war es seit mindestens 125.000 Jahren, der letzten Zwischeneiszeit, nicht mehr“, sagte Paulo Ceppi, Klimawissenschaftler am Londoner Grantham Institute, gegenüber der Washington Post. Da der jährliche Temperaturzyklus der Erde normalerweise Ende Juli seinen Höhepunkt erreicht, ist dies ein Rekord, der in diesem Monat noch mehrmals gebrochen werden könnte. – Quelle

Die Vorstellung, dass wir die globale Temperatur heute kennen, ist an sich schon absurd. Aber die Vorstellung, dass wir tatsächlich wissen, wie die Temperatur an einem bestimmten Tag vor 100 Jahren oder vor 1000 Jahren war, geschweige denn vor Tausenden von Jahren, ist purer Betrug.

Und die Behauptung, dass es heute heißer ist als vor 5000 Jahren, ist eine glatte Lüge – es gibt reichlich Beweise dafür, dass es damals viel wärmer war.

Und wie immer bei diesen dummen Schauermärchen werden einige hohe Temperaturen in der Arktis herausgepickt, wohl wissend, dass die Öffentlichkeit sie als alarmierend empfinden wird, weil sie davon ausgeht, dass die Arktis normalerweise immer gefriert.

Zum Beispiel: „An einem Punkt im hohen Norden Kanadas war es heißer als in Miami.

Der Link führt uns nach Kuujjuaq:

 

Und die Tagestemperaturen von KNMI zeigen, dass Temperaturen von über 32°C dort keine Seltenheit sind. Der neue Rekord von 34°C ersetzt den alten Rekord von 33°C aus dem Jahr 1999, was nun wirklich kein Grund zur Panik ist!

Und dann ist da noch Sibirien:

„In Sibirien erreichte die Temperatur im Altai 34°C.“

Aber auch hier erfahren wir, dass die Temperaturen dort oft über 32°C (90 F) liegen; der Rekord von 35,6°C wurde im Jahre 2000 aufgestellt:

Quelle

Und laut den Schwindlern gibt es eine rekordverdächtige Schmelze des grönländischen Eisschildes.

Vielleicht hat Eric Holthaus sein Diagramm verkehrt herum gehalten! Grönland hat im Juni, wenn es eigentlich schmelzen sollte, 100 Gt Eis zugelegt:

Natürlich haben sich die BBC und die übrigen Lakaien der Medien nicht entblödet, die gleichen Lügen und den gleichen Unsinn zu verbreiten:

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/07/07/hottest-day-evah/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Sonnenaktivität: Zyklus 25 stärker als Zyklus 24

Javier Vinós

In den letzten zwei Jahrzehnten war die Sonnenaktivität durch ein ausgedehntes Sonnenminimum gekennzeichnet, das sich über zwei Sonnenzyklen erstreckt und als Clilverd-Minimum bekannt ist. Dieses Phänomen wirkt sich derzeit auf das Klima aus, doch bevor wir seine Auswirkungen verstehen können, müssen wir uns mit der erheblichen Diskrepanz zwischen den solaren Effekten, die in paläoklimatischen Proxy-Aufzeichnungen beobachtet wurden, und modernen Beobachtungen befassen. Die Beziehung zwischen den Sonnensignalen und der Reaktion des Klimas ist komplex und nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch zahlreiche Hinweise aus Modellen und Re-Analysen, dass diese Beziehung besteht. Eine neuere Hypothese besagt, dass das Sonnensignal den Wärme- und Feuchtigkeitstransport in die Arktis moduliert, was seine relativ geringe Wirkung während eines einzelnen Sonnenzyklus erklärt. Wenn jedoch eine Anomalie der Sonnenaktivität über mehrere Zyklen hinweg anhält, wie es während des 70-jährigen Sonnenmaximums [in deutscher Übersetzung hier] der Fall war, akkumuliert sich ihre Wirkung und hat einen großen Einfluss auf den Energiehaushalt des Planeten. Das Verständnis dieses Prozesses ist von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der Gesamtauswirkungen der Sonnenaktivität auf unser Klima.

Die gegenwärtige Sonnenaktivität

Die monatliche Sonnenfleckenzahl für Juni 2023 erreichte 163,4. Auch wenn diese Zahl noch leicht revidiert werden könnte, wird sie wahrscheinlich die höchste Zahl seit über zwei Jahrzehnten sein, seit September 2002. Der Sonnenzyklus 25 ist relativ jung, nur dreieinhalb Jahre alt, was bedeutet, dass es in den nächsten drei Jahren reichlich Möglichkeiten gibt, den 20-jährigen Rekord dieses Monats zu übertreffen. Ausgehend von den jüngsten Daten scheint es sehr wahrscheinlich, dass der Sonnenzyklus 25 den Sonnenzyklus 24 in Bezug auf die Aktivität übertreffen wird.

Abbildung 1. Tägliche und monatliche Sonnenfleckenzahlen der letzten 13 Jahre, wie von SILSO bereitgestellt.

Die beiden Sonnenzyklen 24 und 25 weisen im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 300 Jahre eine deutlich geringere Aktivität auf. Zusammen bilden sie ein ausgedehntes Sonnenminimum, das kürzlich als Clilverd-Minimum [1] bezeichnet wurde, nach einer 2006 veröffentlichten Arbeit von Mark Clilverd und Kollegen, in der sie das Auftreten dieses Ereignisses erfolgreich vorhersagten.[2]

Einschub des Übersetzers: Auch hier gilt es wohl, etwas genauer hinzuschauen. Auf dem Blog des Schneefans weist dieser in einem Kommentar auf eine vollständige Darstellung der Sonnenzyklen hin (gleiche Quelle wie Abb. 1):

Daraus ergibt sich ein guter Überblick, wie das Ganze verglichen mit geologischen Zeiträumen aussieht. – Ende Einschub.

Im Gegensatz zu früheren Vorhersagen wird die Wahrscheinlichkeit eines solaren Grand Minimums im 21. Jahrhundert immer geringer. Auch die Vorhersagen, dass das derzeitige ausgedehnte solare Minimum zu einem deutlichen Temperaturrückgang führen würde, sind falsch. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Clilverd-Minimum überhaupt keine Auswirkungen hat. Veränderungen in der Sonnenaktivität wirken sich indirekt auf die Temperaturen aus, und zwar auf komplexe Weise. Um die Auswirkungen dieser solaren Schwankungen auf das Klima zu erkennen, muss man verstehen, wie sie sich auswirken.

Abbildung 2. Prognostizierte Sonnenaktivität auf der Grundlage meines Modells für 2018, das auf langperiodischen Sonnenzyklen beruht. Das Modell verwendet die Gesamtzahl der Sonnenflecken in einem Zyklus, nicht die Spitzenaktivität, und geht von regelmäßigen 11-Jahres-Zyklen aus. An jedem Punkt schätzt es die Auswirkungen von fünf verschiedenen langen Zyklen unter Berücksichtigung ihrer historischen Auswirkungen auf Sonnenflecken oder ¹⁴C-Aufzeichnungen. Vier Feynman-Zyklen (100 Jahre) sind am unteren Rand angegeben.

Solare Auswirkungen auf das Klima (I): aktuelle Beobachtungen

Es besteht eine große Diskrepanz zwischen den in paläoklimatischen Proxy-Aufzeichnungen beobachteten Sonneneffekten und aktuellen Beobachtungen. Satelliteninstrumenten zufolge beläuft sich die während des Sonnenzyklus‘ beobachtete Veränderung auf lediglich 1,1 W m², und die in den letzten 9.000 Jahren beobachtete Variabilität scheint nicht viel höher zu sein, nämlich etwa 1,5 W m². [3] Dies stellt eine weitere Herausforderung dar, da die Veränderung so gering ist, dass ihre Auswirkungen im Rauschen der Klimadaten nicht erkennbar sein sollten. In zahlreichen Studien wird jedoch durchweg ein Klimaeinfluss von etwa 0,1 °C festgestellt, der dem Sonnenzyklus zugeschrieben wird, was etwa viermal größer ist als die geringe Strahlungsänderung. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit eines Verstärkungsmechanismus‘, um diese zweite Diskrepanz zu erklären.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Auswirkung des Sonnenzyklus‘ auf die Temperaturen nicht dem entspricht, was man von einem geringfügigen Anstieg der Gesamtbestrahlungsstärke auf der gesamten Oberfläche erwarten würde. Vielmehr zeigt sich ein hochdynamisches Muster, gekennzeichnet durch bestimmte Regionen mit einer Erwärmung von mehr als 1°C, während andere eine Abkühlung aufweisen (Abbildung 3). Interessanterweise ähnelt dieses Muster der Erwärmung, die zwischen 1976 und 2000 beobachtet wurde. In diesem Zeitraum erwärmte sich die nördliche Hemisphäre stärker als die südliche Hemisphäre, die Landoberflächen erwärmten sich stärker als die Ozeane, und die mittleren Breiten der nördlichen Hemisphäre erfuhren die stärksten Erwärmungseffekte.

Abbildung 3. Regionale Veränderungen der Temperatur vom Minimum bis zum Maximum des 11-Jahres-Zyklus‘ [4].

Man geht davon aus, dass dieses Muster auf einen Verstärkungsmechanismus zurückzuführen ist, der in den Auswirkungen einer erhöhten Sonnenaktivität auf die Ozonschicht begründet ist und zu einem Anstieg der Ozonwerte und der Stratosphärentemperaturen führt. Folglich wirken sich diese Veränderungen auf die Geschwindigkeit der zonalen (West/Ost-) Winde und die Stabilität des Polarwirbels aus. Durch die Kopplung zwischen Stratosphäre und Troposphäre wird das Sonnensignal in die Troposphäre übertragen. Die Stärke des Polarwirbels spielt eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung des Winterzustands der Nordatlantischen Oszillation, die in Zeiten hoher Sonnenaktivität deutlich positiv ausfällt. Darüber hinaus wird die Position des Jetstreams durch die Stärke des Wirbels beeinflusst, so dass er sich während dieser Perioden hoher Sonnenaktivität polwärts verlagert und kreisförmiger wird (im Gegensatz zu den Mäandern, siehe Abbildung 4). Infolge dieser Bewegung werden kalte arktische Luftmassen in der arktischen Region eingeschlossen, was zu milderen Wintern in den mittleren Breiten der nördlichen Hemisphäre führt.

Abbildung 4. Auf der linken Seite ist ein stabiler Polarwirbel mit einer kalten Arktis und warmen Kontinenten dargestellt, auf der rechten Seite ein schwacher Polarwirbel mit einer warmen Arktis und kalten Kontinenten. Die linke Konfiguration tritt häufiger bei hoher Sonnenaktivität auf, die rechte eher bei einem Sonnen-Minimum. [5]

In tropischen Regionen kommt es aufgrund der polwärts gerichteten Bewegung des Jetstreams und einer Verringerung des aufwärts gerichteten Zweigs der Brewer-Dobson-Zirkulation zu Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation. Infolgedessen weitet sich die Hadley-Zirkulation aus, was zu einer entsprechenden Verschiebung des subtropischen Jets führt. Diese Veränderungen haben erhebliche Auswirkungen auf die Niederschlagsmuster und tragen zur Erwärmung in den mittleren Breiten bei, da aufgrund des verstärkten Polarwirbels weniger Wärme in die Arktis transportiert wird.

Sowohl Datenassimilationsprodukte aus Reanalysen als auch Klimamodelle, die die Ozonchemie und die stratosphärische Zirkulation berücksichtigen, können diese Effekte als Reaktion auf die vorgeschriebenen Änderungen der Sonnenaktivität reproduzieren. Sie tun dies jedoch in etwas abgeschwächter Form, so dass die Veränderungen geringer ausfallen als beobachtet.

Da die Sonnenaktivität im Laufe eines Sonnenzyklus‘ ansteigt und abfällt, wird die kumulative Wirkung ihrer Veränderungen über mehrere Zyklen hinweg jedoch oft als unbedeutend angesehen.

Solare Auswirkungen auf das Klima (II): Paläoklimatische Beobachtungen

Wie bereits erwähnt besteht ein eklatanter Widerspruch zwischen den relativ geringen klimatischen Auswirkungen, die während eines einzelnen Sonnenzyklus‘ beobachtet werden, und den Beweisen, die von Paläoklima-Proxydaten geliefert werden. Bemerkenswerterweise stimmen die in den letzten 2000 Jahren beobachteten Klimamuster mit einem tausendjährigen Zyklus der Sonnenaktivität überein, der als Eddy-Zyklus bekannt ist (siehe hier, Abbildung 1), benannt nach dem Astronomen John Eddy, der in den 1970er Jahren das Interesse am Maunder-Minimum wiederbelebte. Bemerkenswert ist, dass die Kleine Eiszeit, die kälteste Periode des Holozäns, mit drei solaren Grand Minima zusammenfiel, die in einem Zeitraum von weniger als 500 Jahren auftraten.

Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Beginn der Kleinen Eiszeit nicht auf Veränderungen der Treibhausgaskonzentration zurückgeführt werden kann, da die CO₂-Konzentration zwischen 1100 und 1500 n. Chr. konstant blieb. Außerdem kann die Kleine Eiszeit nicht allein durch Vulkanausbrüche erklärt werden, da über einen längeren Zeitraum von dreihundert Jahren, von 1458 bis 1765, keine bedeutenden vulkanischen Ereignisse verzeichnet worden sind.

Die Beweise, welche die Sonnenaktivität mit großen Klimaveränderungen in Verbindung bringen, deuten stark darauf hin, dass der Eddy-Zyklus eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des Klimas der letzten 2000 Jahre gespielt hat. Dies wird in Abbildung 5 veranschaulicht, die die ¹⁴C-Aufzeichnung – als Maßzahl für die Sonnenaktivität – mit ihrer 1000-jährigen Bandpassfrequenz-Sinuskurve zeigt. Darüber hinaus zeigt die Abbildung einen Stellvertreter für das Klima: die Messung petrologischer Indikatoren in benthischen Bohrkernen, die die Menge des Eisbergabflusses im Nordatlantik reflektieren. [6] Diese Indikatoren werden von Eisbergen getragen und beim Schmelzen freigesetzt. In kälteren Perioden mit vermehrten Schneefällen im Winter stoßen die Küstengletscher vor und setzen mehr Eisberge frei, was zu einer höheren Menge an Indikatoren führt.

Auch wenn die beiden Kurven nicht perfekt übereinstimmen, ist ihr Gesamtzusammenhang zu zwingend, um ihn als reinen Zufall abzutun. Jede Zunahme der Eisbergaktivität, die auf niedrigere Temperaturen und mehr Schneefall hindeutet, entspricht einer Abnahme der Sonnenaktivität. Folglich bedeutet diese beobachtete Beziehung, dass die Sonnenaktivität in den letzten 2000 Jahren auf einer hundertjährigen Zeitskala die Hauptantriebskraft des Klimas gewesen ist.

Abbildung 5. Der tausendjährige Sonnen-Klima-Zyklus der letzten 2000 Jahre. Die Anomalie des ¹⁴C-Produktionsniveaus (schwarze Kurve), ein Indikator für die Sonnenaktivität, wird mit der Eisbergaktivität im Nordatlantik (gestrichelte blaue Kurve), einem Indikator für das Klima, verglichen. Die rosafarbene Sinuskurve zeigt die Jahrtausendfrequenz. Sie definiert zwei warme und zwei kalte Perioden, die durch eine große Anzahl von Belegen gestützt werden, von denen einige durch rote und blaue Balken dargestellt sind (siehe Haupttext).

● Das Klima der letzten zwei Jahrtausende lässt sich in vier verschiedene Phasen unterteilen:

● Die römische Warmzeit (die um 400 n. Chr. endet)

● Die Kaltzeit des dunklen Mittelalters, die aus zwei Teilen besteht – einem frühen Teil um 500 n. Chr. und einem späten Teil um 700 n. Chr.

● Die mittelalterliche Warmzeit (um 1100 n. Chr.)

● Die Kleine Eiszeit (Beginn um 1300 n. Chr.)

Dieses Schema, das sich durch seine tausendjährige Quasi-Periodizität auszeichnet, wird durch eine Fülle historischer, biologischer, geologischer und klimatischer Belege gestützt. In einer kürzlich erschienenen Veröffentlichung werden einige dieser überzeugenden Beweise in Form von farbigen Balken dargestellt (Abbildung 5), wobei warme Indikatoren durch rote Balken und kalte Indikatoren durch blaue Balken dargestellt werden [7].

Das Problem lässt sich wie folgt zusammenfassen: Wenn wir den erheblichen Einfluss der geringen Sonnenaktivität nicht anerkennen, haben wir keine befriedigende Erklärung für das Auftreten der Kleinen Eiszeit. Die Anwendung von Verfahren zur Kausalidentifizierung im Rahmen der Systemtheorie bringt Licht in dieses Problem der Erklärbarkeit [8]. Bei diesen Verfahren wird die erzwungene Identifizierung, bei der die vom IPCC ermittelten Antriebe verwendet werden, mit der freien Identifizierung verglichen, bei der keine spezifischen Antriebe angenommen werden. Diese Analyse zeigt, dass ein großer solarer Antrieb erforderlich ist, um sowohl die mittelalterliche Warmzeit als auch die kleine Eiszeit zu erklären. Die IPCC-Hypothese einer geringen Empfindlichkeit des Klimas gegenüber der Sonnenaktivität erweist sich somit als falsch.

Klärung der Diskrepanz über den Einfluss der Sonne auf das Klima

Das Ignorieren von einer Hypothese widersprechenden Beweisen ist in der Wissenschaft nie eine gute Idee. Die IPCC-Berichte stützen sich auf paläoklimatische Proxy-Beweise, um zu behaupten, dass der laufende Klimawandel höchst ungewöhnlich ist und dass die derzeitigen Temperaturen höchstwahrscheinlich so hoch sind wie seit langem nicht mehr. Wenn es jedoch darum geht, die paläoklimatischen Folgen vergangener Schwankungen der Sonnenaktivität zu untersuchen, sind die IPCC-Berichte nicht schlüssig.

Tatsächlich gibt es zahlreiche und konsistente Belege, die eindeutig darauf hindeuten, dass die Auswirkungen der Sonneneinstrahlung auf das Klima nicht auf kleine Schwankungen der Gesamt-Sonneneinstrahlung an der Oberfläche zurückzuführen sind. Vielmehr wirken sich die solaren Veränderungen in erster Linie auf die atmosphärische Zirkulation und damit auf die Intensität des Wärme- und Feuchtigkeitstransports in die Arktis aus, insbesondere während der Wintersaison, wenn die atmosphärische Zirkulation verstärkt ist.

Im Winter hat die Arktis einen schwachen Treibhauseffekt, weil ihre Atmosphäre nur wenig Wasserdampf enthält – eine entscheidende Komponente, die zusammen mit der Wolkenbildung für 75 % des Treibhauseffekts verantwortlich ist. Folglich wirken die Polarregionen als Kühlsysteme innerhalb der thermodynamischen Wärmekraftmaschine des Klimas. Eine Veränderung der Wärmemenge, die im Winter in die Arktis transportiert wird, hat spürbare Auswirkungen auf die Energiebilanz des Planeten. Auch wenn die Auswirkungen in einem einzigen Jahr gering erscheinen mögen, summieren sie sich schnell zu einem großen Effekt, wenn die Veränderungen der Sonnenaktivität über mehrere Jahrzehnte anhalten, wie es während des aktuellen Sonnenmaximums während des größten Teils des 20. Jahrhunderts der Fall war.

Diese Hypothese bringt nicht nur das Paläoklima und die modernen Beweise in Einklang, sondern hat auch eine große Erklärungskraft, d. h. sie erklärt eine größere Anzahl von Fakten, bringt Licht in rätselhafte Beobachtungen, stützt sich weniger auf Autoritäten und mehr auf empirische Beobachtungen, macht ein Minimum an Annahmen und ist leichter falsifizierbar. Dies macht sie zu einer besseren Hypothese als diejenige, die von einer verstärkten Wirkung der CO₂-Veränderungen ausgeht.

Der Autor hat vor kurzem ein akademisches Buch veröffentlicht, in dem er die neue Hypothese vorstellt [9], die auch in mehreren Blog-Beiträgen auf dieser Website erörtert wurde. Darüber hinaus wird ein demnächst erscheinendes Buch, das sich an ein breiteres Publikum richtet, eine überzeugende, evidenzbasierte Erklärung für den Einfluss von Veränderungen im Wärmetransport auf die jüngsten Klimaveränderungen liefern.

Dieser neue Mechanismus steht nicht im Widerspruch zu bestehenden Theorien, wie z. B. den Auswirkungen erhöhter menschlicher Emissionen, aber er reduziert deren potenzielle Auswirkungen erheblich. Paläoklimatische Belege deuten stark darauf hin, dass dieser Mechanismus die Haupttriebkraft des Klimawandels auf hundertjährigen bis tausendjährigen Zeitskalen ist. Infolgedessen müssen die Existenz einer Klimakrise und die potenziellen positiven klimatischen Auswirkungen einer drastischen Reduzierung unserer Emissionen ernsthaft in Frage gestellt werden.

References:

  1. Vinós, J., 2022. Climate of the Past, Present and Future: A scientific debate. 2nd ed. Critical Science Press. amazon.com/dp/B0BCF5BLQ5/
  2. Clilverd, M.A., et al., 2006. Space Weather, 4 (9). doi.org/10.1029/2005SW000207
  3. Gulev, S.K., et al., 2021. Climate change 2021: The physical science basis. 6th AR IPCC. p.297. doi.org/10.1017/9781009157896.004
  4. Lean, J.L., 2017. Sun-climate connections. In: Oxford Research Encyclopedia of Climate Science. doi.org/10.1093/acrefore/9780190228620.013.9
  5. Understanding the Arctic polar vortex | NOAA Climate.gov
  6. Bond, G., et al., 2001. Science, 294 (5549), pp.2130–2136. doi.org/10.1126/science.1065680
  7. Moffa-Sánchez, P. & Hall, I.R., 2017. Nat. Commun. 8 (1), p.1726. doi.org/10.1038/s41467-017-01884-8
  8. de Larminat, P., 2016. Annu. Rev. Control, 42, pp.114–125. doi.org/10.1016/j.arcontrol.2016.09.018
  9. Vinós, J., 2022. Climate of the Past, Present and Future: A scientific debate. 2nd ed. Critical Science Press. amazon.com/dp/B0BCF5BLQ5/

Link: https://andymaypetrophysicist.com/2023/07/05/solar-activity-cycle-25-surpasses-cycle-24/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Aktuell: Heißer als der 4. Juli

CO2Coalition

Vor kurzem wurde berichtet, dass der 4. Juli 2023 der heißeste Tag in der Geschichte der Erde war.

Paulo Ceppi, ein Klimawissenschaftler am Londoner Grantham Institute, erklärte dazu: „So warm war es seit mindestens 125.000 Jahren nicht mehr, also seit der letzten Zwischeneiszeit“. Und natürlich wurde berichtet, dass wir aufgrund unserer „Emissionssünden“ daran schuld seien.

Für die Wissenschaftler der CO2-Coalition hat das nicht den Realitäts-Check bestanden. Wir wissen, dass es in früheren Warmzeiten wärmer war als heute. Während der römischen Warmzeit wurden zum Beispiel im Norden Englands Zitrusfrüchte angebaut, und vor 1.000 Jahren bauten die Wikinger auf Grönland Gerste an. Warum werden sie heute dort nicht mehr angebaut? Das ist ganz einfach: Niedrigere moderne Temperaturen.

Also haben wir hier bei der CO2-Coalition das getan, was Wissenschaftler zu tun pflegen:

Wir haben uns die verfügbaren Daten angesehen. Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Byron Soepyan hat die Temperaturdaten des US Historical Climatology Network (USHCN) überprüft und festgestellt, dass sowohl die Zahl der Wetterstationen, die Temperaturen über 100 Grad F melden*, als auch die maximale Durchschnittstemperatur für den 4. Juli seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1895 leicht rückläufig sind – und nicht, wie von Ceppi behauptet, steigen.

[*100°F: Eine Marke, die in den USA gerne herangezogen wird, so wie bei uns die 30°C-Marke. 100°F ≅ 37,8°C. Temperaturspanne auf der linken Achse in nachstehender Graphik: 78°F ≈ 26°C; 86°F = 30°C; 96°F ≈ 35°C. A. d. Übers.]

Link: https://myemail.constantcontact.com/Hotter-than-the-4th-of-July.html?soid=1101509381788&aid=yWv4S3MlPxI

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Kommentar des Übersetzers: Die Meldung wurde auch in unseren deutschen Qualitätsmedien erwähnt. Aber jeder halbwegs gebildete Laie kann das als Unsinn erkennen, wenn man die folgenden Fragen stellt: Wo wurde gemessen, wann wurde gemessen, wie wurde gemessen?




Krise in Europa: Verantwortlich dafür ist die „grüne“ Energiepolitik

Steve Goreham

„Die Lektion aus Europa ist, dass die Abhängigkeit von Wind, Sonne und importiertem Erdgas eine teure und riskante Energiepolitik ist. Wenn man ein windarmes Jahr, einen kalten Winter, ein Embargo oder einen Krieg erlebt, kann man Wind und Sonne nicht aufdrehen.“

Das Jahr 2022 war für Europa eine Energiekatastrophe. Bürger und Unternehmen litten unter astronomischen Erdgas- und Strompreisen, himmelhohen Energierechnungen für Privathaushalte, stillgelegten Industrieanlagen und bankrotten Unternehmen. Beobachter machten die Unterbrechung der COVID-19-Lieferkette und die russische Invasion in der Ukraine dafür verantwortlich, aber der Elefant im Raum war Europas grüne Energiepolitik.

In den letzten zwei Jahrzehnten haben die Schließung traditioneller Kraftwerke und die Politik für erneuerbare Energien die europäischen Länder in hohem Maße von einer Kombination aus intermittierenden Wind- und Sonnenenergiequellen sowie Erdgas abhängig gemacht. Mehr als 100 Kernkraftwerke wurden geschlossen oder sollten geschlossen werden, darunter 30 in Deutschland und 34 in UK. Gleichzeitig kündigten 23 Länder an, aus der Kohle auszusteigen.

Im Jahr 2021 lieferten Wind, Sonne und Erdgas 48 Prozent des deutschen Stroms und den größten Teil des in Italien (63 %), Großbritannien (64 %) und den Niederlanden (78 %) verbrauchten Stroms. Die Haushalte in den Niederlanden beziehen 83 Prozent ihrer Heizenergie aus Erdgas, und im Vereinigten Königreich werden 78 Prozent der Haushalte mit Gas beheizt.

Der Anteil der Importe an der Energieversorgung des Kontinents steigt. Im Jahr 2000 produzierte Europa 56 Prozent seines Erdgases und 44 Prozent seines Erdöls. Doch die Region entschied sich, in Wind- und Solarenergie zu investieren, anstatt die Öl- und Gasproduktion durch Hydraulic Fracturing zu steigern. Im Jahr 2021 produzierte Europa nur noch 37 Prozent seines Erdgases und 25 Prozent seines Erdöls. Darüber hinaus schufen die steigenden Importe aus Russland eine große Abhängigkeit. Russland belieferte Europa im Jahr 2021 mit 27 Prozent seines Erdgases, 17 Prozent seines Erdöls und 38 Prozent seiner Kohle.

Im Jahr 2017 veröffentlichte die Europäische Kommission eine Studie, in der 49 Schieferformationen in Europa identifiziert wurden, die entweder Erdgas oder Erdöl enthalten, mit einem großen Schieferpotenzial in Bulgarien, Frankreich, Polen, Portugal, Rumänien, der Ukraine und UK. Ein großes Schieferfeld, der Fennoskandische Schild, erstreckt sich über Nordeuropa, von England bis zu den baltischen Staaten. Europa hat sich jedoch dafür entschieden, keines dieser Felder zu erschließen und stattdessen auf intermittierende Wind- und Solarenergie sowie Erdgasimporte zu setzen.

Im Jahr 2021 wehte der Wind in Europa dann nicht mehr so stark. Die Stromerzeugung aus Wind lag um 20 bis 30 Prozent unter den historischen Werten. Um den Ausfall der Windkraft zu kompensieren, verbrannten die Versorgungsunternehmen Gas zur Stromerzeugung. Am Ende des Jahres waren die Erdgasvorräte ungewöhnlich niedrig, und die Gaspreise stiegen.

In den Jahren 2019 und 2020 lagen die Erdgaspreise in Europa im Durchschnitt bei 13 bis 18 Euro pro Megawattstunde (€/MWh). Mit der wirtschaftlichen Erholung und dem Rückgang der Windstromerzeugung im Jahr 2021 die Preise bis Dezember 2021 auf 80 €/MWh. Dies war ein Preisanstieg um das Fünffache des Preises, der zwei Monate vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine verzeichnet worden war. Auch die Strompreise sind in die Höhe geschnellt und haben sich bis Ende 2021 versechsfacht, ebenfalls vor dem Einmarsch.

Als Russland am 24. Februar 2022 in die Ukraine einmarschierte, explodierten die Preise. Der Erdgaspreis stieg in Europa sofort auf über 100 €/MWh, und der Rohölpreis stieg auf über 100 $ pro Barrel. Die russischen Energieexporte nach Europa begannen zu sinken. Im April beschloss die Europäische Union, Kohleimporte aus Russland zu verbieten. Die russischen Gaslieferungen nach Europa gingen bis Juli 2022 um 80 Prozent zurück. Die Erdgaspreise stiegen bis August auf über 200 €/MWh. Die durchschnittlichen monatlichen Strompreise hatten sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 erneut verdoppelt und verzehnfacht.

Der beispiellose Anstieg der Energiepreise führte zu einem schrittweisen Rückgang des Lebensstandards in Europa. Selbst nach der Preiskontrolle durch die britische Regierung gaben die britischen Hausbesitzer bis zu 10 Prozent ihres Einkommens für die Energieversorgung ihrer Häuser und Fahrzeuge aus, das ist mehr als während der Ölkrise in den 1970er Jahren. Die Bewohner von uk kochten seltener, duschten weniger und drehten die Heizung in ihren Häusern herunter. In Deutschland haben sich die Gasrechnungen der Haushalte von 2021 bis 2022 mehr als verdoppelt, und die Kosten für Ölheizungen sind um drei Viertel gestiegen. Die Deutschen duschten und rasierten sich, wenn möglich, am Arbeitsplatz. Die Energierechnungen für italienische Familien waren die höchsten seit 25 Jahren.

Die Krise führte zum Bankrott mehrerer Energieversorgungsunternehmen. Bis Februar 2022 mussten 31 britische Erdgasversorger, die zwei Millionen Kunden belieferten, ihre Tätigkeit einstellen. Preiskontrollen hatten diese Unternehmen gezwungen, Gas zu Preisen zu verkaufen, die unter dem Großhandelspreis lagen. Die Uniper SE, Deutschlands größter Erdgasversorger, war gezwungen, Gas zu exorbitanten Preisen zu kaufen, nachdem der russische Riese Gazprom seine Lieferungen aufgrund des Krieges in der Ukraine eingestellt hatte. Im September 2022 erwarb die deutsche Regierung das Unternehmen für über 20 Milliarden Euro, doch die Kosten, einschließlich der täglichen Verluste, dürften sich auf 100 Milliarden Euro belaufen.

Die hohen Energiepreise haben energieintensive Industrien stark beeinträchtigt. Erdgas ist für die Herstellung von Ammoniak unerlässlich, das zur Herstellung von Harnstoff und Ammoniumnitratdünger verwendet wird. Die europäischen Düngemittelhersteller, die keine langfristigen Gasverträge abgeschlossen hatten, verloren bei jeder Tonne produzierten Düngemittels Geld. Mehr als die Hälfte der europäischen Ammoniakproduktion und 33 Prozent der Stickstoffdüngerproduktion wurden bis 2022 stillgelegt.

Die Metallerzeuger wurden in die Knie gezwungen. Für eine Tonne Aluminium werden etwa 15 Megawattstunden Strom benötigt, die zu Preisen von August 2022 7.000 Euro kosten, aber nur für weniger als 2.500 Euro verkauft werden können. Die Hälfte der europäischen Aluminium- und Zinkproduktion musste geschlossen werden. Hunderte von Unternehmen in der Chemie-, Düngemittel-, Energie-, Metall-, Stahl-, Glas-, Papier- und Lebensmittelindustrie kämpften um ihren Betrieb. Die Energiepolitik scheint die Weichen für eine neue Ära der Deindustrialisierung in Europa gestellt zu haben.

In der Öffentlichkeit unterstützen europäische Beamte nach wie vor Net Zero und den Übergang zu erneuerbaren Energien. Aber die Länder ziehen sich von der grünen Politik zurück. Am 6. Juli 2022 stimmte das Europäische Parlament dafür, Kernkraft- und Erdgasprojekte als „ökologisch nachhaltig“ einzustufen. Die Niederlande nahmen die Gasbohrungen wieder auf, und Dänemark, Italien und Norwegen kündigten Pläne zur Steigerung der Gasproduktion an. Fünfundzwanzig neue Terminals für den Import von Flüssigerdgas (LNG) waren in Arbeit oder bis Herbst 2022 geplant. Der Anstieg der LNG-Lieferungen aus den USA und anderen Ländern im Jahr 2022 sorgte dafür, dass in Europa im letzten Winter die Lichter nicht ausgingen.

Aufgrund der steigenden Gaspreise stieg die Stromerzeugung aus Kohle in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien und dem Vereinigten Königreich von 2021 bis 2022 um insgesamt mehr als 20 Prozent. Deutschland nahm 27 Kohlekraftwerke wieder in Betrieb. Dieser erhöhte Kohleverbrauch steht im Widerspruch zu den nationalen Versprechen, aus der Kohle auszusteigen.

Die Erdgas- und Strompreise sind in den letzten sechs Monaten gesunken, bleiben aber hoch. Die Gaspreise sind auf etwa 30 €/MWh und damit auf das Doppelte der Preise von 2020 gesunken, und die Strompreise liegen weiterhin beim Dreifachen der Preise von 2020. Aber Europa könnte erneut in Schwierigkeiten geraten, wenn der kommende Winter kalt ist.

Die Lehre aus Europa ist, dass die Abhängigkeit von Wind, Sonne und importiertem Erdgas eine teure und riskante Energiepolitik ist. Wenn man ein windarmes Jahr, einen kalten Winter, ein Embargo oder einen Krieg erlebt, kann man die Wind- und Solarenergie nicht mehr aufdrehen.

Autor: Steve Goreham is a speaker, author, and independent columnist on energy, sustainability, climate change, and public policy. More than 100,000 copies of his books are now in print, including his latest, Outside the Green Box: Rethinking Sustainable Development.

Link: https://www.cfact.org/2023/07/02/europes-crisis-blame-green-energy-policy/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE