Die Meerenge von Hormuz offenbart „grüne“ Schwachstellen und die Macht der USA

Vijay Jayaraj

In den unruhigen Gewässern der Straße von Hormus ist der Schiffsverkehr auf ein quälendes Kriechen verlangsamt worden. Etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt durch diese enge Passage. Fast die Hälfte des Rohöls, das nach Asien transportiert wird, muss diese Gewässer durchqueren.

Als der Iran-Konflikt eskalierte, erhöhten Versicherungsgesellschaften die Prämien drastisch, Reedereien verlangsamten die Abfahrten, und Frachteigentümer begannen, ihre Lieferungen zurückzuhalten. Das Ergebnis ist ein Engpass, an dem die Energieadern der Welt plötzlich verstopft zu sein scheinen.

Wir erleben gerade in Echtzeit, wie ein Jahrzehnt klimapolitisch bedingter Feindseligkeit gegenüber fossilen Brennstoffen die Widerstandsfähigkeit ausgehöhlt hat. Regierungen haben propagiert, dass die Einschränkung von Bohrungen und Pipelinebau im Inland im Namen der „Netto-Null“ die Welt sicherer machen würde. Die Straße von Hormus erzählt heute eine andere Geschichte.

Die westlichen Nationen haben die letzten zwei Jahrzehnte damit verbracht, ihre eigene Energieunabhängigkeit systematisch zu untergraben. Angetrieben von Klimapanik haben europäische Staats- und Regierungschefs ihre heimischen Produktionskapazitäten bewusst abgebaut. Deutschland hat seine Kern- und Kohlekraftwerke im Rahmen von Umweltvorgaben stillgelegt und damit eine verzweifelte Abhängigkeit von Flüssigerdgas (LNG) aus fernen Lieferquellen erzwungen.

Großbritannien hat auf die reichhaltigen Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee verzichtet und Milliarden Barrel im Boden belassen, um den Forderungen von Umweltaktivisten nachzukommen. In Kanada haben regulatorische Hürden wichtige Infrastrukturprojekte blockiert, wie beispielsweise den Ausbau der Trans-Mountain-Pipeline, der darauf abzielte, die Fördermengen aus den riesigen Ölsandvorkommen in Alberta auf die Weltmärkte zu transportieren. Diese Entscheidungen, die auf einer Darstellung von Kohlenwasserstoffen als Bösewichte beruhen, haben die Selbstversorgung untergraben.

Durch die künstliche Unterdrückung der heimischen Exploration haben die Industrienationen ihre eigene Abhängigkeit von volatilen Energieimporten aus dem Ausland herbeigeführt. Sie tauschten sichere, im eigenen Land gewonnene Energie gegen extrem anfällige Versorgungswege ein, die durch feindlich gesinnte Regionen verlaufen. Als die russischen Gasliefermengen nach 2022 zusammenbrachen, bemühten sich viele europäische Regierungen, LNG-Ladungen zu horrenden Preisen zu chartern und kurzfristige Verträge mit Lieferanten aus den Golfstaaten und den USA abzuschließen.

Diese Erfahrung hätte eine nüchterne Neubewertung auslösen müssen. Stattdessen haben die politischen Entscheidungsträger ihre Netto-Null-Versprechen noch verstärkt und die Krise als Vorwand genutzt, um den „Wandel“ zu beschleunigen, anstatt die Grundlastkapazitäten wieder aufzubauen oder eine diversifizierte langfristige Versorgung sicherzustellen. Die aktuelle Störung im Hormuz-Kanal ist ein zweiter Weckruf, und diesmal sind ihre Notfallpläne so gut wie nicht vorhanden.

Südost- und Nordostasien stehen im Epizentrum dieses Schocks. Fast die Hälfte des gesamten für Asien bestimmten Rohöls fließt durch die Straße von Hormus. Südkorea, Japan, Taiwan und andere Länder haben weltweit führende Produktionswirtschaften aufgebaut in der Annahme, dass Öl und Gas aus der Golfregion weiterhin verfügbar und erschwinglich bleiben würden.

Südkoreas industrielle Kerngebiete – die Fabriken in Gyeonggi-do, die Raffinerien und Werften in Ulsan – werden mit importierter Kohle, Öl und LNG betrieben. Im Jahr 2024 deckten fossile Brennstoffe 79 % des Primärenergieverbrauchs. Auch Japans Raffinerien versorgen ein dichtes Ökosystem aus Automobil-, Elektronik- und Chemieanlagen, die die unregelmäßige Energie von Wind und Sonne nicht durch eine konstante Verbrennung ersetzen können.

Die finanzielle Quittung für diese grüne Illusion ist brutal und unmittelbar. Am Morgen des 4. März brach der südkoreanische Markt um 12 % ein und löste einen Kurssturz aus, der innerhalb weniger Minuten zu einem dramatischen Absturz führte. Südkoreanische Aktien stürzten um über 10 % ab, wodurch 430 Milliarden Dollar an Wert verloren gingen und angesichts des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten ein 17-Jahres-Tief erreicht wurde.

Um geopolitischen Schocks wie dem aktuellen Konflikt standhalten zu können, benötigen Länder mehr Kapazitäten bei der regelbaren Stromerzeugung, mehr Speicher und ein wirklich diversifiziertes Lieferanten-Portfolio. Das bedeutet langfristige Öl- und LNG-Verträge mit Produzenten außerhalb der Golfregion, neue Empfangsterminals und gegebenenfalls Investitionen in Kohle.

Es bedeutet auch, Erdgas als tragenden Pfeiler zu betrachten und nicht als „Brücke“, die planmäßig abgebaut werden soll. Keine der Schwerindustrien der Region kann allein mit Wind- und Solarenergie funktionieren. So zu tun, als wäre es anders, senkt die Emissionen nicht; es erhöht lediglich die Wahrscheinlichkeit von Stromausfällen, wenn das nächste Mal Tanker in einem Kriegsgebiet festsitzen.

Außerdem bricht die Klimakrise-Propaganda die diese globale Verwundbarkeit vorangetrieben hat, endlich unter ihrem eigenen Gewicht zusammen. Die Maske fällt. Große Investmentfirmen, globale Fluggesellschaften und riesige Geschäftsbanken lassen ihre Netto-Null-Agenden stillschweigend fallen. Die finanziellen Erträge aus den vorgeschriebenen grünen Investitionen erwiesen sich als katastrophal.

Die Störungen in der Straße von Hormus haben deutlich gemacht, wie eine politische Kampagne gegen fossile Brennstoffe, die auf übertriebenen Klimabehauptungen basiert und durch Finanzmaßnahmen und Regulierung durchgesetzt wird, die Energiesicherheit sowohl reicher als auch armer Länder untergraben hat. Wenn Versicherer den Versicherungsschutz für Tanker kündigen und die Märkte in Seoul innerhalb weniger Stunden Verluste in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar erleiden, wird deutlich, welchen Preis es hat, eine Wirtschaft auf Ideologie statt auf physikalischen Gesetzen aufzubauen.

Die Krise zeigt auch die Fähigkeit Amerikas, Verbündete und die Armen zu unterstützen. Langfristige LNG-Verträge mit asiatischen und europäischen Partnern, gepaart mit der Unterstützung einer angemessenen Finanzierung von Öl- und Gasprojekten in Entwicklungsländern, können die Abhängigkeit von Engpässen wie Hormuz und von erpresserischen Lieferanten verringern. Die Energiesouveränität für Indien, Südostasien und Afrika steht im Einklang mit den strategischen Interessen und der moralischen Haltung der USA.

This commentary was first published at Washington Examiner March 16.

Link: https://cornwallalliance.org/hormuz-choke-point-displays-green-vulnerabilities-and-us-power/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Temperatur-Gegensätze in den USA: Hitze-Dom vs. Arktischer Einbruch

Cap Allon

Vorbemerkung des Übersetzers: Dieser Beitrag ist die Version von Cap Allon zu der Mega-Entwicklung in den USA, die ich selbst hier beschrieben habe. – Ende Vorbemerkung

Ein stark mäandrierender Jetstream hat beide Seiten des gleichen Phänomens hervorgebracht – extreme Frühlingshitze im Westen, unmittelbar gefolgt von einem starken arktischen Kälteeinbruch über den zentralen und östlichen Vereinigten Staaten.

In der Nähe von Yuma, Arizona, stiegen die Temperaturen am 20. März auf rund 43–44 °C und erreichten damit Rekordwerte für den Monat März. Auslöser war eine klassische Blockierung: ein starker Höhenrücken über dem Südwesten, der Teil eines ausgeprägten „Omega-Blocks“ war.

Unter diesem Hochdruckrücken sinkt die Luft ab und erwärmt sich adiabatisch. Die Wolkendecke löst sich auf. Die Sonneneinstrahlung erreicht ihr Maximum. Das Ergebnis ist eine Hitzewelle: anhaltend, trocken und lokal extrem. Das entspricht den grundlegenden Gesetzen der Atmosphärenphysik.

Wenn sich der Jetstream verstärkt, erzeugt er keine Wärme aus dem Nichts. Er verteilt die vorhandene Wärme neu und verstärkt sie lokal durch Absinken. Das gleiche Wellenmuster, das den Hochdruckrücken aufbaut, zwingt an dessen Ostflanke eine tiefe Tiefdruckrinne auf. Diese Rinne öffnet den Weg für arktische Luft.

Innerhalb weniger Stunden kehrte sich das Muster um. Die Temperaturen in den Plains und im Mittleren Westen brachen ein. In Teilen von Iowa wurden innerhalb weniger Stunden Temperatur-Rückgänge von mehr als 22°C verzeichnet – eine direkte Folge der Verschiebung des Jetstreams, die es dichter, kalter kanadischer Luft ermöglichte, nach Süden vorzudringen.

Auch die Differenzen werden in Grad Fahrenheit angegeben. Für Grad Celsius kann man die Fahrenheit-Werte grob halbieren. A. d. Übers.

Das ist kein neuer oder ungewöhnlicher Vorgang. Es handelt sich um Wellendynamik. Ein mehr mäandrierender Jetstream verstärkt den Kontrast. Warme Luft dringt weiter nach Norden, kalte Luft weiter nach Süden vor, als es ohne dieses Phänomen der Fall wäre.

Und das ist noch nicht alles. Für Ende März wird die Entstehung eines weiteren Kaltluft-Troges simuliert, der arktische Luft weiter nach Süden in den mittleren und östlichen Teil der USA advehieren wird.

Das gleiche atmosphärische Muster war sowohl für die Rekordhitze in Arizona als auch für den ungewöhnlichen Kälteeinbruch im Mittleren Westen verantwortlich. Das eine ist eine direkte Folge des anderen. So verhält sich ein stark mäandrierender Jetstream – eine Umverteilung von Energie, mit Extremen auf beiden Seiten der Strömung.

Solare Schwankungen verändern die Stratosphäre und den Polarwirbel, was sich wiederum auf Rossby-Wellen und das Verhalten des Jetstreams auswirkt. Studien bringen eine geringere Sonnenaktivität mit verstärkter Blockierung und einer stärker meridionalen Strömung in Verbindung. Da die Sonne kürzlich zum ersten Mal seit Jahren wieder fleckenlos war, ist der Zeitpunkt dieser erheblichen Verstärkung des Jetstreams bemerkenswert (auch wenn ein direkter Zusammenhang weiterhin spekulativ bleibt).

Link: https://electroverse.substack.com/p/vostok-plunges-to-734c-as-deep-cold?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email (Zahlschranke)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Wind- und Solarmüll türmt sich immer weiter auf

H. Sterling Burnett

„Climate Change Weekly“ hat sich bereits mit einem schwerwiegenden, aber selten umfassend diskutierten Problem im Zusammenhang mit industriellen Solar- und Windkraftanlagen befasst: dem Abfall am Ende der Lebensdauer.

Dies ist kein Problem der fernen Zukunft, sondern ein aktuelles. Viele der ersten Windkraftanlagen und Solarmodule nähern sich dem Ende ihrer Nutzungsdauer oder werden sogar vorzeitig ersetzt, kommen doch neue, effizientere Module und leistungsstärkere Turbinen auf den Markt. Darüber hinaus verursachen Notfälle weiteren Abfall, wie beispielsweise die Hagelschäden in Texas im Jahr 2024 und die jüngsten Schäden in Indiana und Illinois, wo riesige industrielle Solaranlagen durch Stürme zerstört wurden, darunter Hagel und Tornados, wodurch die Anlagen außer Betrieb gesetzt wurden und ein Sanierungsproblem entstand, wobei viele Anwohner und Gemeinden in der Umgebung ihre Besorgnis über potenziell giftige Chemikalien äußerten, die aus den zerbrochenen Modulen austreten könnten.

In einem Beitrag aus dem Jahr 2023 stellte ich fest, dass einige wenige Medien – wirklich nur sehr wenige – begonnen hatten, das wachsende (das Wortspiel ist durchaus beabsichtigt, wenn man die riesigen Berge von Turbinenflügeln, Wellen und Modulen bedenkt) und drängende Problem anzuerkennen und anzusprechen, was mit den Abfällen aus der Wind- und Solarenergie geschehen soll.

Das Recycling von Solarmodulen ist schwierig und teuer. Es kostet 30 Dollar, jedes Solarmodul zu recyceln, um Mineralien, Metall und Glas im Wert von 3,00 bis 8,00 Dollar zurückzugewinnen. Im Gegensatz dazu kostet es etwa 1,00 Dollar pro Modul, gebrauchte Module auf eine Deponie zu transportieren, und etwas mehr, ineffiziente gebrauchte Module zur Wiederverwendung in Entwicklungsländern in Übersee zu verschiffen, wodurch die Abfallprobleme an einen anderen Ort verlagert werden.

Aus wirtschaftlichen Gründen wird weniger als jedes zehnte Solarmodul recycelt. Da jedes Jahr Millionen weiterer Module installiert werden, verschärft sich das Problem.

„Der Grund, warum sich nicht mehr Unternehmen mit dem Recycling von Solarmodulen befassen ist, dass es wirtschaftlich keinen Sinn ergibt“, erklärte A. J. Orben, Vizepräsident von We Recycle Solar, gegenüber GreenBiz im Jahr 2023, als ich erstmals über dieses Problem berichtete. „Die Kosten für die Zerlegung eines Moduls und die Rückgewinnung der Rohstoffe sind höher als der Wert der Rohstoffe selbst.“

Das mit der industriellen Windenergie verbundene Abfallproblem ist noch größer. Zwar kann das Metall in den Türmen und Maschinen recycelt werden, doch ist es schwierig, die massiven Rotorblätter sinnvoll zu verwerten, außer sie für bestimmte Zwecke in kleine Stücke zu zerkleinern, was sehr kostspielig ist. Die Stilllegung und Entsorgung jeder Onshore-Windkraftanlage vom Sockel bis zum Rotorblatt kostet schätzungsweise zwischen 440.000 und 675.000 US-Dollar pro Einheit, wobei die Kosten für den Abbau von Offshore-Windkraftanlagen Schätzungen zufolge bei über 1 Million US-Dollar liegen. Der Wert des Materials aus den Türmen und Getrieben beträgt etwa 28.000 US-Dollar pro Einheit, also weit weniger als ein Zehntel der Abbaukosten. Infolgedessen landen Metall, Getriebe, Beton und andere Materialien oft auf Deponien, ebenso wie die Verbundwerkstoff-Rotorblätter, nachdem sie unter hohem Kostenaufwand und mit hohen CO₂-Emissionen durch die zum Transport und Zerkleinern eingesetzten Maschinen zerkleinert wurden. Die Rotorblätter werden meist deponiert oder einfach oberirdisch der langsamen Zersetzung überlassen, wodurch beträchtlicher Platz verschwendet wird.

Vor fünf Jahren beschrieb der Journalist Duggan Flanakin die Entsorgungsverfahren und die Probleme, mit denen die Branche damals konfrontiert war – Probleme, die sich mit der steigenden Anzahl und Größe der Windkraftanlagen nur noch verschärft haben:

Für den Transport jedes einzelnen Rotorblatts zur Deponie ist ein eigener Sattelzug erforderlich, und für das Zerkleinern ist leistungsstarke Spezialausrüstung nötig. Da allein in den Vereinigten Staaten bereits jährlich rund 8.000 Rotorblätter außer Betrieb genommen werden, ergibt das 32.000 Lkw-Ladungen in den nächsten vier Jahren; in wenigen Jahren werden diese Zahlen um das Fünffache steigen.

Einige Windenergieunternehmen zerschneiden die riesigen Rotorblätter in kurze Abschnitte, bevor sie sie auf Deponien bringen, weil den meisten Deponien die entsprechenden Schneidwerkzeuge fehlen. Die heutigen Rotorblätter sind 20 Prozent länger und ihre Türme bis zu 60 m höher als die meisten der derzeit auf Deponien gelagerten.

Die Entsorgungskosten für Windkraftanlagen belaufen sich auf über 400.000 Dollar pro Stück [Anmerkung von HSB: siehe die oben angegebene aktualisierte, höhere Kostenzahl]. Das bedeutet, dass die Entsorgung der derzeit in den USA im Einsatz befindlichen 60.000 Windkraftanlagen 24 Milliarden Dollar kosten würde. Die Kosten und die Belastung für bestehende Deponien werden steigen, erreichen doch immer mehr längere und schwerere Rotorblätter das Ende ihrer Lebensdauer.

In den nächsten 20 Jahren könnten allein in den USA 720.000 Tonnen Abfall aus Rotorblättern entsorgt werden müssen. Ein Bericht aus dem Jahr 2018 prognostizierte jedoch einen Rückgang der Deponiekapazitäten in den USA um 15 % bis 2021, wobei nur noch Kapazitäten für etwa 15 Jahre verbleiben. Wir werden völlig neue Deponien genehmigen müssen, nur um den Abfall von Windkraftanlagen zu bewältigen – zusätzlich zu den Bergen von Solar- und Batterieabfällen.

Nicht jede Deponie ist für die Entsorgung von Windturbinen-Abfällen zertifiziert, und viele der zertifizierten Deponien haben sich entschieden, dies abzulehnen, da der Platzbedarf einfach zu groß ist. Die vorzeitige Schließung von Deponien, weil in der Grube oder auf dem Haldenplatz kein Platz mehr ist, ist kostspielig und zwingt die Gemeinden dazu, neue Deponien oder andere Wege zur Abfallentsorgung zu finden. Es macht für die Kommunalverwaltungen immer weniger Sinn, so viel Platz auf öffentlichen Deponien für Unternehmen zu reservieren, die bereits von enormen staatlichen Subventionen profitieren, wobei die Kosten von den Steuerzahlern und Gemeinden getragen werden.

Dies hat die Profiteure der Windkraftbranche zu einer anderen „Lösung“ veranlasst: Sie lagern stillgelegte Windkraftanlagen oberirdisch auf Freiflächen. Tausende Hektar sind mit Windkraftanlagen übersät, die dort im Laufe der Zeit verrotten – mit unbekannten Auswirkungen auf die Umwelt – auf Flächen, die für andere Zwecke als als Windkraft-Schrottplätze genutzt werden könnten. Diese Praxis ist umstritten, und staatliche sowie lokale Behörden gehen zunehmend gegen die wachsende Zahl unregulierter Halden mit unbrauchbarem Abfall vor, die von der Windkraftindustrie hinterlassen werden.

Im Jahr 2023 stellte ich fest, dass einige Medien begonnen hatten, über das Abfallproblem zu berichten, doch diese Berichterstattung und Analyse ließ bis vor kurzem wieder nach. Wissenschaftler und Analysten zeigen in letzter Zeit aber erneut verstärktes Interesse, vielleicht weil das sich verschärfende Problem selbst für diejenigen in ihren Elfenbeintürmen und Vorstandsetagen nicht mehr zu ignorieren ist.

Die London School of Economics (LSE) hat kürzlich über das Problem der Solarabfälle in Australien berichtet. Auch wenn das Erkennen des Problems der erste Schritt zu seiner Lösung ist, bietet der LSE-Artikel leider keine neuen Lösungen: Er fordert die Regierungen auf, Solarunternehmen dazu zu verpflichten, alte Solarmodule zur Wiederverwendung oder zum Recycling zurückzunehmen. Das ist alles schön und gut, nur werden dabei die damit verbundenen Kosten nicht berücksichtigt – und genau das ist der Grund, warum dies derzeit so selten geschieht. Da die Kosten für Recycling und Wiederverwendung so viel höher sind als die für die einfache Deponierung der Abfälle, würde eine Verpflichtung der Solarunternehmen dazu bedeuten, dass sie diese Kosten einfach an die Verbraucher oder Steuerzahler weitergeben, beispielsweise durch die Erhebung einer Entsorgungsgebühr für jedes Modul. Da Solarenergie nach wie vor teurer ist als klassische Energiequellen, würde dies die ohnehin schon schnell steigenden Stromrechnungen nur noch weiter verteuern.

Vielleicht ist Australien nicht mit der Krise der Bezahlbarkeit konfrontiert, die den Einwohnern der Vereinigten Staaten Sorgen bereitet, aber ich bezweifle das, da glaubwürdige Schätzungen darauf hindeuten, dass die Australier allein bis Mitte 2026 mit einem Anstieg ihrer Stromrechnungen um 24 Prozent rechnen müssen. Die Aufnahme hoher Entsorgungsgebühren für Solaranlagen in die Rechnungen der Stromkunden – selbst wenn diese versteckt oder irgendwie als harmlos bezeichnet werden – scheint kein guter Weg zu sein, um niedrigere Preise – oder die Wiederwählbarkeit der Politiker – zu sichern, es sei denn, die australischen Wähler unterscheiden sich von denen in den Vereinigten Staaten, wo Meinungsumfragen eine mangelnde Bereitschaft zeigen, höhere Energiepreise zur Bekämpfung des Klimawandels zu zahlen.

Die LSE ist jedoch nicht die einzige akademische Einrichtung, die das Problem der Abfallströme im Bereich der erneuerbaren Energien anerkennt, wenn auch verspätet. Ein kürzlich in der Harvard Business Review (HBR) veröffentlichter Artikel mit dem Titel „The Dark Side of Solar Power“ beschreibt, wie Subventionen und Effizienzsteigerungen viele Verbraucher dazu veranlassen, erstmals Solarmodule zu kaufen, und andere dazu, ihre bestehenden Solarmodule durch effizientere Modelle zu ersetzen, bevor die Subventionen auslaufen. Das Ergebnis: ein nicht nur vorübergehender, sondern langfristiger Überschuss an unerwünschten Solarmodulen.

Die Autoren der HBR-Analyse schreiben:

Sollten vorzeitige Auswechslungen wie von unserem statistischen Modell vorhergesagt eintreten, können sie in nur vier Jahren 50-mal mehr Abfall verursachen, als von der IRENA erwartet. …

So alarmierend diese Zahlen auch sind, werden sie der Krise möglicherweise nicht ganz gerecht, da sich unsere Analyse auf Anlagen in Privathaushalten beschränkt. Bezieht man gewerbliche und industrielle Solaranlagen mit ein, könnte das Ausmaß der Auswechslungen noch viel, viel größer sein.

Die derzeitigen Kreislaufkapazitäten der Branche sind für die zu erwartende Abfallflut völlig unzureichend. Der finanzielle Anreiz, in Recycling zu investieren, war in der Solarbranche noch nie besonders groß. Zwar enthalten Solarmodule geringe Mengen wertvoller Materialien wie Silber, doch bestehen sie größtenteils aus Glas, einem Material von äußerst geringem Wert. …

Infolgedessen ist die Recycling-Infrastruktur angesichts des Produktionsbooms in der Solarbranche weit zurückgeblieben. …

Die direkten Kosten für das Recycling machen jedoch nur einen Teil der Belastung am Ende der Lebensdauer aus. Solarmodule sind empfindliche, sperrige Geräte, die in der Regel auf den Dächern von Wohnhäusern installiert sind. Für ihre Demontage und den Abtransport ist Fachpersonal erforderlich, damit sie nicht schon auf dem Weg zum Lkw in tausend Stücke zerbrechen. Zudem stufen manche Regierungen Solarmodule aufgrund der geringen Mengen an Schwermetallen (Cadmium, Blei usw.), die sie enthalten, als Sondermüll ein. Diese Einstufung bringt eine Reihe kostspieliger Auflagen mit sich – Sondermüll darf nur zu bestimmten Zeiten und über ausgewählte Routen transportiert werden usw.

Ähnlich wie der Artikel der LSE benennt auch die HBR-Analyse das Problem, doch ihre Lösungsvorschläge greifen bei weitem zu kurz: „Recycling großartig machen“ – als gäbe es einen Zaubertrick, der dies ohne massive staatliche Subventionen oder eine erzwungene Rücknahme und Aufbereitung durch die Industrie bewerkstelligen könnte, deren Kosten letztendlich auf die Verbraucher abgewälzt werden.

Staatliche Subventionen und Auflagen haben das Problem der erneuerbaren Abfälle geschaffen. Die Lösung hierfür wären nicht noch teurere, fehlgeleitete staatliche Auflagen oder Subventionen, sondern die Beendigung von Anreizen und Auflagen für Wind- und Solarenergie, die allein für den riesigen Abfallstrom verantwortlich sind – einschließlich der durch den Bergbau zerstörten Flächen und der Giftstoffe, die in der gesamten Lieferkette von Wind- und Solarenergie, einschließlich Bergbau, Raffination, Bau, Installation, Stilllegung und Entsorgung, endemisch sind.

Quellen: CFACT; Harvard Business Review; London School of Economics; Climate Change Weekly

Link: https://heartland.org/opinion/climate-change-weekly-574-the-fight-for-an-honest-judicial-assessment-of-climate-science-is-not-over/, zweite Meldung

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




US-Demokraten: Rückzug aus dem Klimaaktivismus (Bezahlbarkeit von Energie, Wahlchancen im Spiel)

Robert Bradley Jr., MasterResource

„Der Kurswechsel von New Yorks Gouverneurin Hochul könnte für Demokraten im ganzen Land zum Vorbild werden, versuchen sie doch verzweifelt, die Wähler davon zu überzeugen, dass sie die Probleme im Zusammenhang mit den Lebenshaltungskosten – einschließlich der Energiekosten – im Vorfeld der Zwischenwahlen entschlossen angehen.“ – Politico, 7. März 2026

Wenn Sie das nächste Mal hören, dass Klimapolitik bezahlbar ist oder dass Wind- und Solarenergie Geld sparen, schauen Sie aus dem Fenster. Was sagen die Verbraucher? Was sagen Politiker, die unter dem Druck der Bezahlbarkeit stehen? Keine noch so große Anzahl von Studien oder Panikmache zum Thema Klima kann widerlegen, was in der realen Welt geschieht. Energiepreise und Energieökonomie spielen eine wesentliche Rolle.

Die Governeurin von New York Kathy Hochul

Demokratische Politiker nehmen heute Abstand von den ehrgeizigen Klimazielen der Vergangenheit. Man beachte diesen Artikel in Politico [Titel übersetzt]: „‚Belastet den Geldbeutel der Bürger‘: Hochul drängt auf eine Einschränkung des wegweisenden Klimagesetzes.“

„Die Gouverneurin von New York drängt aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Finanzierbarkeit auf Änderungen am wegweisenden Klimagesetz des Bundesstaates, was den landesweiten Konflikt zwischen hohen Energiepreisen und Umweltzielen reflektiert“, berichtet Marie French und fügt hinzu:

Dies ist eine erhebliche Kehrtwende für Gouverneurin Kathy Hochul, die einst auf internationaler Ebene für New Yorks Klimaschutzbemühungen eintrat und Genehmigungen für Gaskraftwerke ablehnte. Die gemäßigte Demokratin hat die Weichen gestellt, um in den kommenden Wochen in den geheimen Haushaltsverhandlungen hinter verschlossenen Türen in Albany auf Änderungen hinzuwirken. Der 2019 gesetzlich verankerte „Green New Deal“ des Bundesstaates ist in Gefahr. Mit Hochuls Worten: „Es gab so viele unvorhergesehene Faktoren. Es werden enorme Kosten entstehen.“

Der Rückzieher des Staates New York „könnte den bedeutendsten Rückschlag für den Klimaschutz in einer liberalen Hochburg darstellen, seit die Progressiven das Konzept des ‚Green New Deal‘ aufgegriffen haben“ – ist Teil eines größeren Ganzen. French:

Hochuls Haltung reflektiert einen nationalen Wandel innerhalb der Demokraten in der Energiepolitik, weil diese sich angesichts kurzfristiger Herausforderungen bzgl. der Umsetzung und einer scheinbar unüberwindbaren Opposition der US-Bundesregierung gegen saubere Energie wieder verstärkt auf die Bezahlbarkeit konzentrieren. Auch potenzielle Präsidentschaftskandidaten für 2028 – der Gouverneur von Pennsylvania Josh Shapiro und der Gouverneur von Kalifornien Gavin Newsom – haben einige klimafreundliche Vorschläge gebremst oder ganz aufgegeben.

Darüber hinaus berichtet French: „Hochuls Kurswechsel könnte für Demokraten im ganzen Land zum Vorbild werden, da sie verzweifelt versuchen, die Wähler davon zu überzeugen, dass sie die Probleme im Zusammenhang mit den Lebenshaltungskosten – einschließlich der Energiekosten – im Vorfeld der Zwischenwahlen entschlossen angehen.“

Was die Kosteninflation betrifft – die Gegner als „Green New Deal-Betrug“ bezeichnen –, warnt Hochul, dass die CO2-Bepreisung die Benzinpreise um 2,23 Cent pro Gallone und die Heizkosten um über 3.000 Dollar pro Jahr in die Höhe treiben könnte.

Kritiker der Rücknahme räumen ein, dass die Erschwinglichkeit von Energie (soziale Gerechtigkeit?) wichtig ist. Aber sie behaupten fälschlicherweise, dass Wind-, Solar- und andere erzwungene Klimamaßnahmen Geld sparen. Nein: Hören Sie zur Abwechslung einmal auf die Öffentlichkeit und Ihre eigenen Politiker.

Sheldon Whitehouse hält durch

Ähnlich lautete der Tenor in einem weiteren Artikel von POLITICO mit dem Titel [übersetzt] „Demokraten scheuen sich vor Klimathemen. Einer der ihren wehrt sich“ (25. Januar 2026). „Einer der lautstärksten Klimaschützer im Kongress versucht, einen Vorstoß innerhalb seiner Partei abzuwehren, die Forderungen nach Bekämpfung des Klimawandels aufzugeben, während linksgerichtete Agenda-Setter planen, bei den Zwischenwahlen beide Kammern des Kongresses zurückzugewinnen“, schreiben Amelia Davidson und Kelsey Brugger zu Beginn. Das politische Problem?

Nun zeigen die Demokraten zunehmend, dass sie zu dem Schluss gekommen sind, es sei ein aussichtsloses Unterfangen, damit zu werben, wie sie die Produktion fossiler Brennstoffe eindämmen wollen, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels abzuwenden. Stattdessen konzentrieren sie sich auf Maßnahmen, welche die Energiekosten senken sollen, und greifen dabei massiv auf Argumente zur Erschwinglichkeit zurück, die von Trump und den Republikanern im Kongress vorgebracht werden.

Der Rückzug des Klimaaktivismus‘ als Thema am Esstisch wird zunehmend bemerkt. „Ist das wirklich das nächste Kapitel der Klimabewegung?“, fragte Stephen Lacey, Mitbegründer und Chefredakteur von Latitude Media, einer Publikation, die „die neuen Grenzen der Energiewende beleuchtet“.

Davidson und Brugger weiter:

Falls dem so ist, wird dies lediglich dazu führen, dass die Wähler noch weiter verprellt werden. Der progressive Ansatz zur Klimamobilisierung hat es weitgehend versäumt, tragfähige Bündnisse und politische Strategien aufzubauen. Die Wahl Trumps hat deutlich gezeigt, dass die Themen am wichtigsten sind, welche die Menschen am eigenen Leib spüren. Wir befinden uns in einer außergewöhnlichen Situation, in der die Menschen Schwierigkeiten haben, ihre Energierechnungen zu bezahlen – und das soll die Antwort sein? Ich stimme Michael Liebreich zu, dass wir einen tiefgreifenden, pragmatischen Neustart in der Klimapolitik brauchen.

Ein Megatrend

MasterResource hat die sich wandelnde Politik rund um den Klimalarmismus und die erzwungene Energiewende verfolgt. Beachten Sie allein schon die folgenden Beiträge aus dem letzten Jahr.

Der Rückzug begann bereits vor der zweiten Amtszeit Trumps, als die weltweite Politik gegen fossile Brennstoffe angesichts der energie- und wirtschaftspolitischen Realitäten ins Stocken geriet. Frühere Beiträge umfassten:

Anhang: Ein breiteres Problem

Auf das übergeordnete Problem der Übernahme der Demokratischen Partei durch die progressive Linke wurde bereits in den vergangenen Monaten hingewiesen. Hier einige Zitate aus der New York Times:

Ich sehe nicht, wie eine „kämpferische“ Demokratische Partei darauf hoffen kann, den Senat zurückzugewinnen, geschweige denn das aufzubauen, was jeder kämpferische Liberale angeblich will – nämlich jene dauerhafte Mehrheit, die den Trumpismus und den Populismus tatsächlich an den Rand drängen könnte –, wenn sie sich nicht eingesteht, dass es bei den Ereignissen von 2024 nicht nur um Joe Bidens Alter oder Elon Musks Algorithmus ging. Es war auch ein ideologisches Referendum, und der Progressivismus hat verloren.

– Ross Douthat, „Es ist offensichtlich, warum Harris 2024 verloren hat. Aber können die Demokraten das akzeptieren?“ New York Times (1. November 2025)

„Innerhalb der Demokratischen Partei – in ihren Hinterzimmern und Gruppenchats, auf ihren Konferenzen und in ihren Online-Streitgesprächen – hat sich eine zunehmend erbitterte Debatte darüber entfacht, wie sich die Partei wandeln muss, um den Trumpismus zurückzudrängen. Muss sie populistischer werden? Moderater? Sozialistischer? Sich die Agenda des Überflusses zu eigen machen? Mehr hochformatige Videos produzieren?

„Die Antwort lautet: Ja, ja zu all dem – aber zu nichts davon im Besonderen. Die Demokratische Partei muss sich nicht dafür entscheiden, nur eine Sache zu sein. Sie muss sich dafür entscheiden, mehr Dinge zu sein.“

„Das erfordert einen pluralistischeren Ansatz in der Politik. Es erfordert, dass die Demokratische Partei interne Unterschiede als eine Stärke betrachtet, die gepflegt werden muss, und nicht als einen Makel, der beseitigt werden muss. Das ist der Geist, den sie sich zu eigen machen muss. Nicht Mäßigung. Nicht Progressivismus. Sondern, im älteren politischen Sinne des Wortes, Repräsentation.“

„Eine Sorge, die ich derzeit in Bezug auf die Demokraten habe ist, dass sie sich nicht der Tatsache stellen wollen, wie groß der Teil des Landes ist, der mit ihnen nicht einer Meinung ist.“

– Ezra Klein, „So besiegt man Trump – und den Trumpismus.“ New York Times (2. November 2025)

Ob die jüngste Außenpolitik (der Irankrieg) das oben Gesagte umkehrt, bleibt abzuwarten.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/03/19/democrats-retreat-from-climate-activism-energy-affordability-electability-in-play/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Neue Studie: Der Einbruch des antarktischen Meereises wurde durch Winde ausgelöst

Cap Allon

Laut einer neuen Studie in „Nature Climate Change“ (veröffentlicht am 18. März) wurden die Verluste antarktischen Meereises, die 2015 begannen und 2023 ihren Höhepunkt erreichten, durch natürliche ozeanische und atmosphärische Prozesse verursacht.

Von 2008 bis 2015 erreichte die Ausdehnung des antarktischen Meereises Rekordwerte, wobei die höchsten Werte seit Beginn der Satellitenbeobachtung in den Jahren 2012 bis 2015 verzeichnet worden waren. Dann kam es zu einer Kehrtwende. Von 2016 bis 2017 war das Meereis auf Rekordtiefstände eingebrochen.

Die Studie stellt fest, dass sich zwischen 2005 und 2015 eine als „Winterwasser“ bekannte kalte Isolierschicht allmählich verdünnte, während wärmeres Tiefenwasser näher an die Oberfläche stieg. Im Jahr 2015 wirbelten ungewöhnlich starke Winde den Südlichen Ozean auf, vermischten die Wärme aus dem Unterwasserbereich nach oben, brachen die Schichtung auf und trugen so zum raschen Verlust des Meereises bei.

a, Zonale mittlere Anomalien der Meereisfläche im Südlichen Ozean (2005–2022). Die gestrichelte Kurve zeigt die Grenze bei 15 % Meereiskonzentration; die vertikale gestrichelte Linie markiert den Übergang von hohem zu niedrigem Meereis im August 2015. b–d, Mittlere Anomalien der Meereiskonzentration für 2005–2011 (b), 2012–August 2015 (c) und September 2015–2021 (d).

Die Studie stellt fest, dass der Rückgang „wahrscheinlich eine Folge atmosphärischer Antriebe“ war und „letztendlich durch starke Winde im Jahr 2015 ausgelöst wurde“. Mit anderen Worten: Die Verluste an antarktischem Meereis nach 2015 waren eine durch Winde verursachte Verschiebung des Ozeanregimes, eine CO2-bedingte Schmelze war nicht zu erkennen.

Das Meereis der Antarktis reagiert offensichtlich sehr empfindlich auf Zirkulation, Schichtung, Windantrieb und die vertikale Umverteilung von Meereswärme. Das gleiche übergeordnete System, das zu Rekordhöhen beitrug, trug auch zum Einbruch bei, als sich die zugrunde liegende Ozeanstruktur veränderte und stärkere Winde eine Durchmischung auslösten.

Die Autoren räumen ein, dass Modelle Schwierigkeiten haben, sowohl den Zeitpunkt als auch das Ausmaß dieser Veränderungen nachzubilden (was sie unbrauchbar macht).

a, Monatliche Anomalie der Meereisfläche im Südlichen Ozean. b, Windgetriebener Meereswärmefluss (Q) im Winter. c, Monatliche Anomalien der Reibungsgeschwindigkeit (Windantrieb), wobei der Winterbereich schattiert ist. d, e, Typische Reibungsgeschwindigkeit im Winter (d) und die Anomalie im Winter 2015 (e). Die gestrichelte weiße Linie markiert die Grenze bei 15 % Meereiskonzentration. Die vertikale gestrichelte Linie markiert den Übergang von hohem zu niedrigem Meereis im August 2015.

Die ganze Studie steht hier.

Und wenn man sich die neuesten Daten ansieht, hat sich das antarktische Meereis in den letzten Monaten wieder deutlich erholt, wobei die Ausdehnung im Jahr 2026 sogar höher ist als in den frühen 1980er Jahren:

[NSIDC]

Link: https://electroverse.substack.com/p/alaska-deep-freeze-continues-as-snow?utm_source=post-email-title&publication_id=2118150&post_id=191450642&utm_campaign=email-post-title&isFreemail=false&r=320l0n&triedRedirect=true&utm_medium=email (Zahlschranke; die verlinkte Studie ist aber frei verfügbar)

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE