Energie-Berichterstattung im WSJ bedarf Verbesserungen

Allen Brooks,   MasterResource

„Das Wall Street Journal sollte Reporter einstellen, welche die technischen Aspekte der Energiebranche verstehen sowie politische Agenden und Narrative durchschauen können. Eine kompetentere Redaktion kann zudem kurzsichtige Berichterstattung erkennen und korrigieren.“

„Angesichts von Krieg und hohen Preisen beschleunigen Energieunternehmen die Suche nach neuen Öl- und Gasvorkommen außerhalb des Nahen Ostens“, berichtete das Wall Street Journal. Auch wenn diese oberflächliche Darstellung vernünftig klingt, ist sie irreführend und bleibt hinter dem zurück, was man von einem sachkundigen Energiejournalisten erwarten sollte.

Collin Eatons Artikel „Big Oil investiert Milliarden in weit entfernte Bohrstandorte, um den Unruhen im Iran zu entkommen“ (19. April) bedarf einer Korrektur. Große Ölkonzerne unternehmen keine umfangreichen internationalen Explorationsbemühungen ohne gründliche Recherche und Planung. Das geschieht nicht innerhalb von Tagen oder Wochen – nicht einmal in wenigen Monaten.

Abgelegene“ Orte?

Eaton schreibt über zahlreiche Projekte von Ölkonzernen an „abgelegenen“ Orten, versäumt es jedoch zu erwähnen, dass diese im Voraus geplant waren und an vielversprechenden bzw. aktiven Ölförderstandorten durchgeführt worden waren. Er führt ExxonMobils Bohrvorhaben im nigerianischen Tiefsee-Ölbereich als Beispiel an. Doch ExxonMobil ist der zweitgrößte Ölproduzent in Nigeria, wo eine Tochtergesellschaft des Unternehmens bereits seit 1955 tätig ist – und zwar in Afrikas bedeutendstem Ölförderland.

Chevron war bekannt für seine Bemühungen, seine Präsenz in Venezuela auszubauen, wo es der größte ausländische Betreiber ist. Chevron setzte seine Aktivitäten jahrelang fort, während die Maduro-Regierung in Venezuela daran arbeitete, die Vermögenswerte anderer dort tätiger westlicher Ölkonzerne zu beschlagnahmen. Venezuela verfügt zudem über die weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven von über 300 Milliarden Barrel, was das Land zu einem attraktiven Standort macht, wenn man sich der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen sicher ist.

Eaton schrieb, dass die europäischen Ölkonzerne BP und TotalEnergies ihre Expansionsbemühungen verstärken. BP hat einen Anteil von 60 Prozent an drei Offshore-Blöcken vor Namibia erworben. Die verstärkte Aktivität von BP ist eine Reaktion auf mehrere Funde (12), die 2025 von dem Joint Venture zwischen BP und dem italienischen Unternehmen ENI bekannt gegeben worden waren. BP hat in diesem Jahr bereits zwei weitere Funde gemeldet. Namibia zieht erhebliche Aktivitäten zweier weiterer europäischer Ölkonzerne an, nämlich Shell und TotalEnergies.

Eaton wies zudem darauf hin, dass TotalEnergies seine Explorationsaktivitäten in der Türkei ausweite, einem großen Land in strategisch günstiger Lage zwischen dem Nahen Osten und Europa. Da die Türkei 93 Prozent ihres Öls importiert, könnte die Entdeckung weiterer Öl- und Gasvorkommen der Wirtschaft des Landes erheblich zugute kommen. Die türkische Regierung strebt an, zum Dreh- und Angelpunkt des Öl- und Gastransports zwischen Europa und dem Nahen Osten zu werden. Bereits heute verläuft durch das Land eine Ölpipeline, die irakisches Öl zu einem Mittelmeerhafen transportiert. Zudem verfügt sie über eine Gaspipeline, die von Georgien über Griechenland nach Italien verläuft und Erdgas aus Turkmenistan transportiert. Sie führt Gespräche mit Katar und Saudi-Arabien über den Bau von Gas- und Ölpipelines, die durch Syrien und schließlich weiter nach Europa führen sollen.

Ein Teil von Eatons Informationen stammt von Wood Mackenzie, einem Forschungs- und Beratungsunternehmen im Energiebereich, das schätzt, dass eine Gruppe internationaler Ölkonzerne „in den kommenden Jahren durch ihre Explorationsvorhaben einen Wert von 120 Milliarden US-Dollar schaffen könnte“. Wood Mackenzie gibt an, dass diese Gruppe von Ölkonzernen im Zeitraum 2021–2025 durchschnittlich 19 Milliarden US-Dollar jährlich für die Suche nach neuen Reserven ausgegeben hat. Das ist eine beeindruckende Zahl zur Wertschöpfung, doch allein die aktuelle Marktkapitalisierung von ExxonMobil beträgt 620 Milliarden US-Dollar.

Erinnert man sich noch an 2022?

Man könnte also von Collin Eaton fragen: Warum haben die gleichen Unternehmen 2022 nicht genauso reagiert, als Russland (im Februar) in die Ukraine einmarschierte? Die Europäische Union sah sich plötzlich mit dem Ende der billigen russischen Erdgas- und Öllieferungen konfrontiert. Die Öl- und Gaspreise schossen in die Höhe, es kam zu Energieengpässen, und die Länder begannen, nach alternativen Erdölquellen zu suchen. Haben Sie gelesen, dass große Ölkonzerne ihre E&P-Budgets aufstockten und Suchaktionen an weit entfernten Orten starteten? Warum nicht?

Vielleicht lag es daran, dass Euphorie ausbrach, weil das Ende der fossilen Brennstoffe so viel näher gerückt war. Europäische Regierungen waren führend darin gewesen, die Narrative des Klimawandels und der globalen Erwärmung voranzutreiben. Um die vermeintliche Klimakatastrophe zu vermeiden, war ein schneller Ausstieg aus CO₂-emittierenden fossilen Brennstoffen und ein rascher Übergang zu erneuerbaren Energiequellen erforderlich.

Die Internationale Energieagentur (IEA) propagierte damals ein Prognoseszenario, das einen Höchststand des Öl- und Gasverbrauchs bis 2030 und einen anschließenden raschen Rückgang voraussagte. Es wurde erwartet, dass die Reserven der Öl- und Gasunternehmen zu „gestrandeten Vermögenswerten“ werden würden, was Zweifel am Wert dieser Unternehmen und an den Aussichten für künftige Gewinne und Dividendenwachstum aufkommen ließ. Falsch.

Der Klimakrieg war entfesselt, und Shells Pläne zur Reduzierung seiner CO₂-Emissionen wurden vom höchsten niederländischen Gericht als unzureichend befunden, das eine rasche Reduzierung anordnete. In den USA reichten Klimaaktivisten vor den klägerfreundlicheren Staatsgerichten Schikane-Klagen gegen Ölkonzerne wegen „Umweltverschmutzung“ ein. Erneuerbare Energien waren auf dem Vormarsch, und die Tage der fossilen Brennstoffe waren gezählt, so lautete die Propaganda.

Im Jahr 2022 erholte sich die Ölindustrie noch immer von dem Ölpreiskrieg Saudi-Arabiens Ende 2014, der die Preise über Jahre hinweg nach unten drückte und die Wirtschaftlichkeit der Branche untergrub. Unternehmen, die aufgrund beschleunigter Investitionen während des vorangegangenen Schieferölbooms hoch verschuldet waren, wurden in den Konkurs getrieben oder mussten Zwangszusammenschlüsse eingehen. Große Ölkonzerne senkten Kosten und bauten Personal ab, um den Abschwung zu überstehen.

Die Branche hatte gerade erst wieder festen Boden unter den Füßen gefunden, als 2020 COVID ausbrach, die weltweite Wirtschaftstätigkeit zum Erliegen brachte und die Ölpreise kurzzeitig in den negativen Bereich rutschen ließ. Die Erholung im Jahr 2021, gefolgt vom Ölpreisanstieg im Jahr 2022, versetzte die Branche in eine bessere finanzielle und rentabilitätsbezogene Lage. Ein Ölboom war jedoch nicht in Sicht, obwohl der Ölpreis monatelang bei über 100 Dollar lag.

Im vergangenen Jahr sah sich die IEA plötzlich gezwungen, einzuräumen, dass ihr Szenario zum Maximum der Ölförderung fehlerhaft war. Sie führte das „Current Policies“-Szenario wieder ein und prognostizierte in ihrem „World Energy Outlook 2025“, dass die Ölnachfrage bis 2050 steigen werde. Noch wichtiger war, dass die IEA-Vertreter die Branche dazu aufforderten, die Ausgaben für Exploration und Förderung zu erhöhen, um eine künftige Katastrophe durch Versorgungsengpässe und explodierende Preise zu vermeiden. Diese Kehrtwende war notwendig, schockierte jedoch die Klimabewegung, welche die IEA als Verbündeten in ihrer Argumentation angesehen hatte, dass erneuerbare Energien Öl und Gas bald ersetzen würden.

Wenn Eaton wirklich versucht hätte, die jüngsten Ankündigungen von Explorations-Investitionen der Ölkonzerne zu erklären, hätte er diese Hintergründe einbringen müssen. In der Vergangenheit haben Öl- und Gasunternehmen ihre E&P-Pläne zusammen mit den Jahresabschlüssen veröffentlicht und ihre Erwartungen für das laufende Jahr und darüber hinaus dargelegt.

Größeres WSJ-Problem

Als langjähriger Leser des WSJ (seit 65 Jahren) überrascht mich der Qualitätsverlust in der Berichterstattung über die Energiebranche nicht mehr. Dieser Zustand ist seit Jahren ein Gesprächsthema unter Branchenkollegen, von denen viele auf eine Besserung gehofft hatten.

Während ich den WSJ-Artikel las, nahm ich über LinkedIn Kontakt zu Nick Deilius auf, dem kürzlich in den Ruhestand getretenen CEO von CNX Resources, einem Bohrunternehmen aus den Appalachen. Er stellte uns einen Bericht zur Verfügung, den er über den Qualitätsverlust der Energieberichterstattung des WSJ verfasst hatte.

Während er Energieartikel des WSJ ausschnitt und kopierte, wuchs seine Bestürzung. Schließlich stellte er eine Studie aus 122 Artikeln zusammen, die zwischen Mitte August 2024 und Dezember 2025 veröffentlicht worden waren, um fehlerhafte Annahmen, Irrtümer, Falschaussagen, Auslassungen wichtiger Punkte und andere Probleme zu dokumentieren.

Deilius’ „schmutziges Dutzend“

Nick Deilius hat eine Liste von Verfahren erstellt, mit denen die Energie-Redaktion des WSJ Fehler begangen und falsch über Energiethemen berichtet hat. Zu seinen „Dirty Dozen“-Taktiken in der Energieberichterstattung gehören:

1. Das Mantra von der „existentiellen Bedrohung durch den Klimawandel“, der „zunehmenden Heftigkeit von Wetterereignissen aufgrund des Klimawandels“ und dem „hohen Konsens in der Klimawissenschaft“ zu wiederholen, ohne konkrete, messbare Beweise dafür zu liefern.

2. Die Verbreitung des Mythos‘, dass Wind, Sonne, Batterien und Elektrofahrzeuge „sauber“ seien und keinen CO₂-Fußabdruck hätten. Nur wenn man glaubt, dass diese Energie- oder Verkehrsformen keinen CO₂-Fußabdruck haben, kann man behaupten, dass Wirtschaft und Gesellschaft unter Netto-Null-Maßnahmen plausibel funktionieren könnten.

3. Die Behauptung, dass die teuersten, unzuverlässigsten und nicht skalierbaren Energieformen (Wind- und Solarenergie) die kostengünstigsten, zuverlässigsten und am leichtesten skalierbaren seien.

4. Das Zitieren einer Quelle und deren Darstellung als Expertenmeinung, maßgebliche Studie oder etablierte Autorität in der Angelegenheit, obwohl es ihr an Glaubwürdigkeit mangelt oder ein offensichtlicher Interessenkonflikt vorliegt.

5. Das selektive Herausgreifen von Datensätzen und Zeiträumen, um eine gewünschte Schlussfolgerung zu konstruieren oder eine Realität zu ignorieren, die der gewünschten Schlussfolgerung widerspricht.

6. Die Anwendung inkonsistenter Logik oder unterschiedlicher Maßstäbe innerhalb des gleichen Artikels oder über verschiedene Energie-Artikel hinweg.

7. Offensichtliche Auslassungen.

8. Das Versäumnis, offensichtliche Probleme oder Mängel aufzudecken.

9. Der Einsatz theatralischer Sprache und Beschreibungen, die Emotionen wecken und ein gewünschtes Bild zeichnen.

10. Andeuten, dass Unternehmen und Branchen bereit und willens sind, das Richtige zu tun, aber durch Interessen oder politische Maßnahmen von Befürwortern fossiler Brennstoffe oder des Kapitalismus daran gehindert werden, obwohl es an substanziellen Belegen dafür mangelt.

11. In Schlagzeilen und Artikeln die bevorzugten Überzeugungen bejubeln und die unliebsamen Ansichten unfair kritisieren.

12. Einfache statistische Zusammenhänge missbrauchen, um einen Kausalzusammenhang anzudeuten.

Der Hintergrund der 70 Reporter, welche die oben genannten 122 Artikel verfassten, reichte von Praktikanten bis hin zu erfahrenen Veteranen; viele von ihnen verfügten über Abschlüsse von Eliteuniversitäten, darunter sogar höhere Abschlüsse. Die Gruppe war multinational, was den Erfahrungshorizont bei der Berichterstattung über eine globale Branche erweiterte. Allerdings verfügte keiner von ihnen über einen Abschluss in den klassischen MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

Für Deilius ist das Fehlen von MINT-Abschlüssen ein Problem. Er schrieb:

Der Mangel an MINT-Ausbildung unter den 70 Journalisten, die für das WSJ über Energie berichten, schafft eine gravierende Wissenslücke, insbesondere bei Themen wie Energie und Klima, die komplex sind, sich rasch weiterentwickeln und stark von MINT geprägt sind. Die fehlende MINT-Ausbildung wirft berechtigte Fragen darüber auf, ob das Energie-Redaktionsteam die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen der behandelten Themen versteht.

Schlussfolgerung

In Collin Eatons Artikel wurden weder das sich dramatisch gewandelte Umfeld des Klima-Aktivismus‘ noch die revidierte Prognose der IEA berücksichtigt. Er sollte wissen, dass große Ölkonzerne ihre Strategie nicht aufgrund kurzfristiger Preisbewegungen ändern (Explorationspläne erfordern umfangreiche Recherchen und Prüfungen durch Führungskräfte und oft auch durch den Vorstand des Unternehmens). Jedes angeführte Beispiel für eine neue Explorationsinitiative bezog sich auf Gebiete, in denen das Unternehmen bereits aktiv und erfolgreich war. Warum sollte ein Explorationsunternehmen nicht dorthin zurückkehren, wo die Erfolgswahrscheinlichkeit aufgrund früherer Erfolge höher ist?

Die Lehre daraus? Das Wall Street Journal sollte Reporter einstellen, die sowohl die technischen Aspekte der Branche verstehen als auch politische Agenden und Narrative durchschauen können. Eine kompetentere Redaktion kann zudem kurzsichtige Berichterstattung erkennen und korrigieren.

Die anhaltende Abrechnung mit den Mainstream-Medien muss auch die Wirtschaftsberichterstattung erreichen. In einem neuen politischen Klima ist diese Zeit für das Wall Street Journal nun gekommen.

Link: https://climaterealism.com/2026/05/wsj-energy-reporting-improvement-needed/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung des Übersetzers: Auch wenn es hier nur um eine einzelne Zeitung in den USA geht, kann das Ganze symbolhaft auch für die hiesigen Medien stehen!




Kältereport Nr. 20 /2026

Vorbemerkung: Natürlich steht die Kältewelle in Europa an ziemlich zentraler Stelle in diesem Report, deren Dauer über den Zeitraum der „Eisheiligen“ inzwischen hinaus geht. Da kann es in der kommenden Woche eigentlich nur wärmer werden und wird es wohl auch, aber bemerkenswerterweise ist auch bei der Simulation eines Höhenhochkeiles im 500-hPa-Niveau zur Wochenmitte weit und breit im 850-hPa-Niveau nirgendwo in Mitteleuropa die 20°C-Isotherme zu sehen. Sommerliche Hitze ist bei uns also weiter Fehlanzeige.

Meldungen vom 11. Mai 2026:

Die „Eisheiligen“ in Europa

Europas alte „Eisheiligen“-Periode steht wie erwartet vor der Tür.

Zwischen dem 11. und 15. Mai warnt die Volksüberlieferung in ganz Mitteleuropa davor, dass der Frühling noch einmal mit kalten Nächten, Spätfrost und Schnee in den Bergen zurückkehren kann. MeteoSchweiz weist darauf hin, dass diese Tradition Jahrhunderte zurückreicht, wobei die Eisheiligen vom 11. bis zum 14. Mai fallen und die „Kalte Sophie“ die Reihe am 15. Mai abschließt.

In diesem Jahr zeichnet sich ein ähnliches Muster ab.

Kalte Luft breitet sich von Nordwesten her über Europa in Richtung Südosten aus und sorgt in weiten Teilen des Kontinents für unterdurchschnittliche Temperaturen. Die wichtigsten Auswirkungen sind Spätfröste am Boden, ein deutlicher Temperaturrückgang in West-, Mittel- und Osteuropa sowie Neuschnee in den Bergen.

Auch das Mittelmeer bleibt davon nicht verschont. Dies folgt auf eine bereits winterliche Wetterphase Anfang Mai in Ländern wie Griechenland und der Türkei, wo die Temperaturen stark sanken und in den Anti-Taurus-Bergen wieder Neuschnee fiel.

Weiter nördlich haben die Eisheiligen bereits ihre Spuren hinterlassen.

In Værnes in Norwegen, wo seit 1946 Messungen durchgeführt werden, wurde gerade ein 67 Jahre alter Kälterekord für den Mai eingestellt, nachdem in der dritten Nacht in Folge Tiefsttemperaturen unter dem Gefrierpunkt gemessen worden waren. Eine solche Kälteperiode von drei Nächten in Folge so spät im Frühling hat es an dieser Messstation bisher nur zweimal gegeben: vom 6. bis 8. Mai 1959 und vom 6. bis 8. Mai 1974.

Nun verlagert sich der Schwerpunkt der Kältewelle auf ganz Europa.

Es wird erwartet, dass Hunderte von Rekorden gebrochen werden.

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Nordwest-Sibirien, Russland: Mai-Schneesturm in Noyabrsk

Ein heftiger Mai-Schneesturm hat Noyabrsk im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen in Nordwestsibirien unter einer Schneedecke begraben.

Die offizielle Schneehöhe stieg innerhalb von 12 Stunden von 0 cm auf 31 cm und erreichte am frühen Morgen des 11. Mai schließlich 37 cm.

Die Straßen wurden unpassierbar, Schulen stellten auf Fernunterricht um, und am Flughafen Noyabrsk kam es zu Flugverspätungen, während die Besatzungen die Landebahn räumten.

Auch die umliegenden Gebiete waren betroffen.

Behörden meldeten Beeinträchtigungen in den Bezirken Murawlenko, Gubkinski und Purowski, wo mehrere Straßen gesperrt wurden. Gubkinski gab zudem Warnungen heraus, als im Mai Schneestürme auftraten und die Autobahn Surgut–Salekhard vorübergehend gesperrt wurde.

Die Katastrophenschutzbehörden hatten vor Schnee, Nieselregen, Schneesturm, Glatteis, schlechter Sicht und Windböen von bis zu 90 km/h in Teilen von Jamal-Nenzen gewarnt.

Es wird weiterer Kälteeinbruch und Schneefall erwartet, während sich das Zentrum des Tiefdruckgebietes von West nach Ost über Russland bewegt.

Link: https://electroverse.substack.com/p/europes-ice-saints-may-snowstorm?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Eine Meldung vom 12. Mai 2026:

Europa: Kältewelle verschärft sich

Die „Eisheiligen“-Periode hat mit Schnee, Hagel und Frost in einem breiten Gürtel quer durch Europa begonnen.

Prognosen zeigen, dass sich im Laufe dieser Woche ungewöhnlich niedrige 500-hPa-Werte über Deutschland, Dänemark, die Benelux-Länder, Nordfrankreich und Südostengland ausbreiten werden, wobei Teile der Region in das unterste 1 % des historischen Bereichs fallen werden:

Das bedeutet für diese Jahreszeit ungewöhnlich kalte Luft in der Höhe.

Im Osten Englands sinken die Temperaturen im 500-hPa-Niveau auf Werte nahe -32 °C. Da die Maisonne die Oberfläche erwärmt, nimmt der vertikale Temperaturgradient immer mehr zu. Das Ergebnis ist kein warmes Frühlingswetter, sondern heftige Schauer, Hagel, Gewitter und lokal winterliche Bedingungen.

In Frankreich wurde am Dienstag Frost beobachtet, wobei in Mourmelon-le-Grand -1,7 °C gemessen worden sind.

Modellprognosen zeigen, dass sich die Kältewelle von Frankreich aus nach Dänemark, in die Benelux-Länder, nach Deutschland und Polen ausbreitet, was für Landwirte die Sorge vor Spätfrost mit sich bringt. Außerdem wird mit starken orographisch bedingten Regenfällen und Schnee in den Bergen gerechnet.

Die Alpen sind bereits stark betroffen.

Am 12. Mai wurde in Teilen der Alpen, darunter in Deutschland und der Nordostschweiz, Schnee bis auf 500 bis 700 m hinab gemeldet, wobei sich auch das auf nur 781 m gelegene Wolfhalden weiß färbte.

Mit Blick auf die kommende Woche bleibt es in den Alpen die ganze Woche über kalt, wobei Schnee bis unterhalb von 1.000 m fällt. In den nördlichen Alpen könnte sich oberhalb von 2.200 m eine Schneehöhe von 30 cm ansammeln, lokal sogar bis zu 60 cm.

Kalte Luft in der Höhe, Spätfrost, Hagel, Gewitter und Schnee bis hinunter in die tiefer gelegenen Gebirgsregionen.

Und es kommt noch mehr. Rekorde sind in Reichweite.

Link: https://electroverse.substack.com/p/europes-may-cold-snap-deepens-super?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Eine Meldung vom 13. Mai 2026:

Die Kälte in Europa

Die Kältewelle Mitte Mai in Europa ist kein Modellphänomen. Sie schlägt sich nun in den Beobachtungsdaten nieder.

In Norwegen sank die Temperatur am Dienstagmorgen am Flughafen Røros auf -7,8 °C. Nur zwei Messwerte waren zu diesem späten Zeitpunkt im Frühling kälter. In Trondheim-Voll wurden am Dienstagmorgen -0,7 °C gemessen. In den Aufzeichnungen seit 1965 gab es nur ein Jahr, in dem zu diesem späten Zeitpunkt eine niedrigere Temperatur gemessen wurde: 2020, mit -1 °C sowohl am 13. als auch am 14. Mai.

Die winterlichen Bedingungen beschränken sich nicht nur auf Skandinavien.

In den Alpen fallen selbst in Lagen unterhalb von 700 m noch beträchtliche Schneemengen für diese Jahreszeit. Der europäische Überblick von J2Ski vom 13. Mai zeigt, dass die Sieben-Tage-Gesamtmenge in den Alpen in Arosa Lenzerheide 61 cm, in Mayrhofen 45 cm und in Kaltenbach 39 cm erreicht hat (um nur drei Orte zu nennen).

In Hintertux liegt die Schneehöhe immer noch bei 305 cm.

Mit Blick auf die Zukunft steht dem Gebirge weiterer Schneefall Mitte Mai bevor. Die Vorhersage von Ventusky vom 13. Mai simuliert starken Schneefall in der zweiten Wochenhälfte, wobei in höheren Lagen bis zu 100 cm möglich sind.

Die offizielle österreichische Vorhersage vom 13. Mai listete 54 Skigebiete auf, in denen in den nächsten zwei Tagen Schnee erwartet wird.

Weiter östlich erreichte die Kälte den Balkan.

In der kroatischen Skistation Puntijarka fielen am 13. Mai ungewöhnliche 7,6 cm Schnee. Das slowenische Kranjska Gora meldete am 12. Mai 13 cm Neuschnee, obwohl es dort Mitte Mai im Durchschnitt „keine Pulvertage“ gibt. In der serbischen Skistation Kopaonik sank die Temperatur am 13. Mai auf seltene -3 °C, und für die kommenden Tage ist sogar noch seltenerer Schneefall vorhergesagt.

Wie oben bereits angedeutet – es wird noch mehr kommen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/cold-europe-britain-pays-twice-the?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Eine Meldung vom 14. Mai 2026:

Die Kältewelle in Europa

Keraunos gibt für den 14. Mai eine Kaltluftmasse im 500 hPa-Niveau von -32 °C über West- und Mitteleuropa an.

Für den Monat Mai ist dies die viertkälteste Konstellation dieser Art seit Beginn der Aufzeichnungen vor 30 Jahren. Der Rekord liegt weiterhin bei Mai 2012, als die ERA5-Reanalyse einen Wert von -33 °C ergab.

Ein hoch reichender Trog liegt fest über dem Kontinent, wobei eine Blockade über dem Nordatlantik es polarer Luft ermöglicht, weit nach Süden vorzudringen. Diese kalte Luft in der Höhe verstärkt die Temperaturabnahme mit der Höhe, destabilisiert die Atmosphäre und verwandelt die milde Frühlingsluft am Boden in Schauer, Hagel, Gewitter, Schnee in den Bergen und Frostgefahr.

Die Kälte macht sich bereits bemerkbar.

In Kroatien hat Puntijarka auf der Medvednica bei Zagreb zum erst sechsten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1981 Schnee im Mai verzeichnet.

In den Alpen werden auf den Gipfeln Schneehöhen von 1 m vorhergesagt.

Auch in den Pyrenäen wird Neuschnee erwartet.

Länder wie Frankreich und Belgien haben die konvektive Seite dieses Wetterphänomens zu spüren bekommen; in Teilen Frankreichs wird erwartet, dass die Schneefallgrenze in den Vogesen, den Nordalpen und im Zentralmassiv auf etwa 1.000 m sinkt.

Als Nächstes ist der Mittelmeerraum an der Reihe.

Italien, die Adria und der westliche Balkan sehen sich mehreren Tagen mit instabilen Wetterbedingungen und ungewöhnlicher Kälte gegenüber.

Im Osten sind auch weite Teile Russlands betroffen.

Laut den Aufzeichnungen von „Pogoda i Klimat“ wurden in Tatarsk am 13. Mai -5 °C gemessen, womit der bisherige Tiefstwert von -4,3 °C aus dem Jahr 1951 unterboten wurde.

Auch im benachbarten Kasachstan warnte Kazhydromet vor „negativen Nachttemperaturen“ und Schneefall in den nördlichen, östlichen und zentralen Regionen bis hinunter auf -6 °C, wobei auch im Südosten Frost erwartet wurde.

Eine Blockierung im Westen, nach Süden drängende Polarluft, ein Kaltluftkörper in der Höhe und instabiles Wetter darunter.

Es fühlt sich derzeit in Europa nicht wirklich wie Mitte Mai an.

Link: https://electroverse.substack.com/p/europes-mid-may-cold-trough-digs?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 15. Mai 2026:

Schottland: In Cairngorm fielen 40 cm Schnee – Mitte Mai!

Der Winter hat die schottischen Highlands noch nicht losgelassen.

Cairngorm oberhalb von Aviemore wurde am 14. Mai von einem Schneesturm heimgesucht, bei dem 40 cm Schnee fielen.

Arktische Luft drang mit einer kalten Nordströmung nach Süden vor, wodurch die Temperaturen in ganz Schottland gesunken sind und die Schneesaison in den Cairngorms weit länger als gewöhnlich dauerte, was die Aktivitäten der warmen Jahreszeit verzögerte.

In höheren Lagen kann der Schnee natürlich bis weit in den Frühling hinein liegen bleiben. Aber 40 cm Neuschnee Mitte Mai sind eine ganz andere Sache.

Überall in UK herrschte in letzter Zeit polare Kälte vor.

Die gleiche Kaltluft hat auch das europäische Festland erfasst…

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Alpen und Pyrenäen: Weitere Schneefälle

Mitte Mai sorgt in den Alpen und Pyrenäen weiterhin für winterliche Bedingungen.

Es hat bis in ungewöhnlich tiefe Lagen geschneit, es wurde von Schneestürmen berichtet, und starke Schneefälle in den Bergen haben die Skiorte zurück in den Winter versetzt.

In Les Saisies in den französischen Alpen beispielsweise lag am 14. Mai frischer Schnee im Ortszentrum, wobei die Sichtweite bei heftigen Schneeböen stark abnahm und sich 20 cm Schnee ansammelten. Die Aufzeichnungen für Les Saisies weisen für die zweite Maiwoche nur 3 cm Schnee und durchschnittlich 0,6 Schneetage aus.

Ähnliche Bedingungen herrschen in den Pyrenäen.

Am 15. Mai verzeichnete Ax 3 Domaines in Ariege am Morgen starken Schneefall. Mitte Mai ist Neuschnee auf der Höhe von Skigebieten kein alltägliches Wetter mehr. Er signalisiert, wie weit die kalte Luft nach Süden vordringt.

Dieselbe polare Tiefdruckrinne dringt nun in den Norden der Iberischen Halbinsel vor.

Die kantabrische Region erwartet ein rauer, winterlicher Freitag, wobei die Schneefallgrenze bis 1.000 m sinkt.

Die Temperaturen liegen deutlich unter dem Normalwert, nämlich um für diese Jahreszeit etwa 10 °C unter dem Durchschnitt.

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Marokko: Seltene Schneefall-Warnung

Für das marokkanische Atlasgebirge gilt eine Schneewarnung für die späte Saison; von Freitag auf Samstag werden in Teilen des Hohen und Mittleren Atlas bis zu 25 cm Schnee erwartet.

Die Warnung gilt für die Berggebiete in Ouarzazate, Azilal, Midelt, Tinghir, Taroudant und Al Haouz. Die Wetterdienste warnen vor starkem Schneefall, starken Winden, Schneeverwehungen und einem intensiven Kälteeinbruch.

Starker Schneefall im Atlasgebirge ist für Mitte Mai ungewöhnlich. Marokko befindet sich zu diesem Zeitpunkt bereits mitten im Frühling, doch in den höheren Lagen fallen derzeit beträchtliche Schneemengen, die selbst mitten im Winter bemerkenswert wären.

Auf der anderen Seite des Kontinents verzeichnete Südafrika kürzlich während eines plötzlichen Kälteeinbruchs eine Vielzahl von Rekorden für die niedrigsten Höchsttemperaturen im Mai.

Zu den neuen Monatsrekorden gehören: Aliwal North Plaatkop mit 7,5 °C, womit der Wert von 8,1 °C vom 28. Mai 1997 (Aufzeichnungen seit 1989) unterboten wurde; Orania mit 9,4 °C, womit die 9,5 °C vom 5. Mai 2001 (Aufzeichnungen seit 1994) unterboten wurden; und Lephalale mit 13,3 °C, womit die 14,3 °C vom 30. Mai 2004 (in Aufzeichnungen seit 1982) übertroffen wurden.

Das gleiche Tiefdruckgebiet brachte Schnee in Teilen Südafrikas und Lesothos.

Link: https://electroverse.substack.com/p/cairngorm-logs-40cm-of-mid-may-snow?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 21 / 2026

Redaktionsschluss für diesen Report: 15. Mai 2026

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die Eisheiligen: Keine CO₂-Erwärmungswirkung seit 1988 erkennbar…

weil die 5 Tage nicht wärmer wurden. Besonders die Nächte wurden kälter.

Von Matthias Baritz, Josef Kowatsch.

  • Seit Jahrhunderten bekannter Kaltluftvorstoß in der Mitte des Monats Mai
  • Die kirchlich festgelegten Eisheiligentage gibt’s tatsächlich
  • Entgegen des allgemeinen Temperaturverlaufs werden die Eisheiligentage sogar kälter
  • Besonders nachts wurden die Eisheiligen kälter
  • Die Eisheiligen halten sich nicht an den wärmenden CO₂-Treibhauseffekt.

Eisheiligen sind die fünf Tage vom 11. bis zum 15. Mai

Der Mai ist gekommen, die Bäume haben inzwischen alle ausgeschlagen. Ein musikalischer Hörgenuss: https://www.youtube.com/watch?v=i-2_zOEZyIw.

Bekannt ist: Um die Monatsmitte kommt seit Jahrhunderten regelmäßig, aber nicht immer ein Kaltluftvorstoß. Manchmal kurz vor den Eisheiligen oder auch danach. Auf die letzten vier Jahrzehnte gesehen gleicht sich jedoch alles wieder aus, diesmal stimmten aber die kalten Tage. Wir fragen uns: wo werden sich diese fünf Tage diesmal in einer längeren Zeitgrafik einordnen? Siehe auch unser Vorschau-Artikel.

Was sagt die Wetterstation Augsburg für die Voralpenländler südlich der Donau?

Abb. 1: Die Eisheiligen Mitte Mai wirken im Süden Deutschlands noch und wie!! In einer Zeit der Temperaturzunahme werden diese fünf Tage bei dieser Wetterstation im Voralpenland sogar deutlich kälter. Und zwar alle drei Temperaturkennlinien: Tagsüber (oberer Grafikverlauf) und nächtens (unten).

Seltsam: Nicht nur die Gesamttage (orangebraune Kennlinie), sondern vor allem die Nächte wurden in diesem langen Betrachtungszeitraum kälter. Und dies waren 2026 die viertkältesten Eisheiligennächte bei der Augsburger Wetterstation. Dabei soll laut Treibhaustheorie CO₂ nächtens stärker wirken als am Tage. Der Treibhausexperte Chr. Häckl hat es uns doch so beschrieben:

Abb. 2: Häckls Heimatstation Düsseldorf

Auch der deutsche Physiknobelpreisträger von 2021, Klaus Hasselmann hat behauptet: Der Treibhauseffekt soll nachts stärker wirken als tagsüber, was ihm und seinem Team angeblich durch Satellitenmessungen bestätigt wurde. So seine Behauptungen. Und damit habe er die CO-Fußabdrücke in der Atmosphäre gefunden und als erster bestätigt. So wird Hasselmann im neuen Buch von Axel Bojanowski in einem ganzen Kapitel ab Seite 142 als Entdecker des nächtlichen CO-Signals gelobt: „Was Sie schon immer übers Klima wissen wollten“.

Ist vielleicht der Voralpenraum eine Ausnahme? Wir fragen die Vertreter der Treibhausglaubenskirche, wirkt CO₂ im Süden Deutschlands eventuell seit fast 40 Jahren umgekehrt, also abkühlend? Nicht nur tagsüber, sondern vor allem nachts? Wir anderen wissen: es wirkt gar nicht.

Deshalb betrachten wir nun den Deutschlandschnitt, also die Gesamtfläche unseres im Mai wunderschön blühenden Landes: Und? Leider bietet der DWD keinen Schnitt der 5 Tage für all seine quer über Deutschland verteilten Wetterstationen an, nach welchen man schnell eine Grafik zeichnen könnte.

Unser Autor Matthias Baritz hat alle derzeitigen über 2000 DWD-Stationen überprüft auf Tages/Nachttemperaturen. Es gibt 540 Stationen, die bereits 1988 schon alle drei Werte bis heute mitgemessen haben. Diese 540 Stationen haben allerdings oftmals ihren Standort verändert, ihre Messeinrichtung sowieso, aber sie sind namentlich wenigstens gleichgeblieben und der DWD bietet für jede eine Tagesdatenreihe an, die man als Originaldaten dieser Stationen bezeichnen kann. Unser Verfasser hat alle 540 Stationen aufsummiert zu einem Deutschlandschnitt, und das auch noch für die Tageshöchst- und die nächtlichen Tiefsttemperaturen.

Abb. 3. Oben in grau die in Tmax gemessenen Tagestemperaturen, unten die Tmin, in der Mitte der Gesamtschnitt dieser 5 Eisheiligentage

Ergebnis: In ganz Deutschland wurden die Eisheiligen im Schnitt kälter (brauner Graph), allerdings nicht so extrem wie im Voralpenland und südlich der Mainlinie. Tagsüber noch einigermaßen ausgeglichen, dafür nachts deutlich kälter. Bitte nachzählen: Das waren die drittkältesten Eisheiligennächte seit 1988 deutschlandweit!!!

Die fünf Kirchenheiligen widerlegen somit den CO₂-Treibhauserwärmungseffekt auf ihre eigene, heilige kirchlich und päpstlich abgesegnete Weise. Nach der Theorie der CO₂-Klimakirche hätte es eindeutig wärmer werden müssen seit 1988, und zudem vor allem nachts, was überhaupt nicht Fall ist.

Richtig ist: Besonders nachts wurden die fünf Eisheiligentage kälter und das widerspricht ganz entschieden der Theorie des CO₂-Treibhauseffektes.

Vorschlag von uns an die christliche CDU-Politik: In Deutschland sollte wenigstens für die fünf Tage, also von Sonntag bis Donnerstag (Kalte Sophie) die CO₂-Klimarettungssteuer ausgesetzt werden.

Doch die Eisheiligentage kühlen vor allem nachts ab, bei ländlichen Stationen ohne Wärmeinseleffekt sogar schon seit 1985 sogar sehr stark!

Als Beispiel die Nachtemperaturen der sehr ländlichen DWD-Station Dachwig in Thüringen im Vergleich zum CO₂-Anstieg, die Eisheiligennachttemperaturen fallen dort schon seit 1985, also seit 41 Jahren.

Abb. 4: Bei ländlichen Stationen kühlen die Eisheiligennächte besonders stark ab, obwohl die CO₂-Konzentrationen auch dort genauso zunehmen.

Erkenntnis: Die fallenden Nachttemperaturen der Eisheiligen widerlegen die Theorie des CO₂-Treibhauseffektes

Richtig ist unsere Überschrift: Kohlendioxid hat keinerlei erkennbare Erwärmung bei den Eisheiligen bewirkt. Oder umgekehrt: Die Eisheiligen widerlegen die CO₂-Treibhaushypothese. Und das weiß – außer den Artikellesern – ganz Deutschland nicht. Wir bitten die Leser, die Grafiken insbesondere den Kirchen weiter zu geben mit der Aufforderung, zukünftig wieder mehr den Kirchenheiligen zu vertrauen und nicht der CO₂-Treibhaus-Klimalüge. Diese CO₂-Klimalüge ist ein Geschäftsmodell, das unser Geld will

Aber bitte auch hier in den Kommentaren über die Reaktionen mit den Leuten berichten. Was sagt der Pfarrer dazu, der Landrat oder die Abgeordneten? Oder wie äußern sich Kirchengemeinderäte? Die Leute haben doch alle mailadressen. Man kann sie anschreiben und sie auf die Klimairrlehren ihrer oberen Kirchenbehörden hinweisen. Wer dazu eine Eisheiligengrafik für seine nächstgelegene Wetterstation braucht, bitte melden.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter, aktiver Natur- und Umweltschützer

Matthias Baritz, Naturwissenschaftler und Naturschützer

 




Eine Generation von Kindern, die glauben, keine Zukunft zu haben. Die Wissenschaft hat gerade erklärt, warum

Anthony Watts
RCP 8.5 hat nun offiziell das Aus erhalten. Die Generation der Kinder, die in seinem Schatten aufgewachsen ist und der gesagt worden ist, die Welt würde untergehen, bevor sie dreißig werden, hat ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Botschaft sie erreicht.

Fast zwei Jahrzehnte lang tauchte ein einziges Klimamodellszenario in praktisch jeder apokalyptischen Schlagzeile über die Zukunft unseres Planeten auf. Verschwindende Küsten, katastrophale Dürren, Massensterben, unter Wasser stehende Städte – fast alles basierte auf einem Szenario namens RCP 8.5. Und nun, in einer Entwicklung, die der Klimawissenschaftler Roger Pielke Jr. als die „bedeutendste Entwicklung in der Klimaforschung seit Jahrzehnten“ bezeichnet, hat das für die Erstellung der offiziellen Szenarien verantwortliche internationale Komitee das in die IPCC-Klimabewertungen eingehende RCP 8.5 – und dessen Nachfolger SSP5-8.5 – offiziell aus dem neuen Rahmenwerk gestrichen und als unplausibel eingestuft.

Lassen Sie das einen Moment auf sich wirken. Unwahrscheinlich. Das ist ein Euphemismus für „unmöglich“. Das ist das Wort, das die Wissenschaftler selbst nun verwenden, um das Szenario zu beschreiben, das zwei ganze IPCC-Bewertungszyklen beherrschte, Zehntausende von Forschungsarbeiten hervorbrachte und das Ausgangsmaterial für schätzungsweise Hunderttausende Medienberichte lieferte, die der Öffentlichkeit – und ihren Kindern – erzählten, dass die Welt, wie wir sie kennen, ihrem Ende entgegengehe.

Es ist ein guter Tag für die Wissenschaft. Es ist eine schreckliche Anklage gegen das, was im Namen der Wissenschaft getan worden ist.

Was war RCP 8.5 überhaupt?

RCP steht für „Representative Concentration Pathway“ (repräsentativer Konzentrationspfad). Es handelte sich um einen aus einer Reihe von Szenarien – entwickelt, um Klimamodellierern eine Bandbreite möglicher Zukunftsszenarien an die Hand zu geben – von einer aggressiven Dekarbonisierung am unteren Ende bis hin zu einem Worst-Case-Szenario am oberen Ende, bei dem „alles verbrannt“ wird. Dieses obere Ende war RCP 8.5 – ein Szenario, das bis 2100 atmosphärische CO₂-Konzentrationen über 1.000 ppm vorsah, was etwa dem Zweieinhalbfachen des heutigen Niveaus entspricht. Einen hilfreichen technischen Überblick darüber, wie das Szenario konstruiert worden war, findet man bei Carbon Brief, wo man diese Prognose übrigens voll und ganz geschluckt hatte.

Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, ging das RCP 8.5-Szenario von einer Welt aus, in welcher der Kohleverbrauch für den Rest des Jahrhunderts massiv und kontinuierlich steigen würde, wobei die Kohleverwendung schließlich die geschätzten förderbaren Reserven des Planeten übersteigen würde. Es ging von einem Bevölkerungswachstum aus, das weit über jeder glaubwürdigen demografischen Prognose lag, von minimalem technologischen Fortschritt und im Grunde genommen von keinerlei Energiewende. Es beschrieb eine Welt, die schon bei ihrer Entstehung eher im Bereich der dystopischen Fiktion als in dem einer seriösen Energieanalyse angesiedelt war.

Forscher wussten dies schon früh. Bereits 2017 wurden in seriösen wissenschaftlichen Arbeiten die Grundlagen dieses Szenarios in Frage gestellt. Im Jahr 2020 veröffentlichten die Klimaforscher Zeke Hausfather und Glen Peters einen viel beachteten Kommentar, in dem sie warnten, dass RCP 8.5 als Business-as-usual-Szenario „irreführend“ sei und dass es „mit jedem Jahr immer unwahrscheinlicher werde“. Dieser Artikel wurde über 1.300 Mal zitiert. Doch die Maschinerie lief trotzdem weiter.

Die Größenordnung des Schadens nach Zahlen

Das ist es, was diesen Moment so außergewöhnlich – und so vernichtend – macht. Laut Daten, die Roger Pielke Jr. mithilfe von Google Scholar zusammengestellt hatte, wurden allein zwischen 2018 und 2021 etwa 17.000 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, die sich auf RCP 8.5 stützten. In den folgenden drei Jahren kamen weitere 16.900 hinzu – was bedeutet, dass die Verwendung des Szenarios kaum nachließ, obwohl seine Mängel in der wissenschaftlichen Gemeinschaft weithin bekannt waren.

Diese wissenschaftlichen Arbeiten blieben nicht auf die Fachzeitschriften beschränkt. Der „Wissenschaftsjournalismus“ trug zu ihrer Verbreitung bei. Jede alarmierende Studie führte zu Nachrichtenartikeln, Fernsehbeiträgen, Radioberichten, Beiträgen in den sozialen Medien und Unterrichtsmaterialien. Vorsichtigen Schätzungen zufolge beläuft sich die Gesamtzahl der Medienartikel weltweit, die sich auf die RCP-8.5-Prognosen beziehen – sei es direkt oder über die Studien, die diese herangezogen hatten –, auf mehrere Hunderttausend, möglicherweise sogar auf fast eine Million Beiträge über die zwanzigjährige Laufzeit des Szenarios. Jeder einzelne von ihnen vermittelte eine Variante der gleichen Botschaft: Das ist der Weg, auf den wir zusteuern.

Pielke Jr. brachte es auf den Punkt: „Zehntausende von Forschungsarbeiten wurden – und werden weiterhin – unter Verwendung dieser Szenarien veröffentlicht, eine ähnliche Anzahl von Schlagzeilen in den Medien hat deren Ergebnisse verstärkt, und Regierungen sowie internationale Organisationen haben diese unplausiblen Szenarien in ihre Politik und ihre Vorschriften einfließen lassen. Wir wissen heute, dass all dies auf Sand gebaut ist.“

Ein Fundament aus Sand. Das sagt kein Skeptiker. Das sagt einer der weltweit meistzitierten Klimaforscher – in einem Beitrag für das American Enterprise Institute –, der beschreibt, was unter den Augen der wissenschaftlichen Gemeinschaft geschehen ist.

Die politischen Konsequenzen dieses Sandbaus können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. RCP 8.5 lieferte die wissenschaftliche Rechtfertigung für politische Maßnahmen, die bei ehrlicher Betrachtung auf eine staatliche Übernahme der Energiewirtschaft hinauslaufen – jene Art von Top-down-Kontrolle über Produktion, Verbrauch und individuelle Entscheidungen, die frühere Generationen als Sozialismus unter anderem Namen erkannt hätten. Vorgeschriebene Fahrzeugstilllegungen, erzwungene Stilllegungen von Kraftwerken, Verbote von Gasgeräten, „Transitions“-Ausgabenprogramme in Billionenhöhe, die deutsche „Energiewende“ [hinzugefügt vom Übersetzer] – all das wurde letztlich durch Wirkungsstudien gerechtfertigt, die ein Szenario durchspielten, das die wissenschaftliche Gemeinschaft inzwischen für unmöglich erklärt hat.

Eine Generation, der die Hoffnung geraubt worden ist

Die Zahlen zu Forschungsarbeiten und Medienartikeln sind beachtlich. Doch der Schaden, den ich am beunruhigendsten finde – der Schaden, der weder in einem politischen Dokument noch in einer zurückgezogenen Studie zum Ausdruck kommt –, ist das, was dieses Szenario den Kindern angetan hat.

In den letzten fünfzehn bis zwanzig Jahren wurden Millionen von Schulkindern weltweit in Klassenzimmern unterrichtet, in denen RCP 8.5 nicht als Worst-Case-Szenario oder Modellierungsübung dargestellt wurde. Es wurde als die Zukunft präsentiert. Lehrer zeigten die Prognosen. Lehrbücher zitierten die Ergebnisse. Dokumentarfilme dramatisierten die Folgen. Und die Kinder, die zuhörten, nahmen eine Botschaft auf, die keinem Kind als feststehende Tatsache vermittelt werden sollte: Die Welt geht unter, und vielleicht kann niemand etwas dagegen tun.

[Hervorhebung im Original]

Die psychologischen Belege für die daraus resultierenden Schäden sind mittlerweile umfangreich. Eine wegweisende weltweite Umfrage, die 2021 in der Fachzeitschrift „Lancet Planetary Health“ veröffentlicht worden war und an der 10.000 junge Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren aus zehn Ländern teilgenommen hatten ergab, dass 59 % sehr oder extrem besorgt über den Klimawandel waren und mehr als 45 % angaben, dass ihre Gefühle bezüglich des Klimawandels ihr tägliches Leben und ihre Leistungsfähigkeit negativ beeinträchtigten. Drei Viertel gaben an, dass sie die Zukunft als beängstigend empfinden. Mehr als die Hälfte berichtete, regelmäßig traurig, ängstlich, wütend, machtlos, hilflos oder schuldig in Bezug auf den Klimawandel zu sein.

Eine separate australische Umfrage unter Kindern im Alter von 10 bis 14 Jahren ergab, dass 44 % sich Sorgen über die zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels machten und dass jedes vierte Kind befürchtete, die Welt würde untergehen, bevor es älter wird. Jedes vierte Kind. Das sind Grundschulkinder, die eine existenzielle Angst in ihren Rucksäcken mit sich tragen.

Eine Studie in East London ergab, dass etwa die Hälfte der Kinder im Grundschulalter sich Sorgen um die globale Erwärmung machte. Ein Bericht von CBS News aus dem Jahr 2024 zitierte einen Psychologieprofessor der Suffolk University, der beschrieb, wie Kinder, die mit Klimangst zu kämpfen haben, oft das Gefühl haben, keine Zukunft zu haben oder dass die Menschheit einfach dem Untergang geweiht sei. Junge Menschen sagen Forschern zunehmend, dass sie glauben, ihr Leben werde schlechter sein als das ihrer Eltern; nicht wegen der wirtschaftlichen Bedingungen, sondern wegen des Planeten, den sie ihrer Meinung nach geerbt haben.

Das ist Ökoangst. Sie ist real, sie ist messbar, und sie hat sich bei unseren Kindern seit Jahren still und leise aufgebaut, während die Erwachsenen über Klimapolitik stritten. Und ein sehr großer Teil davon wurde nicht durch die beobachteten Klimadaten ausgelöst, sondern durch Prognosen, die auf einem Szenario basierten, das die wissenschaftliche Fachwelt inzwischen offiziell für unplausibel erklärt hat.

Das sollte man sich vor Augen führen. Kinder wurden durch Prognosen, von denen die Wissenschaftler, die das Rahmenwerk entwickelt hatten, heute sagen, dass sie eine unmögliche Zukunft beschrieben, wirklich und messbar verängstigt und psychisch geschädigt. Der Lehrplan unterschied nicht zwischen einer Worst-Case-Modellierung und einer Vorhersage. Die Medien taten dies ebenfalls nicht. Und so wuchs eine Generation junger Menschen in dem Glauben auf, man habe ihnen eine sterbende Welt hinterlassen.

Die breitere Öffentlichkeit: Ein ständiger Strom von „Klimaporno“

Der Schaden für Kinder ist akut, doch der Schaden für die breite Öffentlichkeit war umfassender und subtiler. Pielke Jr. prägte den Begriff „Klimaporno“, um jene Art alarmierender Inhalte zu beschreiben, die das RCP 8.5-Szenario zuverlässig hervorbrachte – Schlagzeilen über Regionen, die unbewohnbar werden, Millionen von Arten, die aussterben, zusammenbrechende Agrarsysteme, Städte, die vom Meer verschlungen werden. Diese Geschichten waren keine Erfindungen. Sie basierten auf tatsächlich veröffentlichten Forschungsergebnissen. Es handelte sich jedoch um Forschungsarbeiten, bei denen ein extremes, unwahrscheinliches Szenario in ein Modell eingegeben und das Ergebnis so dargestellt wurde, als beschreibe es etwas Wahrscheinliches.

Das Ergebnis war, dass sich das Bild systematisch verzerrte, das sich die Öffentlichkeit von der Zukunft machte. Eine Umfrage nach der anderen zeigte, dass die Bürger das Tempo und das Ausmaß der prognostizierten Klimaauswirkungen durchweg überschätzten. Man hatte ihnen wiederholt und mit Nachdruck vermittelt, dass das Worst-Case-Szenario dem zu erwartenden Verlauf entspräche. Viele passten ihre Lebenserwartungen entsprechend an – Entscheidungen darüber, wo sie leben, ob sie Kinder bekommen, wie sie investieren und was sie ihren eigenen Kindern beibringen – all dies wurde zum Teil von Prognosen geprägt, die auf tönernen Füßen standen.

Unterdessen haben sich, wie Pielke Jr. ebenfalls dokumentiert hat, die tatsächlichen Trends bei wetterbedingten wirtschaftlichen Verlusten – bereinigt um Wohlstandswachstum und Risikoexposition – nicht so spiralförmig nach oben entwickelt, wie es die auf RCP 8.5 basierenden Prognosen nahelegten. Menschen, die davon erfuhren, waren oft schockiert, denn die Erzählung, die ihnen zwanzig Jahre lang eingetrichtert worden war, wies genau in die entgegengesetzte Richtung.

Würdige, wo Würdigung angebracht ist – und stelle dann die kritischen Fragen

Wissenschaftler, die sich gegen das RCP 8.5-Szenario gewehrt haben, verdienen echte Anerkennung. Hausfather, Peters, Pielke Jr., Justin Ritchie und andere haben das vorherrschende Szenario auf eigene berufliche Gefahr hin in Frage gestellt. Das Worst-Case-Szenario anzuzweifeln, war in Klimawissenschaftskreisen keine beliebte Haltung, und einige dieser Forscher sahen sich erheblichen Widerständen ausgesetzt, weil sie aussprachen, was gesagt werden musste. Sie hatten Recht, und sie haben durchgehalten.

Die Wissenschaft korrigiert sich selbst. In diesem Fall ist die Korrektur nach neun Jahren institutionellen Widerstands eingetreten. Das Coupled Model Intercomparison Project (CMIP), das im Rahmen des Weltklimaforschungsprogramms arbeitet, hat eine neue Generation von Szenarien für den IPCC-Bericht AR7 veröffentlicht. RCP 8.5 und SSP5-8.5 sind verschwunden. Das neue High-End-Szenario liegt bis 2100 um etwa 0,9 °C unter dem seines Vorgängers. Das neue mittlere Szenario, das den tatsächlichen Verlauf der Welt unter den derzeitigen politischen Rahmenbedingungen am ehesten repräsentiert, deckt sich mit der Basisprognose der Internationalen Energieagentur und impliziert eine Erwärmung von etwa 2,5 °C bis zum Ende des Jahrhunderts – eine bedeutende Zahl, die ernsthafte Beachtung verdient, aber meilenweit entfernt ist von den mehr als fünf Grad, die in den letzten zwei Jahrzehnten für die meisten apokalyptischen Schlagzeilen gesorgt haben.

Doch eine Selbstkorrektur, die so langsam, so zögerlich und mit so weitreichenden Folgen verläuft, erfordert mehr als nur eine stille Aktualisierung eines Szenario-Rahmens. Sie erfordert eine Abrechnung.

Die Institutionen, die RCP 8.5 in den Mittelpunkt zweier IPCC-Bewertungszyklen gerückt haben, müssen ernsthaft untersuchen, wie es dazu kam und warum es so lange bestehen blieb, obwohl seine Mängel dokumentiert worden waren. Die Fachzeitschriften, die Tausende Studien veröffentlichten, die dieses Szenario verwendeten, ohne zu verlangen, dass offengelegt wurde, dass sie ein unwahrscheinliches Extrem modellierten, müssen ihre Standards überprüfen. Die Medien, die diese Studien in reißerische Schlagzeilen verwandelten, ohne die Grundlage des Szenarios zu erklären, müssen sich mit ihrer Rolle auseinandersetzen. Und die Pädagogen, die aus RCP 8.5 abgeleitete Prognosen in die Lehrpläne aufnahmen, als handele es sich um Vorhersagen und nicht um Worst-Case-Modellierungen, sind den Kindern in diesen Klassenzimmern etwas schuldig – zumindest eine Korrektur.

Was als Nächstes kommt

Das bedeutet keineswegs, dass die Klimadebatte beendet ist oder dass die Erderwärmung kein berechtigtes Thema für Besorgnis und politische Aufmerksamkeit ist. Das neue mittlere CMIP7-Szenario prognostiziert nach wie vor eine deutliche Erwärmung bei einem „Business-as-usual“-Szenario. Das rechtfertigt ernsthafte wissenschaftliche Arbeit und eine ehrliche öffentliche Diskussion.

Was vorbei ist – oder zumindest sein sollte –, ist die Praxis, Forschungsergebnisse und Schlagzeilen auf der Grundlage des extremsten und am wenigsten plausiblen verfügbaren Szenarios zu generieren und diese der Öffentlichkeit sowie Schulkindern als die zu erwartende Zukunft zu präsentieren. Diese Praxis war schon zu Beginn irreführend. Spätestens seit 2017 war bekannt, dass sie irreführend ist. Sie wurde danach noch jahrelang fortgesetzt. Und nun hat genau das Gremium, das für die Erstellung dieser Szenarien verantwortlich ist, offiziell bestätigt, was Kritiker, darunter auch ich, schon die ganze Zeit gesagt haben.

RCP 8.5 hat nun offiziell die Todesurkunde erhalten. Die Generation der Kinder, die in seinem Schatten aufgewachsen ist, der gesagt wurde, die Welt würde untergehen, bevor sie dreißig werden, und die diese Last jeden Tag mit sich trägt – sie verdient es, die Wahrheit zu erfahren. Das Szenario, das sie heimgesucht hat, war immer nur eine Worst-Case-Fiktion. Die Zukunft, die ihnen beschert wurde, ist nicht so düster, wie man sie glauben gemacht hat.

Diese Botschaft ist längst überfällig. Lasst uns dafür sorgen, dass sie sie erreicht.

This article was published first on wattsupwiththat.com on 9 May 2026

Anthony Watts

Anthony Watts ist Senior Fellow für Umwelt und Klima am Heartland Institute. Watts ist seit 1978 als Fernseh-Wettermoderator sowohl vor als auch hinter der Kamera tätig und liefert derzeit täglich Wettervorhersagen im Radio. Er hat Wettergrafik-Präsentationssysteme für das Fernsehen sowie spezielle Wettermessgeräte entwickelt und ist Mitautor von begutachteten Fachartikeln zu Klimathemen. Er betreibt die weltweit meistbesuchte Website zum Thema Klima, die preisgekrönte Website wattsupwiththat.com.

Link: https://clintel.org/a-generation-of-kids-thinks-they-have-no-future-science-just-admitted-why/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung des Übersetzers: Ich wage mal die Prognose, dass unsere werten MSM bi9is auf Weiteres nichts dergleichen bringen werden – und dass auch die Forentrolle hier alles in Abrede stellen.




Met Office: Weitere Temperatur-Manipulationen aufgedeckt

H. Sterling Burnett

Neue investigative Untersuchungen legen nahe, dass die Wahrscheinlichkeit 10.000 zu 1 gegen die Behauptung spricht, dass die manipulierten Wetterstationen des britischen Met Office – des offiziellen Wetter- und Temperaturdienstes von UK – die Temperaturen korrekt melden.

Der unabhängiger britische Forscher Dr. Eric Huxter untersuchte ein Jahr lang Temperaturdaten von 96 kompromittierten Wetterstationen, die vom Met Office betrieben werden, um einen unnatürlichen Anstieg der täglichen Höchsttemperaturen im Vergleich zu einer gut gelegenen Station zu erklären. Das Problem ist nicht nur die schlechte Lage, sondern auch ein Unterschied in der verwendeten Messtechnik. Neuere Technologien sind in der Lage, winzige, nur eine Minute oder kürzer dauernde Hitzespitzen zu erfassen, insbesondere im Vergleich zu den früheren Glasthermometern, die solche Spitzen nicht registrieren konnten. Solche kurzfristigen, stark lokal begrenzten Spitzen können die von einer Station gemeldeten Höchst-, Tiefst- und Durchschnittstemperaturen erheblich verzerren.

Huxter verglich elektronische Messungen an qualitativ als minderwertig eingestuften Stationen, da ihr Standort den städtischen Wärmeinseleffekt durch nahegelegene künstliche Wärmequellen reflektiert, mit den Temperaturen, die an einer ländlichen Temperaturmessstation der Kommission für Beobachtungsinstrumente und -methoden (CIMO) aufgezeichnet worden sind. CIMO-Stationen werden von der Weltorganisation für Meteorologie als Stationen mit dem höchsten Standard und „Referenzqualität“ definiert, die so konzipiert und angeordnet sind, dass sie nur minimale Umwelteinflüsse erfahren, wodurch hochpräzise Daten gewährleistet werden, wobei der Abstand zu Wärmequellen maximal 100 Meter beträgt.

Chris Morrison beschreibt in einem Beitrag für „The Climate Skeptic“ Huxter’s Vorgehensweise:

Im Rahmen seines einjährigen Projekts untersuchte Dr. Huxter 340 Tageshöchsttemperaturen, die an 96 Stationen des Met Office aufgezeichnet worden waren, und stellte fest, dass an diesen Standorten durchschnittliche kurze Temperaturspitzen von etwa 1,1 °C auftraten. Die meisten dieser Spitzen traten im Zusammenhang mit Tagesrekorden an Standorten der CIMO-Klassen 3, 4 und 5 auf. Diese Standorte weisen international anerkannte „Unsicherheiten“ oder mögliche Fehler von 1 °C, 2 °C bzw. 5 °C auf. Da Temperaturspitzen jedoch auch auf natürliche Weise auftreten können, konsultierte Huxter die minutengenauen Temperaturdaten eines ganzen Jahres an einem unberührten Standort der Klasse 1 in offenem Ackerland bei Rothamsted. Aus den erworbenen Aufzeichnungen – insgesamt 525.541 – konnte er eine Basiswahrscheinlichkeitskontrolle erstellen.

Die große Diskrepanz zwischen den Temperaturwerten der unberührten CIMO-Messstation und denen der beeinträchtigten Stationen an Tagen mit „Spitzenwerten“ lässt sich kaum auf tatsächliche Temperaturunterschiede zurückführen, sondern eher auf Unterschiede hinsichtlich des Standorts oder der Technologie.

Zu den unterschiedlichen Ergebnissen, die zumindest teilweise auf unterschiedliche Technologien zurückzuführen sind, schreibt Morrison:

Die tägliche Höchsttemperatur ist neben der Tiefsttemperatur ein entscheidender Wert für die Berechnung der Durchschnittstemperaturen und liegt den allgegenwärtigen Behauptungen des Met Office über „die heißesten Tage aller Zeiten“ zugrunde. Wenn die automatisierten Sensoren, die viel schneller reagieren als die alten Quecksilberthermometer, kurzzeitige, überhöhte Spitzenwerte erfassen anstatt die tatsächlichen Umgebungstemperaturen, dann verzerren diese Ausreißer letztendlich alle Tages-, Monats-, Jahres- und Jahrzehntdurchschnitte. Letztendlich gelangen einige dieser Daten in globale Datensätze und tragen dazu bei, das Ausmaß der jüngsten zyklischen globalen Erwärmung zu übertreiben.

Extreme Beispiele für Hitzespitzen sind keine Seltenheit. Am 1. Mai letzten Jahres gab das Met Office an, dass seine Station in Kew Gardens [bei London] um 14:59 Uhr eine Temperatur von 29,3 °C gemessen habe. Von der BBC verbreitet, galt dies als die höchste jemals an diesem Tag in UK gemessene Temperatur. Doch die Temperatur lag ganze 2,6 °C über der um 14 Uhr gemessenen und nicht weniger als 0,76 °C über dem Wert, der eine Minute später zur vollen Stunde gemessen worden war.

Das Met Office ist sich des Problems bewusst, hat es jedoch bei der Berichterstattung über tägliche, monatliche und jährliche Temperaturrekorde ignoriert. Das Amt behauptet, es habe die Daten „korrigiert“, um den städtischen Wärmeinseleffekt und anomale kurzfristige Spitzenwerte zu berücksichtigen, ohne jedoch zu präzisieren, wie dies geschieht. Es behauptet lediglich: „Alles, was wir beim Met Office tun, basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die einer Peer-Review unterzogen wurden, und unterliegt einer externen Überprüfung.“

„Um sicherzustellen, dass wir [das Met Office] die Kontinuität der Langzeitdatensätze gewährleisten, wenden wir wissenschaftlich geprüfte Methoden an, bei denen – sofern Stationen geschlossen wurden – gut korrelierte Beobachtungen von anderen nahegelegenen Stationen herangezogen werden, um den Langzeitdurchschnitt zu ermitteln“, so das Met Office. Die Behörde hat jedoch weder ihre Verfahren zur Korrektur der festgestellten Probleme offengelegt noch die kurzfristigen Abweichungen zwischen verschiedenen Arten von Messgeräten erörtert oder erklärt, warum man den Temperaturwerten von Stationen vertrauen sollte, die auf der Grundlage von Messungen aus der Nähe geschlossen oder durch neue Technologien und andere Standorte ersetzt worden sind. Das ist keine solide wissenschaftliche Forschungsmethodik für die Zusammenstellung und Berichterstattung von angeblich „kontinuierlichen Aufzeichnungen“. Es ist nicht das erste Mal, dass Schwachstellen in den Daten des Met Office unter die Lupe genommen oder aufgedeckt wurden. Ich habe ähnliche Erkenntnisse vor fast einem Jahr, im Juni 2025, bei Climate Change Weekly erörtert. Ich habe auch den Austausch von Temperaturmessstationen in den Vereinigten Staaten thematisiert, bei dem Datenerfasser neue Stationen an einem anderen Standort unzulässigerweise so behandeln, als wären sie eine Fortsetzung zuvor bestehender, geschlossener Standorte. Das Ergänzen von Daten aus nicht existierenden Standorten, sogenannten „Geisterstationen“, durch Mittelwertbildung aus nahegelegenen Standorten oder die Behandlung eines neuen Standorts als denselben ist keine fundierte Wissenschaft, liefert keine legitimen „Daten“ (Zahlen, die einer legitimen Datenqualitätsprüfung standhalten würden) und sollte nicht zur Meldung von Temperaturen verwendet werden, geschweige denn von angeblich „rekordverdächtigen“ Temperaturen.

Quelle: The Climate Skeptic

Link: https://heartland.org/opinion/climate-change-weekly-579-climate-lawfare-under-counterassault-finally/, zweite Meldung

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE