Deutschlands chemische Abrechnung: Wie Europa seinen industriellen Kern abwickelt

Tilak Doshi from Tilak’s Substack

In seinem Newsletter „Climate & Energy“ vom Donnerstag titelte der Bericht des Wall Street Journal über die deutsche Chemieindustrie [übersetzt] „Der qualvolle Niedergang einer der Kernindustrien Europas“ und liest sich weniger wie ein Branchenbericht als vielmehr wie eine forensische Untersuchung einer industriellen Autopsie. Einst Europas beeindruckende Produktionsmacht, erlebt Deutschland nun den stetigen Niedergang einer seiner grundlegendsten Industrien – der Chemieindustrie – unter dem kombinierten Gewicht selbstverschuldeter Energieknappheit, Klima-Moralismus und geopolitischer Fehleinschätzungen.

Nach Ansicht von Politico hat die Automobilbranche bereits die Rolle des Beweisstücks A für die wirtschaftliche Selbstzerstörung Deutschlands übernommen. Aber die Chemieindustrie – die Branche, die buchstäblich die Grundlage der modernen Industriegesellschaft bildet – steht nun als Beweisstück B im Rampenlicht. Der Zusammenbruch der chemischen Produktion in Deutschland wird unaufhaltsam sein: Wenn die Energiekosten explodieren, Rohstoffe verschwinden und Werke schließen, werden Finanzinvestitionen und Sachkapital nicht einfach verlagert, sondern es kommt zu einem irreversiblen Bruch mit früheren Regelungen.

Die Industrie, die das moderne Deutschland und die Welt aufgebaut hat

Wie Vaclav Smil maßgeblich festgestellt hat sind die vier Grundstoffe der menschlichen Zivilisation Stahl, Zement, Kunststoffe und Ammoniak. Ammoniak ist jedoch der grundlegendste Stoff, ist er doch nicht nur für die Infrastruktur, sondern auch für das Leben selbst von entscheidender Bedeutung. Durch synthetische Stickstoffdünger, hergestellt durch das Haber-Bosch-Verfahren, sichert Ammoniak die moderne Landwirtschaft und damit die Nahrungsmittelversorgung für etwa die Hälfte der Weltbevölkerung. Ohne Ammoniak wären Stahlwerke, Betonstädte und Kunststoffprodukte gesellschaftlich bedeutungslose Luxusgüter. Eine Zivilisation kann mit weniger Beton oder weniger Polymeren auskommen, aber sie kann den Verlust von gebundenem Stickstoff nicht überleben – was Ammoniak nicht nur zu einem industriellen Rohstoff, sondern zum metabolischen Rückgrat der modernen menschlichen Existenz macht.

Der Aufstieg Deutschlands zur Industrienation war untrennbar mit der Chemie verbunden. Lange bevor Automobile oder Werkzeugmaschinen seine Exportstärke prägten, leisteten deutsche Wissenschaftler und Unternehmen Pionierarbeit bei Durchbrüchen in den Bereichen Farbstoffe, Pharmazeutika, Düngemittel und industrielle Prozesse, welche die weltweite Produktion veränderten. Die Synthese von Ammoniak nach dem Haber-Bosch-Verfahren, die eine Stickstofffixierung in großem Maßstab ermöglichte, gilt als eine der folgenreichsten technologischen Innovationen in der Geschichte der Menschheit. Sie ernährte Milliarden Menschen, trieb die landwirtschaftliche Produktivität an und begründete die frühe chemische Vorherrschaft Deutschlands.

Von etwa 1870 bis zum Ersten Weltkrieg wurde die globale Chemieindustrie überwiegend von Deutschland dominiert, wobei Großbritannien mit großem Abstand und zunehmender Besorgnis den zweiten Platz belegte und die Vereinigten Staaten noch sehr weit hinterherhinkten. Im langen Bogen des industriellen Kapitalismus stehen BASF und Imperial Chemical Industries als zwei der prägenden Titanen der chemischen Revolution, die Europa seit dem späten 19. Jahrhundert neu gestaltet hat.

Die BASF wurde 1865 am Rheinufer in Ludwigshafen gegründet. Daneben entstand in Deutschland eine bemerkenswerte Konstellation weltweit führender Chemieunternehmen, die das Land vom späten 19. Jahrhundert bis weit ins 20. Jahrhundert hinein zum unangefochtenen globalen Zentrum der industriellen Chemie machten. Das 1863 gegründete Unternehmen Bayer erlangte durch synthetische Farbstoffe und später durch Arzneimittel und Agrochemikalien Bekanntheit. Sein berühmtestes frühes Produkt Aspirin symbolisierte den Wandel von der Chemie als Handwerk zur Chemie als wissenschaftlich orientierter Massenproduktion. Hoechst (gegründet 1863) war der große Konkurrent von BASF und Bayer und zeichnete sich durch Farbstoffe, Arzneimittel und Industriechemikalien aus. Die britische Antwort auf die deutsche Vorherrschaft in der Chemie kam später und eher defensiv. Imperial Chemical Industries entstand 1926 durch den Zusammenschluss von vier großen britischen Unternehmen, ausdrücklich um der deutschen Dominanz in der Chemie entgegenzuwirken, die während des Ersten Weltkriegs deutlich geworden war.

Der Aufstieg Deutschlands zur Industriemacht mit Chemikalien als wichtigstem Pfeil im Köcher war nicht nur ein nationaler Erfolg, sondern ein zivilisatorischer. Die Chemie wurde mehr als Textilien oder Stahl zum stillen Motor der Moderne – sie veränderte die Landwirtschaft, die Medizin, die Kriegsführung und die Fertigung selbst. Das war kein Zufall. Deutsche Chemieunternehmen bauten umfangreiche Portfolios an geistigem Eigentum auf, gründeten weltweit führende Forschungslabore und profitierten – etwas ironisch, wenn man die Erfahrungen der Energiewende im Nachhinein betrachtet – von einem reichhaltigen Angebot an heimischen Kohlevorkommen. Während eines Großteils des 20. Jahrhunderts waren Chemikalien nicht nur ein weiterer Wirtschaftszweig, sondern das Rückgrat der deutschen Exportwirtschaft und des technologischen Ansehens Deutschlands.

Europa als Ganzes folgte einem ähnlichen Weg. Von Düngemitteln über Pharmazeutika bis hin zu Polymeren und Spezialchemikalien baute der Kontinent eine industrielle Basis auf, die – aus physikalischer Notwendigkeit – einen zuverlässigen Zugang zu kostengünstiger Energie voraussetzte. Diese Annahme wurde nun aufgegeben. Nachdem Kohle durch reichlich vorhandenes Erdgas ersetzt worden war – zunächst aus der Nordsee und später, weitaus entscheidender, aus russischen Pipelines –, erreichte die energieintensive chemische Industrie Europas ihre heutige Größe und globale Wettbewerbsfähigkeit, mit Deutschland als Zentrum. Russisches Pipelinegas, zuverlässig und zu niedrigen Grenzkosten geliefert, wurde zum wichtigsten Input, der es den europäischen Chemieproduzenten ermöglichte, ihre Konkurrenten trotz höherer Arbeits- und Regulierungskosten zu übertrumpfen.

Der Bruch war nicht nur auf „Marktvolatilität“ zurückzuführen, sondern auch auf den plötzlichen Verlust dieser Gasversorgung – nach der Zerstörung der Nord Stream-Pipelines und den umfassenderen Sanktionen –, was zu einem strukturellen Anstieg der Gas- und Lebensmittelpreise führte. Dieser Energieschock hat die deutsche Chemieindustrie nicht nur vorübergehend geschwächt, sondern auch die wirtschaftliche Grundlage zerstört, auf der die Branche aufgebaut war, und den Rückgang von einem zyklischen Abschwung in einen dauerhaften Prozess der Deindustrialisierung verwandelt.

Die chemische Produktion gehört zu den energieintensivsten Aktivitäten der modernen Wirtschaft. Erdgas ist nicht nur ein Treibstoff, sondern auch ein Rohstoff, ein Reagenz und ein unersetzlicher Einsatzstoff für die Herstellung von Ammoniak, Methanol und unzähligen Folgeprodukten. Sich einen wettbewerbsfähigen Chemiesektor ohne reichlich vorhandenes, erschwingliches Gas vorzustellen, ist wie sich die Stahlherstellung ohne Eisenerz vorzustellen.

Doch genau das hat die deutsche Energiepolitik getan. Die Entscheidungen, die Kernenergie abzuschaffen, die heimische Produktion fossiler Brennstoffe zu drosseln und russisches Gas zu sanktionieren – ohne glaubwürdige Alternativen – wurde als moralischer Kreuzzug unternommen. Der Realismus in der Energiepolitik wurde auf dem Altar der Klimatugend geopfert. Die Folgen waren unvermeidlich.

Die Energiepreise stiegen weit über das Niveau der Wettbewerber in den Vereinigten Staaten und im Nahen Osten. Die Margen wurden chronisch gedrückt. Produktionskürzungen führten zu dauerhaften Schließungen. Einmal geschlossene Großchemiewerke werden nicht wieder in Betrieb genommen. Kapital ist mobil, versunkene Kosten hingegen nicht. In der Chemie wie auch anderswo in der Natur gewinnt immer die Thermodynamik. Man kann Inputkosten nicht per Gesetz abschaffen.

Sanktionen, Selbstverstümmelung und die Ausnahme für Düngemittel

Die geopolitische Dimension der misslichen Lage Deutschlands verstärkt die Absurdität nur noch. Das Sanktionsregime Europas gegen Russland wurde mit moralischer Inbrunst, aber wirtschaftlicher Naivität umgesetzt. Die Erdgaslieferungen wurden ohne eine Ersatzstrategie unterbrochen, die Umfang, Zuverlässigkeit oder Preis berücksichtigte. Tatsächlich erwiesen sich die US-amerikanischen LNG-Importe mit mindestens drei- bis viermal so hohen Preisen wie russisches Pipelinegas erwiesen sich als teurer und nur teilweiser Ersatz.

Sogar in Brüssel erkannte man die Grenzen ideologischer Reinheit. Trotz der Sanktionen bleibt die EU ein wichtiger Abnehmer für russisches Flüssigerdgas (LNG) und importierte 2025 trotz Plänen, solche Importe bis 2027 zu verbieten, Waren im Wert von rund 7,2 Milliarden Euro. Russische Düngemittelexporte wurden stillschweigend von den Sanktionen ausgenommen – ein implizites Eingeständnis, dass ein Zusammenbruch der Landwirtschaft ein Preis ist, den zu zahlen die Wähler nicht bereit sind. Düngemittel sind keine Option, sondern existenziell notwendig. Die Ausnahmeregelung ist ein stillschweigendes Eingeständnis, dass die Energie- und Industriestrategie Europas voller Widersprüche ist.

Wenn Düngemittel nicht sanktioniert werden können, weil sonst die Ernten ausfallen würden, warum wurde dann die vorgelagerte Gasversorgung so leichtfertig geopfert? Die Antwort liegt natürlich nicht in wirtschaftlichen, sondern in politischen Symbolen. Eine Düngemittelknappheit hätte unmittelbar zu sichtbarer Hungersnot geführt. Die Schließung von Chemiewerken führt zu einem stilleren Verfall – Arbeitsplatzverlusten, ausgehöhlten Regionen und deindustrialisierten Lieferketten.

Im Gegensatz zu Regierungen reagieren Märkte eher auf Anreize als auf Narrative. Angesichts hoher Energiekosten und einer restriktiven Regulierung haben Europas Chemiekonzerne begonnen, Kapital ins Ausland zu verlagern. Die Vereinigten Staaten mit ihren reichhaltigen Schiefergasvorkommen und ihrer vergleichsweise pragmatischen Industriepolitik haben sich zu einem bevorzugten Ziel entwickelt. Gleiches gilt für Teile des Nahen Ostens, wo die Rohstoffkosten eher die geologischen Gegebenheiten als moralische Bestrebungen reflektieren.

Die Symbolik, dass Europas führende Chemieunternehmen Milliarden im Ausland investieren und gleichzeitig heimische Werke schließen, sollte nicht unterschätzt werden. Hier geht es nicht um Offshoring auf der Suche nach marginalen Gewinnen. Es handelt sich um Kapitalflucht aus einem politischen Umfeld, das die großtechnische Chemieproduktion unwirtschaftlich gemacht hat. Die in Branchenberichten zitierte Analyse von Oxford Economics ist eindeutig: Die Chemie ist ein Schlüsselbereich. Ihr Niedergang hat Auswirkungen auf die Bereiche Pharmazeutika, Baumaterialien, Landwirtschaft und Konsumgüter.

Zwischen 2019 und dem zweiten Quartal 2025 ist die Produktion der europäischen Chemieindustrie deutlich zurückgegangen. In UK sank sie um 30 %, in Deutschland um 18 %, in Frankreich um 12 % und in Belgien um 7 %. Die Produktion wurde durch eine geringere Preiswettbewerbsfähigkeit aufgrund höherer Gas- und Strompreise als anderswo, höhere Umwelt- und andere Regulierungskosten sowie weltweite Überkapazitäten beeinträchtigt, die vor allem von China ausgehen.

Die europäische Klimapolitik wirkt zunehmend wie eine umgekehrte Industriepolitik. CO2-Bepreisung, Emissionshandel und regulatorische Auflagen werden auf nationaler Ebene ohne Rücksicht auf die globale Wettbewerbsfähigkeit eingeführt. Die Produktion wandert in Länder mit niedrigeren Kosten und weniger Auflagen ab, was oft zu höheren globalen Emissionen führt – genau das Ergebnis, das die Klimapolitik eigentlich verhindern will.

Dies ist nicht nur ein technischer Fehler. Es ist ein konzeptionelles Versagen. Die Politik verwechselt Dekarbonisierungsziele mit Wirtschaftsstrategie und geht davon aus, dass „grüne“ Innovationen auf Knopfdruck realisiert werden können und dass intermittierende erneuerbare Energien dichte, einsetzbare Energie im industriellen Maßstab ersetzen können. Die Chemieindustrie entlarvt diese Phantasterei gnadenlos.

Europas Stille Auflösung

Die missliche Lage Deutschlands ist kein Zufall. Sie ist das logische Ergebnis bewusster Entscheidungen. Der Atomausstieg, die Abhängigkeit vom Gas ohne Diversifizierung, Sanktionen ohne Notfallpläne und Klimaregulierungen ohne Wettbewerbsgarantien bilden zusammen ein Rezept für die Deindustrialisierung. Das Tragische daran ist, dass sich dies in einem Land abspielt, das einst die industriellen Ökosysteme genauestens verstand. Deutschland wusste, dass die Exzellenz der Fertigung auf dem einfachen Zugang zu Energieressourcen, technischem Know-how und Wettbewerbsfähigkeit im Export beruhte. Heute belehrt es die Welt über Nachhaltigkeit und baut gleichzeitig genau die Industrien ab, die seinen Wohlstand ermöglicht haben.

Europa insgesamt folgt dem gleichen Weg. Energieintensive Industrien werden als „schwer zu reduzieren” bezeichnet – eine bürokratische Umschreibung für „politisch unbequem”. Anstatt sich den physischen Realitäten zu stellen, lagern die politischen Entscheidungsträger die Produktion aus und importieren Fertigwaren, wobei sie sich selbst zu territorialen Emissionsreduktionen beglückwünschen, während die globalen Emissionen steigen.

Der ernüchterndste Aspekt des Niedergangs der chemischen Industrie ist seine Unumkehrbarkeit. Hochöfen können manchmal wieder in Betrieb genommen werden, riesige Chemiekomplexe hingegen nur selten. Die spezialisierten Arbeitskräfte zerstreuen sich. Lieferketten brechen auseinander. Das intellektuelle Kapital wandert ab. Qualifizierte Gemeinschaften veröden. Deshalb sind die Warnungen der Industrie so dringlich. Sobald Europa die großtechnische Chemieproduktion aufgibt, verliert es seine strategische Autonomie in den Bereichen Medizin, Lebensmittel, Verteidigungsgüter und damit verbundene fortschrittliche Materialtechnologien. Abhängigkeit ersetzt Widerstandsfähigkeit.

Die Berichterstattung des WSJ erfasst nur die Oberfläche dieser Entwicklung. Dahinter verbirgt sich ein tieferes Unbehagen: Europa hat das Vertrauen in seine eigene industrielle Berufung verloren. Es zieht es vor, zu regulieren statt zu produzieren, zu moralisieren statt zu konkurrieren. Doch die Welt wartet nicht auf die Selbstreflexion Europas. Die Vereinigten Staaten unter der Trump-Regierung konzentrieren sich mit ihrer Agenda der Energiedominanz und ihrer Zollpolitik auf die Re-Industrialisierung. Asien und der Nahe Osten bauen ihre Kapazitäten weiter aus.

Nur Europa scheint entschlossen zu sein zu beweisen, dass Wohlstand ohne Produktion überleben kann. Kann er nicht!

Die Abrechnung mit der chemischen Industrie in Deutschland ist daher keine sektorale, sondern eine zivilisatorische Angelegenheit. Sie veranschaulicht, was passiert, wenn politische Eliten symbolische Tugenden über materielle Kompetenz stellen, wenn Politik eher von Narrativen als von realen Zwängen geprägt ist und wenn Energie eher als ethisches Problem denn als wirtschaftliche Notwendigkeit behandelt wird. Die chemische Industrie des Landes symbolisierte einst den Triumph von Wissenschaft, Industrie und Energie im Dienste des menschlichen Fortschritts. Ihr derzeitiger Niedergang symbolisiert etwas ganz anderes: den illusorischen Triumph der Ideologie über Physik und Wirtschaft unter den politischen Eliten. Und wie immer werden die beiden Disziplinen das letzte Wort haben. Ebenso wie die Chemie.

This article was first published in the Daily Sceptic https://dailysceptic.org/2026/02/02/germanys-chemical-reckoning-how-europe-is-dismantling-its-industrial-core/

Dr Tilak K. Doshi is the Daily Sceptic‘s Energy Editor. He is an economist, a member of the CO2 Coalition and a former contributor to Forbes. Follow him on Substack and X.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/02/04/germanys-chemical-reckoning-how-europe-is-dismantling-its-industrial-core/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Anmerkung des Übersetzers: Ich empfinde es als beschämend, dass man diese Nachrichten über unser Land nur von auswärtigen Quellen bekommt!

 




Kurzmeldungen aus Klima und Energie – Ausgabe 04 / 2026

Meldung vom 26. Januar 2026:

Nicht globale Erwärmung

Die Medien bemühen sich, diese hemisphärische Kälte zu erklären, ohne die AGW-Erzählung aufzugeben. „Warum ist die Welt im Jahr 2026 so kalt?“, fragen sie. Ihre Antwort lautet: Störung des Polarwirbels durch die „Erwärmung der Arktis“. Aber die historischen Karten widerlegen dies eindeutig.

Eine erneute Analyse zeigt, dass die Konfiguration des Polarwirbels im Januar 1977, 1978 und 1985 die gleiche war wie im Januar 2026.

Januar 1977, 1978 und 1985:

Jan 2026:

Die gleiche arktische Blockade. Die gleiche Verlagerung des Wirbels. Die gleiche Kälte, die tief in Nordamerika, Europa und Asien vordringt.

Die gleiche Konstellation gab es auch, als die Arktis kälter und der CO₂-Gehalt niedriger war.

Es handelt sich also nicht um eine „durch die Erwärmung verursachte“ Entwicklung, wie behauptet wird. Und „sich anreichernde Treibhausgase“ führen nicht zu einem „instabileren Klimasystem“.

Das zeigt die Geschichte.

Link: https://electroverse.substack.com/p/arctic-records-pile-up-across-united?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldung vom 29. Januar 2026:

ENSO-Aktualisierung

Die neuesten wöchentlichen ENSO-Daten zeigen, dass sich La Niña nie richtig entwickelt hat.

Der Pazifik konnte die für ein echtes La Niña-Ereignis erforderliche kalte Unterwasserstruktur nicht aufrechterhalten. Die Passatwinde waren nur zeitweise vorhanden, die Aufströmung war schwach und es kam nie zu einer Konsolidierung der Kälteanomalien im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik.

 

Seit Ende November 2025 (oberes Diagramm unten) haben sich stattdessen nach Osten ausbreitende Kelvinwellen zu einer Abwärtsströmung geführt und wärmeres Wasser unter der Oberfläche nach Osten gedrückt (unteres Diagramm unten). Dies ist das Gegenteil dessen, was eine sich verstärkende La Niña erfordert:

Abwärts gerichtete Kelvinwellen sind ein klassischer Vorbote für die Entwicklung eines El Niño, insbesondere wenn sie bis zum späten Winter und Frühjahr anhalten.

Der Pazifik befindet sich derzeit im Übergang zu neutralen Bedingungen, wobei die Wahrscheinlichkeit steigt, dass El Niño später im Frühjahr oder Sommer auftritt.

Dies würde wahrscheinlich die globalen Temperaturen stützen und vorübergehend den anhaltenden Abkühlungseffekten entgegenwirken (wie den nachlassenden Nachwirkungen von Hunga-Tonga und auch einem Rückgang der Sonnenaktivität, da SC25 seinen Rückgang nach dem Maximum fortsetzt).

Dies ist meine aktuelle These bezüglich der Temperaturen: eine eher flache, ereignislose kurzfristige Entwicklung und dann ein starker Rückgang unter die Basislinie mit dem nächsten La Niña.

Die Zeit wird es zeigen.

Link: https://electroverse.substack.com/p/snow-in-japan-turns-historic-blizzard?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Zwei Meldungen vom 3. Februar 2026:

Kanadas Behauptung bzgl. Erwärmung hält einer Datenprüfung nicht stand

Kanada erwärmt sich NICHT doppelt so stark wie der globale Durchschnitt, wie behauptet wird. Laut einem neuen technischen Bericht ist das von Environment and Climate Change Canada (ECCC) verwendete Erwärmungssignal größtenteils das Ergebnis eines Datenartefakts und nicht einer tatsächlichen Temperaturänderung.

Die Analyse unter der Leitung des Physikers und Datenwissenschaftlers Dr. Joseph Hickey untersuchte Hunderte von kanadischen Temperaturmesspunkten, die in den offiziellen Datensätzen des ECCC verwendet werden. Sie ergab, dass 1998 – dem Jahr, in dem 72 Referenzstationen zum Global Climate Observing System hinzugefügt worden waren – die meisten Stationen einen plötzlichen, stufenweisen Anstieg von etwa 1 °C verzeichneten. Der Anstieg ist abrupt, landesweit und gleichzeitig.

Der tatsächliche Klimawandel verläuft nicht auf diese Weise. Solche sprunghaften Veränderungen werden in der wissenschaftlichen Literatur allgemein als Mess-Artefakte anerkannt, die in der Regel durch Stationsverlegungen, Instrumentenwechsel oder Änderungen der Landnutzung verursacht werden. Wenn dieser künstliche Sprung entfernt wird, verschwindet die berechnete Erwärmung in Kanada der letzten sieben Jahrzehnte weitgehend.

Trotzdem und trotz der Vielzahl von Artikeln, in denen erklärt wird, warum solche Diskontinuitäten entfernt werden müssen (darunter eine wichtige Studie von Lucie A. Vincent, einer leitenden Forschungsklimatologin bei Environment Canada), bleibt der Sprung in Kanadas wichtigstem homogenisierten Temperaturdatensatz erhalten.

Es gibt noch weitere Probleme.

Interne Überprüfungen deckten mehr als 10.000 Fälle auf, in denen die täglichen Tiefsttemperaturen an den gleichen Messstationen die täglichen Höchsttemperaturen überstiegen – was natürlich physikalisch unmöglich ist. Diese Fehler wurden ausgerechnet von Analysten der Bank of Canada bei einer internen Überprüfung der Wirtschafts- und Klimarisikodaten entdeckt, nicht vom ECCC selbst.

Hickey machte Environment Canada bereits vor Jahren offiziell auf das Problem des +1 °C-Sprungs aufmerksam. Die Antwort lautete, dass die sprunghafte Veränderung „wahrscheinlich auf Klimaschwankungen zurückzuführen“ sei, obwohl Größe, Zeitpunkt und landesweite Kohärenz dies ausschließen.

Kanadas Klimapolitik, die Hunderte von Milliarden Dollar kostet, basiert auf diesen Datensätzen. Wenn das Erwärmungssignal verschwindet, sobald ein einziger bekannter Artefakt korrigiert wird, bricht die zentrale Klimabehauptung der Regierung zusammen.

Und das ECCC ist nicht allein – ähnliche Fehler plagen auch das britische Met Office sowie das BOM in Australien.

Environment and Climate Change Canada hat auf den Bericht bislang nicht reagiert.

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Der aktivste Sonnenfleck des Zyklus’ 25

Der aktivste Sonnenfleck des Sonnenzyklus‘ 25 ist nun sichtbar geworden.

Der Sonnenfleck AR4366 ist riesig und hat einen Durchmesser von mehr als zehn Erdumfängen. Ein H-Alpha-Teleskopbild, das am 2. Februar in Rafaela in Argentinien aufgenommen wurde, zeigt seine Größe:

Eduardo Schaberger Poupeau am 2. Februar 2026 in Rafaela, Provinz Santa Fe, Argentinien.

In den letzten 24 Stunden hat AR4366 Dutzende von Flares der Klasse M und mindestens vier Flares der Klasse X erzeugt, darunter ein starkes Ereignis der Klasse X8:

Es trägt ein instabiles Delta-Feld und erzeugt weiterhin Zwischenflecken – beides klassische Vorläufer für weitere große Flares. Die Region wendet sich vollständig der Erde zu, und die Wahrscheinlichkeit weiterer X-Flares in den kommenden Tagen bleibt hoch.

Link: https://electroverse.substack.com/p/floridas-february-freeze-tropical?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldung vom 4. Februar 2026:

Die Versauerung der Ozeane trifft auf das Antazidum des Ozeans

Die öffentliche Schreckensmeldung ist einfach: CO gelangt ins Meer, der Ozean „versauert“, Muscheln lösen sich auf, Ökosysteme brechen zusammen, wir alle sterben.

Aber die Chemie ist nicht so einseitig.

Ein neuer Artikel in AGU Advances argumentiert, dass Kalziumkarbonat (CaCO₃) in flachen Meeresbodensedimenten als natürliches Antazidum auf jährlicher bis jahrzehntelanger Zeitskala wirkt, und nicht über Jahrhunderte oder Jahrtausende, wie viele Modelle annehmen.

Wenn der Säuregehalt steigt, lösen sich Karbonatmineralien leichter auf, wodurch die Alkalität erhöht wird und Karbonatverbindungen entstehen, die einen Teil der zusätzlichen Säure neutralisieren. Kurz gesagt: Das System wehrt sich (wie wir es schon unzählige Male zuvor gesehen haben).

Der Beweis dafür stammt aus einer 25-jährigen, hoch präzisen Aufzeichnung der Karbonatchemie vor der Südostküste Neuseelands (dem Munida-Transsekt). Die Autoren stellen einen signifikanten Anstieg der Gesamt-Alkalität in den Schelfgewässern fest, während eine Referenzstation vor der Küste keinen bedeutenden Alkalitätstrend zeigt, was eher auf einen lokalen Schelfprozess als auf eine breite ozeanweite Drift hindeutet.

Der sinkende Sättigungszustand reduziert die Kalzifizierung und stimuliert die Karbonatauflösung im Schelfmeeresboden, erklärt die Studie, wodurch die Alkalität in der Wassersäule schnell genug steigt, um auf menschlicher Zeitskala von Bedeutung zu sein. Sie argumentieren, dass dieser „schnelle Schelf-Puffer” wahrscheinlich einen Teil der anhaltenden Diskrepanz zwischen Modelldaten und Beobachtungsdaten im Kohlenstoffhaushalt der Ozeane erklärt, und schätzen, dass er einen Großteil der Diskrepanz von etwa 0,3 Pg C pro Jahr zwischen Modellprognosen und beobachtungsbasierten Schätzungen der CO₂-Aufnahme der Ozeane ausmacht.

„Ozeanversauerung“ wird regelmäßig als unaufhaltsamer Trend hin zu einer zunehmenden Säurebildung dargestellt. Diese Studie weist auf einen wichtigen, reaktiven, natürlichen Puffermechanismus hin, der bereits in flachen Meeren aktiv und in Modellen unterrepräsentiert ist.

Wie wir kürzlich im Zusammenhang mit Methan festgestellt haben wird die Chemie der Erde von stabilisierenden Rückkopplungen dominiert, die in den gängigen Klimadiskussionen regelmäßig heruntergespielt oder ignoriert werden – siehe „Arktische ‚Methanbombe‘ verpufft“.

Link: https://electroverse.substack.com/p/cuba-records-first-ever-freeze-eastern?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldung vom 5. Februar 2026:

Satellitendaten zeigen keine Erwärmung

Seit 2012 wird die Temperatur der Erde weltweit vom Suomi-NPP-Satelliten der NASA mit dem Infrarotsensor VIIRS gemessen. VIIRS misst die direkt vom Boden abgegebene Wärme und liefert Tag und Nacht eine gleichmäßige globale Abdeckung.

Über den gesamten Zeitraum (2012 bis Mitte 2024, letzte Aktualisierung) ist kein globaler Erwärmungstrend erkennbar:

VIIRS stützt sich auf satellitengestützte Infrarotbeobachtungen und arbeitet unabhängig von Standortwahl, Homogenisierungen und Erfassungslücken, die sich auf bodengestützte Datensätze auswirken.

Nach mehr als einem Jahrzehnt kontinuierlicher Beobachtung zeigt sich kein Trend.

Link: https://electroverse.substack.com/p/major-cold-surge-to-hit-china-arctic?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE




Die wahre Umweltkrise ist nicht der Klimawandel

Vijay Jayaraj

Während Regierungen Milliarden für die Reduzierung von CO₂-Emissionen ausgeben, bleiben echte Umweltprobleme ungelöst. Die eigentliche Umweltkrise ist nicht der Klimawandel, sondern Müll, verschmutztes Wasser und mangelhafte Regierungsführung.

Was wäre, wenn das schlimmste Umweltproblem nicht das wäre, über das alle reden? Während westliche Eliten Fairtrade-Kaffee trinken und sich über Kohlenstoff-Fußabdrücke den Kopf zerbrechen, versinkt die Entwicklungswelt in einer selbst verursachten giftigen Suppe – einer Krise, die sich völlig von der Phantomgefahr des Klimawandels unterscheidet.

Die eigentliche Umweltkatastrophe ist nicht die moderate Erwärmung, die den Menschen geholfen hat, zu gedeihen. Es sind Bodendegradation, vergiftetes Wasser und andere Formen der Umweltverschmutzung, die den Globalen Süden lebendig begraben.

Ja, wir haben den falschen Umweltkrieg geführt.

Die wahre Umweltkrise: Müll, Umweltverschmutzung und Krankheiten

Der schäumende schwarze Schlamm in den Flüssen, die Berge von unbehandeltem Müll, die in den Straßen vor sich hin faulen, und die unsichtbaren Superbakterien, die sich in den Wasserwegen vermehren, stellen eine echte Krise dar, die sich über ganze Kontinente erstreckt.

In Ghana wird nur ein Viertel des täglichen Mülls zur Entsorgung eingesammelt. Nicht eingesammelte Abfälle ziehen Insekten an, die Malaria und Dengue-Fieber übertragen. In südafrikanischen Townships geben fast drei Viertel der Einwohner an, an Krankheiten zu leiden, die direkt auf unsachgemäße Abfallentsorgung zurückzuführen sind. Cholera steht dabei ganz oben auf der Liste.

Südostasien zählt mittlerweile zu den größten Verursachern der Plastikverschmutzung der Meere. Unsachgemäß entsorgter Müll gelangt über Flüsse in die Küstengewässer und schädigt die Fischerei und den Tourismus. Die Plastikverschmutzung ist auf Versäumnisse der Politik zurückzuführen, nicht auf atmosphärische Chemie. Die Lösungen sind banal, werden aber nicht umgesetzt: Müllwagen, technische Deponien und moderne Verbrennungsanlagen mit Abgasreinigungsfiltern.

Geldverschwendung für Net Zero, während grundlegende Umweltbedürfnisse ignoriert werden

Doch hier zeigt sich die besondere Tragik unserer Zeit: Während unsere Kinder vergiftetes Wasser trinken, haben unsere Regierungen Milliarden von Dollar auf dem Altar der Netto-Null verbrannt. Sie lenken wertvolle finanzielle Ressourcen, Energie und administrative Kapazitäten in den Kampf gegen ein Phantom. Sie jagen der Zustimmung der Vereinten Nationen und des Weltwirtschaftsforums hinterher und schwören Treue zu einem „Krieg gegen den Kohlenstoff“. Sie verkünden milliardenschwere „erneuerbare“ Ziele für Solar- und Windkraftanlagen.

In Ländern, in denen Kapital knapp und konkurrierende Prioritäten zahlreich sind, hat diese Umverteilung erhebliche Folgen. Milliarden, die für die Umstellung auf erneuerbare Energien in armen Ländern bereitgestellt werden, führen zu Verzögerungen bei Investitionen in Abwasserbehandlung, Sanitärsysteme und Abfallmanagement.

Die Umweltminister in Entwicklungsländern wurden in eine Hierarchie der Anliegen sozialisiert, die die atmosphärische Konzentration eines pflanzlichen Nährstoffs – Kohlendioxid – über nachweisbare Gesundheitskatastrophen in ihren Zuständigkeitsbereichen stellt.

CO₂ als politischer Nebenschauplatz, nicht als wissenschaftlicher Notfall

Die Rechtfertigung für diese katastrophale Haltung basiert auf der Behauptung, dass Kohlendioxid (CO₂) eine Klimakrise verursacht. Die Annahme, dass dieses Spurengas eine gefährliche globale Erwärmung verursacht, ist unwissenschaftlich. Die „gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis” ist alles andere als das.

Forscher wie William Happer und W. A. van Wijngaarden haben gezeigt, dass der Treibhauseffekt jedes CO₂-Moleküls mit steigender Konzentration in der Atmosphäre abnimmt. Mehr CO₂ in die Atmosphäre zu bringen ist wie ein schwarzes Fenster mit einer weiteren Schicht schwarzer Farbe zu streichen; es macht kaum einen Unterschied für das durchgelassene Licht.

Darüber hinaus deuten neue Daten darauf hin, dass die globale Erwärmung zwischen 1899 und 1940 – also vor dem Anstieg der Industrieemissionen – möglicherweise höher war als die Erwärmung zwischen 1983 und 2024. Wenn menschliche Emissionen der wichtigste Einflussfaktor für das Klima sind, wie lässt sich dann die stärkere Erwärmung zu Beginn des 20. Jahrhunderts erklären? Gar nicht!

Jedes Mal, wenn eine Stadt in Indien oder Bangladesch überflutet wird, schreien die Medien „Klimawandel!“ und machen die Verbrennung fossiler Brennstoffe für den Regen verantwortlich. Das ist eine Lüge. Der Regen ist real, aber die Ursache der Katastrophe ist erfunden. Analysen der Todesfälle durch Überschwemmungen in Indien zeigen immer wieder, dass Fehler in der Stadtplanung die Ursache sind.

Klima-Alarmismus lenkt Ressourcen von echten Lösungen für die Umwelt ab

Eine aktuelle Bewertung des US-Energieministeriums kommt zu dem Schluss, dass übermäßig aggressive Maßnahmen zur Reduzierung von CO₂-Emissionen für das wirtschaftliche Wohlergehen eher schädlich als nützlich sind. Die wissenschaftlichen Argumente für die Einstufung von CO₂ als globale Bedrohung haben mit der Weiterentwicklung von Beobachtungsdaten und physikalischen Modellen an Gewicht verloren.

Warum fossile Brennstoffe für die Lösung der tatsächlichen Umweltverschmutzung unerlässlich sind

Die Ironie dabei ist, dass die fossilen Brennstoffe, deren Verzicht vorgeschlagen wird, zur Lösung der eigentlichen Probleme benötigt werden: Hochtemperatur-Verbrennungs-, Recycling- und Wasseraufbereitungsanlagen benötigen große Mengen an zuverlässiger, erschwinglicher Grundlastenergie. Solar- und Windenergie können diese nicht erbringen.

Eine robuste Überschwemmungen und Stürmen standhaltende Infrastruktur erfordert Stahl und Beton, hergestellt unter Verwendung von Kohle und Erdgas. Um die Qualität der Raumluft zu verbessern, müssen Haushalte von der Verbrennung von Dung und Holz auf sauber verbrennendes Flüssiggas umsteigen.

Umweltideologie vs. Menschenwürde

Die Klimapanik ist ein Luxusabenteuer für die Reichen. Für die meisten geht es um sauberes Wasser, atembare Luft und ein Leben in Würde, frei von Schmutz. Die abstrakten, unwissenschaftlichen und profitablen Kohlenstoff-Ziele, die auf Maß für milliardenschwere Konzerne zugeschnitten sind, werden den Globalen Süden nicht vor den verheerenden Auswirkungen der realen Umweltverschmutzung bewahren.

Je länger die Entwicklungsländer sich von klimapolitischen Tugendbekundungen blenden lassen, desto länger verschieben sie die echte Umweltsanierung, die ihre Bevölkerung verdient.

Dieser Kommentar wurde erstmals am 28. Januar bei The Center Square veröffentlicht.

Vijay Jayaraj is a Science and Research Associate at the CO₂ Coalition, Fairfax, Virginia. He holds an M.S. in environmental sciences from the University of East Anglia and a postgraduate degree in energy management from Robert Gordon University, both in the U.K., and a bachelor’s in engineering from Anna University, India. He served as a research associate with the Changing Oceans Research Unit at University of British Columbia, Canada.

Link: https://clintel.org/the-real-environmental-crisis-is-not-climate-change/

Übersetzt von Christian Freuer




Amerikas Energie-Zukunft: Ein Konflikt von Visionen

Duggan Flanakin

Als Präsident Trump im Mai letzten Jahres eine Verordnung unterzeichnete, die den Ausbau der Netto-Stromerzeugungskapazität aus Kernkraft um 300 Gigawatt (GW) bis 2050 vorsieht, muss dies für diejenigen, die noch wenige Jahre zuvor eine ganz andere Energiezukunft geplant hatten – eine Zukunft, die auf Windkraftanlagen und Solaranlagen, dem Verzicht auf Kohle und Erdgas und vielleicht einem Augenzwinkern in Richtung der als unerschwinglich geltenden Kernkraft basierte –, ein Schock gewesen sein.

Bereits 2011 stellte ein Bericht des Massachusetts Institute of Technology über die Zukunft des Stromnetzes fest: „Eine der wichtigsten neuen Herausforderungen für das Stromnetz ist die Notwendigkeit, mehr erneuerbare Energien einzuspeisen, um den politischen Initiativen auf staatlicher und bundesstaatlicher Ebene Rechnung zu tragen.“

Die Autoren äußerten ihre Skepsis gegenüber dieser Strategie und fügten hinzu: „Ein Großteil dieser Kapazität wird entweder auf Solar- oder Windenergie basieren und dementsprechend eine Leistung erzeugen, die im Laufe der Zeit variiert und nur unvollständig vorhersagbar ist, was es für die Netzbetreiber schwieriger macht, Erzeugung und Last jederzeit aufeinander abzustimmen.“

Dennoch ist die Solarenergie von 891 Gigawattstunden im Jahr 2009 auf 218.538 GWh im Jahr 2024 gestiegen, während die Windenergie von 73.890 GWh im Jahr 2009 auf 453.450 GWh im Jahr 2024 zugenommen hat. Zusammen erzeugten diese beiden Energiequellen im Jahr 2024 weniger als die 782.000 bis 816.000 GWh der 94 Kernkraftwerke des Landes, die im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie rund um die Uhr mit konstanter Leistung arbeiten.

Der Trend zu intermittierenden Wind- und Solarenergiequellen hat sich auch im ersten Jahr der zweiten Amtszeit von Präsident Trump fortgesetzt. Die Federal Energy Regulatory Commission berichtete, dass von den mehr als 15 GW an neuen Stromerzeugungsressourcen, die in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 hinzukamen, 11,5 GW auf Solarenergie, 2,3 GW auf Windenergie und 1,3 GW auf Erdgas entfielen – ohne jegliche neue Kernenergie.

Dieser Trend hat sich trotz der Bemühungen der Trump-Regierung gegen Offshore-Windenergie und der anhaltenden Opposition gegen neue Wind- und Solarparks fortgesetzt. Die FERC listete bis August 2028 136 GW an „mit hoher Wahrscheinlichkeit hinzukommenden Kapazitäten” auf, wobei Solar- und Windenergie fast 84 % dieser prognostizierten neuen Kapazität ausmachen.

Während Batteriespeicher als „Lösung” für die intermittierende Natur der Wind- und Solarenergieerzeugung gepriesen werden, berichtete Francis Menton 2024, dass Batteriespeicheranlagen möglicherweise keine sichere Wahl sind – oder überhaupt nicht sicher sind. Sie sind regelmäßig großen und gefährlichen Bränden ausgesetzt.

Menton erklärte kürzlich, dass im Januar 2025 in der 300-MW-Anlage in Moss Landing südlich von San Francisco, in der etwa 100.000 Lithium-Ionen-Batterien gelagert waren, etwa 55 % dieser Batterien durch einen Brand beschädigt wurden – der dritte Brand in dieser Anlage innerhalb von vier Jahren. Er sagte auch, dass es 2023 mindestens drei größere Brände in Batteriespeicheranlagen im Bundesstaat New York gegeben habe, gefolgt von einem Großbrand in Warwick im US-Staat New York im vergangenen Dezember.

Stellen Sie sich den Schaden vor, sagte er, den ein Brand in der geplanten 315-MW-Batteriespeicheranlage in Queens verursachen würde, direkt gegenüber der Upper East Side am East River und neben dem größten öffentlichen Wohnbauprojekt des Landes.

Trotz der heutigen Beliebtheit von Wind- und Solarenergie bei Energieversorgungsunternehmen (wie ihre Bestellungen belegen) können große Datenverarbeitungszentren, Gesundheitseinrichtungen, Hightech-KI und nationale Sicherheitsoperationen nicht auf intermittierende Energieversorgung angewiesen sein. Die Trump-Regierung hat die Bedenken dieser Einrichtungen zur Kenntnis genommen und bevorzugt Investitionen in die Kernenergie.

Trumps Ziel, die Stromerzeugung in den USA zu vervierfachen, entspricht der Vision des Ökonomen Timothy Taylor, der in einem Artikel vom September 2023 erklärte, dass zur Deckung des massiven Anstiegs der geplanten Stromerzeugung „auch eine dramatische Erweiterung (vielleicht eine Verdreifachung oder Vervierfachung) der Stromleitungen erforderlich sein wird, um den Strom dorthin zu verteilen, wo er benötigt wird“.

Aber, fügte er hinzu, genau das ist das Problem.

Während die Stromkunden sich günstigere Stromrechnungen wünschen, so Taylor, „wollen die Aktionäre wahrscheinlich nicht, dass das Unternehmen das Stromnetz erheblich ausbaut.“ Viele registrierte Versorgungsunternehmen befinden sich im Besitz von Aktionären, und die Aufnahme neuer Schulden verbessert die Rendite für die Aktionäre nicht, vor allem aufgrund der staatlichen Regulierung ihrer Preis- und Investitionspläne.

Am 15. Januar gab der Electric Reliability Council of Texas [ERCOT], der das texanische Stromnetz betreibt, ein neues Verfahren zur gleichzeitigen Bewertung mehrerer Anträge auf Anschluss großer Lasten bekannt. Texas erzeugt nicht genug Strom, um alle gewünschten Projekte sofort zu versorgen. Die Warteliste des Bundesstaates, die für 40 bis 50 Projekte mit hohem Strombedarf ausgelegt ist, wird durch die 225 neuen Anträge auf Netzanschluss überlastet, die 2025 bei ERCOT eingereicht worden sind.

Aber wer macht hier wem etwas vor? Es muss eine andere Lösung für das Problem geben, dass die Nachfrage nach Strom aus dem Netz das Angebot übersteigt. Großkonzerne wie Google, Meta, CenterPoint, Amazon und OpenAI können nicht ewig warten.

Da die zunehmende Energiekrise die Pläne von Präsident Trump (und der Privatwirtschaft) für ein schnelles Wachstum der US-Wirtschaft bedroht, sind weder das texanische noch das nationale Stromnetz auf das explosive Wachstum energiehungriger künstlicher Intelligenz und anderer Großverbraucher vorbereitet. Die Lösung, so Jacob DeWitte, CEO des Nuklear-Startups OKLO, besteht darin, dass Großverbraucher durch private Investitionen zusätzliche Netzkapazitäten schaffen.

Zu diesem Zweck sind OKLO und Meta eine neue Partnerschaft eingegangen, in deren Rahmen OKLO kleine modulare Reaktoren zur Stromversorgung der Meta-Anlagen bauen und überschüssigen Strom an das Netz verkaufen wird. Energieminister Chris Wright empfiehlt eine solche Partnerschaft für die Stromversorgung, entsprechend der Erklärung von Präsident Trump vom Dezember 2025, dass jede in den USA gebaute KI-Anlage mit eigenem Strom autark sein muss.

Am 15. Januar gab Präsident Trump bekannt, dass der National Energy Dominance Council und die Gouverneure mehrerer nordöstlicher Bundesstaaten, die vom PJM Interconnection versorgt werden, sich darauf geeinigt haben, eine Notfall-Großhandelsstromauktion voranzutreiben, die Technologieunternehmen dazu zwingen wird, neue Kraftwerke effektiv zu finanzieren. Diese Maßnahme zielte darauf ab, die Strompreise für Privathaushalte zu deckeln, die aufgrund der steigenden Nachfrage von Hyperscalern und Rechenzentren stark gestiegen sind, welche das Angebot übersteigen.

Das Ziel besteht darin, PJM dazu zu bewegen, zuverlässige Grundlastkraftwerke im Wert von mehr als 15 Milliarden US-Dollar zu bauen und die Entwicklung durch eine 15-jährige Einnahmensicherheit für neue Kraftwerke zu beschleunigen. Der Plan sieht vor, dass Rechenzentren für alle in ihrem Auftrag gebauten neuen Kraftwerke aufkommen und die Stromkunden durch eine Begrenzung der Vergütung für bestehende Kraftwerke auf dem PJM-Kapazitätsmarkt geschützt werden. Außerdem eröffnet er Großverbrauchern die Möglichkeit, eigene Anlagen zu bauen.

Heute ist PJM einer von acht (von insgesamt 13) regionalen Strommärkten, die bereits unter dem kritischen Niveau der Reservekapazitäten liegen. Es wird erwartet, dass der Spitzenbedarf in seinem System bis 2030 um weitere 17 % steigen wird. Ohne aktive Intervention könnten Stromausfälle zu einem häufigen Ärgernis werden.

Seinen eigenen Aussagen zufolge hofft Trump, dass ein Großteil dieser neuen Stromerzeugungskapazitäten aus neuen Kernkraftwerken (aller Größenordnungen) stammen wird. Der OKLO-Meta-Deal ist nur einer von vielen, die sich derzeit in verschiedenen Verhandlungsphasen befinden. Und die PJM-Herausforderung dürfte sich auf das gesamte Land ausweiten.

Während die wachsende Nachfrage der Nutzer und konkurrierende potenzielle Versorgungsquellen durch Befürchtungen hinsichtlich der Fähigkeit intermittierender Stromerzeugungsquellen gedämpft werden, diese High-End-Nutzer zu versorgen, weiß Trump, dass die Kosten für Kernenergie (und damit die Kosten für den Bau neuer Kernkraftwerke) sinken müssen.

Seine Schlussfolgerung ist jedoch einfach: „Ich möchte nicht, dass die Amerikaner wegen Rechenzentren höhere Stromrechnungen bezahlen müssen.“

This article originally appeared at Real Clear Energy

Link: https://www.cfact.org/2026/01/30/americas-energy-future-a-conflict-of-visions/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Arme Nationen werden den UN und Europa nicht in den ökonomischen Selbstmord folgen…

Paul Driessen

…oder weiterhin zulassen, dass globale Eliten eine Politik betreiben, die ihre Bevölkerung verarmt und umbringt.

Präsident Trump bezeichnete sie als verschwenderisch und als Bedrohung für die Souveränität, die Freiheiten und den Wohlstand Amerikas und zog die Vereinigten Staaten aus 66 internationalen Organisationen zurück – darunter vor allem aus der UN-Klimarahmenkonvention, der Grundlage für Verträge und Maßnahmen zur „Klimakrise”.

Außerdem zog er die USA aus dem Pariser Klimaabkommen zurück, legte sein Veto gegen die Teilnahme der USA an der Klimakonferenz COP30 im Jahr 2025 ein und hob mehrere kostspielige Vorschriften auf, die auf Behauptungen zur „Klimakrise” beruhten.

Dutzende Banken haben sich aus der Net Zero Banking Alliance zurückgezogen. Auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz fanden Klimaschutz, erneuerbare Energien und nachhaltige Entwicklung wenig Beachtung – zumindest bei den wohlhabenden politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Eliten, die das WEF bevölkern.

(Möglicherweise begibt sich das WEF jedoch lediglich in einen Stealth-Modus und nutzt sein Konzept der Finanzialisierung der Natur“, um „Ökosysteme als Vermögenswerte zu behandeln“, sie zu dollarisieren – und damit die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die „internationale Gemeinschaft“ oder die UNO lokale, staatliche und nationale Entscheidungen in Entwicklungsfragen ersetzt.)

Bill Gates sagt nun, der Klimawandel sei keine Krise, und die Welt müsse sich darauf konzentrieren, das Leben, die Gesundheitsversorgung und den Lebensstandard der ärmsten Menschen der Welt zu verbessern, insbesondere indem sichergestellt werde, dass sie über reichlich vorhandene, zuverlässige und erschwingliche Energie verfügen – die nur Kohle, Öl, Erdgas und Kernkraft liefern können.

Entgegen diesen Trends begeht Westeuropa weiterhin wirtschaftlichen Selbstmord – oder genauer gesagt, seine Eliten begehen wirtschaftlichen und tatsächlichen Mord an den Armen und der Arbeiterklasse.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Inzwischen nutzen China, Indien, Indonesien und andere ehemals arme und noch in der Entwicklung befindliche Länder zunehmend fossile Brennstoffe, um Millionen, ja sogar Milliarden Menschen aus Armut, Krankheit und Verzweiflung zu befreien. Afrikanische und andere Nationen sind bestrebt, diesem Beispiel zu folgen – und weisen westliche Klimakritiker zurecht.

Der Wintersturm Fern forderte Dutzende Todesopfer in den Vereinigten Staaten. Hunderttausende waren stunden- oder tagelang ohne Strom, hauptsächlich aufgrund von Eisbrüchen an Stromleitungen während stundenlangem gefrierenden Regen.

Aber jedes Jahr haben in den immer noch armen Ländern fast 750 Millionen Menschen keinen Zugang zu Elektrizität – allein 600 Millionen davon in Subsahara-Afrika. Milliarden weitere Menschen haben nur minimalen, sporadischen Zugang. Sie leben mit permanenten oder wiederkehrenden Stromausfällen.

Nicht Dutzende, sondern Millionen von ihnen sterben jedes Jahr, hauptsächlich an den Folgen der Luftverschmutzung in Innenräumen, weil sie Holz, Holzkohle, Gras und Dung verbrennen müssen, da sie kein Erdgas, Propan oder Strom zum Kochen und Heizen haben. An den Folgen von Bakterien und Parasiten in ihrem Wasser und ihren Lebensmitteln, weil sie keinen Strom, keine Wasseraufbereitung und keine Kühlung haben. An den Folgen von Malaria und anderen Krankheiten, weil ihre minderwertigen Kliniken und Krankenhäuser keinen Strom, kein sauberes Wasser, keine ausreichenden Impfstoffe und Antibiotika und nicht einmal Fliegengitter haben.

Kurz gesagt, weil ihnen Energie, gute Regierungsführung, dynamische Volkswirtschaften und Arbeitsplätze vorenthalten werden. Und weil sich die Welt auf die „Klimakrise” und die „Befreiung der Welt von fossilen Brennstoffen” fixiert, anstatt ihre Bedürfnisse zu erfüllen.

Ebenso abscheulich ist es, dass die traditionellen Nachrichtenmedien, die Wissenschaft und die „Verfechter der Menschenrechte” diese Grundbedürfnisse weitgehend ignorieren – während sie unablässig die Vereinigten Staaten, Israel und die westliche Kultur kritisieren.

Globale Finanzinstitutionen sind nicht besser – darunter die Weltbank und verschiedene multilaterale Entwicklungsbanken, darunter die Asiatische Entwicklungsbank, die Interamerikanische Entwicklungsbank, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und sogar die Afrikanische Entwicklungsbank.

Sie erinnern mich an den Heiligen Augustinus: Lasst uns die Entwicklung begrüßen und fördern – aber jetzt noch nicht, nicht zu viel und nicht mit fossilen Brennstoffen. Tatsächlich weigern sich die meisten von ihnen nach wie vor, mehr als Wind-, Solar- und andere „erneuerbare Energieprojekte zu finanzieren. Sie zwingen armen Familien Kohlenstoff-Kolonialismus, Armut, Krankheit und Tod auf – mit selbstgerechter Moral und vorgetäuschter Sorge um die menschlichen Opfer.

Im Jahr 2015 startete Präsident Obama seine Initiative „Power Africa” und erklärte dem afrikanischen Publikum, dies sei ihre Chance, „die schmutzige Energie zu überspringen und sofort auf saubere Energie umzusteigen”.

Für kurze Zeit schien sich die Afrikanische Entwicklungsbank von dieser Meinung zu distanzieren und sprach sich zurückhaltend für die Stromerzeugung aus Kohle und Gas aus. „Afrika muss seinen Energiesektor mit den vorhandenen Ressourcen entwickeln“, sagte AfDB-Präsident Akinwumi Adesina 2017 – also mit erneuerbaren Energien und den riesigen Kohle-, Öl- und Gasvorkommen des Kontinents, die größtenteils ungenutzt bleiben oder exportiert werden.

Fossile Brennstoffe zu ignorieren ist untragbar, unerträglich und unmoralisch – ebenso wie die absurde Tatsache, dass der Pro-Kopf-Stromverbrauch in Afrika, mit Ausnahme von Südafrika, bei etwa 660 kWh pro Jahr liegt, verglichen mit durchschnittlich 6.000 kWh in Europa und 12.500 kWh in den USA.

Glücklicherweise befreien sich immer mehr afrikanische und andere Länder von den „progressiven“ Fesseln des Westens. Seit 2017 hat die AfDB jedoch die Finanzierung neuer Kohleprojekte eingestellt und die Öl- und Gasförderung eingeschränkt. Eine reichliche, zuverlässige und erschwingliche Grundlast-Stromversorgung für Afrika scheint erneut der Klimapolitik gewichen zu sein, obwohl die von Präsident Trump ausgelöste globale Trendwende dies möglicherweise wieder ändern könnte.

Inzwischen haben China, Indien und andere Länder jedoch erkannt, dass Kohle und Kohlenwasserstoffe eine unabdingbare Voraussetzung für Wohlstand, Beschäftigung, Gesundheit sowie politische und strategische Macht sind.

Wie der Energie- und Wissenschaftsforscher Vijay Jayarj kürzlich feststellte*, befinden sich weltweit 460 Kohlekraftwerke im Bau, weitere 500 haben bereits eine Genehmigung oder werden diese bald erhalten, und 260 weitere neue Kohlekraftwerke könnten in Kürze angekündigt werden. Auch Öl und Gas gewinnen als Brennstoffe und Rohstoffe zunehmend an Bedeutung. Wind- und Solarenergie sind Ergänzungsenergiequellen, können aber Kohle, Kohlenwasserstoffe oder Kernenergie niemals ersetzen.

*Diesen Beitrag gibt es in deutscher Übersetzung hier. A. d. Übers.

Die überwiegende Mehrheit der Kohlekraftwerke befindet sich in China und Indien, wobei Indonesien und andere Nationen ebenfalls einen rasanten Aufstieg erleben – sie bauen zuverlässige Kraftwerke für erschwinglichen Strom, sichern ihre Versorgungswege und bohren und schürfen sich aus der Abhängigkeit von ausländischen Lieferungen heraus.

Sie folgen damit dem Weg, den Europa, die Vereinigten Staaten und andere Nationen gegangen sind, um sich zu entwickeln und wohlhabend zu werden. Jede Investition in diese Art der Energieerzeugung schafft Industriezweige, Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und mehr Geld für zukünftige Investitionen. Freie Unternehmensfinanzierung, Erfindungen, Inspiration, Schweiß und Produktion – mit notwendigen, nicht erstickenden staatlichen Vorschriften – bleiben der schnellste und sicherste Weg nach vorne.

Einfach ausgedrückt: Die Welt braucht kein „Wunder des Wohlstands”. Sie muss die Anti-Wunder-Tragödie der anhaltenden Armut beseitigen. Es gibt einfach keinen Grund, warum Armut weiterbestehen sollte – oder warum Wohlstand nicht überall zu finden sein sollte.

Bücher, Schulungen und das Internet ermöglichen es jedem Politiker und Bürger, sich darüber zu informieren, welche Technologien verfügbar sind, was sie bereits erreicht haben und wie Gesundheit und Wohlstand erreicht werden können.

Diese Ressourcen zeugen auch von den Fehlschlägen in ganz Europa und anderen Ländern, die den Lebensstandard um 50 bis 100 Jahre zurückgeworfen haben – und ihre Bürger zu Energieentzug, Arbeitslosigkeit und Tod verurteilt haben, weil sie sich keine angemessene Heizung und Klimaanlage oder sogar nahrhafte Lebensmittel mehr leisten können –, aufgrund einer fehlgeleiteten Hingabe an Klima- und Erneuerbare-Energien-Ideologien.

Wir könnten dies als umgekehrten Midas-Effekt bezeichnen: Alles, was Klimapessimisten anfassen, verwandelt sich in Blei – was zu Bleivergiftungen, Entwicklungsverzögerungen, Lern- und Verhaltensproblemen, Gedächtnisstörungen, sogar Koma und Tod führt. Bei Menschen und Nationen.

Regierungen und Institutionen müssen das grundlegende Menschenrecht auf Zugang zu reichlich vorhandener, zuverlässiger und erschwinglicher Energie unterstützen, um einen modernen Lebensstandard zu gewährleisten. Nicht kostenlos, aber Zugang zu dieser Energie. Sie müssen die Finanzierung des WEF, der UNO, der Weltbank und anderer Institutionen einstellen, die Amerika oft verachten und nur solche Nicht-Gesundheits- und Lebensstandards unterstützen, wie sie Wind- und Solarenergie nun einmal bieten.

Paul Driessen is senior policy analyst for the Committee For A Constructive Tomorrow (www.CFACT.org) and author of books and articles on energy, climate change, economic development and human rights.

Link: https://wattsupwiththat.com/2026/02/01/poor-nations-wont-follow-europe-un-in-economic-suicide/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE