Verwirrung um Great Lakes – Klimaschau 146

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 146. Ausgabe:
0:00 Begrüßung
0:19 El Niño treibt die Klima-Modellierer in den Wahnsinn
2:38 Wasserpegel der Great Lakes haben schon immer geschwankt




Fortschritt geht anders – Raumfahrt früher und heute

von Hans Hofmann-Reinecke

Vor ein paar Tagen scheiterte zum wiederholten Male ein Testflug des „Starship“ der Firma Spacex. Das ist erstaunlich, denn vor zwei Generationen war es noch möglich derartige Raketen zu bauen und damit zum Mond zu fliegen. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Haben wir vielleicht etwas verlernt?

Landung auf dem Hinterteil

Jüngere Generationen verfügen oft über Erkenntnisse, Methoden und Hilfsmittel, von denen ihre Väter keine Ahnung hatten. Das macht Dinge möglich die früher unerreichbar schienen. Dieser Prozeß, genannt „Fortschritt“, ist jedoch keineswegs garantiert. Es geht nicht immer nur voran, und Errungenschaften der Vergangenheit können durchaus verloren gehen. Dinge die gestern möglich waren, werden dann heute schwierig oder unerreichbar.

Spacex, die Firma eines Mannes von außerirdischer Intelligenz und Schaffenskraft, ist kurz vor der Fertigstellung eines geräumigen Vehikels für Routineflüge zu Mond und Mars. Zusammen mit seinem „Booster“ ist das Starship etwas größer als die alte Saturn V-Rakete, mir der Neil Armstrong zum Mond geflogen war. Allerdings sollen Starship und Booster nach getaner Arbeit wieder unversehrt auf ihrem Hinterteil landen, während man die ausgebrannten Saturn V damals in den Ozean plumpsen ließ.

Doch Starship ist heute noch nicht einsatzbereit. Die Mehrzahl der bisherigen Starts waren leider Fehlschläge. Insbesondere beim heiß erwarteten Test am 20. April geriet die komplette 120 m hohe Booster-Starship-Kombination nach wenigen Minuten außer Kontrolle und wurde sicherheitshalber in 40 km Höhe gesprengt.

Die Saturn V hatte im November 1967 ihren ersten Start. Keine zwei Jahre später brachte sie Apollo 11 auf den Mond. Insgesamt sind Saturn V-Raketen zwölf mal gestartet und waren zwölf mal erfolgreich.

David Copperfield und Stanley Kubrick

Das fand vor mehr als einem halben Jahrhundert statt, also vor zwei Generationen. Wieso konnten die das damals machen? Noch dazu wo es damals noch kaum Computer gab. Vielleicht war das Ganze ja ein Schwindel! Die waren gar nicht auf dem Mond! Wahrscheinlich hat David Copperfield die Raketen in Cape Canaveral vor dem staunenden Publikum verschwinden lassen, so wie die Freiheitsstatue in New York, und der Rest der Mondfahrt war dann ein Film von Stanley Kubrick.

Solche Überlegungen kommen oft von Personen, die sich nicht vorstellen können, dass die Kerle bei NASA und Co. damals einfach besser waren als heute. Die „Intangible Assets“ von damals waren den „Tangible Assets“ von heute überlegen. Ihre unsichtbaren Stärken waren wichtiger für den Erfolg, als es die heute verfügbaren technischen Hilfsmittel sind.

Computer

Drei der genialsten Schöpfungen der Luftfahrt stammen aus jener Epoche, aus den 60er Jahren: Concorde, die Göttin der Lüfte – leider nicht ökonomisch, aber welche Göttin ist das schon; die SR71 Blackbird, ein Spionageflugzeug, mit einer Top Speed von sage und schreibe einem Kilometer pro Sekunde; und der Jumbo, der sympathische Elefant, der bis vor Kurzem noch bei Boeing vom Band lief, fast 60 Jahre nach seiner Entstehung. Sie alle wurden auf dem Reißbrett gezeichnet und mit Rechenschiebern berechnet. Und so auch die Saturn V-Mondrakete.

Erst später verbreitete sich Computer Aided Design, und erst viel später das Herstellen von Bauteilen durch Drucken in drei Dimensionen.

Wir alle haben selbst schon erfahren, daß Computer ein Fluch oder ein Segen sein können, oder irgendwo dazwischen. Manchmal verlangt ihre Bedienung schon so viel von uns, daß für die eigentliche Aufgabe nur wenig Aufmerksamkeit übrig bleibt. Eines ist also sehr wahrscheinlich: der ehemalige Ingenieur war dem Objekt seiner Schöpfung am Reißbrett näher und konnte spontane Eingebungen leichter umsetzen, als das heute der Fall ist (siehe auch Ben Rich, My Years at Lockheed).

Nicht zweier Herren Diener

Und da ist noch etwas: Spitzenleistungen erfordern Leidenschaft und Hingabe. Des Menschen Leidenschaft kann aber nicht zweier Herren Diener sein. Zu Zeiten von Apollo galt das totale Commitment aller Beteiligten einem einzigen Ziel: „Vor Ende des Jahrzehnts bringen wir einen Mann auf den Mond und heil wieder zurück…“. Heute aber schwebt wie ein giftiger Schatten über allem menschlichen Tun die Political Correctness mit ihrem Gender-, Rassen- und Klimawahn. Die totale Hingabe an die eigentliche Aufgabe wird auf Schritt und Tritt behindert.

Der damalige Direktor des Marshall Space Flight Center war ein gewisser Wernher von Braun, der Mann, der von Raketen mehr verstand, als irgend ein anderer Erdbewohner. Seine Genialität war der NASA wichtiger als mögliche Vorbehalte wegen seiner politischen Vergangenheit. Heute käme er für die Position nicht mehr in Frage, allein schon deswegen, weil er ein Mann war.

Ja, seit Sept 2018 hat nun eine Frau den Job: Jody Singer ist Direktorin des Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama. Warum nicht? Auch Frauen können eine ganz natürliche Affinität zur Raumfahrt haben. Ich habe schon die eine oder andere sagen gehört: „Gestern hat mich mein Mann so geärgert, ich hätte ihn auf den Mond schießen können.“ Das erklärte Ziel des aktuellen NASA-Projekts ist allerdings nicht die Entsorgung von Ehemännern, sondern endlich die Visite unseres Trabanten durch eine Frau. Und nach all der toxischen Männlichkeit bei Apollo wurde das Programm politisch korrekt nach dessen Schwester benannt: Artemis.

Auch auf Erden

Zwei Errungenschaften, die es zu Apollos Zeiten noch nicht gab, hatten also wesentlichen und hinderlichen Einfluß auf die Raumfahrt: Computer und Political Correctness.

Hatten diese Segnungen auch Einfluß auf irdische Verhältnisse? Könnten wir uns überhaupt noch einen Leben ohne Computer, ohne Political Correctness vorstellen? Was würden wir tun, wenn wir nicht Tag und Nacht irgend einen Bildschirm vor unseren Augen hätten? Was, wenn es kein Internet gäbe? Was würden wir sagen, wenn wir nicht bei jedem Wort überlegen müssten, ob es vielleicht rassistisch oder sexistisch ist? Wenn wir im Restaurant einfach das bestellen würden, worauf wir Appetit haben, ohne Rücksicht darauf, ob es vegan ist oder CO2 haltig?

Ich habe da eine Idee, was wir dann tun würden: wir würden leben.

So eine Zeit gab es schon einmal. Da gab es durchaus bereits Segnungen des Fortschritts; es gab billige Autos und billige Flüge – ohne Corona- oder Gepäckkontrollen, es gab die Pille und temperamentvolle Diskussionen. Man schloss Freundschaften statt zu canceln, und statt in sein Smartphone zu glotzen lächelte man anderen Menschen zu. Statt Lockdown und Maskenzwang gab es den „Summer of Love“ und statt sich auf die Straße zu kleben saßen die Kids in Woodstock mit Carlos Santana und Jimi Hendrix.

Und alle waren high, als aus dem Weltraum die Nachricht kam: „The Eagle has landed.“

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors Think-Again. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ ist bei Amazon erhältlich.




Woher kommt der Strom? Atomausstieg Teil 1

15. Analysewoche 2023 – Atomausstieg Teil 1

 von Rüdiger Stobbe

Kurz nach Redaktionsschluß des Artikels vom 18.4.2023 wurden die Daten & Werte, die bei der 14. Analysewoche noch fehlten, von Agora und der Bundesnetzagentur eingespielt. Ich schalte fehlenden Tage vom 6.4. bis 9.4.2023 der 14. Woche den heutigen Analysen vor.

Wegen des am 15.4.2023 erfolgten endgültigen Ausstiegs aus der Stromerzeugung per Kernenergie, dem sogenannten Atomausstieg, werden in den heutigen Übersichten die Tage bis einschließlich 21.4.2023 betrachtet. Die fünf Tagesanalysen der Zeit vom 17.4 bis 21.4.2023 werden allerdings erst in der nächsten, der 16. Analysewoche vorgenommen. Damit wäre der ursprüngliche Analyse-Rhythmus der Kolumne wieder hergestellt.

Eine in der deutschen Stromanalysepraxis bestimmt einmalige und besonders wertvolle Betrachtungsmöglichkeit bietet meine Werte-Nebeneinanderstellung der sechs Tage vor und nach dem Ausstieg aus der Kernkraft in Deutschland. Besonders bemerkenswert ist, dass Deutschland nach dem Abschalten der letzten drei Kernkraftwerke sofort Strom in erheblichem Umfang importieren musste. Vor dem Abschalttermin war teilweise zwar auch Stromimport netto notwendig. Unter dem Strich aber exportierte Deutschland Strom in den letzten sechs Tagen vor dem Ausstieg. Strompreis und CO2-Ausstoß waren in den sechs Tagen vor dem Abschalten ebenfalls niedriger als in den sechs Tagen danach. Der Trend geht in Richtung weniger Klimaschutz wegen des steigenden CO2-Ausstoßes plus höherer Strompreise. In diesem Zusammenhang stellt sich zwangsläufig die Frage, ob die sogenannte Energiewende inkl. Ausstieg aus der höchst CO2-armen Stromerzeugung mittels Kernkraftwerke tatsächlich der Rettung der Menschheit vor einem „Weltenbrand“ dienen soll, oder ob es andere Gründe und Motive gibt, den energetischen – und nicht nur diesen – Umbau der Gesellschaft voranzutreiben. Nach den Tagesanalysen werde ich zwei sehr bemerkenswerte Aspekte zu dieser Fragestellung in die Diskussion einbringen.

Donnerstag, 6. April 2023 bis Freitag, 21. April 2023Anteil Wind- und PV-Strom 39,4 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 52,2 Prozent, davon Windstrom 25,9 Prozent, PV-Strom 13,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,7 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 15. Analysewoche ab 2016 (6. bis 21.4.2023).

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 15. KW 2023: Factsheet KW 15/2023 (Factsheet KW 14/2023 komplett) – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

  • Der Heizungstipp: Gas-, Ölheizung oder Wärmepumpe? Der Tipp vom Schornsteinfeger hier.
  • Weitere Informationen zur Wärmepumpe im Artikel 9. Analysewoche.
  • NEU: Prof. Ganteförs überraschende Ergebnisse zu Wärmepumpe/Gasheizung (Quelle des Ausschnitts)
  • Lohnt die Produktion von Grünem Wasserstoff? Der Artikel 10. Analysewoche gibt Auskunft
  • Viele weitere Zusatzinformationen
  • Achtung: Es gibt aktuell praktisch keinen überschüssigen PV-Strom. Ebenso gibt es praktisch keinen überschüssigen Windstrom. Auch in der Summe der Stromerzeugung mittels beider Energieträger plus Biomassestrom plus Laufwasserstrom gibt es keine Überschüsse. Der Beleg 2022, der Beleg 2023. Überschüsse werden bis auf sehr wenige Stunden im Jahr immer konventionell erzeugt!

Jahresüberblick 2023 bis zum 21.4.2023

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2023Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2Agora 2030Stromdateninfo Jahresvergleich ab 2016

Tagesanalysen

Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2023 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Restanalyse 14. Analysewoche

Donnerstag, 6. April 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 33,9 Prozent. Anteil erneuerbarer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 45,6 Prozent, davon Windstrom 14,8 Prozent, PV-Strom 19,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,6 Prozent.

Die Windstromerzeugung war bis zu Vorabend sehr schwach. PV-Strom floss für die Jahreszeit angemessen. Stromimporte waren notwendig. Das Preisniveau war entsprechend hoch.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 6. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 6.4.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Freitag, 7.4.2023: Anteil Wind- und PV-Strom 36,1 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 48,9 Prozent, davon Windstrom 22,4 Prozent, PV-Strom 13,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,8 Prozent.

Die Windstromerzeugung ist etwas kräftiger als am Vortag. Dafür schwächelt die PV-Stromerzeugung. Zum Vorabend/Abend herrscht starke Stromnachfrage. Das signalisiert der hohe Preis zum Abend.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 7. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 7.4.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Samstag, 8. April 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 19,0 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 35,2 Prozent, davon Windstrom 10,2 Prozent, PV-Strom 8,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,1 Prozent.

Heute wird nur wenig Wind- und PV-Strom erzeugt. Fast den ganzen Tag wird Strom importiert. Die Strompreisentwicklung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 8. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 8.4.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Sonntag, 9. April 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 30,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 46,5 Prozent, davon Windstrom 8,3 Prozent, PV-Strom 22,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,3 Prozent.

Ab 18:00 Uhr steigt die nahe der Null-Linie liegende Windstromerzeugung an. Die PV-Stromerzeugung ist recht stark. Zu den Zeiten des Stromimports fallen fast immer Strompreise von 120€/MWh und mehr an.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 9. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 9.4.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Analyse der 15. Analysewoche

Montag, 10. April 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 56,8 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 68,8 Prozent, davon Windstrom 36,9 Prozent, PV-Strom 19,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,0 Prozent.

Der sechste Tag vor dem Abschalten der letzten deutschen Kernkraftwerke

Von 8:00 bis 16:00 Uhr übersteigt die regenerative Stromerzeugung die Bedarfsline. Dennoch müssen die konventionellen Stromerzeuger aus Netzstabilisierungsgründen Strom über Bedarf als Systemdienstleistung erzeugen. Was sich auf den allgemeinen Strompreis negativ auswirkt. Die 0€/MWh werden kurzzeitig unterschritten.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 10. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 10.4.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Dienstag, 11. April 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 52,0 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 62,9 Prozent, davon Windstrom 40,0 Prozent, PV-Strom 12,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 10,9 Prozent.

Der fünfte Tag vor dem Abschalten der letzten deutschen Kernkraftwerke

Die regenerative Stromerzeugung erreicht die Bedarfslinie heute nicht. Dennoch ist sie stark. Bis die PV-Stromerzeugung wegfällt. Da kommt es zu einem erheblichen Windstromeinbruch. Strom muss importiert werden. Kostet der Strom um 15:00 Uhr noch 0€/MWh, liegt der Preis um 20:00 beim Tageshöchstpreis von gut 165€/MWh. Da lohnt ein Blick auf den Handelstag. Unsere Nachbarn kaufen fast alle Strom aus Deutschland billig ein und verkaufen ihn – natürlich nicht denselben Strom – wenig später teuer an Deutschland zurück. So geht Marktwirtschaft.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 11. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 11.4.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Mittwoch, 12. April 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 43,5 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 55,5 Prozent, davon Windstrom 33,9 Prozent, PV-Strom 9,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 12,0 Prozent.

Der vierte Tag vor dem Abschalten der letzten deutschen Kernkraftwerke

Eine schwache PV-Stromerzeugung und eine ab 6:00 abnehmende Windstromerzeugung öffnen bereits ab 14:00 Uhr eine immer größer werdende Versorgungslücke zum Vorabend. Diese muss mit Importstrom hochpreisig geschlossen werden. Das Schließen der Strom-Lücke bis 6:00 Uhr kostet viel weniger, weil die Nachfrage gering ist. Um 8:00 Uhr steigt die Strom-Nachfrage in der Spitze. Das Leben geht los. Entsprechend hoch ist der Strompreis.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 12. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 12.4.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Donnerstag, 13. April 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 43,4 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 55,2 Prozent, davon Windstrom 32,0 Prozent, PV-Strom 11,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,8 Prozent.

Der dritte Tag vor dem Abschalten der letzten deutschen Kernkraftwerke

Wieder fällt die Windstromerzeugung ab 6:00 Uhr kontinuierlich um zumindest onshore schon fast eine Null-Erzeugung (2,4 GW bei 59 GW Bedarf) zu erreichen. Heute tut sich ab 16:00 Uhr die per Stromimport zu schließende Versorgungslücke auf. Um 20:00 Uhr werden knapp 181€/MWh aufgerufen.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 13. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 13.4.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Freitag, 14. April 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 25,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 38,7 Prozent, davon Windstrom 11,5 Prozent, PV-Strom 13,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,5 Prozent.

Der zweite Tag vor dem Abschalten der letzten deutschen Kernkraftwerke

Ein regenerativ schwacher Tag führt dazu, dass durchgehend Strom importiert werden muß. Das Preisniveau ist entsprechend hoch. Der Strompreis liegt nicht einmal unter 100€/MWh

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 14. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 14.4.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Samstag, 15. April 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 35,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 50,6 Prozent, davon Windstrom 28,0 Prozent, PV-Strom 7,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,7 Prozent.

Der Tag des Abschaltens der letzten deutschen Kernkraftwerke um 23:00 Uhr

Es wird etwas mehr Strom regenerativ erzeugt als am Vortag. Dennoch muss ganztägig Strom importiert werden. Sehen Sie hier den Zeitraum des Abschaltens. Erkennen Sie das allmähliche Hochfahren der Kohle- und Gasstromproduktion, indem Sie mit der Maus über den Chart fahren und die entsprechenden Werte ablesen. Und nein: Der Wind bringt nicht mehr Strom, weil die Kernkraftwerke abgeschaltet wurden. Für alle, die es vielleicht nicht glauben. In der Nacht gibt es keinen PV-Strom!

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 15. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 15.4.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Sonntag, 16. April 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 26,7 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 43,7 Prozent, davon Windstrom 17,6 Prozent, PV-Strom 9,1 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 17,0 Prozent.

Tag 1 nach dem Abschalten der letzten Kernkraftwerke in Deutschland

Eine sehr schwache PV-Stromerzeugung und eine ebenfalls schwache Windstromerzeugung treffen auf den bedarfsarmen Sonntag.  Der Stromimport ist enorm. Der Sonntag mit seiner geringen Nachfrage verhindert eine Strom-Preisexplosion.

Die weiteren Tagesanalysen nach dem „Atomausstieg“ folgen in der 16. Analysewoche 2023 – Atomausstieg Teil 2.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 16. April ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 16.4.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2, Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Wem nutzt eine Energiewende in Form von Dekarbonisierung?

Seit Jahrzehnten werden die Bürger Deutschlands über die Gefährlichkeit des menschenverursachten CO2-Anstiegs für das Weltklima (Temperaturanstieg von 2 oder mehr Grad Celsius) von großen Teilen der Politik, den Mainstream-Medien und der Wissenschaft (IPCC & dessen Apologeten) „in Kenntnis gesetzt“.  Durch eine äußerst geschickte, langjährige Diffamierungskampagne werden Menschen und Institutionen, die das woke ´Wahrheitswissen` zum Klimawandel und vielem mehr nicht teilen, in die rechte, in die Nazi-Ecke gestellt.

Mit der Abschaltung der letzten drei Kernkraftwerke wird die Geschichte vom klimaschädlichen CO2 faktisch ad absurdum geführt. Jetzt muss Deutschland wieder mehr Fossil-Strom = mehr CO2 erzeugen. Das Land, Deutschland trägt deshalb, wenn man der Argumentation der sogenannten Klimaschützer in Politik, (Zivil-) Gesellschaft, Medien und Wissenschaft folgt, verstärkt zum Weltuntergang in ein paar Jahren bei. IPCC (S. 25) und nahezu alle anderen Industrieländer Europas und der Welt sehen die Stromerzeugung mittels Kernkraftwerke als einen Baustein der Dekarbonisierung an. Das belegt diese Karte eindrucksvoll. Bei der Kontrafunk Sonntagsrunde vom 23.4.2023 wurde darüber diskutiert, wer die Geschichte, das Narrativ der Weltverbrennung in Folge einer weltweit im Durchschnitt ansteigenden Temperatur von mehr als 2° C  wirklich glaubt. Wer daran glaubt, dass eine weitgehende Dekarbonisierung diesen Temperaturanstieg verhindern könnte. Hören Sie hier den entsprechenden Ausschnitt (im Original ab Minute 20:14).

Ein weiter wichtiger Aspekt betrifft die Frage nach der Menge CO2, welches die Luft enthalten kann. Diese Menge scheint begrenzt zu sein, wenn man nicht nur die CO2-Emissionen, sondern auch die CO2-Absorptionen betrachtet. Das macht der Physiker Dr. Joachim Dengler in dem journalistisch aufbereiteten und deshalb allgemein verständlichen Artikel:

Die Welt wird nicht verbrennen – Die Lösung ist in Sicht …

In den Artikel wurde ein Interview mit Dr. Dengler integriert. Außerdem enthält er einen Link, der die Teilnahme an einem Zoom-Vortrag mit Dr. Dengler ermöglicht. Der Vortrag findet am Donnerstag, den 27.4.2023 von 19:30 bis 21:00 Uhr statt.

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

 Rüdiger Stobbe betreibt den Politikblog Mediagnose.




Ausufernde Vetternwirtschaft mit Familie, Partei und NGOs im Klimaschutzministerium offenbart die klar interessengeleitete Klimapolitik Habecks

von AR Göhring

Tichy und ausgerechnet die taz machten schon 2021 den Anfang: Seit Robert Habecks (53) Amtsantritt im Wirtschafts- und Klimaministerium häufen sich die Fälle von Jobs für verdiente Parteifreunde und sogar Familienmitglieder von Staatssekretär Patrick Graichen. Seit April 2023 skandalisiert die gesamte deutschsprachige Presse den Fall zunehmend, jetzt auch der Spiegel. Ein Menetekel für das nahende Ende der korrupten grünen Klimapolitik?

Alle Ideologien und Religionen wurden für die Interessen von Eliten mißbraucht, oder dienten sogar nur deren Interessen. Der Ablaßhandel des Johann Tetzel finanzierte um 1500 den römischen Petersdom – und sonst gar nichts. Die seit Ende der 60er grassierende Öko-Apokalyptik ist ebenfalls nur ein Hebel der alten Eliten, den historisch einzigartigen breiten Massenwohlstand der Adenauer-Ära rückabzuwickeln und soziale Unterschiede wieder zu etablieren – die Mitglieder der Familie Reemtsma zum Beispiel goutieren es mutmaßlich nicht, mit der Limousine im Autobahnstau zu stehen, weil Krethy und Plethy mit dem Billigmobil en masse mobil sein wollen. Auch der Achselschweiß der Massen im Fernflieger ist für die Nasen der Bewohner aus den noblen Elbvororten Hamburgs nicht angenehm.

Das wissen Welt-Autoren wie Axel Bojanowski und EIKE-Leser schon lange – aber nun dämmert es den Bürgern und den Journalisten der Massenpresse auch immer mehr. Es beißt sich nun einmal, wenn Robert Habeck plötzlich den Heizungshammer herausholt, aber gleichzeitig auffällig vielen Parteifreunden ohne Auswahlverfahren im Ministerium (zusätzliche) Versorgungspöstchen verschafft und sein Staatssekretär Graichen wie in einer Bananenrepublik angeheiratete und Blutsverwandte mit Steuergeldern versorgt.

Schon taz-Autor Bernhard Pötter ätzte 2021:

Energiewende als Familienprojekt – Deutschlands Unternehmen organisieren sich gern in Clans und Verwandtenzirkeln. Das gilt jetzt auch für das grüne Wirtschafts- und Klimaministerium.

Was Pötter damals schrieb, wird im April 23 um zahlreiche Bausteine ergänzt. Ein Überblick:

1. Patrick Graichen (51) ist seit Mitte der 1990er Parteisoldat der Grünen, arbeitete bis 2001 am Heidelberger Institut für Umweltökonomie, wechselte ins Bundes-Umweltministerium, wo er elf Jahre lang verschiedene Leitungsfunktionen besetze. 2012 gründete er mit anderen die staatsnahe Denkfabrik/NGO Agora Energiewende, deren Chef er von 2014 bis 2021 war. Der „Heiz-Hammer“ 2023 geht auf einen Plan von Agora zurück. Danach ging es nahtlos weiter als beamteter Staatssekretär in Habecks Klimaministerium. Roter Faden in Graichens Karriere: internationale Klima- und Energiepolitik. (Interessant: Der Wikipedia-Artikel von Graichen erwähnt seine grüne Parteimitgliedschaft nur indirekt…)

2. Verena Graichen, seine Schwester, arbeitet als Wissenschaftlerin beim Öko-Institut, einer grünen NGO, die aus der Anti-AKW-Bewegung hervorgegangen ist. Das Institut erarbeitete eine „Gebäudestrategie Klimaneutralität 2045“, das vom Ministerium in Auftrag gegeben wurde. Verene Graichen wurde von der Bundesregierung in den Nationalen Wasserstoffrat berufen. Dieser „berichtet“ an den Staatssekretärsausschuß von Patrick.

3. Michael Kellner (45), Ehemann von Verena Graichen, sitzt ebenfalls im Staatssekretärsausschuß. Er ist seit 1997 Parteimitglied der Grünen und hatte diverse Leitungsposten der Partei inne. Gleichzeitig mit Patrick Graichen wurde er Staatssekretär bei Habeck (parlamentarisch).

4. Jakob Graichen, Bruder von Patrick und Verena, arbeitet ebenso beim Öko-Institut. Im ersten Ampel-Jahr hat das Ministerium von Habeck fünf Förderprojekte ans Öko-Institut vergeben wurden – mit einem Volumen in Höhe von 3,5 Millionen Euro Fördergeldern. Aktuell ist er Mitautor der Studie »Energie- und Klimaschutzprojektionen 2035/2050«, beauftragt von Habecks Haus.

5. Felix Matthes: Ist Forschungskoordinator beim Öko-Institut und Mitglied der Habeck-Kommission »Gas und Wärme«. Ehemann der früheren grünen Berliner Umweltsenatorin Regine Günther.

6. Regine Günther leitet gemeinsam mit Patrick Graichens früherem Chef Rainer Baake nun die »Stiftung Klimaneutralität«

7. Rainer Baake wurde von Habeck zum »Sonderbeauftragten für die deutsch-namibische Klima- und Energiekooperation« ernannt

8. Weitere Details der grünen Vetternwirtschaft: Robert Habeck hat neun Referatsleiter-Posten nach individueller Auswahl besetzt – obwohl die Stellen ausgeschrieben werden sollten.

In weiteren 13 Fällen wurden Umsetzungen vorgenommen: Von einem Referatsleiter-Posten auf einen anderen Referatsleiter-Posten.

Kommentar Alexander Neubacher vom Spiegel (!):

Na dann. Daß Michael, Patrick, Verena, Jakob, Felix, Rainer und die ganze Sippschaft mit den Interessen von Robert je in Konflikt geraten könnte, darf wohl tatsächlich ausgeschlossen werden.

Bekanntermaßen hatte Patrick Graichen schon 2014 gegenüber der Zeit die Nutzlosigkeit der Windrad-Energiewende zugegeben:

Wir haben uns geirrt bei der Energiewende. Nicht in ein paar Details, sondern in einem zentralen Punkt. Die vielen Windräderund Solaranlagen, die Deutschland baut, leisten nicht das, was wir uns von ihnen versprochen haben. Wir hatten gehofft, daß sie die schmutzigen Kohlekraftwerke ersetzen würden, die schlimmste Quelle von Treibhausgasen. Doch das tun sie nicht…

Warum macht er dann immer weiter? Der weltfremde Philosoph Dr. Habeck gilt ja eher als unbedarftes mediales Aushängeschild der Grünen – es dürften eher die studierten Volkswirtschaftler wie Graichen und andere NGO-Strategen sein, die ihrem Chef die Inhalte vorgeben. Das Phänomen ist ja nicht neu: Ein junger Mann aus dem Bürgertum studiert ein Fach, das Erfolg verspricht, und geht in eine Partei, die Karriere ermöglicht. Ideologische Scheuklappen, stabilisiert durch ein soziales Umfeld, das abweichende Gedanken santioniert, verhindert dabei den Durchblick trotz ausreichenden Denkvermögens.

Mit der Zeit aber, durch Erfahrung und Kontakt mit der harten Wirklichkeit, ist der nicht mehr ganz so junge Mann dann nicht mehr ganz so naiv und beginnt, sein Tun zu reflektieren. Das adäquate Verhalten daraus abzuleiten ist allerdings mit hohen Verlusten verbunden – man riskiert seine Ehe, familiäre Bande, Freunde, und nicht zuletzt die erreichte Karrierestufe samt Vermögen und Edelrente.

Nur wenige Persönlichkeiten drehen sich dann um 180° – die meisten drücken das schlechte Gewissen (und das sachliche Wissen) beiseite und betreiben das grüne Schneeballsystem weiter, um noch so viel wie möglich mitzunehmen. Nach mir die Sintflut!

Der CSU-Generalsekretär Martin Huber dazu:

„Grüne Vetternwirtschaft muß enden! Liebe Grüne, Vereinbarkeit von Familie und Beruf heißt nicht, die ganze Familie im Bundeswirtschaftsministerium anzustellen …“

Noch besser wäre eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der CO2-Geschichte, aber fundamentale Kritik an grünen Apkalypse-Erzählungen trauten sich die Unionler schon in den 1980ern nicht, als „kein erstzunehmender Wissenschaftler oder Politiker es wagte, die Geschichten vom Waldsterben anzuzweifeln.“ Nun denn, Al Capone landete auch nicht wegen Mord und Schmuggel jahrelang in Alcatraz, sondern wegen Steuerhinterziehung. Vielleicht werden die Apokalyptiker wegen des offensichtlichen Filzes ihre Jobs los.

Die Zusammenfasung des Graichen-Clans bei BildTV:




Energiewende geht pleite: Berliner Elektro-Lastenradverleih und Münchener Solarauto-Hersteller insolvent

von AR Göhring

Der Berliner Fahrradverleih Avocargo und der Münchener Solarauto-Hersteller Sono Motors müssen wegen Geldmangel schließen.

„Geldmangel“ heißt aber eher: mangelnde Nachfrage. Die E-Lastenräder der Avo Mobility GmbH in Berlin hätten in der Hauptstadt der Klimaretter und Asphaltkleber eigentlich gute Geschäfte machen müssen. Offenbar war aber den in Berlin absolut (wie auch wohl relativ) zahlreichsten Grünwählern Deutschlands das politisch beworbene Lastenrad zu unbequem. Das überrascht, würde man doch in den Stadteilen Mitte, Prenzlauer Berg, Kreuzkölln und Pankow viele potentielle Kunden vermuten, da gerade hier für Luisa Neubauers oligarchischen Klimaentscheid gestimmt wurde. Aber die Realität gewinnt immer – auch Grüne fahren lieber mit Kraftfahrzeugen und wollen nicht ihre Einkäufe in den kälter werdenden 2020ern mit schweren Lastenrädern zwischen Bioladen und Altbauwohnung hin- und herstrampeln.

Es gibt durchaus eine Klientel für Lastenräder, aber die ist zahlenmäßig klein, wächst nicht und kauft lieber ein (gefördertes) E-Rad.

Die kleinen Elektroflitzer (Scooter), die seit Jahren unsere Großstädte optisch weniger attraktiv machen und im Weg herumstehen, werden nach Erfahrung von EIKE-Redakteuren erstaunlich häufig von der Generation Smartphone spaßeshalber benutzt. Kurz vor Schreiben dieses Artikels begegneten mir vier Mädchen auf zwei Rollern, die quiekend die Straße rauf- und runterfuhren. Aber Lastenräder mietet man nicht zum Spaß, sondern, um Lasten zu transportieren – das war wohl der Denkfehler der Avocargo-Gründer.

Der geneigte Leser mag nun denken, „egal, ist doch sowieso nur eine Subventionsmasche“. Was nicht falsch ist, für Öko-Startups gibt es ordentlich Steuergeld. Dennoch hatten auch Privatinvestoren vor zwei Jahren zwei Millionen in das seit 3. April insolvente Unternehmen gepumpt. In der Presse wird nun behauptet, daß die Flotte mit 200 Fahrrädern für die 17.000 registrierten Interessenten zu klein gewesen sei. Ist das realistisch – bankrott, weil es zu viele Kunden gab?

Immerhin haben große Unternehmer der Stadt wie die Bio Company oder Hoffmann Getränke den Kunden Kosten teilweise erstattet, wenn man mit dem Miet-Lastenrad einkaufen ging. Aber treten Sie einmal in die Pedale mit Bierkästen im Behälter – trotz Elektrohilfsmotor sieht man meist nur junge kräftige Männer Großeinkäufe mit dem Transport-Drahtesel machen.

Bereits einige Monate vorher ist in München ein kleines Unternehmen namens Sono Motors mit ihrem Solarmodul-Flitzer Sion Konkurs gegangen. Oder genauer:

„Der Münchner Anbieter von solaren Mobilitätslösungen Sono Group N.V. gab heute den Entschluß bekannt, sein Geschäftsmodell umzustrukturieren und sich künftig ausschließlich auf die Nachrüstung und Integration der Solartechnologie in Fahrzeuge von Drittanbietern zu konzentrieren.“

Das kleine Stadtauto ist über und über mit Solarzellen bedeckt und sollte wohl nur mit Sonnenstrom fahren, oder zumindest teilweise. Solche Versuchsmodelle gab es schon vor 40, 50 Jahren – kleine Kabinenroller mit Solardach, die aber ein Kuriosum blieben, das nie auch nur in die Nähe der Wirtschaftlichkeit kamen. Sono Motors hatte im Gegensatz dazu immerhin eine „Crowd funding“-Finanzierung – heißt, kleine begeisterte Anleger konnten eher geringe Beträge in das Unternehmen investieren. Solche internetbasierten Modelle kommen aus den USA und sind für kleine Produkte wie Gesellschaftsspiele durchaus erfolgreich. Aber gerade im Automobilbereich wundert es, daß jemand allen Ernstes ein solches Projekt startet. Nicht vergessen: Seit den 1970ern ist gerade die Automobilherstellung derart kapitalintensiv geworden, daß die ehemals zahlreichen kleinen deutschen Hersteller der Vor – und Nachkriegszeit aufgekauft wurden oder schlossen.

Dennoch haben 21.000 einzelne Investoren zugegriffen und wollten nach und nach 27.000 Euro für ein Auto zahlen, sobald die Serienproduktion 2024 anliefe. Weitere 22.000 Fahrzeuge waren für Flottenanbieter (Autovermieter?) gebucht. Stattdessen hatte man bis September 2022 über 100 Millionen Euro Verlust angehäuft, und bekam kein frisches Geld mehr.

Ob der Fall Sono ähnlich wie Solarworld gelagert ist? Der Besitzer, der Grünen-Mitgründer Frank Asbeck, ging mit dem Unternehmen pleite, ist aber trotzdem noch Hyper(?)-Millionär.