Dunkelflaute – was tun? – Klimawissen, kurz & bündig

Nr. 34. Was bedeutet „Dunkelflaute“? Das Phänomen wird Deutschland zu schaffen machen, wenn alle Kohle- und Kernkraftwerke abgeschaltet sind, und das Land fast nur noch von Wind und Sonne versorgt werden soll. Gibt es genügend Speicher, um bei Dunkelheit und Windstille zuvor geerntete Energie ins Netz zu speisen? Was sagt Annalena Baerbock dazu?


EIKE-Vizepräsident Michael Limburg zum Pumpspeicherwerk Goldisthal in Thüringen:

Goldisthal ist das größte PSW Deutschlands und damit eines der größten in Europa.

Es kann 1 GW Leistung erzeugen, und das für 8 h. Also 1 x 8 h = 8 GWh.

57 GW Wind können immer nur dann Leistung abgeben, wenn genügend Wind weht. Auch 57 GW Windanlagen liefern keine Energie, wenn nicht genug Wind weht.

Deutschland verbraucht im Jahr ca. 590 TWh an elektrischer Energie. Das sind 590.000 GWh. Das Jahr hat 8760 h. Pro Stunde verbraucht D also im Ø 590.000/8760 = 67 GWh. Das bedeutet, man bräuchte 67/8 = 8,375 Goldisthaler, um eine Stunde Dunkelflaute auszugleichen. Dann müsste man 8-10 h warten, bis der Speicher wieder voll ist und könnte wieder 1 h ausgleichen.

EIKE-Pressesprecher Horst Lüdecke zum Energienetz:

1) Je mehr Erneuerbare mit Flatterstrom ins Netz einspeisen, umso schwieriger ist es, das Netz (Netzfrequenz von 50 Hz) konstant zu halten. Um 2010 waren dazu um die zehn Eingriffe Jährlich nötig, heute sind es über 20 000 (zwanzigtausend!). Und dieser Spaß alleine kostet uns mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr.

2) Was leider selten erwähnt wird: Es gibt eine prinzipielle Untergrenze für Grundlastkraftwerke, bei weniger bricht alles wirklich zusammen. Der Grund sind die kurzfristigen Netzstörungen im Sekundenbereich und darunter (irgendwo fällt eine Hochpannungsleitung durch Gewalt um, oder ein extremes Gewitter legt einen systemwichtigen Trafo lahm. Das kann nicht mehr von Hand oder automatisch ausgeregelt werden. Hier greifen allein noch die extrem großen Dampfturbinenwellen von Kohle und (früher) Kernkraftwerken. Die sind mehrere 100 Tonnen schwer, von ausreichendem Durchmesser und drehen sich  50 x pro Sekunde. Nur diese Rotationsenergie vermag es, die kurzfristigsten Störungen so lange wegzubügeln, bis die händische und automatische Maßnahmen greifen. Der erforderliche Anteil an Grundlastkraftwerken liegt bei etwa 30%, was bald unterschritten wird. 30% wird geschätzt, es können auch 35% oder 25% sein. Genau kann man diese Zahl nicht angeben, denn niemand will und kann sie in der Realität testen😁.

3) Die Erneuerbaren Energien Wind und Sonne liefern nur etwa 5% (= 3,5% Wind + 1,5 % Sonne) der Gesamtenergie Deutschlands im Jahresschnitt. 30% klingen gut, es ist hier aber nur Strom. Und Strom macht etwa 1/6 der deutschen Gesamtenergie aus (6 x 5% = 30%). Die Medien sprechen immer nur vom Strom und verpacken es so im Text, dass jeder Zuschauer denkt „Donnerwetter, schon 30% machen Wind und Sonne, das mit den 100% kann dann nicht mehr lange dauern).




Woher kommt der Strom? Viel PV-Strom

22. Analysewoche 2023 

von Rüdiger Stobbe 

Die Windstromerzeugung war insgesamt schwach. Die PV-Stromerzeugung hingegen stark. Das stößt uns auf ein Problem, dass bei einer reinen Betrachtung von Durchschnittswerten, auch wenn es sich nur um Tages- oder Wochenwerte handeln sollte, zutage tritt. So lag die durchschnittliche regenerative Strom Erzeugung in der 22. Analysewoche mit 66,8 Prozent weit über dem Durchschnitt. Das lag vor allem an der starken PV-Stromerzeugung, die 30,9 Prozent betrug. Windstrom brachte lediglich 19,7 Prozent auf die Stromwaage. Den Rest erzeugten mit 16,2 Prozent die Laufwasser- und Biomassestromerzeuger.  Knapp die Hälfte der Gesamtstromerzeugung konzentrierte sich auf den Zeitraum von 5:00 bis 19:00 Uhr gesamt. Von 11:00 bis 15:00 Uhr (Verschiebung wegen der Sommerzeit), der Mittagsspitze wird mehr PV-Strom erzeugt als im Restzeitraum. In der Zeit von 19:00 bis 5:00 Uhr besteht die regenerative Stromerzeugung ausschließlich aus Wind-, Wasser- und Biomassestromerzeugung. Was ergänzende konventionelle Stromerzeugung mit entsprechendem CO2-Ausstoß notwendig machen würde. Um den zu vermeiden, wird  Strom aus dem benachbarten Ausland importiert. Der wird CO2-frei für Deutschland gerechnet. Wenn dann zur Mittagsspitze genügend eigener, in Deutschland erzeugter Strom vorhanden ist, sinken die Preise. Unsere Nachbarn importieren Strom netto. Sehr anschaulich nachzuverfolgen auf diesem Chart. Weshalb senken die konventionellen Stromerzeuger ihre Produktion nicht über Mittag. Es müssen immer etwa 25 Prozent der Gesamtstromproduktion mittels großer Generatoren erzeugt werden. Ansonsten bestünde die Gefahr eines Stromnetzausfalls. Dieses Netz muss immer eine Frequenz von 50 Hz haben. Deshalb drehen sich die Großgeneratoren immer mit 3.000 Umdrehungen pro Minute. Klar, es wird fieberhaft daran gearbeitet, das Netzfrequenzproblem „smart“ und „intelligent“ zu lösen. Smarte, digitale Abhilfe ist jedoch nicht in Sicht. Es wird lediglich „intelligent“ darüber geredet. Das Problem wird umso größer, desto mehr volatile Stromerzeugung per Wind und PV zugebaut wird. Der Anteil der konventionellen Stromerzeugung muss entsprechend steigen. Was unseren Freunden der Energiewende selbstverständlich ein Dorn im Auge ist. Was deshalb nicht groß thematisiert wird. Denn es ist ein Riesenhindernis für das Erreichen des CO2-Netto-Null-Ziels. Neben vielen anderen Hindernissen.

Wochenanalyse KW 22/2023

Montag, 29. Mai 2023 bis Sonntag, 4.6.2023Anteil Wind- und PV-Strom 50,6 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 66,8 Prozent, davon Windstrom 19,7 Prozent, PV-Strom 30,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,2 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 22. Analysewoche ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 22. KW 2023: Factsheet KW 22/2023 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040.

  • Der Heizungstipp: Gas-, Ölheizung oder Wärmepumpe? Heinz Fischer, Heizungsinstallateur aus Österreich hier bei Kontrafunk vom 12.5.2023
  • Weitere Informationen zur Wärmepumpe im Artikel 9. Analysewoche.
  • Prof. Ganteförs überraschende Ergebnisse zu Wärmepumpe/Gasheizung (Quelle des Ausschnitts)
  • Neu: Interview mit Rüdiger Stobbe zum Thema Wasserstoff plus Zusatzinformationen
  • Viele weitere Zusatzinformationen
  • Achtung: Es gibt aktuell praktisch keinen überschüssigen PV-Strom (Photovoltaik). Ebenso gibt es praktisch keinen überschüssigen Windstrom. Auch in der Summe der Stromerzeugung mittels beider Energieträger plus Biomassestrom plus Laufwasserstrom gibt es keine Überschüsse. Der Beleg 2022, der Beleg 2023. Überschüsse werden immer konventionell erzeugt!

Jahresüberblick 2023 bis zum 28. Mai 2023

Daten, Charts, Tabellen & Prognose zum bisherigen Jahr 2023Chart 1Chart 2ProduktionStromhandelImport/Export/Preise/CO2Agora 2030Stromdateninfo Jahresvergleich ab 2016

Tagesanalysen

Was man wissen muss: Die Wind- und PV-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem bisherigen Jahresverlauf 2023 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Montag, 29. Mai 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 55,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 71,6 Prozent, davon Windstrom 17,9 Prozent, PV-Strom 31,5 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,4 Prozent.

Der Pfingstmontag brachte viel PV-Strom bei geringem Feiertagsbedarf. Zum Abend wurde die Windstromerzeugung stärker. Die Preisbildung. Schauen Sie sich auch den Handelstag an. Wer verdient richtig Geld?

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 29. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 29.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Dienstag, 30. Mai 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 46,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 62,3 Prozent, davon Windstrom 17,1 Prozent, PV-Strom 29,1 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,1 Prozent.

Der Dienstag zeichnete sich dadurch aus, dass die Gesamt-Stromerzeugung den Bedarf nicht überschreitet. Der Preis halbiert sich nur.  Zum Vorabend wird es allerdings wieder knackig. Der Stromkunde zahlt

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 30. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 30.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Mittwoch, 31. Mai 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 50,4 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 65,7 Prozent, davon Windstrom 20,0 Prozent, PV-Strom 30,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 15,3 Prozent.

Von 13:00 bis 15:00 Uhr wird der Strom verschenkt. Dies, obwohl nur eine geringe Überzeugung erfolgte.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 31. Mai ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 31.5.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Donnerstag, 1. Juni 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 50,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 65,6 Prozent, davon Windstrom 24,7 Prozent, PV-Strom 26,2 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,7 Prozent.

Auch am Donnerstag sinkt der Preis fast auf 0€/MWh. Trotz mässiger Strom-Übererzeugung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 1. Juni ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 1.6.2023: ChartProduktion, HandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Freitag, 2.Juni 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 49,8 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 66,2 Prozent, davon Windstrom 21,0 Prozent, PV-Strom 28,8 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,8 Prozent.

Der Freitag bringt keine Strom-Überzeugung. Dafür wird den ganzen Tag Strom importiert. Dennoch fällt der Preis über die Mittagsspitze.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 2. Juni ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 2.6.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Samstag, 3. Juni 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 52,2 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 68,9 Prozent, davon Windstrom 17,8 Prozent, PV-Strom 34,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 16,8 Prozent.

Der Bedarf am Samstag ist gering. ´Moderate` Negativpreise sind angesagt.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 3. Juni ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 3.6.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Sonntag, 4. Juni 2023: Anteil Wind- und PV-Strom 49,4 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 67,7 Prozent, davon Windstrom 12,5 Prozent, PV-Strom 36,9 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 18,3 Prozent.

Noch weniger Bedarf. Die Sonne scheint. Eben ein schöner Sonntag. Nur nicht für die deutschen Stromkunden.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 4. Juni ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 4.6.2023: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2Agora-Chart 2030Agora-Chart 2040

Peter Hager: PKW-Neuzulassungen Mai 2023 – Erholung setzt sich fort

Mit 246.966 PKW-Neuzulassungen lag der Mai 2023 um 19,2 % über dem Vorjahresmonat und war damit der beste Mai seit 2019 (332.396 Neuzulassungen).

Alle Antriebsarten – bis auf die Plug-in-Hybrid-PKW – konnten gegenüber dem Mai 2022 zulegen, wobei der Anteil von PKW mit Verbrennungsmotor bei rund 77 % liegt.

Zulassung nach Antriebsarten

Benzin: 76.519 (+ 17,6 % ggü. 05/2022 / Zulassungsanteil: 35,5 %)

Diesel: 43.505 (+ 3,6 % ggü. 05/2022 / Zulassungsanteil: 17,6 %)

Hybrid (ohne Plug-in): 57.842 (+ 54,5 % ggü. 05/2022 / Zulassungsanteil: 23,4 %)

darunter mit Benzinmotor: 36.746
darunter mit Dieselmotor: 21.096

Plug-in-Hybrid: 13.803 (- 40,5 % ggü. 05/2022 / Zulassungsanteil: 5,6 %)

mit Benzinmotor: 13.198
Dieselmotor: 605

Elektro (BEV): 42.780 (+ 46,6 % ggü. 05/2022 / Zulassungsanteil: 17,3 %)

Quelle

Top 10 nach Herstellern (01-05/23)

Hybrid-PKW (ohne Plug-in): 261.759 (01-05/22: 194.080)

Audi: 18,2%
Mercedes: 16,4%
BMW: 16,0%
Toyota: 7,5%
Ford: 7,0%
Hyundai: 4,7%
Fiat: 4,3%
Suzuki: 3,7%
Nissan: 3,4%
Volvo: 3,1%

Hybrid-PKW (mit Plug-in): 63.135 (01-05/22: 112.677)

Mercedes: 24,0%
BMW: 11,9%
Audi: 9,9%
Seat: 7,0%
VW: 6,2%
Volvo: 5,8%
Ford: 4,1%
Opel: 3,7%
Kia: 3,4%
Porsche: 3,1%

Elektro-PKW (BEV): 167.256 (01-05/22: 135.029)

Tesla: 16,9%
VW: 15,3%
Mercedes: 8,0%
Audi: 7,1%
BMW: 6,0%
Hyundai: 5,7%
Smart: 3,9%
Skoda: 3,5%
Fiat: 3,4%
MG Roewe: 3,4%

Die beliebtesten zehn E-Modelle in 05/2023 (Gesamt: 42.780)

Tesla Model Y (SUV): 4.240
VW ID 4/5 (SUV): 3.720
VW ID 3 (Kompaktklasse): 2.185
Skoda Enyaq (SUV): 1.692
Audi Q4 (SUV): 1.644
Fiat 500 (Minis): 1.594
Mercedes GLA (SUV): 1.355
BMW 4er (Mittelklasse): 1.347
BMW X1 (SUV): 1.325
Mini (Kleinwagen): 1.184

Die bisherigen Artikel der Kolumne Woher kommt der Strom? mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier.

Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Rüdiger Stobbe betreibt den Politikblog Mediagnose.




Klimakleber der letzten Generation, selber privilegiert, greifen nun „Reiche“ an – und die Luxusindustrie

von AR Göhring

Die „Letzte Generation“ zündet nach den Hausdurchsuchungen eine neue Stufe der Eskalation: Nun greifen sie sogenannte „Reiche“ an – das Sylter Hotel Miramar *****, ein Privatflugzeug auf der Insel, und nun sogar Porsche.

Klimakleber vorm Porsche-Gebäude. Quelle: https://twitter.com/AufstandLastGen/status/1666895807453224961?cxt=HHwWgoCzjfi5gKIuAAAA

Auf Sylt drangen Klima-Aktivisten in das teure Hotel Miramar ein und versprühten orangene Farbe – als Symbol des „Alarms“. Ebenfalls reichlich Farbe bekam ein kleiner Privatjet auf einem Flugplatz der Insel ab. Die verschmutzte Oberfläche der Maschine ist dabei das kleinste Problem – die Farbe dringt in Einlässe und Sensoren ein, ohne die das Flugzeug nicht abheben kann. Der Schaden dürfte daher immens sein. Wer zahlt die Reinigung und die Ersatzteile – die Oligarchen wie Aileen Getty? A Propos Oligarchen: Der ZDF-Erklärbär Harald Lesch unterstützt die Klimakleber auf dem Protestmarsch in München. Herbert Grönemeyer ebenso in einem Konzert – und wird vom Publikum bejubelt. Es wäre pikant, wenn Klimakleber den Jet von Grönemeyer oder Leo di Caprio komplett mit Lack beschmieren würden…..

Nicht erst seit Axel Bojanowskis fulminantem Artikel in der Welt, nachdem die Umweltbewegung ein politischer Hebel der alten Eliten ist, den ungeliebten Massenwohlstand der Adenauerzeit rückabzuwickeln, und Krethi und Plethi zurück auf ihren Platz zu verweisen, ist klar, daß die selbsternannten Klimaschützer wie Luisa Neubauer oder Kusine Carla Reemtsma zu den oberen Zehntausend gehören.

Umso grotesker – oder geschickter? – ist die neueste Taktik der Klimakleber, „Reiche“ anzugreifen. Also sich selbst? Nicht ganz – denn (noch) dominiert in den westlichen Ländern die breite Marktwirtschaft. Es gibt also (noch) mehrere Gruppen in der Elite – zum Beispiel die sinnvoll Arbeitenden, die Leistung bringen und damit (noch) Geld verdienen. Die Forschungsfima Sigma listet, etwas differenzierter, folgende wohlhabende Milieus in der BRD auf:

  • etabliert 8,6%
  • liberal-intellektuell 10,1%
  • postmodern 8,7%
  • traditionell-bürgerlich 7,1%
  • modern-bürgerlich 11,7%
  • aufstiegsorientiert 16,3%

Die sinnvollen Arbeiter findet man in den etablierten, bürgerlichen und aufstiegsorientierten Milieus. Die Problembären hingegen sammeln sich bei den Liberalen & Inter-lecktuellen, und den Postmodernen. Beschreibung der Liberalen:

Liberales Bildungsbürgertum und moderne Funktionseliten mit postmaterialistischer Orientierung. Hoher Stellenwert von Selbstverwirklichung und Ich-Identität in Beruf und Freizeit. Ablehnung von Äußerlichkeitswerten (man schätzt aber das Edle, Echte, Auserlesene).
Gediegene Altbauwohnung, gepflegter Lebensstil – und zu Jahresende eine Spende für amnesty international. Liberal-Intellektuelle schätzen sinnstiftenden Genuß auf hohem Niveau und politisches Engagement gleichermaßen.
Wichtig: Verantwortungsbewußter Umgang mit sich und der Welt, soziale Gerechtigkeit, ökologische und politische Korrektheit.

Im Klartext: „Moral“ und woke Identität statt Leistung. Keine klassische Protzerei mehr mit alten Statussymbolen: Lastenrad statt Benz – dafür aber häufige Fernflugreisen, teurer (nicht-gedämmter) Altbau im ethnisch homogenen Stadtviertel, teures Bio-Essen, und vor allem: sehr teure „Moral“, die letztlich Krethi und Plethi bezahlen müssen („Ihr schafft das!“).




Der überforderte öffentlich-rechtliche Rundfunk – Klimaschau 151

Die Klimaschau informiert über Neuigkeiten aus den Klimawissenschaften und von der Energiewende. Themen der 151. Ausgabe:
0:00 Begrüßung
0:17 Artensterben und der Klimawandel
1:56 Schwankender See überfordert ARD-Journalisten




„Europas Wirtschaftsmotor bricht zusammen“ – Industrie und Medien reden Klartext zur „Energiewende“

(ARG)

Wirtschaftsbosse und – Journalisten nehmen immer weniger ein Blatt vor den Mund und warnen klar vor einer Desindustrialisierung der zentralen ökonomischen Triebkraft in Europa – der Bundesrepublik Deutschland.

Nicht vergessen: Mit dem Wirtschaftswunder nach dem zweiten Weltkrieg zog Westdeutschland auch die Nachbarn mit – von Griechenland und Italien über die Schweiz, Frankreich, Benelux bis hoch nach Schweden und Finnland konnte der nicht-sowjetisch besetzte Teil des Kontinents eine historisch einzigartige Erfolgsgeschichte hinlegen, mit der sich höchstens noch die die Belle Époque bis 1914 messen kann.

Ein Hauptfaktor für das Wunder war die Bereitstellung von Unmengen billiger Energie aus Quellen mit historisch bislang ungekannten Erntefaktoren: Kernkraftwerke haben mindestens Faktor 100 – Holz und Kohle sind mit deutlich unter 50 ein Witz dagegen. Da die Berliner Republik zurück zu Wind und Sonne geht, sinkt auch der Erntefaktor unserer Energiequellen unter 10 – damit ist Massenwohlstand nicht aufrecht zu erhalten, letztlich auch nicht in den Nachbarländern, sofern diese nicht einfach die verscheuchte deutsche Industrie ansiedeln (tun sie aber).

Europas Wirtschaftsmotor bricht zusammen

titelte im Mai das Wirtschaftsmagazin Bloomberg. Und:

Deutschland war jahrzehntelang der wirtschaftliche Motor Europas und hat die Region durch eine Krise nach der anderen gezogen. Doch diese Widerstandsfähigkeit scheint zu schwinden: Das Land erlebte im Winter die erste Rezession seit Beginn der Pandemie, was eine Gefahr für den gesamten Kontinent bedeutet.

Große Teile des privilegierten Bürgertums, fast die gesamten Medien und mit Ausnahme der AfD alle bedeutenden Parteien Deutschlands sind für Desindustrialisierung der Bundesrepublik – ihnen stehen immer mehr nicht-privilegierte Steuerzahler, Wirtschaftsunternehmen und Regierungen der Nachbarländer entgegen. Wer wird gewinnen? Alexander Raue vom Vermietertagebuch analysiert: