Vorgaben ohne jegliche Plausibilitätsprüfung – das Kraftwerkssicherheitsgesetz

Wer vor zehn Jahren fragte, wo der Strom nach Atom- und Kohleausstieg bei Dunkelheit und Windstille herkomme, bekam die Antwort: Wir werden moderne, hocheffektive Gaskraftwerke haben. Nun bedarf es fossiler Reserven auf Basis des Kraftwerkssicherheitsgesetzes. Und für die Bürger wird es noch teurer. 

Von Frank Hennig

Kraftwerkssicherheitsgesetz (KWSG)

Anfang Juli einigte sich das Kabinett in Berlin auf ein neues Gesetz. Waren vor kurzem offenbar nur Windkraftanlagen im öffentlichen Interesse, sogar wichtig für die nationale Sicherheit, braucht es jetzt Sicherheit durch fossile Kraftwerke. Das ist im Grunde logisch. Wer vor zehn Jahren fragte, wo der Strom nach Atom- und Kohleausstieg bei Dunkelheit und Windstille herkomme, bekam die Standardantwort im Brustton tiefster Überzeugung: Wir werden moderne, hocheffektive Gaskraftwerke haben.

Passiert ist in dieser Hinsicht in den vergangenen zehn Jahren allerdings so gut wie nichts. Die zur Legitimation des Atomausstiegs geschaffene und überwiegend mit fachlichen Laien besetzte Ethikkommission sprach 2011 noch von hochmodernen Kohlekraftwerken, die als Ersatz neu zu bauen wären. Dieser Gedanke wurde von steigenden Zertifikatepreisen für CO2 und der einsetzenden Klimapanik bald beiseite gewischt.

Die „Kommission für Wirtschaft, Strukturwandel und Beschäftigung“, besser bekannt als „Kohlekommission“, wurde zur Legitimation des Kohleausstiegs geschaffen und ebenfalls überwiegend mit fachlichen Laien besetzt. Im Abschlussbericht vom Januar 2019 findet sich der Hinweis auf neu zu bauende Gaskraftwerke. Mehr als fünf Jahre später ist auch hier so gut wie nichts passiert. Eine „Kraftwerksstrategie“ sollte dies dann regeln und bis Sommer 2023 aufgelegt werden. Es dauerte bis Februar 2024, bis zwar nicht die Strategie, aber die Eckpunkte dazu veröffentlicht wurden. Konkret wird es nun erst Ende 2024/Anfang 2025. Nach vorliegenden Erfahrungen eher später.

Nun bedarf es fossiler Reserven auf Basis des oben genannten Kraftwerkssicherheitsgesetzes. Gleichzeitig kündigt Habeck den vorgezogenen Kohleausstieg 2030 offiziell auf. Das ist ein Frontalangriff auf die grüne Energiewende-Ideologie, die bisher unterstellte, Versorgungssicherheit auch durch „Säulen“ wie Sonne und Wind herstellen zu können. Es galt die These, man könne quasi sofort aus der Kohle raus.

„Die Wissenschaft“ irrt

Noch vor zwei Jahren war das DIW selbstgewiss, dass der Kohleausstieg bis 2030 möglich bliebe. „Erneuerbare Energien können genauso versorgungssicher wie die alten, ineffizienten und unflexiblen Kraftwerke sein“, liest man sogar im DIW-Wochenbericht 18 des aktuellen Jahres 2024. Etwas schräg die weiteren Erkenntnisse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung unter Federführung der Universalwissenschaftlerin Professorin Kemfert: Die Versorgung ohne Kohle und Kernkraft im Jahr 2030 sei sicher. Der Ausstieg aus Kohle und Gas solle beschleunigt werden. Die Preisspitzen beim Strom seien im Übrigen auf die französischen Kernkraftwerke zurückzuführen.

Vermutlich befolgte hier Minister Habeck die „follow-the-science“-Forderung, ohne allerdings andere Wissenschaftler oder die Praktiker bei Netzbetreibern und Versorgern anzuhören. Er wird sich vom grünen Fußvolk peinliche Fragen anhören müssen, galt doch der im Koalitionsvertrag genannte vorgezogene Kohleausstieg als ein in Aussicht stehender Triumph nach dem erreichten Atomausstieg.

Habeck ist nicht nur von der Wirklichkeit umzingelt, sondern steht auch mit dem Rücken zur Wand. Er will „voll ins Risiko gehen – vielleicht gelingt es ja auch“. Eine Vorstellung von der Bedeutung kritischer Infrastruktur scheint er nicht zu haben. Was passiert, wenn es nicht gelingt, sagt er nicht. Er ist ein Zocker, der nach eigenem Bekunden mit Deutschland nichts anzufangen weiß, von Unternehmern aber Standortpatriotismus verlangt. Er benutzt einen Gesetzentwurf (des Gebäudeenergiegesetzes), um zu testen, wie weit er seine grünen Allmachtsphantasien ausleben kann. Die Menschen im Land als Laborratten der Grünen. Einem Drehbuchschreiber wäre so etwas nur im Fantasy-Genre eingefallen.

Der Staatsplan

Im Kraftwerkssicherheitsgesetz stehen, wie zu erwarten war, kleinteilige staatsplanerische Vorgaben, die offenbar wieder ohne jegliche Plausibilitätsprüfung gemacht wurden.

Noch bis Ende dieses Jahres oder Anfang des nächsten sollen Ausschreibungen veröffentlicht werden für 12,5 Gigawatt (GW) Gaskraftwerksleistung, also etwa 25 Anlagen. Zeitnah sollen auch fünf GW H2-ready (also vorbereitet für den Betrieb mit Wasserstoff) und zwei GW auf Wasserstoff umzubauende Anlagen ausgeschrieben werden. Dazu 0,5 GW sofort H2-fähige Kraftwerke (die es technisch, zumindest hinsichtlich von Gasturbinen, noch gar nicht gibt) und 0,5 GW Speicherleistung. Diese ist allerdings relativ uninteressant, entscheidend ist die Kapazität in Gigawattstunden (GWh).

In einer zweiten Phase sollen bis 2045 weitere fünf GW „klimaneutrale“ Kraftwerke dazu kommen. Treffender hätte man sie emissionsfrei nennen können, aber der Klimabegriff muss immer mit rein.

Vor allem im „netztechnischen Süden“, von mir früher als Südzone bezeichnet, sollen diese Kraftwerke errichtet werden, um die hohen Redispatchkosten zu senken. Die Südzone unterscheidet sich vom geographischen Süden durch eine Zonengrenze, die annähernd der Mainlinie entspricht. Sie hätte sich mit Sicherheit in Richtung NRW verschoben, wenn dort der vorgezogene Kohleausstieg 2030 erfolgen würde, was nun vom Tisch ist.

Ab 2028 soll der noch mit der EU-Wettbewerbskommission zu vereinbarende Kapazitätsmarkt greifen, der auch die neu in Reserve stehenden Kraftwerke vergütet. Mit den Ausschreibungen macht das Ministerium wieder einmal den zweiten Schritt vor dem ersten. Investoren, die sich auf die Ausschreibungen bewerben, wissen nicht, wie sie die Reservestellung ihrer künftigen Gaskraftwerke vergütet bekommen. Das ist aber eine wichtige Kalkulationsgrundlage, denn die Vollastbetriebsstunden, in denen Strom am Markt verkauft werden kann, schätzt man auf nur 800 – von 8.760 Jahresstunden.

Auch mit diesem Gesetz soll wieder den Bürgern in die Tasche gegriffen werden. Ab 2030 stellt man eine neue Umlage auf den Strompreis in Aussicht in Höhe einer „Nachkommastelle“. Verivox schätzt die zusätzliche Belastung für einen Normal-Haushalt auf ein bis drei Euro pro Monat. Das wäre vergleichsweise jetzt so viel wie eine Kugel Eis. Diesen Vergleich hatten wir schon mal.

Es geht um die Sicherheit, wozu es Gaskraftwerke braucht. Nebenbei wird auch der Klimaschutz noch ein bisschen mehr kosten. Landwirtschaftsminister Özdemir hält eine Anhebung der Mehrwertsteuer auf Fleisch auf neun oder zehn Prozent für geboten. Das sei zumutbar und die Kunden würden es kaum merken. Am Ende zählt für die Bevölkerung die Summe der verschiedenen Eiskugeln. Überbezahlte Politiker werden es in der Tat kaum bemerken.

Fazit

Die ausgeschriebenen Kapazitäten werden absehbar nicht ausreichen. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) geht von 25 GW bis 2030 aus. Auch eine Umlage als Nachkommastelle wird nicht reichen. Derzeit machen Umlagen 31 Prozent des Strompreises aus, 30 Prozent die Netzentgelte. Beim Netzausbau jongliert man inzwischen mit dreistelligen Milliardenbeiträgen, dass einem schwindlig wird. Es lässt sich auch nicht mehr verschleiern, dass der grüne Zufallsstrom die Ursache setzt. Das steht nun sogar in der „Frankfurter Rundschau“:

„Damit vor allem im Norden produzierter Windstrom in die großen Verbrauchszentren kommt, sollen Tausende Kilometer neue Stromtrassen gebaut werden. Das ist allerdings sehr teuer.“

Die Energiepolitik der Ampel trägt wesentlich zur Krise des Staatshaushalts bei. Die Energiewende wird am Geldmangel verhungern.

Inzwischen nehmen die Schwankungen des eingespeisten Ökostroms weiter zu. Am 16. Juli 2024 wurde mit 325 Stunden negativer Preise bereits der Wert des Gesamtjahres 2023 erreicht. Die täglichen Preisschwankungen an der Börse nehmen weiter zu. Es ist eine Frage der Zeit, wann sich auch physische Folgen zeigen.

Es zeichnet sich ab, dass künftig viele Gesetze geändert werden müssen. Herr Habeck wird dann, mit einer gesicherten Altersversorgung im Rücken, wieder Kinderbücher schreiben können.

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Das Verbrenner-Aus ist noch lange nicht vom Tisch

Wird das Verbrenner-Verbot aufgehoben? Das ist alles andere als sicher. Ursula von der Leyen hält sich bedeckt. Und ob E-Fuels eine echte Alternative darstellen, bleibt ebenso ungewiss. Klar ist nur eins: Die deutsche Autoindustrie darbt unter den Verordnungen. 

Von Holger Douglas

Es brennt lichterloh bei den Zulieferern der Autohersteller. Das Dach steht in hellen Flammen, das Gerippe bricht langsam auseinander. So beschreibt ein Insider gegenüber TE die Lage im Automobilsektor, einem der wichtigsten Wirtschaftsbereiche Deutschlands. Die großen Zulieferer verdienen kaum mehr Geld, die Kleineren machen Verluste und bekommen kaum mehr Kredite, werden teilweise von den großen Zulieferern über Wasser gehalten. Die wissen: Wir brauchen die noch. Klar ist nur: Wenn nicht schnell etwas geschieht, bricht der automobile Unterbau weg.

Versprochen hatte die wiedergewählte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen, dass das Verbrenner-Verbot ab 2035 geprüft werden müsse. Die CDU ist damit während des Wahlkampfes hausieren gegangen. Das Verbrenner-Aus sei Geschichte, hatte noch Manfred Weber (CSU), Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), getönt – allerdings nach der Bewerbungsrede von der Leyens und vor ihrer Wahl.

Die hatte jedoch nur gesagt, dass sie eine gezielte Änderung der Verordnung verfolgen wolle. Sie hatte bei den Grünen antichambriert, weil sie deren Stimmen zur Wiederwahl benötigte. Nach außen ist bis jetzt nicht bekannt, was von der Leyen versprochen hatte. Jedenfalls stellten die Grünen gleich klar, wohin der Hase laufen soll: Am Autoverbot wird nicht gerüttelt, E-Fuels sollen ein Nischenprodukt bleiben.

Jedenfalls lässt sich mit einem Nischenprodukt keine Infrastruktur für eine funktionierende Energieversorgung betreiben. Der grüne Michael Bloss, ausgerechnet noch aus Autostadt Stuttgart, will »Auto weg«. Ob das allen Stuttgartern bei der Europawahl klar war, darf bezweifelt werden.

Zu der politisch gewollten Vernichtung von Automobil und Automobilindustrie gehören seit Anfang an Lug und Trug. Dies beginnt mit der verwegenen Idee, dass ein Elektroauto keine Abgase ausstößt – weil es keinen Auspuff hat.

Der Auspuff des Elektroautos steht nur woanders, im Kohlekraftwerk nämlich, in dem der Strom erzeugt wird. Und der wiederum gilt in grüner Anschauung als »schmutzig«. Ein E-Auto steht allerdings in der sogenannten CO2-Bilanz nicht schlechter da als ein Auto, dessen Verbrennermotor mit Benzin und oder Diesel angetrieben wird.

Es gilt derzeit die Verordnung 2019/631 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. April 2023. Dort heißt es, »zu den emissionsfreien Fahrzeugen zählen derzeit batterieelektrische Fahrzeuge, Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb und andere mit wasserstoffbetriebene Fahrzeuge … Emissionsfreie und emissionsarme Fahrzeuge, zu denen auch leistungsfähige Plug-in-Hybridfahrzeuge gehören, können für den Wandel weiterhin eine Rolle spielen.«

Sogenannte E-Fuels sollen die Lösung sein. Das sind mit Hilfe von viel Energie hergestellte Kraftstoffe aus Kohlenwasserstoffen. Wasserstoff mit Hilfe von CO2 aus der Luft in Methanol umgewandelt und daraus wieder synthetisches Benzin gemacht. Die Energie dazu soll Strom liefern, der muss natürlich »grün« sein, wie es in grüner Märchensprache heißt, also mit Strom aus Sonne und Wind erzeugt werden. Jeder Schritt ist mit erheblichen Energieverlusten behaftet, das macht E-Fuels teuer.

Technisch funktioniert das natürlich, die üblichen Verbrennungsmotoren kommen damit zurecht. Doch bis E-Fuels aus dem Zapfhahn der Tankstelle in den Autotank fließen können, sind erhebliche Umwandlungsschritte notwendig.

Über die derzeitige Utopie »E-Fuels« wird der Kampf gegen das Automobil geführt. Während die einen E-Fuels als Rettungsanker sehen, über den Verbrennerautos eine Zukunft haben, bekämpfen grüne Lobbytruppen diese Versuche vehement. Es handele sich um einen sehr speziellen Kraftstoff, der kurz- und mittelfristig an Tankstellen kaum verfügbar sein werde, so zitiert das ZDF aus einem internen Papier des Kraftstoff-Referates im Verkehrsministerium.

Der Kraftstoff der Zukunft ist noch vollkommen offen. Welche Art sich durchsetzen wird, entscheiden Markt und Akzeptanz, nicht Brüsseler Politbüros, schon gleich gar nicht linksgrüne NGOs.

Festzuhalten bleibt: Öl und Gas bleiben auch auf Jahrzehnte hinaus die wichtigsten Energieträger. Die Förderung von Kohlenwasserstoffen ist ein riesiger und auch ein sehr wichtiger Markt. Darauf basiert die Energieversorgung der Menschheit – auch noch in den nächsten Jahrzehnten. Weltweit zumindest gesehen.

»In der Gesamtdarstellung des weltweiten Energiemixes, d.h. der tatsächlich konsumierten Energie, inklusive der Erneuerbaren, dominieren die fossilen Energieträger bei weitem.« Das schrieb die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe noch in ihrer Energiestudie, bevor die Anstalt auf grün gedreht wurde.

Wie sich das in Europa – oder genauer: in Deutschland – entwickeln wird, ist derzeit offen. Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU, ratlos: »Nur Ausnahmen vom Verbrenner-Verbot zuzulassen, reicht nicht. Eine Schlüsselkompetenz Europas würde dann doch schleichend verloren gehen.«

CDU und CSU mögen mit CSU-Chef Markus Söder nach außen noch so laut fordern, das Verbrenner-Aus zurückzunehmen. Appelle prallen an der grünen Front ab. Solange der Brüsseler Apparat noch durchgegrünt ist, verläuft die Front weiter gegen die Autoindustrie. Das Verbrenner-Aus ist noch lange nicht vom Tisch. Dem Wirtschaftsrat der CDU bleibt nur übrig, einen Habeck auszubuhen.

Offen, warum eine CDU sich hinter von der Leyen gestellt hat, von der bekannt ist, wie wenig sie sich um Abmachungen schert. Festzuhalten bleibt: Wer CDU gewählt hat, wählt also grün und das Aus der Autoindustrie.

Nicht neu übrigens: Merkel – die war mal Kanzlerin – hatte schon das Todeslied auf das Automobil gesungen und von einer Million Elektroautos auf den Straßen geträumt. Im Jahr 2020 wohlgemerkt. Was daraus geworden ist, erleben wir derzeit.

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EIKE Website gestern Abend ca. 20:30 nicht erreichbar, seit heute morgen wieder online

Am 23.7.24 gegen 19:30 lief bei EIKE nichts mehr. Weder kam man ins Backend noch ins Frontend. Seit heute morgen ist alles wieder online.

von Michael Limburg

Hier eine Zusammenfassung an unseren Webmaster

Lieber Herr XXXXXX,

seit gestern Abend lief garnichts. Weder Backend noch Frontend. Weder bei mir noch von sonst irgendwem. Die Browser meldete: die Website ist nicht erreichbar. Auch mein Versuch über unseren Provider YYYYYYYYY,unsere Website aufzurufen (gegen 23.05 oder so) führten zu nichts. Von YYYYYYYYY, war zu dieser Zeit auch keine Wartung angekündigt. Trotzdem .. Nichts.

Dann meine Beschwerde bei YYYYYYYYY, mit irgeneiner belanglosen Antwort.

Hi,

 

Thank you for submitting feedback on our knowledge base article.

 

We monitor all feedback provided by users and will look into making changes to our knowledge base based on your feedback when appropriate.

You will not receive a direct reply to this ticket so if you need support with a YYYYYYYYY,product please use the „Submit a Ticket“ button that you can find in the „Get in Touch“ section of the support home page here.

 

Thanks!

YYYYYYYYY,Team

 

 

Wahrscheinlich habe ich dort den falschen Knopf gedrückt.

Seit heute morgen – ich erfahre das erst um ca. 8:00 – geht alles wieder.

Warum, weshalb, etc. sagt mir niemand. Eine unbefriedigende Situation.

Danke für Ihre Nachricht, aber hilft eigentlich auch nicht weiter.

Und nun die Erklärung von heute um 9:34 Uhr

Sehr geehrter Herr Limburg

wie ich geschrieben habe, der Server lief die ganze Zeit. Nur sie greifen ja nicht direkt auf den Server zu, sondern immer über x andere, so funktioniert das Internet und da gab es wahrscheinlich an irgend einem Kontenpunkt eine Störung und deswegen wurde ihr Signal nicht weitergeleitet. Da aber nachweislich 5 % noch zugriff drauf hatten, kann es nicht am Eike Server gelegen haben. Man müsste jetzt in die Suche gehen, welches Rechenzentrum, in Frankfurt, oder London oder sonst wo eine Störung hatte und dafür gesorgt hat.

Dem Eike Server geht es gut und ging es gut.

Mit freundlichen Grüßen

 

Unser Webmaster reagierte auf meine gestrige Fehlermeldung wie folgt:

Sehr geehrter Herr Limburg,

das was ich in den Logs sehen kann, lief der Server die ganze Zeit, also E-Mail usw. hat alles funktioniert. Heißt es gab wahrscheinlich ein Problem mit dem Internet selber. Das spiegelt sich aber nicht in unseren Logs wieder. Nur das die Zugriffe auf den Server in der Zeit von ca. 20 Uhr bis 6 Uhr minimal waren, also es kamen nur ca. 5 % der normalen Anfragen auf dem Server an.

Mit freundlichen Grüßen

 




Infraschall, LFN und unsere Gesundheit

von Dr. Dietmar Hildebrand, Biophysiker

( LFN bedeutet „Low Frequency Noise“ und damit sind sehr niedrige Frequenzen gemeint, die wir aber noch bewusst mit den Ohren wahrnehmen können )

Ist alles was unseren 5 Sinnen nicht zugänglich ist, harmlos?

Also ist Gammastrahlung völlig harmlos? Wir können sie nämlich nicht sehen. Bleiben wir beim Auge. Alle Frequenzen unterhalb des sichtbaren Lichts können wir nicht wahrnehmen, aber Mikrowellen in hoher Dosis töten uns.Alle Frequenzen oberhalb des sichtbaren Lichtes sind ebenfalls schädlich, angefangen beim Sonnenbrand durch zu viel ultraviolettes Licht bis zur Gammastrahlung aus nuklearen Reaktionen, die uns je nach Dosis langsam oder schnell tötet (1).

Unsere Nase versagt völlig bei der Wahrnehmung von Kohlenmonoxid, das für uns schon in geringer Dosierung tödlich ist, weil es sich mit Hämoglobin verbindet und damit den Sauerstofftransport im Blut blockiert (2).

Unser Geschmacksinn versagt völlig bei der Wahrnehmung von Botulinum Toxin, das im Wissensmagazin Scinexx.de als das „tödlichste Gift der Welt“ bezeichnet wird (3)

Unser Tastsinn nimmt ein Stilett, das durch den Rücken ins Herz eindringt, nur als leichten Piecks wahr.

Unsere Ohren nehmen Schall wahr, also Luftdruckschwankungen von ca 20 Hz bis ca. 20 000 Hz. (Hz ist die Abkürzung von Hertz das sind Schwingungen pro Sekunde, benannt nach dem Physiker Heinrich Hertz) Höhere Frequenzen nennt man Ultraschall. Hunde können höhere Frequenzen hören und Fledermäuse benutzen Ultraschall sogar zur Echo-Navigation, d.h. sie können ihn erzeugen und hören. Schall mit Frequenzen unterhalb unseres Hörbereichs wird Infraschall genannt, weil wir ihn mit den Ohren nicht bewusst wahrnehmen können. Heißt das aber, dass wir ihn überhaupt nicht wahrnehmen und heißt das, dass er keinen Einfluss auf uns oder unser Wohlbefinden hat ?

Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist
Wenn sie ihr in den Magen fährt
Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist
Wenn der Boden unter den Füßen bebt
Dann vergisst sie, dass sie taub ist

So heißt es im Text eines Liedes von Herbert Grönemeyer. Ja, selbst eine taube Person kann niedrige Frequenzen (LFN) und Infraschall wahrnehmen. Es ist allerdings nicht der Magen sondern das Zwerchfell, das bei hoher Lautstärke die Schwingungen des Bauchraums via Solar Plexus (einem Nervengeflecht) erkennt und zum Hirn übermittelt. Auch unsere Fußsohlen spüren Vibrationen, die von Schall ausgelöst sein können.

Infraschall-Kommunikation bei Elefanten

Elefanten können mit der Haut zwischen ihren Hufen sogar besonders gut Infraschall und LFN hören, der sich im Erdboden kilometerweit ausbreitet. Paarungsbereite Weibchen senden Klopfsignale mit ihren Füßen, die kilometerweit entfernte Männchen wahrnehmen und sich sofort zu dem Weibchen auf den Weg machen. Im „Handbook of behavioral neuroscience“ ist der Infraschall-Kommunikation von Elefanten ein ganzes Kapitel gewidmet (4)

Und wie nehmen wir Infraschall wahr?

Das bisher Erwähnte war mein Wissensstand, bis ich eine Veröffentlichung von Lee Bartel und Abdulla Mosabbir von 2021 im Journal of Healthcare las (5). „Musik hat die Fähigkeit unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zu beeinflussen“, so beginnt die Einführung. Aber dann trennen die Autoren zwischen „Musik“ und „Vibration“ und fokussieren auf Vibrationen von Stoßwellen (kleiner 1 Hertz) bis in den hörbaren Bereich. „VAT“, ( vibroakkustische Therapie) gibt es in der Medizin schon lange und daher wurde auch viel Forschung betrieben, um nicht nur die Effekte von VAT zu verstehen sondern auch die Mechanismen mit denen unser Körper vibroakkustische Signale wahrnehmen kann. Schon die rein mechanische Schwingung von Biomolekülen, Zellen, Knochen hat Wirkungen auf unsere Gesundheit. z.B. können Blutgerinnsel durch VAT aufgelöst werden.
Die Endothelzellen an der Wand von Adern und Lymphgefäßen können Vibrationen wahrnehmen.
Alle Nervenzellen reagieren auf Schwingungen, aber wir haben auch besondere Sensoren, sogenannte Propriozeptoren (Merkelscheiben, Meissner-Körperchen, Pacinian-Körperchen), die nicht nur als Teil unseres Tastsinns in der Haut sondern in anderen Teilen unseres Körpers zu finden sind. Die Golgi Sehnenspindeln messen und regeln Muskelspannungen und reagieren damit auch auch niederfrequente Schallwellen, die unseren Körper durchlaufen.In vier langen Kapiteln erläutern die Autoren die Vielfalt von sensorischen Wahrnehmungen und wie diese für VAT genutzt werden können. Mit 247 Quellenangaben ist die Publikation solide untermauert. Wer nun noch davon redet, dass wir Infraschall nicht wahrnehmen können, muss Analphabet sein.

Wichtig ist somit auch zu begreifen, dass der Einfluss von Windrädern nicht mit Mikrophonen, sondern mit empfindlichen Seismometern gemessen werden muss ! Es geht um Vibrationen, nicht um Schall.

Musik mit lauten Bass-Tönen oder Signale von paarungsbereiten Weibchen sind es aber leider nicht, die von Windrädern kilometerweit über Luft und Boden verbreitet werden.

Haben wir gute Forschungsergebnisse?

Sind die Infraschall- und LFN-Spektren von Windrädern denn genau bekannt und ihre Wirkung gut erforscht? Nein!
Man hat einfach losgelegt und Windräder gebaut, statt erst einmal Prototypen zu bauen und ihre Wirkung gründlich zu erforschen.

Hat man gewusst ,wie viele Milliarden Insekten von Windrädern erschlagen werden? Nein!
Man hat nicht einmal gewusst, dass die stabilen Winde in der Höhe großer Windräder als Migrationsrouten von Insekten verwendet werden und Windräder so zu Massenmördern bei migrierenden Insekten werden.

Hat man gewusst, dass Vögel keine Chance gegen Windradflügel haben? Nein!
Wem schon ‚mal ein Vogel gegen die Windschutzscheibe geknallt ist, weiß, dass schon bei viel niedrigeren Geschwindigkeiten viele Vögel nicht ausweichen können. „Die Rotorblattspitzen einer Windenergieanlage erreichen im Volllastbetrieb eine Geschwindigkeit von über 300 km / h“ heißt es in einer auch sonst lesenswerten Publikation des Fraunhofer Instituts. (6) .

Hat man gewusst, dass der Infraschall und LFN von Windrädern schädlich für Menschen ist? NEIN!
Man hat sie trotzdem gebaut und baut noch weiter.

Subjektive Wahrnehmungen und Schallmessungen bei Windrädern

Es gibt sehr viele Publikationen über subjektive Empfindungen von Menschen, die in der Nähe von Windrädern wohnen. Es wird über Schlafstörungen und Erkrankungen, die durch Stress ausgelöst werden, berichtet. Von den Windkraft-Fans wird das alles als „psychosomatisch“ abgetan, also alles nur Einbildung.

Dazu passend gibt es viele Publikationen über „Messungen“ in der Umgebung von Windrädern, die alle zeigen, dass der Lärm dort geringer ist, als nächtlicher Verkehrslärm.
Wie dumm muss man eigentlich sein, solche Messungen mit handelsüblichen Mikrophonen und Messgeräten auszuführen, die nur Schall wahrnehmen können. Genau das ist aber der Fall bei vielen veröffentlichten Messungen, die natürlich nichts gesundheitsschädliches finden.

Viele Forschunsgberichte betrachten „Infraschall“ eben nur als „Schall“ und begreifen nicht, dass es sich um „Vibrationen“ handelt. Dementsprechend wird nicht erkannt, dass ganz andere Wahrnehmungsrezeptoren im menschlichen Körper involviert sind.

Eine kleine Geschichte des Infraschalls

die Autorin Sophia Roosth (Harvard University) hat sich die Mühe gemacht einiges zur Geschichte des Infraschalls in ihrem Artikel „Nineteen Hertz and Below“ zu sammeln (7).
Infraschall begann die Wissenschaft zu interessieren als1883 der Vulkan Krakatoa“ ausbrach und die ausgelösten Infraschallwellen in der Erdkruste mehrfach den Planeten umliefen.

Alle Menschen, die in der Nähe von Vulkanen leben, wissen schon lange, dass Tiere lange vor dem Ausbruch des Vulkans unruhig werden und wenn möglich das Gebiet verlassen. Sie spüren den Infraschall. Wenn man doch weiß, das Tiere ganz schwache Signale irgendwie „spüren“ (Stresslevel, innere Unruhe, Fluchtreflex) , dann ist es doch mehr als plausible, dass auch Menschen unterbewusst diese Signale wahrnehmen und bei permanenter Exposition irgendwie darauf reagieren.

Nach der Erfindung der Atomwaffen wurden Infraschallsignale dazu benutzt heimliche Atombombentests zu erkennen und durch Triangulation zu lokalisieren.
Dann kam sogar die Idee, Infraschall als Waffe zu verwenden. Prof. Gavreau in Frankreich bekam 1966 sogar ein Patent (FR1437460A ) auf eine Infraschallkanone, die Menschen töten und Mauern zum Einsturz bringen konnte (Jericho lässt grüßen).

1980 erkannte der portugiesische Arzt Nuno Castello Branco, dass Infraschall und Vibrationen bei der Herstellung und Reparatur von Flugzeugturbinen seltsame Symptome bei den Arbeitern hervorrief, bis hin zu epileptischen Störungen. Er nannte diese Phänomene „Vibroacoustic Disease“, abgekürzt „VAD“. Diese Bezeichnung hat sich bis heute gehalten und wird in der modernen Forschung zu gesundheitlichen Störungen durch Infraschall und LFN verwendet.

Vibroacoustic Disease (VAD)

VAD im engsten Sinne wurde definiert als Gewebeverdickungen der Mitralklappe und des Herzbeutels, die durch andauernde Infraschall Einwirkung entsteht. Renzo Tonin beschreibt in seinem Review (2017) über die gesundheitlichen Auswirkungen von Windrad-Infraschall (8), wie die Definition von VAD weiter und weiter ausgedehnt werden musste. Depressionen, gesteigerte Reizbarkeit und Aggressivität, Selbstisolation sowie verminderte kognitive Fähigkeiten, also psychische Leiden kamen als erstes dazu.

Schon 2005 publizierten dos Santos et.al. über physische Schäden durch Infraschall in den Nieren von Ratten und Mäusen. Die „Portugal Papers“ der Gruppe von Wissenschaftlern, der er angehört, sind bis heute der Windkraft -Lobby ein Dorn im Auge. Am besten klickt man sich auf reseachgate.net von Pedro Oliveira (9) ausgehend durch seine und die Publikationen seiner Koautoren um das Ausmaß der in Deutschland verschwiegenen Erkenntnisse zu erfassen.

Schon 2009 publizierte N.Pierpont das Buch „Wind Turbine Syndrom“ (10). Er schreibt (übersetzt): „Zu den Symptomen zählen Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Tinnitus, Ohrendruck, Schwindel, Übelkeit, verschwommenes Sehen, Tachykardie, Reizbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie Panikattacken in Verbindung mit Empfindungen innerer Pulsation oder Zittern, die im Wachzustand oder im Schlaf auftreten. Die vorgeschlagene Hypothese ist, dass niederfrequenter Lärm oder Vibrationen das Gleichgewichtssystem und die Gehirnfunktionen des Körpers beeinträchtigen, darunter räumliches Bewusstsein, räumliches Gedächtnis, räumliches Problemlösen, Angst, Beklemmung, …, was die vorgenannten Symptome erklärt.“ Hätte er den Kenntnisstand von Bartel &Mosabbir (2021)(5) gehabt, hätte er es präziser erklären können.

In Australien wurde zuerst erkannt, das die Probleme der Menschen in der Nähe von Windrädern real sind: Tonin berichtet: „2015 kam der Sonderausschuss für Windkraftanlagen des australischen Senats zu dem Schluss, dass es glaubwürdige Beweise von einer Reihe von Menschen gibt, die in der Nähe von Windkraftanlagen wohnen und über eine Reihe von negativen gesundheitlichen Auswirkungen geklagt haben. Dazu gehören Tinnitus, erhöhter Blutdruck, Herzklopfen, Tachykardie, Stress, Angst, Schwindel, Benommenheit, Übelkeit, verschwommenes Sehen, Müdigkeit, kognitive Dysfunktion, Kopfschmerzen, Ohrendruck, verstärkte Migräne, Bewegungsempfindlichkeit, Innenohrschäden und Schlafentzug.Als Folge dieser Anhörung wurde das Büro des National Wind Farm Commissioner eingerichtet.“

Wieviele Menschen in Deutschland müssen ihr ganzes Leben leiden unter dem Irrsinn der „erneuerbaren Energie“-Technik ? Keiner zählt sie, denn „die bilden sich das alles ja nur ein.“

Quellen:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenkrankheit
  2. https://www.bmk.gv.at/dam/bmvitgvat/content/themen/klima/chemie/gefaehrliche-chemikalien/sachkunde-gift/Sachkunde_Gift.pdf
  3. https://www.scinexx.de/dossierartikel/das-toedlichste-gift-der-welt/
  4. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S156973391070014X
  5. https://www.mdpi.com/2227-9032/9/5/597
  6. Fraunhofer/IWES Publikation „Rotorblätter auf dem Prüfstand“
  7. https://www.jstor.org/stable/10.5250/resilience.5.3.0109
  8. https://link.springer.com/article/10.1007/s40857-017-0098-3
  9. https://www.researchgate.net/profile/Pedro-Oliveira-117
  10. Pierpont, N.: Wind Turbine Syndrome. K-Selected Books, Santa Fe (2009)

 




Der Bücher-Gärtner: Von der Eiszeit zur globalen Erwärmung

Die natur- und kulturhistorische Forschung hat genug Anhaltspunkte zutage gefördert, die zeigen, dass wir uns grundsätzlich inmitten einer warmen Episode in einer Jahrtausende währenden Periode der globalen Abkühlung befinden.

Von Edgar Gärtner

Zur Abwechslung widme ich mich heute keinem brandneuen Buch, sondern einem Klassiker, dessen Erstauflage schon im Jahre 2007 im Münchner Verlag C.H. Beck erschienen ist, nämlich der „Kulturgeschichte des Klimas“ von Wolfgang Behringer. Grund dafür ist weniger das „Sommerloch“, sondern die fortwährende Aktualität dieses Buches, das es inzwischen längst auch in einer preiswerten Taschenbuchausgabe bei dtv gibt.

Denn angesichts der von politischer Propaganda erzeugten Konfusion um die angebliche „Klimakrise“ sind Historiker wahrscheinlich besser in der Lage, dieses Thema nüchtern zu analysieren als Naturwissenschaftler, die zu einem großen Teil unter Verdacht stehen, den Finanziers ihrer ebenso teuren wie fragwürdigen Computersimulationen nach dem Munde zu reden.

Die natur- und kulturhistorische Forschung hat in den letzten Jahrhunderten genug Anhaltspunkte zutage gefördert, die zeigen, dass wir uns grundsätzlich inmitten einer warmen Episode in einer Jahrtausende währenden Periode der globalen Abkühlung befinden. Homo sapiens sapiens tauchte zwar erstmalig in der Eiszeit auf, die menschliche Kultur konnte sich aber nur in deutlich wärmeren Perioden des Holozän entwickeln. In dieser Zeit gab es ein Auf und Ab von Lufttemperatur und Niederschlägen, die regional katastrophale Ausmaße erreichen, viele Menschenleben fordern und ganze Weltreiche an den Rand des Untergangs bringen konnten. Der heute beobachtbare Klimawandel erscheint demgegenüber als harmlos und rechtfertigt es kaum, von einer „Krise“ zu sprechen.

Die „Kleine Eiszeit“ des 17. Und 18. Jahrhunderts als „Testlauf“

Wolfgang Behringer weist schon in der Einleitung seiner Abhandlung darauf hin: „Wir leben in einer Eiszeit.“ Alle verfügbaren Analysen von Eiskernen der Antarktis sowie die paläobiologischen Funde und kulturellen Zeugnisse der fernen Vergangenheit wie Megalithen und Felsmalereien sowie in den letzten Jahrtausenden schriftliche Berichte zeigen, dass Warmzeiten „kostbare Ausnahmen“ blieben. Die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Abgleitens in eine Kaltzeit ist jedenfalls größer als Null. Bereits in seinem Vorwort schlägt Behringer vor, die „Kleine Eiszeit“ des 17. und 18. Jahrhunderts, die die angenehme mittelalterliche Warmzeit ablöste, als „Testlauf für die globale Erwärmung“ zu betrachten.

Deshalb illustriert Behringer die Zeit des Übergangs von der hochmittelalterlichen Warmzeit zur Kleinen Eiszeit, über die es mangels verlässlicher Messtechnik nur Temperaturschätzungen gibt, mit zahlreichen zeitgenössischen Bildern und Dokumenten über die Entwicklung der Brot- und Weinpreise und so weiter. Bekannte Beispiele sind Darstellungen eines Londoner Jahrmarktes auf der zugefrorenen Themse oder von Rutschpartien auf zugefrorenen niederländischen Grachten.

Das gegen Ende der 1980er Jahre von der UNO eingesetzte Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zeigte in seinem ersten Report von 1990 ein Schaubild des damals noch führenden englischen Klimahistorikers Hubert H. Lamb (1913–1997) über die Entwicklung der Durchschnittstemperatur der letzten 1.000 Jahre. Lamb, der den Begriff „Mittelalterliche Warmzeit“ prägte, schätzte, dass es in Europa zwischen den Jahren 1000 und 1300 um ein bis zwei Grad wärmer war als heute. In der anschließenden Kleinen Eiszeit sank die Durchschnittstemperatur wieder um etwa den gleichen Betrag unter den Mittelwert. In dieser relativ kurzen Kaltzeit litten die Menschen nicht nur an Hunger und anderen materiellen Entbehrungen, sondern auch an psychischen Nöten, die die Suche nach Sündenböcken auslösten. Das führte zur Hexenverfolgung im großen Stil. Behringer weist darauf hin, dass Lambs grobe Darstellung noch heute gültig ist.

Es kamen Jahre ohne Sommer

Dasselbe gilt für die Entdeckung des serbischen Ingenieurs und Hobby-Astronomen Milutin Milankovic (1879–1958). Die Analyse von Eisbohrkernen hat seine Theorie der Verursachung von Eiszeiten durch Schwankungen der Sonneneinstrahlung voll bestätigt. Diese Schwankungen können durch Veränderungen der Rotationsachse und/oder der Umlaufbahn der Erde, aber auch durch zyklische Veränderungen der Sonnenaktivität ausgelöst werden. Die Stärke der Sonnenaktivität kann am einfachsten anhand der Zahl der Sonnenflecken abgeschätzt werden. Tatsächlich korrespondiert die Kleine Eiszeit mit einem ausgeprägten Sonnenflecken-Minimum, genannt „Maunder-Minimum“ (1675–1715) nach dem Astronomen Edward Walter Maunder (1851–1928), der die zeitgenössischen Beobachtungen später zusammenfasste und auswertete.

Die Sonneneinstrahlung kann auch durch große Vulkanausbrüche auf der Erde beeinträchtigt werden. Das war der Fall unter anderen beim Ausbruch der indonesischen Vulkane Tambora im Jahre 1815 und Krakatau im Jahre 1883. Diese Vulkane schleuderten Asche und Schwefelsäure bis in die Stratosphäre. Die daher rührenden dunklen Wolken umrundeten die ganze Erde und wirkten jahrelang wie ein Sonnenschirm. Es kamen Jahre ohne Sommer, die zu Missernten und Hungersnöten führten. Bis gegen Ende der 1990er Jahre war es also ziemlich klar, dass die Menschen, außer im regionalen Rahmen, im Vergleich zu Naturkräften, nur einen geringen Einfluss auf die mittel- und längerfristige Entwicklung des Klimas ausüben konnten.

Doch dann erschien gegen Ende der 1990er Jahre eine Arbeit von Michael Mann (Pennsylvania State University), Raymond S. Bradley (University of Massachusetts) und Malcolm K, Hughes (University of Arizona), die aufgrund statistischer Analysen von fossilen Pflanzen-Pollen und Baumringen nachgewiesen haben wollte, dass die 1990er Jahre wärmer gewesen seien als jedes Jahrzehnt vorher in den letzten 600 bis 1.000 Jahren. Im Unterschied zur Grafik von Hubert Lamb präsentierten diese Forscher eine Temperaturkurve, die über 900 Jahre leicht absinkt und dann mit Beginn der industriellen Revolution plötzlich steil nach oben schießt. Diese Kurve der indirekt ermittelten Durchschnittstemperaturen hatte die Form eines Hockeyschlägers. Die durch Gemälde und andere Kulturzeugnisse gut belegte mittelalterliche Warmzeit war auf einmal verschwunden.

Religion, die Karriere- und Machtinteressen dient

Geübte Statistiker wiesen nach, dass die Autoren bei der statistischen Analyse der fossilen Temperaturindikatoren untaugliche Methoden angewandt hatten. Doch das blieben Einzelstimmen. Stattdessen wurde dieses Forschungsergebnis in den Massenmedien gefeiert, denn es entsprach der aus westlichem Selbsthass geborenen Woke-Ideologie, die die industrielle Revolution und damit das menschliche Schöpfertum für alle Übel der modernen Welt verantwortlich macht. Im Jahre 2001 wurde die Hockeyschläger-Kurve durch den Dritten IPCC-Bericht an prominenter Stelle verbreitet. Aus einer wissenschaftlichen Beschäftigung wurde dadurch die staatlich finanzierte Klimaforschung, wie Behringer bissig vermerkt, zur Religion, die Karriere- und Machtinteressen dient.

Behringer zeigt in seinem nicht auf Europa beschränkten geschichtlichen Überblick, dass die Hockeyschläger-Kurve fern der Realität ist. Dabei berichtet er über viele interessante Details, denen ich hier nicht vorgreifen möchte. Obwohl die Hockeystick-Grafik inzwischen tausendfach widerlegt ist, gibt es nicht nur in den USA, sondern auch in der EU immer wieder Versuche, sie als offizielles Narrativ zu etablieren.

Mit seinem riesigen Anmerkungsapparat, seinem detaillierten Register, seiner Literaturliste und seiner allgemeinverständlichen Darstellung eignet sich Behringers Kulturgeschichte des Klimas noch immer gut als Handbuch für die Widerlegung einer strafenden Öko-Ideologie, die vornehmlich den Interessen jener dient, die mit der Klima-Angst und staatlichen Investitionen in unwirtschaftliche, aber „klimaschützende“ Technologien Profit machen wollen.

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