Lilium – einer der abgestürzten Träume vom ökologischen Paradies

Die Trauer über nicht realisierbare grüne Träume wird gerne von dem Gedanken begleitet, man liege Im Prinzip richtig, habe es nur falsch versucht. Wie bei vielen Projekten und Wunschwelten aus dieser Ecke. Die Geschichte ist voller gescheiterter Träume der Weltverbesserung.

Von Manfred Haferburg 

Das ist mein letzter Beitrag über Lilium – isch schwör! Ich habe schon mehrere Artikel über das elektrische Fliegen mit dem Batterie-Lufttaxi Lilium geschrieben, den Pleite-Vocopter nicht mitgerechnet. Ich habe kleinlich nachgerechnet: hier, obwohl ich als Nuki wenig Ahnung über Aerodynamik habe. Ich habe vor den grünen Beglückungsideen gewarnt, die Geld verbrennen, aber nicht funktionieren können: hier. Ich habe die Lilium-Pleiten ohne Häme begleitet, weil mir die 1.000 Mitarbeiter leid taten, die zu Weihnachten ihre Kündigung erhielten und dann auf eine emotionale Achterbahn gesetzt wurden: hier und hier. Der grüne Traum vom ökologischen Fliegen ist an der Realität zerschellt. Er ist zum Glück nicht abgestürzt. Er ist gar nicht erst gestartet. Denn nun ist es amtlich – la comedia e finita.

Lilium entlieh seinen Namen von Karl Wilhelm Otto Lilienthal, dem mutigen und unbeirrbaren deutschen Luftfahrt-Pionier, der seinen Traum vom Fliegen damit bezahlte, dass er sich mit nur 48 Jahren bei einem seiner Flugversuche den Hals brach und verstarb. Aber Lilienthal hinterließ der Menschheit etwas enorm Wichtiges. Er konnte beobachten, zeichnen und berechnen – also allerhand mehr, als die meisten Grünen können. Er schaute sich den Flugzeugflügel bei den Vögeln ab und hat mit seinen Theorien wesentlich dazu beigetragen, dass wir heute mit Flugzeugen bequem und sicher die Welt erkunden können. Zumindest solange, wie uns die durchgeknallten Weltuntergangssekten das noch erlauben.

Die grüne Pleitewelle als Folge unrealistischer Träume

Lilium fügt sich nahtlos in die grüne Pleitewelle unserer Tage ein. 1,4 Milliarden Euro sind verbrannt worden. Lilium war ein schöner grüner Traum. Die Idee hinter allen grünen Träumen ist, dass der Mensch in paradiesischem Einklang mit der Natur leben – sich komplett in die natürlichen Kreisläufe einordnen könne, ohne Spuren zu hinterlassen. Eine ideale Welt. Keine Verbrennung fossiler Stoffe, keine bösen Abgase, kein Abfall, keine Einschränkung des Lebensraums anderer Kreaturen. Menschliches Handeln in totaler Harmonie mit Mutter Erde – ein fast religiöser Kinderglaube.

Nur kollidiert dieser schöne Traum leider stets mit der Realität. Er ist eine Münze mit nur einer Seite. Mutter Natur meint es nicht gut mit uns, sie füllt einfach alle Schubladen und probiert aus, was sich durchsetzt. Die paradiesischen Kreisläufe entpuppen sich als Illusion, wenn es darum geht, die ganze Menschheit zu ernähren und ihr Wohlergehen zu gewährleisten. Kurz – der schöne grüne Traum ist nicht realisierbar. Und schon gar nicht vereinbar mit dem Komfort, den menschlicher Erfindergeist geschaffen hat.

Bei jeder Kollision des grünen Ideals mit der Realität entstehen in den grünen Seelen Schmerz und Trauer. Das geht so weit, dass orthodoxe Grüne die Menschheit als Weltschädling sehen und meinen, Gaja könne gut und gerne auf die Menschen verzichten.

Schuld am Scheitern der Träume sind die Umstände, die Anderen oder…

Bezüglich Lilium fand ich den Schmerz über den geplatzten Traum vom grünen Fliegen in einem Artikel Die Welt: „Die Lilium Story – Das traurige Ende des deutschen Flugtaxi-Traums“. In einem gefühligen Artikel betrauern zwei Wirtschaftsjournalistinnen das Scheitern durch einen Ortsbesuch der verwaisten Lilium-Halle: „eines der deutschen Vorzeigeunternehmen für Zukunftstechnologie… Genau darin liegt die Wucht dieses Ortes. Denn man versteht: Lilium war kein Unternehmen, das langsam auslief, sondern eines, das mitten in der Bewegung angehalten wurde.“ Ich halte den beiden Journalistinnen zugute, dass sie einen sehr guten Podcast über den Lilium-Fall produzierten, den sie bezeichnenderweise „Cashburner“ nannten. Aber wer hört sich schon dreieinhalb Stunden Podcast über „Lilium“ an, auch wenn es noch so gut gemacht ist?

Zwischen den Zeilen insinuieren die Journalistinnen, dass Lilium nicht an der Physik, sondern am Unwillen der Politik gescheitert sei, der bereits verbrannten Milliarde weitere 100 Millionen Steuerzahlergeld nachzuschießen. Schuld ist angeblich auch die Erhöhung des US-Leitzinses zur Zeit des Börsengangs von Lilium, der dafür sorgte, dass nicht genug Kapital eingeworben wurde. Und schuld sind auch die warnenden Stimmen von Fachleuten, die das Zukunftsprojekt „schlecht redeten“. Wenn ich zurückblicke, dann war wahrscheinlich eine starke Überschätzung des Fortschritts der Entwicklung der Batteriekapazität durch das Lilium-Management dafür verantwortlich, dass sie Projektparameter versprachen, die nicht eingehalten werden konnten. Mit den existierenden Batterien konnte das Ding eben weder 300 km weit noch 300 km/h schnell fliegen.

Auch der Sozialismus, der schon Millionen Menschen das Leben kostete, ist so ein süßer Traum. Die unzähligen gescheiterten Versuche, ihn einzuführen, scheiterten nach der Meinung der Träumer nicht daran, dass er der Natur des Menschen widerspricht, sondern daran, dass er nur nicht richtig – also konsequent genug – eingeführt wurde. oder er scheiterte an den US-Sanktionen, wie im Falle Kubas, oder daran, dass das Geld der Anderen alle war, wie im Falle der DDR.

Der Trauer-Artikel in Die Welt schließt mit der Bemerkung: „Ein Stück Zukunft, das nicht fertig wurde“. Damit ist das Kapitel Liliumabgeschlossen? Offenbar nicht. Beim nächsten Batterie-Lufttaxi funktioniert es ja vielleicht doch?

Vom Phantomschmerz zu Lug und Trug 

Nun ist Trauer über einen geplatzten Traum zwar ein Phantomschmerz, aber auch ein absolut legitimes Gefühl. Kritisch wird es, wenn sich die Trauer über nicht realisierbare grüne Träume mit krimineller Energie mischt. Wenn versucht wird, mittels unlauterer Mittel doch noch zu dem ansonsten unerreichbaren Ziel zu kommen. Dann kann solch ein Kapitel nicht mehr so einfach geschlossen werden, weil das Problem fortwirkt.

So war es beispielsweise beim Atomausstieg. Mitten in einer veritablen Energiekrise sollten die letzten drei Kernkraftwerke stillgelegt werden. Kritiker und vor allem Fachleute monierten, dass damit die Netzsicherheit gefährdet und durch weiter steigende Energiepreise die Deindustrialisierung vorangetrieben würde. Der zuständige Minister Habeck hatte daraufhin eine „ergebnisoffene“ Prüfung der Möglichkeit des Weiterbetriebes versprochen.

Die grünen Staatssekretäre Graichen im Wirtschafts- und Tidow im Umweltministerium erstickten jede offene Diskussion in ihren Häusern und in der Öffentlichkeit über den Weiterbetrieb im Keim. Sie brachten Falschinformationen in Umlauf und verdrehten die von den zuständigen Fachebenen erstellten Ergebnisse in das genaue Gegenteil, logen teilweise mit unglaublicher Frechheit. Sie konnten sich der Unterstützung der meisten Medien sicher sein.

Als Ergebnis dieser irreführenden und falschen Informationen wurden die modernsten und sichersten Kernkraftwerke der Welt zwangsstillgelegt. Die Öffentlichkeit und auch die Parlamentarier wurden massiv getäuscht, und dies sollte vertuscht werden. Die Ministerien versuchten ein Jahr lang, diesen Entscheidungsprozess geheim zu halten. Doch einige Journalisten des Cicero klagten die Dokumente frei. Auf der Basis der Akten konnte Cicero nachweisen: „Eine korrekte und offene Prüfung der für einen Weiterbetrieb der AKW relevanten technischen und sicherheitstechnischen Fragen hat nicht stattgefunden.“

Der Bundestag setzte daraufhin einen AKW-Untersuchungsausschuss ein, der laut Cicero bewies: „Wirtschafts- und Umweltministerium haben die Öffentlichkeit und die Energieversorger bewusst getäuscht, um einen Weiterbetrieb zu verhindern. Die negativen Folgen für unsere Gesellschaft sind irreversibel.“

Und bist Du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt

Die Zahl anderer Beispiele für die Versuche, die an der Realität gescheiterten Träume mittels Lug und Trug doch noch umzusetzen, ist mittlerweile Legion. Die Fortsetzung des Kampfes für unrealisierbare Träume mit „anderen Mitteln“ bürgert sich schleichend ein. Dadurch entsteht eine zunehmende Polarisierung. Es kommt inzwischen sogar vor, dass die Inhaber der edlen Träume bereit sind, ihre Ziele – und seien sie noch so unrealistisch – mit passiver, zuweilen sogar aktiver Gewalt durchzusetzen. Als Beispiel für eher passive Gewalt seien die straßenklebenden Klimaretter genannt. Die Antifa mit all ihren Untergruppierungen ist sogar bereit, Menschenleben aufs Spiel zu setzen, wenn sie glauben, dass diese Menschen ihren Zielen im Wege stehen oder als medienwirksame Kollateralschäden dienen können – ich erinnere nur an den Sabotageanschlag der linken Vulkangruppe auf das Berliner Stromnetz im Januar dieses Jahres. Hier gab es Todesopfer. Die Täter sind bis heute noch nicht dingfest gemacht worden.

Vom Gewalteinsatz für unrealisierbare Träume sind es nur noch ein paar kleine Schritte bis zur Abschaffung der demokratischen Prinzipien. Gute Gründe gibt es dafür immer. Und sie führen in eine Pandemie-Demokratur, zur Brotschlange und zum Archipel Gulag. Alles im Namen „unserer Demokratie“. Liebe linksgrüne Träumer, Demokratie gehört allen, da gibt es nicht so etwas wie „unsere Demokratie“. Und nein, ein guter Zweck rechtfertigt nicht den Einsatz undemokratischer Mittel.

Liberté, égalité, fraternité – aus der Geschichte lernen

Die Jakobiner träumten von einer einfachen, tugendhaften und sittenstrengen Gesellschaft, die durch den Gemeinwillen geleitet wurde und auf eine endgültige Gerechtigkeit vertraute. Sie verkündeten die Grundsätze „Freiheit und Gleichheit“. Aber sie ahnten wohl schon dunkel, dass der Mensch entweder frei oder gleich sein kann, beides zusammen geht nicht. Wenn der Mensch frei ist, dann entstehen automatisch Unterschiede. Der besser Begabte erreicht etwas, der Minderbegabte fällt zurück. Deshalb erfanden die Jakobiner die fraternité, die Brüderlichkeit als Kitt, der das Ungereimte zusammenhalten sollte. Der Kitt hielt aber nicht, weil die Menschen so sind, wie sie eben sind.

Der „Wohlfahrtsausschuss“ wurde als Exekutivorgan der französischen Revolution im April 1793 eingerichtet, mit der guten Absicht, die Regierung zu kontrollieren. In kürzester Zeit mutierte er zu einer Mordmaschine.

Die Jakobiner führten als verpflichtendes Staatsziel das „allgemeine Glück“ ein. Dumm nur, dass Menschen eher nach ihrem eigenen Glück strebten. Um die Träume von einer besseren Gesellschaft dennoch umsetzen zu können, holte der Wohlfahrtsausschuss die Guillotine heraus und Ströme von Blut der 20.000 bis 40.000 Geköpften flossen vom Place da la Concorde in die nahe Seine. Ein gutes Jahr, von Juni 1793 bis Juli 1794, dauerte der „große Terror“. Am 5. Februar 1794 sagte Robespierre in einer Rede: „Terror ist nichts anderes als rasche, strenge und unbeugsame Gerechtigkeit. Er ist eine Offenbarung der Tugend. Der Terror ist nicht ein besonderes Prinzip der Demokratie, sondern er ergibt sich aus den Grundsätzen, welche dem Vaterland als dringendste Sorge am Herzen liegen müssen.“

Im Juli 1794 wurde Robespierre verhaftet und mit der Guillotine hingerichtet.

 

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier

 

 

 




Medienmärchen: Wassermangel in Deutschland schon vom Weltraum aus zu sehen

Aktuell wird behauptet, dass in Deutschland bereits enorme Wasserverluste von Satelliten messbar seien. Das ist schlicht falsch. Ganz davon zu schweigen, mit ungenauen Daten auch noch Panikartikel zu produzieren, die suggerieren, wir müssten in Deutschland bald einen Kampf um Leben und Tod um den letzten Tropfen Wasser führen.

Von Uta Böttcher

Aktuell gibt es Meldungen, wonach die enormen Wasserverluste in Deutschland bereits von Satelliten messbar seien. Gemeint sind die Messungen der GRACE-Satelliten, die von der NASA (National Aeronautics and Space Administration), dem DLR (Deutsches Zentrum für Luft- Und Raumfahrt) und dem GFZ (Deutschen GeoForschungsZentrum) betrieben werden.

Detaillierte Karten über schwindendes Grundwasser in Deutschland, wie sie aktuell wieder gezeigt werden, stehen allerdings völlig im Widerspruch zur äußerst geringen Auflösung dieser Satelliten: Das Messraster von GRACE liegt bei etwa 300 x 300 Kilometern, während Deutschland von Nord nach Süd knapp 880 Kilometer und von West nach Ost rund 640 Kilometer misst. Deutschland besteht auf so einer Karte aus wenigen riesigen Quadraten: Sie sieht aus wie extrem grob verpixelt. Die Satelliten können keine einzelnen, lokalen Grundwasserspeicher (wie ein lokales Wasserwerk oder ein bestimmtes Tal) isoliert „sehen“. Wenn in den Medien dennoch detaillierte Karten und präzise Zahlen für Deutschland gezeigt und genannt wurden, basierte das auf einer Kombination aus den groben Satellitendaten mit echten Messungen mit Hilfe von mathematischen Tricks.

Es ist im Grunde eine Frechheit, aus den wenigen Messzellen der GRACE-Satelliten, die über Deutschland liegen, eine detaillierte Grundwasserkarte zu errechnen. Ganz davon zu schweigen, mit diesen Daten auch noch Panikartikel zu produzieren, die suggerieren, wir müssten in Deutschland bald einen Kampf um Leben und Tod um den letzten Tropfen Wasser führen.

Wasserverlust für Deutschland viel zu hoch eingeschätzt

Wasser bewegt sich im Unterschied zum Untergrund, durch den es fließt, schnell und ständig. Diese Massenänderungen reichen aus, damit das „grobe Auge“ der GRACE-Satelliten sie „sieht“. Die Satelliten „wiegen“ quasi ein ganzes Bundesland auf einmal. Dabei misst GRACE radikal alles: Grundwasser, Flüsse, Seen, Bodenfeuchte und Schnee. Die grobe Auflösung der Satellitenkarte wird dann mithilfe von Computermodellen zu einer hochauflösenden Karte hochgerechnet: Man nimmt den von GRACE gemessenen Gesamtwert für Mitteleuropa, kombiniert ihn mit lokalen Daten der Untergrundbeschaffenheit, aus hydrologischen Modellen, Wetterdaten (Niederschlag, Verdunstung) und Satellitendaten zur Bodenfeuchte. Damit wird dann berechnet, wo die „gesehenen“ Veränderungen am wahrscheinlichsten stattgefunden haben könnten. Um den reinen Grundwasser-Wert zu isolieren, werden reale Messwerte von Grundwasser-Messstellen und Pegelständen von Seen eingesetzt, um das Oberflächenwasser und die Bodenfeuchte vom GRACE-Gesamtwert abzuziehen. Mit großen Unsicherheiten behaftet bleibt auf diese Weise ein regionaler Grundwassertrend übrig.

Seinen Ausgang nahm dieses naturwissenschaftliche Elend der satellitenbasierten Detailkarte Deutschlands im Jahr 2018 mit den Datenreihen des Hydrologen Prof. Jay Famiglietti (damals am Global Institute for Water Security, Kanada), der die globalen GRACE-Daten im Auftrag der NASA verarbeitete. Von der ARD bekam er den Auftrag, aus seinen groben Satellitendaten eine Detailkarte des Wasserverlustes für Deutschland zu errechnen. Auf diesen Daten wurde ohne weitere fachliche Prüfung die ARD-Doku „Bis zum letzten Tropfen“ aufgebaut. Die Detailkarte war sogar interaktiv: Die Zuschauer konnten durch Anklicken herausfinden, wie groß der Wasserverlust in ihrem Landkreis ist. Diese Darstellung ist inzwischen aus der ARD-Mediathek verschwunden, denn sie erwies sich als extrem fehlerhaft.

Von Gastautor • Falk Meinhardt / Der amerikanische Autor C. J. Hopkins war 2024 wegen des zweimaligen Postens des Bildes einer Corona-Maske, durch die ein Hakenkreuz hindurchschimmert, verurteilt worden – obwohl er dieses getwittert hatte, um Ideologiekritik zu betreiben. Seine Verfassungsbeschwerde wurde abgelehnt. Man kann diesen Fall nicht betrachten, ohne sich juristische und politische Grundsatzfragen zu stellen. 21 / MEHR

Die ARD-Doku selbst ist bei YouTube noch vorhanden. Kein Mensch sollte sich dieses unwissenschaftliche Werk vollständig anschauen müssen – dort ist von einem dramatischen Verlust von 2,5 Milliarden Tonnen (Kubikmetern) Wasser pro Jahr für Deutschland die Rede. Aber um sich einen Eindruck von der für die ARD angefertigten Detailkarte zu machen: Ab Minute 21:10 wird sie gezeigt, die Karte, die aus groben Satellitendaten extra für diese Panik-Doku angefertigt wurde (siehe dazu auch hier).

Dass es diese Grafik in der ARD-Mediathek nicht mehr gibt, liegt daran, dass die ihr zugrundliegenden Berechnungen extrem fehlerhaft waren. Eine Folgestudie des GFZ Potsdam, der Universität Bonn und des Forschungszentrums Jülich aus dem Jahr 2023 zeigte das: Aufgrund von „methodischen Fehlern“ sei der Wasserverlust für so ein kleines Land wie Deutschland viel zu hoch eingeschätzt worden, realistischer sei seit dem Beginn der Messungen 2002 ein Verlust von durchschnittlich 760 Millionen Tonnen pro Jahr. Wie grob die Auflösung der Satellitendaten tatsächlich ist: In der korrigierten wissenschaftlichen Abhandlung aus dem Jahr 2023 sind die Original-Satellitenaufnahmen in Abbildung 4 zu sehen. Dargestellt ist dort der Massenunterschied zwischen den gefüllten Wasserspeichern im Winter 2002 und den geringeren Wassermassen im Sommer 2019. Die aktuellen Angaben zum Wasserverlust von 760 Tonnen pro Jahr für Deutschland seit 2002 beruhen auf diesen sehr grob aufgelösten Karten.

Eine Wasserknappheit wird ausgerufen, die nicht existiert

Die im aktuellen Bild-Artikel „Beim Wasser leben wir längst auf Pump“gezeigte Karte ist also eine klassische visuelle Dissonanz. Sie zeigt feine, regionale Unterschiede (zum Beispiel zwischen einzelnen Landkreisen) und suggeriert durch die Überschrift, dass sie mit Hilfe von Satelliten-Messungen zustande gekommen ist. Die Detailkarte stammt jedoch vom Niedrigwasser-Informationssystem (NIWIS) der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) und beruht auf echten, punktuellen Messdaten der realen Grundwasser-Messstellen der Bundesländer.

Diese Daten zeigen – beinahe in Echtzeit – die tatsächliche, aktuelle hydrologische Lage der Oberflächengewässer und des Grundwassers und werden fortlaufend aktualisiert. Es ist primär ein Werkzeug für das großräumige Lagebild, zum Beispiel für die Binnenschifffahrt auf dem Rhein oder die überregionale Wasserwirtschaft. Die Karte zeigt nicht etwa den Wasserverlust in Deutschland in den letzten 20 Jahren, der im Artikeltext beschrieben wird.

Diese Art von tendenziöser Berichterstattung ermöglicht den an Umverteilung und Kontrolle interessierten Politikern in Deutschland, eine Wasserknappheit auszurufen, die nicht existiert. Damit lassen sich besondere Erziehungsmaßnahmen für die Bürger und die Unternehmen begründen. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) und der frischgebackene Oberbürgermeister von München Dominik Krause(Bündnis 90/Die Grünen) gehen hier bereits mit guten Beispiel voran.

Wie bereits in früheren Artikeln zu diesem Thema dargelegt: In Deutschland gibt es keinen Wassermangel. Lediglich in Ballungsgebieten kann es vorkommen, dass punktuell mehr Wasser entnommen wird, als nachfließt. Auch wenn die Infrastruktur nicht schnell genug mit der Bevölkerung mitwächst, oder in Gegenden mit schlechten Grundwasserspeichern kann es zu Engpässen kommen, die aber bisher mit kluger Wasserbewirtschaftung und Planung ausgeglichen werden. Wenn ein Teil des „Sondervermögens“ in die Trinkwasser-Infrastruktur fließen würde, könnte das für die Zukunft freilich Abhilfe schaffen.

 




Batteriebrand in Bautzen -Lithium-Ionen-Batterien: Ein gefährlicher Brandherd

Der Batteriebrand in Bautzen demonstriert wieder einmal die Gefahren, die von Lithium-Ionen-Batterien ausgehen. Holger Douglas geht dem Problem auf den Grund und erläutert, welche Risiken von großen Batteriecontainern ausgehen. – allerdings sollen sich die Bautzener nicht lange im Freien aufhalten. Die 42 Anwohner, die ihre Wohnungen verlassen mussten, nachdem vier Batteriecontainer in Brand geraten waren, sollen erst am Nachmittag zurückkehren dürfen. Zwei Kitas und Kinderhorte bleiben am Donnerstag noch geschlossen.

Von Holger Douglas

In Bautzen können wieder die Fenster geöffnet werden – allerdings sollen sich die Bautzener nicht lange im Freien aufhalten. Die 42 Anwohner, die ihre Wohnungen verlassen mussten, nachdem vier Batteriecontainer in Brand geraten waren, sollen erst am Nachmittag zurückkehren dürfen. Zwei Kitas und Kinderhorte bleiben am Donnerstag noch geschlossen.

Nach 31 Stunden Brandbekämpfung kann der stellvertretende Stadtbrandmeister aufatmen. „Der Brand ist noch nicht gelöscht, aber wir haben ihn unter Kontrolle“, zitiert ihn die Sächsische Zeitung. Angrenzende Häuser werden noch auf Schadstoffe untersucht, Wasserproben genommen und ins Labor geschickt.

Der Brand war am Dienstagnachmittag am Schliebenparkplatz in Bautzen ausgebrochen. Er führte zu einem ausgedehnten Dauereinsatz der Feuerwehr, die sogar mit einem ferngesteuerten Roboter der Berufsfeuerwehr Dresden den Containern zu Leibe rückte. Giftige Dämpfe stiegen auf, eine Theatersommervorstellung in der Nähe musste aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.

Doch zunächst kamen die Feuerwehrleute nicht an den Brandherd heran, sie konnten nur von außen kühlen und fluteten den brennenden Batteriespeicher mit 5000 Liter Wasser pro Minute. Dafür wurde Wasser aus der Spree entnommen. Löschwasser lief auch in die Kanalisation; mögliche Belastungen und der weitere Umgang damit werden geprüft.

„Thermisches Durchgehen“: Wenn Lithium-Ionen-Zellen in Brand geraten

Mehr als Kühlen konnte sie nicht. Denn wenn eine Lithium-Ionen-Zelle außer Kontrolle gerät, beginnt kein gewöhnlicher Brand, sondern ein komplexer chemischer Prozess.

Jede der Zellen besteht aus Anode, Kathode, brennbarem Elektrolyten und einem dünnen Separator. Wird sie durch Kurzschluss, Überladung, Überhitzung, Beschädigung oder einen Produktionsfehler erwärmt, beginnen Schutzschichten und Elektrolyt sich unter weiterer Wärmeabgabe zu zersetzen.

Schmilzt oder reißt der Separator, können sich Anode und Kathode berühren. Der Kurzschluss verstärkt sich, die Temperatur steigt weiter, eine selbstbeschleunigende Kettenreaktion beginnt, die andere Zellen „ansteckt“. Häufig setzt dieses sogenannte „thermische Durchgehen“ bei etwa 150 bis 200 Grad ein. Dabei entstehen große Mengen heißer Gase. Der Druck in der Zelle steigt, bis Ventile öffnen oder Zellgehäuse platzen. Die Gase können sich entzünden oder sich zunächst im Container sammeln. Dann drohen Verpuffungen und die Übertragung auf benachbarte Zellen und Module. Wird der Container geöffnet, droht durch Luftzutritt eine Durchzündung.

Neue Technologie, neue Gefahren

Brände von Lithium-Ionen-Großbatterien sind Neuland für die Feuerwehr, deshalb wurden Fachberater aus ganz Deutschland befragt, ein Experte aus Berlin wurde vor Ort hinzugezogen.

Bei der Anlage in Bautzen handelte es sich um einen privat betriebenen Batteriespeicher in vier Containern. Er sollte Schwankungen und kurzfristige Ausfälle im Stromnetz eines Gewerbegebietes ausgleichen. Solche Lithium-Ionen-Batterien geraten leicht in Brand, wie man es von Elektroautos bereits kennt. Nicht ungefährlich sind auch jene mit solchen leistungsstarken Zellen vollgestopfte Powerpacks oder Batterien, die als Puffer von PV-Anlagen dienen und unglücklicherweise häufig in Häusern anstatt außerhalb aufgestellt werden.

Bei stationären Großspeichern und Hausspeichern wird mittlerweile häufig Lithium-Eisenphosphat (LFP) eingesetzt, das erst bei höheren Temperaturen „durchgeht“.

Der Großspeicher: Ein weltweiter Brandherd

Sogenannte Großspeicher sind derzeit das angesagte Ding der Energiewende. Sie sollen an immer mehr Plätzen und auf ehemaligen Kraftwerksgeländen entstehen. Anfang Juli 2026 waren in Deutschland ungefähr 545 Großspeicher mit jeweils mindestens einer Megawattstunde Kapazität in Betrieb. Die Zahl der Anträge für neue Speicher ist viel größer: Allein 2024 erhielten die Netzbetreiber nach Angaben der Bundesnetzagentur etwa 9.710 Anschlussanfragen für Speicher oberhalb der Mittelspannungsebene. Die angefragte Gesamtleistung lag bei rund 400 Gigawatt. Ungefähr 3.800 Anfragen mit zusammen etwa 25 Gigawatt Leistung und 46 Gigawattstunden Kapazität wurden bisher positiv beschieden, so die Netzagentur.

Übersehen wird leicht, welche mittlerweile erheblichen Energiemengen in diesen Batterien enthalten sind. Der Bautzener Vorfall reiht sich in eine weltweite Serie von Bränden, Explosionen und thermischen Durchgehvorgängen bei stationären Batteriespeichern ein. Eine vollständige Statistik existiert nicht. Die wichtigste internationale Sammlung führt das US-Forschungsinstitut EPRI. Dessen Datenbank verzeichnete bis Mai 2024 weltweit 81 sicherheitsrelevante Zwischenfälle bei gewerblichen und netzgekoppelten Batteriespeichern seit 2011. Das waren nicht ausschließlich Großbrände; erfasst wurden unterschiedliche schwerwiegende Störungen. Wohnhausspeicher sind in dieser Datenbank nicht enthalten.

Besonders auffällig ist übrigens Südkorea. Dort untersuchte eine staatlich eingesetzte Kommission allein zwischen 2017 und 2019 insgesamt 23 Speicherbrände. Als Ursachen wurden nicht nur schadhafte Zellen genannt, sondern auch unzureichende Schutzsysteme, mangelhafte Installation, ungünstige Umgebungsbedingungen, Wartungsdefizite und Fehler bei der übergeordneten Steuerung.

Großbrände in den USA

Auch die USA gehören zu den Schwerpunkten. Dort werden vor allem im grünen Kalifornien viele dieser Anlagen aufgestellt. Das bislang spektakulärste Ereignis war der Brand von Moss Landing im Januar 2025, bei dem ein 300-Megawatt-Speicher mit rund 100.000 Lithium-Ionen-Batterien betroffen war. Nach Angaben der US-Umweltbehörde wurden etwa 55 Prozent der Batterien beschädigt. Die Anlage brannte über Tage; rund 1.500 Einwohner mussten zeitweise ihre Häuser verlassen. Noch 2026 überwacht die EPA den Ausbau und die Entsorgung der beschädigten Batterien. Wegen möglicher Wiederentzündungen hält der Betreiber rund um die Uhr eine private Feuerwehr auf dem Gelände bereit.

Bereits 2019 kam es im Speicher McMicken in Arizona zu einem thermischen Durchgehen, dabei sammelten sich brennbare Gase im Gebäude. Als Einsatzkräfte nach rund drei Stunden eine Tür öffneten, erfolgte eine heftige sogenannte „Deflagration“. Vier speziell ausgebildete Feuerwehrleute wurden schwer verletzt. Das Ereignis zeigte, dass nicht nur offene Flammen gefährlich sind: Ein äußerlich ruhig wirkender Container kann mit einem explosionsfähigen Gasgemisch gefüllt sein.

In Australien geriet im Juli 2021 während der Inbetriebnahme der Victorian Big Battery ein Tesla-Megapack außer Kontrolle. Die offizielle Untersuchung nannte ein Leck im Kühlsystem als wahrscheinlichsten Ausgangspunkt. Die Flüssigkeit verursachte einen Kurzschluss, daraus entwickelten sich Erhitzung und thermisches Durchgehen. Das Feuer griff auf einen zweiten Megapack über; beide Einheiten wurden vollständig zerstört.

Die statistische Ausfallrate sinkt. EPRI zufolge ging die Zahl der Ereignisse je installierter Speicherkapazität zwischen 2018 und 2025 um 99 Prozent zurück. Neue Anlagen verfügen zwar über bessere Zellüberwachung, Gasdetektoren, Kühlung, Abschalttechnik und größere Abstände zwischen den Containern, so dass das thermische Durchgehen technisch inzwischen besser beherrschbar geworden, aber keineswegs beseitigt ist. Die einzelnen Anlagen werden größer, enthalten Hunderttausende Zellen und werden zunehmend in der Nähe von Umspannwerken, Industriegebieten und Wohnorten errichtet.

Komplexe Gefahrenlage

Zu den gefährlichsten Produkten eines Batteriebrandes gehört Fluorwasserstoff. Die Elektrolyte vieler Lithium-Ionen-Zellen enthalten das fluorhaltige Leitsalz Lithiumhexafluorophosphat. Bei starker Erhitzung und thermischer Zersetzung können daraus Fluorwasserstoff und weitere giftige Fluorverbindungen wie Phosphorylfluorid entstehen. Deswegen wurde in Bautzen evakuiert.

Löst sich Fluorwasserstoff in Luftfeuchtigkeit, Regen oder Löschwasser, entsteht Flusssäure, eine hochgiftige wässrige Lösung.

Fluoridionen dringen tief in Gewebe ein und rufen schwere Verätzungen hervor, sowie Störungen des Mineralhaushalts, Herzrhythmusstörungen und im Extremfall einen Herzstillstand. Eingeatmeter Fluorwasserstoff reizt und verätzt Atemwege und Lunge; ein Lungenödem kann noch 12 bis 36 Stunden nach der Kontamination auftreten. Auch Hautschäden und Schmerzen können sich verzögert zeigen. Die US-amerikanische Bundesbehörde für arbeitsmedizinische Forschung NIOSH stuft bereits 30 ppm Fluorwasserstoff in der Luft als unmittelbar lebens- oder gesundheitsgefährlich ein.

Für einen Batterieeinsatz bedeutet das: Gefährlich sind nicht nur Flammen und Hitze, sondern auch toxische Gase sowie möglicherweise fluoridhaltiges Löschwasser. Feuerwehrleute benötigen deshalb umluftunabhängigen Atemschutz; Rauch, Niederschläge und Löschwasser müssen analysiert und gegebenenfalls als kontaminiert behandelt werden.

Nicht gerade ressourcenschonend

Werfen wir schließlich noch einen Blick auf die Materialschlacht, die für solche Großbatterien notwendig ist: Lithium, Eisen, Phosphat und Graphit; Kupfer- und Aluminiumfolien, Elektrolyten, Kunststoffe – benötigt werden abgesehen von der Batterie selbst Stahlgehäuse, Kühlanlage, Wechselrichter, Transformatoren, Kabel und Betonfundamente. Ein Speicher von einer Gigawattstunde Kapazität bestünde rechnerisch aus rund 200 Containern und brächte etwa 8.400 Tonnen auf die Waage.

Diese Menge an Material dient jedoch rein als Puffer, um beispielsweise eine Leistung von einem Gigawatt genau eine Stunde lang abzugeben. Für das reine Zwischenspeichern verhältnismäßig geringer Energiemengen müssen also außerordentliche Materialmassen im Tage- und Bergbau gewonnen, verarbeitet und transportiert werden.

Dabei gäbe es natürliche Energiequellen, die reichlich vorhanden, preiswert und vergleichsweise ungefährlicher sind, und die deutlich mehr Energie enthalten: Kohle, Öl und Gas. Die bringen ihre Energie von Natur aus hochverdichtet mit.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

 




Kernschmelze bei den „Erneuerbaren“

Die desolate Lage der deutschen Autoindustrie wird gerne auf das Festhalten an vermeintlich „alten“ Technologien geschoben. Aber wie sieht es mit den angeblichen grünen Zukunftsbranchen wie Solar, Wind, Wasserstoff oder Batteriefertigung aus? Viele der Firmen sind in freiem Fall. Ohne staatliche Pampers geht gar nichts mehr, tiefrote Zahlen, Insolvenzen und gestoppte Projekte allenthalben.

Von Ansgar Neuhof

Der Niedergang der deutschen Wirtschaft ist unübersehbar. Die alten „Platzhirsche“ wie die Automobil(zulieferer)industrie, Chemie- oder Stahlindustrie befinden sich im freien Fall. Nur die Rüstungsindustrie ist dank staatlicher Großaufträge im Aufwind. Aber auch die als Heilsbringer angepriesenen und mit viel Steuergeld aufgeblasenen neuen Industriezweige wie Batterieproduktion, Windkraft und Solar befinden sich in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Das nicht nur vom früheren Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Grüne) versprochene „grüne Wirtschaftswunder“ als Folge der sogenannten Energiewende ist – erwartbar – ausgeblieben. Mehr noch: Auch bei den „Erneuerbaren“ ist die Kernschmelze in vollem Gang.

Die gescheiterte Batterieproduktion

Über das Scheitern des Versuchs, eine eigenständige Batterieproduktion in Deutschland/Europa aufzubauen, hat Achgut ausführlich berichtet. Das Vorzeigeunternehmen Northvolt ist insolvent gegangen, mehr als eine Milliarde Steuergeld ist weg bzw. in den Taschen „cleverer“ Abzocker. Auch andere Batterie-Projekte wurden beerdigt wie z.B. die von Porsche und Stellantis (siehe Batterie-Produktion in Deutschland: Der große Betrug). Über das Scheitern der Batterieproduktion hinaus haben die großen deutschen Automobilkonzerne wie VW, BMW und Mercedes mit ihren Investitionen in den Bereich Elektromobilität Milliardenverluste erlitten und machen nun die Rolle rückwärts zum Verbrenner-Auto (siehe VW, BMW und Mercedes auf Talfahrt: Brutale Zahlen zwingen zur Radikalkur). Auch Konkurrenten in Übersee wie Stellantis ziehen die Notbremse (siehe Stellantis-Aktie: Autokonzern muss 22 Milliarden auf Elektrogeschäft abschreiben).

Der tiefe Fall von ABO Energy

Die Notbremse musste kürzlich auch ABO Energy ziehen, eines der größten deutschen Unternehmen im Bereich Windkraft, Solar, Batterieproduktion und Wasserstoff. Es stand faktisch vor der Zahlungsunfähigkeit, nachdem es im Jahre 2025 circa 170 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet hatte. Der Aktienkurs fiel in den vergangenen zwölf Monaten um 90 Prozent. Um die Insolvenz abzuwenden, musste mit wichtigen Gläubigern eine Stillhaltevereinbarung getroffen werden, damit diese ihre Forderungen gegen ABO Energy vorläufig nicht geltend machen. Bis Ende Juli 2026 muss eine Lösung gefunden werden, sonst ist Ende (siehe hier).

Das Offshore-Windkraft-Fiasko

Nicht immer geht es an die wirtschaftliche Existenz des Unternehmens, manchmal nur an die der Kommunen. Beispiel EnBW, einer der größten deutschen Energiekonzerne, der nahezu vollständig im Eigentum des Landes Baden-Württemberg und zahlreicher Kommunen steht. EnBWwollte mit dem britischen Ölkonzern BP zwei große Windkraftprojekte vor der britischen Küste errichten. Diese Projekte hat EnBW nun gestoppt. 1,2 Milliarden Euro waren dafür bereits ausgegeben, die in der Bilanz 2025 nunmehr gewinnmindernd abgeschrieben werden mussten. Begründung: Wegfall staatlicher Förderung, gestiegene Kosten, höhere Zinsen und gesunkene Strompreise (siehe hier). Oder anders gesagt: Die Projekte waren marktwirtschaftlich schlicht unrentabel und ohne umfangreiche staatliche Hilfen unfinanzierbar. Der Fall EnBW entlarvt das grüne Versprechen, wonach sich Offshore-Windkraft marktwirtschaftlich rechne, als grüne Lüge.

Insgesamt stehen in der Nordsee Windkraftprojekte im Wert von mehr als 50 Milliarden Euro zur Disposition (siehe hier). Tausende Arbeitsplätze auch in der Zulieferindustrie sind davon betroffen, dem Bundeshaushalt könnten fest eingeplante Milliardenerlöse aus Flächenausschreibungen entgehen. Nicht einmal mögliche Strafzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe wegen nicht realisierter Projekte schrecken die Projektentwickler ab, ihre Projekte aufzugeben. Von Martina Binnig • Kontrollwut und Regelungs-Fetischismus der EU erklimmen immer ungeahntere Höhen, ebenso der planwirtschaftliche Größenwahn. Ursula von der Leyen will Europa „zum ersten elektrobetriebenen Kontinent der Welt“ machen. Wer sich die neusten Einfälle und Ausfälle der EU zu Gemüte führt, dem wird ganz schwindelig. 30 / MEHR

Das doppelte EnBW-Desaster

Wie immer bei solchem Missmanagement versucht die Konzernführung abzuwiegeln. Statt den Jahresgewinn anzugeben, weicht man bei EnBW auf das EBITDA aus (also den Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen); dieses sei von dem Desaster nicht betroffen. Das ist formal zwar richtig, ändert aber nichts daran, dass 1,2 Milliarden Euro dennoch weg sind. Und da dieses Unternehmen quasi im Staatsbesitz ist, tragen die Bürger den Verlust.

Das EnBW-Offshore-Desaster hat überdies erhebliche Folgewirkungen. Zumindest die Kommunen, in denen EnBW bisher Gewerbesteuer gezahlt hat, bekommen nun ein großes Problem. Es fallen nicht nur gesichert geglaubte Steuereinnahmen weg, die Kommunen müssen sogar Gewerbesteuern an EnBW zurückzahlen. Die Stadt Karlsruhe z.B. 51 Millionen Euro. Sie ist damit faktisch pleite. Sparmaßnahmen, Einstellungsstopp, Haushaltsperre sind die Folge (siehe hier). Auch andere Kommunen wie Philippsburg oder Gemmrigheim sind betroffen und stehen vor dem finanziellen Kollaps.

Auch das EnBW-Batteriespeicher-Tochterunternehmen SENEC GmbH steht vor einem Desaster. Für 2023 und 2024 zusammen betrug der Verlust mehr als eine Milliarde Euro. Vor allem wegen mangelnder Produktqualität. 100.000 Heimspeicher musste SENEC wegen Explosionen und Bränden austauschen. Auch 2025 wird es einen Verlust geben, in allerdings noch unbekannter Höhe, da der Jahresabschluss 2025 noch nicht veröffentlicht ist. Für das marode Unternehmen suchte EnBW einen Käufer, doch der fand sich nicht. Nun wird das Neukundengeschäft mitsamt der Entwicklung neuer Projekte eingestellt und nur noch der Bestand verwaltet (siehe hier). Ein passendes Abbild für Deutschland insgesamt: Man lebt nur noch vom Bestand. Die finanziellen Konsequenzen dieses weiteren Desasters muss ohnehin natürlich der Bürger tragen – als Steuerzahler und als Stromkunde von EnBW.

Die große Flaute bei den Windkonzern PNE und Siemens Gamesa

Während allerdings EnBW breit aufgestellt ist und selbst Milliardenverluste verkraften kann, sieht es bei anderen führenden Unternehmen im Bereich Windkraft und Solar nicht so gut aus.

Beispiel PNE AG. Der börsennotierte Windkraft- und Solarprojektentwickler erzielte 2025 einen Konzernverlust von 47,4 Millionen Euro (siehe Geschäftsbericht 2025, S. 2). Die Aktie verlor zeitweise 50 Prozent ihres Wertes, liegt jetzt bei circa 28 Prozent Verlust innerhalb der letzten 12 Monate. Die Gründe für die wirtschaftliche Flaute: unrentable Projekte und daraus resultierende Wertberichtigungen sowie das Wetter (siehe PNE AG kämpft mit Windflaute). Man fühlt sich an den alten Witz erinnert: Was sind die vier größten Feinde des Sozialismus? Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Eine erste konkrete Auswirkung der Flaute: PNE ist als Investor für ein Windkraftprojekt der Samtgemeinde Lühe (Niedersachsen) abgesprungen (siehe hier). Rettung erhofft sich der PNE-Vorstand ausgerechnet vom Staat und setzt auf Subventionen und steuerliche Anreize. Marktwirtschaftliches Denken ist selbst in vielen Unternehmen ausgestorben.

Ähnlich ist die Lage bei Siemens Gamesa, der Windkraft-Tochterfirma von Siemens Energy und einem der weltgrößten Windturbinenhersteller. Während die Gas- und Stromnetzsparten von Siemens boomen und dem Konzern riesige Gewinne bescheren, erlitt Gamesa 2025 einen Verlust von 1,36 Milliarden Euro (siehe hier). Wesentlich mit verantwortlich dafür sind Qualitätsmängel der gelieferten Windräder (siehe hier). Man hofft zwar auf Besserung; so haben sich im 1. u. 2. Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 von November 2025 bis April 2026 die Verluste gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert (siehe hier und hier). Aber Gamesa ist und bleibt das Sorgenkind von Siemens.

„Grüner“ Wasserstoff – dreimal heiße Luft im Saarland

Nicht besser stellt sich die Situation im Bereich der Wasserstofferzeugung aus. Im Saarland waren gleich drei große Projekte zur Wasserstofferzeugung geplant. In Völklingen, Saarlouis und Perl. Doch alle sind gescheitert – wegen Unwirtschaftlichkeit (siehe hier). Aufgrund hoher Investitions- und Betriebskosten, insbesondere auch hoher Stromkosten, haben selbst große Konzerne wie Steag, RWE und Lhyfe (aus Frankreich) ihre Investitionsvorhaben aufgegeben. Nicht einmal zum Teil sehr hohe staatliche Förderzusagen konnten das verhindern. Was für das Saarland gilt, gilt deutschlandweit. Auch in anderen Bundesländern wurden viele Wasserstoffprojekte gestoppt. Das Ziel der Bundesregierung (bis 2029 deutschlandweit Elektrolyseure mit zehn Gigawatt Produktionsleistung) ist unerreichbar; bis jetzt sind gerade einmal 1,6 Prozent davon erreicht.

Blackbox Enercon

Über ein weiteres Beispiel im Bereich Windkraft hatte Achgut bereits berichtet (siehe hier). Dem Windturbinenhersteller Enercon drohte schon 2019 die Liquidität auszugehen, tausende Mitarbeiter wurden entlassen. Von 2018 bis 2023 fielen Verluste von mehr als 2,3 Milliarden Euro an. Das Unternehmen war faktisch pleite, auch weil trotz dieser Misere in den Jahren 2020/21 640 Millionen aus dem Konzern an die Konzerneigentümerin, eine private Familienstiftung, abgeflossen waren. Der Staat musste 2022 mit einem Kredit von 500 Millionen Euro rettend eingreifen.

Interessanterweise hat Enercon von 2023 auf 2024 (neuere Zahlen sind noch nicht veröffentlicht) seinen Jahresverlust von mehr als 200 Millionen Euro auf nur noch 12 Millionen Euro verringert. Sieht man sich das genauer an, stellt man fest, dass der Konzern umstrukturiert wurde. Es wurde eine neue Unternehmensebene eingebaut und die Enercon Global GmbH zwischengeschaltet. Das heißt, die Enercon GmbH liefert nunmehr die Anlagenkomponenten an die Enercon Global, die im Konzern als Handelshaus fungiert. Auffällig dabei: bei Enercon Global stieg von 2023 zu 2024 der Jahresverlust von 188 Millionen Euro auf 322 Millionen Euro. Ob die Preisgestaltung zwischen den beiden Enercon-Firmen dafür verantwortlich ist, dass sich die Verluste zwischen den beiden Unternehmen verschoben haben und ob die Sicherung der Kreditwürdigkeit der Enercon GmbH hierfür ein Grund sein könnte, lässt sich von außen wegen fehlender Transparenz nicht feststellen. Die Verluste sind also nicht weg, sondern nur „umstrukturiert“.

Ökosozialismus macht arm

Der „Markt“ für Windkraft, Solar, Wasserstoff und Batterieproduktion ist ein politisch gesteuerter Wettbewerbsraum, kein freier Markt. Bau und Betrieb der dafür erforderlichen Anlagen sind nur finanzierbar, wenn niedrige Zinsen, niedrige Kosten und staatliche Subventionen und Garantien (wie z.B. Einspeisevergütungen) zugleich greifen. Steigen Kosten und Zinsen oder verringern sich die Staatshilfen, sind tiefrote Zahlen, Insolvenzen und gestoppte Projekte die logische Folge.

Mittlerweile verabschieden sich selbst die finanzstarken Großkonzerne vom Geschäft mit der angeblich „grünen“ Energie. Der drittgrößte Zementhersteller der Welt, Heidelberg Materials, stellt den Umbau des westfälischen Standorts Geseke zum „ersten vollständig dekarbonisierten Zementwerk in Deutschland“ trotz staatlicher Förderzusagen von fast 200 Millionen Euro zurück (siehe hier) und fordert mehr staatliche Unterstützung (siehe hier). BP hat seine „grüne“ Strategie aufgegeben (siehe hier). Shell hat sich aus den Offshore-Windkraftprojekten in der Nordsee zurückgezogen und konzentriert sich auf das profitablere Öl- und Gasgeschäft (siehe hier).

Das Märchen von der grünen Transformation ist von der Realität längst entzaubert. Ökosozialismus funktioniert nicht und macht arm (außer einige wenige Wind- und Solarbarone). Hieß es in der DDR noch spöttisch: „Der letzte macht das Licht aus“, gehen im „besten Deutschland aller Zeiten“ die Lichter von alleine aus, wenn es keine Rückbesinnung auf marktwirtschaftliche Prinzipien gibt.

Beitragsbild: Imago/ Rolf Zöllner

 




KI = Konsequente Indoktrination; KI sind Linksausleger – nur xAI/Grok ist „neutral“ [neue Studie]

Dass Elon Musk ins Fadenkreuz derjenigen geraten ist, die ihn eigentlich – weil er derjenige ist, der eAutos überhaupt auf der Liste möglicher Kaufobjekte bei Verbrauchern etabliert hat, auf Händen tragen müssten, hat viel damit zu tun, dass Musk nicht in linksextremen Seilschaften verstrickt, nicht Ziehkind linksextremer Gönner und vor allem nicht Mitläufer einer linken Bewegung ist, die uns moralisch und wirtschaftlich weit hinter die Gebrüder Grimm ins Mittelalter zurückverfrachten will.

Schlimmer noch: Musk ist Meinungsfreiheit verpflichtet, ermöglicht freie Diskussion auf X und hat mit Grok eine KI entwickelt, die unter denen, die man nutzen kann, als einzige mehr oder minder neutral ist.

Das ist nicht unser Eindruck, das ist das Ergebnis einer sehr gut gemachten und umfangreichen Studie des Neutrality Project. In sechs Bereichen, Ökonomie, „Soziales“, Außenpolitik, Umwelt/Klima, Religion und Nationale Identität haben die Leute beim Neutrality Project die Neutralität von 18 Large Language Models (KI) getestet. 3.987 Fragen aus Fragebögen, die von Pew Research und im World Value Survey gestellt werden, um die politische Ausrichtung und die Werte von Befragten zu erfassen, wurden den sechs Bereichen zugeordnet und bilden die Grundlage, um eine Benchmark für politische Neutralität zu formulieren, an der 18 LLMs getestet wurden.

Eine pfiffige Idee, wenn man Neutralität messen will und eine gute Vorgehensweise um zu zeigen, dass die meisten LLMs, die als KI im Handel sind, alles andere als neutral sind.

Indes, die Abweichung geht gemeinhein nur in eine Richtung: nach LINKS.

Quelle: Neutrality Project

Die meisten KI sind Werbeagenturen für link(sextrem)e Sichtweisen auf die Welt, was nicht weiter problematisch wäre, wenn sich die meisten KI nicht als neutraler Broker für Informationen darstellen oder ausgeben würden. Bis auf Grok sind sie alle nicht einmal ansatzweise neutral. Bis auf Grok verbreiten sie alle link(sextrem)e Sichtweisen und geben sie als „objektiv“ aus.

Quelle: Neutrality Project

Wobei der linke Schlag, den die meisten KIs aufweisen, bei allen Fragen, die mit Klima und Umwelt zusammenhängen, am deutlichsten ausgeprägt ist, gefolgt von sozialen Fragen. Lediglich bei Außenpolitik und Ökonomie finden sich die 18 LLMs etwas näher an einer politischen Neutralität, wenngleich sie auch in diesen Fragen, mit Ausnahme von Grok, nach links auslegen.

Kurz: Wir haben es nicht mit künstlicher Intelligenz, sondern mit konsequenter Indoktrination zu tun – mit der Ausnahme von Grok.


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