Gasturbinen als Rettung?

Von Klaus-Dieter Humpich

Langsam, ganz langsam setzt sich (scheinbar) auch in deutschen Ministerien die Tatsache durch, daß man Deutschland nicht vollständig mit wetterabhängigen Energien versorgen kann. Was aber dann, wenn Kernenergie des Teufels ist und Kohle wegen der Klimareligion auch nicht gedurft wird? Vollständige Abhängigkeit von unseren Nachbarn oder eine neue Wunderwaffe: Gaskraftwerke, die irgendwann einmal mit „Grünem Wasserstoff“ betrieben werden könnten? Nun, wer die deutsche Geschichte kennt, – ganz besonders die, der „Vogelschiss-Periode“ — dürfte die Antwort ahnen. Wer nicht, sollte mal nach den Stichworten „Reichskrafttürme“ oder „Wasserstoff im 3. Reich“ im Internet suchen.

Wieviel Strom braucht Deutschland?

Um es in einem Satz zu sagen: Das weiß kein Mensch. Man könnte von heute ausgehen. Die Deindustrialisierung dürfte nicht bis zur völligen Vernichtung aller Industrie voranschreiten. Etwas Einkommen brauchen die Politiker für sich selbst. Die Bevölkerung kann weiter zunehmen (offene Grenzen) oder wieder geringer werden, weil immer mehr auswandern. Die Elektrifizierung kann weiter voranschreiten (E-Auto, Digitalisierung, Wärmepumpe usw.) oder aus vorgenannten Gründen in sich zusammenfallen.

Die Spinnereien über den Wandel der Gesellschaft zu „dargebotenen Energien“ werden nicht helfen. Immer, wenn man die Produktion wegen zu hoher Energiekosten runter fährt, spart man zwar Stromkosten, aber dem stehen die Produktionsausfälle, zusätzlichen Personalkosten und höheren spezifischen Anlagekosten gegenüber. Besonders deutlich wird der Irrsinn beim „Grünen Wasserstoff“. Man will aus der Überschussproduktion bei kräftigem Wind und Sonnenschein Wasserstoff herstellen. Die hierfür notwendigen Elektrolyseure sind teure verfahrenstechnische Anlagen, die rund um die Uhr laufen müßten, um die Produktionskosten (möglichst) gering zu halten. Absolute Obergrenze wären aber die Ausnutzung der Windkraft (≈ 20%) bzw. Photovoltaik (≈10%) selbst. Will man aber Wasserstoff rund um die Uhr herstellen, ergibt sich der gleiche Betrug wie bei e-Autos: Man muß (in Deutschland) Kohlestrom verwenden.

Neuerdings will man zur Stabilisierung der Netze Strom in Batterien speichern. Abgesehen von den Wandlungsverlusten eine weitere Schnapsidee aus Schilda: Das e-Auto soll über Nacht geladen werden, damit es am nächsten Arbeitstag wieder Dienst tun kann und gleichzeitig das Netz stützen, weil es dunkel ist.

Der Gasverbrauch

Gasturbinen („Heavy Duty“) haben heute Wirkungsgrade bis zu 40%. Kombiniert man sie mit einem Dampfkreislauf, der einen Teil der im Abgas enthaltenen Restwärme verwendet, kommt man auf einen Wirkungsgrad von bis zu 64%. Doch Vorsicht! Solche Werte kann man nur im sogenannten „Bestpunkt“ unter sonst idealen Bedingungen (gewaschene Turbine, günstiges Wetter etc.) erzielen. Hier wird aber ein völlig anderes Verhalten angestrebt: Die Gaskraftwerke sollen nur die Schwankungen von Angebot und Nachfrage ausgleichen (Residuallast). Wegen des Einspeisevorrangs für Wind und Sonne müssen sie ihre Leistung stets verändern. Nun wir es richtig kompliziert: Gas- und Dampfturbinen sind in der Praxis maximal bis auf 50% ihrer Nennleistung betreibbar. Ist die Residuallast kleiner, hilft nur die vollständige Abschaltung einiger Blöcke. Ist ein Block abgeschaltet, kann er sich aber nicht mehr an der Regelung beteiligen. Selbst wenn er im Stillstand warm gehalten wird (Energieverluste) dauert es geraume Zeit, bis er wieder am Netz ist. Es wird sich also nichts ändern: Auch die neuen GuD Kraftwerke werden die „Netze verstopfen“ und müssen auch bei negativen Strompreisen (teilweise) weiter laufen. Wer bezahlt das zukünftig?

Wir sind hier nicht in den USA. In den USA beträgt der Börsenpreis für Erdgas 12,55 $/MWh und in Europa 37,19 €/MWh (am 7.6.25). Im Winter sieht es wegen der Heizperiode noch übler aus. Dann steigen die Preise wegen der erhöhten Nachfrage üblicherweise um 50% an. Geht man von einem Gaspreis von 40 €/MWh und einem Jahreswirkungsgrad von 50% aus, ist man schon bei Brennstoffkosten von 80 €/MWh. Dies ist eine eher günstige Annahme, da noch keine Transport- und Speicherkosten beim Erdgas berücksichtigt wurden. Ebenso dürfte ein Wirkungsgrad von 50% über das Jahr im Lastfolgebetrieb eher günstig sein. Preissteigerungen sind ebenfalls nicht berücksichtigt.

Die CO2 -Steuer

Kann sich noch jemand an die Angstkampagne zur Förderung der elektrischen Wärmepumpe erinnern? Es wurde eindringlich vor der Gasheizung gewarnt, da diese bald unbezahlbar würde. Schließlich würde die CO2-Abgabe jährlich teuerer werden. So teuer, bis (gewollt) die elektrische Heizung billiger sein wird. Was allerdings beides zu astronomischen Nebenkostenabrechnungen führt. 2024 betrug die CO2-Steuer 45 Euro pro Tonne CO2. Das macht 9,04 €/MWh Erdgas. Damit würden nur die Brennstoffkosten pro MWh elektrischer Energie 100 € in diesem Beispiel betragen. Auch hier wieder Grüße aus Schilda. Man darf zwar nicht mehr mit Diesel fahren und mit Gas heizen um der Klimareligion zu huldigen, dafür aber staatlich subventioniert mit Strom aus Kohle (≈ 325 kg CO2 pro MWh) und Erdgas (181 kg CO2 pro MWh) .

Die notwendigen Kapazitäten

Das Geschäft mit Gasturbinen unterliegt starken Schwankungen. In den 2010er Jahren brach der Markt für Gasturbinen zusammen, was zu massiven Entlassungen und Umstrukturierungen führte. In den Jahren 2017–2018 brach der Weltmarkt erneut ein. In dem Segment der „ganz großen“ Turbinen verblieben nur noch drei Hersteller: GE Vernova, Mitsubishi Power und Siemens Energy. Solche Turbinen sehen aus wie ein Flugzeugtriebwerk, wiegen aber rund 350 to. Die schiere Größe macht deutlich, daß es sich um ein Spezialprodukt handelt, das auch ganz spezielle Fertigungsanlagen erfordert, die ebenfalls nur von wenigen Herstellern geliefert werden können. Dies führt zu erheblichen Engpässen. GE Vernova z. B. hat eine Fertigungskapazität von etwa 50 GW in den nächsten fünf Jahren, hat aber bereits rund 30 GW unter festen Verträgen. Der vorhandene Rest von rund 20 GW kann frühestens ab 2028 ausgeliefert werden. Mitsubishi hatte 2024 ein Auftragsvolumen von 12,5 Milliarden US-Dollar in den Büchern. Der Fertigungsrückstand soll 15–18 GW betragen. Wer heute bestellt, muß wohl bis 2030 warten. Der Rückstand bei Siemens wird auf 25–30 GW geschätzt. Mit anderen Worten, das notwendige Backup nur mit Gasturbinen dürfte zumindest für ein Jahrzehnt reine Illusion sein.

Vielleicht etwas unerwartet hat ein Boom für Rechenzentren eingesetzt. Besonders nach dem Hip zur „künstlichen Intelligenz (AI)“. Solche Rechenzentren benötigen 200–2000 MW elektrische Leistung und das 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Man kann noch zum mahlen von Mehl auf den Wind warten, nicht aber beim Betrieb eines Rechenzentrums. Eine zuverlässige Stromversorgung ist hier das A und O. Um welche Dimensionen es sich dabei handelt, zeigt beispielhaft Meta. Es baut in Richland Parish, Louisiana USA ein vier Millionen Quadratmeter großes Rechenzentrum. Zur Versorgung sollen drei GuD Kraftwerke mit zusammen 2260 MWel dienen. Ähnliche Projekte verfolgen Amazon, Apple, Microsoft usw. Alles Konzerne, die gut dastehen und fast jeden Preis zahlen, um den Anschluß in diesem Rennen nicht zu verlieren. Nach einer EPRI-Studie wird der Verbrauch der Rechenzentren in USA im Jahr 2030 zwischen 214–296 TWh/Jahr betragen. Muß der gesamte Zuwachs über Erdgas gedeckt werden, ergibt sich ein zusätzlicher Bedarf von 4,2–5,9 Bcf/d (Gesamtversorgung in USA 111 Bcf/d in 2025).

Das Kostenrisiko

Gasturbinen bestehen aus tausenden von Einzelteilen und arbeiten mit extrem hohen Temperaturen, die exotische Materialien erfordern. Stahl-, Titan-, Aluminium- und Nickellegierungen spielen alle eine entscheidende Rolle im Turbinenbau und unterlagen in den letzten Jahren starken Preisschwankungen. Beispielsweise sind die Preise für die Stahlarten, die in Gehäusen, Rotoren usw. verwendet werden, seit 2020 um mehr als 70 % gestiegen. So sind im Vergleich zum Vorjahr die Gesamtpreise für Gasturbinen um 10 % gestiegen. GE Vernova warnte kürzlich, daß Zölle und Inflation in diesem Jahr 300 bis 400 Millionen Dollar zusätzliche Kosten für das Unternehmens hervorrufen könnten.

Kostenvergleich für Gasturbinen 2025 in den USA:

Für Komponenten wie Rotoren, Blätter und Düsen gibt es nur begrenzte Lieferanten. Die Turbinenhersteller müssen sich auch noch die Lieferanten mit der Luft- und Raumfahrt- und Rüstungsindustrie teilen, was zu noch mehr Engpässen in der Lieferkette und Wettbewerb um Ressourcen führt. Lieferzeiten von zwei Jahren sind keine Seltenheit. GE Vernova, Mitsubishi und Siemens warnen ihre Kunden, sieben oder acht Jahre im Voraus neue Anlagen zu planen. In einigen Fällen verlangen Unternehmen jetzt nicht erstattungsfähige Reservierungsgebühren und Slot-Vereinbarungen, was bedeutet, daß Käufer jahrelang im Voraus an Verträge gebunden sind, um sich einen Platz in der Warteschlange zu sichern. Unternehmen bestehen darauf aus leidiger Erfahrung. Die Hersteller steigerten 2010 die Produktion, aber die Nachfrage brach kurz darauf ein, was zu massiven Entlassungen führte. Dasselbe geschah 2016–17 erneut, als Tausende entlassen wurden, darunter fast 7.000 bei Siemens. Beide Situationen wurden durch eine Reihe von Faktoren verursacht, darunter eine überschätzte Nachfrage und Veränderungen auf dem Energiemarkt. Infolgedessen zögert die Branche, zu schnell zu expandieren.

Schlusswort

Jetzt rächt sich der Glaube an eine mögliche wetterabhängige Stromversorgung und die Zerstörungswut grüner Ideologie. Erst die funktionierenden Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke abschalten und zerstören und dann in einen überhitzten Markt für Gaskraftwerke investieren. Absehbar hohe Investitionen, hohe Gaspreise – weil ideologisch nichts anderes mehr erlaubt scheint – und geringe Auslastung durch den Einspeisevorrang von Wind und Sonne führen unweigerlich zu hohen Kosten. Egal, wie man sie verstecken will (Kapazitätsmarkt, Netzgebühren etc.), sie müssen letztlich von uns Bürgern bezahlt werden. Egal, ob über Konsumverzicht oder Arbeitslosigkeit. Gesellschaftlich ein gigantisches Umverteilungsprogramm von Arm zu Neureich. Wie lange wohl diesmal die Planwirtschaft dauert – 12 Jahre? 40 Jahre? – bis er wieder absehbar krachend zusammenbricht.

Der Beitrag erschien zuerste auf dem Blog des Autors Nukeklaus hier

 




Das Framing der Energiewende – Teil 3. Die Methoden des Framings

Teil eins beschäftigte sich mit Lügen und gezielten Falschaussagen, fehlendem Kontext und Halbwahrheiten, um das Scheitern der Energiewende zu vertuschen. In Teil zwei ging es um falsche Bezeichnungen und hippe Kunstworte. Im dritten Teil nun schauen wir uns Methoden des Framings an.

von Frank Hennig

Die deutsche Energiewende scheitert vor sich hin, aber die Verursacher wollen es nicht wahrhaben. Große Teile der Bevölkerung halten das Vorhaben für erfolgreich, schließlich ist noch jeden Tag Strom in der Dose. Vor allem aber hilft eine umfangreiche Konstruktion an Framing, Mythen und Tatsachenverdrehung dabei, den Schein eines erfolgreichen Projekts aufrecht zu erhalten.

Agenda-Setting 

Themen besetzen, die hilfreich im Sinne der Energiewender sind und nicht genehme Themen möglichst zu ignorieren oder zu verfälschen. Das Agenda-Setting nutzt oft Halbwahrheiten zur Vermittlung des gewünschten Bildes. Es kommt häufig bei den Themen Wetter und Klima zur Anwendung und obwohl beides definierte Kategorien sind, werden sie munter durcheinander gewürfelt. Das Wetter ändere sich durch den Klimawandel, heißt es. Das ist falsch, erst langfristig anderes Wetter (30 Jahre) ergibt ein anderes Klima.

Der natürliche Klimawandel, der seit Bestehen unseres Planeten vor sich geht, wird ignoriert, der menschlich verursachte Klimawandel, der weitere Forschung nötig macht, als absolut erklärt. In klimapopulistischer Art wird allein anthropogenes CO2 für die globale Erwärmung verantwortlich gemacht. Die Aussage „mehr CO2, dann höhere Temperatur“ ist zu billig, wenn man sich nur ein wenig mit der Klimageschichte der Erde befasst. Eine grüne Politikerin behauptete, der Klimawandel sei „zu mehr als hundert Prozent“ menschengemacht. Das lässt einen ratlos zurück.

Wesentliche Einflüsse auf das Klima auf Grund solarer, astronomischer und geophysikalischer Ursachen werden geleugnet. Während der starke Einfluss des Wasserdampfes in der Atmosphäre und damit die Wolkenbildung weitgehend ungeklärt sind, werden unsichere Klimaszenarien für das Ende des Jahrhunderts als belastbare Prognosen dargestellt. Das Ganze garniert man mit der hanebüchenen Aussage, dass diese „Wissenschaft“ abgeschlossen und damit gesetzt sei, worüber sich die Mehrheit der Wissenschaftler einig sei.

Wenn Wissenschaft aber als endgültig und unumstößlich erklärt wird, ist sie keine mehr, sondern in Ideologie oder Religion übergegangen, die man nicht mehr anzweifeln darf. Wissenschaft lebt aber vom Zweifel und ständigen Hinterfragen, von der steten Suche nach neuem Wissen. Die Forderung „hört auf die Wissenschaft“ fokussiert dabei einseitig auf die interdisziplinäre Klimawissenschaft, in anderen Fällen macht man das dezidiert nicht. Mehrere hundert internationale und peer-reviewte Studien stellten keine krebserregende Wirkung von Glyphosat fest, dennoch hält man hier politisch und medial am Alarmismus fest und hört eben nicht auf „die Wissenschaft“.

Klimawandel wird zur Klimakatastrophe überhöht, in unseren so genannten Qualitätsmedien werden die Nachrichten entsprechend alarmistisch dargestellt. Nachrichten sind im Wortsinn Informationen darüber, was passiert ist. Inzwischen nehmen Information über theoretische Szenarien einen immer größeren Raum ein, also Ereignisse, die künftig eventuell passieren könnten. In Überschriften ist von katastrophalen Unwettern die Rede, in den Beiträgen selbst erfährt man dann, dass dieses oder jenes Institut dies befürchtet. Dass die Unwetter und Naturkatastrophen schon zugenommen hätten, ist ein verfestigter Glaubenssatz, den seriöse Meteorologen widerlegen oder zumindest bezweifeln.

Angst ist der Schlüssel!
Hilfreich für die politische Absicht sind Unwetter in fernen Ländern, über die früher mangels eigener Betroffenheit und geringer Relevanz nicht berichtet worden wäre. Heute dienen sie zur Festigung des alarmistischen Klimaweltbildes. Selbst Erdbeben führt man heute auf den Klimawandel zurück, was theoretisch nicht auszuschließen, aber praktisch sehr unwahrscheinlich ist.

Schon immer litt das Land Brandenburg unter Trockenheit, was die Brandgefahr in den Kiefernwäldern steigert. Die höchste Waldbrandwarnstufe fünf galt in den meisten Jahren über die Sommerwochen als Normalität. Heute wird in den öffentlich-rechtlichen Nachrichten über die Erhöhung der Warnstufe von drei auf vier an vorderer Stelle berichtet.

Der Mai 2025 war sicher ein trockener Monat, aber verglichen mit den Dürrejahren 2018/19 ein ziemlich normaler. Nach den Angaben auf der Homepage des Wetterkontors lagen die Niederschlagsmengen zwischen 49 und 121 Prozent im Vergleich zum dreißigjährigen Mittel. Der meiste Regen fiel in der Region Konstanz, auch in Süddeutschland und der Schweiz, wodurch die Katastrophenmeldungen vom bald austrocknenden Bodensee vertrocknet sein dürften. Dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) waren die Mai-Niederschläge hingegen am 20. Mai eine Sondersendung zur Trockenheit wert. Sicher kann man immer über Waldumbau und das Rückhalten des Wassers in der Landschaft reden. Sendungen dieser Art dienen aber vor allem dazu, den Angstlevel hochzuhalten.

Man bemüht natürlich auch die Vorhersagen zu einem besonders heißen und trockenen Sommer 2025. Wir erinnern uns an den „Höllensommer“ 2024 und an den Hitzeschutzplan von Ex-Minister Lauterbach und die Tausenden von Hitzetoten, die nicht am Straßenrand aufgesammelt werden mussten. Im Ranking der Durchschnittstemperaturen der Länder belegt Deutschland Platz 177 unter den 217 Ländern der Erde. Ich vermute, die 176 vor uns platzierten Länder brauchen keinen Hitzeschutzplan. Selbst im Spitzenreiter-Land Burkina Faso mit einer Durchschnittstemperatur von 30,01 Grad ist von vielen Hitzetoten nichts bekannt. Menschen können sich an Realitäten anpassen, was vielen deutschen Politikern und Journalisten schwerfällt.

Die „Frankfurter Rundschau titelte am 1. Juni: „Beunruhigender Vorbote: Wettermodell prognostiziert 39 Grad zu Pfingsten“. Manche werden eher wieder die Heizung in Betrieb genommen haben. Auch das ist wieder eine warnende Meldung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Wert (Antenne Brandenburg): „Das Wetter spielt verrückt“. Es gibt offenbar kein normales Wetter mehr, nur noch Katastrophe. Der permanente Alarmismus zeigt vor allem, wie weit sich einige Politiker und Medien von der Lebenswirklichkeit entfernt haben.

Ein für den 6. Juni angekündigter Hitzeaktionstag in Mühlacker (Baden-Württemberg) wurde wegen schlechten Wetters abgesagt und auf den 25. Juli verschoben. Dann ist hoffentlich Hochsommer.

Übrigens: So lange die Zahl der Kältetoten um den Faktor zehn über der der Hitzetoten liegt, sollten die Schwerpunkte auch emotional anders gesetzt werden, betreffend nicht ein klimatisches, sondern ein soziales Problem. Zudem dürfte es keinen Totenschein geben, auf dem „Hitze“ als Ursache steht. Sie kann im Verein mit Kreislaufschwäche und Dehydrierung eine Rolle spielen, bei gesunden Menschen und vorbeugendem Verhalten ist ein solches Ableben sehr unwahrscheinlich. Selbst der Saunagang ist nicht gefährlich für einen gesunden menschlichen Organismus.

Die neue und bisher mit Gesundheitsthemen nicht befasste Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) empfiehlt nun, bei Sportveranstaltungen nicht mehr zu Grillen und keine alkoholischen Getränke anzubieten. Auch das ist eine falsche Gewichtung, denn zunächst müsste man die Sportler schützen, die bei teils großer Hitze Höchstleistungen vollbringen. Eine Tour de France im Sommer müsste nach dieser Sicht eigentlich verboten werden.

Zudem kann man sich über die Prioritätensetzung der Frau Ministerin nur wundern. Mit dem schweren Erbe ihres Vorgängers belastet, sollte eigentlich der Zustand der Kranken- und Pflegekassen, der Krankenhäuser und schwindender medizinischer Kapazitäten ganz oben auf ihrer Agenda stehen. Stattdessen praktiziert sie grünroten Mainstream-Klimapopulismus made by CDU.

Seit es Menschen gibt, sind sie gezwungen, sich an die Umwelt und auch an das Klima anzupassen. Wir haben dazu heute viel bessere Möglichkeiten als unsere Vorfahren vor einigen tausend Jahren, für die insbesondere die Kaltzeiten lebensgefährlich wurden und Völkerwanderungen auslösten.

Unantastbar

Die Theorie des menschengemachten Klimawandels ist inzwischen derart zur Staatsreligion erhoben werden, dass schon einfache Nachfragen in Form von Verständnisfragen zu einer Stigmatisierung als „Klimaleugner“ führen. Das ist der blanke, aber unhinterfragte Unsinn, denn niemand leugnet, dass es Klima gibt. Auch Zweifel, ob die teuren deutschen Klimaschutzmaßnahmen sinnvoll sind, setzen den Fragenden in den Stand des Gotteslästerers. Der heilige Gral des Klimawandels darf nicht angetastet werden.

Man gibt zwar zögerlich zu, dass Emissionssenkungen in Deutschland mit seinen 0,08 Prozent der Landfläche der Erde, einem Prozent der Weltbevölkerung und nur noch 1,6 Prozent der globalen anthropogenen Emissionen wohl keinen Klimaeffekt haben werden, flüchtet sich aber dann in Hilfskonstruktionen. Wir hätten historische Schuld auf uns geladen in Zeiten der Industrialisierung, in Form von Emissionen der Vergangenheit. Dass deutsche Produkte und Technologien weltweit zum Fortschritt und Bevölkerungswachstum beitrugen, zum Aufstieg vieler hundert Millionen von Menschen aus der Armut, wird dabei nicht erwähnt. Noch heute fahren Dampfloks aus der deutschen Kaiserzeit in Afrika.

Das zweite und noch unglaubwürdigere Argument ist das der „Vorreiterrolle“, die wir angeblich innehätten. In traditionellem deutschen Größenwahn und moralischer Selbstüberhöhung wollen regierungstreue Energiewender nicht wahrnehmen, dass wir anderen Ländern höchstens als Beispiel dafür dienen, wie man den Umbau eines Energiesystems gerade nicht vollziehen sollte. Kein Land der Welt steigt quasi gleichzeitig aus seinen sichernden Säulen der Energieversorgung wie Kernkraft und Kohle aus. Erst recht nicht in einer Kriegslage auf dem Kontinent, die zur Verknappung von Erdgas führt, begleitet von der Weigerung, eigene Gasvorkommen besser zu nutzen. Was bei uns als mutig, ehrgeizig oder ambitioniert beschrieben wird, wäre in anderen Ländern als Sabotage verfolgt worden.

Penetrante Wiederholungen

Wie in Elisabeth Wählings Framing-Manual für die ARD beschrieben, werden Fakten in politische Frames eingebettet, wobei stetige Wiederholungen moralischer Ansätze wichtig sind, um so genannte Einschleifprozesse im Gehirn auszulösen. Diese führen dazu, dass die Sachverhalte selbst nicht mehr hinterfragt werden. Es ist gelungen, großen Teilen der Bevölkerung das Framing einzupflanzen, dass Emissionsminderung bei der Stromproduktion nur durch mehr „Erneuerbare“ zu erreichen seien.

Alternativen werden zielgerichtet ausgeblendet und verschwiegen. Wir bräuchten mehr „Erneuerbare“ lautet der Kernsatz der tibetanischen Gebetsmühle der Energiewender. Dabei ist dieser Satz falsch. Wir brauchen ein versorgungssicheres, preiswertes sowie umweltfreundliches und emissionsarmes Energiesystem, wie im Paragrafen eins des Energiewirtschaftsgesetzes beschrieben. Dabei sind unkoordiniert zugebaute und zufällig liefernde Stromproduzenten kontraproduktiv.

Verwendet werden ständig wiederkehrende Adjektivierungen wie „klimaschädliches CO2“, „umstrittene CCS-Technologie“, „schmutzige Kohle“ und weiteres. Tausendmal genannt und bekannt, die permanenten Wiederholungen sollen die Zuschreibungen manifestieren und zweifelnde Nachfragen von vornherein ausschließen. Nach Wähling führen diese Wiederholungen dazu, die genannten Zuschreibungen ohne gedankliche Prüfung hinzunehmen.

Für Journalisten, die nach Zeilenhonorar bezahlt werden, ist das eine feine Sache. In Verbindung mit der geschlechtergerechten Bezeichnung von Verbraucherinnen und Verbrauchern oder Aktivistinnen und Aktivisten lassen sich ohne Aufwand viele Zeilen schinden.

Emotionalisierung, Moralisierung, Angsterzeugung, Schuldzuweisung

Bauchgefühl und Moralisierung sind das Betriebssystem von Rotgrün. Emotionen und Wertungen statt Fakten. Empörungskommunikation mit Schuldzuschreibungen wurde von den Grünen perfektioniert, personifiziert durch Claudia Roth mit großen Augen mit großgeblümtem Überwurf. Kennzeichnend dafür ist, dass Diskussionen vor allem nicht mehr auf der Sachebene geführt werden, sondern eher auf den unteren Ebenen der Argumentationspyramide beziehungsweise der Widerspruchshierarchie.

Da es nicht gelingt, kritische Kernargumente zu entkräften, zieht man die Moral heran oder steigt hinab zu Detailaspekten oder zu persönlichen Angriffen. Viele Energiewendekritiker werden es in sozialen Medien schon erlebt haben, dass sie in Reaktion auf ihre Argumente als „fossiler Boomer“, „rechter Hetzer“ oder, inzwischen veraltet, als Ewiggestriger bezeichnet werden. Persönliche Angriffe sind das letzte verbleibende Instrument, wenn eigene Theorien nicht überzeugen. Parolen sollen Argumente ersetzen.

Man müsse „fossile Ketten sprengen“, am Ende der Forderungen findet sich oft, wie auch aus Kreisen der Klimakleber zu vernehmen, die Forderung nach einem Systemwechsel. Der Kapitalismus sei schuld am alsbald bevorstehenden Weltuntergang, weshalb ein staatlich gesteuertes politisches System die Große Transformation vorantreiben müsse. Der dadurch unvermeidbare Wohlstandsverlust wird nicht thematisiert, er gilt als hinzunehmender Kolateralschaden.
Ungewollt gibt es auch etwas Humor in den aktivistischen Kreisen. Die „Letzte Generation“ nennt sich nun „Neue Generation“. Finde den logischen Fehler.

Angst ist ein bewährtes politisches Instrument. Eine verängstigte Bevölkerung nimmt viel eher staatlich verfügte Zumutungen hin, wenn man ihr vorher die Alternativlosigkeit politischer Entscheidungen eingetrichtert hat. Wer Alterativlosigkeit als Begründung anführt, gibt zu, dass er mit dem Rücken zur Wand steht und sich nicht mal mehr in einem Dilemma befindet, das wenigstens zwei Optionen aufzeigt. Echte Entscheidungsfreiheit entsteht nur durch eine Vielfalt von Optionen, die eine lebendige Demokratie und eine verantwortungsbewusste Regierung hervorbringen müssten.

Zunehmend machtlos

Früher war es für staatsnahe Medien einfacher, die Regierungslinie zu vermitteln. Sie hatten ein Nachrichtenmonopol und die Chefs vom Dienst, spätestens die Chefredakteure, entschieden, was dem niederen Volk mitgeteilt wird und was nicht. Diese Gatekeeper-Funktion haben Presse, Funk und Fernsehen weitgehend verloren. Über das Internet und soziale Medien können sich die Medienkonsumenten kreuz und quer informieren und Nachrichten gewichten und verifizieren, jeder nach seinen Prioritäten. Das kann leider auch zum Leben in der Blase führen.

Unterlassen werden in den so genannten Qualitätsmedien Informationen, die dem rotgrünen Weltbild nicht entsprechen. Wenn in Finnland der Strompreis nach der Inbetriebnahme des Kernkraftwerks in Olkiluoto fällt, ist das keine Meldung wert, sie passt nicht ins vorgegebene Weltbild – und könnte die Bevölkerung „verunsichern“. Stattdessen wird immer noch die Endlichkeit der Fossilen beschworen, obwohl der Club of Rome mit den „Grenzen des Wachstums“ krachend danebenlag.

Die Wirtschaftlichkeit der „Erneuerbaren“ wird an der Börse entzaubert. Wenn Planwirtschaft auf den Markt trifft, gewinnt traditionell der Markt. Wie viele sozialistische Experimente wird es trotzdem noch geben? Sie brauchen in jedem Fall ein umfangreiches Framing, um der Bevölkerung Alternativlosigkeit vorzuspiegeln.
Am Ende wird diese Propaganda nicht erfolgreich sein, weil man falsche energiepolitische Entscheidungen nicht zum Erfolg schreiben und senden kann.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

 




Mit Wind- und Solarstrom weiter in den wirtschaftlichen Niedergang

Mit zufälligem Wind- und Solarstrom kann kein Land sicher und bezahlbar versorgt werden. Politiker glauben dies aber und die Medien verbreiten es.

von Prof. Dr.-Ing. Hans-Günter Appel Pressesprecher NAEB e.V. i.L. Stromverbraucherschutz

Es kann nicht oft genug wiederholt werden. Strom muss in dem Augenblick erzeugt werden, in dem er gebraucht wird. Der Zufallsstrom aus Sonne und Wind ist für eine sichere Stromversorgung nicht geeignet. Er kann nur begrenzt in ein Stromnetz eingespeist werden, dessen Frequenz von den großen rotierenden Turbinen und Generatoren der Kraftwerke stabil gehalten wird (Momentan-Reserve). Die Kraftwerke regeln auch die Netzleistung auf den Bedarf. Die Kraftwerksleistung muss mindestens 40 Prozent betragen, damit das Netz stabil bleibt. Es ist eine Utopie zu glauben, man könne ein Land nur mit Zufallsstrom aus Sonne und Wind (Fakepower) versorgen. Doch dieser Glaube ist durch ständige Wiederholung in fast allen Medien und politischen Statements in großen Teilen der Bevölkerung fest verankert. Er ist Grundlage für Klimagesetze, die inzwischen von der Verfassung gefordert werden.

Wind- und Solarstrom ist wertloser als Kraftwerkstrom

Für viele Politiker und Journalisten ist unzuverlässige Fakepower und regelbarer Kraftwerkstrom mit Momentan-Reserve gleichrangig. Es werden einfach die Jahresproduktion und die installierten Leistungen verglichen. Das ist falsch. Windturbinen an Land leisten je nach Wetterlage zwischen 0 und 60 % der installierten Leistung. Die mittlere Jahresleistung liegt bei 20 %. Solaranlagen haben Leistungen zwischen 0 und 70% mit einer mittleren Leistung von 10 %. Kraftwerke können dagegen ständig ihre installierte Leistung abgeben und bei Bedarf kurzfristig sogar 10 % Überlast liefern. Ihre Leistung kann in einem großen Bereich geregelt werden. Fakepower ist deutlich teurer als Kraftwerkstrom, hat aber einen geringeren Wert, weil eine zuverlässige und regelbare Leistung fehlt.

Speicherung von Strom aus Sonne und Wind in Akkus, Pumpspeicherwerken, Druckspeichern oder Wasserstoff macht den Strom noch viel teurer. Zu den Kosten der Anlagen, den Speicherkosten, kommen die Umwandlungsverluste des Stroms in die chemisch oder mechanisch gebundene Energie der Energieträger. Die Verluste liegen bei 20 – 40 Prozent. Die Rückverstromung von gespeichertem Wasserstoff hat Verluste bis zu 90 Prozent. Das heißt, Strom aus mit Fakepower erzeugtem Wasserstoff kostet mehr als einen Euro pro Kilowattstunde.

Ideologie und Fachkenntnisse steuern die Energiepolitik

Es ist ein Trauerspiel. Die Entwicklung von Deutschland beruhte lange auf den Grundlagen der Naturwissenschaften. Forscher führten das Land technologisch und wirtschaftlich in die Weltspitze. Maßgebend für die Energiepolitik heute sind ideologische Vorstellungen von Politikern, die – oft als Studium-Abbrecher – keine ausreichenden Kenntnisse der Naturwissenschaften haben. Ideologen kennen die reine Wahrheit. Sie brauchen keine Fachleute. Stichhaltige Warnungen vor den Folgen der Politik und Änderungsvorschläge werden nicht wahrgenommen oder sogar mit Entzug von Forschungsgeldern oder beruflichen Nachteilen bestraft. Profiteure unterstützen die Ideologen massiv. Sie kassieren mit der Energiewende aus den sicheren Einspeisevergütungen und vielfältigen Subventionen hohe Profite, die vorwiegend die Haushalte mit geringem Einkommen aufbringen. Eine unsoziale Umverteilung von unten nach oben.

Auch die neue Bundesregierung mit Friedrich Merz (CDU) und Lars Klingbeil (SPD) wollen die Energiewende zur Weltklimarettung weiter treiben. Zur Stützung sind über 100 Milliarden Euro/Jahr vorgesehen. Das sind über 1.000 Euro/Einwohner. Damit werden unter anderem die Einspeisevergütungen im zweistelligen Milliardenbereich gezahlt, um den Strom optisch zu verbilligen. Die Stromrechnung wird so geringer, aber stattdessen steigen die Steuern. Es ist eine Irreführung der Stromkunden. Die Stromkosten werden verschoben, aber nicht vermindert.

Mit Subventionen wird Strom nicht billiger

Die Energiewende hin zu Wind- und Solarstrom soll weiter mit hohen staatlichen Subventionen und Beihilfen gestützt werden. Der Industrie soll mit subventioniertem Strom geholfen werden. Betrieblich genutzte Elektro-Autos sollen mit hohen Zuschüssen Käufer locken. Dies und vieles mehr geschieht in dem Glauben, Fakepower sei gleichwertig mit Kraftwerkstrom. Ein gravierender Irrtum.

Stromkosten können nur mit Beendigung der Energiewende reduziert werden, die mit vielen Gesetzen und Verordnungen mit tausenden Paragraphen durchgesetzt werden soll. Viele Paragraphen sollen den Ausbau der Sonne- und Windstromanlagen schnell vorantreiben. Als Vorwand dient das Erreichen der Klimaziele. Dazukommen die Subventionen und andere Unterstützungen für die Profiteure. Mit dem Wegfall all dieser Gesetze würde die Verwaltung im Bund, den Ländern und Kommunen wieder deutlich verschlankt, denn diese Gesetze durchzusetzen und zu überwachen, erfordert viel Personal und Kosten.

Abgaben auf CO2-Emissionen vernichten Industrie und Wohlstand

Außerdem müssen die Steuern und Abgaben auf CO2-Emissionen abgeschafft werden. Die politische Aussage, höhere CO2-Emissionen würden zu einer kritische Erwärmung der Erde führen, ist unbewiesen. Als Tatsache, sicher belegt, ist dagegen, dass CO2 lebensnotwendig ist, dass Pflanzen es brauchen und bei höheren CO2-Gehalten stärker wachsen. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Würde die Energiewende- und Klimaschutzpolitik den CO2-Gehalt der Luft immer weiter verringern, müssten Mensch und Tier verhungern. Es wird Zeit, CO2-Gehalte in der Luft realistisch zu bewerten.

Das gilt auch für die „Wirtschaftsweisen“, die die Bundesregierung beraten. Professor Veronika Grimm als Mitglied dieser Gruppe will die Energiewende „marktwirtschaftlich“ durchsetzen. Steuern und Abgaben auf CO2-Emissionen sollen steigen, bis die mit Kohle, Gas oder Öl betriebenen Kraftwerke unwirtschaftlich sind und schließen müssen. Dies ist keine Marktwirtschaft, sondern ein massiver Eingriff in die Marktwirtschaft zur Vernichtung unserer Wirtschaft und unseres Wohlstandes. Doch die EU will die ständig weiter steigende Abgabe auf CO2-Emissionen EU-weit auf Beschluss des EU-Parlaments einführen. Damit wird der Strompreis in Europa in unwirtschaftliche Höhen steigen und die Wirtschaft vernichten. Eine Ausnahme könnte Frankreich mit seinen Kernkraftwerken sein.

Zurück zur Marktwirtschaft

Eine wirtschaftliche Stromversorgung für alle kann es nur in einer Marktwirtschaft geben. Jeder muss das Recht haben zu entscheiden, welche Versorgung für ihn optimal ist. Kontrollieren sollte der Staat nur, ob fairer Wettbewerb herrscht. Dazu gehört auch, die Restriktionen für die Fracking-Förderung von Gas und Öl aus den deutschen Lagerstätten aufzuheben. Mit diesen heimischen Energieträgern kann Deutschland seine Abhängigkeit und damit Erpressbarkeit vom Ausland erheblich reduzieren. Es muss der Regierung wieder klar werden: Wer Zugriff auf Energie hat, hat Macht. Ohne Energie und auch mit unzuverlässiger Energie (Fakepower) sind wir machtlos und verteidigungsunfähig.

Doch die Regierung besteht weiterhin darauf, die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen zu beenden. Sie will weiterhin die Kohlekraftwerke schließen, obwohl diese den günstigsten regelbaren Strom mit Momentan-Reserve liefern. Mit dieser widersinnigen Haltung kann es zu keiner nachhaltigen Minderung der Strompreise kommen. Betriebe werden weiter abwandern oder müssen Insolvenz anmelden. Die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt. Der wirtschaftliche Niedergang geht weiter.

Zurück zu fossilen Brennstoffen

Wir brauchen eine Regierung, die die Energiewende und den Klimaschutz ohne Scheuklappen auf den Prüfstand stellt, die Kohle, Erdöl und Erdgas nicht verteufelt und die eine Marktwirtschaft ohne Restriktionen zur Versorgung mit sicherer und bezahlbarer Energie garantiert. Die großen Länder, die USA, China, Indien und Russland haben das verstanden. Ihre günstige Stromversorgung basiert auf Kohle-und Gaskraftwerken, ergänzt durch Kern- und Wasserkraft. Fakepower, also Sonne- und Windstrom, spielt in diesen Ländern eine untergeordnete Rolle, die die Netzstabilität nicht gefährdet. Müssen wir erst einen tagelangen Blackout erleben, bis die Regierungspolitik sich ändert?

 

 




Auch Stromrechnungen sind heutzutage Propaganda

Auch die Gestaltung der Stromrechnung ist hierzulande gesetzlich geregelt. Bei näherem Blick auf den Zahlensalat wird deutlich: Der ganze Quatsch der Energiewende schlägt sich auf unsere Rechnungen nieder.

Von Michael W. Alberts, Gastautor

 

Das Volk, der gemeine Verbraucher, ist – außerhalb der selbsterwählten (tatsächlich oder gefühlt) akademisch aufgeklärten Kreise – ungebildet und muss alles erklärt bekommen, pausenlos. Zugunsten der großen EU-weiten „Transformationsagenda“, vorneweg: die „Energiewende“. Dazu werden alle denkbaren Kanäle und Wege genutzt, bis hin zur jährlichen Stromrechnung. Was diverse Seiten Zahlensalat enthalten müssen, gibt die Politik pingelig vor: im „Energiewirtschaftsgesetz“. So beschreibt der Versorger gemäß §42 fein säuberlich (aber fiktiv), wo der Strom aus meiner Steckdose herkommt. Beziehe ich „Ökostrom“, bin ich für keinerlei CO2-Emission verantwortlich. Ich bin aber Klimaleugner und beziehe Normalstrom; daher verursache ich je kWh ein Drittel-Kilo CO2 – laut meiner Jahresrechnung von neulich.

Merkwürdig ist dabei: Der „Unternehmensmix“ wird mit einem guten halben Kilo CO2 je kWh ausgewiesen. Nicht etwa mit irgendeiner Zahl zwischen Null und einem Drittel, wie man vermutet hätte. Der „Deutschlandmix“ hingegen, mit weit weniger Kohle-Anteil, liegt wieder bei einem knappen Drittel Kilo CO2 je kWh – demnach ist mein „Normalstrom“ auch nicht „klimaschädlicher“ als der nationale Durchschnitt? Komisch: Mein Unternehmen ist weit CO2-lastiger als Deutschland, von diesem Unternehmen wünsche ich mir ausdrücklich keinen Ökostrom, und doch erreiche ich mühelos den gleichen Eckwert wie das ganze super-solar-und-wind-klimafreundliche Land.

Das macht schon rechnerisch keinen Sinn – aber auch generell nicht, denn es wird suggeriert, dass die Ökostrom-Vertragskunden kein CO2 verursachen. Sie könnten also ohne Weiteres noch ein paar Tiefkühltruhen zusätzlich aufstellen, den ganzen Tag Flutlicht brennen lassen und es sich per Heizlüfter auf der winterlichen Gartenterrasse gemütlich machen, richtig? Natürlich nicht. Der zusätzliche Stromverbrauch könnte nur selten mit dem vorhandenen Solar- und Windstrom abgedeckt werden, sondern würde fast immer zusätzliche Leistung aus Gas- und Kohlekraftwerken erfordern (oder Atomstrom aus dem Ausland, den wir eigentlich falsch und gefährlich finden sollen).

Die vermeintlich so transparenten und präzisen Zahlen und Grafiken in meiner Rechnung entsprechen dem üblichen Schema „wissenschaftlich exakter“ Aufklärung durch die Politik und offiziellen Institutionen: Genauigkeit bis in die Nachkommastelle, aber innerhalb eines methodischen Rahmens, der zur naturwissenschaftlich und ökonomisch fassbaren Realität kaum kompatibel ist, um es freundlich zu sagen.

Fake-Statistik jenseits der Realität

Die Irreführung beschränkt sich nicht auf die Herkunft des Stroms aus unterschiedlichen Energiequellen. Die Stromversorger sind auch gesetzlich verpflichtet(EnWG §40 Abs. (2) #8), die Endverbraucher zu mehr Sparsamkeit zu animieren, indem der individuelle Verbrauch mit der Allgemeinheit verglichen wird. Offenbar bin ich ein ziemlicher Generalversager: Mein Verbrauch im Ein-Personen-Haushalt liegt nämlich ziemlich exakt an der Obergrenze des empirisch feststellbaren – so suggeriert es zumindest die Säulengrafik.

Die „vergleichbare Haushaltsgruppe“ (eben mit einer Person) weist laut offizieller Aufklärungs-Grafik Verbräuche (ohne elektrische Warmwasserbereitung oder Heizung) von bis zu ungefähr 2.400 kWh pro Jahr auf. Die entsprechende Säule ist exakt in vier gleiche Viertel geteilt; das unterste ist dunkelgrün und würde einen Stromverbrauch bedeuten, der „Fantastisch“ ist; das zweite Viertel ist heller grün und immer noch „Gut“. Das dritte Viertel leuchtet schon unangenehm gelb, der Verbrauch ist „Hoch“. Mein Verbrauch, Sie ahnen es, ist knallrot und „viel zu hoch“.

Mein Verbrauch im Vorjahr war sogar noch etwas mehr als „viel zu hoch“, vermutlich „astronomisch hoch“. Wie kann das sein, frage ich mich zwar nicht klimabesorgt, aber doch erstaunt – dass mein Stromkonsum praktisch jenseits des im Volk sonst beobachtbaren Verbrauchsverhaltens liegt? Ich enthülle freimütig: Es gibt im Haushalt nicht mal einen Wäschetrockner (starker Stromverbraucher!), keinen Geschirrspüler (ich habe ja gesunde Hände), die Benutzung des Heißluftherds ist lächerlich sporadisch, die Beleuchtung ist überwiegend LED und der Rest energiespartechnisch. Der Flachfernseher ist nicht fußballfeldgroß und läuft nicht übermäßig, aber vielleicht versündige ich mich durch ausdauernde Nutzung eines modernen Computermonitors?

Der ADAC klärt stationär auf

Darauf sehe ich mich im Internet um und finde überrascht Informationen zum privaten Stromverbrauch im Haushalt beim ADAC, der früher mal die Interessen der Autofahrer vertreten hat. Offenbar sieht er im privaten Autofahren keine große Zukunft mehr und diversifiziert sich um zum stationären Energieverbrauch. Vielleicht sollte Volkswagen auch auf Waschmaschinen und Staubsauger umsatteln? Nur mal als Idee. Keine Ursache.

Laut ADAC-Informationen, beruhend auf einem „Stromspiegel“, der eine Drittel-Million diverser Privathaushalte analysiert hat, liegt der durchschnittliche Stromverbrauch für Ein-Personen-Haushalte „derzeit bei 1400 beziehungsweise 2400 kWh pro Jahr – je nachdem, ob die Person in einer Wohnung oder allein in einem Haus lebt.“ Da ich frech individuell in einem Haus lebe, anstatt mich mit fremden Menschen in Betonwaben aufstapeln zu lassen, bin ich plötzlich mit meinem Stromverbrauch praktisch exakt beim deutschen Durchschnitt, der laut Info-Grafik des Stromversorgers aussah wie das obere Extrem des überhaupt Denkbaren und als „viel zu hoch“ gegeißelt wurde.

Die Spanne für die „mittleren“ Verbräuche von Haus-Einzelbewohnern wird mit 1.800 bis 3.400 kWh pro Jahr angegeben; erst jenseits von 3.400 kommen als „hoch“ etikettierte Verbräuche. Das ist übrigens fast die gleiche Markierung wie für Zwei-Personen-Haushalte im Haus (3.500 kWh). Der durchschnittliche Verbrauch wird für diese Gruppe mit 3.000 kWh angegeben, also nur ein Viertel höher als die 2.400 kWh der Einzelperson. Kein Wunder: Man braucht ja nicht doppelt so viel Beleuchtung oder zwei Kühlschränke statt einem.

Wenn mein individueller Stromverbrauch nicht höher ist als der Durchschnitt der fairen Vergleichsgruppe, wie kann er dann am oberen Ende der Skala liegen und mindestens „viel zu hoch“ sein? Wie soll ich von dort aus mindestens die Hälfte einsparen, damit ich offiziell auf „gerade noch okay“ komme – und wie, um Himmels Willen, drei Viertel einsparen, damit mein Verbrauchsverhalten „fantastisch“ wird? Das wären dann noch 600 kWh pro Jahr, während ein laut „Stromspiegel“ wirklich „hoher“ Verbrauch leicht sechsmal so hoch wäre!

Analog müsste man mir mit einem Mittelklasse-Diesel-PKW-Verbrauch von sechs Litern sagen, damit läge ich an der Oberkante der Vergleichsgruppe und „viel zu hoch“, ein „fantastischer“ Verbrauch wären höchstens 1,5 Liter und selbst 3,5 Liter schon alarmierend „hoch“ – während in Wahrheit auch Verbräuche von zehn und mehr Litern noch ziemlich normal sind.

Schön cool bleiben mit immer weniger Strom?

Einer der größeren Stromverbraucher ist der Kühlschrank – weil er quasi rund um die Uhr läuft. Irgendwann habe ich dessen Verbrauch mal mit einem Mess-Adapter aus dem Baumarkt geprüft, da lag er bei 250 kWh pro Jahr. Heute verspricht man mir, ich könne per Neugerät für einen runden Tausender auf einen Verbrauch von nur noch gut 100 kWh pro Jahr kommen. Wenn ich 150 kWh pro Jahr spare und knapp 30 Cent je kWh zahle, würde sich das Neugerät mit 40 Euro pro Jahr amortisieren – die tausend Euro für die Anschaffung sind also nach 25 Jahren wieder raus. Hält die Welt überhaupt so lange durch?

Aber im Ernst: Welcher Energieaufwand ist nötig, um den nagelneuen Luxus-Sparkühlschrank zu produzieren und bis in mein Haus zu schaffen (und außerdem das Altgerät kunstgerecht zu entsorgen)? Der tatsächliche CO2-Vorteil, den man mir aufschwatzen möchte, wird vermutlich zu wesentlichen Teilen kompensiert, wie bei einem batterie-elektrischen PKW, wo der CO2-Aufwand für die Batterie (aus China) so massiv ist, dass man schon dafür viele zigtausend Kilometer per Diesel fahren kann.

Das Problem liegt auch darin, dass mein Kühlschrank eben nicht uralt und absurd ineffizient ist, sondern schon ziemlich anständig. So ähnlich sieht es bei der Beleuchtung aus: Von traditionellen Glühbirnen aus ließ sich schon mit „Energiesparlampen“, also quasi Miniatur-Leuchtstoffröhren, ein ziemlicher Anteil einsparen. Von da aus weiter nach LED ist zwar prozentual noch mal erstaunlich viel zusätzliche Effizienz erzielbar – aber das macht den Kohl nicht mehr besonders fett, weil die Ausgangsbasis schon so niedrig liegt.

Wenn man schon ziemlich gut ist, werden weitere Fortschritte immer schwieriger, die Grenzkosten dafür gleichzeitig immer höher. Die EU-Technokraten tun hingegen so, als hätten wir mit dem Energie-Einsparen gerade erst angefangen. Die „Energielabel“, die größeren Elektrogeräten offiziell angetackert werden müssen, bekommen immer neue Skalierungen verpasst. Ein Gerät, das vor wenigen Jahren noch vorbildlich war, muss heute als kaum noch akzeptabel ausgezeichnet werden: aus „A“ wird „D“.

Sind astronomische Strompreise nicht Anreiz genug?

Die Vorstellung der Politik, sie könne und müsse mich als dummen Verbraucher durch pädagogische Propaganda zur Sparsamkeit erziehen, verkennt die technische und ökonomische Realität auch insoweit, als die hohen Strompreise schon Anreiz genug sein sollten. Anstatt monatlich ungefähr 60 Euro für Strom zu zahlen, wären mir zum Beispiel 40 Euro schon ganz recht – aber sitze ich dafür fast im Dunkeln und esse nur noch kalt?

Der einzige realistisch zumutbare Weg bliebe also, mäßig effiziente Altgeräte zu ersetzen. Und nun kommt die dicke Überraschung, denn als ich im Internet versuche, herauszufinden, welcher Energie-Aufwand denn in der Produktion etwa eines neuen Kühlschranks steckt, stoße ich auf die Ergebnisse einer noch fast neuen „Studie“ (normalerweise heißt das so viel wie: Achtung, mehr Propaganda) des Umweltbundesamts.

Die sagt quasi das Gegenteil dessen, was mir der Stromversorger nahelegt, nämlich:

„In der modernen Konsumgesellschaft werden Haushaltsgeräte häufig schnell entsorgt und gegen neuere und vermeintlich bessere Produkte ausgetauscht. Ein Argument dabei ist die größere Energieeffizienz des Neugeräts. Eine neue Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) zu Spülmaschinen, Wäschetrocknern, Staubsaugern sowie Kühl- und Gefriergeräten zeigt nun ein deutlich differenziertes Bild. Meist ist es für den eigenen Geldbeutel und das Klima sinnvoll, ältere Haushaltsgeräte weiter zu nutzen und zu reparieren.“ Und woran liegt das? Siehe da, beim UBA hat es sich auch herumgesprochen: „Die technischen Möglichkeiten, immer effizientere Geräte herzustellen, sind begrenzt.“ Und: „Durch längere Nutzungsdauern werden Ressourcen gespart, da weniger Geräte produziert werden müssen.“

Das heißt mit anderen Worten, in meinem Haushalt ist alles in bester Ordnung, wenn ich einfach so weitermache wie bisher. Die Frage ist nun: Wie sieht das mit dem Rest des deutschen Energieverbrauchs aus, in Fabriken, Krankenhäusern, Behörden? Ist die Entwicklung nur – wie durch Zauberhand – in privaten Haushalten an einem Punkt angekommen, von wo aus weitere Effizienzsteigerungen kaum sinnvoll zu erzielen sind? Unwahrscheinlich. Maschinen und Anlagen werden im professionellen Bereich massiv und sozusagen rund um die Uhr genutzt. Die Pfennigfuchser im „Controlling“ der Unternehmen würden Einsparpotenziale schnell erkennen, da verschenkt keiner was.

Ökostrom als Allheilmittel – untauglich

Aber wo sollen weitere Fortschritte beim „Klimaschutz“ dann überhaupt herkommen? Laut Umweltbundesamt offenbar durch mehr Ökostrom in allen Lebens- und Funktionsbereichen; überall soll es so schön werden wie beim deutschen Haushalts-Strom: „Da der deutsche Strommix immer klimafreundlicher wird, macht der Stromverbrauch der Geräte im Haushalt einen immer kleineren Teil der Treibhausgasemissionen aus, und die Herstellung fällt stärker ins Gewicht als früher.“

Klingt logisch, ist es aber nicht unbedingt. Denn entscheidend ist eigentlich: Wie viel Strom kann man noch einsparen, aber welchen zusätzlichen Produktionsaufwand bräuchte man dafür? Oder liegt das Problem darin, dass der neue Kühlschrank nicht in Deutschland produziert wird, sondern woanders auf der Welt, wo der „Strommix“ noch nicht so „öko“ ist (und auch nie werden wird)? Aber wenn der Rest der Welt beim Klimawahn nicht dem deutschen Beispiel folgt, was soll der ganze Quatsch dann überhaupt?

Generell ist das Umweltbundesamt hier einmal mehr Opfer seiner eigenen Propaganda und üblichen Verfahrensweise, mit dem „Strommix“ zu rechnen. Denn jede eingesparte Kilowattstunde vermeidet eben nicht nur proportional zum Status quo „bösen“ fossilen Strom, sondern weit überwiegend. Wir erinnern uns: Der „gute“ Strom wird immer als erstes in die Netze eingespeist, selbst wenn sie es technisch kaum noch verarbeiten können und ein Blackout droht, der nur vermieden werden kann, weil der Ökostrom dem Ausland mit reichlich Bonuszahlungen aufgezwungen wird.

Selbst wo das Umweltbundesamt etwas im Prinzip Richtiges sagt, nämlich dass der fanatische Kauf neuester Haushaltsgeräte, um auf einen „fantastisch“ niedrigen Verbrauch zu kommen, sogar kontraproduktiv ist – selbst da wird dem Publikum noch selbst-belobhudelnder Energiewende-Agitprop untergejubelt, der analytisch grober Unfug ist. Diese Art öko-sozialistischer Plansoll-Übererfüllung nimmt es locker mit der Regimepropaganda der DDR auf, wo das Zentralkomitee der SED in seiner Weisheit die Werktätigen fast an utopische Zustände heranzuführen vermochte.

Die wichtigen Fakten werden verschwiegen

Ich finde, die Politik sollte ins Gesetz schreiben, dass die Versorger ihre Kunden darüber aufklären müssen, wie sich die deutschen Strompreise für Privathaushalte darstellen, im Vergleich zum europäischen Ausland, wo sie ein Viertel, Drittel oder gar die Hälfte niedriger sind. Hinzu käme ein Hinweis, dass die Strompreise in Deutschland noch höher ausfallen würden, übernähme die Politik nicht auf Kosten des allgemeinen Steuerzahlers einen großen Teil der Subventionen, die für die „Energiewende“ zu Solar und Wind notwendig sind, nämlich die frühere „EEG-Umlage“ (zugunsten der garantierten Einspeisevergütung).

Dafür kommen in diesem Jahr 17 Milliarden Euro direkt aus dem Bundeshaushalt (Quelle). Angenommen, knapp 30 Millionen privater Haushalte tragen überhaupt nennenswert (netto) zu den staatlichen Finanzen bei, dann entfallen statistisch 600 Euro jährlich auf jeden dieser Haushalte, oder rund 50 Euro pro Monat! Für Normalarbeitnehmer mit Familie viel Geld.

Je deutschlandweit verbrauchter Kilowattstunde Strom fallen damit beinahe 4 Cent zusätzlicher Subventionen an. Der Strompreis für Privatleute in Deutschland ist also in Wahrheit nicht „nur“ etwa 10 Cent höher als in Frankreich, sondern 13 bis 14 Cent. (Der wirtschaftliche Schaden, der Deutschland dadurch entsteht, dass industrielle Produktion durch teuren und unzuverlässigen Strom ins Ausland gedrängt wird, kommt natürlich noch hinzu. Dabei handelt es sich, im „wissenschaftlichen“ Sprachgebrauch, um „Opportunitätskosten“, die man politisch in Kauf nimmt oder gar anstrebt, denn für Industrie haben die Weltverbesserer wenig Sympathien.)

Mehr als fünf Prozent Strom aus dem Ausland, netto!

Darüber offen zu informieren, wäre wirklich „Aufklärung“ der Verbraucher, Bürger, Wähler. Das kann sich die Politik gar nicht leisten, denn sie würde sich selbst delegitimieren, weil klar erkennbar würde, dass die „Energiewende“ ruinös ist. Stattdessen schreibt man den Versorgern gesetzlich vor, mir mit verfälschten, irreführenden Pseudo-Informationen ein schlechtes Gewissen zu machen, als würde ich ohne Sinn und Verstand Energie verschwenden, obwohl ich mit meinem durchaus effizienz-bewussten Verbrauchsverhalten sauber im Durchschnitt tatsächlicher Vergleichshaushalte liege; das UBA gibt Entwarnung und rät zum Aussitzen, aber mit dümmlichen Argumenten, die verraten, dass man die eigene Energiewirtschaft und ihre Funktionsweise nicht versteht.

Deshalb geht die Energieversorgung ja auch flott den Bach runter, und Deutschland kann sich immer weniger tatsächlich selbst versorgen: Laut amtlicher Statistik wurden 2023 und 2024 praktisch identische Gesamtmengen Strom (458 Milliarden kWh) verbraucht (was inmitten der vielen „Erfolgszahlen“ nur versteckt ausgewiesen wird). Aber 2024 wurde dazu schon ein Importüberschuss von über 26 Milliarden kWh benötigt – mithin jenseits von fünf Prozent des Bedarfs, und nicht mal 7 Milliarden hiervon sind durch den endgültigen Wegfall der Kernenergie „gerechtfertigt“. (Über 80 Milliarden kWh wurden insgesamt importiert, das sind sogar 18 Prozent des Gesamtverbrauchs.)

Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Bürger der Politik die Rechnung für diese Art von komplett verkorkster, gemeingefährlicher „Energiewende“ präsentieren.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier

 




So (in)stabil ist Europas Stromnetz – Die Rolle der Momentanreserve

Der flächendeckende Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel Ende April und andere Ereignisse werfen die Frage auf, wie stabil das europäische Verbundnetz ist. Es gibt zunehmend warnende Stimmen, die auf die Risiken der Transformation unserer Energieversorgung hinweisen.

 

von Maurice Foregeng

Stromausfälle, Frequenzschwankungen und Zeitempfehlungen fürs Wäschewaschen? Die Stromversorgung bereitete den Deutschen und anderen Europäern in diesem Jahr schon so manch spannende Momente.

Generell gilt das europäische Verbundnetz überwiegend als stabil und kann viele Störungen gut kompensieren. Die Energiewende stellt es jedoch vor wachsende Herausforderungen, da zunehmende volatile Stromeinspeisungen und der Rückgang konventioneller Kraftwerke die Frequenz- und Netzstabilität gefährden.

Das wohl einschlägigste Ereignis war der Blackout auf der kompletten Iberischen Halbinsel. Ende April gingen in Spanien, Portugal und Teilen Frankreichs die Lichter aus. Es dauerte mehrere Stunden, bis alle Regionen wieder Strom hatten. Zuletzt gab es am 24. und 25. Mai Anschläge auf die Energieinfrastruktur an der Côte d’Azur. Mehr als 200.000 Haushalte in Cannes und Nizza mussten zeitweise ohne Strom auskommen.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Wie stabil ist das europäische Verbundnetz – und damit auch unsere deutsche Stromversorgung?

Das europäische Verbundnetz

Zunächst einmal zum Aufbau dieser so wichtigen Infrastruktur. Von Portugal bis in die Türkei, von Italien bis Norwegen sind alle europäischen Länder – inklusive der Schweiz – im europäischen Verbundnetz miteinander verbunden. Es versorgt mehr als 530 Millionen Kunden in 30 Ländern.

An jeder einfachen Steckdose in diesem Verbundnetz liegt die gewohnte Spannung von rund 230 Volt (V) an und die Netzfrequenz liegt bei 50 Hertz. Das Stromnetz besteht dabei aus drei Hauptkomponenten:

1. Die Stromerzeugung durch verschiedene Kraftwerke, darunter Kohle, Gas, Solar, Windkraft, Wasserkraft und Kernkraft.

2. Die Übertragungs- und Verteilnetze.

3. Endnutzer wie Haushalte, Gewerbe und Industrie.

In Deutschland unterteilt sich das eigentliche Stromnetz wiederum in vier Ebenen:

  • Höchstspannungsnetz mit 220 oder 380 kV (Kilovolt)
  • Hochspannungsnetz mit 110 kV
  • Mittelspannungsnetz mit 1 bis 50 kV
  • Niederspannungsnetz mit 400 V und 230 V

Schematischer Aufbau der Stromversorgung in Deutschland. Foto: Stefan Riepl, CC BY-SA 2.0 DE

Momentanreserve sorgt für Stabilität im Stromnetz

Dieses Verbundnetz befindet sich in ständigem Wandel. Hier bauen Netzbetreiber die Stromnetze aus, dort entstehen neue Verbraucher, andernorts werden Kraftwerke in Betrieb genommen – oder stillgelegt.

Entscheidend für die Netzstabilität ist vor allem der Energiemix und damit verbunden der Anteil der Kraftwerkskapazität mit einer sogenannten Momentanreserve. Je höher dieser Anteil im System ist, umso stabiler ist die Stromversorgung. Die Momentanreserve entsteht durch tonnenschwere rotierende Schwungmassen in großen Turbinen. Sie drehen sich passend zur Netzfrequenz.

Sollte es zu einer plötzlichen Störung im Netz kommen, kann die Momentanreserve diese ausgleichen, da eine schwere rotierende Masse nicht so leicht abzubremsen oder zu beschleunigen ist.

Solche Schwungmassen gibt es vor allem in Kohle-, Gas-, Kern- und Wasserkraftwerken. Windkraft- und Solaranlagen besitzen hingegen keine derartigen rotierenden Massen und daher auch keine Momentanreserve.

Solaranlagen und Windräder haben keine Momentanreserve. Foto: mf | Epoch Times

Momentanreserve sinkt

Im Zuge der Energiewende, an der sich die meisten europäischen Länder beteiligen, bauen diese Schritt für Schritt ihre Energieerzeugung um. Dabei werden häufig fossile Kraftwerke heruntergefahren, um die CO₂-Emissionen des Landes zu senken. Stattdessen entstehen unzählige Windkraft- und Photovoltaikanlagen.

In der Bundesrepublik kommt hinzu, dass diese ihre Kernkraftwerke komplett vom Netz genommen hat und aktuell zurückbaut. Nun entsteht zwar kein Atommüll mehr und die Gefahr eines Reaktorunfalls ist hierzulande gesunken, dafür hat das deutsche Stromnetz viel von seiner Momentanreserve verloren.

Die Höhe der Momentanreserve variiert von Land zu Land – je nach individuellem Strommix. Sie kann über das Verhältnis der Massenträgheit – mit der Einheit Gigavoltamperesekunden (GVAs) – zur Gesamtleistung in Gigawatt (GW) aller Stunden eines Jahres gemessen werden (GVAs/GW). Oder einfacher ausgedrückt: wie viel Schwungmasse es pro Leistung gibt.

So besaß 2024 auf dem europäischen Kontinent die Schweiz die höchste Momentanreserve mit 5,72 GVAs/GW, wie das Energieportal „Tech For Future“ informiert. Deutschland befindet sich in der Liste mit 22 Staaten mit einem Wert von 2,27 GVAs/GW nur auf dem vorletzten Platz.

Beim „Spainout“, also dem Stromausfall von Spanien Ende April, hatte die Iberische Halbinsel einen Wert von 2,1 GVAs/GW im Netz. Das war zu wenig, um den Kollaps zu vermeiden. Spanien selbst hatte im vergangenen Jahr einen Wert von 2,85 GVAs/GW. Portugal bildete mit 1,89 GVAs/GW das Schlusslicht aller Länder.

Aufgrund der ständig fortschreitenden Energiewende mit starkem Fokus auf Windkraft- und Solaranlagen dürften die Werte in der Mehrzahl der Länder weiter sinken.

Mittlere Momentanreserve ausgewählter europäischer Länder, Stand 2024. Foto: mf/Epoch Times, Daten: Tech For Future, Erzeugungsdaten EU und Großbritannien

VDE: Druck auf Stromnetz wächst

Vor dieser Transformation in der Energieerzeugung warnte vor Kurzem der Verband der Elektrotechnik (VDE). In einer Pressemitteilung vom 21. Mai heißt es:

„Während der Anteil erneuerbarer Energien steigt, wächst der Druck auf das europäische Stromsystem.“

Laut dem Verband basiert die Zuverlässigkeit dieses Stromnetzes „auf einem sensiblen Gleichgewicht: Die eingespeiste elektrische Leistung muss der entnommenen exakt entsprechen.“ Das Problem: „Je mehr Anlagen Strom aus Wind und Sonne liefern und je weniger konventionelle Kraftwerke mit rotierenden Massen am Netz bleiben, desto anfälliger wird das ganze Gefüge.“

Ralf Petri, Geschäftsführer der Energietechnischen Gesellschaft im VDE, teilte hierzu mit: „Der Umbau des Energiesystems stellt die Netzstabilität vor grundlegende Herausforderungen.“ Früher habe die Trägheit der konventionellen Kraftwerke Frequenzschwankungen gedämpft. Nun würden diese jedoch direkter wirken und „zunehmend die Synchronität des Verbundnetzes gefährden“.

Ist Spanien vorsichtiger geworden?

Nur wenige Tage vor dem Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel hat sich Spanien damit gerühmt, sich erstmalig mit 100 Prozent „erneuerbaren“ Energien versorgt zu haben.

Der spanische Übertragungsnetzbetreiber Red Eléctrica (REE) nannte dann kurz darauf „Solarstrom“ als „sehr wahrscheinlichen“ Auslöser des Blackouts. Auch die Stromdaten zeigen, dass Photovoltaik tagsüber stets für eine Stromüberproduktion gesorgt hat.

Dieser Überschuss wurde entweder an die Nachbarländer abgegeben oder in Pumpspeicherwerken verbraucht. Diese erreichten bereits um die Mittagszeit ihren Höchststand, woraufhin ihr Stromverbrauch sank, was das Fass zum Überlaufen brachte. Der Strom konnte nicht mehr exportiert werden, die Leitungen waren überlastet. Es kam zur Sicherheitsabschaltung und zum Blackout.

Kurz vor diesem Zusammenbruch des Netzes haben nur noch 24 Prozent der einspeisenden Kraftwerke eine Momentanreserve gehabt. Doch für ein stabiles Netz müssen mindestens rund 40 Prozent des Stroms von grundlastfähigen Kraftwerken stammen, erklärte der Physikprofessor Horst-Joachim Lüdecke.

In den Stromdaten Spaniens ist zu erkennen, dass das sonnenverwöhnte Land nach dem Ereignis wohl vorsichtiger geworden ist. Beim Vergleich von Kalenderwoche 17, also kurz vor dem Blackout, mit Kalenderwoche 22 ist zu erkennen, dass die Grundlast durch Kernkraft- und Gaskraftwerke deutlich angestiegen ist. Ebenso ist der Anteil der „erneuerbaren“ Stromquellen nun meist rund zehn Prozentpunkte niedriger als zuvor.

Deser Artikel erschien zuerst bei EpochTimes.de Hier