Subventionen für die deutsche Solarindustrie – ein Resilienzbonus

Habeck will die Abwanderung der Solarindustrie verhindern – natürlich mit Geld, das allerdings fehlt. Es wird kaum wie bei der Windkraft gelingen, die Förderung als Dauersubvention zu installieren. Bald wird der Resilienzbonus aufgebraucht sein. Der Schweizer Solarhersteller Meyer Burger kündigt an, sein Werk im sächsischen Freiberg zu schließen.

Von Frank Hennig

Diese sprachliche Perle erreichte uns aus dem Haus des ministernden Philosophen Robert Habeck. Was sagt sie uns? Als Resilienz bezeichnet man die Widerstandsfähigkeit, das kann in psychologischer, soziologischer oder technisch-wirtschaftlicher Hinsicht gemeint sein. Wie kann es dafür einen Bonus geben?

Unsere Industrie hat an internationaler Wettbewerbsfähigkeit verloren, mehrere Standortnachteile lassen sich nicht mehr kompensieren. Sie ist der Konkurrenz aus China und anderen sich dynamisch entwickelnden Ländern ziemlich schutzlos ausgeliefert. Die heimische PV-Paneelproduktion ist im internationalen Vergleich kaum wettbewerbsfähig. Da hilft auch höhere Qualität wenig. Deutsche Produkte werden mit weniger Giftstoffen produziert, sie haben einen höheren Wirkungsgrad, auch deshalb sind sie teurer.

Nun möchte der Minister die schwächelnde deutsche Solarindustrie im Land halten oder sie sogar zurückholen. Es soll ein „Solarpaket“ geben, in dessen Rahmen Ausschreibungen stattfinden. Danach gibt es Geld, in welcher konkreten Form auch immer. Ursprünglich waren 1,3 Milliarden Euro vorgesehen, die werden es nun nach der gerichtlich bestätigten Haushaltsschummelei nicht werden. Länderbeteiligung wird erhofft, aber die Ministerpräsidenten sind, wie wir gerade an den Reaktionen auf die Proteste der Landwirte sehen, unsichere Kantonisten.

Branchenvertreter fordern eine solche Subventionierung schon länger, das wundert niemanden. Da die Erneuerbaren-Lobbyisten über direkten Draht Einfluss auf die Regierung nehmen können, folgt man dort weitgehend ihren Forderungen. Lobbyismus ist nicht verboten, Bestechlichkeit nicht nachweisbar. Man kann sich auch anders erkenntlich zeigen und politische Hilfe beispielsweise mit gut dotierten Posten entlohnen.

Gut versorgt

Die ehemalige saarländische grüne Umweltministerin Simone Peter ist heute Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), Kerstin Andreae, ehemalige grüne Bundestagsabgeordnete, ist heute Geschäftsführerin des Bundesverbandes der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Der Bürochef von Annalena Baerbock, Titus Rebhan, wechselte zu RWE, sicherlich ohne Gehaltsverlust, aber mit sicherer Zukunft. Bei Agora wird künftig auch noch die eine oder andere gut dotierte Stelle frei sein. Man sollte also seine künftigen Ernährer pfleglich behandeln und seinen Wünschen nachkommen.

Nun sind Pilotausschreibungen für einen Resilienzbonus geplant, wozu aber noch
Abstimmungen mit der EU nötig sind. Die ursprünglich geplanten 1,3 Milliarden Euro werden sich durch den sogenannten Haushaltskompromiss der Ampelregierung reduzieren, der nun wohl durch einen weiteren Kompromiss im Sinne des aktivistischen Try-and-error geändert werden wird.

Am Ende wird vermutlich Geld fließen. Die Lage der PV-Industrie in Deutschland bleibt angespannt, die goldenen Zeiten hoher EEG-Umlagen sind vorbei. PV-Produzent und Platzhirsch Meyer Burger spricht von Erwägungen zur Abwanderung in die USA. Nun machte der Schweizer Solarhersteller Meyer Burger bekannt, dass er die Schließung seines Werks im sächsischen Freiberg plant, wie Bild berichtet. Demnach könnte es bereits Anfang April 2024 zur Schließung der größten Solarmodulproduktion Europas kommen. 500 Mitarbeiter müssten jetzt um ihre Arbeitsplätze bangen.

Herr Habeck will natürlich nicht, dass die deutsche Solarindustrie ins Ausland abwandert und möchte das Problem – im Andenken an das System Merkel – mit Geld zuschütten, an dem es nun allerdings mangelt. Es wird kaum wie bei der Windkraft gelingen, die Förderung zu verstetigen und sie als Dauersubvention zu installieren. Bald wird der Resilienzbonus aufgebraucht sein, der Rückzug kommt nur später.

Schieflage im System

Dass auch hier die Energierevolution ihre Kinder frisst, ist leicht erkennbar. PV-Module energieintensiv bei gleichzeitig hohen Strompreisen zu produzieren, ist realwirtschaftlich schlecht möglich. So schrumpft neben der konventionellen Industrie auch die EE-Hersteller-Industrie. Dazu kommen die einsetzende Kannibalisierung und der nicht Schritt haltende Netzausbau. Wer wird künftig bei netzgefährdendem Überangebot der „Erneuerbaren“ zuerst abgeschaltet: Windkraftanlagen oder PV-Großanlagen? Was tun mit PV-Anlagen, die die regionalen Netze überlasten?

Den Bauern sollen 900 Millionen Euro abgespart werden, die Systemkosten des Netzes betrugen 2022 bereits 4,2 Milliarden Euro. Das schlechte Management der Energiewende basiert auf der Tatsache, dass die „Erneuerbaren“ regulatorisch immer noch im Streichelzoo stehen. Sie dürfen produzieren, so viel (oder so wenig) sie können, tragen aber keinerlei Systemverantwortung und auch keine Kosten dafür.

Warum Strom produzieren und subventionieren, der später mitsamt Geld ins Ausland verschenkt werden muss? Die nahe liegendste Lösung wäre ein Ausbaumoratorium für Anlagen der Zufallsstromproduktion und deren überfällige Marktintegration.

Ein von der Wirklichkeit umzingelter Minister muss erkennen, dass die Energieversorgung kein soziales Konstrukt ist und per Akklamation umgebaut werden kann, sie nicht wie ein Geschlechtswechsel gegenüber dem Standesamt nur erklärt werden muss, sondern naturwissenschaftlich-technischen Regeln folgt. Diese Naturgesetze kann man wahlweise als postkolonial, heterodominiert oder ewiggestrig bezeichnen, sie lassen sich aber nicht ändern.

Die Wahrnehmung der Realitäten gehört nicht zu den Stärken dieser Bundesregierung (andere Stärken fallen mir im Moment auch nicht ein).

„Das Wachstum schreitet langsam voran, während der Weg zum Ruin schnell verläuft“, sagte Seneca und das gilt auch für heute. In nur zweieinhalb Jahren schaffte es die „Fortschrittskoalition“, dem Land und den Menschen nachhaltig zu schaden. Sicherlich führt der Krieg in der Ukraine zu krisenhaften Bedingungen, das rechtfertigt aber nicht die vorherigen und nachfolgenden Fehlentscheidungen. Putin zwingt uns nicht, aus der Kernkraft auszusteigen, Kohlekraftwerke stillzulegen und auf die Förderung heimischen Erdgases mit Hilfe moderner Technologien zu verzichten. Das alles ist hausgemacht.

Wer angesichts einer krisenhaften Lage der Energieversorgung eine Ausstiegsstrategie weiter fährt und so tut, als wäre nichts gewesen, als würde es irgendwie helfen, CO2 zu verteuern, macht sich der fahrlässigen oder vorsätzlichen Schädigung des Landes schuldig.

Weder im Grundgesetz noch in den Amtseiden von Kanzler und Ministern ist von einer Großen Transformation oder einer Dekarbonisierung, geschweige denn von einem 1,5-Grad-Ziel die Rede. Der Text des Amtseides ist ein anderer. Aber die Amtsträger scheinen resilient gegenüber ihrem Eid.

 




Alles nur heiße Luft (Teil 1) – Nachlese zur Weltklimakonferenz (COP 28) in Dubai –

Prof. Dr. Klaus-Dieter Döhler

Die Klima-Schickeria zog auch in diesem Jahr zur Weltklimakonferenz (COP 28) wieder in wärmere Gefilde, die Klima Erwärmung alleine reicht wohl noch nicht. Die Einen reisten in Privat-Jets, die Anderen mit Linienflügen zu ihrem alljährlichen Fantasie-Urlaub auf Kosten der Steuerzahler. In diesem Jahr rief die sogenannte Klimakonferenz – die mittlerweile 28. – ihre Gläubigen nach Dubai. Alle Medien-bekannten „Weltretter“ waren auch diesmal wieder dabei – mit Ausnahme von Robert Habeck. Er musste sparen! Doch von den 100.000 Teilnehmern – ein Rekord – nahm nur ein Bruchteil an den Verhandlungen über Maßnahmen gegen die globale Erwärmung teil. Die meisten Tagungsteilnehmer gehörten zum „Klima-Industriellen Komplex“: Es sind Lobbyisten und Aktivisten, deren Schicksale an das Prosperieren der Klimaszene geknüpft sind (Axel Bojanowski; https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus248791260/UN-Klimakonferenz-COP28-in-Dubai-Das-Fest-der-Klima-Schickeria.html).

Dabei wird es den Lobbyisten und Aktivisten völlig egal gewesen sein, ob die Klimaerwärmung, die wir seit 35 Jahren messen (https://eike-klima-energie.eu/2023/11/12/der-klimawandel-begann-1988-mit-einem-temperatursprung/) wirklich menschengemacht ist oder den Regeln der Tektonik, der Sonne und des Universums folgt (http://www.gaebler.info/f/Klimawandel,%20der%20Mensch%20und%20das%20Sonnensystem.pdf). Hauptsache man bleibt im lukrativen Subventionsgeschäft.

Europa, die USA und der Generalsekretär der Vereinten Nationen waren angereist mit den Intentionen, den Öl- und Gas-fördernden Ländern die Lebensgrundlage zu entziehen, nämlich das Fördern von Öl und Gas. Den Staaten der 3. Welt wollten sie die Voraussetzungen für eine Industrialisierung – Kohle, Gas und Öl – vorenthalten. Das nennt sich Energie-Kolonialismus! Aber das ließen sich diese Länder nicht gefallen und so endete die COP 28 wie das Hornberger Schießen: die Öl- und Gas-fördernden Länder dürfen weiterhin Öl und Gas fördern und verkaufen und wenn es ihnen genehm ist, dürfen sie die Förderung auch reduzieren. Im Gegenzug wurden Europa und die USA darin bestärkt, ihre Landschaften mit noch mehr Wind- und Solaranlagen zu verschandeln. Eine typische Win-Win Situation (Vorsicht Satire)!

Auf den Nenner gebracht gab es somit für jeden oder jede etwas, womit er oder sie zu Hause prahlen konnte. Für die einen soll es in Zukunft mehr „erneuerbare“ Energie geben, für die anderen sollen die fossilen Energieträger auch weiterhin verwendet werden dürfen, aber in weiter Zukunft etwas weniger als bisher. Mit anderen Worten, es bleibt alles so wie es ist. Dennoch betrachtet jeder Regierungsvertreter die Beschlüsse als seinen/ihren persönlichen Erfolg. Annalena Baerbock jubelte gar: „Diese Klimakonferenz besiegelt de facto den Ausstieg aus den fossilen Energien!“. Das sehen die Erdöl-fördernden Länder etwas anders! Auch die Klima-NGOs sehen das ganz anders und sind sauer. Sie hätten so gerne in Zukunft gehungert und gefroren und hätten so gerne wieder in Höhlen gelebt (Vorsicht Satire). Dieser Kelch ging glücklicherweise an uns vorbei. Aufgrund des zusätzlichen Flugverkehrs wurde eine große Menge CO2 emittiert, das essentielle Lebensgas, welches von unserer Pflanzenwelt so bitter benötigt wird, um ihr Wachstum zu stützen, um ihre Sauerstoff- und Feuchtigkeit-spendenden Funktionen zu erfüllen und um Mensch und Tier mit Nahrung zu versorgen. So hatte die Konferenz doch noch etwas Gutes:

 

Ohne CO2 gäbe es nämlich kein Leben auf der Erde!!!

„Das war schon ziemlich schaurig-merkwürdig, was sich in dieser Woche auf dieser sogenannten Weltklimakonferenz in Dubai abspielte: Mit vollen Steuergeldtaschen sind Ampel-Koalitionäre nach Dubai geflogen. Stolz wollten sie der staunenden Welt mit vollem Mund ein Deutschland ohne Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke präsentieren, das nur noch mit Windrädern und Sonnenzellen energieversorgt werden soll. Die anderen hörten schweigend zu. Sobald die Geldkoffer geleert und Hunderte von Millionen Steuer-Euros verteilt waren, tippten sie sich an die Stirn: Plemplem geworden, die Deutschen“ (https://www.tichyseinblick.de/podcast/te-wecker-am-9-dezember-2023/amp).

Bereits vor Beginn der Konferenz bekundete der Präsident des COP28, Sultan Al Jaber, es gäbe „keine wissenschaftlichen Erkenntnisse“, die darauf hindeuten, dass ein Ausstieg aus fossilen Brennstoffen notwendig sei, um die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen (https://www.theguardian.com/environment/2023/dec/03/back-into-caves-cop28-president-dismisses-phase-out-of-fossil-fuels?ref=upstract.com). Al Jaber sagte auch, ein Ausstieg aus fossilen Brennstoffen würde keine nachhaltige Entwicklung ermöglichen, „es sei denn, man will die Welt zurück in die Höhlen bringen“, also zurück in die Steinzeit.

So unbeliebt ich mich jetzt auch machen werde, aber Al Jaber hat Recht. Es gibt tatsächlich keine seriösen wissenschaftlichen Erkenntnisse, keine einzige wissenschaftlich anerkannte Studie, die einen Zusammenhang zwischen der Nutzung fossiler Energieträger und dem Klimawandel beweisen würde. Für einen solchen Beweis stiftete 2020 der österreichische Ingenieur Walter Hopferwieser aus Salzburg „100.000 Euro demjenigen, der ihm als Erster einen schlüssigen naturwissenschaftlichen Beweis vorlegt, dass das von uns Menschen freigesetzte CO2 eine Klimaerwärmung bewirkt, die uns Menschen und unsere Erde nachhaltig schädigt“ (https://www.yumpu.com/de/document/read/62822451/wem-nutzt-die-klimakrise). Dieses Geld hat sich bislang noch niemand abgeholt!

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) vertritt wie alle staatlich finanzierten Institute und Organisationen in Deutschland das Narrativ des CO2-gesteuerten Klimawandels. Deshalb ist er wohl erhaben jeglichen Verdachts, seine Datenerhebungen entgegen dieses Narrativs zu manipulieren. Die staatlich unabhängige Wissenschaftlergruppe um Josef Kowatsch, dem deutschen Bürger mit den meisten Umweltpreisen für das Wirken im Natur- und Umweltschutz, hat bei genauer Analyse der DWD-Daten überraschendes festgestellt. Die aus den erhobenen Temperaturdaten des DWD errechneten Jahresmittelwerte unterlagen zwar starken Schwankungen von Jahr zu Jahr, lagen aber nach fast 100 Jahren noch genauso niedrig wie zu Beginn der Messungen im Jahr 1894. Während derselben Zeit, also seit Beginn der Industrialisierung Deutschlands, stiegen hingegen die CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre von 290 Parts per Million (ppm) auf 350 ppm im Jahre 1987. Damit widerlegen die Daten des Deutschen Wetterdienstes das eigene CO2-gesteuerte Narrativ, das besagt, die erdnahen Temperaturen der Atmosphäre seien seit Beginn der Industrialisierung abhängig von den atmosphärischen CO2-Konzentrationen kontinuierlich angestiegen. Eine Korrelation zwischen CO2-Konzentrationen und Temperatur gab es nicht, geschweige denn eine Kausalität. 1988 gab es einen Temperatursprung um circa 1,5°C (für mögliche Erklärungen siehe https://eike-klima-energie.eu/2023/12/08/wie-kann-es-sein-dass-der-deutsche-wetterdienst-dwd-sich-so-irrt-und-gegen-seine-eigenen-daten-argumentiert/) und danach einen weiteren Anstieg der Temperaturen unter starken Schwankungen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Jahresmitteltemperaturen von 1894 bis 2023 (oben), atmosphärische CO2-Konzentrationen von 1958 bis 2023 (unten) (https://eike-klima-energie.eu/2023/11/12/der-klimawandel-begann-1988-mit-einem-temperatursprung/)

Während der gleichen Zeit als die Temperaturen in Deutschland anstiegen, nahmen die „Treibhausgas“-Emissionen in Deutschland deutlich ab (Abbildung 2). Gegenüber dem Jahr 1990 hat sich die emittierte Menge CO2 um rund ein Drittel verringert. Ebenso nahm die Menge der produzierten CO₂-Emissionen pro Einwohner Deutschlands in den vergangenen 30 Jahren erkennbar ab. Die Emissionen von Methan (CH4) und Distickstoffoxid (N2O) nahmen sogar um zwei Drittel (CH4) bzw. um mehr als die Hälfte ab (N2O).

Abbildung 2: Die Emissionen von Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid in Deutschland nahmen von 1990 bis 2022 deutlich ab (Umweltbundesamt).

Die Temperaturaufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass die Behauptung, CO₂ sei der allein bestimmende Temperaturerwärmungsfaktor falsch ist.  CO2 kann nicht 100 Jahre lang nichts bewirken, dann einen Temperatursprung um 1,5°C innerhalb eines Jahres verursachen und plötzlich die Temperaturen unter starken Schwankungen weiter ansteigen lassen. Eine solche Fähigkeit von CO2 widerspricht allen Naturgesetzen. Kein seriöser Wissenschaftler wird beim Vergleich der beiden Kurven in Abbildung 1 eine Kausalität zwischen CO2 und Temperatur propagieren. Wer es dennoch tut muss andere Motive haben als wissenschaftliche! Auch bei dem Temperatursprung von 1987 auf 1988 spielt CO2 überhaupt keine Rolle!

Trotz alledem tun die Jünger der „Klimakirche“ so als wäre der Mensch für das Klima verantwortlich und jetten wenigstens einmal im Jahr mit zehntausenden von Delegierten und Aktivisten in immer schnellerem Rhythmus zu Klima- und Umweltkonferenzen, um angeblich die Welt vor einer Klimakatastrophe zu retten. Diesmal nach Dubai, nächstes Jahr nach Aserbaidschan. Wir erinnern uns noch, wie die Medien und „Talk-Show Experten“ im August 2023 faselten, in Deutschland sei der Grundwasserspiegel wegen des Klimawandels bereits so weit abgesunken, dass er sich nie wieder erholen würde. Heute, gerade mal 4 Monate später steht der Grundwasserspiegel höher als jemals zuvor. Die CO2-Werte der Luft hingegen, haben sich im Laufe dieser vier Monate kaum geändert.

Bei diesen Klima-Veranstaltungen und bei deren sinnlosen Versuchen, das Klima zu „retten“ ist Deutschland der große Verlierer. Um bei der „Weltrettung“ international die Vorreiter Rolle spielen zu dürfen legt die Bundesregierung im eigenen Land reibungslos funktionierende Industriezweige still und subventioniert stattdessen Energiezweige, die so teuer sind, dass sie niemals auf eigenen finanziellen Füßen stehen können. Bisher hat Deutschland etwa 1,5 Billionen (= 1.500.000.000.000) Euro in sogenannte Klimaschutzmaßnahmen investiert, finanziert über Inflation, höhere Energiepreise, EEG-Umlage, CO2-Steuer und Ausgaben aus dem Staatshaushalt zu Lasten der Infrastruktur, der Verteidigung, der Bildung usw. Das sind knapp 80 Tausend Euro für einen 4-Personen Haushalt.

Nach Berechnungen von Thomas Metzel (Thomas Maetzel: Deutschland CO2-frei – Daten und Fakten zur „Klimawende“, 5. Auflage mit Ergänzungen, 24.11.2023) müssen wir die erneuerbare Stromproduktion von 250 TWh p.a. auf 2400 TWh p.a. erhöhen und noch 8 Billionen € bis 2045 investieren, um „Net Zero“ zu erzielen, also den Punkt an welchem die atmosphärischen CO2-Konzentrationen nicht weiter steigen.

Auch der dänische Volkswirtschaftler Björn Lomborg hat die finanziellen Konsequenzen der grünen Verzichtspolitik berechnet. Das Ergebnis: Die Kosten der deutschen Klimapolitik zwischen 2020 und 2050 belaufen sich auf etwa 12 Billionen Euro (https://www.klima-diegrossetransformation.de/).

Die Prognos AG hat im Auftrag der KfW bereits 2021 die grünen Finanzierungskosten nach Wirtschaftssektoren ermittelt. Dabei ist die atemberaubende Summe von 19,7 Billionen Euro (19.700.000.000.000, Neunzehntausendsiebenhundert Milliarden Euro) errechnet worden (https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Studien-und-Materialien/Green-Finance-und-Klimaneutralitaet.pdf?kfwnl=Research.07-10-2021.1286094). In anderen Worten, jede in Deutschland lebende Person, einschließlich Babies, Kinder, Berufstätige und Rentner finanziert die deutsche Klimapolitik mit einer Summe von 250.000 Euro. Das sind 1 Million Euro für jeden 4-Personen Haushalt! Unsere Politiker haben den Kontakt zur Realität völlig aus den Augen verloren!

„Hinter ‚Klimaschutz‘ steht eine äußerst heterogene Interessensallianz: Ideologen, Wissenschaftsfanatiker, Finanzindustrielle, Oligarchen, Systemüberwinder, jakobinische Weltretter, Gutmenschen, Philantropen und Mystiker. Schlagzeilenverliebte Journalisten und ehrgeizige (auch gekaufte?) Wissenschaftler bilden den Humus für das notwendige Wachstum der ‚Klimakatastrophe‘. Und das Ganze wird dann noch vermischt mit archaischen Urängsten und Schuldkomplexen. ‚Klimaschutz‘ ist zu einer Allzweckwaffe geworden“ (Norbert Patzner: „Das Ende der liberalen Demokratie? Die Feinde der Freiheit haben die Klimakrise entdeckt“. Novem Verlag 2023. ISBN 978-3-99130-255-1).

Deutschland verspielt die Zukunft der jetzigen und der nachfolgenden Generationen. Dieses Geld wäre besser angelegt in Infrastruktur, Schulen (Pisa 2023 lässt grüßen!), Kindergärten, Krankenhäuser und in zukunftweisende Industrieprojekte. Was könnte sich jeder für 250.000 Euro alles kaufen? Ein Haus für das Ehepaar, oder eine Wohnung für den Single?! Jedes der Kinder könnte sich selbst eine Ausbildung im Ausland finanzieren, wo Wissen und Wissenschaft noch ohne ideologische Scheuklappen vermittelt werden! Und vieles andere mehr!!!

Richard Tol, Professor für Klimawandel-Ökonomie und Gutachter für den Weltklimarat empfiehlt: „Es ist wenig teurer, eine Strategie der Anpassung an den Klimawandel zu wählen, statt ihn durch drastische CO2 Reduktion verhindern zu wollen.“ Laut UN-Schätzungen könnte man für die Hälfte der Kosten des Weltklimaprotokolls von Kyoto 1997 die schlimmsten Probleme der Welt dauerhaft lösen: Trinkwasser, Sanitärhygiene, Gesundheitsversorgung, Bildung. Investitionen also, die sofort Leben retten würden. Aber, solange die CO₂-Bilanz stimmt, sind uns Umwelt und Menschheit egal!!!

Nach Angaben des Entwicklungshilfe-Ministeriums hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr rund 6,3 Milliarden Euro Steuergeld an bedürftige Länder für CO₂-Minderungsprojekte und Anpassungsmaßnahmen überwiesen. Hinzu kamen noch mal knapp 3,54 Milliarden Euro an „Marktmitteln“, die den Entwicklungsländern über verbilligte Darlehen zur Verfügung gestellt wurden. Insgesamt beliefen sich die deutschen Klimahilfen im vergangenen Jahr auf 9,95 Milliarden Euro (https://www.welt.de/wirtschaft/plus248952208/Zahlmeister-des-Klimaschutzes-Deutschland-zahlt-weit-mehr-als-es-muesste.html).

Mittlerweile geht es mit der deutschen Wirtschaft rapide bergab, wie die vielen Unternehmensinsolvenzen zeigen, über die die deutsche Presse täglich berichtet (siehe: EIKE: „Außer Spesen nichts gewesen“, Teil 2).

 




Die neue französische Regierung unter Gabriel Attal macht ernst mit der Energie-Souveränität

Edgar L. Gärtner

Wie erwartet, hat die unbeliebte französische Premierministerin Elisabeth Borne am Abend des 8. Januar 2024 Staatspräsident Emmanuel Macron ihren Rücktritt angeboten und Macron hat diesen sofort angenommen. Nachfolger von Madame Borne wurde der erst 34 Jahre alte bisherige Erziehungsminister und Regierungssprecher Gabriel Attal. Dieser gilt als Klon Macrons, weil er wie dieser die Weihen als „Young Global Leader“ des World Economic Forums (WEF) in Davos empfangen hat. Er saß dort im Jahre 2020 zusammen mit der heutigen deutschen Außenministerien Annalena Baerbock, der zeitweiligen finnischen Ministerpräsidentin Sanna Marin und mit Alicia Garza, einer Mitbegründerin der rassistischen Black-Lives-Matter-Bewegung (BLM) in den USA in einer Lehrgangs-Klasse zusammen. Das heißt: Attal ist der direkte Repräsentant jener „Erleuchteten“, die uns ab 2030 den Fleischkonsum, Urlaubsreisen und den Privatbesitz von Pkws verbieten wollen.

Dennoch enthält die am 12. Januar von Attal vorgestellte neue Regierung einige Überraschungen, die von der grün-linken Politi-Szene als „Rechtsruck“ interpretiert werden. Für die Energie- und Klimapolitik ist nun nicht mehr das Umwelt- bzw. Energiewende-Ministerium zuständig, sondern das mächtige Wirtschafts- und Finanzministerium unter dem erfahrenen Super-Minister Bruno La Maire. Dieser gilt schon länger als überzeugter Anhänger der Kernenergie, musste aber aus wahltaktischen Gründen bislang hinter Grünen und Sozialisten zurückstehen. Bislang residierte die deutsche „Erneuerbaren“-Lobby in Gestalt des Office Franco-Allemand de la Transition Ecologique (OFATE) direkt in dem zuletzt von Agnès Pannier-Runacher geleiteten Energiewende-Ministerium. Der neuen deutlich verkleinerten Regierung gehört Pannier-Runancher nicht mehr an.

Staatspräsident Emmanuel Macron, der 2017 nicht zuletzt mithilfe massiver Unterstützung durch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und deren Berliner Gefolgsleute an die Macht gekommen war, hatte in de letzten Jahren versucht, den Konflikt zwischen den „Erneuerbaren“ und der Kernenergie zu entschärfen, indem er dafür sorgte, dass beide Alternativen vom Staat gleichermaßen finanziell gefördert wurden, obwohl das sinnlos ist. Denn Windräder und Photovoltaikanlagen erweisen sich selbst nach dem herrschenden grünen Weltbild durchaus nicht als „klimafreundlicher“ als Kernkraftwerke.

Im Unterschied zur Berliner „Ampel“ sind den Angehörigen der Herrschaftskaste in Frankreich selbstmörderische Aufopferungs-Fantasien für das „Weltklima“ eher fremd. Viele von ihnen träumen noch immer von einer Rückkehr zu Frankreichs einstiger weltpolitischer Bedeutung. Sie sehen deshalb in der Schwächung der deutschen Wirtschaft durch die zügellose Verarmungs- und Gängelungspolitik der Berliner „Ampel“ die Chance, diesem Ziel näher zu kommen. Schon im Februar 2022 hat Emmanuel Macron in einer viel beachteten Rede in der ostfranzösischen Industriestadt Belfort den neuerlichen Ausbau der Kernenergie angekündigt. Damals kündigte er den Bau von sechs neuen Groß-Kernkraftwerken des Tys EPR sowie eine Option von acht weiteren an. Auch modular aufgebaute kleinen Kernkraftwerken (SMR) sollten eine Chance bekommen. Lange ließ Macron dieser Ankündigung keine Taten folgen. Noch immer galt das unter Macrons Amtsvorgänger François Hollande mit den Grünen und Linken vereinbarte Ziel, den Anteil der Kernenergie am nationalen französischen Strommix von über 70 schrittweise auf 50 Prozent zurückzufahren. Das ist nun vorbei. In dem bald zur parlamentarischen Beratung anstehenden Gesetzentwurf über die Energiesouveränität ist fürs erste von „erneuerbaren“ Energien keine Rede mehr, sondern nur noch von Technologieneutralität im Hinblick auf die Ansteuerung der Ziele des Pariser Klimaabkommens von 2015, zu dem sich die französische Regierung weiterhin uneingeschränkt bekennt.

Macron und seine neue Regierung haben den „Rechtsschwenk“, den ihr die Linksgrünen vorwerfen, sicher nicht ganz freiwillig vollzogen. Vielmehr mussten Macron und seine Berater davon Kenntnis nehmen, dass er mit seiner grünen und extrem EU-freundlichen Politik nicht nur in der Nationalversammlung, sondern erst recht bei der breiten Wählerschaft über keine Mehrheit verfügte. Die bisherige Premierministerin Elisabeth Borne hatte nach der für Macron und seine Partei „Renaissance“ ungünstig ausgegangenen Parlamentswahl vom Mai 2022 die undankbare Aufgabe übernommen, wichtige Reformvorhaben wie vor allem die Absenkung des Rentenalter6s mithilfe des von General de Gaulle in die Verfassung der V. Republik eingeführten Artikels 49.3 durchzupeitschen. Dieser erlaubt es der Regierung, im Falle eines parlamentarischen Patts, Gesetze ohne Zustimmung der Parlamentsmehrheit durch Notverordnungen zu erlassen. Elisabeth Borne benutzte den Art. 49.3 der Französischen Konstitution in ihrer kurzen Amtszeit von einem Jahr,  sieben Monaten und einigen Tagen ganze 23 mal! Das führte dazu, dass sie am Ende kaum noch ernstgenommen wurde.

Macron entschloss sich deshalb, das ebenso umstrittene neue Einwanderungsgesetz mit deutlich strengeren Vorgaben nicht mehr mithilfe einer Notverordnung zu erlassen, sondern einen Kompromiss mit der rechten Parlamentsmehrheit zu suchen. Dabei gingen ihm bereits einige seiner linken Minister und Anhänger von der Fahne. So musste sich Macron, um sich an der Macht halten zu können, nun zu einem „Rechtsruck“ entschließen. Neben der Entmachtung des Energiewendeministeriums und der Rückkehr zur Kernenergie zeigt vor allen die Ernennung von Rachida Dati, der ehemaligen Justizmisterin des rechten Präsidenten Nicolas Sarkozy, zur neuen Kulturministerin, wohin der Hase läuft. Die Einwanderer-Tochter Dati, deren Eltern aus Marokko und Algerien stammen und die auf einer katholischen Privatschule erzogen wurde, ist dafür bekannt, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Sie wird folglich von der linken Kulturszene als Provokation empfunden. Das gilt wohl auch für Catherine Vautrin, die neue konservative Ministerin für Arbeit und Gesundheit, die den durch den Corona-Schwindel kompromittierten Regierungssprecher und ehemaligen Gesundheitsminister Olivier Veran ablöst.

Warum hat sich Macron für die Ernennung für die Ernennung eines vor allem international noch weitgehend unerfahrenen blutjungen jungen Mannes zum Premierminister entschieden? Der tiefere Grund dafür dürfte im kommenden Wahlkampf zu finden sein. Nicht wenige Beobachter der politischen Entwicklung in Frankreich gehen davon aus, dass Präsident Macron im Spätsommer nach den Wahlen zum Europa-Parlament und dem Ende der prestigeträchtigen Olympischen Spiele von Paris, die den französischen Staat Milliarden kosten werden, die Nationalversammlung auflösen und Neuwahlen ausrufen wird. Dann wird der Jungspund Attal dem mit 28 Jahren noch jüngeren politischen Naturtalent Jordan Bardella gegenüber stehen. Der Migrantensohn mit algerischen und italienischen Wurzeln wurde als Vorsitzender der Le-Pen-Partei Rassemblement National (RN) im vergangenen Jahr zum beliebtesten Politiker Frankreichs gekürt.

Im Unterschied zu Attal, der aus dem schicken Pariser Westen stammt, kommt Bardella aus der vorwiegend von Mietskasernen des Sozialwohnungsbaus dominierten Stadt Drancy im verrufenen Département Seine-Saint-Denis im Nordosten der französischen Hauptstadt. Der durchtrainierte Aikido-Kämpfer hat mit seinem seriösen Auftreten wesentlich dazu beigetragen, die Le-Pen-Partei vom Schwefelgeruch zu befreien und ist zum Hoffnungsträger für die Benachteiligten in den Banlieues geworden. Kein Zweifel: Attal wird es sehr schwer haben in diesem Wahlkampf. Deshalb bedauern es manche, dass der durchaus talentierte junge Mann schon in so jungen Jahren verheizt wird.

 




Kernenergie – ein Segen für die Menschheit

-Nur Deutschland will sie nicht haben-

von Klaus Ridder (Dipl.-Ing.)

Die Bevölkerung unserer Erde nimmt stetig zu. Mehr Menschen brauchen mehr Energie. Die Ressourcen zur Energieerzeugung wie Kohle, Gas und Öl werden weniger. Mit ‚Windmühlen‘ und Photovoltaik, die nur begrenzte Zeit Energie liefern, kann man das Problem nicht lösen, auch nicht mit Bio-Masse oder in Deutschland auch nicht mit Wasserkraft. Doch mit der friedlichen Nutzung der Kernenergie sind nicht alle Menschen einverstanden. Es werden ideologische Barrieren aufgebaut. Warum eigentlich?

Geschichte

Schon im alten Griechenland suchten die Gelehrten nach kleinsten Teilen der Materie. Sie nannten sie „Atome“, das bedeutet „Das Unteilbare“, daran glaubte man 2 Jahrtausende. Erst im letzten Jahrhundert erkannten Physiker, dass man Atome auch spalten kann und dabei wurde sogar Energie freigesetzt. Eine neue Ära der Energieerzeugung begann, als es dem deutschen Forscher Otto Hahn 1938 rein zufällig gelang, Uran-Atomkerne zu spalten.

Bild 1: Der deutsche Physiker und spätere Nobel-Preisträger Otto Hahn entdeckte 1938 die Kernspaltung von Uran.

Die Nachricht von den unheimlichen Kräften, die in Uran-Atomen steckten, drang rasch zu den Wissenschaftlern in anderen Ländern und es wurde eifrig geforscht. Auch dachte man darüber nach, wie man die enorme Energie zu militärischen Zwecken einsetzen konnte. Man baute in den USA noch während des Zweiten Weltkriegs eine Atombombe und setzte diese nach der deutschen Kapitulation am 06.08.1945 beim Krieg gegen Japan in der Stadt Hiroshima ein. Über 200.000 Menschen starben dabei und mehr als 100.000 wurden schwer verletzt.

Die Bombe von Hiroshima hatte gezeigt, wie todbringend man Kernenergie anwenden kann.

Bild 2: Im August 1945 wurde auf die japanische Stadt Hiroshima die erste Atombombe abgeworfen. Das Denkmal dafür

Besorgte Gesichter bei den Wissenschaftlern, so hatte man sich den Beginn des „Atomzeitalters“ nicht gewünscht.

Ich selbst habe die Gedenkstätte in Hiroshima besucht, es war grauenvoll, was sich da abgespielt hatte.

Doch neben der militärischen Weiterentwicklung der Atombombe wurde auch versucht, die Kernspaltung für friedliche Zwecke zu nutzen. In Wien wurde eine UN-Tochter, die Internationale Atomenergie Organisation (IAEO) gegründet, die die friedliche weltweite Nutzung der Kernenergie beaufsichtigen sollte.

Entwicklung der Kernenergie in Deutschland

Das Atom barg aber noch viele Geheimnisse. Man war bestrebt, die enorme Energie aus der Kernspaltung für das tägliche Leben nutzbar zu machen. Daran arbeiteten viele Wissenschaftler in aller Welt – mit großen Erfolg. Es entstanden Kernreaktoren, mit denen man Strom erzeugte, baute Schiffe mit „Atommotoren“ (Frachtschiff Otto Hahn, Eisbrecher und U-Boote) und nutzte radioaktive Stoffe auch in der Medizin.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Kernforschung von den Alliierten nach dem verlorenen Krieg ab 1955 gestattet, gleichwohl wurde bereits 1961/62 in Kahl (Bayern) das erste deutsche Kernkraftwerk in Betrieb genommen. Und es ging weiter. Auch in der DDR entstanden in Lubmin (5) und Rheinsberg (1) Kernkraftwerke, insgesamt waren mal bis vor der Wende (1990) 32 Kernreaktoren (manche Kernkraftwerke hatten mehrere Kernreaktoren, in Lubmin waren es sogar 5 in Betrieb und weitere im Bau.

Eine beispiellose Erfolgsgeschichte, doch diese Erfolgsgeschichte fand aufgrund politischer und juristischer Querelen und Anti-Atom-Protesten keine Fortsetzung und endete, um es vorwegzunehmen, mit der Abschaltung der letzten 3 Kernreaktoren am 15.04.2023.

Bild 3: 2023 gingen die letzten deutschen Kernkraftwerke (KKW) vom Netz, hier das KKW in Neckarwestheim. Hier der Abtransport abgebrannter  Brennelemente.

Politik hat versagt

Der friedlichen Nutzung der Kernenergie wurde ein hoher Stellenwert als zukunftsorientierter Wirtschaftsbereich eingeräumt, man sah eine Alternative zu den bisher verwendeten Energieträgern Kohle und Wasserkraft. 1955 wurde sogar ein Bundesministerium für Atomfragen eingerichtet, dessen erster Minister kein geringerer als der bayerische Politiker Franz Josef Strauß war. Es gab sogar ein Atomprogramm. Es entstand eine Euphorie pro Kernenergie. Deutsche Firmen wie Siemens waren führend in der Kerntechnik.

Doch die Zustimmung wandelte sich im Verlaufe der Jahre bis zur Wiedervereinigung in der Bundesrepublik Deutschland, nicht aber in der DDR. Es entstand aus der Anti-Atombewegung, auch mit Unterstützung der Kirchen, sogar eine eigene Partei – die GRÜNEN.

Begonnene Vorhaben im Zusammenhang mit der friedlichen Nutzung der Kernenergie wurden eingestellt, dazu gehören der Schnelle Brüter in Kalkar (1991), die Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf (1989), die MOX-Brennelementefabrik in Hanau (1991), das Kernkraftwerk in Mülheim-Kärlich (1988), der Thorium-Hochtemperatur-Reaktor(THTR) in Hamm-Uentrop (1989) sowie der DDR-Kernkraftwerke in Lubmin und Rheinsberg (1990).

Bild 4: Der Kugelhaufenreaktor (THTR) war eine deutsche Erfindung, hier ein Modell. Sein Betrieb wurde unter dem damaligen NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau 1989 eingestellt. Das System wurde in China nachgebaut.

Risiken

Das Leben ist mit Gefahren verbunden – das war schon immer so. Und Risiken im Zusammenhang mit der Energieerzeugung gibt es viele: Staudämme können brechen, der Abbau von Kohle in Bergwerken ist sehr gefährlich (tausende Tote jährlich), Windkrafträder können brennen und Flügel verlieren, Öl-Tanker können stranden usw.

Wegen des kerntechnischen Anlagen innewohnenden Gefährdungspotentials ist für alle Bereiche des Umgangs mit radioaktiven Stoffen als eigenes rechtliches Instrumentarium das Atomgesetz geschaffen worden. Sein Zweck: Schutz der Bevölkerung vor den Gefahren der Kernenergie. In der Kerntechnik wurde – erst- und einmalig in dieser systematischen und umfassenden Weise – eine Sicherheitskonzeption derart entwickelt, dass auf Grund theoretischer Überlegungen und wissenschaftlicher Untersuchungen mögliche Störfälle vorausgesehen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen eingeplant werden. Über die Einhaltung der Schutzmaßnahmen wachen die Gutachter der Länder und die Reaktorsicherheitskommisssion der Bundesregierung.

Spricht man über Gefahren im Zusammenhang mit der Kernenergie, so kommen spontan 2 Namen: Tschernobyl und Fukushima. Ich werde mal versuchen, beide Ereignisse darzustellen und auch die Risiken beim Transport mit einzubeziehen.

Tschernobyl am 26.05.1986

Der Unfall im russischen Kernkraftwerk Tschernobyl war eine sehr große Katastrophe und Teile Europas wurden, teilweise bis hoch nach Skandinavien, mit einer „radioaktiven Wolke“ überzogen. Laut Untersuchungen der IAEO kamen 41 Personen ums Leben und viele Personen (8.000?) wurden durch radioaktive Strahlen verletzt.

Die Ursache war ein vorsätzlich falsches Verhalten des Betriebspersonals in der Leitzentrale. Das führte dazu, dass der Kernspaltungsprozess außer Kontrolle geriet und einen GAU (= größer anzunehmender Unfall) auslöste.

In einem Kernkraftwerk deutscher Bauart hätte ein solcher Unfall rein technisch nie passieren können.

Fukushima (11.03.2011)

Ein Tsunami löste vor der japanischen Küste eine Welle aus, die die Küste rund um das Kernkraftwerk Fukushima zerstörte und im Kernkraftwerk das dort vorhandene Kühlsystem außer Betrieb setzte. Das führte zu einem GAU.

Etwa 20.000 Menschen wurden durch den Tsunami getötet, im Kernkraftwerk ertrank eine Person. Keine Person wurde durch Strahlung getötet.

In einem Kernkraftwerk deutscher Bauart hätte ein solcher Unfall rein technisch nie passieren können.

Transporte

Transporte mit radioaktiven Stoffen werden immer als besonders gefährlich dargestellt. Dem ist nicht so! Dank der Empfehlungen der IAEO sind die Transporte so sicher, dass es weltweit in 70 Jahren keinen Unfall mit Freisetzung radioaktiver Stoffe gegeben hat. Weltweit hat es beim Transport radioaktiver Stoffe also keinen Toten gegeben und niemand wurde signifikant durch Strahlung geschädigt.

Bild 5: CASTOR Transportbehälter sind eine deutsche Erfindung und unfallsicher. Hier ein BAM-Test im Jahre 1978

Weltweit immer mehr Kernkraftwerke

In Sachen Energie aus Kernkraftwerken ist Deutschland mit dem Ausstieg eine Art ‚Geisterfahrer‘.

Derzeit sind laut der jüngsten IAEO-Jahresprognose 437 Kernkraftwerke in Betrieb und 53 im Bau in 19 Ländern, darunter 9 in Bangladesch, Weißrussland, der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese Länder haben sich erstmals für die nukleare Stromerzeugung entschieden.

Bild 6 In anderen Ländern, hier der Schweiz, werden weiterhin KKW (z.Zt.437) betrieben und noch weiter neue gebaut

„Die jüngsten IAEO-Jahresprojektionen zeigen, dass die Kernenergie weiterhin eine Schlüsselrolle im kohlenstoffarmen Energiemix der Welt spielen wird. In unserem High-Clase-Szenario wird sich die globale nukleare Stromkapazität bis 2050 nahezu verdoppeln. Der Klimaschutz bleibt ein wesentlicher potenzieller Treiber für die Aufrechterhaltung und Ausweitung der Nutzung der Kernenergie“, sagte IAEO-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi.

Endlagerung nur ein politisches Problem

Im Zusammenhang mit der friedlichen Nutzung der Kernenergie kommt immer das Argument auf, dass die Endlagerung abgebrannter Brennelemente ja nicht gesichert sei.

Fakt ist, dass andere Länder wie beispielsweise Schweden und auch Finnland die Endlagerung gelöst haben und in Schweden ist der Besuch des Endlagers in Forsmark (nördlich von Stockholm an der Ostseeküste) sogar ein touristisches Erlebnis.

Ein Bild, das draußen, Gebäude, Kleidung, Haus enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Bild 7..Endlagerung in Schweden: Das Endlager im schwedischen Forsmark ist betriebsbereit und eine Touristen Attraktion. Man meldet sich im Touristbüro an und fährt mit einem Bus 600m runter ins Endlager.

In Deutschland ist und bleibt die Endlagerung überwiegend ein politisches Problem – und das wird noch Jahrzehnte dauern Mitt der Beendigung der Standortuntersuchung Gorleben und einer erneuten Standortauswahl und -erkundung wird die Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen in diesem Jahrhundert unwahrscheinlich. Die Bereitstellung eines Endlagers ist und bleibt eine staatliche Verpflichtung.

2001 wurde die Erkundung des vorgesehenen Endlagers Gorleben vom damaligen Umweltminister Jürgen Trittin eingestellt. Im Moratorium, mit dem die Einstellung besiegelt wurde, steht geschrieben „Es liegen keine Anhaltspunkte vor, dass Gorleben nicht geeignet ist.“ Heute wird immer noch nach einem Endlager gesucht – dazu wurde eine sog. Findungskommission gegründet.

Ein Bild, das Kleidung, Fahrzeug, Person, Rad enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Bild 8 Die Erkundungsanlage im Salzstock Gorleben wurde 2001 eingestellt

Zurzeit wird auch an den jeweils außer Betrieb genommenen Kernkraftwerken zwischengelagert, obwohl es 3 Zwischenlager in Aahaus, Lubmin und Gorleben gibt. Die dezentralen Zwischenlager müssen rund um das Jahr bewacht werden und das kostet jährlich viele Millionen Euro.

Bild 9 Gorleben war eines der 3 geplanten Zwischenlager. Die Halle mit den Behältern ist nicht voll, weil Behälter mit den abgebrannten Brennelementen kostenaufwendig an den Kernkraftwerken zwischengelagert werden

Resümee

Bis auf weiteres kann weltweit aufgrund zunehmender Bevölkerungszahl die Energieversorgung nur mit Kernkraftwerken gelöst werden. Der deutsche Ausstieg aus dieser Art der Energieerzeugung ist unverantwortlich.

Dipl.-Ing.Klaus Ridder

Bild 10: Dipl.-Ing Klaus Ridder  ist Experte für den Transport gefährlicher Güter.und Chairman der Arbeitsgemeinschaft Energie und Umwelt – die Realisten (www.ageu-die-realisten.com )

 




Die MINT-freie Übernahme von IPCC-Wahrheiten führt zur intellektuellen Selbstverbrennung

Uli Weber

Mit den Kommentaren ist das immer so eine Sache. Einerseits freut sich jeder Autor über ein positives Feedback auf seinen Artikel, andererseits sind manche Kommentare/Kommentatoren einfach nur nervig. Grob betrachtet steuert etwa ein Viertel der Kommentare etwas Konstruktives zu dem betreffenden Artikel bei, sei es direkt zum Thema oder zum allgemeinen Verständnis. Ein weiteres Viertel besteht aus der Fortführung von Diskussionen oder Auseinandersetzungen zwischen Protagonisten unterschiedlicher Lager oder Auffassungen aus vorherigen Kommentarverläufen, die oftmals schwer zu verfolgen sind. Das nächste Viertel der Kommentare besteht im weitesten Sinne aus Selbstdarstellungen der betreffenden Kommentatoren oder deren erneuter Darstellung ihrer unveränderlichen Positionen. So wird beispielsweise andauernd die Benutzung eines völlig unsinnigen Begriffs aus dem hysterischen Klima-Mainstream in Frage gestellt, und zwar ungeachtet der Tatsache, dass ohne die Benutzung eben dieses Begriffs durch Realisten die Erklärungshoheit gegenüber der betrogenen Öffentlichkeit allein bei den Alarmisten verbleibt.

Das letzte Viertel schwankt dann zwischen Impertinenz und Aggression gegen den Autor bzw. dessen Thesen und/oder verbreitet aus Absicht oder Unvermögen falsche Aussagen zum Thema. Die beiden letzteren Gruppen sind nicht trennscharf auseinanderzuhalten, weil sie inhaltlich und in der Form ihrer Äußerungen in einander übergehen. Nachfolgend schildert der Autor mal ganz wertfrei ein konkretes Beispiel. In dem EIKE-Artikel CO2-Versuch zum Treibhauseffekt[1] von A. Agerius heißt es, Zitat:

Existiert ein aus einer Gegenstrahlung hervorgerufener Treibhauseffekt, müsste ein Anstieg des CO2-Gehaltes in der Luft eine messbare Temperaturerhöhung verursachen. Für einen CO2-Anstieg auf über 6.000 ppm entspräche dies Konzentrationen, wie sie vor 550 Millionen Jahren auf der Erde im Cambrium[2] herrschten. Die Globaltemperatur betrug damals in den geologischen Warmzeiten der Erde über 30 °C. Für einen Treibhauseffekt aus Gegenstrahlung würde man in einem Ursache-Wirkungszusammenhang – wie ihn die „settlet theory“ propagiert ‑ bei einem Konzentrationsanstieg von 400 ppm auf über 6.000 ppm einen Temperaturanstieg von 15 °C auf über 30 °C erwarten…“

Die Aussage von Agerius lautet also, dass bei einer Erhöhung des atmosphärischen CO2-Gehaltes um den Faktor 15 der vorgebliche Treibhauseffekt aus einer ominösen Gegenstrahlung die sogenannte „gemessene globale Durchschnittstemperatur“ von 15°C auf über 30°C erhöhen müsste. Diese Aussage wird in der Kommentarfunktion dann von einem Michael Krüger am 4. Januar 2024 um 13:17 Uhr mit Angabe von etwa einem Viertel des von Agerius genannten Temperaturanstiegs unter Berufung auf den IPCC in Frage gestellt, Zitat:

Für einen Treibhauseffekt aus Gegenstrahlung würde man in einem Ursache-Wirkungszusammenhang – wie ihn die „settlet theory“ propagiert ‑ bei einem Konzentrationsanstieg von 400 ppm auf über 6.000 ppm einen Temperaturanstieg von 15 °C auf über 30 °C erwarten [dort als Zitat gekennzeichnet].

Auch das ist nicht richtig. Gemäß IPCC-Formel ergibt sich bei einer Erhöhung des CO2 von 400 auf 6.000 ppm in der gesamten Atmosphäre im neuen Gleichgewicht, ohne Rückkopplungen:

dT = 5.35 x 0.27 x ln (6.000 / 400) = 3,9 °C Erhöhung.

Und das erst nach einer Climate-Respose-Time von bis zu 10 Jahren.“

Die vorstehende Berechnung ist mathematisch durchaus richtig, aber bildet die angegebene Funktion auch wirklich die physikalischen Vorgaben des IPCC für den vorgeblichen Einfluss der CO2-Verdoppelung auf die sogenannte Globaltemperatur korrekt ab?

Schaunmermal:

Auf dem Bildungsserver heißt es über die Klimasensitivität, leicht bearbeitetes Zitat:

Die Klimasensitivität wird in °C angegeben und steht für die Temperaturänderung, die die Erde bei einer Verdoppelung des vorindustriellen CO2-Gehalts erfahren würde. Eine Verdoppelung des CO2-Gehalts der Atmosphäre von 280 ppm vorindustriell auf 560 ppm wird ohne weitere Maßnahmen gegen die Emission von anthropogenen Treibhausgasen um 2060 erwartet. Gegenwärtig liegt die CO2-Konzentration bei 416 ppm. D.h. etwa der halbe Weg zu einer Verdoppelung ist bereits erfolgt.

Dort wird auch der Unterschied zwischen ECS und TCR erklärt, Zitat:

ECS: Die Gleichgewichts-Klimasensitivität (engl. ECS = equilibrium climate sensistivity) meint den Klimazustand, der eintritt, nachdem das Klimasystem sich an die doppelte Menge von CO2 in der Atmosphäre angepasst hat. Das kann hunderte bis über 1000 Jahre dauern, vor allem weil der Austausch der Erwärmung der Atmosphäre mit der des Ozeans (Erwärmung des Ozeans) sehr langsam erfolgt.

TCR: Die transiente Klimasensitivität bezieht sich auf die Erwärmung zum Zeitpunkt der CO2-Verdoppelung. Dabei geht man von einer Zunahme des Kohlendioxids von 1% jährlich aus. Die Erwärmung ist geringer, weil die Verteilung der Wärme zwischen Ozean und Atmosphäre noch keinen Gleichgewichtszustand erreicht hat.“

Die Klimasensitivität KS von CO2 ist also die Temperaturerhöhung in [°C] pro Verdoppelung des atmosphärischen CO2-Gehaltes oder: KS2xCO2 = ΔT [°C]

Und jetzt schauen wir uns noch einmal die Berechnung aus dem oben zitierten Kommentar an:

dT = 5.35 x 0.27 x ln (6.000 / 400) = 3,9 °C Erhöhung

Die Formel für die Klimasensitivität ΔTs von CO2 lautet nach IPCC (2001):

ΔTs = λ x α x ln (C/C0) in [°C]

mit α = 5.35 [W/m²] und λ = 0,5 °C per [W/m²]

Quelle IPCC (2001): Radiative Forcing of Climate Change 2001 – The Scientific Basis

Referenz: S. 354 and Tabelle 6.2

Lassen wir zunächst einmal die unterschiedlichen Werte für Lambda (λ) außen vor, und stürzen wir uns auf das Wesentliche: Es geht hier um einen konstanten Temperaturanstieg pro Verdoppelung des atmosphärischen CO2-Gehaltes. Dazu haben wir einen „Strahlungsantrieb“ Alpha (α) in [W/m²] für eine CO2-Verdoppelung sowie einen Temperaturanstieg Lambda (λ) in [°C / W/m²]. Der Term „ln(C/C0)“ soll jetzt also bei einer Verdoppelung des atmosphärischen CO2 von C0 ppm auf C=2xC0 ppm den erforderlichen Faktor „1“ liefern.

Kann das der Term „ln (C/C0)“ überhaupt?

Nein, denn „ln“ ist der natürliche Logarithmus zur Basis e = 2,718281828459!

Rechnenmermalmit„e“nach: Wir nehmen mal eine Klimasensitivität (α x λ) = 3°C/(2xCO2), ein C0 von 280 ppm und wollen wissen, um wie viel Grad Celsius die Temperatur bei 560 ppm CO2 ansteigt.

ΔTs = 3°C x ln (560 /280) = 3°C x ln2 = 3°C x 0,69314718 = 2,07944154°C

Wir gehen in die Berechnung von Delta T also mit einer Klimasensitivität von 3°C hinein und kommen bei Verdoppelung des atmosphärischen CO2-Gehaltes mit einem Temperaturanstieg von 2°C wieder heraus. Da ist also irgendetwas ganz gewaltig schief gelaufen, denn nach Vorgabe der Klimasensitivität soll die CO2-Verdoppelung ja nun mal 3°C ergeben. Und da es bei dieser Berechnung um ein Vielfaches von „2“ geht, wäre hier wohl auch eher der binäre Logarithmus angebracht, also schaunmermal:

ΔTs = 3°C x log2 (560 /280) = 3°C x log2 (2) = 3°C x 1 = 3°C

Unddannschaunmernochmalweiter: Im oben zitierten Kommentar wird mit α = 5.35 [W/m²] und λ = 0.27 [°C/ W/m²] gerechnet:

ΔT = 5.35 x 0.27 x ln (6.000 / 400) = 3,9 °C

Probe: ΔT = 1,4445°C x ln (15) = 1,4445°C x 2,7080502 = 3,912°C

Rein rechnerisch stimmt die Berechnung aus dem obigen Kommentar mit dem natürlichen Logarithmus also. Allerdings ergibt sich daraus dann eine völlig abwegige Klimasensitivität mit:

KS2xCO2 = 1,001, obwohl deren Eingangswert [5.35 x 0.27°C = 1,4445°C] betragen hatte.

Also rechnen wir mal mit dem binären Logarithmus und den beiden unterschiedlichen Lambdas:

λ = 0,27°C per [W/m²]: ΔT = 5.35 x 0.27 x log2 (6.000 / 400) °C = 1,854 °C x log2 (15) = 7,244°C

λ = 0,5°C per [W/m²]: ΔT = 5.35 x 0.5 x log2 (6.000 / 400) °C = 2,675 °C x log2 (15) = 10,451°C

Aber was ist mit der vom IPCC vorgegebenen Schwankungsbreite für die Klimasensitivität KS2xCO2? Im IPCC AR6, Section 3, Kapitel 3.1.1. Long-term Climate Change auf Seite 68, 1. Absatz heißt es dazu:

Der wahrscheinliche Bereich der Gleichgewichtsklimasensitivität wurde auf 2,5 °C bis 4,0 °C eingeengt (mit einer besten Schätzung von 3,0 °C).“

Bei KS2xCO2 = λ x α = 3,0°C und dem binären Logarithmus liegt die Berechnung etwa 3°C unter den von Agerius angegebenen 15°C. Der hatte für seine Aussage aber gar keine CO2-Klimasensitivität vorgegeben, rechnen wir also mal mit KS2xCO2 = λ x α = 4,0°C:

ΔT = 3,5 x log2 (6.000 / 400) °C = 4,0°C x log2 (15) = 15,63°C

Die ursprüngliche Frage lautete, ob nach der IPCC-Treibhaustheorie ein atmosphärischer CO2-Konzentrationsanstieg von 400 ppm auf über 6.000 ppm eher einen Temperaturanstieg von 15 °C (Agerius) oder 3,9 °C (Krüger) ergeben würde. Nun, mit einer KS2xCO2 = 4,0°C erhalten wir bei einer Berechnung nach der IPCC-Formel mit dem binären Logarithmus tatsächlich einen Temperaturanstieg von über 15°C. Damit wird also die Aussage von Agerius voll bestätigt, während sich mit einer korrekten binären Berechnung auf Grundlage der besten IPCC-Schätzung von KS2xCO2 = 3,0°C mit ΔT = 11,7°C bereits der dreifache Wert des fragwürdigen MINT-freien Ergebnisses aus Krügers Kommentar ergibt.

Triggerwarnung vor einem altweißen Machospruch! In einer längst vergangenen Zeit, als es noch reine Männerjobs gab, pflegte man eine solche fehlerhaft-besserwisserische Selbstdarstellung unter der Rubrik „Keine Haare am Sack, aber mit’m Arsch vordrängeln“ zu subsummieren. Aber im wokesten Habockistan aller Zeiten ixen wir diesen altweißen Machospruch mal ganz schnell wieder aus: Xxxxx Xxxxx xx Xxxx, xxxx xxx’x Xxxxx xxxxxxxxxxx!

Schlussbemerkung des Autors: Man kann, wie vorstehend nachgewiesen, mit den Angaben vom IPCC rechnen, man kann diese Angaben auch korrigieren und man erhält sogar irgendwelche rechnerischen Ergebnisse. Der Autor betont aber nachdrücklich, dass er weder an die jungfräuliche Geburt der Klimakirche glaubt, also dass CO2 aus sich selbst heraus Energie erzeugen kann, noch an die Erwärmung unserer Erde durch eine klimareligiöse Segnung ihrer eigenen Abstrahlung. Ersteres verletzt den Ersten Hauptsatz der Thermodynamik und Letzteres den Zweiten.

PS. @ Peter Puschner, Prof. Dr.-Ing. am 3. Januar 2024 um 12:51 Uhr: Mit Ihren Vorgaben wäre dieser Artikel nicht möglich gewesen, Zitat:

Alle Berechnungen mit Globaltemperaturen sind falsch, besonders, wenn man dann auch noch das S-B-Gesetz bemüht. Für das „Falsche“ gibt es mehrere Gründe:

Eine Globaltemperatur ist eine Erfindung, sie beruht nicht auf anerkannter Physik. Sie dient nur dazu, das komplexe Klima-Geschehen an einer einzigen Zahl mit Stellen hinter dem Komma festzumachen und erklären zu wollen.“

Machen Sie was draus, das ein Umdenken der breiten Mehrheit bewirken kann!