Nichts passt mehr zusammen in der EU

Das gilt besonders für die Stromnetze

von Edgar L. Gärtner

Um Europa steht es nicht gut. Das gilt insbesondere für das Gebilde „Europäische Union“ (EU). Will man den Hauptakteuren der EU, die heute offenbar alle aneinander vorbeireden, keine bösen Absichten unterstellen, bleibt als Erklärung nur diese Vermutung: Jeder Einzelne von ihnen weiß im Grunde nicht, was er will. Aber einig sind sie sich alle über das, was sie nicht wollen: die Wahrheit über den geistigen Zustand und die wirtschaftlichen Perspektiven Westeuropas. Diese Wahrheit vernimmt man heute eher jenseits des Atlantiks als aus dem Mund europäischer Spitzenpolitiker.

Konstruktiver europäischer Aufbruch

Dabei hat die westeuropäische Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg durchaus faktenbasiert und konstruktiv begonnen. Den Gründervätern des nach Westen orientierten Nachkriegs-Europa wie vor allem den Franzosen Jean Monnet und Robert Schumann war bewusst, dass die enormen Kriegsschäden, unter denen fast alle europäischen Länder litten, nur mithilfe eines starken Wirtschaftswachstums überwunden werden konnten. Um diesem den Weg freizumachen, bedurfte es billiger Energie im Überfluss. Aus diesem Grunde setzten sich die beiden Franzosen mit Spitzen-Beamten der ersten Bonner Bundesregierung unter Konrad Adenauer zusammen, um jenseits der Feindbilder des Krieges die Gründung der „Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)“, bekannt als Montanunion auszuhandeln. Diese wurde im Jahre 1952 gegründet.

EWG und EURATOM

Die offizielle deutsch-französische Aussöhnung in Gestalt des zwischen dem französischen Staatspräsidenten General Charles de Gaulle und des deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer am 22. Januar 1963 feierlich abgeschlossenen Élysée-Vertrages kam zwar erst später, aber in der Zwischenzeit kam es zwischen den Regierungen von sechs westeuropäischen Ländern zu wachsender Annäherung in der Wirtschafts- und Energiepolitik. 1957 unterzeichneten die Regierungen von Deutschland, Frankreich, Italien und den Benelux-Staaten in Rom den Vertrag über die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Deren Hauptziel war die Förderung des Handels zwischen den Mitgliedsländern. Dabei lag wegen des damals noch großen Anteils der Landwirtschaft an der Wertschöpfung der Volkswirtschaften zunächst der Schwerpunkt auf Agrarprodukten.

Aber die Frage einer zuverlässigen und bezahlbaren Energieversorgung wurde dabei nicht vergessen. Parallel zur Vorbereitung der EWG-Gründung verständigten sich die Regierungen darüber, die Kohle-Verstromung nur als Übergangslösung zu betrachten. Sie setzten (vor allem auf Druck Frankreichs, wo die Entwicklung der Kernenergie zunächst vom bekannten Pazifisten Frederick Joliot-Curie vorangetrieben wurde) auf die Atomenergie. 1957 kam es zum Abschluss des EURATOM-Vertrages. Aber auch in Deutschland gab es nach dem Abbruch der Entwicklung von Kernreaktoren unter der Naziherrschaft (die wahrscheinlich weiter gediehen war, als die offiziellen historischen Darstellungen ahnen lassen) eine Lobby für die Erschließung der Atomenergie, die damals tatsächlich so hieß. (Ich wohne in Bad Nauheim in Mittelhessen selbst in einem Haus, das nach dem Krieg vom Kernphysiker Prof. Robert Jäger und dessen Bruder, dem Komponisten Willy Jäger erbaut wurde, wie eine Bronzetafel an der Fassade ausweist. Jäger gilt als einer der „Väter“ des bundesdeutschen Atomprogramms unter Franz Josef Strauß.) Leider wurde der parallele Weg zwischen dem Aufbau der EWG und dem Ausbau von EURATOM später verlassen. Einer der wichtigsten Gründe für die Anstrengungen Westeuropas, eine preisgünstige Energieversorgung aufzubauen, war selbstverständlich der Kalte Krieg (Systemwettbewerb) mit dem kommunistisch beherrschten Osten. Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Volkswirtschaften im Osten ließen diese Anstrengungen sichtbar nach und der von enttäuschtem Narzissmus genährte Selbsthass der Grünen begann sich in Form der Kohlenstoff-Phobie durchzusetzen.

2001: Die EU beginnt, Grün zu werden

Davon zeugt der Ausgang des Europäischen Rates von Barcelona im Jahre 2001. Auf einmal ging es im Grunde nicht mehr um die Sicherstellung einer preiswerten Energieversorgung als Basis für rasches Wirtschaftswachstum, sondern um die Verknappung und Verteuerung der Energie durch den Ausbau der unzuverlässigen, weil wetterabhängigen „dekarbonisierten“ Energiequellen Wind und Sonne. Das hätte die Stunde der Kernenergie sein können, da bei den bislang üblichen Atomkraftwerken über den gesamten Lebenszyklus nur 6 Gramm Kohlenstoffdioxid (CO2) je Kilowattstunde anfallen (Quelle), während Photovoltaik-Paneele zehnmal mehr CO2 produzieren. Doch die Kernenergie wurde von den Grünen aus uneinsichtigen Gründen verteufelt. Dabei decken alle zufallsabhängigen „Erneuerbaren“ zusammengenommen bis jetzt nicht mehr als 2,5 Prozent des europäischen Strombedarfs. (Tatsächlich hat die Klimaentwicklung wenig bis nichts mit dem CO2-Gehalt der Atmosphäre zu tun.)

Ich erinnere daran, dass ich wie der geniale Geo- und Astrophysiker Thomas Gold keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen „fossilen“ und biotischen Ressourcen sehe. Die Entscheidung der EU für die (vorgeblichen) „Erneuerbaren“ und die Abkehr von den „Fossilen“ impliziert aber die Abkehr von der historisch im Einklang mit dem Grad der Industrialisierung und Urbanisierung gewachsenen Elektrizitätserzeugung in zentralen Kraftwerken und die Rückkehr zu einer dezentralen Elektrizitätserzeugung, wie sie vor über 100 Jahren überwog. Diese bedarf aber einer Vervielfältigung der Übertragungsleitungen sowohl national als auch international. Während zwischenstaatliche Koppelstellen zwischen den Leitungsnetzen früher eher für seltene Notfälle ausgelegt waren, soll der zwischenstaatliche Elektrizitätstransport nun zur Dauereinrichtung werden. Um einen europäischen Binnenmarkt für Elektrizität für die inzwischen auf 27 Mitglieder angewachsene Europäische Union zu schaffen, legte der Europäische Rat zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine Kopplungskapazität zwischen den Stromnetzen der EU-Mitgliedsstaaten von mindestens 10 Prozent der installierten Produktionsleistung fest. Doch dieses Ziel wurde bis Ende 2025 von acht EU-Mitgliedsstaaten nicht erreicht. Währenddessen hat die EU-Kommission bereits beschlossen, bis 2030 das Ziel von 15 Prozent zwischenstaatliche Transportkapazität anzusteuern.

Zentrale und dezentrale Energiequellen passen nicht zusammen

Um das Ziel einer optimalen Vernetzung dezentraler Energiequellen zu erreichen, bedarf es nach Schätzungen des Europäischen Rechnungshofes bis 2030 Investitionen von fast 600 und bis 2050 fast 2.000 Billionen Euro. Denn viele schon fest geplante „Erneuerbaren“-Projekte warten wegen Leitungs-Engpässen noch auf ihre Genehmigung. Aber diese Investitionen finden nicht statt, weil sie wirtschaftlich unsinnig sind. Wer würde schon freiwillig Milliarden investieren, um überschüssigen Solarstrom von Spanien über Frankreich nach Deutschland zu leiten? (Das war übrigens eine der Ursachen für den Beinahe-Blackout, der im vergangenen Jahr Spanien heimsuchte.) Die EU-Kommission versucht, diesen Problemen mithilfe des im Dezember 2025 vorgestellten Programms „Grids Package“ zu begegnen. Doch Samuel Furfari, ehemaliger für Energie zuständiger hoher EU-Beamter, weist darauf hin, dass die Politik den Aufbau eines internationalen Stromnetzes nicht einfach dekretieren kann. Es braucht dafür Jahrzehnte.

Unter der Dysfunktionalität der gegenwärtigen unzureichenden Vernetzung zwischen „erneuerbaren“, d.h. zufälligen mit den zuverlässig steuerbaren Energiequellen Wasser- und Kernkraft leidet insbesondere Frankreich. Im vergangenen Jahr gab es wegen der wetterbedingten zeitweiligen Überproduktion von Solar- und Windenergie nicht weniger als 432 Stunden mit negativen Strompreisen. Dadurch drohen die Milliarden-Investitionen in den Bau von Kernreaktoren des Typs EPR2 unrentabel zu werden, denn diese sind auf eine hohe Zahl jährlicher Betriebsstunden ausgelegt. Die Investitionskosten der sechs in Frankreich geplanten EPR2-Reaktoren werden auf etwa 83 Milliarden Euro veranschlagt. Die Kernkraftwerke können, um die Überproduktion abzufangen, höchstens um 20 Prozent gedrosselt werden. Die Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen wird also in den kommenden Jahren weiter steigen, wenn nichts geschieht.

Deshalb erscheint es umso unverständlicher, dass der Entwurf für den nächsten französischen Zehn-Jahresplan der Energieversorgung (PPE3), der wegen der französischen Regierungskrise noch immer nicht verabschiedet ist, von einer Komplementarität zwischen planbaren und wetterabhängigen Energiequellen ausgeht. Aktuell zeigt es sich jedoch, dass beide schlicht inkompatibel sind. Sie ergänzen sich nur in seltenen Ausnahmefällen. Solange die EU-kommission unter Ursula von der Leyen das Dogma der Dekarbonisierung nicht aufgibt, kann wohl keine Ordnung in das europäische Zusammenspiel der europäischen Elektrizitätsnetze einziehen. Das erscheint umso dringender, als die EU mit ihrer Politik der Dekarbonisierung inzwischen weltweit allein dasteht.

 




Offshore-Windkraftanlagen stehlen sich gegenseitig den Wind: Erträge stark überschätzt

Bert Weteringe

Die Energieerträge von Offshore-Windkraftanlagen werden in nationalen Strategiepapieren bis zu 50 % überschätzt. Diese Schlussfolgerung basiert auf einer Analyse der Betriebsdaten von 72 Windparks.

Um die im Europäischen Green Deal festgelegten Netto-Null-Ziele zu erreichen, müssen Offshore-Windkraftanlagen einen wesentlichen Beitrag zur zukünftigen Energieversorgung Europas leisten – so lautet zumindest der Plan der europäischen Regierungen. Diese Pläne geraten jedoch aufgrund hoher Investitionskosten und Unsicherheiten hinsichtlich der Renditen ins Stocken, ist doch die Nachfrage geringer als erwartet. Am 30. Oktober teilte der scheidende Minister Hermans vom niederländischen Ministerium für Klima und grünes Wachstum (KGG) in einem Schreiben an das Repräsentantenhaus mit, dass keine Anträge auf Genehmigung für die Ausschreibung des Windparks Nederwiek I-A mit einer installierten Leistung von 1–1,15 Gigawatt eingegangen seien. Dieser Trend ist nicht auf die Niederlande beschränkt. So gab es beispielsweise im August keine Angebote für die zehn Gigawatt an Ausschreibungen, welche die deutsche Regierung für Offshore-Windprojekte veröffentlicht hatte. Hinzu kommt nun ein weiterer Rückschlag: Die Energieerträge von Offshore-Windkraftanlagen scheinen deutlich geringer zu sein als in den meisten nationalen Politikplänen angenommen.

„Die nationalen politischen Ziele zeigen Erwartungen an die Energieerzeugung, die bis zu 50 % über dem liegen, was realistisch erreicht werden kann“, folgert Carlos Simao Ferreira, Professor für Windenergiewissenschaft an der Technischen Universität Delft. Zusammen mit seinen dänischen Kollegen Gunner Chr. Larsen und Jens Nørkær Sørensen von der Technischen Universität Dänemark (DTU) veröffentlichte er am 21. November einen Artikel in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Cell Reports Sustainability. „Diese Studie legt eine physikalisch begründete Obergrenze für die Leistung von Windparks fest und zeigt, dass aerodynamische Einschränkungen eine grundlegende Obergrenze für die aus der marinen atmosphärischen Grenzschicht gewinnbare Energie darstellen“, so die Wissenschaftler weiter.

Dem Artikel zufolge entziehen die ständig wachsenden und immer dichter werdenden Windparks Energie aus dem unteren Teil der atmosphärischen Grenzschicht und beeinflussen diese Grenzschicht bis zu mehreren Kilometern über der Erdoberfläche. Die aus dem Luftstrom entnommene Energie muss aus den höheren Schichten der Atmosphäre wieder aufgefüllt werden, was jedoch aufgrund atmosphärischer Beschränkungen, die durch aus der Meteorologie und Geophysik bekannte physikalische Prinzipien bestimmt sind, nur in begrenztem Umfang möglich ist. Das bedeutet, dass sich Windkraftanlagen buchstäblich gegenseitig den Wind stehlen, wodurch die Effizienz von Windkraftanlagen mit steigender Anzahl weiter abnimmt. Die Wissenschaftler belegen dies mit einem validierten analytischen Modell, das die physikalische Obergrenze der Produktion von Offshore-Windparks definiert.

Sie erstellten ihr Modell auf der Grundlage der tatsächlichen Erträge von 72 großen Windparks in den Vereinigten Staaten, UK, Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden und verglichen die tatsächlichen Erträge der Windparks mit den theoretisch erwarteten Erträgen, die in nationalen Politikdokumenten in einer Reihe von Fallstudien dargelegt sind. In sieben der neun Fallstudien stellten sich die nationalen politischen Ziele für die Offshore-Windenergieerträge als deutlich überschätzt heraus. Zwei deutsche Windparks wurden leicht unterschätzt.

Die in der Veröffentlichung aufgezeigten Grenzen der Offshore-Windenergie sind nicht neu. Wissenschaftler der dänischen Universität und des deutschen Max-Planck-Instituts haben bereits zuvor davor gewarnt, dass die erwarteten Erträge aus Offshore-Windenergie um ein Drittel oder mehr sinken könnten, wenn die Offshore-Windenergie weiter ausgebaut wird. In einer Veröffentlichung der deutschen Organisation Agora Energiewende aus dem Jahr 2020, einem interdisziplinären und internationalen Team, das wissenschaftlich fundierte und politisch umsetzbare Strategien für den Wandel zur Klimaneutralität entwickelt, wurde gezeigt, wie die Effizienz von Windkraftanlagen mit zunehmendem Einsatz von Windenergie abnimmt. Darüber hinaus stellt Axel Kleidon, Physiker und Gruppenleiter am Max-Planck-Institut, in einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2021 in der „Meteorologischen Zeitschrift“ fest, dass die Energieerträge von Gebieten mit Windkraftanlagen, die mehr als 100 Quadratkilometer umfassen, bis zu zwölfmal niedriger sind als die von kleinen Windparks an prominenten Standorten, unabhängig von den technologischen Fortschritten bei Windkraftanlagen. Die Veröffentlichung in Cell Reports bestätigt nun diese früheren Erkenntnisse mit harten Zahlen.

Die Niederlande fallen dabei besonders auf: Mit einer Überschätzung der Einnahmen um 49 % bezeichnen die Wissenschaftler die Politik der niederländischen Regierung als „intern inkonsistent”. Der im Juli von der niederländischen Regierung veröffentlichte Nordsee-Windenergie-Infrastrukturplan (WIN) geht von einem Kapazitätsfaktor von 51 bis 56 Prozent aus – dies ist das Verhältnis zwischen der tatsächlichen Stromproduktion einer Windkraftanlage und dem maximal möglichen Ertrag im gleichen Zeitraum. Dies trotz Zahlen des niederländischen Statistikamtes (CBS), wonach der Kapazitätsfaktor von Windkraftanlagen im niederländischen Teil der Nordsee in den Jahren 2023 und 2024 bei 37 % bzw. 38 % lag. Die Delft-Publikation nennt dies als eindrucksvolles Beispiel dafür, wie „sich verändernde Ziele, Raumplanung und angenommene Leistungsfähigkeit mit physikalischen Einschränkungen in Konflikt geraten können”.

„Eine solche Überschätzung verschleiert nicht nur die tatsächlichen Energiekosten, sondern unterschätzt auch die Risiken der Stromschwankungen, der Integration und der Einspeisebeschränkungen und verzerrt die politischen Entscheidungsprozesse“, argumentieren die Wissenschaftler. Sie weisen außerdem darauf hin, dass die daraus resultierenden Mindereinnahmen im Strombereich „tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Wirtschaft haben könnten“. Die Wirksamkeit groß angelegter Investitionen in die Flexibilität des Stromnetzes und in die Speicherung von Windenergie – beispielsweise in Batterien und Wasserstoffproduktion – hängt in hohem Maße vom tatsächlichen Kapazitätsfaktor der Offshore-Windkraftanlagen ab. Nach Ansicht der Wissenschaftler wird sich die unzureichende Nutzung dieser Investitionen in Zukunft auf mehrere Generationen auswirken. „Die hohen Anforderungen an Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt bedeuten, dass Korrekturmaßnahmen für ein Land oder eine Region kostspielig oder undurchführbar werden könnten“, erklären sie.

Simão Ferreira et al., A theoretical upper limit for offshore wind energy extraction, Cell Reports Sustainability (2025), https://doi.org/10.1016/j.crsus.2025.100573 

Bert Weteringe

Bert Weteringe ist ein niederländischer Luftfahrtingenieur und Autor des Buches Downwind (2023), in dem er die Leser über die verheerenden Auswirkungen der Klimapolitik auf Gesellschaft und Natur informiert, insbesondere über die Auswirkungen der großflächigen Energieerzeugung mit Windkraftanlagen. Als unabhängiger Investigativjournalist konzentriert er sich vor allem auf die Energiewende. Auf seiner Website veröffentlicht er Nachrichten über die Energiewende und insbesondere über Windkraftanlagen.

Link: https://clintel.org/offshore-wind-turbines-steal-each-others-wind-yields-greatly-overestimated/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die globale Erwärmung begünstigte einst eine Seemacht, welche die Wikinger in den Schatten stellte.

Vijay Jayaraj

Welche Zivilisation blühte während dieser warmen mittelalterlichen Periode auf, und was ermöglichte ihr Aufstieg und Erfolg – sogar noch erfolgreicher als die nordischen Seefahrer? In diesem Artikel werden die Beweise analysiert und die Antworten auf diese Fragen gegeben.

Die Populärkultur ist voll von dramatischen Geschichten über Nordmänner, die in Pelzen frieren, Überfälle auf britische Klöster durchführen und die eisigen Randgebiete des Nordatlantiks befahren. Doch während die Wikinger an den schmelzenden Rändern Grönlands um ihr Überleben kämpften, entstand in der tropischen Wärme Südindiens ein weitaus raffinierterer, wohlhabenderer und mächtigerer Seefahrerkoloss.

Dies war das Chola-Reich.

Auf dem Höhepunkt ihrer Macht zwischen 985 und 1044 n. Chr. übte diese Dynastie eine Macht aus, welche die Streifzüge der Wikinger-Langschiffe wie Hinterhofscharmützel erscheinen ließ. Die Schiffe der Chola waren technologische Wunderwerke ihrer Zeit. Diese schwimmenden Festungen transportierten Kavallerie, Infanterie und Vorräte für mehrere Wochen über Tausende von Kilometern.

Die Cholas starteten eine See-Expedition gegen das Srivijaya-Reich – eine dominante Seemacht mit Sitz im heutigen Indonesien und auf der malaiischen Halbinsel. Dies war ein amphibischer Angriff Tausende von Kilometern von den Heimathäfen entfernt, eine logistische Meisterleistung, die mit den heutigen Marineoperationen konkurrieren kann. Sie stürzten Könige, sicherten sich die wichtige Handelsader der Straße von Malakka und sorgten dafür, dass Handelsgilden sicher vom Nahen Osten bis nach China Handel treiben konnten. An Land unterhielten sie eine stehende Armee mit Tausenden von Elefanten.

Die Cholas erbauten die majestätischen Great Living Chola Temples, die sich über ganz Südindien und die benachbarten Inseln erstreckten und heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Ohne Hilfe moderner Maschinen transportierten Elefanten riesige Felsbrocken aus einer Entfernung bis 100 km.

Die Gesellschaft der Cholas war mit einem Überfluss an Arbeitskräften, Nahrungsmitteln und Reichtum gesegnet. Aber wie konnte es dazu kommen?

Was ermöglichte es einer Zivilisation, den immensen Kalorien- und Wirtschaftsüberschuss zu erzielen, der für den Bau riesiger Steinmonumente und die Entsendung von Flotten über den Indischen Ozean erforderlich war? Ein Großteil des Verdienstes gebührt der globalen Erwärmung.

Der Aufstieg des Chola-Reiches fällt zeitlich genau mit einem klimatischen Phänomen zusammen, das als Mittelalterliche Warmzeit bekannt ist – von etwa 900 bis 1300 n. Chr.

Dieser Zusammenhang zwischen Wärme und florierenden Bevölkerungszahlen wird vom Klimakomplex bewusst ignoriert, da er dessen Untergangsnarrativ widerlegt. Wie aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, begünstigt Wärme jedoch die tropischen Monsune, von denen eine Agrarwirtschaft wie die der Chola abhängig war.

Schwankungen im indischen Sommermonsun beeinflussten die Landwirtschaft und den Aufstieg bedeutender Dynastien. Die Zivilisation in Indien blühte während der Römischen Warmzeit, hatte während der dunklen Zeiten der Kälte (einer Periode politischer Zersplitterung) zu kämpfen und erreichte unter den Chola und anderen während der Mittelalterlichen Warmzeit neue Höhen.

Das Chola-Reich wurde durch genau die globale Erwärmung angetrieben, die moderne Aktivisten als existenzielle Bedrohung bezeichnen. Im Cauvery-Delta, dem Kernland der Cholas, verwandelte dieses klimatische Geschenk die Region in die „Reiskammer des Südens”. Drei Ernten pro Jahr wurden zur Norm und waren keine Ausnahme mehr.

Mit überquellenden Getreidespeichern und einer gut gefüllten Staatskasse konnten es sich die Chola-Kaiser leisten, Arbeitskräfte von der Subsistenzwirtschaft auf imperiale Ambitionen umzulenken. Die innovativen Handelsgilden der Chola florierten mit Überschussgütern – Textilien, Gewürzen und Getreide –, die sie an die chinesische Song-Dynastie verkauften, ein weiteres Reich, das während dieser warmen Epoche blühte.

Jetzt befinden wir uns mitten in einem weiteren Erwärmungstrend – einer Erholung von den brutalen Tiefen der Kleinen Eiszeit, die Mitte des 19. Jahrhunderts endete. Die weltweite Getreideproduktion hat in den letzten Jahrzehnten wiederholt Rekordhöhen erreicht. Indien ist erneut ein wichtiger Getreideexporteur. Die Erde erlebt einen „Begrünungseffekt”, da höhere Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre die Pflanzen düngen und höhere Temperaturen neue Breitengrade für den Anbau erschließen.

Dennoch wird uns gesagt, wir sollten uns schuldig fühlen. Kohle, Öl und Erdgas – Energieträger, die uns vor den Elementen schützen und die Wirtschaft antreiben – werden verteufelt. Umweltextremisten behaupten, das ideale Klima sei kälter, wie das Klima, das zwischen den Warmzeiten Pest und Hunger brachte.

Die Geschichte des Chola-Reiches ist ein Beispiel dafür, was menschlicher Einfallsreichtum erreichen kann, wenn das Klima mitspielt. Ihre Schiffe segelten auf einem Meer des Wohlstands, das von einem warmen, fruchtbaren Planeten getragen wurde. Ihre Tempel wurden von einer Gesellschaft erbaut, die reich an Kalorien und Selbstvertrauen war. Ihre Zivilisation war der Neid der Welt.

Ebenso haben wir heute ein „goldenes Zeitalter“ vor uns, vorausgesetzt, wir fesseln uns nicht mit der Angst vor genau den Bedingungen, die unseren Wohlstand begründen.

This commentary was first published at The Blaze January 7.

Vijay Jayaraj

Vijay Jayaraj is a Science and Research Associate at the CO2 Coalition, Fairfax, Virginia. He holds an M.S. in environmental sciences from the University of East Anglia and a postgraduate degree in energy management from Robert Gordon University, both in the U.K., and a bachelor’s in engineering from Anna University, India. He served as a research associate with the Changing Oceans Research Unit at University of British Columbia, Canada.

Link: https://clintel.org/global-warming-sustained-a-naval-power-that-dwarfed-vikings/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Vor 100 Jahren erwärmte sich die Welt schneller, als der vom Menschen verursachte CO₂-Ausstoß nur etwa ein Achtel so hoch war…

Jo Nova

Kein Wunder, dass die Klimaexperten sich nicht sonderlich für die historischen Daten interessieren.

Man könnte meinen, dass Klimawissenschaftler, wenn die Welt vor dem Untergang stünde, alle verfügbaren Daten sammeln und sorgfältig auswerten würden.

Kenneth Richard von NoTricksZone hat eine Studie mit 60 Millionen Temperaturmessungen gefunden. Sie zeigt, dass sich die Welt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schneller erwärmte, obwohl es achtmal weniger vom Menschen verursachte CO₂-Emissionen gab.

Vom Menschen verursachte CO₂-Emissionen (schwarz) können offenbar eine starke Erwärmung, eine starke Abkühlung oder alles Mögliche (orange) verursachen.

Wenn man sich die obige Grafik ansieht, kann man nicht sagen: CO₂ ist der Klima-Regelknopf der Erde.

Die Tabelle zeigt die Trends und die kumulierten CO₂-Emissionen. Es ist ganz einfach, und alle alten Daten waren schon die ganze Zeit verfügbar. Das hätte 1995 jeder machen können und uns so die Verschwendung von mehreren Billionen Dollar erspart.

Kritiker werden einwenden, dass diese Temperaturen nur an Land und vor allem in Europa und den Vereinigten Staaten gemessen wurden.

Es handelt sich jedoch um einen globalen Notfall, und dies sind die besten Daten, die wir haben. Sollten nicht zumindest die Experten daran interessiert sein?

Sollten sie nicht ehrlich genug sein, dies zu veröffentlichen und mit denen zu diskutieren, die ihre Gehälter bezahlen? Ich meine, das passt nicht ganz zu der 97-prozentigen Sicherheit, oder?

Bibek Bhatta probierte verschiedene Versionen der 100 besten Stationen aus, ebenso wie den vollständigen Mix aus 1.622 Stationen. Sie versuchten, ihn anhand enger Cluster zu analysieren, aber egal, wie er ihn überprüfte – das Ergebnis war immer das gleiche. CO₂ ist nicht der entscheidende Klima-Faktor.

REFERENCES

Bhatta, Bibek, Revisiting CO₂ Emissions and Global Warming: Implications for Society (August 17, 2025). Available at SSRN: https://ssrn.com/abstract=5395197 or http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.5395197 

Link: https://joannenova.com.au/2025/12/the-world-warmed-faster-100-years-ago-when-man-made-CO₂-was-one-eighth-as-high/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Kältereport Nr. 2 / 2026

Vorbemerkung: Im Mittelpunkt steht diesmal die Kältewelle in Europa. In der komenden Woche dürfte sie allerdings vorerst zu Ende gehen außer ganz im Norden.

Meldungen vom 5. Januar 2026:

Kanada, Alaska: Arktische Luft im Nordwesten

Am Wochenende hat sich in Yukon und Alaska erneut extreme Kälte durchgesetzt mit weit verbreiteten Temperaturen unter -45 °C.

In Yukon sind die Temperaturen im Landesinneren auf brutale Werte gefallen.

Pelly Ranch erreichte -49,7 °C. Der Flughafen Mayo folgte mit -48,9 °C. Der Flughafen Carmacks sank auf -48,4 °C und der Flughafen Beaver Creek erreichte -47,7 °C. Dempster und auch Klondike FC verzeichneten -47,2 °C.

In Alaska war es sogar noch kälter.

North Pole 1N sank auf -52,8 °C. Chicken folgte mit -52,2 °C. Der Flughafen Northway verzeichnete -48,3 °C. Tok, Eagle und Fort Yukon fielen alle auf -47,8 °C.

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Kältewelle in Europa

Ein nachhaltiger arktischer Kälteeinbruch hat in weiten Teilen Europas, von Skandinavien und Schottland bis zum Balkan und zur Türkei, zu weitreichenden Beeinträchtigungen durch Schnee und Kälte geführt.

In UK hat starker Schneefall den Straßen-, Schienen- und Flugverkehr lahmgelegt, insbesondere in Schottland, wo es zu starken Schneeverwehungen und Schneestürmen kam.

Im Osten spielten sich ähnliche Szenen in den Niederlanden ab, wo sich in Limburg und um Mook herum hohe Schneemassen angesammelt hatten.

Die Niederlande waren insgesamt von einigen der schwerwiegendsten Auswirkungen betroffen, da Schnee und Eis den Bodenbetrieb lahmlegten und zu massiven Flugausfällen führten. Hunderte von Abflügen wurden gestrichen, da die reduzierte Start- und Landebahnkapazität und Einschränkungen beim Enteisen sich auf das gesamte europäische Streckennetz auswirkten und zu Verspätungen weit über den niederländischen Luftraum hinaus führten.

Im Baltikum verzeichnete Litauen die höchste Schneedecke seit 15 Jahren, was den Betrieb am Flughafen Vilnius einschränkte.

In ganz Polen gab es in Orten wie Słupsk anhaltende Schneefälle statt kurzlebiger Schauer.

Weiter südöstlich verschärfte sich der Winter in der Türkei dramatisch.

Schneefälle legten Bergregionen wie Hakkari und Kastamonu lahm, wo sich 1,5 m Schnee ansammelten.

Anatolien wurde von extremer Kälte heimgesucht. In der Provinz Ardahan verzeichnete der Bezirk Gole mit −39,7 °C die niedrigste Temperatur des Landes in dieser Saison, wobei mehrere Orte in Sivas, Kars, Erzurum und Agri unter −30 °C fielen. Flüsse froren zu, die Infrastruktur vereiste und das tägliche Leben wurde stark beeinträchtigt.

Eine weitere Kaltluftmasse breitete sich am Wochenende über Europa nach Westen und Süden aus und führte zu starken Schneefällen in feuchten Gebieten und zu beißender Kälte in Gebieten mit klarem Himmel. Und diese Woche geht es weiter, denn noch stärkere Kälte umhüllt den Kontinent, insbesondere den Osten, und außergewöhnliche Schneemengen bedecken die Alpen über den Balkan bis nach Russland.

Link: https://electroverse.substack.com/p/arctic-air-reclaims-northwest-snowy?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 6. Januar 2026:

Globale Temperaturen im Dezember weiter gesunken

UAH-Satellitendaten zeigen, dass die globale Anomalie in der unteren Troposphäre im Dezember 2025 auf 0,30 °C gefallen ist, nach 0,43 °C im November, was die seit dem durch Hunga Tonga/El Niño verursachten Anstieg im Jahr 2024 anhaltende Umkehrung verstärkt.

Satelliten messen die Atmosphäre direkt und vermeiden so Verzerrungen durch Bodenstationen, städtische Wärme-Kontaminanio und „Anpassungen” zur Homogenisierung durch Behörden.

Sie zeigen nun eine deutliche (und erwartete) Abkühlung nach dem Ausbruch des Hunga Tonga im Jahr 2022 – einer gewaltigen Unterwasserexplosion, die eine beispiellose Menge Wasserdampf in die Atmosphäre schleuderte, der noch heute (wenn auch abnehmend) nachwirkt.

Der Wert für Dezember bringt uns zurück in den langfristigen Bereich. Ähnliche Anomalien traten in den 2010er, 2000er und sogar 1990er Jahren auf – trotz stetig steigender CO₂-Konzentrationen. Wir liegen sogar in etwa auf dem Niveau von Dezember 1987.

Die globalen Temperaturen sind auf das Niveau vor dem Vulkanausbruch zurückgekehrt, gerade als der Sonnenzyklus 25 seinem Minimum entgegengeht. Alle Augen sind auf das gerichtet, was als Nächstes kommt.

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Eis und Schnee in Europa

Europa ist in einen strengen Wintereinbruch gestürzt worden, mit weit verbreiteter Kälte und heftigen Schneefällen, die sich von Skandinavien über Frankreich, Deutschland, den Balkan bis in die Türkei erstrecken.

Die Temperaturen fielen diese Woche in Gielas im Norden Schwedens auf -40,8 °C, den niedrigsten Wert der Saison in ganz Fennoskandien. In Savukoski in Finnland sank die Temperatur auf -39,9 °C, während in La Brévine in der Schweiz -30,3 °C gemessen wurden.

Die tiefe kontinentale Kälte breitete sich bis weit nach Westeuropa aus, mit -27,7 °C in Les Pontets in Frankreich, -25,7 °C in Liebenau-Gugu in Österreich und -16 °C und darunter in Roskilde in Dänemark.

Auch in weiten Teilen der französischen Tiefebene wurden beachtlicheTiefstwerte gemessen:

Schneefall begleitete die Kälte und verschlimmerte die Verkehrsbeeinträchtigungen.

In Paris schneite es am Nachmittag des 5. Januar und bedeckte Sehenswürdigkeiten wie Notre-Dame.

Die Verkehrsstaus rund um die Hauptstadt brachen alle Rekorde und überschritten zunächst 750 km kumulierte Staulänge und stiegen später auf rund 910 km, womit sie den bisherigen Rekord vom Februar 2018 in den Schatten stellten.

Die Behörden nannten Schneefall und weit verbreitetes Glatteis als Hauptursachen, wodurch das regionale Straßennetz während der Stoßzeiten praktisch lahmgelegt war.

Diese Graphik in deutscher Übersetzung (Google translate):

In Frankreich war man echtes Witerwetter nach Jahren milder Winter genauso wenig gewohnt wie hierzulande. Vielleicht war es aber nur ein Vorgeschmack dessen, was in den nächsten Jahren auf uns zukommt… A. d. Übers.

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USA: Wende in der Sierra

In den letzten zwei Wochen sind in mehreren Skigebieten in der Sierra Nevada, darunter auch Palisades Tahoe, mehr als 250 cm Schnee gefallen.

Vor weniger als drei Wochen lag in weiten Teilen des Gebirges oberhalb von (2.440 m) praktisch kein Schnee. Die Schneedecke in Tahoe stieg innerhalb von nur 18 Tagen von 16 % des Normalwertes auf 112 %.

Spät, abrupt und explosiv – und jetzt überdurchschnittlich.

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Erholung des arktischen Eises

Laut dem National Snow and Ice Data Center (NSIDC) betrug die minimale Ausdehnung des arktischen Meereises im Sommer 2025 im September 4,60 Millionen Quadratkilometer – ein Anstieg von etwa 35 % gegenüber dem Rekordtief von 3,41 Millionen Quadratkilometern im September 2012.

Es handelt sich hierbei um direkte Satellitenmessungen, die weder modelliert noch adjustiert worden waren.

[Diagrammvergleich von Tony Heller unter Verwendung von Daten von visitech.ai und NSIDC]

Seit 2012 hat sich die sommerliche Eisschmelze abgeschwächt, die Erhaltung des Eises in der Spätsaison hat sich drastisch verbessert, und der vorhergesagte Zusammenbruch ist nicht eingetreten. Tatsächlich zeigen die Daten eine 18-jährige „Pause” in der Schmelze des arktischen Meereises:

Link: https://electroverse.substack.com/p/global-temperatures-down-in-december?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 7. Januar 2026:

Europa gefroren

Seit Beginn des neuen Jahres hat Deutschland mit anhaltender Kälte und Schneefall zu kämpfen sowie mit Tiefsttemperaturen von -13 °C.

Dies gilt für weite Teile Europas. Tiefsttemperaturen von fast -40 °C wurden von Skandinavien bis zur Türkei gemessen. Und zuletzt, in den frühen Morgenstunden des 7. Januar, lagen die Temperaturen im Alpenraum bei -31,1 °C auf dem Monte Rosa und bei -33,4 °C auf dem Mont Blanc.

Da die Kältewelle mit Stand von heute auch Eingang in unsere MSM gefunden hat, werden die ausführlichen Schilderungen von Blogger Cap Allon hierzu nicht weiter übernommen. A. d. Übers.

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Alaska: Schnee-Notstand in Juneau

Juneau versinkt in einer außergewöhnlichen Schneedecke.

In nur zwei Wochen sind mehr als 200 cm Schnee gefallen, und die Vorhersagen simulieren für diese Woche weitere 60 cm.

Die Schäden nehmen zu. Mehrere Boote sind im Hafen unter der schweren Schnee- und Eislast gesunken.

Währenddessen beeilen sich die Einwohner der Stadt, ihre Dächer vor dem nächsten starken Schneefall zu räumen, da Dächer und Vordächer unter der anhaltenden Last zusammenbrechen. Auch die Rettungskräfte sind überlastet.

Link: https://electroverse.substack.com/p/europe-is-frozen-juneau-snow-emergency?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 8. Januar 2026:

Indien: Weit nach Süden reichender Kaltluftvorstoß

Bhubaneswar, eine niedrig gelegene Küstenstadt im Osten Indiens, verzeichnete mit 9,4 °C den kältesten 8. Januar seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1952 und die viertkälteste Januar-Tiefsttemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen.

Nur drei kältere Januarmorgen sind in den Archiven verzeichnet: 8,6 °C im Jahr 1992, 9,0 °C im Jahr 2003 und 9,3 °C im Jahr 2012.

Weiter nördlich, beispielsweise in Himachal Pradesh, herrscht weiterhin Winter.

Neun Stationen meldeten heute Morgen Tiefsttemperaturen unter dem Gefrierpunkt, angeführt von Tabo mit -9,4 °C und Kukumseri mit -9,2 °C, während in den tiefer gelegenen Bezirken dichter Nebel herrscht.

Vom Himalaya bis zur Ostküste Indiens herrscht eine ausgedehnte, rekordverdächtige Kältewelle.

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Europa: Weiter Kälte und Schnee

Eine großflächige arktische Luftmasse hat sich über Europa festgesetzt und sorgt für weit verbreiteten starken Schneefall und zunehmende Beeinträchtigungen von Skandinavien über die Iberische Halbinsel, Frankreich und Deutschland bis hin nach Russland.

Es handelt sich hierbei nicht um einen kurzlebigen Kälteeinbruch, sondern um ein anhaltendes kontinentales Wetterphänomen, das durch die zunehmende Schneedecke noch verstärkt wird.

Viele Länder, darunter auch das typisch maritime UK, haben seit Jahresbeginn bereits erhebliche Schneefälle verzeichnet. Am 5. Januar – also noch vor den jüngsten Schneefällen – lag die Schneedecke in Europa auf dem höchsten Stand seit 2019:

In Schottland berichten Einheimische von den stärksten Schneefällen seit Jahrzehnten. Mit Tiesttemperaturen von fast -15 °C sind Aberdeen und die umliegenden Gebiete bereits vor dem nächsten Atlantiksystem ausgekühlt, das am 8. Januar erwartet wird.

Der Aberdeenshire Council erklärte den Notstand, nachdem die offizielle Schneehöhe in Oyne 52 cm und in Tomintoul 46 cm erreicht hatte, was zur Schließung von Hunderten von Schulen, zur Einstellung des Bahnverkehrs und zur Isolierung ländlicher Gemeinden führte.

Auf dem Festland hat auch die Niederlande mit anhaltenden Schneefällen zu kämpfen. Tausende von Verkehrsmitteln und Flügen wurden eingestellt.

Spanien hat eine rote Warnung wegen polarer Kälte herausgegeben, da die weit verbreiteten Minustemperaturen das Straßennetz, die Wasserversorgung und die Energieversorgung in den Binnenregionen belasten.

In Parameras de Molina, Guadalajara und Molina de Aragon fielen die Temperaturen auf etwa -17 °C. In den Pyrenäen wurden in Cap de Vaqueira -17,4 °C gemessen. Katalonien verzeichnete einen der kältesten Morgen seit Jahren. In Barcelona sank die Temperatur auf -2,5 °C, den niedrigsten Wert seit Februar 2018. Im Landesinneren fiel die Temperatur deutlich unter den Gefrierpunkt, während selbst in den Küstenvororten Werte nahe dem Gefrierpunkt erreicht wurden.

Im Osten, im Alpenbogen, fiel die Temperatur auf dem Mont Blanc auf -34 °C, den tiefsten Wert seit Februar 2018.

Von den Hochebenen im Landesinneren Spaniens über die Alpen, die Nordsee-Tiefebene und Frankreich bis hin zur Ukraine und der Türkei ist Europa fest im Winter verankert. Das Ausmaß, die Dauer und die geografische Ausdehnung dieser Kälte machen sie zu einem bedeutenden Ereignis Anfang Januar.

Nach einem langsamen (aber kalten) Start scheint die gesamte Schneemasse der nördlichen Hemisphäre nun in Gang zu kommen:

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Alaska: Immer neue Schnee-Rekorde

Der Schneefall in Juneau hat Aufmerksamkeit erregt, aber ein Großteil von Alaska ist unter Schnee begraben, wobei auch Anchorage und Fairbanks bemerkenswerte Kälte- und Schneerekorde verzeichnen.

Anchorage verzeichnete diese Woche innerhalb von 48 Stunden fast 50 cm Schnee, den schneereichsten Zweitage-Zeitraum, der jemals im Januar beobachtet wurde, und den fünftgrößten zweitägigen Schneefall seit Beginn der Aufzeichnungen.

In Fairbanks endete gerade eine beeindruckende 33-tägige Serie mit Tiefsttemperaturen von -25 °C oder darunter am internationalen Flughafen. Diese Serie ist die viertlängste seit Beginn der Aufzeichnungen und die längste seit 1966. Innerhalb dieses Zeitraums wurden an 17 Tagen Temperaturen von -40 °C oder weniger gemessen, was diese Serie zu einer der strengsten Kälteperioden des frühen Winters in der modernen Geschichte macht.

Die Graphik in deutscher Übersetzung (Google translate):

[–15°F ≈ –26°C]

Dies ist ein landesweites Muster. Der Südosten Alaskas ist unter Schnee begraben, Süd-Zentralalaska bricht Schneefallrekorde, und das Landesinnere Alaskas hat eine anhaltende Kälteperiode erlebt, wie sie nach der Mitte des 20. Jahrhunderts nur noch selten vorgekommen ist.

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Kanada: Starke Schneefälle in den Rocky Mountains

Während Alaska weiterhin im Schnee gefangen ist, akkumuliert nun auch im Westen Nordamerikas, von den kanadischen Rocky Mountains bis zu den Cascades in den USA, immer mehr Schnee.

In den kanadischen Rocky Mountains melden die Skigebiete in Alberta Schneemengen zu Beginn der Saison, wie sie in den letzten Jahrzehnten selten zu beobachten waren.

Das Skigebiet Lake Louise erreichte Ende Dezember 503 cm – die größte Gesamtmenge zu Beginn der Saison seit Beginn der Aufzeichnungen (vergleichbare Jahre sind 1998–99 und 1954–55).

Das Skigebiet Banff Sunshine Village verzeichnete im Dezember 257 cm und damit den viert-schneereichsten Monat seit fast 100 Jahren.

Im Skigebiet Kicking Horse Mountain Resort fiel im Dezember 340 cm Schnee, wodurch die Gesamtmenge für 2025 auf 540 cm stieg und damit den bisherigen Rekord des Skigebiets brach.

Link: https://electroverse.substack.com/p/cold-pushes-deep-into-india-heavy?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

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Meldungen vom 9. Januar 2026:

Skandinavien: Kältester Januar seit Jahren

Skandinavien erlebt den kältesten Januar seit Jahren.

In Trøndelag, Norwegen, wurden in den letzten Tagen die niedrigsten Januar-Temperaturen seit 16 Jahren gemessen, genauer seit dem historischen Winter 2010.

Mehrere Stationen haben Werte nahe -30 °C gemessen, darunter Gartland mit -29,9 °C, Snasa-Kjevlia mit -29,7 °C, Namsskogan mit -28,6 °C und Meraker-Vardetun mit -27 °C – allesamt extreme Werte für Mittelnorwegen.

Im Osten hat sich die Kälte bis nach Finnland ausgebreitet.

Am 8. Januar sank die Temperatur in Savukoski Tulppio auf -41,5 °C, die niedrigste Temperatur, die in dieser Saison bisher in Fennoskandien (einer geografischen Region, die Norwegen, Schweden, Finnland und die Halbinsel Kola im Nordwesten Russlands umfasst) gemessen wurde.

Dies ist zwar kein Allzeitrekord für die Region, aber dennoch ein bemerkenswerter Wert. Beeindruckend ist auch die räumliche Ausdehnung der Kälte, da praktisch ganz Nordfinnland und nicht nur ein einzelnes Tal oder eine Kältemulde zwischen -35 °C und -40 °C friert:

Dies ist kein isolierter, vorübergehender Temperatursturz, sondern Teil einer ausgedehnten, anhaltenden arktischen Luftmasse, die sich über weite Teile Europas ausgebreitet hat.

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Marokko: Seltener Schnee im Osten des Landes

Diese Woche hat es in Oujda geschneit, was für den Osten Marokkos ein seltenes Ereignis ist und der erste Schneefall in der Stadt seit 2012. Der Ort liegt in einer halbtrockenen Region, in der es im Winter fast nie schneit.

Der strenge europäische Winter greift tief nach Nordafrika hinein.

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Indien: Seltener kalter Regen in Delhi, während Nordindien friert

Am Freitag kam es in Delhi NCR zu ungewöhnlichen winterlichen Wetterbedingungen: Es fiel leichter Regen bei Temperaturen um 5 °C.

Diese 5 °C wurden am 9. Januar um 5:30 Uhr morgens im Safdarjung-Observatorium gemessen, wobei leichter Regen sowohl am Boden als auch per Satellit bestätigt wurde.

Das Ungewöhnliche daran ist nicht nur die Kälte, sondern auch der gleichzeitige Regen – mitten im trockenen Winter-Monsun.

Regenfälle in den nördlichen Ebenen treten fast immer bei Temperaturen über 10 °C auf; Niederschläge unter 10 °C sind in der Regel auf Bergregionen beschränkt. Für Delhi NCR war dies ein wirklich außergewöhnliches Ereignis.

Je weiter man nach Norden kommt, desto kälter wird es. In Punjab verzeichnete die Stadt Bathinda am Donnerstag, dem 8. Januar, eine ungewöhnlich niedrige Höchsttemperatur von 9,8 °C.

Die benachbarten Städte folgten dicht dahinter: Amritsar erreichte eine Höchsttemperatur von nur 10,4 °C, Faridkot 11 °C und Mansa 11,6 °C. Ambala und Karnal in Haryana blieben ebenfalls bei Temperaturen um 11-12 °C.

Am frühen Abend lagen viele Stationen bereits unter 10 °C, wobei es über Nacht zu stärkerer Abkühlung kam.

Auch in weiten Teilen von Madhya Pradesh und Uttar Pradesh liegen die Temperaturen um 6 bis 10 °C unter dem Normalwert, wobei in der gesamten Region Rekorde gebrochen wurden.

Gwalior meldete mit 10,4 °C eine Rekord-Tiefsttemperatur für Januar. Auch in Bareilly sind die Tageshöchsttemperaturen auf Rekord- oder nahezu Rekordwerte gefallen: 11,2 °C, Shahjahanpur: 11,2 °C, Prayagraj: 11,4 °C, Varanasi: 11,6 °C und Jhansi: 12,7 °C.

Prognosen zufolge wird die Kälte in Indien mindestens bis zum 15. Januar anhalten.

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Guatemala: Ungewöhnlicher Frost

Ungewöhnliche Kälte herrschte die ganze Woche über im Hochland von Guatemala, wo die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt fielen.

In den Morgenstunden bildeten sich Reif und Oberflächen-Eis, ein seltener Anblick für diese Gegend.

In Los Altos wurden Tiefsttemperaturen von -5 °C gemessen, wobei lokale Berichte darauf hindeuten, dass die Temperaturen in vereinzelten Gebieten noch weit darunter lagen – in der Nähe von Quetzaltenango sogar bei fast -10 °C. Zum Vergleich: Der nationale Rekord in Guatemala liegt bei -11,6 °C.

Link: https://electroverse.substack.com/p/scandinavia-breaches-40c-rare-snow?utm_campaign=email-post&r=320l0n&utm_source=substack&utm_medium=email

Wird fortgesetzt mit Kältereport Nr. 3 / 2026

Redaktionsschluss für diesen Report: 9. Januar 2026

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE