Die düstere Zukunft für „Erneuerbare“

Andrew Montford

Beginnt man in Downing Street langsam zu begreifen? Angela Rayners Äußerungen über mögliche soziale Unruhen im Sommer deuten darauf hin, dass das Kabinett nun versteht, dass nicht alles in Ordnung ist. Und sie hat Recht, wenn sie darauf hinweist, dass wirtschaftliche Unsicherheit und Deindustrialisierung neben prominenteren Themen wie Einwanderung wichtige Faktoren sind.

Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob Labour überhaupt schon begonnen hat, das Ausmaß des Problems zu begreifen, mit dem es konfrontiert ist. UK wieder auf Wachstumskurs zu bringen, wäre schon schwer genug, wenn wir die Strompreise der USA hätten. Angesichts der himmelhohen Preise, die in UK zur Norm geworden sind, scheint diese Aufgabe fast unmöglich.

Die Industrie beginnt bereits unter dieser Last zusammenzubrechen. Im ganzen Land gehen Arbeitsplätze verloren. Unterdessen sagen die Energieversorger voraus, dass die Preise bis 2026 weiter steigen werden, und da Ed Miliband signalisiert, dass er die Betreiber von Windparks mit Gold – Ihrem Gold – füttern will, um seine Net-Zero-Obsession voranzutreiben, gibt es wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Entspannung danach.

Schlimmer noch, wir könnten bald mit Zeiten konfrontiert sein, in denen es überhaupt keinen Strom gibt. Das Stromnetz wird durch die gesamte Wind- und Solarenergie-Kapazität destabilisiert, und ein Großteil unserer Netzinfrastruktur – die Flotte von Gaskraftwerken, die die Lichter am Leuchten halten, wenn der Wind nicht weht, und die Transformatoren, die helfen, den Strom dorthin zu bringen, wo er gebraucht wird – wurde zugunsten von Ausgaben für Netto-Null vernachlässigt. Es ist derzeit schwer vorstellbar, wie wir in einigen Jahren Stromrationierungen – also Brownouts – sowie Stromausfälle wie in Spanien vermeiden können.

Die Lage ist dramatisch und verschlechtert sich weiter. Die einzige gute Nachricht der letzten Zeit war Richard Tices Brief an die Windparkentwickler, in dem er sie davor warnte, sich an der nächsten Subventionsauktion der Regierung zu beteiligen. Gerüchten zufolge hat sein Schreiben seine Wirkung nicht verfehlt, und die Entwickler sind zutiefst beunruhigt. Wenn sie sich tatsächlich zurückziehen und die Auktion meiden, wäre das ein großer Schritt zur Eindämmung des wirtschaftlichen Verfalls.

Die schmerzhafte Realität ist jedoch, dass die Branche der erneuerbaren Energien bei weitem nicht besorgt genug ist. Auf dem derzeitigen Kurs wird die Wirtschaft zusammenbrechen. Die Ankunft des IWF scheint nun nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Es wird eine Notsituation sein, und wenn der Sturm losbricht, werden sich das Land und insbesondere die Windparkentwickler und Investoren in einer völlig neuen politischen Landschaft wiederfinden.

Für das Land wird die Rückkehr zum Wachstum zu einer existenziellen Notwendigkeit werden und nicht mehr nur ein vages Ziel bleiben, wie es unter den meisten der letzten Premierminister der Fall war. An diesem Punkt wird die Regierung sich zwei einfachen Tatsachen stellen müssen. Erstens: Ohne günstigen Strom gibt es kein Wachstum. Zweitens: Ein Stromnetz, das von Wind- und Solarenergie dominiert wird, kann keinen günstigen Strom liefern. Das ist eine Frage der Thermodynamik und nicht – wie Politiker und Beamte glauben – ein Kommunikationsproblem. Die „Westminster Village Idiots” beginnen nun zu begreifen, dass man die Bevölkerung zwar zeitweise täuschen kann – beispielsweise indem man über die Kosten erneuerbarer Energien lügt, wie es Minister und Beamte seit zehn Jahren tun –, aber nicht auf Dauer. Der legendäre Physiker Richard Feynman stellte fest: „Für eine erfolgreiche Technologie muss die Realität Vorrang vor der Öffentlichkeitsarbeit haben, denn die Natur lässt sich nicht täuschen.” Und die Natur sorgt derzeit dafür, dass sich die Fakten ganz klar in Ihrer Stromrechnung niederschlagen, die real um 50 % höher ist als vor zehn Jahren. Daten von Ofgem zeigen, dass fast der gesamte Anstieg auf die Net-Zero-Politik zurückzuführen ist.

Betreiber von Anlagen für erneuerbare Energien sowie deren Investoren und Kreditgeber werden plötzlich feststellen, dass sie zu den Bösewichten geworden sind. Im ganzen Land werden die persönlichen Finanzen einen schweren Schlag erlitten haben; Leben und Existenzen werden ruiniert sein. Unter diesen Umständen dürfte die Öffentlichkeit die Milliarden, die jedes Jahr an Wind- und Solarparks in Form von Subventionen gezahlt werden, mit großer Skepsis betrachten. Für ihre Eigentümer könnte die monatliche Zahlung daher bald weniger wie ein finanzieller Vermögenswert, sondern eher wie ein Todesurteil erscheinen.

Eine unpopuläre Branche, die in einer Zeit, in der das Land dringend wieder Wachstum braucht, Subventionen von den ohnehin schon stark belasteten Verbrauchern kassiert, kann nicht lange überleben. Wind- und Solarparks glauben, dass ihre Position durch ihre Verträge mit der Regierung geschützt ist, aber sie werden wahrscheinlich eines Besseren belehrt werden. Das Parlament bleibt souverän und kann jeden Vertrag, den es will, gesetzlich aufheben. In einer anerkannten Notlage werden die Gerichte und vielleicht sogar der Rest der Investmentgemeinschaft wahrscheinlich das überwältigende öffentliche Interesse akzeptieren. In einer Notlage werden verzweifelte Maßnahmen notwendig, aber sie werden auch möglich und sogar akzeptiert.

The author is the director of Net Zero Watch.

Link: https://www.netzerowatch.com/all-news/dark-future-renewables

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Die globalen Temperaturen steigen und steigen – oder etwa nicht? Teil 2

Teil 2: Die Tricksereien des DWD und Co. beim Temperaturvergleich heute zu früher

Raimund Leistenschneider

Abb.9, Quelle, zeigt die Waldausdehnung und Wiederbewaldung in der EU und der Schweiz 1950-2010 aus Fuchs et al. 2013.

Die bösen Industrienationen und deren Bevölkerung ruinieren also nicht die Umwelt, sondern lassen diese ergrünen… Eine solche Tatsache eignet sich aber nicht für all jene, die daran prächtig verdienen und ihre Machtposition(en) mit der Klimahype ausbauen.

Die ursprüngliche Abb.9, die den unmittelbaren Vergleich zeigt, kann aus urheberrechtlichen Gründen nicht gezeigt werden, daher nur der Link dazu: „Die Welt wird grüner“.

Der Leser möge bitte die beiden dortigen Charts von Europa Year 1900 und Year 2010 vergleichen. Der Vergleich zwischen früher (1900) und heute (2010) zeigt, dass die Städte in diesen 110 Jahren deutlich zugenommen haben, was sicherlich jeder erwartet hat. Sie zeigt aber auch, dass Europa wesentlich grüner geworden ist. Von einer Katastrophe, mit einhergehenden Dürren, die Europa (und die Welt) heimsuchen und unbewohnbar werden lassen, kann also keine Rede sein! Die Katastrophen entstehen nämlich einzig und allein in Datenmanipulationen, die für statistische Zwecke herangezogen werden.

Gleiches Bild wie Abb.9 zeigen die Untersuchungsergebnisse der NASA aus Satellitendaten (Abb.10).

Abb.10 zeigt das Ergebnis aus folgender Studie und belegt, dass die Erde ergrünt. Graphik von: Boston University/ R. Myneni.

Aber, sind wir nicht so streng und reden vom „tricksen“. Bei DWD und Co. wird folgende Vorgehensweise sicherlich mit „wissenschaftlicher Freiheit“ beschrieben. Verwenden wir also im Folgenden den Begriff „wissenschaftliche Freiheit“.

Schauen wir uns also die wissenschaftlichen Freiheiten von DWD und Co, die zur sog. Klimakatastrohe führen, genauer an. Dabei ist das bekannteste Schurkenstück, Climategate gar nicht damit gemeint – EIKE berichtete mehrfach darüber hier oder hier – sondern das (statistische) „Tricksen“ mit Temperaturmittelwerten oder einfach „nur“ – Herr Fuchs berichtete weiter oben darüber – das lautstarke Vortragen vermeintlicher Katastrophen, die gar keine sind. Ganz groß im „tricksen“, Entschuldigung, muss natürlich wissenschaftliche Freiheit heißen, ist der Deutsche Wetterdienst (DWD*). Eine politische Behörde, die dem Bundesverkehrsministerium untersteht und damit von der Politik weisungsgebunden ist. Will heißen, dass er das zu machen hat, was die Politik ihm vorgibt.

*) Der Autor weist ausdrücklich daraufhin, wenn er vom DWD schreibt, dann meint er nicht die vielen dortigen Meteorologen und Wissenschaftler, die jeden Tag akribisch ihrer Tätigkeit nachgehen, um verwertbare Ergebnisse zu liefern, sondern die dortige(n) Führungsmannschaft(en), die nicht müde werden, sich und damit ihre Behörde und natürlich den Bundesverkehrsminister – der DWD ist eine Behörde im Bundesverkehrsministerium – mit unsoliden und unwissenschaftlichen Aussagen lächerlich zu machen, siehe hier oder hier.

Die wissenschaftliche Freiheit des DWD besteht z.B. darin, heutige mittlere Temperaturen mit denen von früher zu vergleichen. Mittlere Temperaturen sind statistisch ermittelte Temperaturen, die aus einer bestimmten Anzahl von Einzelwerten, die gemessen wurden, math. ermittelt werden, um einen Durchschnitt zu erhalten. Dies sind z.B. die Jahrestemperaturen für Deutschland oder dessen Monatstemperaturen. Diese werden dann mit früheren Temperaturen verglichen und daraus abgeleitet, dass es (wieder einmal) deutlich wärmer geworden ist.

Jetzt werden einige einwenden, dies sei doch nicht verwerflich. Im Prinzip ist dies richtig, nicht jedoch, wenn bei diesem Vergleich die sog. Äpfel mit Birnen verglichen werden, die „wissenschaftliche Freiheit“ sehr kreativ eingesetzt wird. Also Werte miteinander verglichen werden, die weder einen physikalischen, noch einen math. Bezug zueinander haben. Wie dass?

Abb.11, Quelle: R. Leistenschneider, nach Daten des DWD, zeigt die ermittelte Anzahl aller DWD-Messstandorte, die der DWD auf seiner Homepage angibt und die er in seinem Messnetz hat, aufgeschlüsselt nach Messzeiträumen.

Nur 142 seiner Stationen sind, zumindest dem Namen nach (siehe Abb.12 als Beispiel), seit dem 19. Jahrhundert und damit seit Beginn seiner kontinuierlichen Messungen, in seinem Messnetz und können für Temperaturvergleichsbetrachtungen von heute zu früher heran gezogen werden. Dies sind nur etwa 5%! Wenn der DWD also z.B. sagt, es sei seit Beginn seiner Aufzeichnungen um +1,8°C wärmer geworden, so ist dies nichts anderes als blanker Unsinn, weil der DWD gar nicht die Datenbasis zum Vergleich hat. Die Basis muss nämlich identisch zueinander sein, sonst ist jeder statistische Vergleich Nonsens.

Beispiel zur Behauptung, die älteren DWD-Stationen seien nur vom Namen her identisch:

DWD-Wetterobservatorium Hohenpeißenberg: Seit 01.01.1781 bis heute in Betrieb

Abb.12, Quelle, zeigt nach Angaben des DWD sein Wetterobservatorium Hohenpeißenberg mit den vom DWD gekennzeichneten Einrichtungen.

Heute steht das Messfeld auf freier Fläche, am Gipfel einer abgeholzten Anhöhe, die sich bei erhöhter Sonnenscheindauer, die wir in Deutschland der letzten Jahre zu verzeichnen haben (siehe hier), erwärmt und deren thermische Aufwinde die Messstation dahingehend beeinflussen, dass höhere Temperaturen als früher gemessen werden. Denn bis 1934 war die Messstation an der Nordwand der Klosterkirche in 7 m Höhe, vor dem Studierzimmerfenster befestigt (ganz rechts im Bild, wo etwa der Pfeil „Infopavillon“ ist), von lichten Bäumen umgeben, fernab von thermischen Aufwinden, und die Temperaturen wurden dabei von Mönchen abgelesen.

Vergleichbar mit den heutigen automatischen Minutenmessungen – bis 2001 wurde manuell nach der sog. Mannheimer-Methode gemessen – mit einem gänzlich anderen Messstandort – ist dies keinesfalls!

Es ist schon auffällig, wie der DWD seine Messstationen, bei Beibehaltung ihres Namens und der langen Messzeit, von kälteren, nach wärmeren Orten verlegt. Da kann schon der Gedanke eines menschengemachten Klimawandels aufkommen, aber einer, der sich einzig auf die Verlagerung der Temperaturmessstationen, hin zu wärmeren Orten, bewegt. So etwas liegt im Bereich einer groß angelegte Manipulation! Wer mag diese nur angeordnet haben? Sicherlich alles nur Zufall und von einer Manipulation kann keinesfalls geredet werden.

Doch mit der gezeigten gewaltigen Veränderung seines Messnetzes, welches der DWD bei heutigen Messungen und deren statistischer Vergleiche mit Jahr oder Monat benutzt, nicht genug. Die Struktur seines Messnetzes ist heute eine ganz andere wir noch vor wenigen Jahrzehnten.

Abb.13, Quelle R. Leistenschneider, Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), zeigt, wie sehr der DWD sein Messnetz in den Jahren kurz vor Beginn der Klimahype zu Heute drastisch verändert hat und dadurch nichts mehr mit dem von früher zu tun hat: Irgendwelche Klima-Vergleiche oder Temperaturvergleiche also unwissenschaftlich sind.

Vor dem Klimahype (Abb.13 oben) hatte der DWD noch ein ausgeglichenes Messnetz von „alten“ und „neuen“ Messstationen. Heute trifft dies nicht mehr zu. Es findet eine starke Veränderung hin zu neu aufgenommenen und wärmeren Messstandorten statt (Abb.16 und 17). Auch die Stationsanzahl wurde drastisch reduziert, was statistisch zur Folge hat, dass neuere und damit wärmere Stationen in der Gesamtheit ein größeres Gewicht bekommen. Wie lautet doch noch die „Binsenweisheit“: „Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe“.

Auch damit noch nicht genug. Der DWD legt zunehmend bewährte Langzeitstationen still und führt neue Stationen ein.

Abb.14, Quelle R. Leistenschneider, Datenquelle DWD, zeigt, dass just zum Zeitpunkt der Klimahype des IPCC in 1990 (First Assessment Report) der DWD sein Messnetz drastisch verändert und Messstationen stilllegt. Allein in den 1990er-Jahren fast so viele wie in 100 Jahren zuvor, um dann in den 2000er-Jahren, als der „Langzeit“-DWD- und WMO-Präsident (seit 2019), das dazu im DWD führende Amt übernimmt, nochmals galoppierend zunimmt. Da der DWD eine politische Behörde ist, darf geraten werden, wer den DWD-Präsidenten beruft. Zur Ergänzung: 2023 trat dieser in den (verdienten) Ruhestand.

Dabei werden Messstationen in wärmere Gegenden verlegt und Stationen, die sich in kälteren Gebieten*) befinden, stillgelegt, so dass die verbliebenen, wärmeren Messstationen statistisch ein höheres Gewicht erhalten. Bei der Mittelwertbildung steigen dadurch die Temperaturen, obwohl sich an der gemessenen Werten überhaupt nichts geändert hat!

*) „Wärmere“ und „kältere“ beziehen sich auf den Mittelwert. „Kältere Stationen“ liegen also unter dem bisherigen Mittelwert und „wärmere“ darüber.

Halten wir fest:

Bis 1990 wurden in 100 Jahren (!) etwa so viele Standorte stillgelegt wie in den 1990er-Jahren. Also in lediglich 10 Jahren.

Aber dann legt der DWD so richtig los. In den 2000er-Jahren wurden vom DWD sage und schreibe mehr als sein halbes Messnetz stillgelegt und dann in den letzten 20 Jahren durch neue Standorte tlw. ersetzt. 2.168 Messstandorte wurden vom DWD im 1. Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts stillgelegt. Darunter 1.350 Standorte mit mehr als 50 Jahren kontinuierlicher Messungen. Sogar 154 Messstandorte mit mehr als 100 Jahren von Messungen.

Beim statistischen Vergleich ist weiter interessant, wie groß denn die Datenbasis von heute zu früher war.

Abb.15, Quelle R. Leistenschneider, nach Daten des DWD, zeigt alle vom DWD, nach dessen eigenen Angaben, zum 31.01.1980 betriebenen Messstandorte. Auch hierfür wurden alle Messstandorte ausgewertet, die der DWD nach eigenen Angaben jemals betrieben hat. Deutlich ist zu sehen, dass seinerzeit das Messnetz des DWD weit größer und damit feinmaschiger und damit genauer war als heute. Was bedeutet dies nun bei statistisch ermittelten Jahres- oder Monatsmittelwerten?

Da der DWD sein Messnetz nicht 1:1 gewichtet hat, sondern mehr „wärmere“ Stationen betreibt, bedeutet eine Verringerung, der DWD hat mehr „kältere“ Stationen stillgelegt, dass sich bei Verringerung des Messnetzes (Halbierung!) der Mittelwert nach oben bewegt, da die statistische Gewichtung der „wärmeren“ Stationen größer wird. Will heißen, der Mittelwert wird größer – es wird (in Deutschland) wärmer – obwohl sich an den gemessenen Temperaturen gar nichts geändert hat.

Beim DWD-Ausbau seines Messnetzes ist auffällig, dass gerade die neu hinzugenommen Messstationen solche sind, die Allzeitrekorde bei den Deutschlandtemperaturen messen, wie die Station in Duisburg-Baerl (ab 01.06.2007 im DWD-Messnetz) oder in Lingen (ab dem 25.09.2008 im DWD-Messnetz). Diese Manipulation, Entschuldigung wissenschaftliche Freiheit hin zu scheinbar höheren Temperaturen hat übrigens Methode und wird nicht nur vom DWD, sondern auch in anderen Ländern wie den USA angewendet, siehe Bericht des Heartland Instituts.

Abb.16 links, zeigt, wie sich mit der v.g. Stationsreduzierung-/Gewichtung die globale Temperatur sprunghaft erhöht hat. Jetzt wird auch verständlich, warum! Die Abbildung stammt ursprünglich ausdiesem PDF, ist dort aber nicht mehr zu finden und heute im Netz hier wie Abb.15 rechts zu finden.

Wie sagte doch Winston Churchill: „Ich traue nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe.“

Abb.17, Quelle, zeigt recht deutlich, dass der DWD nahezu alle kalten Stationen aus seinem Messnetz in diesem Gebiet (unteres Bild) entfernt hat. Ein Schelm, der Böses dabei denkt! Man schaue sich dazu die Jahrestemperaturen der einzelnen Stationen an: Die warmen liegen bei gut 11° und die kalten bei gut 8°C. Jeder halbwegs mathematisch gebildete weiß sofort, was dann mit dem gemeinsamen Mittelwert passiert: Der Mittelwert steigt an, obwohl sich an den Temperaturen selbst überhaupt nichts geändert hat.

Im Bild darüber ist die Situation für Deutschland dargestellt.

Anmerkung: Das Video ist auf youtube nicht mehr verfügbar. Wurde aber vorher gesichert.

Doch damit immer noch nicht genug!

Teil 3 in Kürze

Raimund Leistenschneider – EIKE




Zeit, sich an Wetterereignisse und den Klimawandel anzupassen und dafür zu planen

H. Sterling Burnett

Ein Funken Wahrheit sickerte kürzlich durch die Seiten der New York Times (NYT) in einem Artikel, der untersuchte, wie „unvorbereitet“ große Teile der Nation angesichts von Naturkatastrophen sind. Obwohl es unmöglich ist, die genauen Daten solcher Katastrophen weit im Voraus vorherzusagen, wissen wir aufgrund der Geschichte, Geografie und des Klimas mit Sicherheit, dass sie an bestimmten Orten mit größerer Wahrscheinlichkeit auftreten. Natürlich wäre dies kein Artikel der NYT, wenn er nicht eine gehörige Portion ungerechtfertigter Irreführung zum Thema Klimawandel enthalten würde.

Der Artikel, verfasst von David Wallace-Wells, behandelt kurz mehrere extreme Wetterereignisse der letzten Zeit, die Schäden in Milliardenhöhe und Hunderte von Todesfällen verursacht haben. Dazu gehören die Waldbrände in Lahaina auf Hawaii im Jahr 2023 und in Los Angeles im Jahr 2024 sowie die Überschwemmungen im texanischen Hill Country im letzten Monat, in Libyen im Jahr 2023 und in Porto Alegre, Brasilien, sowie in Ashville, North Carolina, im Jahr 2024, wobei auch die jüngsten Hurrikane kurz erwähnt werden.

Diese Ereignisse waren tragisch, und wie Wallace-Wells betont, hätten sie größtenteils verhindert werden können. Die Orte, an denen die Überschwemmungen und Brände auftraten, waren zuvor bereits mehrfach von großen Überschwemmungen und Bränden heimgesucht worden. Die gemeinsame Tragik besteht darin, dass trotz unseres heutigen Wissens über die Geschichte extremer Wetterereignisse in diesen Gebieten und trotz der modernen Möglichkeiten, die Infrastruktur zu stärken und Ressourcen zu verwalten, einschließlich einer verbesserten Lage der Wohngebäude, nach früheren extremen Wetterereignissen relativ wenig unternommen wurde, um diese neuen Tragödien zu verhindern. Tatsächlich haben die ergriffenen Maßnahmen, wie beispielsweise die Ansiedlung von mehr Menschen in katastrophengefährdeten Gebieten, die Folgen der jüngsten Ereignisse oft noch verschlimmert.

Das Ausmaß der Schäden und der Verlust an Menschenleben hätten drastisch reduziert werden können, wenn Planer und Bürokraten Warnmaßnahmen eingeführt, eine bessere Infrastruktur für den Umgang mit Wasser geschaffen, keine Anreize für den Wiederaufbau in bekannten Überschwemmungsgebieten geschaffen, Flächen bewirtschaftet hätten, um die Brandlast zu verringern, und den frühzeitigen Zugang für die Brandbekämpfung verbessert hätten. Es gibt genug Schuldige auf nationaler, regionaler und lokaler Regierungsebene in jedem Land, aber Wallace-Wells zeigt deutlich, dass ein Großteil der durch diese Ereignisse verursachten Schäden mit dem vorhandenen Wissen und der heutigen Technologie vollständig vermeidbar gewesen wäre.

Kein Ort ist ein Klimaparadies. Jeder Ort wird irgendwann einmal von extremen Wetterereignissen heimgesucht, aber die Geschichte zeigt, dass einige Orte anfälliger für bestimmte Arten von extremen Wetterereignissen oder Naturkatastrophen sind als andere und diese mit einer gewissen Regelmäßigkeit erleben. Vor diesem Hintergrund sollten vor der nächsten Überschwemmung, dem nächsten Waldbrand oder Hurrikan bessere Planungen und Entscheidungen darüber getroffen werden, wo man leben, wie man Land bewirtschaften und welche Arten von Infrastruktur wo gebaut werden sollten. Im Falle des anhaltenden Anstiegs des Meeresspiegels sollte man sich auf das Unvermeidliche vorbereiten, bis die nächste Eiszeit kommt.

Obwohl Wallace-Wells die Extremität einiger der jüngsten Wetterereignisse mit dem Klimawandel in Verbindung bringt, obwohl es keine langfristigen Trends gibt, die auf einen solchen Zusammenhang hindeuten, hat er doch die Anständigkeit und Ehrlichkeit zuzugeben, dass solche Ereignisse an manchen Orten regelmäßiger auftreten als an anderen, unabhängig vom Klimawandel, sodass wir besser vorbereitet sein sollten. Wallace-Wells schreibt:

Trotz seiner außergewöhnlichen Brutalität war das Unglück am Guadalupe River in Texas am vergangenen Wochenende auch ein vertrautes Ereignis. … Der Starkregen, der die Überschwemmung in Texas verursachte, wurde als 500-jähriges Unwetter bezeichnet, aber Sturzfluten sind in dieser Region, die manchmal auch als „Flash Flood Alley” (Sturzflut-Allee) bezeichnet wird, keine Seltenheit. Vor acht Jahren, nachdem der Guadalupe katastrophal über die Ufer getreten war, hatten die Behörden ein Frühwarnsystem in Betracht gezogen – und wieder verworfen. Seit 1978 ist der Fluss mehr als ein Dutzend Mal über die Ufer getreten.

Das Gleiche gilt im Großen und Ganzen auch für Valencia, wo 1957 eine Flut mindestens 80 Menschenleben forderte, für Pôrto Alegre, wo die Überschwemmungen von 1941 noch lange Zeit die Erinnerung der Menschen überschatteten, und auch für Asheville in North Carolina, wo 1916 eine Flut 80 Menschen tötete. … Keiner dieser Orte war für eine Flutkatastrophe undenkbar – es waren nur Orte, an denen zu viele Menschen sich entschieden, nicht allzu viel darüber nachzudenken, und die Behörden nur allzu gerne die Verantwortung weitergaben. …

Wir möchten uns vielleicht auf die Risiken der bevorstehenden Erwärmung konzentrieren, aber wie der renommierte Klimawissenschaftler Michael Oppenheimer gerne betont, sind wir nicht besonders gut an das derzeitige Klima angepasst. Das bedeutet, dass wir immer wieder von Wetterkatastrophen heimgesucht werden – die Sicherheitsstandards, die wir uns in der wohlhabenden modernen Welt gesetzt haben, werden regelmäßig durch Wetterereignisse durchbrochen, mit denen wir eigentlich viel besser umgehen könnten.

Der Autor einer Diskussion über den NYT-Artikel bei Climate Discussion Nexus konzentriert sich hauptsächlich darauf, die unbegründeten und nachweislich fehlerhaften Behauptungen zu kritisieren, welche die Katastrophen mit den Emissionen fossiler Brennstoffe durch den Menschen in Verbindung bringen. Ich verstehe die Motive des Autors und habe Verständnis für seine Kritik. Wallace-Wells begibt sich in unhaltbare Gedankenspiralen und macht unbegründete oder sogar widersprüchliche Aussagen, um jedes der Ereignisse in gewissem Maße auf den langfristigen Klimawandel zurückzuführen. Aber für mich ist das zu erwarten. Ich wäre überrascht gewesen, wenn ein Autor der NYT nicht versucht hätte, die Wetterkatastrophen mit dem Klimawandel in Verbindung zu bringen. Schließlich unterhalten wir vom Heartland Institute eine Website, die sich der Entlarvung von „Nachrichten” widmet, die täglich veröffentlicht werden und fälschlicherweise behaupten, der Klimawandel verschlimmere „X” oder führe dazu, dass „Y” häufiger oder intensiver auftrete, oder dass er zu mehr Todesfällen, Hunger, Krankheiten oder Einwanderung führe. Die Daten zeigen, dass dies einfach nicht stimmt, aber die Medien interessiert das nicht.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Vor diesem Hintergrund schöpfe ich Hoffnung aus der Tatsache, dass der Großteil des NYT-Artikels nicht darauf abzielte, den Klimawandel als einzige oder gar Hauptursache für die beschriebenen Katastrophen darzustellen, sondern die Schuld eindeutig dort verortete, wo sie hingehört: bei menschlichen Entscheidungen und Handlungen, die auf Wunschdenken, Verleugnung oder Kurzzeitgedächtnis (mir kann das nicht passieren) beruhen, sowie bei einer schlechten Planung für solche zukünftigen Ereignisse, was allesamt zu unzureichenden Reaktionen führt. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass Politiker Zeit und knappe Ressourcen damit verschwenden, sich gegenseitig die Schuld für die letzte Tragödie zuzuschieben, anstatt schnell zusammenzuarbeiten, um den Schaden zu mindern, wenn extreme Wetterereignisse in Zukunft unvermeidlich wieder auftreten werden.

Quellen: The New York Times; Climate Discussion Nexus, Climate Realism

Link: https://heartland.org/opinion/climate-change-weekly-551-time-to-adapt-and-plan-for-weather-events-climate-change-aside/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Woher kommt der Strom? Windbuckel am Mittwoch

 30. Analysewoche 2025 von Rüdiger Stobbe

Ab Montag gegen 13:00 Uhr baut sich ein Windbuckel auf, der am Mittwoch um 1:00 Uhr in der Nacht seinen Peak hat. Obwohl die regenerative Stromerzeugung am Mittwoch über die Mittagsspitze den Bedarf übererfüllt, fällt der Preis ledig auf 23,70€/MWh. Im Gegensatz zum Dienstag. Dort wird um 14:00 Uhr mit 0,2€/MWh fast die Null-Linie erreicht. Zwar kratzt die regenerative Erzeugung an der Bedarfslinie, erreicht sie aber nicht. Es sind immer wieder Detailaspekte von Angebot und Nachfrage, die letztendlich zur konkreten Strompreisbildung beitragen.

Selbstverständlich wird auch in der 30. Analysewoche jeden Tag Strom importiert. Ab Donnerstag 8:00 Uhr wird der Windbuckel zurückgefahren. Es folgt eine Flautenphase bis zum Ende der Betrachtungswoche. Nun wird ununterbrochen Strom aus dem benachbarten Ausland eingeführt. Das führt dazu, dass die Preisrückgänge – vom Sonntag abgesehen – in einem Bereich bleiben, der 50€/MWh kaum unterschreitet.

Wochenüberblick

Montag, 21.7.2025 bis Sonntag, 27.7.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 46,0 Prozent. Anteil regenerativer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 60,6 Prozent, davon Windstrom 21,9 Prozent, PV-Strom 24,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,7 Prozent.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Wochenvergleich zur 30. Analysewoche ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zur 30. KW 2025:
Factsheet KW 30/2025 – ChartProduktionHandelswocheImport/Export/Preise, CO2Agora-Chart 68 Prozent AusbaugradAgora-Chart 86 Prozent Ausbaugrad.

Was man wissen muss: Die Wind- und Photovoltaik-Stromerzeugung wird in unseren Charts fast immer „oben“, oft auch über der Bedarfslinie, angezeigt. Das suggeriert dem Betrachter, dass dieser Strom exportiert wird. Faktisch geht immer konventionell erzeugter Strom in den Export. Die Chartstruktur zum Beispiel mit dem Jahresverlauf 2024/25 bildet den Sachverhalt korrekt ab. Die konventionelle Stromerzeugung folgt der regenerativen, sie ergänzt diese. Falls diese Ergänzung nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken, wird der fehlende Strom, der die elektrische Energie transportiert, aus dem benachbarten Ausland importiert.

Tagesanalysen

Montag

Montag, 21.7.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 37,8 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 52,3 Prozent, davon Windstrom 20,9 Prozent, PV-Strom 16,9 Prozent Strom Biomasse/Wasserkraft 14,6 Prozent.

Schwache regenerative Stromerzeugung. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo- Tagesvergleich zum 21. Juli ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 21.7.2025: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.

Dienstag

Dienstag, 22.7.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 57,0 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 70,0 Prozent, davon Windstrom 34,3 Prozent, PV-Strom 22,7 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 13,0 Prozent.

Anstieg der regenerativen Stromerzeugung. Aufbau des Windbuckels. Die Strompreisbildung

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 22. Juli ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 22.7.2025: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.

Mittwoch

Mittwoch, 23.7.025: Anteil Wind- und PV-Strom 62,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 74,0 Prozent, davon Windstrom 40,9 Prozent, PV-Strom 22,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 11,1 Prozent.

Nach dem Peak des Windbuckels um 1:00 Uhr fällt die Windstromerzeugung sukzessive. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 23. Juli 2025 ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 23.7.2025: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.

Donnerstag

Donnerstag, 24.7.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 33,4 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 47,7 Prozent, davon Windstrom 9,5 Prozent, PV-Strom 33,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,3 Prozent.

Die Flautenphase mit kontinuierlichem Stromimport beginnt. Die Strompreisbildung

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 24. Juli 2025 ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 24.7.2025: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inklusive Importabhängigkeiten.

Freitag

Freitag, 25.7.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 39,0 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 53,9 Prozent, davon Windstrom 13,0 Prozent, PV-Strom 26,0 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 14,8 Prozent.

Flaute – sehr wenig Windstromerzeugung. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 25. Juli 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 25.7.2025: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten.

Samstag

Samstag, 26.7.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 36,9 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 54,9 Prozent, davon Windstrom 8,3 Prozent, PV-Strom 28,6 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 18,0 Prozent.

Wenig Bedarf: Wochenende. Hohe Stromimporte. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 26. Juli ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 26.7.2025: ChartProduktion, HandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten.

Sonntag

Sonntag, 27.7.2025: Anteil Wind- und PV-Strom 46,3 Prozent. Anteil erneuerbare Energieträger an der Gesamtstromerzeugung 66,0 Prozent, davon Windstrom 14,8 Prozent, PV-Strom 31,4 Prozent, Strom Biomasse/Wasserkraft 19,7 Prozent.

Die Flautenphase geht heute zu Ende. Die Strompreisbildung.

Belege für Werte und Aussagen im Text oben, viele weitere Werte sowie Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten bietet der Stromdateninfo-Tagesvergleich zum 27. Juli ab 2016.

Daten, Charts, Tabellen & Prognosen zum 27.7.2025: ChartProduktionHandelstagImport/Export/Preise/CO2 inkl. Importabhängigkeiten.

Die bisherigen Artikel der Kolumne „Woher kommt der Strom?“ seit Beginn des Jahres 2019 mit jeweils einem kurzen Inhaltsstichwort finden Sie hier. Noch Fragen? Ergänzungen? Fehler entdeckt? Bitte Leserpost schreiben! Oder direkt an mich persönlich: stromwoher@mediagnose.de. Alle Berechnungen und Schätzungen durch Rüdiger Stobbe und Peter Hager nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

Rüdiger Stobbe betreibt seit 2016 den Politikblog MEDIAGNOSE.




Die Apokalypse ist fester Bestandteil der abendländischen Kultur

Der “Klimakollaps” ist nur die antichristliche Form einer biblischen Denkfigur

Edgar L. Gärtner

 

Wer den Grünen aller Parteien und NGOs mit ihrer ständig wiederholten Warnung vor einem drohenden “Klimakollaps” apokalyptisches Denken vorwirft und stattdessen die Einhaltung der Regeln sauberer naturwissenschaftlicher Methodik anmahnt, greift meiner Meinung nach zu kurz. Denn sowohl die Endzeiterwartung als auch die modernen Naturwissenschaften haben einen gemeinsamen Ursprung: die christliche Bibel. Ohne den Glauben an die Apokalypse gäbe es wohl keine moderne Naturwissenschaft.

Der Begriff „Apokalypse” darf allerdings nicht gedankenlos gleichgesetzt werden mit einer Katastrophe. Aus dem Griechischen übersetzt bedeutet Apokalypse schlicht „Entschleierung” oder „Offenbarung”. Es gibt dafür, historisch gesehen, nur eine Quelle: das einzige prophetische Buch des Neuen Testaments, bekannt unter dem Namen “Offenbarung des Johannes” oder auch „Die Offenbarung Jesu Christi durch Johannes“. Es handelt sich dabei um eine Serie von Briefen an verschiedene von der römischen Verfolgung bedrängte christliche Gemeinden im Vorderen Orient, die wahrscheinlich gegen Ende des 1. Jahrhunderts nach Christi Geburt entstanden sind und spätestens seit dem von Kaiser Konstantin einberufenen ökumenischen Konzil von Nicäa im Jahre 325 als integraler Bestandteil des Neuen Testaments gelten.

Die Apokalypse, die von Jesus bei seiner Himmelfahrt versprochene Wiederkunft am Ende der Zeit, ist vermutlich kein plötzliches Ereignis, sondern eine längere Abfolge von Plagen und Prüfungen, denen nur eine Minderheit wahrhaft Gläubiger widersteht, während falsche Propheten wie der “Antichrist” ihre Tarnung verlieren. Es geht darin also um eine längere Periode, in deren Verlauf die verschiedenen politischen und ökonomischen Akteure ihr heilsames oder zerstörerisches Wesen offenbaren.

Die Wahrheit kommt auf den Tisch

Aktuell steht vor allem die Entlarvung des von moralischem Narzissmus und Selbsthass geprägten Schuldkomplexes der “Gutmenschen” an. Es geht dabei nicht nur die Irrationalität ihrer naturwidrigen Gender-Ideologie mit 70 frei wählbaren Geschlechtern und die vorgeblich humane Politik offener Grenzen, sondern auch um die inzwischen in Gesetze gegossene Erzählung von der immer rascher herannahenden Klimakrise durch Überhitzung unseres Planeten. Diese soll durch die Drosselung der Wirtschaft und die drastische Einschränkung der individuellen Freiheit verhindert werden, dient aber immer öfter auch der Rechtfertigung terroristischer Anschläge im Namen des “Klimaschutzes”.

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, in seiner zweiten Amtszeit diese lebensgefährlichen Verirrungen radikal zu bekämpfen. Die kürzliche Aufhebung der unter US-Präsident Barack Obama von dienstbaren Wissenschaftlern ausgesprochenen Klassifizierung des lebenswichtigen Pflanzennährstoffs Kohlenstoffdioxid als gesundheitsgefährdenden Schadstoff („Endangerment Finding“) durch den neuen Leiter der Environment Protection Agency (EPA) zeigt, dass die US-Regierung auf dem besten Weg ist, mithilfe der Analyse regierungsunabhängiger Institute Cfact und Heartland in den USA oder die Website WUWT oder auch EIKE in Deutschland die Wahrheit über Mensch und Klima zu retablieren.

Maßgebliche Gruppierungen evangelikaler Christen und bibeltreuer Katholiken vermuten, dass wir uns nun schon seit Jahren mitten im Prozess der Apokalypse befinden. Da ich kein Theologe bin, vermag ich nicht zu entscheiden, ob bereits die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 den Beginn der Apokalypse markiert, oder jene recht haben, die im Massaker der islamistischen Terrororganisation Hamas an den Teilnehmern eines israelischen Festivals am 7. Oktober 2023 den Startschuss des Prozesses der Entschleierung sehen. (Ich verweise hier auf den “gewagten” Beitrag des mir persönlich bekannten Ingenieurs Ronald Woldag im Magazin “eigentümlich frei”.) Woldag macht in der Heiligen Schrift einen siebenjährigen Zyklus von Zerstörung und Konsolidierung, gekennzeichnet durch große Drangsal und geistige Verwirrung, aus. Der vorletzte Zyklus begann seiner Meinung nach im November 2013 mit den z.T. blutigen Unruhen und dem nachfolgenden Sturz der gewählten ukrainischen Regierung in Kiew, die von US-Geheimdiensten und Soros-NGOs finanziell gefördert wurden. Wir befinden uns danach heute mitten im letzten Zyklus, der 2020 mit dem Syrien-Krieg und dem illegalen Eindringen von Millionen junger Muslime nach Westeuropa begann. Woldag erwartet, dass die Auseinandersetzung zwischen destruktiven Nihilisten und konstruktiven Konservativen sich noch bis Ostern 2027 verschärfen wird. Kein Mensch weiß, was danach kommt.

Die Schlüsselrolle der Kalenderreform

Die Behauptung, die modernen Naturwissenschaften hätten sich nur in einem vom Glauben an die Apokalypse geprägten christlichen Umfeld entwickeln können, wird heute von vielen Beobachtern nicht geteilt, denn sie setzt voraus, dass es historische Gesetze, eine Geschichtsmorphologie im Sinne von Oswald Spengler gibt, die sich hinter dem Rücken der politischen und ökonomischen Akteure durchsetzt. Für den bekannten Frankfurter bzw. Heidelberger Mediävisten Johannes Fried hingegen steht hingegen der enge geistige Zusammenhang zwischen dem Christentum und der Entwicklung der naturwissenschaftlichen Methodik in seiner Geschichte des Weltuntergangs unter dem Titel “Dies Irae” außer Frage. Schon früher hat kein Geringerer als der unfreiwillige Entdecker der Quantenphysik, der Nobelpreisträger Max Planck, darauf hingewiesen.

Fried sieht diesen Zusammenhang weniger in der Übernahme des platonischen und aristotelischen Logos durch die europäischen Kirchenväter Augustinus von Hippo und Thomas von Aquin, sondern in der von der Apokalypse des Johannes und der Zerstörung des zweiten Jerusalemer Tempels im Jahre 70 nach Christus ausgehenden Endzeiterwartung, die bis zum heutigen Tag fortwirkt. Die Bibel sagt nur, das Ende könne jeden Tag kommen und die Christus-Gläubigen sollten sich durch eine anständige und liebevolle Lebensführung auf die Wiederkunft Christi und das folgende Jüngste Gericht vorbereiten.

Zumindest in der römisch-katholischen Kirche gilt das Dogma, nach dem Tod der letzten von Jesus Christus eingesetzten Apostel könne es keine echten Propheten mehr geben. (Bei den anderen Konfessionen kenne ich mich weniger aus.) Der Kirchenvater Augustinus von Hippo (354-430) rechnete in einigen Schriften polemisch mit allerlei Spekulationen und astrologischen Weissagungen ab. Jüngere Gelehrte schlugen aber Augustinus‘ Warnungen in den Wind und gaben dem Reiz des Verbotenen nach, indem sie auszurechnen versuchten, wie viel Jahre seit der angenommenen Erschaffung der Welt vor wenigen Jahrtausenden noch bis zum Weltende übrigblieben, oder hielten nach kosmischen Zeichen Ausschau, die den nahenden Untergang ankündigen sollten.

Die wichtigsten Anstöße für die im 12. Jahrhundert in Europa aufblühende Naturforschung kamen jedoch von Ungereimtheiten der Zeitrechnung. Schon Kaiser Karl der Große (748-814) hatte sich, unterstützt seinem angelsächsischen Berater Alkuin, mit großem Eifer um eine Verbesserung des Kalenders gekümmert. Durch die Beobachtung der Tag- und Nachtgleichen und der Gestirne war aufgefallen, dass der julianische Kalender dem realen Zeitlauf hinterherhinkte und dass christliche Feiertage folglich zur falschen Zeit begangen wurden. Erst die auf strenger Naturbeobachtung beruhende, noch heute gültige gregorianische Kalenderreform von 1582 bereinigte diese Probleme durch die Streichung von zehn Tagen und die Einführung von Schaltjahren weitgehend. Dadurch bekamen vor allem Astronomie, Mathematik und Physik großen Auftrieb.

Dagegen regte sich jedoch Widerstand seitens der inzwischen auf den Plan getretenen Lutheraner. Diese hielten den neuen Kalender zwar nicht für falsch, aber wegen des ihrer Ansicht nach ohnehin bevorstehenden Weltendes für überflüssig. Denn Luthers Reformation wurde von ihnen selbst als apokalyptischer Vorgang gedeutet – allerdings im Zeichen der Hoffnung. Nicht wenige von der Amtskirche als Häretiker gebrandmarkte Prediger wie Thomas Müntzer und andere sahen in der vermeintlich nahenden Apokalypse das Signal für den sozialen Aufstand.

Die Wirkung der katholischen „Gegenreformation“

In der römisch-katholischen Kirche hingegen spielte die Apokalypse nach dem von Kaiser Karl V. einberufenen ökumenischen Reformkonzil von Trient (1545-1563) keine große Rolle mehr. Dieses Konzil startete die als „Gegenreformation“ bekanntgewordene Läuterung und Professionalisierung der römisch-katholischen Kirche, die im Prinzip bis heute Bestand hat, auch wenn der staatsnahe deutsche Katholizismus mehr und mehr zur woken Sekte verkommt. Denn das für das Abendland charakteristische apokalyptische Lebensgefühl verschwand auch während der nachfolgenden Zeit der „Aufklärung“ nicht. Heute erlangen spekulative Computersimulationen über das Versiegen von Rohstoffquellen oder die Aufheizung des Klimas wohl vor allem deshalb eine so große Glaubwürdigkeit, weil sie auf ein Publikum treffen, das die lineare Geschichtsauffassung des Christentums und 2.000 Jahre apokalyptische Kultur verinnerlicht hat.

Ohne den Einfluss des Christentums und das Eingreifen aufgeschlossener Päpste ist die Ablösung des ptolemäischen Weltbildes mit komplizierten Hyperzyklen durch das Kopernikanische bzw. Keplersche Modell um die Sonne kreisender Planeten kaum vorstellbar. Die vom damaligen Papst beauftragten Forschungen des Domherren Nikolais Kopernikus dienten ausdrücklich der Kalenderrefom. Die in Bertolt Brechts Drama über die Verurteilung des Physikers Galileo Galilei durch die kirchliche Inquisition verbreitete Version des Konflikts zwischen Wissen und Glauben hält der wissenschaftshistorischen Forschung nicht stand. Galilei wurde nachweislich vom einflussreichen Papstberater und bis heute als Kirchenlehrer anerkannten Kardinal Robert Bellarmin (1542-1621) unterstützt, aber nicht nur aus diplomatischen Gründen um Zurückhaltung gebeten. Ausschlaggeben für die (milde!) Bestrafung Galileis war dessen dogmatisches und großsprecherisches Auftreten.

Siegeszug der naturwissenschaftlichen Methode

Die Missverständnisse zwischen Galilei und der kirchlichen Hierarchie konnten den Siegeszeug der von Galilei erfolgreich angewandten nüchternen Forschungsmethode im christlichen Europa jedenfalls nicht aufhalten. In dem damals zivilisatorisch weiter fortgeschrittenen chinesischen Reich hatte die von Galilei etablierte naturwissenschaftliche Forschungsmethode zunächst keine Chance. Es fehlte dem Konfuzianismus der dafür notwenige transzendentale Wahrheitsbegriff des mittelalterlichen Kirchenlehrers Thomas von Aquin (1225-1274): Wahrheit als Übereinstimmung zwischen Denken und Sein bzw. zwischen dem Bewusstsein und den feststellbaren Tatsachen. Konfuzianismus und Buddhismus hingegen kannten nur einen pragmatischen Wahrheitsbegriff, bei dem die persönliche Gesichtswahrung im Vordergrund steht.

Der thomistische Wahrheitsbegriff, der auf Aussagen von Augustinus, Plotin und anderen Denkern der Spätantike aufbaut, beruht auf der mit dem christlichen Schöpfungsglauben einhergehenden Vorstellung oder Einsicht, dass Erde und Weltall, menschliche Gesellschaft und Natur den gleichen physikalischen Gesetzen unterliegen, aber offen bleiben für göttliche Eingriffe. Isaac Newton (1643-1727), dem Vollender der klassischen Physik, war durchaus bewusst ohne göttliche Hand die Planeten nicht lange auf ihren Bahnen ziehen würden.

Durch den größten dieser Eingriffe, die Menschwerdung Jesu Christi, wurde die Geschichte zur Heilsgeschichte: Zwischen dem Kreuzestod Jesu Christi und der bei dessen Himmelfahrt versprochenen Wiederkunft in Form des Jüngsten Gerichts. Das unterscheidet die christliche Geschichtsauffassung von nicht abrahamitischen Religionen oder materialistischen Ideologien, in denen zyklische Auffassungen der Geschichte im Sinne eines Wechsels zwischen Werden und Vergehen von Kulturen oder technische Vorstellungen von Fortschritt im Sinne der Verlängerung der durchschnittlichen Lebenserwartung und der stetigen Verbesserung der Bedürfnisbefriedigung der Menschen überwiegen.

Für gläubige Christen ist nicht die liberale Demokratie und der damit einhergehende materielle Wohlstand das Ziel der Geschichte, sondern die Wiederkunft des Herrn Jesus Christus, die Apokalypse. Das unterstreicht der hinter dem Wahlsieg von Donald Trump und seines Vize JD Vance stehende deutschstämmige US-Milliardär Peter Thiel (geb. 1967) am Schluss eines im Jahre 2007 veröffentlichten Aufsatzes: „Im Gegensatz zu Leo Strauss weiß der christliche Staatsmann oder die christliche Staatsfrau, dass das moderne Zeitalter nicht von Dauer sein wird und letztlich etwas ganz anderem Platz machen wird. Man darf niemals vergessen, dass eines Tages alles offenbart werden wird, dass alle Ungerechtigkeiten aufgedeckt werden und dass diejenigen, die sie begangen haben, zur Rechenschaft gezogen werden.” Wir können also davon ausgehen, dass die Erwartung der Apokalypse politisch einflussreich bleiben wird, solange es genügend Menschen gibt, die daran glauben. (5. August 2025)