Die Grünen ignorieren die tödlichen Kältewellen in Indien

Vijay Jayaraj

[Vorbemerkung des Übersetzers: In fast allen Kältereports der jüngeren Zeit war Indien zumindest einmal mit Meldungen über extreme Kälte vertreten. Hier nun dazu der Beitrag eines Inders, der bestätigt, welch großes Problem diese Kälte in Indien darstellt. – Ende Vorbemerkung]

Frostige Temperaturen im Winter sind in Europa und Nordamerika keine Seltenheit. So gefährlich die Kälte in höheren Breitengraden auch sein kann, sie ist dort noch gefährlicher, wo Menschen und Infrastruktur schlecht darauf vorbereitet sind.

Ein solcher Ort ist Indien, das für sein heißes, tropisches Wetter bekannt ist. Jedes Jahr finden sich einige Inder inmitten einer rekordverdächtigen Kälte wieder, während die Mainstream-Medien und andere zwanghaft von einer katastrophalen globalen Erwärmung sprechen. Berichten zufolge hat sich die Zahl der Tage mit Kältewellen in Indien in den letzten zehn Jahren um das 1,6-fache erhöht.

Am 6. Januar 2022 verstärkte sich die Kältewelle in Indien und drückte die Temperaturen in der Hauptstadt Delhi auf 2 Grad Celsius. Die Sichtweite sank in den frühen Morgenstunden auf nur noch 50 Meter, so dass es für die Menschen fast unmöglich war, sich auf den mit Autos, Fahrrädern und Lastwagen vollgestopften Straßen zu bewegen.

Die Kälte – selbst für eine der nördlichsten Städte des Subkontinents extrem – führte zu Verspätungen bei Zügen und Flügen und belastete das Stromnetz. Allein am 10. Januar waren 70 Flüge verspätet, und Dutzende wurden im Laufe der Woche gestrichen. Die Regierung verlängerte die Winterferien in den Schulen.

Da ich drei Jahre meines Berufslebens als Umweltberater in Delhi verbracht habe, bin ich mit den Baumaterialien und dem Design der Häuser in der Stadt vertraut. Sie sind nicht für den Schutz vor ungewöhnlicher Kälte gebaut. Während des besonders kalten Winters 2019 hatte ich das Glück, eine elektrische Heizung zu haben, die mich warm hielt.

Aber viele der 30 Millionen Menschen in der Stadt – damals wie heute – haben nichts als dicke Kleidung und Lagerfeuer, um sich gegen die klirrende Kälte zu wehren. Dazu gehören auch Tausende von obdachlosen Familien, die dem Wetter direkt ausgesetzt sind. Einige einkommensschwache Haushalte haben nur Polyethylenplatten als Dach. Drei von 10 Indern (rund 400 Millionen Menschen) sind besonders anfällig für Kältewellen.

„Dem indischen Wohnungsbericht zufolge leben mehr als 100 Millionen Menschen in Slums, d. h. in baufälligen Strukturen mit begrenzter Stromversorgung und grundlegenden Wohneinrichtungen“, berichtete die Nachrichtenagentur The Quint.

Während des jüngsten Kälteeinbruchs sanken die Temperaturen in den Nachbarstaaten Delhis unter den Gefrierpunkt, wo Eiswürfel aus den Wasserleitungen auf landwirtschaftlichen Flächen flossen. Traurigerweise starben im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh 25 Menschen durch die Kältewelle.

Nach Angaben des kardiologischen Instituts in der Stadt Kanpur wurden 723 Herzpatienten notfallmäßig behandelt. „Etwa 41 Patienten wurden in kritischem Zustand eingeliefert, und etwa 15 Patienten wurden tot in die Notaufnahme gebracht“, berichtete das Institut. Gesundheitsexperten warnten, dass Herzinfarkte bei kaltem Wetter nicht nur ältere Menschen, sondern auch junge Menschen betreffen können.

Kälte, die oft mit Krankheiten einhergeht, ist ein größerer Killer als Hitze. Laut einer Studie, in der 74 Millionen Todesfälle in 13 Ländern untersucht wurden, starben zwischen 1985 und 2012 20 Mal so viele Menschen an Kälte wie an Hitze. Davon waren 5,4 Millionen Todesfälle auf Kälte zurückzuführen, während 311 000 auf Hitze zurückzuführen waren.

Der große Unterschied zwischen hitze- und kältebedingten Todesfällen ist darauf zurückzuführen, dass niedrige Temperaturen das Herz-Kreislauf- und das Atmungssystem des Körpers stärker belasten, heißt es in der Studie, die in der britischen Zeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde.

In Indien, so die Forscher, „sterben bei extremer Kälte und mäßiger Kälte viel mehr Menschen als bei mäßiger oder extremer Hitze. Die Strategien für die öffentliche Gesundheit sollten dies berücksichtigen“. Eine Studie ergab, dass kurzfristige Temperaturexposition für 6,5 % der Gesamtmortalität verantwortlich ist, wobei 88 % davon auf kaltes Wetter und nur 12 % auf heißes Wetter zurückzuführen sind.

Wo bleibt also die Hysterie über das kalte Wetter? Warum warnen die Journalisten nicht vor einer drohenden Eiszeit? Warum fordern sie nicht eine Erhöhung der Treibhausgasemissionen, um die Atmosphäre zu erwärmen?

So lächerlich diese Fragen auch klingen mögen, sie folgen der Logik der Klimakatastrophisten der letzten zwei Jahrzehnte. Jedes Mal, wenn es eine Periode mit extrem heißem Wetters gibt, stellen sie dies als Zeichen einer gefährlichen Erwärmung der Welt dar. Doch wenn extreme Kälte auftritt, ist das nie ein Zeichen für eine Abkühlung der Welt.

Nehmen wir den Fall Delhi: Die Kältewelle wurde „auf eine große Lücke zwischen zwei westlichen Störungen zurückgeführt, die es den kühlen Nordwestwinden aus den Bergen ermöglichte, länger als gewöhnlich auf die Ebenen einzuwirken.“ Punkt. Nichts über den Klimawandel. Wenn jedoch warme Wetterereignisse im Sommer auftreten, werden sie als Folgen des vom Menschen verursachten Klimawandels gebrandmarkt, der eine „existenzielle Bedrohung“ darstellt.

Die unterschiedliche Behandlung von kaltem und warmem Wetter durch die Medien ergibt keinen Sinn, außer dass sie das falsche Narrativ der apokalyptischen globalen Erwärmung aufrechterhält.

Obwohl sie keine Möglichkeit haben, die Temperaturen weit in die Zukunft hinein genau vorherzusagen, drängen Alarmisten darauf, die Nutzung fossiler Brennstoffe einzuschränken, um die Erwärmung des Planeten zu „verlangsamen“. Doch dieselben Leute ignorieren die zunehmend kalten Winter in tropischen Ländern und die Beweise dafür, dass Wärme besser für die Menschen ist.

Wir nehmen an, dass der Tod von ein paar Dutzend Indern zu unbedeutend ist, um sie von ihrer irrationalen grünen Agenda abzulenken.

This commentary was first published at Washington Times, January 12, 2023, and can be accessed here.

Vijay Jayaraj is a Research Associate at the CO2 Coalition, Arlington, Virginia. He holds a master’s degree in environmental sciences from the University of East Anglia, UK and resides in India.

Link: https://cornwallalliance.org/2023/01/greens-ignore-indias-lethal-cold-spells/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Für Milliardäre ist Klima-Lobbyarbeit eine heiße Sache!

Barry Brill

Es gab eine Zeit, da ging es beim Klimawandel um Wissenschaft. Das ist vorbei.

Jetzt geht es um Geld und Politik. Nicht nur etwas davon – sondern alles!

Der Höhepunkt der weltweiten Geld-Politik-Kreuzung ist das jährliche Treffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos, Schweiz. In dieser Woche findet das Treffen „Globale Risiken“ für 2023 statt – mit dem beherrschenden Thema (wieder einmal) der Kampagne zum Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe.

Wie die COP-Treffen ist auch das Treffen in Davos der Inbegriff von Heuchelei.

Mehr als tausend Privatjets begleiteten das letztjährige Treffen. Greenpeace dazu: „Die Reichen und Mächtigen strömen in extrem umweltverschmutzenden, sozial ungerechten Privatjets nach Davos, um hinter verschlossenen Türen über Klima und Ungleichheit zu diskutieren“.

Privatjetflüge sind mit Abstand das Emissions-intensivste Verkehrsmittel pro Passagierkilometer, das je erfunden wurde. Jeder Davos-Flug verursachte im Durchschnitt CO₂-Emissionen, die denen von etwa 350.000 durchschnittlichen Autos in einer Woche entsprechen.

53 % dieser Privatflüge betrafen Kurzstreckenflüge von weniger als 466 Meilen, während 38 % unter 311 Meilen lagen, so der Bericht. Die französische Regierung hat kommerzielle Kurzstreckenflüge bereits verboten, wenn es „grüne Alternativen“ gibt, und Neuseeland könnte bald nachziehen.

Es wird nun eine Woche der feinen Küche geben: eingeflogenes Filet, gebratene Schnitzel, Trüffeleis, die besten Käsesorten. Trotzdem wird man in Davos weiterhin vehement für Veganismus und den Verzehr von Insektenproteinen eintreten, um „den Planeten zu retten“.

Oxfam verfolgte die Investitionen von 125 Milliardären und fand heraus, dass diese im Durchschnitt 393 Tonnen CO₂ pro Jahr ausstoßen, was der Gesamtmenge Frankreichs entspricht und dass „die jährlichen Emissionen eines durchschnittlichen Milliardärs eine Million Mal höher sind als die einer Person aus den ärmsten 90 % der Weltbevölkerung“.

Die einzige rationale Schlussfolgerung, die man aus dieser kognitiven Dissonanz ziehen kann ist, dass diese reichen Leute kein Wort von dem glauben, was sie ständig über den Klimawandel predigen.

Sie fordern Schmerz und Opferregeln „für dich, aber nicht für mich“. Sie sagen Wasser und trinken Wein. Wie das alte Klischee besagt: Ihre Taten sagen mehr als ihre Worte.

Sie müssen also ein anderes Ziel verfolgen. Aber welches?

Geld, Geld, Geld, Geld….

Am Dienstag erklärte der US-Klimabeauftragte John Kerry in Davos, dass die WEF-Klimastrategie nach dem Vorbild der weltweiten Einführung des Covid-Impfstoffs konzipiert sei und viel mehr Geld benötige:

„Wie kommen wir also dahin? Nun, die Lektion, die ich in den letzten Jahren gelernt habe, und ich habe sie als Außenminister gelernt, und ich habe sie auch danach gelernt, und zwar in Hülle und Fülle ist: Geld, Geld, Geld, Geld, Geld, Geld, Geld. Und es tut mir leid, das zu sagen.“

Kerry wirbt nicht für „grüne“ Investitionen. Er spricht mit Philanthropen über Philanthropie:

„Wir müssen es auf einer massiven Basis tun und der Schlüssel dazu ist Philanthropie…. Ich meine, ja, Technologie, ja, aufregende neue Initiativen, ja, wir müssen politisch siegreiche Rennen organisieren… aber wir müssen noch weiter gehen.“

Weiter gehen als politisch siegreiche Rennen zu organisieren? Was in aller Welt könnte das WEF im Sinn haben?

Ein Drang, ein Superheld zu sein?

In Newsweek [in deutscher Übersetzung hier] von dieser Woche behauptet ein österreichischer Wirtschaftsprofessor: „Beim Klimaaktivismus geht es nicht um den Planeten. Es geht um die Langeweile der Bourgeoisie“. Der erste Absatz lautet:

Der Untergang des Kapitalismus wird nicht durch den Aufstand einer verarmten Arbeiterklasse erfolgen, sondern durch die Sabotage einer gelangweilten Oberschicht. Diese Ansicht vertrat der österreichische Wirtschaftswissenschaftler Joseph Schumpeter im Jahr 1942. Schumpeter glaubte, dass eine gebildete Elite irgendwann nichts mehr hat, wofür sie kämpfen könnte, und stattdessen beginnt, gegen das System zu kämpfen, in dem sie selbst lebt.“

In der Stellungnahme wird argumentiert, dass die grüne Bewegung nicht die Krise des Planeten widerspiegelt, sondern vielmehr eine Sinnkrise für die Wohlhabenden ist.

Die Lieblingsfantasie der westlichen Oberschicht ist, dass das Ende der Welt unmittelbar bevorsteht und nur abgewendet werden kann, wenn wir unsere Lebensweise grundlegend ändern. Aber zu „uns“ gehören nicht die wirklich Wohlhabenden. Nein. Ihre heroische Rolle ist es, all diese Veränderungen herbeizuführen. Sie sind die Anführer. Die Geschichte wird zeigen, dass es ihr Weitblick und ihre Tatkraft waren, die die Zukunft der Menschheit gesichert haben.

Prof. Schoellhammer sagt, dass es für sie keine Rolle spielt, dass sich jede alarmistische Vorhersage als falsch erwiesen hat – weil Fakten durch „Moral“ übertrumpft werden können. Extreme Vorhersagen passen zu einer Ersatzreligion, die es den Superreichen erlaubt, gleichzeitig ihren Reichtum zu genießen und den Rest der Welt aus einer Position der moralischen Überlegenheit heraus zu belehren.

Auch die Schuldgefühle zwischen den Generationen spielen eine Rolle. Der Newsweek-Artikel enthüllt, dass die unsägliche „Just Stop Oil“-Gruppe, die Ketchup über unbezahlbare Gemälde schüttet, auf der Gehaltsliste von Aileen Getty steht, der Enkelin des legendären Öl-Tycoons Jean Paul Getty. Wer hätte das gedacht?

Die Rockefeller Foundation, die aus dem sagenumwobenen Ölreichtum [1] entstanden ist, hat sich verpflichtet, den Kampf gegen den Klimawandel in den Mittelpunkt ihrer gesamten Arbeit zu stellen, einschließlich all ihrer zahlreichen Aktivitäten und Investitionen.

Ist dieser Artikel überzeugend? Könnte es sein, dass große Teile der „Top 1 %“ wirklich so egoistisch oder schuldbewusst sind? Wollen sie Tugendhaftigkeit demonstrieren oder ihre Investitionen fördern/schützen?

Kauf von Alarm und Panik

John Kerry finanziert ganz offen die politischen Kampagnen von Kandidaten, die eine drakonische Klimapolitik unterstützen. Kein linker Kandidat irgendwo in der entwickelten Welt könnte im Jahr 2023 gewählt werden, ohne sich vorher vor dem Schrein des Klimawandel-Alarms niederzuwerfen.
Aber es reicht nicht, Politiker zu kaufen, wenn sie nicht wiedergewählt werden können.

Auch die öffentliche Meinung muss gekauft werden, und das ist ein langer, harter Weg: die Presse, die elektronischen Medien, Regierungsbeamte, Prominente, Meinungsforscher, Akademiker, Gewerkschaften, Blogger, Social Media Gatekeepers, Lehrer, Influencer, die Unterhaltungsindustrie usw. usf. – in jeder Region und jedem Bezirk der westlichen Welt. Das alles summiert sich zu viel Geld.

In den letzten fünf Jahren haben nur drei US-Milliardäre (Soros, Bloomberg, Bezos) NROs finanziert, die mindestens 30.000 Vollzeitäquivalente an Klimaaktivisten beschäftigen. Die Zahl der NRO-Mitarbeiter, die von wohlhabenden Einzelpersonen und gemeinnützigen Stiftungen weltweit finanziert werden, geht in die Millionen [2]. Die NGO @SDGaction rühmt sich, dass ihre Mitglieder allein im Jahr 2021 100 Millionen „transformative Aktionen“ und Stunts durchgeführt und damit die Welt verändert haben.

Diese Aktivisten arbeiten den ganzen Tag daran, überall Lobbyarbeit zu betreiben, um eine extremere und umfassendere Klimapolitik zu fordern. Das geplante Ergebnis ist die Beherrschung und Kontrolle der öffentlichen Debatte – oder die Sicherstellung, dass es keine öffentliche Debatte gibt – und die Verbreitung einer Kultur und Politik der chronischen Selbsttäuschung in Bezug auf alle Fragen, die mit dem Klimawandel zusammenhängen. Damit sind sie bemerkenswert erfolgreich gewesen.

Der Newsweek-Artikel enthält diese erschreckende Enthüllung:

„Auf dem ‚Climate Action Summit‘ im Jahre 2018 haben zwei Dutzend von Milliardären unterstützte Stiftungen 4 Milliarden Dollar für Lobbyarbeit zum Klimawandel zugesagt.

Einige von ihnen, wie die Hewlett Foundation, finanzieren direkt Journalisten der Associated Press für die ‚Klimaberichterstattung‘, während Stiftungen, die mit den Familien Packard und Rockefeller verbunden sind, das journalistische Projekt ‚Covering Climate Now‚ unterstützen, das ‚mit Journalisten und Redaktionen zusammenarbeitet, um informiertere und dringlichere Klimageschichten zu produzieren‘ und Hunderte von Medien finanziert.“

Zwei Jahre nach jenem Gipfel hat allein Jeff Bezos 10 Milliarden Dollar für die Finanzierung von Aktivisten, Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftlern bereitgestellt, weil er (fälschlicherweise) der Meinung ist, dass „sich das Klima der Erde schneller verändert, als die Wissenschaft vor fünf Jahren vorhergesagt hat“.

Stellen Sie sich nur vor, wie viel Propaganda mit diesen zehntausend Millionen Dollar gekauft wird!

Seit Jahren finanziert der Milliardär Michael Bloomberg im Stillen private Anwälte, die in den Büros der Generalstaatsanwälte demokratischer Bundesstaaten arbeiten und im Namen des Staates Klimaprozesse gegen Ölkonzerne und dergleichen führen.

Forbes berichtet, wie die Milliardäre Tom Steyer, Hank Paulson und Bloomberg erfolgreich US-Klimawissenschaftler bestochen haben, um das extremste IPCC-Szenario (RCP8.5) als „business as usual“ darzustellen.

Der Milliardär Larry Fink hat Billionen von Dollar an BlackRock-Kundengeldern von Unternehmen abgezogen, die noch nicht versprochen haben, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.

Große Fragen

Während diese wenigen Beispiele ihren Weg in die Presse gefunden haben, ist der Großteil der Lobbyarbeit von Natur aus geheimnisvoll – Sonnenschein ist ein zu wirksames Desinfektionsmittel. Ich habe also keinen Zweifel daran, dass die oben genannten Beispiele nur die Spitze des Eisbergs sind. Es handelt sich dabei um die weithin bekannten Aktionen weißer amerikanischer Männer, die in aller Munde sind (Stichwort Bill Gates, Mark Benioff) und die anderen 2 667 Milliardäre (Stichwort Laureen Jobs), welche die Zeitschrift Forbes gezählt hat, nicht berücksichtigen.

Man könnte meinen, dass dieser kaum vorstellbare Katarakt an Geld in dieser geldbewussten Welt fast alles kaufen könnte. Kann man damit wissenschaftliche Forschungsstipendien kaufen? Zugang zu wissenschaftlichen Fachzeitschriften? Resolutionen auf Konferenzen von Wissenschaftlern des öffentlichen Sektors? Ein offenes Ohr bei UN-Beamten? Konsens in Davos?

Was würde passieren, wenn diese milliardenschwere Philanthropie den Politikern, Bürokraten, Umweltorganisationen, Zeitungen, Rundfunkanstalten usw. entzogen würde?

Wäre dann noch irgendetwas von der Klimakatastrophe übrig? Oder würde sie still und leise verklingen?

References:

[1] John D Rockefeller, the world’s richest man a century ago, founded Standard Oil (forerunner of both Exxon-Mobil and Caltex) and is seen as the father of the global oil industry.
[2] “Charities” is now the third biggest employment sector in the UK.

Barry Brill OBE JP LL.M(Hons) M.ComLaw is a former MP and Minister of Energy, Petrocorp director, and chair of the Gas Council, Power NZ, ESANZ, and EMCO. He is presently the Chairman of the New Zealand Climate Science Coalition.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/01/22/barry-brill-for-billionaires-climate-lobbying-is-hot/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Wie man Temperaturen mit früher richtig vergleicht – Was wir der politischen Führungsriege des DWD vorwerfen

Josef Kowatsch, Matthias Baritz

Die politisch eingesetzten Vorstände des Deutschen Wetterdienstes haben die Aufgabe, anhand der erhobenen DWD-Daten die unbewiesene Treibhaushypothese durchzusetzen. Es handelt sich um ein Geschäftsmodell. Der DWD muss mit den erhobenen Wetterdaten beweisen, dass eine von CO-verursachte Klimakatastrophe bevorsteht. Der DWD und seine Vorstände müssen dem Geschäftsmodell CO-Klimapanik zuarbeiten, damit die unnütze CO-Klimasteuer akzeptiert wird.

So auch im neuesten klimatologischen Rückblick. Andreas Becker, Leiter der Abteilung Klimaüberwachung im DWD: „Seit dem Jahr 1881 haben wir nun einen Anstieg der Jahresmitteltemperatur in Deutschland von 1,7 Grad. Dieser lässt sich nur durch den menschgemachten Klimawandel erklären. Seit Anfang der Siebziger Jahre hat sich dieser Erwärmungstrend deutlich beschleunigt und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich dieser in den nächsten Jahren verlangsamen wird. Wir erleben inzwischen Hitzeperioden und -intensitäten, die wir aus den Klimamodellen eigentlich erst in ein paar Jahrzehnten erwartet hätten. Dies alles muss für uns eine starke Motivation sein, den Klimaschutz in Deutschland und global bedeutend stärker voranzutreiben, denn Anpassung ist viel teurer und selbst bei uns nur begrenzt möglich.“
Um die 1,7 Grad angeblich ausschließlich menschengemachter Erwärmung seit 1881 beweisen zu können, bedient sich der DWD folgender Tricks seit 1881:

Ständiger Austausch von Wetterstationen: Es handelte sich anfangs um ganz andere Wetterstationen als heute, nur etwa 25 der heute 2500 DWD-Wetterstationen sind seit Beginn dabei. Jedoch stimmt bei allen 25 lediglich der Name, die Stationen stehen jedoch an einem anderen, nämlich wärmeren Standort als 1881

Die Wetterstationen standen vor über 100 Jahren allgemein an viel kälteren Standorten wie heute: bei Forsthäusern am Waldrand, bei unbeheizten Klöstern, bei Großbauernhöfen (Gutshöfen), bei Bahnwärterhäuschen auf freier Strecke.

Zudem standen die damaligen Wetterhäuschen meist auf der sonnenabgewandten Seite der Gebäude, also an der Nordseite. Heute müssen die allerdings strahlungsabgeschirmten Einrichtungen auf einem freien Platz ganztägig in der Sonne stehen.

Der seit 1881 bis heute in den Daten verborgene wachsende großflächige Wärmeinseleffekt der gesamten Fläche Deutschlands und der wachsende UHI-effekt der Städte und Gemeinden aufgrund der Bevölkerungszunahme, Industrialisierung, der Bodenversiegelungen und des zunehmenden Wohlstandes mit Wärmefreisetzungen werden überhaupt nicht erwähnt und nirgendwo berücksichtigt. Diese Erwärmung wird einem Treibhauseffekt zugeschrieben, der nirgendwo bewiesen ist. Ebenso wird die großflächige Trockenlegung und Asphaltierung der einst freien Landschaft in den DWD-Temperaturdaten nicht berücksichtigt.

Die Meereshöhe der Wetterstationen, aus denen der Temperatur-Durchschnitt für Deutschland gebildet wird, wurde über die Jahrzehnte erniedrigt.

Insbesondere in den letzten 25 Jahren werden Wetterstationen verstärkt ausgetauscht, bzw. es kommen ständig neue mit niedriger Meereshöhe hinzu.

Die Umstellung auf die elektronische Erfassung und die Einführung der neuen Messerfassung brachte eine zusätzliche scheinbare Klimaerwärmung seit 2000.

Zudem werden die früher erhobenen Daten nun nachträglich manipuliert: Die Anfangsdaten der ersten 50 Jahre mit den damals gemessenen Temperaturen wurden in den letzten 10 Jahren nachträglich kälter gemacht. (Wir verwenden in der Grafik unten noch die alten Daten wie sie 2013 im DWD-Archiv geführt wurden)

Zudem stehen dem DWD zwei natürliche Klimaänderungen in Deutschland helfend zur Seite: 1) Der Messbeginn der DWD-Reihen 1881 liegt in einem Kälteloch, erst um 1900 war die kleine Eiszeit beendet und 2) Der natürliche Klimasprung in ganz Mitteleuropa im Jahre 1988 aufgrund der Änderung der Großwetterlagen.

Wir bestreiten nicht die angenehme Erwärmung seit 1881 und dann vor allem seit 1988, aber die Steigung der DWD-Deutschlandlinie ist zu steil. In der folgenden Grafik zeigt die grüne von allen menschenverursachten Effekten bereinigten Erwärmungskurve die tatsächliche Klima-Erwärmung von Deutschland, unter der Voraussetzung, dass Deutschland vollkommen unverändert wie 1881 geblieben wäre, mit den gleichen Wetterstationen von damals an denselben schattigeren Plätzen und mit derselben früheren Messtechnik weiter gemessen worden wäre.

Wissenschaftlich gilt: Die vor über 130 Jahren erhobenen Wetterdaten dürfen mit den heutigen nicht direkt verglichen werden. Vergleichen kann man nur, wenn man die DWD-Daten mit einem historischen Veränderungsfaktor bereinigt. Wir nennen diesen Faktor, den Wärmeinselfaktor. (WI)

Abb.1 zeigt in Rot die Temperaturentwicklung in Deutschland anhand der Daten des DWD von 1891 bis 2022. In Grün die mathematische, um die WI-Effekte und die Messeinrichtungsänderungen bereinigte Temperaturentwicklung für Deutschland nach R. Leistenschneider im gleichen Zeitraum.

Deutung der grünen Kurve:

Die grüne Kurve versucht die tatsächliche natürliche Klimaentwickung für Deutschland seit 1891, also in den letzten 130 Jahren zu beschreiben:

  1. Es wurde etwa um 1 Grad wärmer
  2. Die Erwärmung verlief nicht gleichmäßig und kann schon deshalb nicht ausschließlich CO2- verursacht sein.
  3. Die Temperaturen kommen aus einem Kälteloch um 1850, die kleine Eiszeit war in Mitteleuropa erst um 1900 beendet.
  4. Um 1920 erreichten die Temperaturen einen ersten Höhepunkt
  5. Seit 1920 fallen die Temperaturen wieder in ein Kältetal, das bis 1987 anhielt.
  6. 1988 erfolgte ein natürlicher Klimasprung aufgrund einer Änderung der Großwetterlagen
  7. Seitdem, also seit 1988 zeigt auch die grüne nur klimabedingte Temperaturkurve einen weiteren Anstieg.

Zur roten, vom DWD mit seinen heutigen Wetterstationen an den heutigen wärmeren Standorten gemessene Kurve, gilt: Wer in den Wärmeinseln wohnt, für den gilt die rote Kurve. Und diese Wärmeinseln nehmen täglich zu: siehe Versiegelungszähler Deutschland.

Kurz: Die grüne Kurve ist die natürliche Klimaerwärmung und die Differenz zwischen Grün und Rot ist die menschenverursache Zusatzerwärmung durch die vielen seit 1881 vollzogenen anthropogenen Wärmeinseleffektmaßnahmen.

Die grüne Temperaturkurve ist somit eine imaginäre Kurve, sie will angeben, wie die Temperaturen sich klimabedingt entwickelt hätten, wenn Deutschland so unverändert geblieben wäre wie es vor 1900 im Kaiserreich war und die DWD-Messstationen noch an den früheren kälteren Standorten – die es aufgrund der Bevölkerungsentwicklung und der baulichen Veränderung Deutschlands nicht mehr geben kann – geblieben wären.

Zurück zur Überschrift des Artikels

Der DWD hingegen behauptet, dass die Gesamterwärmung ausschließlich durch Treibhausgase erzeugt wäre.

Wir werfen dem DWD vor, dass er der Bevölkerung, den Politikern und den Medien nicht erklärt, dass die von ihm erhobenen Temperaturdaten wissenschaftlich gar nicht vergleichbar sind. Dazu braucht man einen Korrekturfaktor, der die historischen Veränderungen berücksichtigt. R.Leistenschneider hat diesen Korrekturfaktor annäherungsweise ermittelt.

Richtig wäre diese Aussage des DWD: Die an den heutigen Standorten mit den heutigen Messverfahren ermittelten Jahrestemperaturen sind um 1,7 Grad wärmer als die Temperaturschnitte der Messstationen vor über 130 Jahren an den damaligen Standorten.

DWD-Vorstand Becker begründet hingegen die gesamte Erwärmung ausschließlich mit der Zunahme sog. Treibhausgase (Kohlendioxid), das nach seiner falschen Behauptung wohl ausschließlich menschenverursacht wäre. Und auch für den geringen Sommerniederschlag und die Trockenheit der Landschaft soll ausschließlich das bei uns freigesetzte (deutsche) CO verantwortlich sein. Becker versteift sich sogar zur Falschbehauptung, dass der Sonnenstundenrekord im Jahre 2022 CO-bedingt wäre.

Dabei haben wir (Kämpfe/Kowatsch/Baritz/Leistenschneider) die tatsächlichen Gründe des nur tagsüber heißen Sommers in unseren Sommerartikeln ausführlich erklärt mitsamt Vorschlägen für Gegenmaßnahmen. Gegenmaßnahmen, die auch tatsächlich kühlend wirken würden und zugleich aktive Natur- und Umweltschutzmaßnahmen wären.

Zusammenfassung:

Wollen wir Menschen den anthropogenen Anteil an der Erwärmung seit 1881 zurückfahren, dann müsste die fortgesetzte Trockenlegung und Asphaltierung Deutschlands gestoppt werden. Diese Naturzerstörung erzeugt vor allem die heißen Sommer seit 1988.

Die sog. Treibhausgase erwärmen nichts oder fast nichts. Das hat der Großversuch bei der Sprengung der Nordstreampipelines gezeigt. Die erhöhten Konzentrationen konnten tagelang gemessen werden. Die vielen Radiosonden und Wetterballone haben keinerlei Wärmehotspots festgestellt – wie hier beschrieben.

Schon allein der Begriff Treibhausgas ist eine sinnreiche Worterfindung des Geschäftsmodelles CO-Ablaßsteuer mit weiteren angstmachenden Begriffen wie Klimakiller, Klimaangst und Klimapanik.

Gäbe es die Erwärmungswirkung der Treibhausgase, dann würde es auch technische sinnvolle Anwendungen geben mit welchen wir beispielsweise unsere Häuser heizen könnten. Wir alle wären froh, wenn die CO-Treibhaussschwätzer uns endlich geisteiche Anwendungen vorlegen könnten.

Richtig ist: Die Erde braucht mehr CO in der Atmosphäre und nicht weniger. Das irdische Leben wurde vom Schöpfer auf dem Element Kohlenstoff aufgebaut. CO ist das Vehikel, das die Kohlenstoffatome zur Flora und Fauna transportiert und austauscht. Wer CO bekämpft als Klimakiller, der bekämpft das vielfältige Leben auf der Erde.

Es wird Zeit, dass dem Geschäftsmodell „Erderhitzung“ durch Treibhausgase ein Ende bereitet wird.

Wir bekennen uns ausdrücklich zu Natur- und Umweltschutz. Die großflächige Landschaftszerstörung muss aufhören.

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Anmerkung: Im Gegensatz zum DWD-Vorstand werden wir für unsere Artikel von niemandem bezahlt oder unterstützt. Deswegen arbeiten wir unabhängig.

Josef Kowatsch, aktiver Naturschützer und unabhängiger Klimaforscher

Matthias Baritz, Naturwissenschaftler und Naturschützer.

 




Die Deutschen und die Versorgungssicherheit

Wie die Deutschen die eigene Betroffenheit von der Energiewende verkennen

von Theobald Tiger*

Seit dem 24. Februar 2022 ist die Angst vor einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine bittere Realität. Niemand, wirklich niemand mit Herz und Verstand kann diesen Krieg wollen. Vielen Deutschen gilt dieses Datum deshalb als Zeitenwende im Umgang mit dem großen Nachbarn im Osten Europas. Damit einhergehend wird auf vielen Ebenen nun intensiv über den Umgang mit dieser Situation diskutiert und von unterschiedlichen Seiten werden nachhaltige und vor allem langfristige Konsequenzen gefordert. Vonseiten der Politik gilt es vor diesem Hintergrund mittlerweile weitgehend als Konsens, die bestehenden, als einseitig empfundenen Abhängigkeiten von Russland zu reduzieren bzw. vollständig zu beenden. Das politische Zauberwort dabei: europaweites Embargo.

Das heißt im Moment für die Deutschen übersetzt, unter anderem vorerst kein Import von russischer Kohle, russischem Holz und russischem Öl mehr. Um das jeweilige Surrogat wird politisch noch intensiv gerungen, teilweise aber auch schon erste Festlegungen beispielsweise mit Katar über die Lieferung von Flüssiggas getroffen. Angesichts fehlender Alternativen stellt sich die deutsche Bundesregierung bislang jedoch noch gegen ein allumfassendes Embargo, die deutsche Bevölkerung, glaubt man den Umfragen, ist uneinheitlich in dieser Frage und die deutsche Industrie warnt vor den Folgen. Und so näher der Winter kommt, umso deutlicher kann man in der Politik nun das Szenario Blackout hören.

Mit einem Schlag wird deutlich, dass auch strategische Abhängigkeiten ökonomischer Natur problematisch sein können. Auf einen Schlag wird deutlich, dass Deutschland, die eigene Versorgungssicherheit vor lauter Energiewende nicht mehr ausreichend im Blick hatte. Aber ist es deshalb wirklich sinnvoll nun von einer Abhängigkeit (Russland) in die nächste (Katar) zu gleiten? Zumindest ökonomisch sinnvoll ist es jedenfalls bislang nicht, was die Börsenpreise für Erdgas im Vergleich zum Vorkrisenniveau auch nach der Kooperationsankündigung mit Katar im Augenblick zeigen. Deutschland verbraucht etwa 1.000 Terawattstunden Gas im Jahr. Den größten Anteil davon, etwas mehr als ein Drittel nutzt die Industrie, dicht gefolgt von den Haushalten, die ebenfalls knapp ein Drittel in Anspruch nehmen und mit etwas Abstand folgt dann Gas in der Stromerzeugung.

Sofern energiewirtschaftliche Unabhängigkeit tatsächlich das primäre politische Zielkriterium sein sollte, dann lässt sich dies durchaus erreichen, aber nur zu einem hohen Preis und nicht ohne ernsthaft über Alternativen nachzudenken. Erdgas zum Beispiel hat am deutschen Primärenergieverbrauch einen Anteil von etwa 25 Prozent. Das ist enorm viel, wenn man sich vor Augen führt, dass der ⁠Primärenergieverbrauch⁠ den Energiegehalt aller im Inland eingesetzten Energieträger repräsentiert und somit sämtliche Lebensbereiche bzw. die gesamte Volkswirtschaft darüber repräsentiert wird. Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang außerdem, dass von den drei wichtigsten fossilen Brennstoffen Erdgas gegenüber Kohle und Erdöl den niedrigsten spezifischen CO2-Emissionsfaktoren aufweist.[1]

Damit gilt Erdgas eigentlich als die perfekte Brücke auf dem Weg in Richtung Klimaneutralität. Dennoch ist in ein paar Jahren ein Ausstieg aus dem Erdgas durchaus denkbar, ein kurzfristiger Prozess kann es allerdings niemals werden. So nimmt es auch nicht Wunder, dass die Europäische Kommission im Rahmen der von wenigen Monaten erlassenen sogenannten Taxonomie-Verordnung (wichtiges klimapolitisches Steuerungsinstrument der EU) Erdgas als Energieträger einstuft, der den Energiebedarf in der EU in der Übergangsphase zuverlässig abdeckt.[2]

Zudem wird die Politik, meint sie es ernst mit dem Primat der energiewirtschaftlichen Unabhängigkeit nicht umhinkommen einzugestehen, dass der nahezu parallele Ausstieg aus Kernenergie und Kohleverstromung die Deutschen erst in diese Abhängigkeit gerade von Russland gebracht hat. Ferner gilt es dann anzuerkennen, dass der große Traum von der deutschen Klimaneutralität bis 2045 mit dem gleichzeitigen Wunsch nach Unabhängigkeit vollständig unrealistisch wird. Darüber öffentlich zu sprechen, den Bürgern reinen Wein einzuschenken, gehört eben auch zur Energiewende und zu einer ehrlichen politischen Diskussion. So wünschenswert es auch sein mag, den Weg zu einer klimaneutralen, bezahlbaren und sicheren Energieversorgung über den schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien und/oder die Steigerung der Energieeffizienz zu erreichen, es ist auf dem aktuellen Stand der Technik eine Phantasie.

Lässt sich die gebotene Reduktion der Abhängigkeit von Russland dennoch in einem glaubwürdigen Transformationspfad realisieren? Mittlerweile arbeitet die deutsche Bundesregierung neben dem forcierten Ausbau der Erneuerbaren Energien mit Hochdruck an einer LNG-, also Flüssiggasstrategie. Dabei fehlt es den Deutschen momentan noch an vielem, was eine geeignete Infrastruktur dafür voraussetzt. Abgesehen davon, dass LNG-Terminal-Kapazitäten erst im Entstehen sind, muss das verflüssigte Gas auf der Welt erst in ausreichender Menge und zu bezahlbaren Kosten beschafft werden. Im Augenblick zumindest ist Flüssiggas noch erkennbar teurer als das russische Pipelinegas bisher.

Doch was ist mit den Alternativen, im Sinne einer Reduktion der Nachfrage oder Substitution von Erdgas? Ein populärer Denkansatz besteht im Augenblick in der Reduktion der Nachfrage durch Verbrauchsreduktion der Haushalte.[3] Allerdings wird – wie bereits angesprochen – ein erheblicher Teil des importierten Erdgases nicht in den Haushalten, sondern in der Industrie sowie in der Stromerzeugung verbraucht. Dazu korrespondierend existiert natürlich auch die politische Vorstellung die Wirtschaft könnte ihren Energiebedarf erkennbar drosseln. Die durchoptimierte deutsche Wirtschaft realisiert jedoch bereit heute jedes Promille an Effizienzsteigerung, da es Wettbewerbsvorteile bringt. Zur Wahrheit gehört nämlich auch, dass die im internationalen Wettbewerb stehenden deutschen Unternehmen bereits heute mit die höchsten spezifischen Energiekosten im Vergleich zu den konkurrierenden Volkswirtschaften tragen.

Der Wiedereinstieg in die fossile Verstromung ist eine weitere denkbare Alternative, allen voran natürlich Kohle und hier insbesondere Braunkohle, als wichtige nationale Ressource. Der daraus entstehende Konflikt mit den Klimaschutzzielen ist evident und ließe sich auch nicht über den europäischen Emissionshandel (wichtiges Klimaschutzinstrument der EU) lösen, da die festgelegten Emissionsobergrenzen nicht mehr zu halten wären. Einen CO2 armen durch einen CO2 reichen Energieträger zu ersetzen, um die gleiche Menge an Energie zu erzeugen, bedeutet automatisch eine höhere CO2-Last. Aus einem Mehr an Kohleverstromung resultiert also unmittelbar, dass die EU ihren selbstgesteckten (und bereits sehr ambitionierten) Pfad zur Klimaneutralität verlassen müsste. Zudem würde aus einer intensivierten Kohleverstromung eine zusätzliche Kostenbelastungen für die vom ETS erfassten Unternehmen folgen, was wiederum teilweise oder ganz auf deren Kunden übergewälzt wird.

Will Deutschland sich aus der energiewirtschaftlichen Abhängigkeit in der langen Perspektive befreien, ist das Denken in Alternativen unumgänglich. Hinzu kommt die Notwendigkeit, dabei vollkommen ergebnis- und technologieoffen zu denken. Denn den einen großen Wurf, kann es für Deutschland bei der Sicherstellung der eigenen Versorgungssicherheit nicht geben. Wahrscheinlich ist vielmehr die Kombination aus vielen Aspekten der Weg in die energiewirtschaftliche Zukunft Deutschlands. Gleichzeitig wird man nicht umhinkommen, auch unangenehme Themenstellungen wie längere Laufzeiten für Atomkraftwerke oder bisher ausgeschlossene Alternativen wie Fracking neu zu diskutieren.

Deutschland verfügt zum Beispiel über einen reichen Schatz an Braunkohle. Der bereits definierte Kohleausstieg ist allein eine politische Festlegung, zumal die Möglichkeit Kohlendioxid via CCS-Technologie abzuscheiden, wegen grundsätzlicher Bedenken bisher noch nicht zum Einsatz kam. Gleiches gilt für ungeförderte Erdgasvorkommen, die durch Fracking gehoben werden könnten. Sich gegen die Ausbeutung der eigenen Ressourcen zu stellen aber gleichzeitig Frackinggas aus anderen Ländern zu importieren, um die Gasversorgung im Land sicherzustellen, ist durchaus widersprüchlich. Wünschenswert wäre eine breite gesellschaftliche Debatte darüber, was gesellschaftlich in der Abwägung zwischen energiewirtschaftlicher Unabhängigkeit, Bezahlbarkeit und Sicherheit gesellschaftlich konsensfähig ist. So oder so, es liegt kein leichter Weg vor uns.

Literatur

1 Vgl. Umweltbundesamt (2016); „CO2-Emissionsfaktoren für fossile Brennstoffe“; https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1968/publikationen/co2-emissionsfaktoren_fur_fossile_brennstoffe_korrektur.pdf;

2 Vgl. Europäisches Parlament, Taxonomie: Keine Einwände gegen Einstufung von Gas und Atomkraft als nachhaltig; https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20220701IPR34365/taxonomie-keine-einwande-gegen-einstufung-von-gas-und-atomkraft-als-nachhaltig;

3 Vgl. Zeit online (2022); Ex-Bundespräsident: „Auch einmal frieren für die Freiheit“; https://www.zeit.de/news/2022-03/10/ex-bundespraesident-auch-einmal-frieren-fuer-die-freiheit?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F;

  1. Vgl. Umweltbundesamt (2016); „CO2-Emissionsfaktoren für fossile Brennstoffe“; https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1968/publikationen/co2-emissionsfaktoren_fur_fossile_brennstoffe_korrektur.pdf;
  2. Vgl. Europäisches Parlament, Taxonomie: Keine Einwände gegen Einstufung von Gas und Atomkraft als nachhaltig; https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20220701IPR34365/taxonomie-keine-einwande-gegen-einstufung-von-gas-und-atomkraft-als-nachhaltig;
  3. Vgl. Zeit online (2022); Ex-Bundespräsident: „Auch einmal frieren für die Freiheit“; https://www.zeit.de/news/2022-03/10/ex-bundespraesident-auch-einmal-frieren-fuer-die-freiheit?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F;

 

  • Der Autor ist eine Experte aus der Energiebranche, sein Autorenname Theobald Tiger ist ein Pseudonym, der Autor ist der EIKE Redaktion in Person bekannt



„Keine Zeit verlieren“: Frankreich baut 14 neue AKWs

Während bei uns Ideologen den Ton angeben, wird in Frankreich seriös über Energiepolitik diskutiert. Dort will die Regierung Macron 14 neue Kernkraftwerke bauen und kann über den fatalen deutschen Sonderweg nur den Kopf schütteln.

von Manfred Haferburg

Wenn ich mir die Diskussion um die Energiepolitik der Zukunft in Deutschland ansehe, kommt mir als Fachmann das kalte Grausen. Die deutsche Energiepolitik wird bestimmt von Ideologie, Demagogie, Parteipolitik und Machtbestreben, und wird von den Politikern irgendwie in Wahlperioden gedacht, meist aber kürzer. Der beste Beweis dafür ist das Laufzeitverlängerungslein von dreieinhalb (!) Monaten für die letzten Kernkraftwerke, das der deutsche Bundeskanzler kraft seiner Wassersuppe durchgedrückt hat.

Die deutsche Politik und ihre quasselnden Eliten ergehen sich im energetischen Machbarkeitswahn und in solch ökonomischen Unfugs-Fantasien wie eine Umstellung der ganzen Volkswirtschaft auf eine „grüne Wasserstoffwirtschaft“ mit 25 Prozent Wirkungsgrad in weniger als acht Jahren. Man sehe sich die Expertise der Kernenergie-Ethikkommission oder der Kohleausstiegskommission an. Alles Mögliche setzte sich da in Szene – Bischöfe, Anwälte, Politikwissenschaftler – aber kein einziger Fachmann.

Energiepolitik muss aber, wenn sie erfolgreich sein will, in Dekaden oder längeren Zeiträumen gedacht werden. Dazu braucht es Politiker, die rechnen können, auf kompetente Berater hören und selbstlos das Beste für ihr Land wollen, auch nach ihrer Zeit. Allein der Bau eines Gaskraftwerks dauert mindestens fünf Jahre. Ein Kernkraftwerk baut man in Europa in zehn Jahren, das gleiche in China in sechs. Neue Technologien brauchen 10, 15 Jahre bis zur Industriereife – nachdem sie erfunden wurden. Eine neue Speichertechnologie jedoch ist noch nicht mal erfunden. Der Aufbau der elektrischen Netze hat hundert Jahre gedauert. Jetzt will man ihre Funktionalität in wenigen Jahren vollständig ändern.

Auf dem Weg zum Venezuela Europas

Das klägliche Scheitern aller Zeitpläne für die berühmten Stromautobahnen spricht Bände. Von 7.700 Kilometern sind in fünf Jahren ganze 1.300 km gebaut, im letzten Jahr hat man ganze 200 km geschafft. Wenn es in dem Tempo weitergeht, dann sind die Stromtrassen in 30 Jahren fertig. Genauso ist es um die völlig utopischen „Ausbauziele“ der „Erneuerbaren“ bestellt, um die größenwahnsinnigen Zahlenspielereien mit Elektroautos und Wärmepumpen – von der grünen Wasserstoff-Utopie gar nicht zu reden. Schon Brecht wusste:

Ja, mach nur einen Plan!
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch’nen zweiten Plan
Gehn tun sie beide nicht.

Für Energiepolitik sind Wahlperioden schlichtweg zu kurz. Wenn heute eine Regierung einen Fehler in der Energiepolitik macht, wirkt sich das noch in zehn und viel mehr Jahren unter Umständen katastrophal auf das Land aus. Nämlich dann, wenn die Fehlentscheider längst in Pension oder unter der Erde sind. Wenn dereinst die Herren Scholz und Habeck in Frieden ruhen, werden die Ergebnisse ihrer verfehlten Energiewende Deutschland zum Venezuela Europas gemacht haben.

Wie wohltuend hingegen ist da die Diskussion über die richtige Energiepolitik im Nachbarland Frankreich. Hier diskutiert man in der Politik und in den Medien meist vernünftig und mit kühlem Kopf über den besten Weg zu einer bezahlbaren, sicheren und nachhaltigen Energiepolitik. Natürlich gibt es auch in Frankreich ein paar Energieideologen, aber sie haben weder die Lufthoheit in den Medien noch einen ernsthaften Rückhalt in der Bevölkerung. In Frankreich gibt es auch die Klima-Armageddon-Hysterie nicht. Das ist zwar auch ein Thema, aber es gibt vieles, was wichtiger ist.

Hier Lobbyistinnen, dort Experten

Wenn Sie das nicht glauben können, dann sehen Sie sich den Artikel in RMC an, und wenn Sie Französisch sprechen, verfolgen Sie das eingebettete Fernsehinterview mit dem Energiefachmann Professor Thierry Bros. Dieses Interview ist typisch für die Art und Weise, wie im Nachbarland Energiepolitik diskutiert wird.

Der Experte führt aus, dass jede (!) Art der Energieumwandlung ihre Vor- und Nachteile hat. Deshalb muss man länderspezifisch seinen optimalen Energiemix finden und nicht dogmatisch einzelne Energieträger verteufeln. Er erklärt, dass Deutschland seine Kernkraftwerke abschaltet, was zu höheren Energiepreisen auch für die französischen Verbraucher führt. Er stellt nüchtern fest, dass Deutschland stattdessen Kohlekraftwerke anfährt und die Umwelt belastet. Er sagt sinngemäß: Vor zehn Jahren hat man uns erklärt, dass wir nur noch die Hälfte der Kernkraftwerke brauchen, weil sie durch Wind und Sonne ersetzt werden und der Verbrauch sowieso sinken wird – nichts davon stimmt.

So ein sachliches Interview mit einem kundigen Experten wie im französischen Fernsehsender France 24 ist auf einem Kanal der großen deutschen Medien schlicht undenkbar. Es existieren zwar kundige Experten wie dieser Professor in Deutschland, sie werden aber jemanden wie ihn nie und nimmer in den ÖRR-Kanälen zu Gesicht bekommen. Sondern da treten Scharlataninnen mit Professortitel auf und dürfen unwidersprochen den größten Unfug von „Speichern noch und nöcher“ verbreiten. Die existierenden Noch-und-nöcher-Speicher in Deutschland reichen für eine gute halbe Stunde, dann gehen die Lichter aus. Das weiß die Lobby-Professorin auch, doch sie lügt frech die Leute an, von denen sie annimmt, dass sie es nicht besser wissen.

Selbst Frankreichs Grüne sind für Kernenergie

Der frühere französische Präsident François Hollande hatte 2015 durchgesetzt, dass Frankreich den Anteil des Atomstroms auf 50 Prozent verringern sollte. Dafür sollten 14 Kernkraftwerke vom Netz genommen werden. Tatsächlich wurden aber nur die beiden ältesten Kernreaktoren in Fessenheim abgeschaltet. Und die gehörten zum Teil Deutschland. (EnBW – Anm. des Verfassers)

Abgeschreckt durch das desaströse Beispiel der Deutschen Energiewende und im Angesicht des Ukrainekrieges gab es in der französischen Politik in den letzten Jahren ein komplettes Umdenken. So wurde kürzlich EdF verstaatlicht, 90 Prozent gehören jetzt dem französischen Staat. Folgerichtig hat der französische Senat am 24.1.2023 mit überwältigender Mehrheit von 239 zu 16 Stimmen einen beschleunigten Bau von bis zu 14 neuen Kernkraftwerken beschlossen. „Es geht darum, keine Zeit zu verlieren“, sagte Frankreichs Energieministerin Agnès Pannier-Runacher. Selbst die Grünen in Frankreich plädieren bis auf wenige Hardliner für Kernenergie.

Die neuen Reaktoren sollen jeweils paarweise am Standort bereits bestehender Kernkraftwerke gebaut werden. Die ersten beiden sollen in Penly entstehen, die folgenden beiden in Gravelines, jeweils an der Küste des Ärmelkanals. Und Frankreich wird gegen das desaströse Merit-Order-Verfahren der Strompreisfindung vorgehen, damit nicht französische Verbraucher weiterhin die verkorkste deutsche Energiewende mitfinanzieren müssen.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier