Artemis: Der Mond wird woke

von Hans Hofmann-Reinecke

Vor 50 Jahren, im Dezember 1972, war zum letzten Mal ein Mensch auf dem Mond, und wie die anderen elf vor ihm war auch er weiß und männlich. Jetzt soll dieser Fauxpas historischer Tragweite korrigiert werden. Wird der Mond also endlich woke?

Der Magnetismus der Zielsetzung

Es war nicht zu erwarten, dass ein Programm der NASA jemals wieder nur annähernd so spektakulär würde, wie die erste Mondlandung es war. Die grandiose Zielsetzung des Apollo Programms, vom charismatischen Präsidenten Kennedy klar formuliert, war ein unwiderstehlicher Magnet, der alle Beteiligten über sich hinauswachsen ließ. „Failure is not an option“ war mehr als ein guter Slogan, es war die gelebte Einstellung zur Arbeit.

Den nachfolgenden Projekten fehlte diese Magie. Sie entstanden eher aus der Überlegung, welche neuen Aufgaben man einer so bewährten und hochkarätigen Organisation jetzt stellen könnte. Dieser Wandel brachte es mit sich, dass die Dominanz von Wissenschaft und Technik durch Interessen der Politik verdrängt wurde. Und es ist wahrscheinlich, dass genau das die Ursache für die Tragödien der Shuttles Challenger und Columbia war. Im Zwiespalt zwischen politischem Opportunismus und der harten Realität wurde die professionelle Ethik der Ingenieure in den Hintergrund gedrängt. Aber die Natur lässt sich nicht zum Narren halten, und so musste sehr teures Lehrgeld bezahlt werden.

Es ist keine Frage, dass auch während der 50 Jahre seit Apollo von der NASA phantastische Erfolge erzielt wurden, die den Ingenieuren und Wissenschaftlern zu hohem Ruhm gereichen. Insbesondere die beiden Teleskope „Hubble“ und „James Webb“ haben der Astronomie ungeahnte Erkenntnisse ermöglicht, welche die wissenschaftliche Bedeutung der Mondlandung vielleicht sogar in den Schatten stellen. Und auch die Konstruktion der Shuttles selbst war eine technische Meisterleistung. Aber keines der Projekte kam an Apollo heran.

 

Die Göttin der Jagd

Nehmen wir nun das aktuelle Flaggschiff der NASA unter die Lupe und versuchen wir zu analysieren, ob hier Wissenschaft und Technik federführend sind – oder andere Kräfte. Es geht um das Programm namens Artemis. Sie, die Göttin der Jagd und der Natur, ist Zwillingsschwester von Apollo, und sie soll nun die Patzer ihres Bruders wieder gut machen.

Das verrät uns die Artemis-Website bereits im ersten Satz:

“With Artemis missions, NASA will land the first woman and first person of colour on the Moon, using innovative technologies to explore more of the lunar surface than ever before.

(Mit der Artemis-Missionen wird NASA die erste Frau und die erste farbige Person auf dem Mond landen und dabei innovative Technologien einsetzen, um mehr von der Mondoberfläche zu erforschen als je zuvor.)“

Lassen Sie uns die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieses Ziels für einen Moment zurückstellen und betrachten erst einmal die logistische Seite des Vorhabens.

 

Die ISS in Kniehöhe

Die Frage, „wo ist der Weltraum?“ macht so wenig Sinn, wie die Frage eines Delphins: „Wo ist das Meer?“ Der Weltraum ist alles, was nicht unsere Erde ist, und man hat sich darauf geeinigt, dass die Grenze in rund 100 km über dem Erdboden liegt. Knapp darüber kreisen bereits Satelliten, die International Space Station etwa in 400 km. Der Mond kreist ein Stückchen weiter weg. Stellen Sie sich vor, Sie stünden vorm Eiffelturm und der Mond befände ich an dessen Spitze, dann wäre die ISS etwa in Kniehöhe.

Zum Mond sind es 384.000 km, und zum Mars, wenn der uns am nächsten ist, sind es gut hundert Mal mehr.

Wie soll Artemis nun zum Mond kommen? Der erste Teil der Reise beginnt wie bei Apollo mit einer gigantischen Rakete namens SLS, die in knapp zehn Minuten ihren Treibstoff verbrennt, sich dann von ihrer Nutzlast „Orion“ trennt, in den Atlantik fällt und versinkt. Wie vor 50 Jahren Wernher von Brauns Saturn V, so ist auch SLS eine Einmalrakete.

Den Rest der Reise tritt Orion nun aus eigener Kraft an und trifft sich nach ein paar Tagen mit einer Raumstation namens „Gateway“, die permanent um den Mond kreist. An Gateway ist die Mondfähre angedockt, mit der dann gelandet wird.

Sie fragen, wie Gateway da oben hin kommt? Das ist ein separates Projekt, an dem gearbeitet wird. SLS und Orion aber haben Ende 2022 ihren ersten – unbemannten – Flug unternommen, genannt „Artemis 1“. Zunächst ging es am Mond vorbei und dann sechs Tage lang im entfernten Orbit um ihn herum. Nach 25 Tagen landete die Kapsel wohlbehalten im Pazifik, westlich von Mexiko. Es war ein erfolgreicher Test.

 

Sprungbrett zum Mars?

Was bringt das alles? Nun, zeitlich ausgedehnte Expeditionen zur Oberfläche des Monds, mit modernen Messegräten und besserem Fahrzeug als damals bringen sicherlich neue, nicht vorhersehbare Erkenntnisse. Zudem sammelt man praktische Erfahrung, die für weitere Eroberung des Weltraums wichtig ist.

Wäre der Mond ein gutes Basislager für die Expedition zum Mars? Könnte man da all die Komponenten für ein Raumschiff inklusive Hausstand für die nächsten zwei bis drei Jahre sammeln und zusammenbauen, um dann von hier die lange Reise anzutreten? Auf dem Mond hat man immerhin schon das Gröbste an Erdanziehung hinter sich gelassen und man bräuchte zum Start keine so starken Raketen mehr. Zudem gäbe es keine Luft und damit keinen Luftwiderstand. Was immer man jetzt auf die Reise schickt kann beliebige Gestalt haben, es braucht nicht so stromlinienförmig wie eine Rakete zu sein.

Aber es gibt Nachteile. Der Mond ist bedeckt mit einer Schicht aus feinem Staub, der Armstrong & Co. damals das Leben schwer machte. Das Zeug drang in die kleinsten Fugen jeglichen technischen Geräts ein, inklusive der Reißverschlüsse der Raumanzüge, und störte erheblich. Und dann ist da die Gravitation der Mondes; sie ist zwar schwach, aber man bräuchte dennoch Kräne um die schweren Bauteile zu bewegen.

Würde man die ganze Baustelle freischwebend im Raum anlegen, dann hätte man weder Staub noch hätten die Bauteile Gewicht; allerdings müsste man verhindern, dass sie spontan ins Weltall driften. Man müsste sie festbinden, so wie Beiboote, die am Schiff im Hafen dümpeln. Da gibt es nun zwischen Erde und Mond eine Gegend, in der die Schwerefelder der beiden Himmelskörper, zusammen mit der Zentrifugalkraft des Orbits um die Erde, sich gegenseitig kompensieren. Vermutlich wäre das eine gute Location für diese Baustelle.

 

Die Fahrt zum Mond

Es könnte daher gut sein, dass eine eventuelle Mars-Expedition den Mond nicht als Zwischenstation bräuchte. Bleibt als Nutzen also nur das eingangs erwähnte Anliegen, einer möglichst bunten Auswahl an Kandidaten jeglichen Geschlechts, jeglicher Hautfarbe und jeglicher Beschaffenheit die Chance zu geben, den Fuß auf den guten alten Mond zu setzen. Diese Absicht wird im Artemis-Video angedeutet, wo kurzzeitig auch ein Raumanzug in Übergröße ins Bild huscht.

Das wäre nur eine logische Fortsetzung der Geschichte der Raumfahrt. Erst hat man namenlose Ratten ins All geschossen, dann Hunde, sie erinnern sich vielleicht an Laika († 1957), dann Affen, etwa „Ham the Chimp“ († 1983 im Zoo), und schließlich weiße Männer. Nun ist die Raumfahrt also offen für die nächste Stufe der Evolution.

Machen Sie sich jetzt aber bitte keine Hoffnung, sie könnten der einen oder anderen lieben Person, sei es aus dem persönlichen Umfeld oder aus Politik, ein one-way Ticket für Artemis spendieren. Das würde zu teuer.

Artemis könnte aber eine wichtige Erkenntnis, die nach Apollo schon zu ahnen war, endlich bestätigen, nämlich diese.

Dieser Artikel erschien zuerst im Blog des Autors Think-Again. Sein Bestseller „Grün und Dumm“ ist bei Amazon erhältlich.




Der Luft das CO₂ entziehen zu wollen bringt dem Klima nichts!

Mögliche Folgeschäden sind noch nicht durchdacht und die Erdeinlagerung wird sehr teuer.

Prof. Dr. Klaus-Dieter Döhler, Josef Kowatsch

Wer die Welt de-karbonisieren will, der enthält den Pflanzen ihr Grundnahrungsmittel für die Photosynthese vor, das CO₂. Er/sie ist demnach verantwortlich für Missernten und Hungersnöte und gefährdet letztlich das Leben auf der Erde, denn von allen auf der Erde verfügbaren Elementen wie Sonne, Wasser, Mineralstoffe, Sauerstoff, Stickstoff und CO₂ hat nur das CO₂ den lebensnotwendigen Kohlenstoff (C) im Molekül. Ohne Kohlenstoff ist ein Leben wie wir es auf der Erde kennen, nicht möglich!

Das norwegische Parlament beschloss im September 2020, CO₂ aus Schornstein-Öffnungen und aus der Luft abzusaugen und unter der Nordsee zu speichern. Diese idiotische Idee eines „CO₂-Endlagers“ trägt den Namen „Polarlicht – CCS – Carbon Capture and Storage“.

Weil bislang alles andere in Hinsicht auf CO₂-Reduzierung nichts gebracht hat, spielen unsere Politiker und unsere sogenannten und gut bezahlten„Klimaforscher“ mit dem irrwitzigen Gedanken, der Luft CO₂ zu entziehen und es unterirdisch einzulagern. Für diesen Unsinn hatte die Europäische Union bereits vor Jahren 3,7 Milliarden Euro Förderung zur Verfügung gestellt. Aus Sicht des Europäischen Rechnungshofs war das teure Programm ein Flop. Jeder auch nur halbwegs naturwissenschaftlich gebildete Mensch hätte das von Anfang an vorhergesehen.

Dennoch reiste unser Wirtschaftsminister Robert Habeck, um sich in Norwegen die CCS-Methode zeigen zu lassen. Das Ziel Habecks und der deutschen Bundesregierung ist es, CO₂ aus Schornsteinen abzuscheiden und aus der Luft abzusaugen und es danach in Norwegen unterirdisch einzulagern.

Die norwegische Regierung gibt zu, dass CCS ein neues Geschäftsmodell ist, welches von ihr mit hohen Summen gefördert wird. Ja, es ist wirklich ein überaus „nachhaltiges“, weil endloses Geschäftsmodell, aber auch ein sehr lukratives. In der Gründungsphase wird es mit Steuergeldern subventioniert und danach wird es zu einer risikolosen Endloslizenz zum Gelddrucken. Das angepeilte Ziel, die Reduzierung der atmosphärischen CO₂-Konzentrationen, ist mit dieser Methode jedoch ausgeschlossen, wie wir gleich sehen werden.

Eine Reduzierung der CO-Emissionen in der Atmosphäre sorgt nämlich gemäß dem Prinzip vom kleinsten Zwang von Le Chatelier & Braun für einen Ausgleich durch Entweichen von CO aus dem Wasser, denn die CO-Konzentrationen in der Atmosphäre stehen mit den 50-fach höheren CO-Konzentrationen im Meerwasser im Gleichgewicht. Ein Absenken von COin der Luft führt unweigerlich zu einem Nachströmen von CO₂ aus den Ozeanen. Das ist von der Natur bestens so eingerichtet, und das ist auch gut so, weil die Pflanzenwelt ohne CO₂ absterben würde und ohne Pflanzen gäbe es weder Nahrung für Mensch und Tier, noch Sauerstoff zum Atmen – die Erde wäre unbewohnbar!!! Die unsinnige Idee, der Luft CO₂ zu entziehen und es in unterirdischen Höhlen einzulagern, oder im Meer zu versenken, würde – zur Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Wasser und Luft – zwangsläufig zu erhöhtem Nachströmen von CO₂ aus dem Meer führen. Es bildet sich dann wieder das vorherige Gleichgewicht zwischen der Konzentration von CO2 in der Luft und im Meerwasser. Je mehr CO₂ der Atmosphäre entzogen wird, desto mehr CO₂ strömt aus den Meeren zurück in die Atmosphäre und kann dann für viel Geld erneut abgesaugt werden – ein Geschäftsmodell ohne Ende, aber auch ohne Wirkung! Mit den 3,7 Milliarden verpulverten Euro in der Pilotphase und den noch anstehenden Billionen Euro in der Umsetzungsphase könnte man an vielen anderen Stellen Gutes tun.

Dass CO₂ etwas mit der Klimaerwärmung zu tun hat, ist reine Spekulation. Es gibt keine Studie, die diesen Zusammenhang bestätigt hätte. Im Gegenteil, ein solcher Zusammenhang wurde vielfach widerlegt. Das wissen auch unsere Wissenschaftler, Politiker und Investoren. Das bedeutet dann aber, dass die einen bewusst Lügen über das CO₂ verbreiten, um ihre Einkünfte, ihre Jobs oder ihre Wähler nicht zu verlieren, die Wahrheit der anderen aber wird von allen Seiten totgeschwiegen.

Inzwischen wurde durch den ungewollten Großversuch bei der Sprengung der Nordstream-Pipeline am 26/27 Sept. mit dem 25 bis 50 mal stärkeren Treibhausgas Methan der wissenschaftliche Nachweis erbracht, dass die sogenannten Treibhausgase gar nichts zur Erwärmung beitragen. Die stark erhöhten Methankonzentrationen konnten tagelang über der Ostsee gemessen werden, es fehlten die betreffenden Erwärmungen dazu, wie hier beschrieben.

Wissenschaftliche Folgerung aus diesem Großversuch: Der unwissenschaftliche Begriff Treibhausgas ist bereits Teil eines Geschäftsmodells, das uns bereits eine Ablasshandelssteuer auf CO₂ beschert hat und diese weiter verschlimmern will. Man will unser Geld, damit eine kleine Clique, eine Achse des Bösen, welche die Angstpropaganda schürt, noch reicher wird. Der Staat unterstützt diese Treibhauslüge, weil er selbst damit zu Geld kommt. Im Mittelalter hieß das Projekt Ablasshandel, ein Freikauf von nicht existierenden Sünden. Dafür wurden eigens die Begriffe, Sünde, Erbsünde, Hölle und jüngstes Gericht erfunden. Heute heißen die Synonyme Treibhausgase, Klimasensitivität, Klimanotstand, Klimaerhitzung, Hitzetod der Erde und Highway to Hell (António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen).

Außerdem existiert bis heute keine einzige technische Anwendung, bei welcher wir uns einen Treibhauserwärmungseffekt mit Hilfe von CO2 positiv zunutze hätten machen können.

Einstein sagte zwar: „Die Dummheit der Menschen ist grenzenlos“, aber so dumm kann doch kein Mensch sein. Oder? Mit allen erdenklichen beängstigenden Tricks versuchen deshalb die Treibhausgläubigen, den Zusammenhang zwischen der CO₂-Zunahme und den globalen Temperaturen herzustellen. Der Trick ist, man teilt die y-Achse in Zehntelgrad oder gar Hundertstelgrad ein, so dass geringe Temperaturänderungen als riesige Ausschläge von einer nicht näher beschriebenen Nulllinie erscheinen, wozu dann die Falschbehauptung passt, dass die Erwärmung noch nie so schnell nach oben geschnellt wäre.

Dabei ist die seit 1979 mit Satelliten gemessene globale Erwärmung erst recht kein Grund zur Beunruhigung, wenn man die Anstiegswerte nicht in Hundertstel-Grad aufträgt, sondern sie ins Klimageschehen der Erdgeschichte einreiht.

Grafik: Die momentan global ermittelten Temperaturen sind weit entfernt von einem Hitzetod der Erde. Die „letzte Generation“ ist auch ein Opfer übertriebener und entstellter Grafiken. Das Geschäftsmodell Treibhaus betreibt vor allem „Grafikpanik“

Der wahre Grund für das „Carbon Capture“ Programm dürfte wohl das Abgreifen neuer nichtsnutziger Subventionen sein, welche der ahnungslose Steuerzahler zu tragen hat. Wäre es da nicht besser, das viele unnütz angelegte Geld würde z.B. für Bewässerungsanlagen in Trockengebieten investiert, denn dann könnte auch in den Wüsten und anderen Trockengebieten die Düngekraft des CO₂ voll zum Tragen kommen?! Das wäre dann wirklich organisch, nachhaltig und umweltfreundlich! Aber mit Umweltschutz wissen die ideologischen Klimaschützer eh nichts anzufangen.

Forscher der RWTH Aachen und der ETH Zürich haben sich die Frage gestellt, ob sich das Carbon Capture-Verfahren zum Entzug von CO₂ aus der Luft rechnet. Dazu haben sie die Firma “Climeworks” gegründet, die bereits im Mai 2017 einen funktionierenden Prototyp herstellte. Die Anlage saugt jährlich rd. 900 Tonnen CO₂ aus der Luft ab. Die Kosten für die Abscheidung einer Tonne CO₂ mit Hilfe der Carbon Capture-Technik lagen vor zwei Jahren bei 550 Euro. Um die jährlich weltweit emittierten 38,6 Gigatonnen aus der Luft zu saugen, würde man 43 Millionen solcher Anlagen benötigen und die Kosten beliefen sich jährlich auf gigantische 21,2 Billionen Euro. Hinzu kämen noch die Kosten für Transport und Speicherung, über die ein Sprecher des norwegischen Speicherprojekts „Northern Lights“ berichtet, dass man sie bis zum Jahr 2030 auf ein Niveau von 30 bis 55 Euro pro Tonne senken wolle (Welt am Sonntag, 13.6.2021). Selbst wenn sich die Kosten mit der steigenden Inbetriebnahme solcher Anlagen um die Hälfte verringern sollten, so wären sie noch immer gigantisch. Und wo sollte man 43 Millionen solcher Anlagen hinstellen?

Ungeachtet der Wirkungslosigkeit von CO₂ auf das Klima in diesen niedrigen Konzentrationen oder seiner Entfernung aus der Luft, bleibt jedoch eine nicht zu vernachlässigende Gefahr. CO₂ soll unter dem hohen Druck von 500 atm unterirdisch eingelagert werden. Gestein zerbricht jedoch bereits bei 10 atm. Würden nur 1% des CO₂ aus dem Gestein austreten, was für die unterirdische Lagerung geplant ist, so würde eine Fläche der Größe Deutschlands mit einer 8 m hohen Schicht von unverdünntem CO₂ bedeckt. Da CO₂ schwerer ist als Luft würde die gesamte Bevölkerung Deutschlands ersticken. Selbst der Austritt kleinster Mengen an CO₂ hätte bei Windstille tödliche Folgen für die Bevölkerung in der näheren Umgebung.

Der dänische Volkswirtschaftler Björn Lomborg hat die finanziellen Konsequenzen der grünen Verzichtspolitik berechnet. Das Ergebnis: Die Kosten der deutschen Klimapolitik zwischen 2020 und 2050 belaufen sich auf etwa 12 Billionen Euro. Somit muss also für die nächsten 30 Jahre eine 4-köpfige deutsche Familie einen Einkommensverlust von durchschnittlich 20.000 Euro pro Jahr hinnehmen. Das sind 600.000 Euro (sechshunderttausend !!!) für die nächsten 30 Jahre. Unsere Politiker haben den Kontakt zur Realität völlig aus den Augen verloren!

Richard Tol, Professor für Klimawandel-Ökonomie und Gutachter für den Weltklimarat empfiehlt: „Es ist wenig teurer, eine Strategie der Anpassung an den Klimawandel zu wählen, statt ihn durch drastische CO₂ Reduktion verhindern zu wollen.“ Laut UN-Schätzungen könnte man für die Hälfte der Kosten des Weltklimaprotokolls von Kyoto 1997 die schlimmsten Probleme der Welt dauerhaft lösen: Trinkwasser, Sanitärhygiene, Gesundheitsversorgung, Bildung. Investitionen also, die sofort Leben retten würden. Aber, solange die CO₂-Bilanz stimmt, sind uns Natur, Umwelt und Menschheit egal!!!

Der Mensch ist verantwortlich für seine Umwelt. Für den Natur- und Umweltschutz gibt es genug zu tun, vor allem dürfen die bebauten und versiegelten Flächen, sowie die ständigen Trockenlegungen einstiger Naturlandschaften nicht weiter voranschreiten. Auf die großen und natürlichen Klimaänderungen jedoch hat der Mensch kaum Einfluss, denn er kann der Sonne, der Umlaufbahn der Erde um die Sonne, den Planeten, der kosmischen Strahlung, den Vulkanen, den Wolken und den Meeresströmungen nicht befehlen, was sie zu tun und zu lassen haben! Das entscheidet einzig und allein das Zusammenspiel der Himmelskörper mit der Erde.

Wir schließen mit dem Zitat von Robert Staughton Lynd: „Es ist leichter, eine Lüge zu glauben, die man 100 mal gehört hat, als eine Wahrheit, die man zuvor noch nie gehört hat“.

Deshalb wird es Zeit, der Wahrheit mehr Gehör zu verschaffen und die Lüge, allein das Menschen-gemachte CO₂ sei für das Klima verantwortlich, dorthin zu entsorgen wo sie hingehört AUF DEN MÜLLHAUFEN DER KLIMAGESCHICHTE.

Prof. Dr. Klaus-Dieter Döhler, Naturwissenschaftler und Umweltschützer sowie Vehementer Gegner von Wissenschafts-Korruption und Steuerverschwendung

Josef Kowatsch, aktiver Naturschützer und unabhängiger, weil unbezahlter Klimaforscher.

 




Der Gasalarm – Warum hält die Regierung daran fest?

Die immer wieder gestellte Frage, ob die Energiepolitik unserer Regierung auf Dilettantismus, Ratlosigkeit und Aktionismus beruht oder ob ein raffiniert ausgeklügelter großer Plan dahinter steht, lässt sich nicht eindeutig beantworten. In jedem Fall spielen Ideologie, Lobbyismus, Geld und Macht eine große Rolle.

Von Frank Hennig

Am 23. Juni 2022 gab es den Gasalarm. Grund waren die Befürchtungen vor einer drohenden Gasmangellage. Die Gefahr ist zunächst gebannt. Den Alarm gibt es weiter.

Unter großer medialer Beachtung wurde im vergangenen Sommer der Gasalarm ausgerufen. Nicht der ganz große, der Notfall, sondern die im „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“ (basierend auf der Verordnung (EU) 2017/1938 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2017 über Maßnahmen zur Gewährleistung der sicheren Gasversorgung und zur Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 994/2010) festgelegte Stufe b:

„b) Alarmstufe: Es liegt eine Störung der Gasversorgung oder eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas vor, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt, der Markt ist aber noch in der Lage, diese Störung oder Nachfrage zu bewältigen, ohne dass nicht marktbasierte Maßnahmen ergriffen werden müssen.“

Damals waren die Speicher nur zu 58 Prozent gefüllt, wann LNG-Terminals fertig sein würden und ob dann Tanker anlegen würden, wusste zu dieser Zeit niemand. Auch nicht, ob das Sparverhalten der Bevölkerung den Forderungen entspricht und ob die Industrie voll weiter produziert oder eher runterfährt. Auch das Wetter im jetzigen Winter war unbekannt, trotz behaupteter Erderhitzung hielt man Frost für möglich. Der Weihnachtswünsche des Klimaministers Habeck gab es eigentlich nur zwei: eine sparsame Bevölkerung und mildes Wetter.

Damals und heute

Beides ist nun, mehr oder weniger, eingetreten. Und natürlich war die Regierung nicht untätig. Viele Flugmeilen der Regierungsstaffel führten nach Katar, Kanada und Namibia, um nur einige Stationen zu nennen. Dort gab es den Kotau vor den Repräsentanten möglicher künftiger Lieferländer für verflüssigtes Erdgas (LNG) und noch künftigerer Lieferungen von grünem Wasserstoff.

Die Erkenntnis nebenbei ist, dass die Frackingtechnologie im Ausland vertretbar und akzeptabel ist, in Deutschland aber nicht. Ebenso spielte die Tatsache keine Rolle, dass die Emissionen des LNG insgesamt das Niveau der deutschen Kohle erreichen. Das weiß sogar ein Grüner wie der klimavorreitende ehemalige Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell.

Weiterhin gab es ein Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz (EKBG), es wurden Kraftwerke aus der Sicherheitsbereitschaft (Braunkohle) und solche, die bereits den Zuschlag zur Stilllegung bekommen hatten (Steinkohle), wieder aktiviert. Nie gekannte Strompreise am Markt machten den Aufwand der Unternehmen zur Reaktivierung lässig wett.

Eine dreieinhalbmonatige Laufzeitverlängerung der letzten drei verbliebenen Kernkraftwerke (KKW) blieb einem Machtwörtchen des Kanzlers vorbehalten. Dieses war sorgsam mit der grünen Führung austariert hinsichtlich der Frage, was man der grasfarbenen Basis und den Altkommunisten unter den Funktionären zumuten kann.

Die Verstaatlichung des Gaskonzerns Uniper ist vollzogen (in Finnland knallten die Champagnerkorken), er wird jetzt mit Steuergeld zwangsbeatmet ob seiner immensen Verluste, liefert aber weiter Gas.

Die Industrie fuhr aus wirtschaftlichen Gründen die Produktion teilweise zurück, die Bevölkerung sparte heftig, weniger aus Folgsamkeit, sondern durch den immensen Preisdruck. Die Drohung der Gasumlage drehte sich über Nacht um 180 Grad zur Gaspreisbremse. Dann kam ein milder Herbst und von Weihnachten bis mindestens Mitte Januar mildes und windiges Wetter.

Die Gasspeicher sind nun immer noch zu über 90 Prozent gefüllt, zwei LNG-Terminals sind in Betrieb und vor Westeuropa stauen sich die LNG-Tanker. Der Gaspreis hat fast das Vorkriegsniveau wieder erreicht. Es gibt derzeit keinen Mangel an Gas, die Versorgungslage ist nicht gestört, sondern entgegen den Erwartungen außerordentlich entspannt.

Die nicht gestellte Frage

Den Gasalarm gibt es immer noch. Warum? Und warum stellt niemand diese Frage? Weder die anderen Ampelparteien noch die Opposition haken nach. Die Medien auch nicht, obwohl sie doch die kritische Begleitung sein sollen. Hier wird deutlich, warum es bei uns kein „Miniwahr“ zu geben braucht. Wir erinnern uns an das „Ministerium für Wahrheit“ aus Orwells „1984“, in dem Geschichte umgeschrieben wurde, damit sie zur Gegenwart passt. Die ach so investigativen Journalisten der „Qualitätsmedien“ vergessen einfach die Geschichte, selbst die von vor einem halben Jahr und fragen nicht nach. Es könnte die Bevölkerung verunsichern. Es könnte die Regierung verunsichern. Noch schlimmer: Es könnte das Vertrauensverhältnis der Medien zur Regierung verunsichern.

Das Festhalten am Gasalarm könnte symptomatisch sein für eine überforderte Bundesregierung, die ihre eigenen und die EU-Spielregeln nicht mehr überblickt. Es könnte auch Absicht sein, denn wem nutzt es?

Der Paragraf 31k des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) enthält eine Klausel, die im Falle dieser ausgerufenen Notfallstufe festgelegte Einschränkungen des Betriebs von Windkraftanlagen aufhebt. So kann die Abschaltung zu Nachtzeiten oder zur Vermeidung von Schattenwurf entfallen. Mit Aufheben der Alarmstufe würde der Normalbetrieb nach Genehmigungsbescheid wieder einsetzen, Produktion und Gewinn würden wieder sinken. Da die energiepolitischen Entscheidungen der vergangenen Jahre immer im Sinne der Erneuerbaren-Branche erfolgten, würde dies das Festhalten am Gasalarm zwecks Gewinnsteigerung der Windkraftbetreiber erklären.

Idealerweise Krieg

An anderer Stelle sind die Grünen deutlich flexibler. Auch wenn eine Kohlekommission über zwei Jahre tagte und sie ein Ausstiegsgesetz mit Zieltermin 2038 beschlossen, hat das nicht viel zu bedeuten. Keine drei Jahre nach dem Beschluss wird kräftig dagegen angearbeitet. Die Klausel im Koalitionsvertrag, wonach ein Kohleausstieg „idealerweise“ auf 2030 vorgezogen werden kann, wird nun mit Verve verfolgt.

Fassen wir die gerade herrschenden Bedingungen zusammen: Es gibt eine Gasmangellage, jedenfalls den Alarm, es ist Krieg in Europa – das größte Land hat das zweitgrößte überfallen –, wir haben eine latente Strommangellage, erkennbar an noch nie gesehenen Börsenpreisen, es herrscht Inflation und der Atomausstieg geht weiter. Der im Kohleausstiegsgesetz vorgeschriebene Zwischenbericht zum Stand des Kohleausstiegs ist überfällig, man hat entweder keinen Überblick oder will die Rückschritte beim Kohleausstieg nicht eingestehen. Aus grüner Sicht sind die Bedingungen aber so „ideal“, dass man den Kohleausstieg nun auf 2030 vorziehen könne.

Wenn dann schon ein Kompromiss entsteht, wie im Fall Lützerath, wird auch das instrumentalisiert. NRW-Umweltminister Krischer fordert im Deutschlandfunk die gewaltaffine Basis zum Marsch in die Lausitz auf, um dort den Braunkohleausstieg „vorzuziehen“. Was kümmert mich mein Gesetz von gestern?

Auch hier gibt es kaum Echo. Die drei Ministerpräsidenten der Ost-Kohleländer und einige Landräte wiesen das Vorziehen des Termins zurück. Von ihren Parteien, den Gewerkschaften und Medien gibt es nichts als dröhnendes Schweigen zu der offen versuchten Aushebelung eines lange beratenen Gesetzes. Wie in NRW soll die Kohle eher raus, ohne das dazugehörige Strukturstärkungsgesetz, das den Ausstieg wirtschaftlich und sozial begleitet, zu ändern. Das Land wird nicht bedroht von den Grünen, sondern von jenen, die ihre Politik zulassen.

Die Folgerung aus der bigotten grünen Politik kann nur lauten, ihren Zusagen und selbst Unterschriften nicht zu trauen. Kompromisse mit ihnen sind wertlos. Sie maßen sich an, „fürs Klima“ alle anderen Regelungen über den Haufen werfen zu können und sich wie ihr militantes Fußvolk nicht an bestehende Gesetze und Regelungen halten zu müssen. „Dem Klima“ helfen Gasalarm und LNG wie auch die Grünen nicht – im Gegenteil.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

 

 




Energie-Prophezeiungen 2023?

Wenn Kanada dem LNG-verarmten Deutschland stattdessen eine Buntstiftzeichnung mit Plänen für grünen Wasserstoff anbietet, sollte man sich nicht die Mühe machen, überhaupt irgendetwas vorherzusagen

Terry Etam, BOE REPORT

[Dieser Beitrag ist im Original u. A. gelistet unter „Government Idiocy“. A. d. Übers.]

Ein frohes neues Jahr für alle, auch wenn das Jahr 2023 schon in vollem Gange ist. Typ A hat sich die Ziele für 2023 zurechtgelegt und verfolgt sie zweifellos bereits mit Nachdruck. (Wir) Typ B wandern jetzt ziellos durch Fitnessstudios, rationalisieren aufgegebene Vorsätze und nerven die Stammgäste, indem sie an den Geräten einnicken.

In der Energiewelt treten Vorsätze gegenüber Prognosen in den Hintergrund. Jeder macht sie, und das ist auch gut so – es ist immer gut, die Gedanken anderer zu hören, aber die Pseudo-Präzision und die Eindringlichkeit können etwas dement werden. Eine schnelle Google-Suche nach „Energieprognosen für 2023“ ergibt – Forbes (die Geschäftsleute sind immer mutig): „8 folgenreiche Energieprognosen für 2023“.

Wood Mackenzie (globale Beratungsfirmen bringen Essen auf den Tisch/Ferraris in die Garage, indem sie eine Aura gepflegter Allwissenheit ausstrahlen): „Zehn Vorhersagen für 2023“. The Motley Fool (Website für Anleger): „3 kühne Ölmarktprognosen für 2023“. Gizmodo (Popkultur-Website mit dem Motto „Tech.Science.Culture“ und daher sicher auch Popkultur-affinen Energie-Denkern): „The Year Ahead in Energy – Im Jahr 2023 werden wir die erste wirkliche Bewegung in einer globalen Energiewende erleben.“ Erzählen Sie uns alles darüber, Kulturautor. Und lassen Sie die Tatsache völlig außer Acht, dass der Verbrauch von Öl, Gas und Kohle auf Rekordniveau liegt.

Die reißerischen Schlagzeilen haben mich nicht angelockt, außer ironischerweise die von Gizmodo – ihr vorhersehbarer Angriff auf die Kohlenwasserstoffe mit hoher Intensität und geringem Wissen ist interessanter als die meisten anderen, weil er mit dem westlichen politischen Denken übereinstimmt. Sie mögen ahnungslos sein, aber wir müssen auf diese Bollwerke achten. Sie mögen sich in einem Saal mit hundert hoch intelligenten Persönlichkeiten befinden, aber Sie werden einem einzigen Idioten Ihre ganze Aufmerksamkeit widmen, wenn er eine Bombe an seinen Kopf geschnallt hat.

Die Kohlenwasserstoff-Hasser geben ironischerweise die meisten Hinweise auf die Zukunft, weil sie schreiben, was die Gesetzgeber beschließen – ein erschreckender Gedanke, aber wahr (mehr dazu in einer Sekunde).

Was die reale Energiewelt angeht, so habe ich keine Ahnung, was passieren wird.

Einige Dinge scheinen wahrscheinlich – anscheinend wird Russland mit Russland weitermachen und sich auf den Weg der mörderischen, aber stümperhaften Zerstörung machen (anscheinend werden die Truppen um eine weitere halbe Million widerwilliger Opferlämmer aufgestockt), wild entschlossen, etwas zu tun, das in ihrem Hirn Sinn macht, aber in niemandes Hirn sonst. Der ganze Krieg ist fast unvorstellbar, als hätte man dem verrücktesten Menschen im Internet eine Armee in die Hand gedrückt.

Russland hätte das Geld, das für die Zerstörung der Ukraine ausgegeben wurde, für den Bau einer undurchdringlichen Mauer verwenden können und so Hunderttausenden von Menschen das Leben und endloses Elend ersparen können, aber Hühner schreiben auch keine Romane.

In Bezug auf die Energieversorgung wurde vorausgesagt, dass die Invasion die globalen Energiemärkte wie nichts anderes umwälzen würde. Vor einem Jahr gab es viele Vorhersagen darüber, wie viele Millionen Barrel russisches Öl pro Tag von den Weltmärkten verschwinden würden, denn wer würde damit handeln wollen.

Wie sich herausstellte, würden das viele Menschen tun – die russische Ölproduktion lag nach einem kurzen Rückgang im Frühjahr 2022 am Ende des Jahres auf einem ähnlichen Niveau wie 2021. Russland schaltete eine Gaspipeline nach Europa (Nordstream 1) als Druckmittel ab, woraufhin sie auf mysteriöse Weise in die Luft gesprengt wurde. Diese Ereignisse sollten noch katastrophaler sein – das dachte ich jedenfalls – aber dann passierten so seltsame Dinge wie der Bau eines LNG-Terminals in Deutschland innerhalb von 5 Monaten. Das habe ich nicht kommen sehen.

China hielt viel länger an seiner bizarren Null-Covid-Politik fest, als sich irgendjemand vorstellen konnte, einschließlich der kommunistischen Parteiführung, die mehr als nur ein wenig verunsichert schien, als die gut kontrollierte Bevölkerung begann, Internierungslager abzufackeln und Barrikaden zu schleudern. Grenze gefunden.

Jetzt öffnet sich China wieder in einem schwindelerregenden Tempo, was sich auf die Nachfrage nach Kohlenwasserstoffen auswirken dürfte, sofern nicht noch etwas anderes Bedeutendes passiert, was wahrscheinlicher ist als nicht. Zumindest deuten die Rohstoffpreise darauf hin, denn sowohl die Öl- als auch die Gaspreise haben in letzter Zeit deutlich nachgegeben.

Ende 2021 steuerte Europa auf eine Erdgaskrise zu – lange vor Putins Invasion – die theoretisch eine der großen Nachrichten des Jahres 2022 sein sollte. Die EU entschied jedoch, dass sie Erdgas doch liebt, und trat in Aktion, indem sie alles verfügbare LNG aufkaufte (Japan sagt, dass LNG bis 2026 ausverkauft ist) und eine kühle Billion neuer Subventionen für fossile Brennstoffe ausrollte (man muss die Ironie lieben), um ihre eigenen Bürger von Unruhen abzuhalten.

Deutschland muss eine Art Rekord aufgestellt haben, indem es innerhalb von fünf Monaten eine LNG-Importanlage gebaut hat, was als der Moment in die Geschichte eingehen wird, in dem sich eine „schnelle Energiewende“ als die völlige Farce erwiesen hat, von der jeder ernsthafte/kundige Mensch in der Branche wusste, dass sie es sein würde.

Apropos Farce: Kürzlich war ich im Urlaub an einem dieser Orte, an denen man einen nutzlosen, aber erholsamen Tag mit ein wenig Fernsehen ausklingen lässt, und die Auswahl an Fernsehprogrammen war BBC, Fox News oder CNN/MSNBC. Fox, CNN und MSNBC waren schrecklich; das Hin- und Herschalten war wie ein Gespräch mit einem geschiedenen Ehepaar, das sich nicht ausstehen kann, also wechselte ich zur BBC, in der Hoffnung auf etwas Geistreicheres, und fand dort – ein Jahresend-Interview mit Greta Thunberg selbst.

Na ja, es ist besser, als den Bickersons zuzuhören; es ist immer gut, einen Gegenpol zum eigenen Denken zu hören. Wer weiß, vielleicht hatte ich ja etwas Relevantes und Rahmen verschiebendes verpasst.

Nichts dergleichen. Im Gegenteil, meine erste Reaktion war Ratlosigkeit, dass eine solche Hohlköpfin* als globale Ikone der Hoffnung hingestellt wurde. Der BBC-Interviewer war selbst manchmal perplex, wenn Greta auf eine typische Frage zur Klimapolitik mit Kicheranfällen reagierte, die sie für unangenehm lange Zeit in sich zusammensacken ließen (an mehreren Stellen fragt der Interviewer ernsthaft, wie eine solche Frage ein unkontrolliertes Lachen hervorrufen kann, worauf er keine brauchbare Antwort erhält).

[*Gender-Unsinn vom Übersetzer!]

Greta wich auch jeder möglichen politischen Frage aus – der aus Indien stammende Interviewer fragt, ob es falsch sei, dass seine Mutter zu ihm fliegt; Greta antwortet: „Natürlich nicht, die Leute sollen tun, was sie wollen.“ (Hä? Wie ein Benzinauto zu fahren?). Der Interviewer drängt sie, entweder die Atomkraft zu unterstützen oder zu verurteilen (sie weigert sich, denn wenn sie sich auf eine Seite stellen würde, „würden sich die Leute darauf konzentrieren und nicht auf den Klimanotstand“ (wieder ein Häh?).

Aber als ich das Ende des Interviews sah, wurde jeglicher Spott durch klares Mitleid ersetzt. Greta ist nur ein Kind. Ein Kind, das von den Erwachsenen um sie herum verängstigt wurde, so verängstigt, dass sie es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, gegen den Dämon zu kämpfen, von dem ihre Führer sie überzeugt haben, dass er unter ihrem Bett lebt.

Das Interview hinterließ bei mir ein mulmiges Gefühl der Ungerechtigkeit gegenüber Greta, einer Jugendlichen, die wirklich Angst vor der Zukunft hat/hatte, und der diese Angst als Eckpfeiler einer globalen aktivistischen Marketingstrategie untergeschoben wurde.

Der einzige Grund, warum ich das Interview erwähne, ist der direkte Zusammenhang mit dem Gizmodo-Artikel, der in direktem Zusammenhang mit der aktuellen hirnlosen Politik steht, die unsere Führung verkündet. Das prominenteste und deutlichste Beispiel (unter vielen Kandidaten) war die Ankündigung von Trudeau, dass es keinen wirtschaftlichen Grund gäbe, kanadisches LNG nach Deutschland zu schicken, und dass Kanada seinem verzweifelten teutonischen Freund helfen würde, indem es – schwupps – grünen Wasserstoff liefert. (Kurz darauf unterzeichnete Deutschland einen LNG-Liefervertrag mit Mexiko, einem Land, das nicht einmal genug Gas hat, um es zu exportieren, aber gerissen genug ist, um US-amerikanisches/kanadisches Erdgas über mexikanische Häfen und Pipelines auf Schiffe zu leiten) Der Vorschlag von Trudeau war atemberaubend in seiner dreisten und herzlosen Dummheit; alle drei Ebenen der kanadischen Regierung würden ein Jahrzehnt brauchen, um den rechtlichen Rahmen und die Herausforderungen einer grünen Wasserstoffproduktion auszuarbeiten; es gibt derzeit keinen Mechanismus und keine Infrastruktur, um Wasserstoff nach Deutschland zu transportieren; und Deutschland verfügt ohnehin über die gleichen Mittel wie Kanada, wenn nicht sogar über mehr – jede Menge erneuerbare Energien, Wasser und motivierte Arbeitskräfte (die Begründung unserer Regierung, warum es für Kanada so viel sinnvoller ist, eine ganz neue Industrie zu entwickeln, die es derzeit nirgendwo auf der Welt gibt, als Rohre und LNG-Exportterminals zu bauen).

Der Unsinn des deutschen Besuchs/Rebuffs ist leider und schockierenderweise der beste Wegweiser für das, was 2023 kommen könnte. Wichtige energiepolitische Entscheidungen werden ohne gesunden Menschenverstand und einschlägiges Fachwissen getroffen.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Die Welt befindet sich in einer Energiekrise – die weltweite Nachfrage nach Erdgas, Erdöl und Kohle ist so hoch wie nie zuvor, die Industrie ist in vielen Kreisen nach wie vor ein Investitionsparia, und die armen Länder können bei den Brennstoffen ihrer Wahl nicht mit den reichen Ländern konkurrieren – und dennoch hält die westliche Führung den Fuß auf dem Boden der Energiewende, obwohl das Steuerrad in ihren Händen abgefallen ist. Es ist in Ordnung, die Entwicklung neuer Technologien zu finanzieren, aber kritischerweise als Ergänzung/Verbesserung des derzeitigen Energiesystems, nicht als Ersatz.

Ich hatte gedacht, eine echte Energiekrise würde den Bann brechen, unter dem die westliche Führung steht, aber anscheinend nicht – nicht, bis sie mit aller Macht alles zerschlagen hat.

Hier in Nordamerika, insbesondere beim Erdgas, profitieren Verbraucher und Industrie massiv (und die Produzenten leiden) darunter, dass wir unser Erdgas nicht zu Weltmarktpreisen verkaufen können. Nordamerika genießt daher derzeit einen etwas künstlichen Vorteil gegenüber dem Rest der Welt.

Mit einer angemessenen Infrastruktur könnte Nordamerika einen großen Teil des weltweiten LNG-Bedarfs decken, und die nordamerikanischen Produzenten würden einen Preis erzielen, der stark genug ist, um Anreize für die Entwicklung zu schaffen, aber dennoch unter den Weltmarktpreisen liegt (es sei denn, LNG-Terminals schießen wie Pilze aus dem Boden). Darüber hinaus arbeiten die nationalen Produzenten in rasantem Tempo an Programmen zur Emissionsreduzierung – sowohl in den USA als auch in Kanada werden in den nächsten Jahren in den industriellen Kerngebieten vom Golf von Mexiko bis nach Fort McMurray Zentren zur Kohlenstoff-Sequestrierung entstehen, die das Rückgrat bilden. Das Tempo dieser Entwicklungen ist schwindelerregend, wenn man die Herausforderungen beim Bau neuer Infrastrukturen bedenkt. Aber deshalb muss jede „Energiewende“ mit dem vollen Gewicht des Kohlenwasserstoffsektors im Rücken beginnen und mit ihm integriert werden – denn dieser Sektor besteht aus einer bereits vorhandenen Infrastruktur im Wert von Billionen. Denken Sie an die „Wiederverwendung“ in „reduzieren, wiederverwenden, recyceln“, Leute…

Der Mangel an erschwinglicher Energie ist eine Abrissbirne, die überall dort, wo die Auswirkungen zu spüren sind, die Volkswirtschaften zerstört. Das warme Wetter bringt eine Atempause, für eine Weile; Europa scheint jetzt für den Winter mit Erdgas versorgt zu sein. Problem gelöst!

Ich sehe dem Jahr 2023 mit morbider Faszination entgegen, wenn die unnachgiebigen Kräfte der Realität mächtige Schläge auf die Köpfe dessen niederprasseln lassen, was die Geschichte als die schlimmsten Energiearchitekten der Welt zeigen wird. Ich schätze, das ist eine Vorhersage… aber ich bleibe dabei; es ist schwer, sich einen wahrscheinlicheren Weg vorzustellen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2023/01/12/column-2023-energy-predictions-when-canada-offers-lng-starved-germany-a-crayon-drawing-of-green-hydrogen-plans-instead-dont-bother-predicting-anything/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




AKW-Laufzeitverlängerung in Belgien – 10 Jahre statt dreieinhalb Monate

von Manfred Haferburg

Belgien verzichtet auf den Atomausstieg, und in unseren Nachbarstaaten sollen bis 2035 vierzehn neue Kernkraftwerke in unmittelbarer Nachbarschaft zu Deutschland entstehen – zusätzlich zu den schon bestehenden Kernkraftwerken. Deutschland bleibt stur beim Ausstieg und vernichtet auch das gesamte Know-how.

Die Vernunft hat gesiegt, natürlich anderswo als in Deutschland. In Belgien erfolgt nun auch der Ausstieg vom Ausstieg. Die belgische Regierung hat eine Laufzeitverlängerung von zwei Kernkraftwerken um 10 Jahre beschlossen. Es handelt sich um die Reaktorblöcke Doel 4 und Tihange 3. Die Einigung sei wichtig, sagte Ministerpräsident Alexander De Croo, „weil sie dazu beiträgt, unsere Versorgungssicherheit in den nächsten Jahren zu garantieren“. Man übe künftig die Kontrolle über den in Belgien produzierten Strom aus, „und die Atomenergie ist im Allgemeinen günstiger als Gas“. Um die Kraftwerke für die Laufzeitverlängerung fitzumachen, werden sie aufwändig nachgerüstet. Der Betreiberkonzern Engie hat dafür 15 Milliarden Euro zurückgestellt. Der belgische Staat beteiligt sich zu 50 Prozent an der Betreibergesellschaft.

Damit schließt sich Belgien der Reihe der Nachbarländer Deutschlands an, denen die Versorgungssicherheit ihrer Bevölkerung mit Strom und bezahlbare Energiepreise wichtiger sind als grünideologische Technologiefeindlichkeit.

Frankreich wird in den nächsten Jahren sechs neue Kernkraftwerke bauen, die zu den 56 schon bestehenden Reaktoren hinzukommen.

Die Niederlande planen den Bau von zwei neuen Kernkraftwerken. Um den Erhalt des Wissens zu gewährleisten, wird das alte KKW in Borssele weiterbetrieben. Dort sollen die neuen Reaktorblöcke auch entstehen.

Polen hat den Bau von drei Kernreaktoren vom Typ AP1000 beschlossen und steigt damit neu in die Kernenergie ein. Der weitere Ausbau von sechs neuen Kernreaktoren APR1400 ist in Vorbereitung. Polen will damit weg von der Kohle zur umweltfreundlichen Kernenergie kommen.

Tschechien plant den Bau von drei neuen Kernkraftwerken zu den bestehenden in Dukovany und Temelin. Damit will Tschechien unabhängiger von Kohle und Erdgas werden. Es sollen koreanische oder französische Reaktoren gebaut werden, keine chinesischen oder russischen.

Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT hier