Auf in die große Zukunft von Offshore-Windenergie!

Francis Menton, MANHATTAN CONTRARIAN

Heute war ein wichtiger Tag auf dem Weg zur Energiezukunft New Yorks: Unser „Climate Action Council“ stimmte für die Verabschiedung des endgültigen „Scoping Plan“, der uns allen sagt, wie wir unter anderem bis 2030 70 % des landesweiten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen und bis 2040 ein emissionsfreies Stromsystem erreichen wollen. Die Pressemitteilung trägt die Überschrift „New York State Climate Action Council Finalizes Scoping Plan to Advance Nation-Leading Climate Law“ [etwa: New York State Climate Action Council beschließt Rahmenplan, um landesweit führendes Klimagesetz voranzubringen]. Hier ist auch ein Link zum Rahmenplan selbst.

Wenn ich mir den Rahmenplan und seine Zusammenfassung ansehe, stelle ich fest, dass die beiden wichtigsten Elemente auf dem Weg zu einem emissionsfreien Stromsystem Offshore-Windturbinen und Energiespeicherung sein sollen. Ich habe mich in anderen Beiträgen ausführlich mit der Energiespeicherung befasst. Aber wie sieht es mit der Offshore-Windkraft aus? Wenn sich New York dazu verpflichtet, in nur sieben Jahren auf Offshore-Windkraft als primäre Stromquelle umzustellen, muss es doch einen soliden Plan haben, wie das geschehen soll.

Wie bei allem anderen haben sie auch hier keine Ahnung. Bis heute gibt es keine einzige funktionierende Offshore-Windturbine im Staat New York, und es ist auch keine einzige Offshore-Windturbine im Bau. Die Klimasektierer im Climate Action Council denken, dass sie das einfach anordnen können, und dann wird es schon passieren.

Aus der Zusammenfassung geht hervor, was laut CAC erforderlich ist, um die Emissionsziele zu erreichen:

Der Rahmenplan verlangt, dass der Staat folgende Anlagen installiert:

6.000 Megawatt (MW) dezentrale Solaranlagen bis 2025

3.000 MW an Energiespeichern bis 2030

9.000 MW an Offshore-Windkraftanlagen bis 2035.

Diese 9.000 MW Offshore-Windkraft mögen zunächst nach viel klingen. Bei 10 MW pro Turbine (riesig) wären das 900 dieser Ungetüme.

Die EIA gibt den jährlichen Gesamtstromverbrauch im Staat New York für 2021 mit 141.423.778 MWh an. Teilt man dies durch 8760 (Stunden im Jahr), erhält man eine durchschnittliche Nachfrage von 16.144 MW. 9.000 MW klingen zunächst nach mehr als der Hälfte davon. Nicht schlecht!

Aber natürlich erzeugen Windturbinen im Jahresdurchschnitt nur etwa 35 % ihrer Kapazität. Diese 9.000 MW an Offshore-Windturbinen werden uns also bestenfalls einen Durchschnitt von etwa 3.000 MW liefern, also weit unter 20 % unseres Strombedarfs im Jahr. Oh, und sie planen eine Verdoppelung des Strombedarfs durch die Elektrifizierung von Autos und Hausheizungen, das sind dann 10 %. Und der Spitzenbedarf liegt bei etwa 25.000 MW, nach der Verdoppelung bei 50.000 MW. Wenn die Spitze erreicht ist, können Sie sich nicht auf die 9.000 MW Offshore-Windkraft verlassen. Warum machen wir das also noch einmal?

Wenn das Ganze kompetent durchgeführt werden würde, müsste es doch zweifellos ein funktionierendes Demonstrationsprojekt geben, das zeigt, wie die Offshore-Windenergie gebaut und dann in das bestehende System integriert wird. Falsch. Vielmehr scheint der Plan zu sein, einige gigantische subventionierte Verträge zu vergeben und dann zu hoffen, dass eines Tages etwas gebaut wird.

Hier ist ein Link zur Website der New York Energy Research and Development Agency (NYSERDA). Dort wird behauptet, dass 4300 MW an Offshore-Windprojekten im Bundesstaat „in aktiver Entwicklung“ sind, was weniger als die Hälfte der 9.000 MW ist, die angeblich kommen sollen. Von den 4.300 MW befinden sich fast alle im Atlantischen Ozean vor New York City und Long Island. Hier ist der wichtigste Teil der Karte:

Auf der Website von Empire Wind finden Sie jedoch einen Zeitplan, aus dem hervorgeht, dass das Unternehmen kurz vor der Einreichung von Genehmigungsanträgen bei Bundes- und Landesbehörden steht. Der Bau – falls er überhaupt jemals stattfindet – liegt noch mehrere Jahre in der Zukunft. Auf der Website von Beacon Wind sieht es nicht anders aus.

Und was ist, wenn sich ein gut finanzierter Umweltverband gegen diese Projekte einsetzt? Das ist fast unvermeidlich. So gab es bereits Klagen von wohlhabenden Hausbesitzern, die verhindern wollten, dass die Kabel dieser Windparks in ihrem Gebiet verlegt werden. Hier ist ein Beispiel für eine solche Klage, die 2021 in der Stadt East Hampton eingereicht wurde.

Gibt es Offshore-Windprojekte, die weiter fortgeschritten sind als diese, von denen wir uns ein Bild machen können, wie sich die Dinge entwickeln könnten? Ja, es gibt das Projekt Commonwealth Wind in Massachusetts, vor der Küste von Martha’s Vineyard. Dieses Projekt stand kurz vor dem Baubeginn, als der Auftragnehmer dem Staat im September mitteilte, dass er die Verträge wegen eines starken Kostenanstiegs „neu schreiben“ müsse. Am Freitag (16. Dezember) gab die Baufirma ihre Bemühungen um Neuverhandlungen auf und erklärte, sie wolle aus den Verträgen aussteigen. James Freeman vom Wall Street Journal berichtet darüber in seiner heutigen „Best of the Web“-Kolumne und stützt sich dabei auf einen Bericht von Jon Chest vom Boston Globe:

Die im Entstehen begriffene Offshore-Windindustrie des Bundesstaates erlitt am Freitag einen großen Rückschlag, als Avangrid den staatlichen Aufsichtsbehörden mitteilte, dass es seine Verträge mit drei großen Energieversorgern zum Bau eines massiven Windparks südlich von Martha’s Vineyard beenden will… Im September sagte der Vorstandsvorsitzende Pedro Azagra, dass Avangrid den Bau von Commonwealth Wind, der schließlich genug Strom für bis zu 750.000 Haushalte liefern könnte, auf 2028 verschieben würde und die Verträge aufgrund eines starken Anstiegs der Rohstoffkosten neu verhandeln müsste. Mit dem Schritt vom Freitag hat Avangrid diese Neuverhandlungen aufgegeben.

In Rhode Island erwägen die Aufsichtsbehörden inzwischen die Aussetzung einer bereits erteilten Genehmigung für ein Kabel, welches Strom aus einem anderen Projekt namens Mayflower Wind an Land bringen soll. Dabei geht es nicht um die Umweltauswirkungen des Kabels, sondern vielmehr um die finanzielle Tragfähigkeit des gesamten Projekts:

Die Aufsichtsbehörden von Rhode Island erwägen, den Antrag von Mayflower Wind für Übertragungskabel, die den Sakonnet River hinauf zum ehemaligen Standort des Kraftwerks Brayton Point in Somerset verlaufen würden, auszusetzen, nachdem der Projektentwickler Fragen zur finanziellen Tragfähigkeit der ersten Phasen des von ihm vorgeschlagenen 5-Milliarden-Dollar-Offshore-Windprojekts vor Massachusetts aufgeworfen hat.

Besteht die Chance, dass es New York besser geht? Unwahrscheinlich. Man muss mit langen Verzögerungen und Forderungen nach viel mehr Geld rechnen, bevor irgendetwas gebaut wird.

Wie viele Offshore-Windturbinen sind derzeit in den USA insgesamt in Betrieb? Laut Wikipedia sind es 7, nämlich 5 auf Block Island (Teil von Rhode Island) und 2 vor Virginia. Im gleichen Artikel heißt es, dass die Regierung Biden plant, die Kapazität der Offshore-Windkraft bis 2030 um einen Faktor über 1000 zu erhöhen. Sicher.

Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/12/21/on-to-the-great-future-of-offshore-wind-power/

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

 




Kältereport Nr. 35 / 2022

Christian Freuer

Vorbemerkung: Dies wird voraussichtlich (immer diese Prognosen!) der vorletzte Kältereport dieses Jahres. Dem Weihnachtssturm in den USA war ein Extra-Beitrag gewidmet. Aber natürlich findet er auf diesem Blog Eingang, doch wird dieser Vorgang deshalb hier nur gestreift. Aber auch anderswo gibt es wieder viele Kalt-Ereignisse zu melden. Im Mittelpunkt hierbei steht Ostasien und dort vor allem Japan.

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Meldungen vom 15. Dezember 2022:

Kälte bis –50°C in China

Chinas anhaltender – und bereits rekordverdächtiger – Frost hat sich in dieser Woche erneut verschärft, und die nördlichen Provinzen werden von einem weiteren heftigen arktischen Ausbruch heimgesucht.

Gestern Abend waren die Temperaturen auf dem Berg Hinggan auf -43,4 °C gefallen, und es wird erwartet, dass es über Nacht noch kälter wird, bis zum Morgen vielleicht auf rekordverdächtige -50 °C.

Die arktische Luft strömt nun nach Süden in die Tropen.

In Xinfeng in der Provinz Guangdong (23,9 N) wurde beispielsweise mit -3 °C die niedrigste Temperatur seit 23 Jahren gemessen – und es wird auch dort noch kälter werden.

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Rekord-Kälte in der Dominikanischen Republik

Wie bereits berichtet, hat die Karibik diese Woche eine Rekordkälte erlebt.

Jetzt hat sich auch das Hochland der Insel Hispaniola dem Spaß angeschlossen. Die Temperatur in der Station Valle Nuevo in der Dominikanischen Republik sank kürzlich auf 1,9 °C. Dies ist die niedrigste Temperatur, die jemals in einem Dezember gemessen wurde, und die niedrigste in einem Monat seit fast 50 Jahren.

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Sommer-Schnee in Australien

„Wir hatten heute Morgen guten Schnee, aber es ist sehr surreal“, sagte Olivier Kapetanakos aus Jindabyne. „Das ist nicht normal“.

In Gegenden wie Perisher Valley, Thredbo Village, Charlotte Pass und Selwyn hat es diese Woche Sommerschnee gegeben, und weitere Tiefstwerte unter Null werden für die nächste Zeit vorhergesagt, da ein „blockierendes“ Wettermuster verhindert, dass warme Luft an die Südküste Australiens zurückkehrt – ein Muster, das in Zeiten geringer Sonnenaktivität häufiger auftritt, wie z. B. bei der historisch niedrigen Sonnenaktivität, die wir seit dem Sonnenzyklus 24 (also etwa 2008) erleben.

Auch wenn der Sommerschnee beeindruckend ist – und manchmal sogar beispiellos – so ist es doch die Kälte, die hier die eigentliche Geschichte schreibt.

Dies ist auch die Ansicht von Reggae Elliss von MountainWatch.com, der sagte: „Das ist kein alltägliches Zeug, weil diese Kälteperiode so lange anhält.“

Die Intensität des Frostes ist ebenso anomal…

Und weiter in Australien:

Weitere 12 monatliche Kälte-Rekorde gebrochen

Heute Morgen, Donnerstag, 15. Dezember, wurden weitere Kälterekorde aufgestellt – mindestens ein weiteres Dutzend.

Von den 12 Orten, die neue monatliche Tiefsttemperaturen aufstellten, ragen wahrscheinlich Cobar mit 8°C, Trangie mit 6,2°C und Glen Innes mit wahrhaft kalten -1,7°C heraus – was auch ein neuer „Sommer“-Tiefstwert ist.

Australien hat in diesem Dezember bisher fast 100 monatliche Kälterekorde gebrochen, darunter in Victoria mit -5,4°C und in Perisher mit -7°C – beides die niedrigste jemals gemessene Sommertemperatur auf dem australischen Kontinent.

Link: https://electroverse.co/china-approaches-50c-58f-record-cold-dominican-summer-snow-cold-down-under-sun-is-crackling/

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Meldungen vom 16. Dezember 2022:

Massen-Schneefälle in Moskau

In den letzten etwa sechs Wochen war es im größten Teil des transkontinentalen Russlands außergewöhnlich kalt und schneereich. Seit Ende Oktober sind mehr als 90 % der Landmasse des Landes mit Schnee bedeckt (Rutgers GSL).

Auch in Moskau hat es in letzter Zeit stark geschneit.

Seit Sonntag schneit es in der Hauptstadt ununterbrochen. Infolgedessen sind die Schneemengen auf 22 cm angewachsen – eine der höchsten Aufzeichnungen für diese Jahreszeit und eine, die an die höchsten Werte (für Mitte Dezember) in den Büchern aus den 1800er Jahren heranreicht: 33 cm aus dem Jahr 1919 (das Hundertjährige Minimum).

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1 Meter Neuschnee innerhalb von 30 Stunden in der Hauptstadt von Kasachstan

In den vergangenen 30 Stunden wurde Ust-Kamenogorsk, das Verwaltungszentrum von Ostkasachstan, unter einer rekordverdächtigen Schneemenge begraben, die insgesamt über 1 Meter betrug.

Das kam so schnell, dass die Stadtwerke nicht in der Lage waren, die Straßen der Stadt zu räumen. Geschäfte, Schulen und öffentliche Verkehrsmittel wurden geschlossen, berichtet Astana TV, und die Stadt kam zum Stillstand.

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Kältester Dezembertag auf Tasmanien seit 50 Jahren

Auf dem australischen Kontinent werden immer wieder neue Tiefsttemperaturrekorde aufgestellt – insbesondere im Osten des Landes, und auch in den höheren Lagen fällt seltener und heftiger Sommerschnee.

Kürzlich bestätigte das Bureau of Meteorology (BoM), dass Holbart, Tasmanien, am Donnerstag den kältesten Dezembertag seit 1964 (Sonnenminimum des 19. Zyklus) erlebte, an dem die Temperatur gerade einmal 11,5 °C erreichte.

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UK Met-Office verschärft Warnungen vor Schnee und Eis

Das Vereinigte Königreich hat in dieser Woche Tiefsttemperaturen von fast -20 °C erlebt – eine der niedrigsten Dezembertemperaturen, die jemals in Großbritannien in Wetterbüchern aus den 1800er Jahren verzeichnet wurden.

Das Wetteramt rechnet nicht mit einem Ende der widrigen Bedingungen, sondern eher mit einer Eskalation am Wochenende.

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Es folgen Worte zu den rasant steigenden Gaspreise in der EU und den USA – sowie ein erster Ausblick auf den bevor stehenden Wintersturm in den USA.

Link: https://electroverse.co/snow-moscow-1-meter-in-kazakhstan-tasmanias-coldest-dec-temp-uk-warnings-us-historic-arctic-blast/

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Meldungen vom 19. Dezember 2022:

Kältewelle in Ostasien

Eine heftige Kältewelle, die die meisten ostasiatischen Länder erfasst hat, ist dabei, langjährige Rekorde zu brechen.

In Nord- und Südkorea, Taiwan, Hongkong und Vietnam, um nur fünf Länder zu nennen, wurden Tiefsttemperaturen von -28 °C, -19 °C, -4 °C (auf Meereshöhe), 5 °C bzw. 0 °C gemessen.

Das Hongkonger Observatorium gab am Sonntag sowohl eine „Frostwarnung“ als auch einen „Kältealarm“ heraus. In Taiwan wurde in Emei mit -4°C ein landesweiter Tiefstwert für ein Nichtgebirgsgebiet gemessen, so das Central Weather Bureau.

In China, das in den letzten Wochen unter einer historischen Kälte gelitten hat, gab es Frost bis hinab auf Meereshöhe.

Ganz Japan: Allzeit-Kälte- und Schneefall-Rekorde gebrochen

Die Tiefsttemperaturen in Japan werden von heftigen Schneefällen begleitet. Bis Montag fielen in weiten Teilen des Landes „atemberaubende“ Schneemengen.

Innerhalb von nur 24 Stunden fielen in der Präfektur Niigata satte 231 cm, in Amori 193 cm, in Niigata 170 cm, in Hokkaido 154 cm und in Fukushima 148 cm – allesamt viel stärker als ursprünglich vorhergesagt.

In Japan ist die Temperatur in Hokkaido auf -24,3°C gesunken, und in Honshu herrschte verbreitet Frost. In Miyama, Kyoto, wurde am Montag mit -6,6 °C die niedrigste Dezembertemperatur in der Geschichte des Ortes gemessen (gleichauf mit 1980).

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Historische Schneemassen in Moskau

Nach den beeindruckenden Schneefällen der letzten sieben Tage kam es in der russischen Hauptstadt am Sonntag zu weiteren heftigen Schneefällen, die den Verkehr behinderten, den Flugverkehr verzögerten und die Bürgersteige verschütteten.

In Teilen Moskaus türmte sich der Schnee mehr als einen Meter hoch auf, was nach Angaben des Fobos-Wetterzentrums normalerweise erst Ende Februar zu beobachten ist. Man muss zurück bis zu den Jahren 1989 und 1993 gehen, als solche Schneehöhen schon Mitte Dezember aufgetreten waren.

Hier nur als Kurzmeldung der Wintersturm in den USA, die verdeutlicht, wie weit verbreitet er sich auswirkte:

Weihnachtsfrost: Extreme Kälte und Schnee in den USA

Ein extremer arktischer Sturm wird in dieser Woche Hunderte von Millionen Amerikanern bestrafen, von Washington bis Florida, mit rekordtiefen Temperaturen für viele und einem gefährlichen Schneesturm, der (wieder einmal) auf die Großen Seen treffen wird.

Sogar für Hawaii wurde eine Wintersturmwarnung herausgegeben. Auf dem Mauna Loa und dem Mauna Kea werden 36 cm Schnee vorhergesagt.

Link: https://electroverse.co/cold-wave-grips-east-japan-historic-snow-moscow-christmas-freeze-north-america/

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Großbritannien steht vor dem neunt-kältesten Dezember in 363 Jahren Aufzeichnung

Bis zum 17. ist dieser Dezember auf dem besten Weg, der neuntkälteste in Großbritannien zu werden, der seit 1659 aufgezeichnet wurde.

Dies ist eine weitere Unannehmlichkeit für die AGW-Partei, eine weitere, auf die sie hätte verzichten können, und es ist auch ein großes Kopfzerbrechen für die Behörden und das nationale Stromnetz angesichts der besorgniserregenden – und selbstverschuldeten – Energiesituation des Landes.

Die Central England Temperature (CET) ist der am längsten laufende Wetterdatensatz der Welt. Der Messwert beträgt am 17. Dezember gerade einmal 0,4 °C, was satte -4,2 K unter dem alten Durchschnittswert von 1961-1990 liegt, auf den sich das Met Office beharrlich beruft (eine historisch kühle Ära).

Um diese 0,4 °C in die richtige Perspektive zu rücken: Von den 363 Jahren, die der Datensatz umfasst, ist dieser Dezember der neuntkälteste, nur übertroffen von den Dezembern 1981, 1784, 1874, 1878, 1796, 1788, 1676, 2010 und 1890.

Man beachte, dass das Jahr 2010 mit einem Dezember-Durchschnitt von -0,7°C als zweitkältester Dezember in der 363-jährigen Geschichte der MEZ abschloss; eine weitere Unannehmlichkeit, von der ich sicher bin, dass die AGW-Partei sie unter den Teppich kehren will.

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Weitere beispiellose Schneefälle in Japan

Der rekordverdächtige Schneefall hält in ganz Japan an, insbesondere an der Küste des Japanischen Meeres, wo über Nacht mehr als 1000 Fahrzeuge auf den Autobahnen festsaßen, der Zugverkehr unterbrochen war und es zu weitreichenden Stromausfällen kam.

Da die Autofahrer auf zwei Nationalstraßen festsaßen und fröstelten, forderte die Präfektur Niigata eine Katastrophenhilfe der Selbstverteidigungskräfte an, um die Verkehrsstaus in Kashiwazaki und anderen Städten zu beseitigen.

Link: https://electroverse.co/blockbuster-cold-strikes-america-uk-on-for-coldest-dec-japans-snow/

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Kommentare von Blogbegtreiber Cap Allon zu diesem Meldungsblock:

Warum braucht CAGW eine so starke und teure Marketingkampagne? Sollte es nicht inzwischen, nach über 40 Jahren, klar und offensichtlich sein?

Diejenigen, die uns erzählen, dass sich unsere Welt unkontrolliert erwärmt, treiben, wissentlich oder unwissentlich, eine marxistische Agenda voran.

Aus diesem Grund muss der Trick mit der „Klimakrise“ aufgedeckt werden.

Link: https://electroverse.co/blockbuster-cold-strikes-america-uk-on-for-coldest-dec-japans-snow/

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Kälterekorde auch in Kanada gebrochen

Während der Westen Kanadas in einem Dezember-Tiefststand verharrt, hat der Kälteeinbruch dieser Woche nach Angaben von Environment and Climate Change Canada (ECCC) bereits über 100 Kälterekorde gebrochen.

Allein zwischen Montag- und Dienstagmorgen wurden in Alberta 30 Tiefsttemperaturrekorde aufgestellt; sieben davon übertrafen die Bestmarken aus dem Jahr 1921. Besonders hervorzuheben sind die in Hendrickson Creek gemessenen -48,2 °C, die den bisherigen Rekord des Ortes (um fast 9 °C!) unterboten und außerdem den niedrigsten Dezemberwert in der Provinz seit 1996 (Sonnenminimum des Zyklus 21) markierten.

Ebenso heftig war die Kälte in British Columbia, wo allein am Montag insgesamt 16 Temperaturrekorde gebrochen worden waren.

Auch die Schneefälle sind rekordverdächtig: Am Dienstag fielen in Teilen von B.C. weit über 20 cm Schnee.

Mit einer Schneesumme von 24 cm um 10 Uhr morgens war der Dienstag der schneereichste Dezembertag in Vancouver seit 14 Jahren, seit Heiligabend 2008 (Sonnenminimum des Zyklus 23). Es war auch der schneereichste 20. Dezember in der Region, der in den Büchern bis 1938 zurückreicht.

Der Höchstwert von -6,2 °C am Montag in Vancouver war auch der kälteste 19. Dezember seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1937 (und zwar um fast 2 °C!).

Außerdem beschränkte sich der extreme Frost in Kanada nicht nur auf B.C. und Alberta: Im Yukon wurden -52°C gemessen, die niedrigste Dezembertemperatur in der Provinz seit 1995 (Sonnenminimum des 21. Zyklus), und in den Nordwest-Territorien wurden -51,6°C gemessen.

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Blizzard in Hawaii

Auch Hawaii wird von außergewöhnlicher Kälte und Schnee heimgesucht.
Kaum eine Woche, nachdem der Ausbruch des Mauna Loa zum Erliegen gekommen ist, wurde eine Wintersturmwarnung für Hawaiis Big Island herausgegeben.

Der NWS gab am Montag eine Warnung vor Schneestürmen für Mauna Loa und Mauna Kea heraus, und was dann kam, enttäuschte nicht:

Ein bisschen Schnee auf diesen Bergen ist nicht besonders selten, aber Schneestürme sind es – oder besser gesagt waren es: Dies ist nun das vierte Jahr in Folge, in dem schwere Schneeverwehungen die hawaiianischen Gipfel erreichen.

Link: https://electroverse.co/cold-canada-extreme-freeze-u-s-blizzards-hawaii-oil-workers/

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Meldungen vom 22. Dezember 2022:

Hijiori, Japan, nach 2,3 m Neuschnee ohne Strom

In Japan hat es diese Woche geschneit – rekordverdächtig und AGW-destruktiv.

Hijiori ist der schneereichste Ort des Landes, mit einer Schneehöhe von 2,32 Metern (Stand Dienstag, 20. Dezember).

Diese Zahl dürfte seither noch gestiegen sein, aber die Region hat mit weit verbreiteten Stromausfällen zu kämpfen, die auch die Wetterstationen beeinträchtigen.

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Extremwetter-Warnungen in ganz Island

Für ganz Island gilt eine Unwetterwarnung, und die Polizei rät den Menschen, zu Hause zu bleiben, da starker Wind, heftiger Schneefall und gefährliche Straßenglätte weite Teile des Landes zum Stillstand bringen.

Seit Samstag haben Schneestürme die Schließung des isländischen internationalen Flughafens Keflavik erzwungen, wodurch Tausende von Fluggästen eingeschlossen wurden.

Easyjet-Passagiere hatten Hotelzimmer gebucht, aber alle Zufahrtsstraßen waren durch den Schnee blockiert, so dass mehr als 1000 Menschen in der Flughafenlounge ausharren mussten. Auch die Stadt Keflavik selbst war von der Hauptstadt Reykjavik abgeschnitten, da der tiefe Schnee die 30 Meilen lange Autobahnverbindung blockierte.

„Tagelange Schneestürme sind in Island nicht so üblich“, twitterte Gisli Olafsson, Abgeordneter der isländischen Piratenpartei. „Sie wurden durch starken Schneefall (30+ cm) über Nacht am Samstag verursacht, gefolgt von kaltem Wetter und starkem Wind.“

Es folgt ein längerer Beitrag zu den Schneeverhältnissen auf der Nordhalbkugel insgesamt und für einzelne Regionen.

Link: https://electroverse.co/hijiori-loses-power-severe-warnings-iceland-snow-extent/

wird fortgesetzt … (mit Kältereport Nr. 36 / 2022)

Redaktionsschluss für diesen Report: 23. Dezember 2022

Zusammengestellt und übersetzt von Christian Freuer für das EIKE

Schlussbemerkung zu diesem Kältereport: Sowohl in West- und Mitteleuropa als auch in den USA ist es nach der Kälte wieder sehr mild geworden. Die milde Luft hat sich auch bis ins westliche Russland durchgesetzt – wo es im Übergang zur kontinentalen Kaltluft die starken Schneefälle in Moskau gab.

In West- und Mitteleuropa ist bis über den Jahreswechsel weiterhin mildes Wetter zu erwarten.




Ratio des Für und Wider einer inländischen Schiefergas-/Flözgasförderung

– Eine Chronik des Politikversagens –

von Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, ehem. Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), und Ministerialdirektor a.D. Werner Ressing, ehem. Abteilungsleiter Industriepolitik im Bundeswirtschaftsministerium

Aufgrund zunehmender Diskussionen um das Thema Fracking erscheint es lohnend, sich eingehend mit den Gründen für eine Ablehnung des Frackings und den politischen Entscheidungen in Deutschland zu beschäftigen. Nachdem die Fachseite seit 2013 beständig darauf hingewiesen hat, und dies noch immer tut, dass Tiefbohrungen zum Erschließen unkonventioneller Erdgaslagerstätten in Deutschland das gleiche beherrschbare Restrisiko bergen, wie solche zum Erschließen konventioneller Lagerstätten (was hierzulande erlaubt ist), stellt sich insbesondere die Frage: Könnten auch politische Gründe zum Fracking-Verbot 2016/2017 geführt haben? Ohne sämtliche Informationsquellen zu nennen, halten wir dazu aus eigenem Erleben fest:

Es erscheint offensichtlich, dass im Wesentlichen fünf ernstzunehmende Gruppierungen von Vorteilsnehmern eines Fracking-Verbots dieses verantworten. Im Einzelnen sind dies:

 

  1. Gazprom ‚Russia today‘ hat jahrelang allzu deutlich einseitig gegen Fracking in D polemisiert, als dass dies eine unvoreingenommene Berichterstattung genannt werden kann. Um 2013/14 herum hatte Mitautor HJK als BGR-Chef u.a. RussiaToday-Interviewanfragen und auch einmal ein Telefoninterview. Im Sinne des Senders war es wohl nicht ausreichend fracking-feindlich, somit nicht verwendbar und wurde nie gesendet. In einem am 9. Juni 2016 veröffentlichten YouTube-Clip ‚Fracking: Dreckig aber politisch erfolgreich‘ von Russia Today heißt es beispielsweise: „Seit dem Jahr 2005 unterstützt die US-Regierung eine besondere Methode, um Öl und Gas zu fördern: Fracking. Damit konnte sie den Ölpreis senken und erlangte eine größere außenpolitische Freiheit. Die USA importieren weniger Erdöl als jemals zuvor. Während die Gewinne privatisiert werden, bezahlt die Gesellschaft die unkalkulierbaren Umweltschäden. Wie groß sind die Schäden für die Umwelt durch Fracking? Was ist mit geplanten Fracking-Operationen in Gebieten mit großer Wassernot, oder in Erdbebengebieten?“ Die zugehörige URL (https://youtu.de/innTFtk3L14) ist nicht mehr aktiv. —- Allerdings, auch wenn Gazprom als Mitbewerber im Gasmarkt aus naheliegenden Gründen gegen eine Schiefergasförderung in Deutschland war, reicht dies kaum aus, die hiesige nahezu kafkaeske Fracking-Gegnerschaft in den vergangenen 10 Jahren zu erklären. Tatsächlich hatten wohl auch andere Institutionen/Personen gewichtige Gründe.
  2. Altkanzler Gerhard Schröder, der die Abhängigkeit der deutschen Energieversorgung von Gazprom vergrößert hat. In den Jahren 2013 bis 2015 wurde die Pipeline Nord Stream 2 geplant und ihr Bau vorbereitet. Bemerkenswert: Ende 2012 lag zwischen BMWi (Philipp Rösler) und BMU (Peter Altmaier) ein abgestimmter Gesetzentwurf zur Erlaubnis von Fracking vor (u.a. https://www.bmuv.de/pressemitteilung/fracking-nur-mitstrengen-auflagen-zulassen ). Der Entwurf wurde vom Kabinett und Bundestag der Legislatur 2009 bis 2013 aber nicht mehr behandelt, weil es von Bundestagsabgeordneten aus dem Koalitionslager massive Widerstände gab. Ende 2013 begann die Legislatur der ersten Großen Koalition mit SPD-Vizekanzler und BMWi-Chef Sigmar Gabriel, enger niedersächsischer Parteigenosse von G. Schröder. Seine Verstrickung in das Nord Stream 2 Projekt, inzwischen von ihm als Fehler eingestanden, ist hinreichend dokumentiert (vgl. u.a. https://www.anstageslicht.de/themen/heizen-energie-politik/nordstream-2/ ). Natürlich wäre Fracking in Deutschland eine Konkurrenz zur Auslastung von Nord Stream 2 gewesen. Bezüglich S. Gabriel ist hinzuzufügen, dass er als Bundeswirtschaftsminister für Fragen der Energie, Versorgungssicherheit und Rohstoffe zuständig war; überdies gehört die BGR zum Geschäftsbereich des BMWi. In Gabriels Zuständigkeit lag daher das vorbereitete Frackingerlaubnisgesetz. Da er den hinlänglich bekannten fachlichen Rat ‚seiner‘ BGR, so scheint es, nicht hören wollte (bzw. nicht gebrauchen konnte), hat er die Federführung in Sachen Gesetzgebung Fracking an Parteigenossin und Umweltministerin Barbara Hendricks abgegeben. Sie hat sodann mithilfe des Umweltbundesamtes das Fracking-Thema zu einem Wasserschutzthema gemacht und damit schließlich das Fracking-Verbot verantwortet (vgl. hierzu u.a. aus der Panorama-Sendung von 2014: https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2014/Fracking-dieAngst-der-Politik-vor-dem-Buerger,panorama5244.html ). Allerdings fehlte nach wie vor die fachliche Grundlage für das Verbot, juristisch wäre es somit leicht anfechtbar gewesen. Aus diesem Grund hat man die Expertenkommission Fracking gegründet. Die Entscheidung wurde damit in die nächste oder übernächste Legislaturperiode (bis Ende 2021) verschoben. Auffällig: Obwohl sich der Bundestag dazu verpflichtet hat, bis Ende 2021 eine Bewertung der Stellungnahmen der Expertenkommission zu beschließen, ist er dieser Verpflichtung bisher nicht nachgenommen.
  3. Neben Gazprom hatten Teile der deutschen (wie auch der internationalen) Industrie Geschäftsinteressen an Nord Stream 2, so BASF durch Wintershall, E.ON, Shell, OMV, Engie (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Nord_Stream#Projektgesellschaften ). Es wundert daher nicht, dass sich in Deutschland im Wesentlichen nur EXXON (kein Partner bei Nord Stream 2) um eine Diskussion um inländische Schiefergasförderung bemüht hat (s. ‘InfoDialog Fracking‘ https://issuu.com/dialog-erdgasundfrac.de/docs/infodialog-risikostudieempfehlungen-praesentation ). Auch den Branchen der Erneuerbaren Energien kamen Proteste gegen eine inländische Schiefergasförderung entgegen, in Verkennung der Dimension der Energiewende, die aus ihrer Sicht einen baldmöglichen Ausstieg aus Kernkraft, Steinkohle, Braunkohle, Erdöl und Erdgas beinhalten sollte.
  4. Bündnis 90/Die Grünen: Sie waren von Beginn an gegen Nord Stream 2, fanden in der Fracking-Ablehnung aber ein wirkkräftiges Betätigungsfeld. Dies war offenbar willkommen, da der Ausstieg aus der Kernenergie infolge des Reaktorunfalls von Fukushima 2011 bereits beschlossen, ein identitätsstiftendes Thema für die Partei damit ‚befriedet‘ war. Abgeordnete wie Oliver Krischer (jetzt Umweltminister in Nordrhein-Westfalen) haben auf Anti-Fracking Kampagnen geradezu ihre Karriere aufgebaut (vgl. u.a. https://www.youtube.com/watch?v=hQ7kb-vWvow ). Ein hochrangiger Vertreter der Partei hat einst im engsten Fachkreis gesagt: „Nehmt uns doch nicht unser schönes Thema weg“. Zuvor war er von Fachseite darauf hingewiesen worden, dass das Bundesland, in dem er Regierungsmitglied war, kein Schiefergaspotenzial habe, er sich somit nicht notwendigerweise gegen Fracking positionieren bräuchte. Zweifellos haben die Grünen das Thema Fracking für sich erfolgreich instrumentalisiert – unter Nutzung eines eingängigen Narrativs, welches die Allgemeinheit im guten Glauben um den Schutz der Umwelt und unter dem Eindruck des als Dokumentarfilm deklarierten Films ‚Gasland‘ (‚brennender Wasserhahn‘; 2010) nicht hinterfragt hat, was ihr nicht vorzuwerfen ist.
  5. Schließlich noch die zahlreichen NGOs und Bürgerinitiativen. Auch sie haben das Thema für sich instrumentalisiert, im Wettbewerb um Aufmerksamkeit, um die Bündelung von Meinungen gegen Wirtschaftsinteressen und um Spendengelder.

 

Nun ist bekannt, dass das Thema Fracking in Deutschland eigentlich ‚durch‘ war, hätte es nicht den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine gegeben. Zuvor waren die bundesdeutsche Allgemeinheit und Wirtschaft zudem mit sich und Nord Stream 2 im Reinen: billiges Gas vom verlässlichen Partner Russland; was will man mehr? Alle früheren Versuche der Fachseite, die verzerrten Darstellungen über die Risiken von Fracking zu korrigieren oder richtigzustellen – und das muss die Fachseite erkennen – , waren vor diesem Hintergrund zum Scheitern verurteilt. Erst jetzt, angesichts der größten Energiekrise seit dem Zweiten Weltkrieg, wacht man auf und reibt sich die Augen. Die Diskussion ums Fracking wird wegen der auf längere Sicht bevorstehenden Energieknappheit weitergehen. Zu Recht!

 

Zum Schluss: Hätte die Fachseite nicht eine solide fachliche Basis, um vertreten zu können, dass sich ein generelles Verbot von Hydraulic Fracturing auf Basis wissenschaftlicher und technischer Fakten nicht begründen lässt, würde ihr Hinweis, das Fracking-Verbot sei im Wesentlichen politisch begründet, nichts helfen. Es braucht beides. Überdies kann und darf man selbst nicht von allen „Geowissenschaftler*innen“ erwarten, dass sie ausreichende Kenntnisse für eine fundierte Bewertung der Fracking-Methode haben. Als die zu beherrschenden vier ‚Grundrechenarten‘ kann man nennen: Hydrogeologie, Gesteinsphysik, Tiefbohrtechnologie und Seismologie.

 

Aus fachlicher Sicht bestehen hierzulande keine Bedenken gegen eine inländische Schiefergas- oder Flözgasförderung. Nachweislich steht fest, dass

  • Tiefbohrungen zum Erschließen unkonventioneller Erdgaslagerstätten seit Jahren das gleiche Restrisiko bergen, wie solche zum Erschließen konventioneller Lagerstätten ; eine Grundwasserverschmutzung ist durch ein 3-faches Barrieresytem mit Detektoren faktisch ausgeschlossen, die eingebrachten Fracking-Fluide entsprechen der Wassergefährdungsklasse 1, wie Schwimmbadwasser;
  • eine Schiefergas-/Flözgasförderung in Deutschland in Menge und Förderzeitraum skalierbar ist und mitnichten ein Lock-in über Jahrzehnte hinaus bedeuten würde,
  • der Wasserbedarf beim Fracken dem von 1 bis 2 Freibädern entspricht und ggf. mit Tankwagen aus dem Unterlauf der in die Nordsee mündenden Flüsse gedeckt werden kann, mitnichten also in Konkurrenz zu anderen Nutzern steht,
  • aufgrund der Gasgewinnung aus kilometerlangen Horizontaltiefbohrungen der anfallende Flächenbedarf nur geringfügig landschaftsverändernd (ca. ein Fußballfeld je 50 km²) und temporär ist,
  • das Erdbebenrisiko bei unkonventioneller Erdgasförderung niedriger ist als bei konventioneller,
  • zugleich 20% Energieverlust gegenüber LNG aus Übersee eingespart werden kann (jährlich Millionen von Tonnen CO2äq, die woanders mit hohem Aufwand eingespart werden sollen),
  • der so genannte Methanschlupf bei einer Erdgasförderung in Deutschland erheblich besser kontrolliert und deutlich geringer wäre als bei Schiefergasförderung in Übersee,
  • der angespannte Gasmarkt durch eine Schiefergasförderung in Deutschland entlastet würde, Gasrechnungen von Mitbürgerinnen und Mitbürgern dadurch nachhaltig sinken würden,
  • die politische Souveränität Deutschlands, seine Resilienz und Handlungsoptionen als eine der maßgeblichen, demokratisch regierten Wirtschaftsnationen steigen würden,
  • das Land sich als Vorbild für andere Staaten zeigen könnte, indem es Anstrengungen unternimmt, sich selbst zu helfen und nicht dazu beiträgt, den ohnehin hohen Weltmarktpreis für Erdgas weiter zu verteuern, was andere Staaten dazu treibt, ihren Energiebedarf vermehrt durch Kohleverbrennung zu decken,
  • jährlich Devisenausgaben in Milliardenhöhe eingespart und dadurch z.B. dringend benötigte Mittel für den Ausbau Erneuerbarer Energien erwirtschaftet werden könnten,
  • grundsätzlich eine Nachnutzung der Schiefergas-Tiefbohrungen für petrothermale Erdwärmegewinnung möglich ist; jahrzehntelang, klimaneutral und grundlastfähig.

 

Wenn wir die Energiewende stemmen wollen, indem wir außer aus Kernkraft, Kohle und Erdöl auch gleich aus Erdgas aussteigen, ist das nicht realistisch! Bisher sollte Erdgas als der klimafreundlichste fossile Energieträger die Brücke sowie Backup-Lösung zu den Erneuerbaren Energien und zu Wasserstoff sein. BM Habeck prognostizierte im Juni dieses Jahres auf dem Kongress des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW): „Den Peak vom Erdgasverbrauch, den müssen wir 2030 erreicht haben.“ (https://www.finanzen.at/nachrichten/aktien/habeck-muessen-2030-den-hoehepunkt-beim-gasverbraucherreicht-haben-1031503029 ). Daher auch der rasante Zubau von LNG-Terminals und die Freude über die letztlich überschaubaren LNG-Lieferungen aus Katar für den Zeitraum 2026 bis 2041.

Die gute Nachricht: Fracking kann – wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen vergleichbar zu den LNG-Terminals geschaffen werden – nach 6 Monaten erstes Gas liefern. Damit bricht das neue K.O.-Argument der Frackinggegner weg, das aufgebaut wurde, weil die angebliche Grundwasserverseuchung nicht mehr überzeugt.

Ab 2026 könnten wir deshalb bei gleichem wirtschaftspolitischen Engagement ein Mehrfaches der mit Katar vereinbarten LNG-Liefermengen inländisch fördern; unter strengeren Umweltauflagen, weniger CO2- und Methan-Emissionen, kostengünstiger und, und, und … Aber das steht ja schon oben. Oder kann nicht sein, was nicht sein darf? Die massiven Herausforderungen seit dem 24. Februar rechtfertigen, dass sich die politischen Entscheidungsträger in puncto Fracking jetzt ehrlich machen. An Argumenten, verloren gegangene Akzeptanz wiederzugewinnen, mangelt es nicht.

 

gez. H.-J. Kümpel u. W. Ressing, 09.12.2022

 




Ist die Energiewende gescheitert? – Interview Fritz Vahrenholt

„So lange wir ARD und ZDF in dieser Form haben, werden wir in Deutschland keine vernünftige Politik mehr durchführen können.“

Fritz Vahrenholt bei Marc Friedrich

„Ist unsere Energiepolitik gescheitert? Haben wir verlernt Risiken einzugehen und setzen wir unsere grüne Energieideologie über die Entwicklung und Forschung stabiler und sicherer Alternativen?

In diesem sehenswerten Interview mit Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (Politiker, Chemiker und Buchautor) besprechen wir unter anderem, ob Klimakleber eine eigene „Religion“ bilden, wieso die hohen Gas- und Strompreise politisch gewollt sind, wie präsent der Klimawandel eigentlich wirklich ist und warum ohne Änderung der öffentlich Rechtlichen in Deutschland keine vernünftige Politik zustande kommen kann.“




Gretas neues Buch – eine Rezension

Am 27.10.22 ist ein neues Buch erschienen – von Frau Greta (Arrhenius) Thunberg… bei S. Fischer. (Weit haben sie´s gebracht, hinab…) Der Standard erlaubte uns schon im Vorhinein eine geschmackvolle Kotsprobe (auf Drückfehler sollte man nicht allergisch reagieren): „Industrielle Revolutin und Platikmeere…“ lautet eine Zwischenüberschrift. So ist das eben häute.

Was sich der Verlag wohl davon versprach? Wenn ich die Kost(!)probe lese, stelle ich fest: Es steht nichts Neues darin. Wir kennen alle Behauptungen und Denkfiguren. Es ist ein Querschnitt durch die SFP´s der letzten 6 IPCC-Berichte. Alles, was wir aus dem PIK gehört haben, findet sich dort. Irre ich mich, dass dieses Institut einen beträchtlichen Teil der „mehr als hundert Wissenschafterinnen und Wissenschafter, [die zu dem Buch] beigetragen haben“, gestellt hat? Nichts Neues, außer vielleicht eine Profilaufnahme von Greta von links, die ihre prägnante „freche Nase“ zeigt. Neue Argumente? Nein. Nur die üblichen Textbausteine:

1.5° …, absolut zementenes Restbudget, von dem das meiste bereits verbraucht sei, … das CO2 mit einer Verweildauer von „vielen Jahrhunderten“ in der Atmosphäre …, und dazu die Weisheit aus der Potsdamer Glaskugel, „dass wir in dieser Zeit zahlreiche Kipppunkte erreichen und Rückkoppelungseffekte auslösen.“ Raffiniert – das Ghost Author Collegium hinter Greta legt sich nicht darauf fest, welche Form der Rückkoppelung…: ob es eine positive oder eine negative ist! Denn das macht ja doch den entscheidenden Unterschied! Aber so klingt es einfach schlimmer.

Wenn Greta klipp und klar sagen würde, dass sie eigentlich die dünne Membran der selbstdeklarierten „Elite“ kritisiert, die über sagenhaften Reichtum (und damit Macht) verfügen, während andere (der Rest der Milliarden Menschen, von denen Herr Harari einen größeren Teil bereits als „überflüssig“ erachtet) dafür arbeiten dürfen, dass ein Mehrwert danach abgeschöpft werden kann, der wie das Sahnefett fast von alleine nach oben steigt – dann wäre ich einverstanden, zumindest mit diesem Teil der Kritik. Dann müsste allerdings auch folgende Paradoxie aufgezeigt werden: die größten Trommler für EE, Emissionszertifikate, Green New Deal, „Große Transformation“ oder Great Reset –: es sind eben jene Mitglieder der Elite (angefangen mit Al Gore, der sich selbst durch eine seiner Firmen CO2-Zertifikate verkaufen kann, bis zu Bill Gates, der praktisch an allem verdient – Pest und Cholera sowie die angeblichen Heilmittel dagegen, Klimaschmutz und Klimaschutz, Fleisch und veganes Kunstfleisch, düngen und vergiften, Information und Desinformation, die sich immer näher kommen). Und wenn man ganz ehrlich wäre, müsste man auch transparent machen, wer denn z.B. dieses Buch gesponsert hat; und wer die „mehr als 100…“ sind, die souffliert haben. Ich hoffe, dass das in dem Buch auch ausgewiesen wird. Die Frage ist nur, wozu man es eigentlich anschaffen soll. Schließlich ist die Druckerschwärze ein Produkt, das auf fossilem Kohlenstoff basiert.

Ein paar Punkte in dem Textauszug finde ich besonders fragwürdig – sie sind wert, sich einmal ernsthaft zu fragen, ob es richtig gesehen wird:

Zu behaupten, „nicht alle Menschen verursachen Emissionen und verbrauchen die Ressourcen der Erde, sondern nur mancheMenschen“, ist so m.E. nicht tatsachengetreu und es ist ein bisschen in die eigene (grüne Umhänge-)Tasche (Jute statt Plastik) gelogen. Denn gerade durch die Globalisierung können heute Menschen weltweit zumindest gewisse „Segnungen“ nutzen, selbst in armen Ländern, bis in den fernsten Winkel dieser Erde. Ein Smartphone in der Hand eines Regenwaldindianers, ein Moped in der sibirischen Steppe… elektrische Beleuchtung, dieselgetriebene Wasserpumpen, Plastikverpackung, Kühlung (à Haltbarkeit, weniger Verluste). Oder Kleidung (Kunstfaser, nicht handgewebt), billige Schuhe (China, Kunststoff). Oder Medikamente, Chemikalien für den Alltag.- Ich sage keineswegs, dass das alles unproblematisch ist, nur: für die meisten Menschen sind solche Dinge verfügbar und sie erleichtern das Leben, sie können auch schwere körperliche Arbeit erleichtern, sie verleihen mehr Sicherheit. Sie ermöglichen Mobilität.

Aber sie sind großenteils so selbstverständlich, dass man die FFFs und Greta mal fragen müsste, ob sie sich das eigentlich schon mal klargemacht haben? Mit jedem dieser milliardenfach verkauften Produkte beteiligen sie sich nämlich auch an den „Emissionen“. Auch durch die vielen wertvollen Rohstoffe, die in Gretas Tablet, Smartphone, PC usw. verarbeitet wurden und die in den Windrädern stecken. Deren Flügel einmal zu Sondermüll werden, denn sie bestehen nicht nur aus Balsaholz (was im übrigen eine kostbare Ressource ist).

Zweitens ist da die Unterstellung, die die Erdölkonzerne in ein ganz böses Licht rückt und rücken soll: Sie hätten „das alles“ ja schon seit den 1980ern „gewusst“, weil 1992 Rio stattfand und dann das IPCC gegründet wurde, und sie hätten „trotzdem“ weiter Erdöl gefördert und verarbeitet – und damit „klimazerstörendes CO2“ produziert. Das ist eine mutwillige Umdichtung der Geschichte. Zum einen „wussten“ selbst die Wissenschaftler, die zum IPCC eingeladen wurden, nicht genau und definitiv, ob – wie weit – seit wann der Klimawandel „anthropogen“ ist; sie wussten und wissen bis heute nicht genau, wie denn nun die absolut zentrale Kennziffer „Klimasensitivität“ beträgt, was ja ausschlaggebend ist für alle weiteren Spekulationen; nur die These(!) gibt es schon seit langem, mindestens seit Arrhenius. Aber es gibt genauso auch schon seit Jahrzehnten Kritiker und Wissenschaftler, die das Treibhausmodell in Frage stellen und auf andere Faktoren hinweisen.

Und selbstverständlich sind das die Punkte, auf die sich die Förderer und Verarbeiter von Erdöl auch berufen konnten und können: es ist eben alles andere als „gesichertes Wissen“; nicht einmal das ist sicher, ob Erdöl wirklich rein „fossiler“ Herkunft ist. Damit betreiben Greta und die ihre Hand führenden „Ghosts“ Geschichtsklitterung (eine von Stalins Lieblingsmethoden – bestimmte soziale Umbauten benötigen eben drastische Maßnahmen, manchmal muss man sogar die Vergangenheit ändern, um die gewünschte Zukunft zu rechtfertigen). Dies geschieht zu moralischen Zwecken – genauer: zum Zwecke moralischer Verurteilung für ein „Verbrechen“, das allerdings nur in der Welt der Kläger und gleichzeitig Richter besteht, das Verkaufen fossiler Energieträger und ihrer Produkte „trotz“ des Wissens(?) um die Schädlichkeit des „Abfalls“ Wasserdampf und CO2. Für dieses „Verbrechen“ versucht man ja jetzt bereits in der realen Welt Konzerne zu verklagen – z.B. soll ein deutscher Autohersteller daran schuld sein, wenn in den Anden ein Erdwall vor einem Gletschersee durchbricht – „wegen des Klimawandels“ (was er in den letzten 3000 Jahren auch schon 2-3mal ganz von alleine getan haben dürfte). Und diese perfide „juristische“ Unterstellung – „Sie haben doch genau gewusst, was das bewirken wird, was sie tun!“ – wiederum steht in enger Verbindung mit der grünen Umhängetaschen-Lüge, sie (die FFFs, die Bauern in Bangladesch usw.) seien alle unschuldig wie die Neugeborenen, sie hätten das alles doch nie gebraucht; ja, man hätte sie quasi dazu gezwungen, Erdöl und all seine Folgeprodukte zu verbrauchen, nur damit Exxon „Profit machen kann“.

Eigentlich überschreitet das die Grenze der Lächerlichkeit, es erscheint mir eine infantile Argumentationsweise – „Ich wollte diesen süßen Kuchen gar nicht, ich wurde ja durch die Schaufensterauslage dazu gezwungen, ihn zu kaufen, und dann musste ich ihn auch noch essen!“ Sind wir tatsächlich alle hintergangen worden, indem man uns versprach, das Leben zu erleichtern? Hätte man uns nicht mit trügerischer Werbung verlockt, wären wir sehr gerne weiter in der angenehm kühlen Kleinen Eiszeit geblieben, denn die hätte sich ja dann auch (angeblich) fortgesetzt ohne „Erdüberhitzung“…. Wirklich?- Als Kontrast für solche historischen Illusionen empfehle ich für die Schulen, denen freitags der Lehrplan auszugehen scheint, mit Anwesenheitspflicht den zweiteiligen Film „Die andere Heimat“ [Edgar Reitz], in ihm wird realistisch nachgezeichnet, wie man um die Mitte des 19. Jhs. noch im Hunsrück lebte, ohne Kohle, Gas, Erdöl, ohne befestigte Dorfstraße, ohne Dünger.

Diese (selbstgerechte) Unschuldsbehauptung ist nicht haltbar, denn sie hätte nur dann überhaupt Substanz, wenn man zeigen könnte, dass all diese Produkte und Energien 1.) tatsächlich nie wirklich gebraucht wurden und 2.) dass es schon immer Alternativen gab und diese 3.) auch funktionieren.

Dass sie nicht funktionieren, sehen wir bereits seit Jahren, allerdings ist es auch um das Sehen gar nicht mehr gut bestellt, viele Menschen scheinen außerstande, aus Beobachtungen noch die richtigen Schlüsse zu ziehen – die FFF mögen doch einfach mal Diagramme von Leistungskurven der deutschen Windenergie anschauen und sich dazu den Begriff „Nennleistung“ erschließen – um rein durch die Anschauung dieser Diagramme zu lernen, dass in manchen Jahren die Windkraft lediglich 16% ihrer Nennleistung erreichte. Und sehr viel mehr wird es nie werden, das könnte man auch Atlanten entnehmen, die die geografische Verteilung der durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten zeigen. Aber investiert wurde natürlich für 100%. Nun gut, aber dann gibt es doch sicherlich seit Jahren eine Technik, solche Lücken zu überbrücken, oder? Die vorhandene Stromkapazität von Pumpspeicherwerken in Dtschl. reicht im Fall einer Dunkelflaute ungefähr für ½ Stunde.- Eine Alternative? Wofür? – Anm.: Eine Internetsuche mit den Begriffen „Luisa Neubauer Stromspeicher“ ergab …: Null Treffer, woraus ich entnehme, dass sie auf dieses Problem der Notfallspeicher nie eingegangen ist, vielleicht auch nie darauf angesprochen wurde. Dafür fand ich mindestens ein Dutzend Einträge über Neuigkeiten aus ihrem jüngsten Liebesleben. Warum nicht! Möge sie doch so leben, wie man in ihrem Alter lebt – und die Energiepolitik denen überlassen, die wirklich etwas davon verstehen.

Was die offenbar mangelnden Kenntnisse in Alltagswissen angeht: ein sprechendes Symbol unseres hochmobilen Erdölzeitalters ist natürlich das „achtspurige Autobahnkleeblatt“, das Greta im Buch erwähnt. Aber wie sieht es z.B. mit dem Segelboot aus, mit dem die Urenkelin(?) von Svante Arrhenius „klimaneutral“ den Atlantik überquerte („pure Windkraft“): Wieviele der Werkstoffe und Materialiengibt es nur dank Erdölverarbeitung? Oder hatte sie es selbst aus Papyrus und Bambusstangen konstruiert, selbstverständlich ohne Metallnieten und dergl., ohne Klebstoffe, ohne Lacke, nur mit Palmfasern, die sie selbstverständlich selbst zu Tauen gedreht hatte, und alle Gelenke nur mit Tran von gestrandeten Walen geschmiert, mit dem sie in der Dunkelheit auch Licht machte? Wie sahen die Nahrungskonserven aus: zugekittete Tontöpfe? Stockfisch? Womit hat sie navigiert? Wie hat sie gekocht?

Hier steckt nicht nur ein gravierender Denkfehler, sondern auch eine abschüssige Klippe, die zur Radikalität dieser Sichtweise führt – zu einem unausweichlichen und nicht mehr korrigierbaren „Schwarz—Weiß“, wie im Buch selbst gesagt wird* – , wodurch diese „Bewegung“ selbst äußerst ungerecht in ihren Verurteilungen wird. Sie will die Erdölmagnaten und -firmen anklagen, die Elite der Milliardäre (ohne sie mit Namen zu nennen) bleibt verschont, und sie tut so, als wären sie selbst alle nur Opfer des „fossilen Wahnsinns“, wie er inzwischen genannt wird. Oder alle Menschen in der Dritten Welt seien die Opfer. (Ist dieses Märchen vielleicht die Rechtfertigung dafür, dass man sich bemüht, die Länder der Dritten Welt vom Interesse an fossilen Energien abzubringen und ihnen stattdessen gleich „Erneuerbare Energien“ schmackhaft zu machen?). Der Witz an diesen verteufelten Energieträgern ist doch gerade der: Wenn es nicht Milliarden Kunden gäbe seit 150 Jahren, und das weltweit, die die unzähligen Erdölprodukte und die fossilen Energien genutzt hätten – dann wäre auch Rockefeller heute noch Zeitungsausträger. Shell wäre vielleicht der Hersteller eines Produktes in Apotheken, genannt ‹Ligroin›, womit man sogar kleine Fahrzeuge betreiben kann – so wie es 1888 die beherzte Bertha Benz tat, die etwa dreimal an einer Apotheke anhalten musste, um nachzutanken.

Die Kernaussage des Buches lautet auf gut Neudeutsch gesagt: „The science is settled.“ Für die des Denglischen nicht Mächtigen übersetze ich es gerne in einfache Worte: Die Diskussion ist hiermit beendet. Das entscheiden Wir. Halt einfach die Klappe! Weitere Wortmeldungen werden nicht mehr zugelassen. Wir sagen einfach, dass jetzt sofort gehandelt werden muss und dass sich die „reichen Nationen“ in das Schicksal beugen, nun ihre „Strafe“ zu empfangen in Form überproportional hoher „Klimagerechtigkeitsablässe“ [ging es nun um die „Eliten“, oder eher darum, die großen Volkswirtschaften zu zerlegen, die ja auch für den Weltmarkt exportieren, was regelmäßig übersehen wird, wenn über den „immens hohen Pro-Kopf-Ausstoß von CO2“ resümiert wird?]. Aber bezieht man die Konsequenzen dieser harten Forderungen auch auf sich selbst?

Wo fand noch mal der erste FFF-My-Smartphone-is-offline-Tag statt? Wo beginnen gerade die aktiven Bemühungen beim Wiederaufbau von tropischen Mangrovengürteln? Wo sind die FFF-Kurse „Bodenkunde, Pflanze und Mikrobiom“ angekündigt, wo die Grundlagen gelegt werden für eine jugendliche Begeisterung an landwirtschaftlicher oder gärtnerischer Arbeit? Dazu auch: „Das Insektensterben – Welchen Anteil hat intensive Mobilfunkstrahlung?“ Interessant wäre auch dies: welche wirklich staatsfreie NGO finanziert momentan gerade das großangelegte Programm „Jugend lernt Geschichte: Kulturgeschichte und zyklische Klimaveränderungen“ (ein provisorischer Arbeitstitel)? Welche SMVs kümmern sich landesweit (endlich) um das Thema Müllvermeidung in der Mittagspause, da das Hineinwachsen in das Alter der „FFF-Reife“ keineswegs automatisch mit einem Bewusstseinsschub für sinnlos erzeugten Zivilisationsmüll und für achtlos weggeworfene Lebensmittel verbunden ist?

Die Zeitungen (auch online), in denen diese Ereignisse vermerkt wurden, kenne ich leider nicht. Dafür aber nun fast schon alltäglich ein neues absurdes „Klebe-Drama“, das in seiner Aussage(!) in seltsam unvereinbarem Widerspruch steht zu dem moralischen Anspruch, mit dem sie da auftreten (bzw. aufkleben): Es ist für mein Empfinden eine mehrfache Demonstration der Ver-Achtung, einmal für die Menschen, die man behindert (Klimakampf ist wichtiger als Notarzt), dann für die eigene Physis (was macht Sekundenkleber mit der Haut?), und was Kartoffelbrei auf die Sixtinische Madonna und ähnliche „Aktionskunst“ betrifft, ist es noch mal eine doppelte Verachtung: für diese Kunstwerke (was, um Himmels Willen, haben Raffael, Klimt, Van Gogh u.a. mit dem angeblichen „fossilen Wahnsinn“ zu tun?) und – auch für den Kartoffelbrei. Denn angeblich geht es doch darum, „Mutter Erde zu schützen“. Oder haben wir das missverstanden?

Frage am Rande: Kann man von Menschen, die – zur Demonstration ihres Willens, hinter dem eine bestimmte Überzeugung steht – sich existenziell an einem Punkt dieser Erde festkleben, etwas anderes erwarten, als dass sie auch in ihrem Denken genauso unverrückbar festbetoniert sind und daher auch zu einer Diskussion unfähig? Ich fürchte es.

Und ich befürchte, dieses Buch verfolgt einen bestimmten Zweck: die Radikalisierung der FFF zu verschärfen, zu „eskalieren“ (womit auch dies ein Krieg ist), die Atmosphäre für Diskussion zu vergiften. Denn das tut das Buch sogar explizit:*

*) Kontroverse Sichtweisen diskutieren: „… so funktioniert Wissenschaft. Dieses Argument lässt sich zu unzähligen Diskussionsthemen anbringen, allerdings nicht mehr in Bezug auf die Klimakrise. Dieser Zug ist abgefahren. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind so zuverlässig, wie sie nur sein können.“ Auch dies wieder ein numinoser Satz wie bei den „Rückkoppelungen“ – man kann nur in Ehrfurcht (vor allem Furcht) niederknien und das Haupt beugen, um dem eigenen Denken zu entsagen: „Der Zug ist abgefahren! Mir bleibt nichts mehr als der reine Glaube!“ Aber was sagen diese Sätze wirklich? Wenn ich eine Brücke an einer Spinnwebe aufhänge, ist diese Halterung ebenfalls „so zuverlässig, wie sie nur sein kann“! Und welche „wissenschaftlichen Erkenntnisse“ meint sie? Sind das alles Hanftaue und sogar Stahltrossen, oder genau besehen doch nur Spinnweben?

Das ist ein nicht-wissenschaftliches Vorgehen, um ein ungelöstes wissenschaftliches Problem zu lösen, dessen offene Problematik von einer der Parteien nicht zugegeben werden soll; das würde ich sagen. Die Motive kommen von außerhalb – nicht aus derWissenschaft, allenfalls von bestimmten Wissenschaftlern. Das Buch könnte auch heißen: „Das Neue Buch der Offenbarung: Greta spricht das hoffentlich letzte Machtwort“. Hoffentlich. Jedenfalls was den Greta-Spiritismus mit den handführenden oder tischrückenden Ghosts betrifft. Was das Thema selbst angeht, wäre das Ende der offenen Diskussion der definitive Anfang des Klimatotalitarismus. Wie passt das in das Verlagsprogramm von S. Fischer? Möglicherweise ein Drückfeler?

Der Beitrag erschien zuerst bei Klimanachrichten hier