Überraschungs-Ei vor Weihnachten: Zeitweise Winterwetter im Dezember 2022 – welche Folgen hat das für ein im Niedergang befindliches Deutschland?

Stefan Kämpfe

Zwei markante Kälteeinbrüche im ansonsten sehr milden Herbst 2022 waren erste Warnschüsse – nun ist der Winter da, ausgerechnet jetzt, in Zeiten der von Altkanzler Schröder begonnenen, von Altkanzlerin Merkel forcierten und von der „Ampel“ noch weiter beschleunigten Energiewende, deren Schwächen bei Dunkelflauten und Kälte nun schonungslos offengelegt werden. Der Wintereinbruch passt auch nicht gut zur Regierungsdoktrin der menschengemachten Klimaerwärmung – die irrige Ausrede „es wird kälter, weil es wärmer wird“ muss mal wieder herhalten. Im Folgenden werden mögliche Ursachen des Winterwetters und dessen Folgen für uns alle beleuchtet.

Seit 2018 verstärkte Zirkulationsstörungen – endet das Zeitalter der West- und Südwestlagen?

Mit dem Februar 2018 begann eine Phase der Dominanz so genannter, oft zu Witterungsextremen neigender meridionaler Großwetterlagen (Nord-, Süd- und Ostwetterlagen), welche letztmalig über längere Zeit nur in den stürmischen Mildwintern 2019/20 und 2021/22 unterbrochen wurde. Ein ganz anderes Bild im Winter 2020/21, in den Frühjahren und Sommern sowie im Dezember 2022: Zwar gab es Phasen mit „Westwetter“, doch waren diese schwächer entwickelt und meist nur von kurzer Dauer. Es häuften sich Nord-, Ost-, Zentraltief- und Südlagen, was der Hauptgrund der enormen Temperaturkontraste sowie der Kälteeinbrüche im Februar/März 2018, im Mai 2019, im Februar, April und Mai 2021 sowie im April und Dezember 2022 war, während fast alle Sommer und Herbste zu warm ausfielen. Auffallend häuften sich außerdem meist windschwache, Unbestimmte Großwetterlagen ohne eindeutige Anströmrichtung, Näheres zu diesen hier und hier. Auch diese so genannten XX-Lagen tendieren zu Sommerhitze und Winterkälte. Sollte sich diese Tendenz fortsetzen, so hätte das ein Fortbestehen der großen Temperaturschwankungen zur Folge. Auf nähere Hintergründe und Ursachen der Zirkulationsstörungen soll hier nicht eingegangen werden; Näheres dazu hier, hier und hier. Eines ist jedoch klar: Sollte die Häufigkeit der warmen Süd- und Südwestlagen in naher Zukunft abnehmen; so würde auch der bislang noch starke Erwärmungstrend auch im Sommer und Herbst enden; im Winter/Frühling gibt es schon seit 1988 keinen signifikanten Erwärmungstrend in Deutschland mehr.

Es wird kälter, weil es wärmer wird – doch wo in den nördlichen Breiten ist es gegenwärtig merklich zu warm?

Wer die bei EIKE in unregelmäßigen Abständen erscheinenden Kältereports von Christian Freuer liest, beispielsweise hier, bekommt Informationen über weltweit zunehmende Ereignisse in Sachen Kaltwetter, die uns von den „Qualitätsmedien“ vorenthalten werden. Aktuell zeigt uns aber auch ein globaler Blick auf den 45. bis etwa 70. Breitengrad nirgendwo merklich übernormale Temperaturen – es dominieren schon jetzt, im Frühwinter, bläuliche bis violette Farben für den Temperaturbereich von etwa 0 bis minus 40°C. Selbst solche normalerweise Anfang Dezember noch sehr milden Regionen wie England, Benelux und Nordfrankreich sind diesmal zu kalt.

Abbildungen 1a bis 1d: Screenshot der 2-Meter-Lufttemperaturen vom 9. Dezember 2022, 18 Uhr MEZ, zwischen etwa 45 und 70° nördlicher Breite; Bildquelle jeweils windy.com. Nur auf den im Winter generell relativ warmen Meeren oder Ozeanen sowie ganz vereinzelt im äußersten Süden (etwa auf der Breite Mittelitaliens) finden sich noch grünliche bis gelbliche Farbtöne für Temperaturen von etwa +1 bis ganz vereinzelt +15°C; ansonsten ist es überall winterlich kalt; selbst auf den sonst so milden Britischen Inseln. Für Dublin sind die dortigen 0°C sehr kühl! Oben (1a) der Sektor Ostatlantik bis Zentralrussland mit dem schon völlig eingewinterten Skandinavien; in Mitteleuropa hatte da die die Kältewelle noch gar nicht richtig begonnen. Mitte oben (1b) das tief winterliche Osteuropa und Nordasien, 1c Ostsibirien/Alaska/Westkanada, 1d Ostkanada/nördliche USA bis Westatlantik/Südgrönland.

Die angeblich so schlimme Wärme ist also diesmal nirgendwo im beginnenden Nordwinter zu finden – aber vielleicht kommt sie ja später in Gestalt des so unbeliebten „Weihnachtstauwetters“. Häufig behaupten Katastrophisten und Alarmisten auch, wegen der Klimaerwärmung würde es mehr schneien. Diese Behauptungen waren besonders im schneereichen Januar 2019 (Alpen) zu hören – doch sie passen nicht so gut zu den Beobachtungen der insgesamt abnehmenden Zahl der Tage mit einer Schneedecke in Deutschland; stellvertretend sei hier die Entwicklung in Potsdam gezeigt:

Abbildung 2: Trotz eines leicht negativen Trends der Anzahl der winterlichen Schneedeckentage seit dem Winter 1893/94 lässt diese Grafik nur folgende Schlüsse zu: Fast schneelose und sehr schneereiche Winter gab es schon immer – und der Trend darf nicht in die Zukunft extrapoliert werden. Zudem ist Potsdam sehr wärmeinsel-belastet, Näheres dazu hier.

Aber was ist mit der These, es schneie wegen der Klimaerwärmung zwar seltener, aber wenn, dann intensiver? Auch hier hilft ein Blick in die Vergangenheit: Im Flachland erwiesen sich die Winter 1969/70, 1978/79 und teilweise auch die von 1984/85 und 1986/87 als enorm schneereich; solche Rekordschneehöhen von 50 cm bis 1 Meter, dazu teils mehrere Meter hohe Schneewehen wie im Katastrophenwinter 1978/79, wurden seitdem nie wieder erreicht. In den Mittel- und Hochgebirgen verliefen unter anderem die Winter 1951/52, 52/53, 69/70, 80/81 sowie der Februar/März 1988 sehr schneereich. Und warum unsere Winter in der jüngsten Vergangenheit so sehr mild ausfielen, zeigt die nächste Grafik – es ist nicht der Klimanotstand, sondern eine periodische Häufung positiver NAO-Werte, einhergehend mit vielen Westwetterlagen. Diese winterliche Westlagen-Häufung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht von Dauer sein.

Abbildung 3: Häufigkeitsentwicklung der Tage mit Westanteil (Mitteleuropa, nach HESS/BREZOWSKY) im meteorologischen Winter seit 1881/82 sowie der winterliche Temperaturverlauf (Flächenmittel Deutschland), dessen Varianz zu fast 48% von der Häufigkeit der Westlagen bestimmt wird. Man achte auf die seit 1882 so bis in die frühen 1980er Jahre nie beobachtete Westlagen-Häufung, beginnend mit dem Winter 1987/88, welche bis heuer (noch) andauert. Zwecks anschaulicherer Darstellung Umrechnung in Indexwerte; einige herausragende Winter sind gekennzeichnet.

Die meteorologischen Hintergründe der aktuellen Dezemberkälte – zeitweise Blockierung der Westdrift

Dem letzten kalten Dezember (2010) gingen ein nur kurzzeitig heißer, schon Ende Juli beendeter Sommer sowie ein insgesamt etwas zu kühler Herbst voraus. Diesmal folgte einem langen, heißen Sommer ein merklich zu warmer Herbst mit enorm vielen Süd- und Südwestlagen im Oktober/November, was in ähnlicher Form letztmalig vor dem rekordmilden Winter 2006/07 zu beobachten war und auch in früheren Vergleichsfällen oft auf einen milden Folgewinter hindeutete. Aber zwei markante Kältewellen, eine längere ab Mitte September und eine kürzere, schon winterliche um den 20. November, deuteten schon die latente Bereitschaft der Atmosphäre zu weiteren, zumindest gelegentlichen Kälteeinbrüchen an. Nach dem 21. November kehrte die milde Südluft nochmals zurück, bevor zum Monatswechsel ein Hoch über Fennoskandien die Regie übernahm. Dabei zog ein kleines Höhentief vom 1. bis zum 3. Dezember westwärts über Mitteleuropa hinweg und löste gebietsweise bei leichtem Dauerfrost intensive Schneefälle aus; 10 bis 15 cm Schneehöhe sind für das niederschlagsarme Thüringer Becken schon bemerkenswert.

Abbildung 4: Wetterlage am 2. Dezember 2022. Man erkennt ein sehr kräftiges Russland-Hoch, dessen Keil über Skandinavien bis zu den Britischen Inseln reicht. Am Boden deuten nur kleinere Ausbuchtungen der Isobaren auf den zyklonalen Einfluss hin; in der Höhe ist er deutlich sichtbar (Großwetterlage XXZZT, nach HESS/BREZOWSKY HFZ, Luftmasse xP). Bildquelle: wetterzentrale.de

Nachfolgend sickerte von Südosten mildere Luft ein und ließ den Schnee im Flachland tauen; doch ab dem Nikolaustag begann zwischen einem mit weit über 1060 hPa enorm kräftigen Grönland-Hoch und einem Skandinavien-Tief ein gewaltiger, mehrtägiger Kaltluftausbruch aus der Arktis nach West- und Mitteleuropa, welcher sich aber wegen des wärmenden Einflusses von Nordmeer, Nord- und Ostsee zunächst vor allem in höheren Luftschichten bemerkbar machte.

Abbildung 5: Am 8. Dezember strömte zwischen einem extrem kräftigen Grönland-Hoch und einem Tief über Skandinavien in der Höhe extrem kalte Luft nach West- und Mitteleuropa; wegen des wärmenden Einflusses der Meere blieb es in den unteren Luftschichten aber noch mild. Bildquelle: wetterzentrale.de

Die schnellere Auswirkung des Kaltlufteinbruches in der Höhe zeigt sich beispielsweise am Verhalten der Stundenwerte der Lufttemperaturen zu einem bestimmten, immer gleichen Zeitpunkt an einer Flachland- und einer Bergstation:

Abbildung 6: Frühere und stärkere Temperaturabnahme an der Bergstation Brocken wegen eines markanten Einbruches höhenkalter Luft nach dem 7. Dezember 2022. Während es auf dem Brocken nach dem 7. Dezember kontinuierlich abkühlte, blieb es in Magdeburg bis zum 8. Dezember noch mild und der nachfolgende Temperaturrückgang verlief langsamer, weil die Luftmasse in den untersten Luftschichten durch den Meereseinfluss erwärmt wurde.

Anschließend blieb die Westdrift weiterhin blockiert, und die höhenkalte Luftmasse konnte sich auch in den unteren Luftschichten merklich abkühlen. Mäßige bis strenge Nachtfröste waren die Folge, und trotz des Tiefdruckeinflusses war Deutschland besonders in seinen zentralen Landesteilen vom dynamischen Wettergeschehen (Wind, stärkere Niederschläge) vorübergehend weitgehend abgeschnitten – die folgende Abbildung zeigt, warum:

Abbildung 7: Zwischen einem mit Höhen-Kaltluft gefüllten Tief über dem Baltikum und einem auf sehr südlicher Bahn aufziehenden Atlantik-Tief lag Deutschland am 12. Dezember 2022 im Bereich geringer Luftdruckgegensätze, der Wind flaute ab (keine Isobaren über Deutschland), und die hier lagernden Luftmassen (mA, xA und cP) kühlten in der gebietsweise klaren Nacht auf den 13. Dezember bodennah stark aus. Der Jet-Stream verlief weit südlich durch das Mittelmeer-Gebiet und konnte so der Witterung in Deutschland keine Dynamik verleihen – ruhiges, kaltes Winterwetter stellte sich ein. Bildquelle: wetterzentrale.de

Die meteorologischen Hintergründe der Deutschen Energiekrise – Menetekel des Scheiterns der Energiewende

Weil Deutschland aus grün-ideologischen Gründen seine sicheren, zuverlässigen, umweltfreundlichen Kernkraftwerke abschaltet und den Kohleausstieg forcierte, während gleichzeitig der bisherige Hauptlieferant für Erdgas, Russland, weitgehend ersatzlos ausfiel, kam es zu einer für die Nachkriegszeit beispiellosen Energiekrise, einhergehend mit einer Hyperinflation. Millionen Deutsche sitzen nun im Dunkeln und Kalten, weil sie die exorbitant gestiegenen Strom- und Heizkosten nicht mehr bezahlen können, und viele Unternehmen stehen vor dem wirtschaftlichen Aus. Die aktuelle Frühwinter-Kälte kommt da zur absoluten Unzeit, weil jedes Grad weniger Außentemperatur den Heizenergiebedarf um etwa 6% steigen lässt. Zwar versichern Bundesnetzagentur und Bundesregierung, die Stromversorgung sei gesichert und die Erdgasspeicher gefüllt – aber zu welchem Preis und wie lange? Sollte sich der Winter dauerhaft einnisten oder mehrmals zurückkehren, könnte es doch eng werden – vom noch fernen Winter 2023/24 ganz zu schweigen. Als Ausweg bietet sich, zumindest für die Stromerzeugung, der von der Ampel-Koalition beschlossene forcierte Ausbau der Erneuerbaren Energien, besonders von Wind- und Solarenergie, an – doch der erweist sich als enorm problematisch. Massiv steigende Lohn- und Rohstoffkosten, Fachkräfte- und Rohstoffmangel, der enorme Platzbedarf der Wind- und Solaranlagen, ökologische Probleme sowie Proteste gegen den notwendigen, viel zu langsamen Leitungsausbau und nicht zuletzt die fehlenden, in absehbarer Zeit nicht in technisch-ökonomischer Reichweite befindlichen Energiespeicher, verhindern einen raschen Zubau. Doch könnten auch meteorologisch-klimatische Gegebenheiten die Energiewende scheitern lassen? Auf den ersten Blick erzeugen die „Erneuerbaren“ doch schon heute an stürmischen Winter- und besonders an sonnig-windigen Frühlings- und Sommertagen so viel Strom, dass oftmals Windkraftanlagen abgeregelt werden müssen – die überschüssige Energie kann nicht gespeichert werden. Doch leider häuft sich in letzter Zeit auch das Gegenteil – ganzjährig mehr windschwache Wetterlagen; in Kombination mit herbstlich- winterlicher Bewölkung sind das die so genannten „Dunkelflauten“.

Abbildung 8: Kaum Wind- und Solarenergie über mehr als 14 Tage: Hier ist nur der Zeitraum vom 1. bis zum 12. Dezember 2022 dargestellt; aber diese Kalamität begann schon am 28. November. Man achte auf den hohen Anteil des verstromten, teuren Erdgases; aber auch die importierte Steinkohle verteuerte sich erheblich – für die Strompreise in Deutschland lässt das nichts Gutes erahnen. Ohne ausreichende Energiespeicher bleiben die fossilen Energieträger jedoch unverzichtbar; die oft gepriesene Wasserstofftechnologie ist hinsichtlich ihres Wirkungsgrades ineffizient, kurzfristig nicht in großem Umfang realisierbar und viel zu teuer! Alle „Erneuerbaren“ leisteten trotz ihres weit fortgeschrittenen Ausbaugrades nur 15 bis 40% der Gesamtstromerzeugung, also mussten 60 bis 85% konventionell erzeugt werden! Man beachte, dass der Primärenergiebedarf in Deutschland viel höher als die hier dargestellte Stromerzeugung ist – legt man diesen Primärenergieverbrauch zugrunde, decken die „Erneuerbaren“ Energien trotz ihres enormen Ausbaugrades nur knappe 16% im witterungsmäßig viel günstigeren Jahresmittel ab (Stand: 2021).

Zunehmend geraten auch Wind- und Solarenergie in den Verdacht, unser Klima massiv zu beeinflussen; Näheres unter anderem hier und hier. Wichtige, ernste Hinweise für die Begrenztheit und die schon jetzige Übernutzung der Ressource Wind sind die Häufigkeitszunahme der windschwachen, Unbestimmten XX-Wetterlagen sowie die tendenzielle Abnahme der Windstärke in Norddeutschland:

Abbildungen 9a und 9b: Oben (9a) die merkliche Häufigkeitszunahme der Unbestimmten Wetterlagen ohne Anströmrichtung (XX-Lagen) im Jahresmittel; Werte für 2022 bis zum 11. Dezember vorliegend; vielleicht kommen sogar noch ein paar Tage mit XX-Lagen hinzu. Näheres zur erst seit Juli 1979 vorliegenden Objektiven Wetterlagen-Klassifizierung hier. Unten die Entwicklung der Windgeschwindigkeit in Norddeutschland seit 1992 (Mittel aus 25 DWD-Stationen, leider nur in Beaufort vorliegend). Werte für 2022 optimistisch geschätzt.

Ausführlicher werden die meteorologischen Hintergründe der Energiewende hier behandelt. Eine gute Seite hat das Winterwetter aber doch: In Deutschland, dem Land des Missmanagements, der Fehlplanungen, der Gender-Toiletten, der überbordenden Bürokratie, des Bildungsnotstandes, der verlotternden Infrastruktur und der überteuerten Mieten und Preise, geht wenigstens für ein paar Tage mal alles glatt!

Weitere Aussichten: Rettet uns diesmal noch eine Milderung? Weihnachtstauwetter in Sichtweite

Der Autor dieses Beitrages hatte in seiner Wintervorschau hier schon auf recht eindeutige Indizien für einen insgesamt relativ milden Winter 2022/23 hingewiesen. Hinzu kommt der in den letzten Jahrzehnten sehr verlässliche Witterungsregelfall des Weihnachts- und Silvestertauwetters, welches sich in den meisten Läufen der Mittelfrist-Modelle ab etwa dem 10. Dezember schon für die mit Weihnachten endende Woche abzeichnet.

Abbildung 10: Weiße Weihnacht – ade? Ensemble-Prognose vom 12. für den 24. Dezember 2022. Einer Tiefdruckzone Nordatlantik-Schottland-Skandinavien soll eine Hochdruckzone über Südeuropa gegenüberstehen, für Mitteleuropa bedeutet das eine mehr oder weniger milde Westlage ohne Schnee im Flachland – aber noch ist die Prognose unsicher! Bildquelle: Amerikanischer Wetterdienst (NOAA).

Für den weiteren Verlauf der Hochwinterwitterung im Januar/Februar 2023 liefert aber erst der Witterungstrend zwischen dem 25. Dezember und dem 10. Januar oft wichtige Hinweise; momentan ist dieser noch nicht absehbar: Wird oder bleibt es in diesem Zeitraum mild, so setzt sich das oft tendenziell im Hochwinter fort; für Kälte gilt Ähnliches. Außerdem erhöht der aktuelle dezemberliche Kälteeinbruch die Wahrscheinlichkeit weiterer winterlicher Kälteeinbrüche; die keinesfalls zuverlässigen Langfrist-Modelle gehen momentan aber von einem milden bis sehr milden Januar und Februar aus.

Abbildungen 11a und 11b: Sehen Winter-Freunde bald wieder Rot? Das CFSv2-Modell kündigt einen sehr milden Januar (oben) und Februar 2023 an – Irrtümer sind aber nicht ausgeschlossen. Bildquelle: NOAA

Diesmal scheint also der Winter zumindest vorübergehend nochmals Milde walten zu lassen – das deutsche Energie-Harakiri bleibt vorerst ungestraft. Aber die lang anhaltend Dunkelflaute im Spätherbst/Frühwinter 2022 sowie die auch insgesamt enttäuschenden Erträge der Erneuerbaren Energien in den sehr windschwachen Jahren 2021 und 2022 sollten allen Verantwortlichen zum Umdenken bewegen – der momentane Kurs des Ausstiegs aus der Kohle- und Kernenergie kann ohne wirklich praktikable, bezahlbare, zuverlässige Alternativen nicht weiter fortgesetzt werden.

Stefan Kämpfe, Diplom-Agraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

 




Geschichten aus dem grünen Deutschland – EIKE-Leser im Fernzug

EIKE-Leser sind die besseren Reporter – hier ein typisches Stück Zeitgeist aus dem modernen Deutschland.

von Klaus Bückmann

Traurig, was da in Deutschland passiert. Ich saß mit meiner Frau im Zug nach Mailand im September und hatte auf dem Tischchen das aufgeschlagene Buch von Klaus Meier- „Abrechnung mit der Energiewende“ liegen.

Eine junge Frau mit Rucksack setzte sich neben mich und las wohl ein paar Überschriften etc.. Sie wandte sich empört an mich und meinte das sei doch Quatsch was da stünde (ich glaube das Kapitel war über Speicher). Ich als „aufgeklärter“ EIKE-Leser teilte ihr wohlwollend mit, das es kein Quatsch sei und das ich selber mal „Grün“ war, nach eingehender Prüfung des damaligen IPCC-Berichtes aber auch kritische Meinungen anerkannte, was mich zu dem Schluß führte das hier jede Menge Ideologie am Werk sei und ich daher ein Gegner der vorherrschenden Klimameinung geworden bin.

Es war für die junge Frau schier unfaßbar, das ich die menschengemachte Klimaveränderung nicht anerkannte und es gab eine hitzige Diskussion, in der ich auch von den umliegenden Bahnfahrern angegriffen wurde und von einem gleich alten wie gesinnten jungen Mann indirekt beleidigt wurde, in dem er sich beim Aussteigen aus dem Zug der jungen Frau zuwandte mit den Worten, es sei ja ekelhaft mir zuzuhören und er hoffe das Leuten wie mir das Wort verboten würde – oder ähnlich.

Ich habe das Gespräch beendet und der Frau später noch alles Gute für ihre studentische Zukunft gewünscht. Sie war auf dem Weg nach Rom um ein Erasmus-Jahr in Politikwissenschaften zu absolvieren. Also auch ohne in eine Uni zu gehen ist man diesen armen Verirrten ausgesetzt. Wenn man dann bedenkt, das sich seit einigen Jahren mehr junge Leute für ein Hochschulstudium einschreiben als sich um eine Lehrstelle zu bewerben, und die dann alle in Bussen und Bahn sitzen, frisch indoktriniert und grüngewaschen, muss man seine Bücher mit undurchsichtigem Schutzumschlag versehen und nicht aufgeschlagen herumliegen lassen, wenn man nicht diffamiert werden will.

Ich wohne nah an der französischen Grenze und unsere Fahrt nach Mailand ging von Freiburg aus. Freiburg ist schön, ich gehe gerne dorthin, doch auch wieder weg, denn es ist eine grüne Hochburg. In dem Dorf in der Nähe von Freiburg, wo wir seit zwei Jahren wohnen hat man Angst vor Atomkraft, hat Jod-Tabletten zuhause wegen des AKW Fessenheim, war auf Demonstrationen gegen das AKW in Wyhl, die Dächer sind voll mit Solarpanelen, man fragt mich was ich denn gegen Windräder im Schwarzwald hätte, etc.

Ich habe ständig Diskussionen über Sinn und Unsinn der Energiewende. Das im Zug nach Mailand war allerdings der bisherige Höhepunkt. Ich werde nicht aufhören die Leute in meiner Umgebung aufzuklären, doch die Bereitschaft sich den Fakten zu öffnen ist gering. Ich bin kein Ingenieur oder Wissenschaftler, von daher ist meine Glaubwürdigkeit nicht sehr hoch. Ich höre dann oft, ja die da oben werden ja wissen was sie machen, das sind doch Experten. Tja, Kemfert, Graichen, Hirschhausen und Co. flimmern einfach zuviel über die Fernseher, und nicht zu vergessen, die Chips sind klimaneutral hergestellt.




Was ein kalter Winter für Deutschland bedeutet – von Fritz Vahrenholt

Die energiepolitisch spannendste Frage der nächsten Monate ist die nach der Stärke des Winters. Der Deutsche Wetterdienst beruhigte die Bundesregierung und die deutsche Öffentlichkeit im November:

„Die Winterprognose des Deutschen Wetterdienstes ist für alle Energieverbraucher eine gute Nachricht. Wir erwarten einen vergleichsweise milden Winter. Sollte das Modell recht behalten, können wir dadurch Heizenergie einsparen.“

Das hört sich mittlerweile wie regierungsamtliches Pfeifen im Walde an. Denn die neusten mittelfristigen Wettervorhersagen des europäischen ECMWF (Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage) sagen bis zum 4. Advent eine starke Abkühlung voraus. (Siehe unten die Prognose für den 4. Advent, Quelle: Kachelmannwetter.com)


Quelle: kachelmannwetter.com/ECMWF
Die Grafiken zeigen, daß sich die kalte Wetterlage von Polen bis Nordfrankreich erstreckt. Frankreichs Stromverbrauch, der zu einem bedeutenden Teil zum Heizen eingesetzt wird, hat in Ermangelung ausreichender Kernenergiekapazität großen Einfluß auf die Stromversorgung und die Strompreise in Deutschland.
Wer sich weiter täglich informieren will, sei auf die Seite Wo bleibt die globale Erwärmung verwiesen.
Auch global zeigen die Indizes keine Erwärmung an.

Die Abweichung der globalen Temperatur vom 30-jährigen Mittel der satellitengestützten Messungen der University of Alabama (UAH) ist im November 2022  gegenüber dem Oktober von 0,32 Grad auf 0,17 Grad Celsius gesunken. (siehe erste Grafik oben). Die durchschnittliche Temperatursteigerung pro Jahrzehnt beträgt seit 1979 nach wie vor 0,13 Grad Celsius – kein Hinweis auf eine besorgniserregende oder gar katastrophale Entwicklung.
Ganz im Gegenteil: Die Meereisausdehnung der Arktis hat seit 2016 wieder zugenommen. Seit 2016 gehen die Temperaturen weltweit leicht zurück.

Wie lange reicht das gespeicherte Gas ?
„Die Verfügbarkeit von Energie für die elektrische Stromerzeugung ist für diesen Winter gesichert“,
sagte Robert Habeck auf einer Pressekonferenz in Süd-Afrika zur Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland. Doch wenn man analysiert, woher der Strom in diesen Tagen in Deutschland kommt, ist das alles andere als beruhigend. Im folgenden Diagramm sehen wir die Stromerzeugung seit dem 1.12. Die Solarenergie liefert praktisch kaum etwas, Windenergie leidet unter einer anhaltenden Flaute. Am 10.12. um 15 Uhr wurden 60 Gigawatt Strom verbraucht. Solar (hellgelb) lieferte 0,7 GW, Wind onshore (hellgrün) 1 GW, offshore (graugrün) 1,6 GW, Erdgas (hellbraun) 16 GW, Steinkohle (dunkelbraun) 12 GW und Braunkohle (mittelbraun) 14,6 GW. Selbst die im Streckbetrieb befindliche Kernenergie (rot) lieferte mit 3,8 GW mehr als Solar und Windenergie zusammen.
Wie soll in solchen Situationen Deutschland versorgt werden, wenn im Jahre 2024 die hinzugeschalteten Stein-und Braunkohlekraftwerke vom Netz genommen worden sind und die Kernkraftwerke schon im April 2023 abgeschaltet worden sind? Man schaue sich in der Grafik den hellbraunen Bereich von Strom aus Erdgas an, der teuersten Stromerzeugung mit der knappsten Energie, die wir haben.  Wenn allerdings teures Fracking-Gas die dunkelbraunen und mittelbraunen Flächen von Braun- und Steinkohle sowie die roten Flächen von Kernenergie zusätzlich ersetzen soll, dann wissen wir heute schon, daß die Strompreise weiter durch die Decke gehen werden. Das würde die Ampelkoalition nicht überleben.
Schon ein mittelmäßig kalter Winter stellt die Regierung vor kaum lösbare Probleme. Schon jetzt leeren sich die Speicher mit einer Rate von 0,5 % pro Tag. Jeder kann sich ausrechnen, wie lange Speicher, die zu 94 % (am 10.12.2022) gefüllt sind und nach Vorgabe der Bundesregierung im Februar noch 40 % Speicherstand haben sollen, bei anhaltender Kälte reichen werden. Es kann gerade mit Glück gutgehen. Doch was passiert im nächsten Winter? Wie kann der Bundeskanzler in Anbetracht dieser Sachlage die Förderung von Gas aus Schiefergestein rundherum ablehnen?
In dieser Aussage sind drei Fehler: Es lohnt sich wirtschaftlich, denn es wäre 1. deutlich preiswerter als US-Fracking-LNG-Gas, 2. es würde auch nur ein Jahr dauern, bis das erste Gas fließen kann ( was jetzt der Fall wäre, wenn die Bundesregierung verantwortungsvoll gehandelt hätte) und 3. der Gasbedarf wird mitnichten zurückgehen. Drei Fehler in einem Satz mit fatalen Folgen für den Standort Deutschland hört man nicht alle Tage von einem Bundeskanzler.

Nach der Gas- und Stromkrise nun auch noch eine Ölknappheit

Vor dem Ukraine-Krieg deckte russisches Öl 35 % des hierzulande benötigten Öls ab. Obwohl es bis heute kein europäisches Importverbot für Pipeline-Öl gibt, hatte Wirtschaftminister Habeck der EU zugesagt, ab 1. Januar kein Öl mehr über die Druschba-Pipeline, die die Standorte Schwedt und Leuna versorgt, zu beziehen. Die alternativen Belieferungen über Rostock oder Danzig werden nur einenTeil der Pipeline-Importe abdecken. Über den Preis schweigt die Politik.

Hinzu kommen nun die Boykottbeschlüsse der EU: Dem Öl- Lieferanten Rußland soll nur noch  60 $ pro Faß Öl gezahlt werden, obwohl der Weltmarktpreis deutlich höher ist. Putin hat schon erklärt, daß Rußland zu diesen Bedingungen nicht liefern wird. Nun gibt es zwei mögliche Folgen des EU-Beschlusses. Rußland hat sich bereits eine Schattenflotte von 100 Tankern zugelegt, um sein Öl in andere Regionen zu transportieren.Wenn es Rußland gelänge, sämtliches Öl bei anderen Marktteilnehmern wie Indien oder China unterzubringen, hätte das für alle Marktteilnehmer wenig Folgen- außer für Deutschland das bislang preiswertes Pipeline-Öl aus Rußland importierte. Sollte es allerdings Rußland nicht gelingen, das Öl vollständig unterzubringen, wäre zuwenig Öl auf dem Weltmarkt. Die OPEC+ hat bereits angekündigt, daß sie die Ölförderung nicht erhöhen wird. In diesem Fall würden die Ölpreise bei gleichbleibender Nachfrage weltweit steigen. Einen solchen Boykott würde man wohl eher als Knieschuß bezeichnen.



Nir Shaviv – What role has the sun played in climate change? What does this mean for us?

15. Internationale EIKE Klima- und Energiekonferenz, IKEK-15, am 25. und 26. November 2022, Pfännerhall Braunsbedra bei Merseburg.
15. International EIKE Conference on Climate and Energy, IKEK-15, November 25th and 26th2022, Pfännerhall Braunsbedra near Merseburg/Central Germany.

Wie die Erdsonne unser Klima steuert, erklärten Nir Shaviv und Henrik Svensmark, die fast zeitgleich unabhängig voneinander den Svensmark-Shaviv-Folgeeffekt entdeckten, wie wir ihn bei EIKE bezeichnen: Die kosmische Hintergrundstrahlung, Überbleibsel von Supernovae, trifft auf die obere Atmosphäre des Planeten und erzeugt so über einen komplizierten Prozess Wolkenkeime.

Die Partikel – Strahlung der Erdsonne (verantwortlich u.a. für die Polarlichter) verdrängt nun einen Teil dieser kosmischen Partikel, was im Extremfall, nach einem coronaren Ausbruch, seit den 1950ern als Forbush-Effekt bekannt ist.

Die Sonne bewirkt auf diese Weise – je nach momentaner eigener Strahlungsstärke – dass sich die Wolkenbedeckung durch Verminderung der Zahl der zu ihrer Bildung benötigten Keime vermindert.

ENGL: How the Earth’s sun controls our climate is explained by Nir Shaviv and Henrik Svensmark, who almost simultaneously discovered the Svensmark-Shaviv follow-up effect, as we call it at EIKE: Cosmic background radiation, remnants of supernovae, hits the planet’s upper atmosphere, creating cloud nuclei via a complicated process. The particle radiation of the Earth’s sun (responsible for the aurora, among other things) now displaces some of these cosmic particles, which in extreme cases, after a coronary eruption, has been known since the 1950s as the Forbush effect. In this way, the sun causes – depending on its own momentary radiation strength – the cloud cover to decrease by reducing the number of nuclei needed for its formation.




Ökonomische Realitäten lassen Bidens Offshore-Wind-Pläne scheitern

H. Sterling Burnett

[Gibt es diese ökonomischen Realitäten nicht auch hierzulande? A. d. Übers.]

Die Pläne von US-Präsident Joe Biden für industrielle Offshore-Windkraftanlagen an den Küsten des Landes haben noch einige Hürden zu überwinden, bevor sie Realität werden können.

Im Rahmen seines Plans, die Treibhausgasemissionen der USA bis 2030 um 50 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken, hat Biden den Bau von 30.000 Megawatt traditioneller Offshore-Windkraftanlagen (mit am Meeresboden befestigten Strukturen) in Bundesgewässern bis 2030 und von weiteren 15.000 Megawatt schwimmender industrieller Offshore-Windkraftanlagen bis 2035 angestrebt. Um diese Ziele zu erreichen, drängt die Regierung Biden auf die Verpachtung von Gebieten in Bundesgewässern im Golf von Mexiko und im Golf von Maine sowie vor den Küsten von Neuengland, den mittelatlantischen Staaten, North Carolina, South Carolina, Kalifornien und Oregon.

Innenministerin Deb Haaland, deren Ministerium für die Regulierung des äußeren Kontinentalschelfs der USA zuständig ist, erörterte den Plan auf einem Treffen der Windindustrie in Boston im Jahr 2021.

„Das Innenministerium legt einen ehrgeizigen Fahrplan vor, um die Pläne der Regierung zur Bekämpfung des Klimawandels voranzutreiben, gut bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen und den Übergang der Nation zu einer saubereren Energiezukunft zu beschleunigen“, sagte Haaland.

Wie Haaland klarstellte, geht es bei den Offshore-Wind-Bemühungen der Regierung Biden um mehr als die Bekämpfung des Klimawandels. Sie laufen auch auf ein staatlich finanziertes Beschäftigungsprogramm hinaus, bei dem Hunderte von Milliarden an Steuergeldern in die Förderung sogenannter grüner Energie- und Verkehrsprojekte gesteckt werden. Stellen Sie sich das als das Äquivalent von Präsident Franklin Roosevelts Civilian Conservation Corps aus der Zeit der Depression und Bidens grünem New Deal durch die Hintertür vor.

Das Problem ist, dass Bidens Traum von grüner Energie ein Albtraum für die Verbraucher ist, die mit viel höheren Energiepreisen konfrontiert werden.

Glücklicherweise können die wirtschaftlichen Probleme, die durch die Bestimmungen des Inflation Reduction Act (IRA) entstanden sind, unüberwindbare Hürden für Bidens grünen Traum von riesigen Windturbinen errichten, welche die Ozeanlandschaften verschandeln.

Bevor wir uns mit den wirtschaftlichen Problemen befassen, die verschiedene vorgeschlagene Windkraftprojekte behindern, sollten wir über die wirtschaftlichen Aspekte sprechen, die dafür gesorgt haben, dass keine der vorgeschlagenen industriellen Offshore-Windkraftanlagen jemals die Genehmigungsphase erreicht hat.

Offshore-Windkraft ist die teuerste Stromquelle, die überhaupt in Frage kommt, und eine der unzuverlässigsten. Die starke Abhängigkeit von Offshore-Windkraftanlagen ist einer der Gründe, warum Großbritannien heute die höchsten Strompreise der Welt hat. Im Gegensatz zu den Märkten, wo Preiserhöhungen fast immer dafür sorgen, dass das Angebot steigt, um die Nachfrage zu decken und damit letztlich die Preise zu senken, ist die Windenergie nicht auf Anreize angewiesen, sondern auf die Natur. Trotz hoher Preise kam es im Vereinigten Königreich und anderen europäischen Ländern zu Energieengpässen, als im Sommer über der Nordsee Windstille herrschte und die Turbinen tage- oder wochenlang stillstanden.

Sprechen wir über die vergleichbaren Kosten. Vor den großzügigen Steuergutschriften des Bundes und anderen staatlichen und bundesstaatlichen Unterstützungen liegen die Kosten für Strom aus neuen Offshore-Windkraftanlagen nach Angaben der U.S. Energy Information Administration bei 136,51 Dollar pro Megawattstunde (Mwh). Selbst wenn neue Gaspipelines gebaut werden müssten, könnte Erdgas die Energie anstelle von Bidens Offshore-Wind-Monstrositäten zu einem Bruchteil dieser Kosten liefern. Außerdem müssen die Arbeitsplätze, die durch die Erdgasförderung und -nutzung entstehen, nicht vom Steuerzahler subventioniert werden, da diese Unternehmen nicht auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten: Sie machen Gewinne und zahlen Steuern, anstatt diese zu verbrauchen.

Wenn man Erdgas von vornherein ablehnt, weil es am Ort der Erzeugung Treibhausgase freisetzt, wäre entweder Solarstrom zu 36,49 $/Mwh vor Steuergutschriften oder Onshore-Windstrom zu 40,23 $/Mwh für die Steuer- und Gebührenzahler ein viel besseres Geschäft als Offshore-Windstrom.

Offshore-Windkraftanlagen sind nichts anderes als große Tugendwächter – ein Glücksfall für die politisch verbundenen Unternehmen, die sie bauen und betreiben.

Oder sie wären es, wenn die Realität nicht ihr hässliches Haupt erheben würde. So zum Beispiel:

„Pläne für massive Offshore-Windparks, von denen Präsident Joe Biden hofft, dass sie bis 2030 bis zu 10 Millionen amerikanische Haushalte mit Strom versorgen werden, geraten ins Wanken“, berichtete Bloomberg kürzlich. Das Versorgungsunternehmen Public Service Enterprise Group (PSEG) aus New Jersey, dem 25 Prozent von Ocean Wind 1 gehören, der größten geplanten Offshore-Windanlage vor der Küste New Jerseys, erwägt den Rückzug aus dem Projekt. Ocean Wind 1 soll 98 gigantische 12-Megawatt-Turbinen aufstellen, die an ihren Blattspitzen 270 m über den mittleren Niedrigwasserstand hinausragen, und sie würden 20 km vor der Küste von Atlantic City errichtet werden. Wenn die Anlage betriebsbereit ist und wie geplant funktioniert, würde sie 1,1 Gigawatt erzeugen, genug für 500.000 Haushalte.

Das Problem für PSEG besteht darin, dass die Material- und Arbeitskosten steigen und Engpässe in der Lieferkette den Bau immer wieder verzögern. Diese Probleme sind nicht nur bei Ocean Wind 1 zu beobachten. Bloomberg schrieb Mitte Oktober: „Der Neuengland-Versorger Avangrid Inc. erklärte, sein ähnlich großes Projekt Commonwealth Wind sei wegen höherer Kosten und Lieferketten-Problemen nicht mehr lebensfähig.“

„Globale Rohstoffpreiserhöhungen, die zum Teil auf den anhaltenden Krieg in der Ukraine zurückzuführen sind, drastische und plötzliche Erhöhungen der Zinssätze, anhaltende Einschränkungen in der Versorgungskette und anhaltende Inflation haben die erwarteten Kosten für den Bau des Projekts erheblich erhöht, so die Anwälte von Avangrid in dem Antrag“, berichtet Bloomberg. Diese Probleme haben Avangrid gezwungen, die staatlichen Aufsichtsbehörden zu bitten, die Prüfung des Vertrags auszusetzen, damit das Unternehmen den Zeitplan und die Kostenschätzungen neu bewerten kann.

Ein weiteres Hindernis für Bidens grandiose Offshore-Windpläne sind die Bestimmungen des kürzlich verabschiedeten und völlig falsch benannten Inflation Reduction Act IRA. Obwohl die IRA-Subventionen für grüne Energietechnologien wie Offshore-Wind verschwenderisch sind, sind sie an Bedingungen geknüpft, die die Gewerkschaften begünstigen, was mit ziemlicher Sicherheit die Verwirklichung vieler Projekte verhindern wird.

Ich habe bereits früher darüber geschrieben, wie die manche Bestimmungen im IRA die Ziele für die Nutzung von Elektrofahrzeugen wahrscheinlich unmöglich machen werden. Die Automobilindustrie stellt fest, dass die Bestimmungen, wonach die für die Konstruktion und den Antrieb von Elektroautos verwendeten Materialien in Amerika produziert und/oder hergestellt werden müssen, es praktisch unmöglich machen werden, alle mit Benzin betriebenen Fahrzeuge in der geforderten Zeit zu ersetzen. Diese Mineralien und Materialien werden nicht in Amerika abgebaut, raffiniert oder zusammengebaut, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Umweltgesetze, die derzeit ihre Entwicklung und Herstellung im Inland verhindern, bald geändert werden. In Minen, die 2030, 2035 oder später eröffnet werden, können heute keine Elektrofahrzeuge hergestellt oder verkauft werden.

Diese oder ähnliche Bestimmungen gelten auch für Entwickler von Offshore-Windkraftanlagen, die Bundesdarlehen, Subventionen und Steuergutschriften beantragen.

Steuergutschriften werden nur für Offshore-Windprojekte gewährt, die ihren Arbeitern die üblichen Gewerkschaftslöhne zahlen, was bedeutet, dass sie keine Billiganbieter einsetzen dürfen. Noch wichtiger ist, dass das IRA eine Anforderung an den inländischen Anteil der Komponenten stellt, die in allen Bereichen eines großen Windkraftprojekts verwendet werden. Gondeln, Turbinen, Batterien, Drähte und andere Teile müssen zu mindestens 40 Prozent aus inländischer Produktion stammen, wenn der Bau vor 2025 beginnt, und zu 55 Prozent, wenn er nach 2026 beginnt. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass diese „Buy America“-Standards von irgendeinem industriellen Offshore-Windprojekt, das sich derzeit in der Bau- oder Genehmigungsphase befindet, erfüllt werden können.

Tatsächlich werden die Bestimmungen wahrscheinlich vor einem internationalen Gericht landen, weil unsere europäischen Verbündeten und wahrscheinlich auch die Chinesen, die am meisten von den Anforderungen an den Inlandsanteil betroffen wären, diese als unfaire Handelspraktiken im Rahmen verschiedener Handelsabkommen anfechten wollen.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist die rasche Genehmigung von Offshore-Windprojekten in großem Maßstab im Vergleich zu allen anderen möglichen Stromerzeugungsquellen nicht sinnvoll. Im Hinblick auf die Energiesicherheit ist Bidens Plan geradezu gefährlich: Er würde große Teile der Vereinigten Staaten unvorhersehbaren periodischen Stromausfällen aussetzen. Glücklicherweise werden die Bestimmungen des IRA, mit denen die Gewerkschaften zur Unterstützung des Gesetzes bewegt werden sollen, in der Praxis viele, wenn nicht sogar alle von Bidens großartigen Plänen für Offshore-Windkraftanlagen zunichte machen. Zumindest sollten wir hoffen, dass sie das tun.

Quellen: Bloomberg, CNBC; Climate Change Weekly; Congressional Research Service; The New York Times; The White House; The White House; Climate Change Weekly

Link: https://www.heartland.org/news-opinion/news/economic-realities-dash-bidens-offshore-wind-plans

Übersetzt von Christian Freuer für das EIKE