Energiewende grotesk: SuedLink – noch mehr Milliarden für blanken Unfug

Mit Superlativen und bombastischen Worten wurde bei der Vorstellung dieses Projekts nicht gespart: Von einer „Stromschlagader“, gar von einem „Rückgrat, einem wesentlichen Kernstück der Energiewende“ schwärmten Politik und Netzbetreiber bei der Vorstellung des Projekts für eine neue Nord-Süd-Stromverbindung. Damit soll die wegen angeblich fehlender Netzkapazitäten gefährdete Energiewende wieder auf Kurs gebracht werden. Innerhalb von etwa acht Jahren soll Deutschland eine Hochleistungs-Stromverbindung in Nord-Südrichtung bekommen, die es gestatten soll, den im Norden erzeugten Windstrom ohne Umwege und Verluste denjenigen Bedürftigen im Süden der Bundesrepublik zukommen zu lassen, die demnächst nach Abschaltung ihrer Kernkraftwerke auf Windstrom aus dem Nord- und Ostseeraum angewiesen sein werden. Nach dem derzeit kommunizierten Planungsstand soll eine Hochspannungs-Gleichstromleitung mit einer Gesamtübertragungskapazität von 4000 MW von Wilster in Schleswig-Holstein aus bis nach Grafenrheinfeld in Bayern führen. Über die genaue Planung und Trassenführung wird man voraussichtlich erst in den nächsten Monaten Näheres erfahren. Bezüglich der Kosten wird von einem einstelligen Milliardenbetrag gesprochen [ALT]. Eines steht jedoch bereits jetzt fest: Widerstand der Bürger will man mit allen Mitteln verhindern, der Staat hat dem Projekt Priorität eingeräumt und wird den Gegnern juristisch keine Chance lassen [WELT].

Bild 1. Trassenführung der geplanten SuedLink-Verbindung (Grafik: Tennet [TENN])

Was ist der Zweck von SuedLink?

Der Zweck des Projekts ist im Prinzip so einfach zu begreifen, dass man darüber eigentlich kaum viele Worte verlieren müsste. Es geht darum, sehr viel Geld auszugeben, um in den südlichen Bundesländern eine hervorragend funktionierende, äußert zuverlässige und zudem preisgünstige Stromversorgung durch eine falsch dimensionierte und unzuverlässige Energieversorgung zu ersetzen. Gebraucht würde die Leitung nicht: Bayern und Baden-Württemberg haben schon seit langem eine bestens ausgebaute Energie-Infrastruktur aus funktionierenden Kernkraftwerken mit einer Bruttokapazität von rund 8300 MW und einer Verfügbarkeit von min. 90 %. Allerdings sollen diese nach dem Willen der Politik bis zum Jahre 2022 komplett stillgelegt werden. Als Ersatz soll SüdLink Windstrom über 800 km aus der Küstenregion nach Süden transportieren. Von der südlichen Empfangsstation beim derzeit noch laufenden Kernkraftwerk Grafenrheinfeld aus soll dieser Strom dann nach Rückwandlung von Gleich- in Wechselstrom im süddeutschen Raum verteilt werden.

Das derzeit noch in Betrieb befindliche Kernkraftwerk Grohnde (Foto: kohlekraftwerke.de)

Wie gut ist die aktuelle Stromversorgung in Süddeutschland?

Auch nach der Abschaltung einer Reihe von Kernkraftwerken werden die hoch industrialisierten südlichen Bundesländer von zurzeit noch sechs solcher Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 8300 MW mit Strom versorgt. Hinzu kommen noch konventionelle Kraftwerke, Wasserkraft, etwas Wind und vergleichsweise viel Fotovoltaik. Die Kernkraftwerke bilden jedoch das Rückgrat der Versorgung, nicht zuletzt auch aufgrund ihrer hohen Verfügbarkeit von > 90%. Trägt man diese Versorgung mit Kernkraftstrom grafisch auf, so zeigt sich, dass man in Bayern und Baden-Württemberg zurzeit auf eine stabile, ganzjährig ohne Unterbrechungen verfügbare Versorgungskapazität von mindestens 7000 MW und zeitweilig sogar mehr als 8300 MW aus Kernkraft zählen kann, Bild 2.

 

Bild 2. Hypothetische Verfügbarkeit der süddeutschen Kernkraftwerke unter Berücksichtigung periodischer Stilllegungen für Wartungszwecke in MW

Wie zuverlässig ist Windstrom?

Ganz anders sieht die Versorgungssicherheit dagegen bei der Windenergie aus. Im Rahmen einer gut dokumentierten Untersuchung hat Detlef Ahlborn die typische Verfügbarkeit von Windenergie in Deutschland über den Zeitraum eines Jahres statistisch untersucht, [AHLB]. Grundlage ist eine Aufzeichnung der Jahresproduktion im Viertelstundentakt. Die entsprechende Grafik zeigt Bild 3. Trotz der Größe der Fläche, über welche die Anlagen verteilt sind, kommt es nicht zu einer Vergleichmäßigung des Stromangebots durch Ausgleich der Erträge aus windstarken und windschwachen Standorten. Der Minimalwert der Einspeisung lag 2012 bei lediglich 170 MW, gerade einmal 0,5 % der gesamten installierten Kapazität. Damit ist eine gesicherte Verfügbarkeit der Versorgung undenkbar. Schon ein oberflächlicher Vergleich mit der Verfügbarkeit der Kernkraftwerke zeigt, dass Windstrom vom Funktionsprinzip her nicht imstande ist, die Bedürfnisse einer modernen Industriegesellschaft zu erfüllen. Ein heutiger Arbeitsplatz und der typische Privathaushalt brauchen Strom dann, wenn das Produktionsgeschehen und der Tagesablauf es erfordern, und nicht dann, wenn es dem Wetter so gefällt. Nur so lassen sich Werte schaffen.

Bild 3. Aufzeichnung der Wind-Summenleistung über ganz Deutschland im Jahr 2012 bei einer installierten Gesamtkapazität von 31.000 MW (Grafik: [AHLB])

Wo nichts ist…

Das Problem mit der Windenergie ist die geringe Verfügbarkeit von knapp über 20 % selbst an den „guten“ Standorten in küstennahen Regionen. Zudem unterliegt das Angebot selbst in windstarken Zeiten noch kurzzeitig extremen Schwankungen. Eine Leitung wie SüdLink, die mehr oder weniger ausschließlich Windstrom nach Süden transportieren soll, leidet damit zwangsläufig unter der gleichen „Erbkrankheit“: Ihre Auslastung dürfte ebenfalls bei nur 20 % liegen, was hohe spezifische Kosten bedingt, und sie kann nur dann Strom transportieren, wenn dieser auch tatsächlich vorhanden ist. In Amerika gibt es für ein solches Dilemma den drastischen, aber zutreffenden Begriff „Shit in, Shit out“, womit alles gesagt ist. Einen sehr schönen grafischen Vergleich des Unterschiedes zur Kernkraft liefert Bild 4. Hier wurden die Daten von Bild 2 und Bild 3 zusammengeführt. Die blauen Bereiche unterhalb der „Zappellinie“ des Windstroms kennzeichnen die Windstrom-Verfügbarkeit via SüdLink. Man erkennt sofort, dass diese Leitung weder von der Menge noch von der zeitlichen Verfügbarkeit her imstande sein kann, die Kernkraft zu ersetzen. Diese prinzipbedingte Unfähigkeit ließe sich auch nicht durch Verdopplung oder Verdreifachung der installierten Erzeugungs- und Übertragungskapazität beheben: Wenn bei BMW oder Audi die Schicht anläuft, muss Strom zur Verfügung stehen, Punkt. Da reichen weder 170 MW noch 340 MW und auch keine 510 MW.Vervielfacht würden ausschließlich die Kosten.

 

Bild 4. Massstabsgerechter Vergleich der Verfügbarkeit von Strom aus 8300 MW installierter Kernkraftwerks-Kapazität (rot) und 4000 MW installierter Leitungskapazität von Strom aus norddeutscher Windkraft via SüdLink

Politische Manöver

Interessant sind vor diesem Hintergrund die jüngsten politischen Manöver von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, der sich kürzlich für ein Moratorium des Ausbaus von SüdLink aussprach und dafür prompt heftig attackiert wurde. Seehofer ist beileibe kein Gegner der desaströsen Energiewendepolitik in Deutschland. Jedoch beherbergt Bayern mit BMW und Audi zwei der größten Automobilhersteller Deutschlands.

Hier nützt kein „Smartmeter“: Beim Zusammenfügen dieser Autokarosserie sind zahlreiche Roboter im Einsatz. Nur wenn diese zuverlässig Strom bekommen, bekommt der Bürger zuverlässige Autos (Symbolbild)

Deren Vorstände müssen immer mal wieder über Investitionen mit Reichweiten von teilweise mehr als 10 Jahren entscheiden. Möglicherweise hat man dort auf den einen oder anderen Energiefachmann gehört, der sich fragt, wie man bei unsicherer Stromversorgung eine sichere Autoproduktion aufrechterhalten will, und dies dem Landesvater ins Ohr geflüstert. Es dürfte noch spannend werden…

Fred F. Mueller

Quellen:

[AHLB] http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/statistik-und-verfuegbarkeit-von-wind-und-solarenergie-in-deutschland/

[TENN] http://suedlink.tennet.eu/suedlink.html

[WELT] http://www.welt.de/wirtschaft/article124675495/Gegner-der-Stromtrasse-haben-keine-Chance.html




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Die Redaktion




Wind-Nation Dänemark lässt kritische Bürger ausspähen und analysieren

Die dänische Windkraftbranche beklagt, dass es immer schwieriger wird, Akzeptanz für ihre Projekte bei der Bevölkerung vor Ort zu finden. 

Dank des Forschungsministeriums wurde die mit öffentlichen Geldern finanzierte, interdisziplinäre Studie ins Leben gerufen, die von Wissenschaftlern dreier Universitäten aus Dänemark, Irland und England und den Interessenvertretern der Windindustrie unterstützt wird. Der Austausch unter den Organisationen der Windkraftgegner zu Themen wie z.B. Windparkbetrug, Artenschutz, Schlafstörungen und Nina Pierpont, Ärztin aus dem Staat New York, die das Windturbinensyndrom erforscht hat, eine Erkrankung,verursacht durch tieffrequenten Schall, unter der nach jüngsten Untersuchungen aus Schweden 30% der Anwohner von Windenergieanlagen leiden, wurde gezielt untersucht. 

Dazu wurden die Verbindungen von 323 Webseiten national und international agierender Gegenwindorganisationen und Verbände ausgespäht und analysiert. 

Allein im kleinen Dänemark gibt es mittlerweile 200 Bürgerinitiativen und Vereine, weltweit sind es Tausende Gruppen und Verbände mit teils Hunderten angeschlossener Initiativen. 

Am heutigen Freitag veröffentlichen Webseiten von Windkraftgegnern weltweit eine Grafik der Studie 2050, um ihre gute Vernetzung zu bestätigen und deutlich zu machen, dass mit ihnen gerechnet werden muss. Die Bevölkerung hat ein demokratisches Recht auf Transparenz und Mitsprache – weltweit. Bewahrung der Natur mit ihrer Artenvielfalt, der Landschaft und die Gesundheit der Menschen ist das gemeinsame Ziel dieser globalen Bewegung. 

Vestas sorgt außerdem für einen Skandal, indem es weiterhin verbreitet, dass es keine schädlichen Auswirkungen von Infra-und niederfrequentem Schall gibt, trotz einer jetzt aufgetauchten Vestas-PPP aus dem Jahre 2004, aus der ganz andere Dinge hervorgehen: 

http://windwahn.de/index.php/krankheit-56/allgemein/skandal-in-der-sauberen-windkraftbranche 

Info zur Studie (Englisch): 

http://vbn.aau.dk/en/projects/wind2050–multidisciplinary-study-on-local-acceptance-and-development-of-wind-power-projects%287e1a4c51-69df-4440-84ba-aee841b92c23%29.html 

JR epaw-d 

Jutta Reichardt 

Neuendorf-Sachsenbande 

Sprecherin der EPAW für Deutschland 

www.windwahn.de 

www.epaw.org 

Bitte unterstützen Sie diese Petition (ID-Nr. 49690, siehe Anlage) beim Deutschen Bundestag um im § 35 BauGB das "Priveligiertes Recht" abzuschaffen (die Ratte zu vernichten).

2500 Personen unterstützen bereits die parallel gestartete Online-Petition

siehe

https://www.openpetition.de/petition/online/35-baugb-abschaffung-privilegierte-bauvorhaben-von-windenergieanlagen-im-aussenbereich

Anmerkung der Redaktion:

Irgendwie passt diese Meldung dazu.

<borsen.dk/nyheder/politik/artikel/1/277873/energiminister_klar_til_at_skrotte_havmoeller.html>

Der Dänische Energieminister plant, künftig Offshore- Windenergie -Projekte zu kippen

Die Windenergie ist keine heilige Kuh mehr. Klima-und Energieminister Rasmus Petersen (R) will den Preis für die bei Off-Shore- Windkraftanlagen erzeugte elektrische Leistung reduzieren . Ansonsten ist der Minister auch bereit, zukünftige Projekte fallen zu lassen, schreibt Jyllands-Posten .

"Ich bin darüber unglücklich, dass der Preis für Strom aus dem Offshore-Windpark Anholt so hoch ist. Ich denke, dass es zu viel ist 1,05 Kronen pro Kilowattstunde ( kWh) zu zahlen ", sagte er der Zeitung .

Neue Projekte können gestoppt werden

Der aktuelle Marktpreis für Strom beträgt DKK 0,25 (*). Das bedeutet, dass die Offshore-Windpark Anholt jährlich Unternehmen und dänischen Stromkunden 1,3 Milliarden DKK für grünen Strom kosten wird .

Der Minister sagte, so Jyllands-Posten , dass er bereit ist, die zwei großen  – Offshore-Windturbinenprojekte Horns Rev 3 und Kriegers Flak mit einer Gesamtleistung von 1000 MW zu kippen.

Zum Vergleich: Die Offshore-Windpark Anholt hat eine Kapazität von 400 MW und ist der größte dänische Offshore-Windpark .

* Wenn das der Preis pro kWh ist, dann ist Dänemark ein Paradies für Stromkunden. Evtl. ist das der Preis für 1/10 kWh? Wer weiß Näheres?




Energiewende wirkt: Erfinder des EEG Hans Josef Fell – EEG ist toll, es schafft Arbeitsplätze in „Kina“!

Autor ist der kampferprobte Aktivist und taz Umwelt-Redakteur Malte Kreutzfeld. Nach eigenen Angaben hat er „in Göttingen und Berkeley Biologie, Politik und Englisch studiert, sich dabei umweltpolitisch und globalisierungskritisch engagiert „. Das befähigt ihn zu schreiben: 

Die Ignoranz der Experten 

Die Forderung von Wissenschaftlern nach einem Aus für das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist absurd. Gefährlich ist sie trotzdem.

Und glaubt feststellen dann zu können:

Innovation misst die sogenannte „Expertenkommission“ dabei ausschließlich an der Zahl der Patentanmeldungen. Dass das deutsche Modell der Ökostrom-Förderung etwa beim Solarstrom innerhalb von zehn Jahren zu Preissenkungen von 80 Prozent geführt hat, ignorieren sie ebenso wie die gewaltigen technischen Fortschritte bei der Windkraft.

Die reale Kostenexplosion beim Strompreis, Ursache  der Energiearmut, die immer weitere Kreise der Bevölkerung erfasst, sowie der sich beschleunigende Weggang der energieintensiven Industrie,  mit dem Wegfall zigtausender wertschöpfender Arbeitsplätze , begleitet vom Abbau  ebenfalls wertschöpfender Arbeitsplätze bei den großen und kleinen Energieversorgern, nimmt der Biologie, Politik und Englisch studierte Kreutzfeld einfach nicht zur Kenntnis. Auf dem Weg ins grüne Glück gibt es leider auch Opfer. Bei den anderen versteht sich.

Und auch im Regionalsender  Mittelfranken  von Bayern 1 regte sich Unmut. Dort ist nämlich der Erfinder des EEG der ehemalige grüne Bundestagsabgeordnete Hans Josef Fell zuhause.  

Und der war, glaubt man dem Interviewer Jürgen Gläser „fassungslos“!. Jürgen Gläser, Liebhaber von Frankenwein und seiner Arbeit in Kitzingen  durfte den Erfinder des EEG interviewen.

Er hätte so Fell…"noch nie nie seine so schlechte wissenschaftliche  Darstellung gesehen“. Damit meinte er wohl das Gutachten selber.  Und fand …"die Gutachter hätten damit" ..ginge es  nach ihm…“ ihre wissenschaftliche Reputation verloren“. Und lobte anschließend die „augenfällige Innovationskraft“ bei Sonne, Wind Biomasse und Geothermie.

Sogleich beflissen assistiert vom Interviewer Gläser, der erklärte, dass das Bundeswirtschaftsministerium noch am Mittag festgestellt hätte, dass das EEG das Kerninstrument der deutschen Klima- und Energiepoltik sei und damit wohl „die eigenen Gutachter  zurückgepfiffen hätte“

Bei soviel Zustimmung gab es bei Fell kein Halten mehr. …"Durch diese fulminante Innovationsentwicklung (des EEG) in Deutschland ist nun Kina zur  ersten Nation aufgestiegen, mit Investiition in „Erneuerbare“ Energien, weil die Techniken gut, billig und hoch effektiv  geworden sind.“

Das muss doch begeistern! Die deutsche Erfindung „EEG“ des Hans Josef Fell erzeugt damit viele, viele Arbeitsplätze in China. Sagt er selber.

Weil es Technologien schafft, die hocheffektiv, billig und gut …dort angewendet  werden können. Und, so Fell weiter,  dies als nicht innovativ zu bezeichne hielte er …"für so was von weltfremd..“

Des weiteren singt er dann das hohe Lied von den niedrigen Strompreisen an der Börse, dank des Überangebots (sagte er zwar nicht) der zuvor per Zwang eingespeisten „Erneuerbaren“ (sagte er auch nicht), die der Herr Gabriel leider nicht an die Verbraucher weitergäbe. Kein Wort natürlich zu den zuvor bereits bezahlten exorbitanten Einspeisevergütungen die dank EEG für 20 Jahre garantiert, uns Verbrauchern vom innovative Herr Fell mit seinem EEG aufgezwungen wurden. 

So sieht Innovation a´la Grün aus. Auch weil es keinen „tolleren“ Politiktransfer als das EEG gäbe, findet Fell. Denn 66 Staaten hätten diesen Exportschlager übernommen.

Und der Interviewer freute sich am Schluss mit Fell dass „Gott sei Dank  die Abschaffung des EEG nicht stattfinden würde“. 

Nun können wir es nicht unterlassen von der schönen neuen Traumwelt der grünen Erneuerbaren, wenigstens in „Kina“, wieder in die reale Welt zurückzublenden.

Gestern titelte Bild 

ERSCHRECKENDE ZAHLEN

Hohe Strompreise machen unser Export-Wunder kaputt

Die Energiewende macht unserem Export schwer zu schaffen! Die Produktion in Deutschland wird teurer, unsere Waren steigen im Preis und verkaufen sich im Ausland schlechter. Eine dramatische Entwicklung, wie Zahlen jetzt belegen.

Deutschlands Industrie musste vergangenes Jahr auf Exporte im Wert von 15 Milliarden Euro verzichten – bedingt durch die rasant steigenden Strompreise.


und die FAZ (hier) zieht heute nach:

Energiewende kostet Deutschland Milliarden

27.02.2014  ·  Etwa 15 Milliarden Euro an Exporteinbußen habe die Energiewende Deutschland 2013 beschert, behaupten von der Industrie bezahlte Forscher. Sie wollen die Energiewende reformieren – nachdem am Mittwoch ihre Abschaffung gefordert wurde. Und verstärken dies noch mit

Die hohen Energiepreisunterschiede zwischen Deutschland und seinen fünf wichtigsten Handelspartnern etwa hätten den Industriesektor zwischen 2008 und 2013 etwa 52 Milliarden Euro an Nettoexporteinbußen beschert. Nordamerika habe dagegen als Industriestandort im Wettbewerb an Vorteilen gewonnen, weil der dortige Schiefergasboom die amerikanischen Gaspreise auf ein Drittel des deutschen Wertes senke.

Und da sind die vielen anderen Verluste noch gar nicht enthalten.

Während hierzulande die Energiearmut steigt und steigt, und bereits 17 % der Haushalte betrifft, träumen Fell und sein Interviewer weiter von ihrem hochinnovativen EEG. Das ist es wirklich. Beim Vernichten von Arbeitsplätzen und Hochtreiben der Strompreise. Eine größere Umverteilung von unten nach oben hat es seit dem II, Weltkrieg in Deutschland nicht gegeben. Doch sie sind beide ja auch nicht von dessen Folgen betroffen. 




Neue Fakten zu Fukushima-Zweite Begutachtung durch IAEA

Einordnung des Berichts

In der Folge des Reaktorunglücks am 11. März 2011 hat der Betreiber TEPCO einen Aktionsplan zur Beseitigung der Schäden vorgelegt. Dieser Plan wurde von den einschlägigen japanischen Verwaltungen geprüft. Diese "Roadmap" enthält detaillierte Beschreibungen und Zeitpläne der durchzuführenden Arbeiten. Jeweils im July 2012 und Juni 2013 wurde eine grundlegend neu überarbeitete Fassung erstellt. Die japanische Regierung, vertreten durch das METI (Ministry of Economy, Trade and Industry), hat die IAEA um eine Begutachtung dieser "Roadmap" gebeten.

Inzwischen trägt die japanische Offenheit Früchte. Das Spielfeld für Betroffenheitsunternehmen vom Schlage Greenpeace, ist bemerkenswert eng geworden. Es gelingt den einschlägigen "Atomexperten" kaum noch, ihre tumbe Propaganda in den Medien unter zu bringen. Sie können nur noch ihre tiefgläubige Klientel bedienen. Wenn man sich an die Geheimniskrämerei der Sowjets nach Tschernobyl erinnert, ein bemerkenswerter Fortschritt. Mangels frei zugänglicher und überprüfbarer Informationen selbst für Fachkreise, war jeglicher Spekulation und Verschwörungstheorie Tür und Tor geöffnet.

Japan hat viele grundsätzliche und vermeidbare Fehler im Umgang mit der Kernenergie gemacht. Sie haben aber ihre Konsequenzen gezogen und ohne jede Rücksicht auf Kosten und Organisationsstrukturen radikale Veränderungen durchgeführt. Veränderungen, die der Verbesserung und weiteren Entwicklung dienen und nicht dem politischen Tagesgeschäft geschuldet sind.

Entfernung der Brennelemente

Die vorhandenen Lagerbehälter auf dem Gelände wurden überprüft, mit neuen Dichtungen versehen und auf einen sicheren Platz umgesetzt. An einer langfristigen Lösung wird gearbeitet.

Der Block 4 wurde vollständig neu eingehaust und inzwischen von allem Schutt geräumt. Es ist jetzt wieder eine, einem Kernkraftwerk entsprechende Arbeitsumgebung geschaffen worden. In den letzten fünf Monaten sind bereits 659 Brennelemente aus dem Lagerbecken entfernt worden, in 14 trockenen Lagerbehältern (Anmerkung: ähnlich "Castoren") verpackt und auf dem Zwischenlagerplatz transportiert worden. Alle größeren Trümmer sind aus dem Lagerbecken geräumt, kleinteilige Trümmer zu über 70 % entfernt und fast 20% der Lagergestelle bereits ausgesaugt worden.

Es ist geplant, alle Brennelemente aus den Lagerbecken bis 2017 zu entfernen und in trockene Lagerbehälter zu verpacken. Es wird ein Verfahren ausgearbeitet, alle Brennelemente auch innen so zu reinigen und zu waschen, daß sie "normalen" Ladungen aus Kernkraftwerken entsprechen, um sie den normalen Wiederaufbereitungsanlagen problemlos zuführen zu können. Alle Brennelemente werden in fünf Kategorien eingeteilt: In Ordnung und vollständig bestrahlt, in Ordnung und teilweise bestrahlt, in Ordnung und nicht bestrahlt, beschädigt (im Sinne von, der Austritt radioaktiver Stoffe ist möglich), leicht beschädigt (lediglich mechanisch; vom Originalzustand abweichend).

Weit aus schwieriger und langwieriger, gestaltet sich die Entfernung des "radioaktiven Bruches". Gemeint ist damit geschmolzener Brennstoff, der teilweise sogar Legierungen mit anderen Materialien des Reaktorkerns eingegangen sein wird. Hier ist nur ein schrittweises Vorgehen möglich. Man muß erst allen Schutt — verursacht durch die Wasserstoffexplosionen — wegräumen, um an die Druckgefäße zu gelangen. Dies muß wegen der erhöhten Strahlung fernbedient und durch Roboter geschehen. Ein Entwicklungsprozess, der ständig neu durchdacht und angepaßt werden muß. Die Vorarbeiten werden mehre Jahre in Anspruch nehmen.

Umgang mit dem verseuchten Wasser

Die Lagerung von radioaktivem Wasser in Tankanlagen auf dem Gelände, war in den letzten Monaten ein ständiges Ärgernis. Auftretende Leckagen fanden ein breites Echo in der weltweiten Öffentlichkeit. Es wurden drei Prinzipien zur Vorgehensweise definiert:

1.     Beseitigung der Quellen. Dies ist der schwierigste Teil, da es kurzfristig eine Abdichtung der zerstörten Sicherheitsbehälter erfordert und langfristig eine Beräumung des "radioaktiven Schutts".

2.     Trennung von Grundwasserströmen auf dem Gelände von kontaminiertem Wasser im Bereich der zerstörten Anlage. Maßnahmen sind eingeleitet: Umleiten der Grundwasserströme oberhalb des Standortes, bevor sie die Ruine erreichen können. Errichtung von unterirdischen Sperren vor den Blöcken und gegenüber der Hafenseite.

3.     Sicherung der gelagerten Wassermassen (Verhinderung von Undichtigkeiten, Auffanganlagen für Leckagen etc.). Beschleunigter Bau von Reinigungsanlagen. Momentan liegt der Schwerpunkt auf einer sehr erfolgreichen Entfernung des Cäsiums (Anmerkung: Cäsium ist ein γ-Strahler und maßgeblich an der Strahlenbelastung im Tanklager verantwortlich; α- und β-Strahler sind in diesem Sinne unerheblich — niemand muß das Wasser trinken.). Ferner wird inzwischen das ursprünglich zur Kühlung verwendete Meerwasser entsalzt und wieder verwendet. Inzwischen wurden über 800 000 m3 sehr erfolgreich behandelt.

Inzwischen haben sich mehr als 500 000 m3 kontaminiertes Wasser auf dem Gelände angesammelt. Davon ungefähr 400 000 m3 in 900 oberirdischen Tanks! Der Rest befindet sich noch in den Kellern, Kabelkanälen usw. Man geht davon aus, daß man das Tanklager noch einmal verdoppeln muß. Dies hängt jedoch letztendlich von den Gegenmaßnahmen und dem Tempo bei der Wasseraufbereitung ab. Es wird z. B. auch erprobt, das Wasser nicht mehr ständig aus den Kellern und Kanälen abzupumpen, sondern mobile Reinigungsanlagen einzusetzen. Rund 300 000 m3 in den Tanks besteht inzwischen aus dem Abwasserstrom der Meerwasserentsalzung (Salzlake) und Cäsium-Entfernung. Es "strahlt" daher nur noch relativ gering, besitzt aber einen erhöhten Anteil an Sr-90 und Y-90. Andere Radionuklide sind nur in geringem Umfang vorhanden. TEPCO setzt nun auf das Advanced Multi-Nuclide Removal System (ALPS) zur Beseitigung der radioaktiven Abwässer. Es ist bereits eine Versuchsanlage mit drei parallelen Strängen zu je 250 m3 / Tag in Betrieb. Mit ihr wurden bereits 30 000 m3 erfolgreich gereinigt. Es gelingt praktisch alle Radionuklide — bis auf Tritium — unter die Nachweisgrenze zu entfernen. (Anmerkung: Tritium bildet "titriertes Wasser", welches chemisch praktisch nicht von normalem H2O unterscheidbar ist. Es ist aber relativ harmlos, da es sich nicht im Körper anreichert und wie jegliches andere Wasser auch, eine sehr geringe biologische Halbwertszeit besitzt). Inzwischen laufen in Japan Diskussionen, ob man nicht wenigstens dieses Wasser, in "Trinkwasserqualität" in das Meer abgeben könnte. In der japanische Kultur, ist diese Frage keinesfalls mit einem einfachen "Ja" zu beantworten.

Unmittelbar nach dem Unglück, in einer durch den Tsunami völlig zerstörten Infrastruktur, war es richtig, möglichst schnell ein Tanklager zur Rückhaltung von radioaktivem Wasser aufzustellen. Es wurde deshalb auf zusammengeschraubte Tanks zurückgegriffen. Solche Tanks, mit ihren zahlreichen Dichtungen, sind nicht für einen dauerhaften Betrieb geeignet. Es wird deshalb ein umfangreiches Programm gestartet, welches sich mit einer dringend notwendigen Ertüchtigung beschäftigt. Neue Tanks, sollen nur noch in geschweißter Ausführung erstellt werden. Wenn das Tanklager noch sehr lange nötig wird, will man sogar die vorhandenen Behälter ersetzen.

Feste Abfälle

Bei der Reinigung der gewaltigen Wassermengen darf nicht vergessen werden, daß man damit nicht die Radioaktivität beseitigt, sondern lediglich umlagert. Nach der Reinigung bleiben Zeolite, an die die Radionuklide gebunden sind und Schlämme mit Radionukliden übrig. Diese müssen vor der endgültigen Lagerung in eine feste Form überführt werden, damit sie nicht in die Umwelt freigesetzt werden. Es werden einige tausend Kubikmeter solcher niedrig und mittelaktiven Materialien übrig bleiben.

Der (kontaminierte) Schutt infolge des Tsunami ist für sich genommen, ein gewaltiges Problem. Bisher wurden von dem Gelände 65 000 m3 Schutt und allein 51 000 m3 Abfallholz beiseite geräumt und in zehn Zwischenlagern gesammelt. Da die gefällten Bäume "leicht verstrahlt" sind, dürfen sie nicht einfach verbrannt werden. Sie werden deshalb in Fässer verpackt, die für eine Lagerung von 25 Jahren vorgesehen sind. Für 23 000 dieser "Altholzfässer" wird gerade ein eigenes Lagergebäude errichtet. Kann sich noch jemand an die Bilder von Tschernobyl erinnern, wo ganze LKW und Busse einfach in ausgehobene Gräben versenkt wurden?

Bei einem normalen Abriss eines Reaktors, geht man von etwa 10 000 m3 "Atommüll" aus, der endgelagert werden muß. Der Rest kann nach Reinigung und Freimessung in den normalen Wertstoffkreislauf gegeben werden. In Fukushima rechnet man mit über 800 000 m3. Es ist deshalb ein umfangreiches Programm zur völligen Neuentwicklung eines Recycling auf der Unglücksstelle gestartet worden. Man möchte möglichst viel des unbelasteten Abfalls (nach einer Reinigung) auf der Baustelle wieder verwenden. Beispielsweise kann man das Volumen von Metallschrott durch Einschmelzen um 70 bis 80 % verringern. Ein bereits bei der Beseitigung von alten Dampferzeugern angewendetes Verfahren. Es wird nun untersucht, wie man das auf der Baustelle (kostengünstig) durchführen kann und dieses "leicht radioaktive" Material gleich zum Bau der "Atommülldeponien" wieder verwenden kann.

Nach heutiger Planung, geht man erst in 20 bis 25 Jahren von einem Abtransport radioaktiver Abfälle von der Unglücksstelle (in ein Endlager) aus. Bis dahin muß man deshalb für einen ausreichenden Strahlenschutz auf der Baustelle sorgen. Es müssen deshalb jede Menge provisorischer Abschirmungen gebaut werden.

Maßnahmen gegen das Eindringen von Grundwasser

Im Nachhinein kann man sagen, daß der Bau der Anlage im Grundwasser, ein weiterer schwerwiegender Konstruktionsfehler war. Das Kraftwerk mit seiner kompakten Bauweise aus vier Blöcken, besitzt zahlreiche Keller und unterirdische Verbindungskanäle. Diese lagen alle unterhalb des natürlichen Grundwasserspiegels. Um ein aufschwimmen zu verhindern, war deshalb eine permanente Grundwasserabsenkung erforderlich. Die erforderlichen Leitungen und Pumpen wurden durch den Tsunami zerstört. Infolgedessen kam es zu einem schnellen Wiederanstieg des Grundwassers, was zu zahlreichen Bauschäden führte. Heute dringen immer noch ungefähr 400 m3 täglich ein.

Es wurde bereits ein ganzes Bündel Maßnahmen ergriffen, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Durch Grundwasserabsenkung, -umleitung und Abdichtung bestimmter Bodenschichten, konnte bereits das Weiterfließen ins Meer aufgehalten werden. Das Eindringen in die Gebäude kann aber erst verhindert werden, wenn um das gesamte Kraftwerk eine Barriere aus Eis erzeugt worden ist. Man arbeitet bereits daran. Diese Methode ist z. B. im Tunnelbau Stand der Technik.

Strahlenbelastung in unmittelbarer Umgebung

Die Grundstücksgrenze, ist die (juristische) Grenze zwischen zwei Welten: Innerhalb des Zaunes gilt der Arbeitsschutz, außerhalb die allgemeinen Regeln für die Bevölkerung. Die japanische Regierung hat die zulässige zusätzliche Belastung für die Bevölkerung auf 1 mSv pro Jahr festgelegt. Dieser — absurd niedrige Wert — hat auch unmittelbar am Bauzaun zu gelten. Die aktuelle Belastung durch Gase ist praktisch nicht mehr vorhanden, weil praktisch keine Gase mehr austreten. Der "cloudshine" (Anmerkung: Strahlung, die Richtung Himmel abgegeben wird, wird teilweise durch die Luft zurückgestreut) beträgt ungefähr 1,8 x 10^{-8} mSv/a, die direkte Strahlung ungefähr 2,8 x 10^{-2} mSv/a und die Belastung durch Atmung und Nahrungsaufnahme ungefähr 1,8 x 10^{-4} mSv/a. Wohlgemerkt, 0,0282 mSv für jemanden, der das ganze Jahr unmittelbar am Bauzaun steht! In etwa, die Strahlenbelastung eines einzigen Transatlantikfluges nach USA.

Allerdings ist seit etwa April an manchen Stellen die jährliche Strahlenbelastung "dramatisch" auf 0,4 bis 7.8 mSv angestiegen. Dies ist in der Nähe der Tanks der Fall, in denen die Lake aus der Aufbereitung der "ersten Kühlwässer" eingelagert wurde. Sie wurde ursprünglich in unterirdischen Behältern gelagert, aber aus Angst vor unentdeckten Undichtigkeiten, in besser kontrollierbare oberirdische Tanks, umgepumpt.

Die IAEA-Kommission empfiehlt daher, für die "Strahlenbelastung der Öffentlichkeit" eine Person mit realistischen Lebens- und Aufenthaltsbedingungen zu definieren.

Robotereinsatz

Deutlicher, kann man den Unterschied zweier Gesellschaftssysteme nicht aufzeigen, wenn man die Aufräumarbeiten in Tschernobyl und Fukushima vergleicht. Welchen Wert ein Mensch im real existierenden Sozialismus hatte, kann man ermessen, wenn man die Bilder der Soldaten betrachtet, die mit bloßen Händen den Kernbrennstoff zurück in den Schlund des Reaktors warfen. In Fukushima schickt man auch nach drei Jahren nicht einmal einen Arbeiter in die Nähe der verunglückten Sicherheitsbehälter! Alle Erkundungen oder Reinigung- und Aufräumarbeiten werden maschinell aus sicherer Entfernung durchgeführt. Wenn man in des Wortes Bedeutung nicht weiter kommt, wird erst ein Roboter oder eine Vorrichtung entwickelt und gebaut. Wenn Geräte aus dem Ausland besser geeignet sind als eigene Entwicklungen, werden sie gekauft. Man denkt asiatisch langfristig und gibt sich selbst eine Zeitvorgabe von 30 bis 40 Jahren. Es wird schön zu beobachten sein, welchen Quantensprung die Automatisierung in der japanischen Industrie allgemein, in einigen Jahrzehnten erreicht haben wird. Hier in Fukushima, ist die Keimzelle für eine Revolution in der Industrie und Bautechnik. Japan scheint wieder einmal die restliche Welt verblüffen zu wollen — diesmal allerdings auf einem friedlichen Gebiet.

Kontrolle des Meeres

Zur Überwachung des Meeres wurden 180 Kontrollstellen für Wasser und Sedimente eingerichtet. Die laufenden Messungen haben ergeben, daß die Einleitungen seit dem Unglück um mehr als fünf Größenordnungen kleiner geworden sind. Die Messungen werden von TEPCO und sechs verschiedenen japanischen Behörden unabhängig und redundant vorgenommen. Hinzu kommen noch zahlreiche Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Die Ergebnisse sind allen interessierten Organisationen international zugänglich. Fast alle Daten werden kontinuierlich auf verschiedenen Web-Sites veröffentlicht. Leitgröße ist Cs-137 wegen seiner langen Halbwertszeit von 30 Jahren. Seine Konzentration beträgt in der Nähe des Kraftwerks zwischen 1 und 2 Bq/Liter. Wegen der starken Verdünnung durch die Meeresströmungen sinkt es im Küstenverlauf unter 100 mBq/Liter. An entfernteren Küsten sinkt sie unter 1 bis 3 mBq/Liter.

Japan hat 2012 einen zulässigen Grenzwert von 100 Bq/kg für Fisch als Summe aller Cäsium Isotope festgelegt. In Fukushima wurden von 2011 bis 2013, 15144 Proben Meeresfrüchte untersucht, von denen 2016 diesen Grenzwert überschritten haben. Ein Zeichen der positiven Entwicklung ist dabei, daß die Quote von 57,7 % (Mittelwert der Periode April bis Juni 2011) auf 1,7 % im Dezember 2013 gesunken ist. In den anderen Küstenregionen wurden weitere 21 606 Proben im gleichen Zeitraum untersucht. Von denen 174 den Grenzwert überschritten haben. Dort sank die Quote von 4,7 % auf 0,1 %. Die schnelle und örtliche Abnahme zeigt, wie unbegründet die Tatarenmeldungen über eine weltweite Gefährdung gewesen sind. Nur mal so zur Orientierung: Eine einzelne Banane soll etwa 20 Bq in der Form von "natürlichem" Kalium haben.

Hier wird aber auch deutlich, daß es dem Laien wenig hilft, wenn er mit einem Zahlenfriedhof allein gelassen wird. Die IAEA empfiehlt daher den japanischen Behörden, noch enger mit interessierten Gruppen (Fischer, Händler, Verbraucherschutz, usw.) zusammenzuarbeiten und allgemein verständliche Interpretationen zu entwickeln. Ferner wird empfohlen automatische Meßstationen mit simultaner Übertragung ins Internet einzurichten, um das Vertrauen bei der Bevölkerung zu erhöhen. Außerdem ist die Qualität der Messungen über Ringversuche abzusichern. Inzwischen sind allein mehr als zehn verschiedene japanische Institutionen an den Messungen beteiligt. Meßfehler einzelner Organisationen, könnten von der Öffentlichkeit falsch interpretiert werden.