Die im Dunkeln sieht man nicht: Regelenergie – die versteckten Zusatzkosten des EEG

Bild rechts: EE-Zukunftsperspektiven: Abgebrannte Windenergieanlage in la Drôme, Frankreich [FRA]

Das deutsche Wechselstromnetz ist ein vom Funktionsprinzip her instabiles System, in das mehr als eine Million Produzenten Strom einspeisen, während gleichzeitig Millionen von Verbrauchern erwarten, dass sie jederzeit jede gerade benötigte Menge Strom daraus beziehen können. Da Wechselstrom nicht direkt gespeichert werden kann, hängt die Stabilität der Versorgung entscheidend davon ab, dass Einspeisung und Verbrauch von Strom jederzeit ziemlich genau gleich groß sind. Das System reagiert schon auf vergleichsweise kleine Abweichungen sehr empfindlich mit Schwankungen der Netzfrequenz. Um dies auszugleichen, müssen die Netzbetreiber Produktion und Verbrauch ständig präzise überwachen und Ungleichgewichte durch Erhöhung oder Verringerung der Erzeugung von Kraftwerken ausgleichen. Reaktionen müssen dabei oft blitzschnell innerhalb von wenigen Minuten oder gar Sekunden erfolgen. Die Tätigkeit der Schaltwarten ähnelt dabei der von Jongleuren, die jedoch nicht nur ein paar wenige, sondern gleich hunderte von Bällen gleichzeitig in der Luft halten müssen.

Teure Regelenergie…

Während der Handel mit „normalem“ Strom heute weitgehend über die Börsen läuft, gelten für die Beschaffung von Regelenergie, die zum Ausgleich nicht geplanter Versorgungsschwankungen benötigt wird, ganz andere Vorschriften [BUDE]. Grundsätzlich müssen sich Kraftwerke, welche Regelenergie liefern wollen, an einer entsprechenden Ausschreibung beteiligen und Gebote in der Hoffnung abgeben, dass sie im Bedarfsfall dann auch zum Zuge kommen. Insgesamt liegt der Bedarf aller deutschen Netzbetreiber an Regelleistung bei ca. 7.400 MW.

Bild 1: Reaktionszeiträume für die Bereitstellung von Regelenergie und die entsprechenden Bezeichnungen im deutschen Netz (Grafik: [REGE])

Da Regelenergie grundsätzlich kurzfristig – bei Primärregelleistung quasi sofort – benötigt wird, liegt ihr Preis meist deutlich über dem an der Strombörse üblichen Niveau. Je nach Versorgungslage im Stromnetz berechnen die Lieferanten für eine Kilowattstunde manchmal bis zu 1,50 Euro – etwa fünfmal mehr, als Endverbraucher zahlen – [CARE, REGE]).

Genaue Zahlen sind schwer zu bekommen. Als Anhaltspunkt kann man Angaben aus Österreich heranziehen, einem Land, dessen Bevölkerung und dessen Strommarkt etwa um den Faktor 10 kleiner sind als Deutschland. Dort hat Regelenergie zum Ausgleich von Kurzfristschwankungen im Netz allein 2012 140 Mio. € gekostet, 65 Mio. mehr als noch zwei Jahre zuvor. Rechnet man diese Zahlen auf das viel größere deutsche Stromnetz um, so kommt man auf rund 1,5 Mrd. € im Jahr – Kosten, die der Verbraucher gar nicht zu sehen bekommt, weil sie in den Netzentgelten versteckt sind. Und die Tendenz ist stark steigend, wie das vorgestellte Beispiel (+ 43 % im Jahr) zeigt [STAN]. In einem deutschen Blogeintrag wird eine Steigerung der Netzgebühren (Jahresleistungspreissystem) von 0,95ct/kWh im Jahre 2011 auf für 1,93ct/kWh2014 angeführt [STST].  

Sachverstand?

Kaum ein Urteil dürfte die derzeitige deutsche Energiepolitik treffender und zugleich vernichtender charakterisieren als das folgende Zitat aus dem kürzlichen Jahresgutachten 2013/ 2014 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit dem Titel „Gegen eine rückwärtsgewandte Wirtschaftspolitik“ [WIGU], wo es heißt: „Vor etwas mehr als zwei Jahren wurde von der Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP die beschleunigte Energiewende ausgerufen. Dieses Großprojekt wird derzeit ohne ein schlüssiges Gesamtkonzept verfolgt.“

zum Ausgleich von Schwankungen aus Wind- und Solarstrom

Die Frage, warum so viel Regelenergie benötigt wird und warum der Bedarf und damit die Kosten so steil nach oben gehen, lässt sich leicht beantworten: Man braucht sie vor allem zum Ausgleich des schwankenden Angebots an „erneuerbarem“ Strom aus Wind- und Solarkraftwerken, deren Produktion von jeder Wolke und jedem Windstoß beeinflusst werden. Bei konventionellen Kraftwerken ist das anders: Wenn dort der Regler um 9.00 Uhr auf 845 MW eingestellt wird, dann wird die Anlage von diesem Zeitpunkt an diese Leistung konstant halten, bis die Einstellung geändert wird.

Als Beispiel für die aktuelle Situation in Deutschland kann die Stromproduktion im Dezember 2013 dienen, einem Monat, der sich zur grossen Freude der EE-Vertreter durch eine überdurchschnittliche „Windernte“ auszeichnete. Das Gesamtstromaufkommen in diesem Monat zeigt Bild 2.

Bild 2. Stromerzeugung in Deutschland im Dezember 2103. Die wild gezackten roten Kurven verdeutlichen, in welchem Ausmass konventionelle Kraftwerke gezwungen waren, das schwankende Angebot von Wind- und Solarstrom auszugleichen (Daten: [EEX])

Prognoseabweichungen – der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Wie bereits erwähnt, liefern konventionelle Kraftwerke für genau definierbare Zeiträume exakt festgelegte Strommengen ins Netz. Dank moderner elektronischer Systeme zur Datenerfassung und Regelung sind Schwankungen faktisch kein Thema. Ganz anders beim Wind- und Solarstrom. Zwar wird seitens der Vertreter der EE-Energien oft behauptet, die Produktion aus solchen Quellen lasse sich heute mit hoher Sicherheit vorhersagen und Schwankungen einzelner Standorte würden durch die grossräumige Verteilung ausgeglichen. Das stimmt jedoch nicht, wie ein Blick auf die Realität sofort beweist. Bild 3 stellt die Unterschiede zwischen den Prognosen und der tatsächlichen Leistungsbereitstellung der deutschen Wind- und Solaranalgen im Dezember 2013 grafisch dar.

Bild 3. Abweichungen zwischen Prognosedaten  und tatsächlicher gemeinsamer Leistung von Wind- und Solarstrom im Dezember 2013 (Daten: [EEX])

Da die beiden Quellen vom Wetter unterschiedlich beeinflusst werden, wurden sie bei dieser Betrachtung der Fairness halber kumuliert betrachtet, d.h. da, wo sich ihre Schwankungen gegenseitig kompensierten, wurde dies entsprechend berücksichtigt. Die Kurve verdeutlicht die Unzuverlässigkeit der Prognosen: An vielen Tagen muss zum Ausgleich der Abweichungen kurzfristig positive oder negative Regelleistung in einer Größenordnung von mehr als 1000 MW beschafft werden. Das entspricht der Leistung eines konventionellen oder nuklearen Großkraftwerks.

Was bringt die Zukunft?

Das Interessante an diesen Fakten ist nicht so sehr der aktuelle Umfang der Prognoseabweichungen – er liegt immer noch deutlich unterhalb der vorgesehenen Reserven -, sondern die künftige Entwicklung, falls der Ausbau so fortgeführt wird, wie es die aktuellen Energiewendeplanungen bis 2050 vorsehen. Im Jahr 2013 lag der Solaranteil an der Jahresstromerzeugung bei 4,7 %, während der Windanteil 8,4 % erreichte. Die aktuellen Planungen sehen 35 % EE-Stromanteil bis 2025 und von 80 % bis 2050 vor. Da die sonstigen „Erneuerbaren“ Energien weitgehend ausgereizt sind, dürfte der weitere Ausbau im Wesentlichen bei Wind und Solar stattfinden. Bezüglich der Projektion der wahrscheinlichen Entwicklung des Strombedarfs wurde vereinfachend angenommen, dass die „normale“ Stromerzeugung auf dem Niveau des Jahres 2012 von 629 Terawattstunden (TWh) mehr oder weniger unverändert verharrt. Zusätzlich zu berücksichtigen ist allerdings die von der Bundesregierung gewünschte Umstellung des Verkehrs auf Elektromobilität. Für 2025 wurde hierfür ein zusätzlicher Bedarf von 20 TWh angenommen, während für 2050 130 TWh angesetzt wurden.

Für das Jahr 2025 kann bei einem eher konservativen Ansatz (EE-Anteil 40%) dann überschlägig mit folgender Erzeugung bei Wind- und Solarstrom gerechnet werden:

                                                                                                                                                    TWh

Wind Onshore (erforderl. Kapazität 86660 MW, Nutzungsgrad 17,4 %)   132,1

Wind Offshore (erforderl. Kapazität 6500 MW, Nutzungsgrad 34,8 %)     19,9

Solar (erforderl. Kapazität 52000 MW, Nutzungsgrad 8,3 %)                   37,8

Lebensmittel (Biomasse inkl. Müll, leichter Zuwachs)              48,5

Wasser (Kap. etwa konstant)                                                                 21,7

Gesamt für 40 % EE-Anteil                                                                   260,0                 

Für 2050 wurden ausgehend von einer Gesamterzeugung von 759 TWh folgende Annahmen gemacht:        TWh

Wind Onshore (erforderl. Kapazität 272500 MW, Nutzungsgrad 17,4 %       415,4

Wind Offshore (erforderl. Kapazität 27500 MW, Nutzungsgrad 34,8 %)  83,8

Solar (erforderl. Kapazität 52000 MW, Nutzungsgrad 8,3 %)  37,8

Lebensmittel (Biomasse inkl. Müll, konstant ab 2025)                                 48,5

Wasser (Kap. etwa konstant)  21,7

Gesamt für 80 % EE Anteil           607,2

EE-bedingter Regelenergiebedarf 2025 und 2050

Mit der Fixierung auf die beiden extrem volatilen Energiequellen Wind und Strom wird deren Instabilität die Netze in den kommenden Jahren sowohl prozentual als auch absolut gesehen mehr und mehr überlasten. Die Folgen sind umso gravierender, als gleichzeitig die konventionellen Kraftwerke als die einzigen Garanten der Stabilität immer mehr verdrängt werden. Wenn Wind- und Solarstrom mit ihrer Bevorzugung die Netze überfluten, bleibt den Betreibern konventioneller Kraftwerke gar nichts anderes übrig, als ihre Einheiten herunterzufahren. Damit ergibt sich das Paradoxon, dass trotz steigenden Bedarfs an Regelenergie das Angebot immer mehr zurückgehen wird. Die Zunahme des Regelenergiebedarfs aufgrund von Prognoseabweichungen für Wind und Solarerzeugung für einen fiktiven Monat Dezember 2025 bzw. 2050 zeigen Bild 4 und Bild 5.

Bild 4. Fiktiver Verlauf der Prognoseabweichungen für Wind- und Solarstrom bei Annahme eines Wettergeschehens, das dem des Dezembers 2013 entspricht

Wie Bild 4 zeigt, dürfte es schon im Dezember 2025 nicht mehr gelingen, die erratischen Abweichungen der Stromproduktion aus Wind und Sonne noch mit den derzeit vorhandenen Regelenergie-Reserven von 7400 MW aufzufangen. Das Problem liegt vor allem darin, dass an Tagen mit starkem Windaufkommen praktisch keine konventionellen Kraftwerke mehr am Netz wären: Bereits im Dezember 2013 sowie im Januar und im Februar 2014 zeigte sich, dass die Netzbetreiber nicht mehr imstande waren, die Mindestkapazität an konventionellen Kraftwerken am Netz zu halten, um ihre internationalen Verpflichtungen im Rahmen des Europäischen UCTE-Verbundnetzes (Union for the Co-ordination of Transmission of Electricity) zu erfüllen. Mit anderen Worten: Deutschland hat über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg die Stabilität des europäischen Verbundnetzes mehrfach grob fahrlässig gefährdet.

Noch katastrophaler stellt sich die Lage dar, wenn man die gleiche Projektion mit den Daten für die im Jahr 2050 zu erwartenden Kapazitäten im Bereich Wind- und Solarstromerzeugung durchrechnet. Hier ergeben sich Abweichungen zwischen Prognose und tatsächlicher Erzeugung, die wild zwischen +10000 und – 13000 MW hin und her schwanken. Nach derzeitigem Stand der Technik ist kaum vorstellbar, dass man unter diesen Bedingungen noch eine stabile Netzversorgung hinbekommen könnte.

Bild 5. Fiktiver Verlauf der Prognoseabweichungen für Wind- und Solarstrom bei Annahme eines Wettergeschehens, das dem des Dezembers 2013 entspricht. Der Bedarf an Regelenergie wäre überhaupt nicht mehr darstellbar.

Fred F. Mueller

Quellen:

[BUDE] http://www.energieverbraucher.de/de/Energiebezug/Strom/Stromwirtschaft/Regelenergie__1096/

[CARE] http://www.care-energy-online.de/index.php/stromgas/strom/oekostrom.html?showall=&start=19

[EEX] http://www.transparency.eex.com/de/

[FRA] http://www.la-croix.com/afp.static/pages/100919164756.1vaiksyv.htm

[REGE] http://amprion.net/systemdienstleistungen-regelenergie

[STAN] http://derstandard.at/1363707299122/Stabilisierung-der-Strom-Netze-wird-immer-teurer

[STST] http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/energiewende-grotesk-suedlink-noch-mehr-milliarden-fuer-blanken-unfug/  Kommenrtar # 55

[WIGU] Gegen eine rückwärtsgewandte Wirtschaftspolitik Jahresgutachten 2013/14 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Statistisches Bundesamt 65180 Wiesbaden November 2013




Sonnenfleckenzyklus 24 der schwächste seit 1828

In diesem Beitrag von Frank Bosse und mir (http://www.kaltesonne.de/?p=17194) berichten wir über eine kürzlich erschienene Publikation von Wissenschaftlern um Paola Moffa-Sanchez von der Universität Cardiff, wonach die Veränderung der Sonnenaktivität zu natürlichen Klimaveränderungen in Europa führt. Untersuchungen des Meeresbodens des Nordatlantiks erlaubten eine Rekonstruktion der Ozeantemperaturen und des Salzgehaltes über 1000 Jahre. Dabei passten kalte Ozeankonditionen zu Zeiten geringer solarer Aktivität. Andere Forscher ( u.a. Lockwood) hatten bereits herausgefunden, dass während solarer Minima Hochdruckzonen westl. der britischen Inseln entstehen, die die Westwinde blockieren, so dass kalte Luft von der Arktis und Eurasien nach Europa fließen kann.

Nach Moffa-Sanchez folgt die thermohaline Zirkulation AMOC – der Wärmestrom des Nordatlantiks – der solaren Schwäche mit einem Verzug von 10 -15 Jahren.

Wir hatten auf die Abschwächung der AMOC und den Rückgang des Wärmeinhalts des Nordatlantiks bereits im Januar (http://www.kaltesonne.de/?p=15893) in unserem Beitrag "Neues vom Nordatlantik: Das natürliche “Day after Tomorrow“- Szenario?" hingewiesen.

Dies bedeutet aber auch, dass die außerordentliche Schwäche des aktuellen Sonnenzyklus sich erst in den nächsten Jahren in einer weiteren Abkühlung des Wärmestroms niederschlagen wird. 

Welche Auswirkungen eine solche Abschwächung bei weiterer solarer Schwäche auf die klimatischen Bedingungen Europas haben wird, beschreibt Paola Moffa-Sanchez in der historischen Rückschau :

"Indeed we propose that this combined ocean-atmospheric response to solar output minima may help explain the notoriously severe winters experienced across Europe between the 16th and 18th centuries, so vividly depicted in many paintings, including those of the famous London Frost Fairs on the River Thames, but also leading to extensive crop failures and famine as corroborated in the record of wheat prices during these periods.”

in Deutsch

"Tatsächlich schlagen wir vor, dass diese kombinierte Ozean-Atmosphären Reaktion auf das Solarleistung-Minimum helfen kann, die notorisch strengen Wintern zu erklären, die Europa zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert erlebt hat. Und die so lebhaft in vielen Bildern dargestellt wurden, darunter die der berühmten Londoner Frost Fairs an der Themse , aber auch zu umfangreichen Missernten und Hungersnöten führten, wie in der Aufzeichnung der Weizenpreise während dieser Zeit bestätigt wird."

Vollständiger Bericht als pdf Anhang

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Campact Demo „Rettet die Energiewende“ – Jetzt geht’s nur noch um die Kohle

Die Organisatoren von Campact wissen auch schon, wie die Politiker der gebeutelten Energiewende helfen könnten: Indem sie endlich der endlich der garstigen Vettel Kohle den Garaus machen. „Kohle nur noch zum Grillen“, lautet eine der vorbereiteten Campact-Parolen.

Die neun verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland, die obendrein demnächst vom Netz gehen, geben keine lohnende Angriffsfläche mehr ab. Deshalb bieten sich Kohlekraftwerke geradezu als neues Kampagnenfeinde an: Sie gehören noch niedergekämpft, bevor die Energiewende endlich glücklich und in Frieden leben darf. „Statt die kostengünstige Windenergie zu deckeln, muss Gabriel die klimaschädliche Braunkohle aus dem Netz drängen“, fordert Christoph Bautz, einer der führenden Campact-Aktivisten. Vor kurzem stellte die Grüne Vize-Parteivorsitzende Bärbel Höhn fest: „Die fossilen Energien werden zur Armutsfalle.“ Und Renate Künast meinte in einem Streitgespräch in der Welt: „Schon heute kann eine Windkraftanlage zu wettbewerbsfähigen Kosten Strom erzeugen – Strom aus einem neuen Kohlekraftwerk wäre nicht billiger!“

Ja, das könnte Leute tatsächlich auf die Straße treiben: günstige Windkraft deckeln, um den Verbrauchern teuren Strom aus Kohle aufzuschwatzen. Werfen wir einmal kurz den Blick auf Preise und Vergütungen. Die Strompreise an der Börse liegen bei etwa 4 Cent pro Kilowattstunde, die Herstellungskosten für Strom aus Braunkohle zwischen 3,5 und 4 Cent pro Kilowattstunde, die Vergütungen für Windstrom an Land bei rund 9 Cent, für Solaranlagen 9,19 und 13,55 Cent, und für Offshorewindanlagen bei 19 Cent pro Kilowattstunde. Nun bekommt der Betreiber eines Offshorewindrads an der Börse ja auch nur 4 Cent für seine Kilowattstunde. Die restlichen 15 Cent subventioniert ihm der Stromkunde über die EEG-Umlage, die den Unterschied zwischen dem realen Börsenpreis und der privilegierten Einspeisevergütung ausgleicht. Deshalb zahlen fast alle Stromverbraucher seit Januar 2014 6,24 Cent Grünstromförderung pro Kilowattstunde. Die Hälfte unseres Strompreises besteht inzwischen aus Abgaben und Steuern. Ein Blick auf die Preise zeigt: Die Braunkohle kann als einziger Energieträger noch einigermaßen ein Kosten decken. Und sie soll also am besten aus dem Netz gedrängt werden, damit nur noch Subventionsempfänger übrig bleiben.

Wenn Windstrom heute schon „zu wettbewerbsfähigen Preisen“ produziert werden könnte, ganz „kostengünstig“ (Campact), dann bräuchten neue Windräder ja auch keine Subventionen mehr. Aber gerade dagegen, die Subventionen für Windstrom wenigstens etwas zu drosseln, gehen ja die Energiewenderetter erklärtermaßen auf die Straße. Übrigens deckelt Gabriel auch kein einziges Windrad; jeder, der eine Baugenehmigung für einen Rotor bekommt, darf ihn auch in Zukunft errichten. Es gibt nur oberhalb einer bestimmten Grenze keine Fördergelder mehr für neue Anlagen. Für die rund 23 000 Räder, die schon in Deutschland vor sich hin rattern, ändert sich gar nichts.

Unter der Parole „rettet die Windkraftgewinne, unser Haus auf Sylt ist noch nicht abgezahlt“ demonstriert es allerdings nur noch hab so gut. Warum junge Leute mit Kaputzenpullis und lustigen Frisuren trotzdem genau dafür marschieren, gehört zu den rätselhaften Erscheinungen der Gegenwart.

Bis zum Demonstrationstag am 22. März muss ein Energiewenderetter übrigens nicht warten. Auf der Campact-Seite findet sich auch der Punkt: „Sonne und Wind mies machen? Wir halten dagegen! Werden Sie Leserbrief-Schreiber/in“. Damit das Leserbriefverfassen zugunsten von Sonne und Wind und wider die Kohl nicht so viel Mühe macht, stellt Campact schon mal die wundervolle Textbausteine bereit, etwa „die Energiewende ist der Jobmotor schlechthin“ (s. hier: https://www.campact.de/energiewende/leserbrief-aktion/redaktionen/). Die Adressen der Leserbriefressorts von der allgemeinen Zeitung Mainz bis zum Weserkurier gibt’s gleich darunter. Und nicht zuletzt den wertvollen Tipp: Der Leserbrief soll „vor allem individuell“ klingen.

Muss aber nicht. Hauptsache, Landbesitzer in Norddeutschland bekommen auch weiter ihre 100 000 Pacht pro Jahr und Windrad. Auch Weltretter müssen schließlich von irgendetwas leben.

Mehr zur Energiewende in „Der grüne Blackout. Warum die Energiewende nicht funktionieren kann“ unter 
http://alexander-wendt.com/der-gruene-blackout/

Oder hier als eBook herunterladen:
http://www.amazon.de/dp/B00ITZ2L7S/ref=rdr_kindle_ext_tmb

Auch in Potsdam soll diese Demo zur Aufrechterhaltung der Umverteilung von unten nach oben stattfinden. Hier die Einladung:

Am 22. März auf nach Potsdam

Wirtschaftsminister Gabriel will die Energiewende ausbremsen. Doch die Ministerpräsidenten können ihn im Bundesrat aufhalten. Am 22. März 2014 wollen wir sie mit Demos in Potsdam und sechs weiteren Landeshauptstädten dazu bringen.

Demonstrieren Sie mit…


Lieber NN,

in den Chefetagen der Energiekonzerne dürfte der Sekt für den April schon kalt stehen: Dann will Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel seine Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) im Kabinett beschließen lassen. Kommt der Entwurf durch, haben RWE, Eon und Vattenfall Grund zum Feiern: Die Energiewende wird ausgebremst. Fast alle Kohlekraftwerke bleiben für die nächsten 20 Jahre am Netz. Und auch der Atomausstieg wird wieder in Frage gestellt.

Wir haben Großes vor, um das zu verhindern. Und damit unser Plan gelingt, brauchen wir Sie! Am 22. März 2014 wollen wir mit zehntausenden Menschen auf die Straße gehen – und zwar zeitgleich in Potsdam und sechs weiteren Landeshauptstädten! 

Die Ministerpräsident/innen der Länder sind die Einzigen, die Gabriel noch aufhalten können. Unter ihnen gibt es große Bedenken gegenüber Gabriels Plänen. Nun wollen wir dafür sorgen, dass sie Gabriel die Stirn bieten. 

Deshalb: Kommen Sie bitte am Samstag, den 22. März nach Potsdam zu unserer bunten und vielfältigen Demonstration. Diese organisieren wir zusammen mit dem BUND, .ausgestrahlt und den Naturfreunden Deutschland.

Ort: Staatskanzlei, Heinrich-Mann-Allee, PotsdamZeit: Samstag, 22. März 2014, 13 Uhr

Die Demos werden nur dann ein Erfolg, wenn sich jetzt sehr viele Menschen in die Mobilisierung reinhängen. Helfen Sie mit und rühren Sie in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis die Werbetrommel für die Demos.

Freunde auf die Demo hinweisen – per Mail, Twitter & Facebook…

Flyer & Plakate bestellen…

Der 22. März ist enorm wichtig, um überall im Land die Ministerpräsident/innen und Sigmar Gabriel zu gewinnen. Doch auch darüber hinaus setzen wir gerade alles in Bewegung: Kreuz und quer sind wir in der Republik unterwegs – immer auf den Fersen von Gabriel und den wichtigsten Landeschef/innen. Bei vielen ihrer öffentlichen Auftritte sind wir mit bildstarken Aktionen und zahlreichen Campact-Aktiven aus der jeweiligen Region vor Ort – und konfrontieren sie mit den mehr als 215.000 Unterschriften unter unseren Appell „Energiewende nicht absägen!“.

Etliche Ministerpräsidenten stellen sich mittlerweile gegen Gabriels Pläne. So nennt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Albig den Deckel für den Ausbau der Windkraft „volkswirtschaftlich unsinnig“. Niedersachsens Ministerpräsident Weil teilte bei einem Gespräch an diesem Montag unsere Kritik an Gabriels Vorhaben, die Förderung der Erneuerbaren künftig auszuschreiben. Auch er befürchtet, dass damit die Energiewende ausgebremst wird. Und Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann beklagt, die geplante Drosselung bei der Wind-Förderung werfe dem Südwesten „Knüppel zwischen die Beine“. 

Was noch fehlt, ist eine gemeinsame Linie. Und der Druck, dass sich die Ministerpräsidenten von Gabriel nicht über den Tisch ziehen lassen. Dafür sorgen wir mit unserer Tour – und den Demonstrationen am 22. März. Helfen Sie mit, dass sie ein Erfolg werden – und es uns gemeinsam gelingt, die Energiewende zu retten. 

Demonstrieren Sie am 22. März in Potsdam mit!

Alle Infos finden Sie hier…

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Christoph Bautz, Geschäftsführer Campact




VII. Internationale Klima- & Energiekonferenz 10.4.14 in Mannheim




Klimaexperten überschreiten zunehmend den Rubikon der Glaubwürdigkeit!

Am 5. April 2012 erschien um 16:31 Uhr in SPIEGEL Online ein Bericht mit der Überschrift „Kleine Veränderungen geben der Erde Hitzeschocks“. Der Artikel beginnt mit den Sätzen: „Die Bahn der Erde um die Sonne verändert sich regelmäßig. Der kleine Effekt hat in der Vergangenheit extreme Klimaerwärmungen ausgelöst,…“ Warum sind die Warmzeiten, nicht aber die  Klimaabkühlungen erwähnt? Wenn sich etwas regelmäßig verändert, dann immer in zwei Richtungen, wie beim Pendel. Diese Tatsache auszublenden, riecht nach bewusster Manipulation, denn wer in Dimensionen von Jahrmillionen forscht, muss immer den Wechsel zwischen Glazial- und Interglazialzeiten im Auge haben. Bei Anhalten des Rhythmus der letzten Million Jahre ist die Wahrscheinlichkeit einer „Eiszeit“ wesentlich größer als einer „Warmzeit“.

Schreitet die Erde mit kleinen Schritten über eine kritische Schwelle, einen Kipp-Punkt? Hat der Mensch ihr einen Schubs gegeben, sie aus der Bahn geworfen? Wer einen Schrank umwerfen will, muss ihn zuerst mit Kraftaufwand aus dem Lot, dem Gleichgewicht, bringen und dann solange drücken, bis ein bestimmter Neigungswinkel überschritten ist. Danach fällt der Schrank von alleine um. Beim Menschen genügt schon ein kleiner Fehltritt. Übersieht er eine Bordsteinkante, fällt er auf die Nase. Kleine Fehltritte können katastrophale Folgen haben, insbesondere bei Gratwanderungen im Hochgebirge. Hebt dort einer hochmütig die Nase in die Höhe und bewundert die Luftschlösser am Himmel, dann kann solch ein Leichtsinn tödliche Folgen haben.

Es kann durchaus sein, dass solch ein schreckliches Bild die beiden Klimaexperten und Professoren Hans Joachim Schellnhuber und Stephan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung vor Augen hatten, als sie 2007 die Arbeit „Tipping elements in the Earth’s climate system“ schrieben und der Wissenschaft eine neue Spielwiese bereiteten. Ein „Tipping element“ ist ein „Kippelement“. Kindern mag es Spaß machen, mit dem Antippen von Glasvasen zu probieren, bei welchem Winkel, bei welcher Neigung, mit welchem Kraftaufwand sie fallen. Es ist auch ein beliebtes Spiel bei Kindern, einen anderen durch plötzliches Schubsen zuerst aus dem Gleichgewicht und dann zu Fall zu bringen. Wie viele Kippelemente hat eine Schaukel? Die Klimaexperten rund um den Globus haben sich dieses Kinderspiels angenommen und versuchen, die Erde aus der Bahn zu kippen. Da das mit der wirklichen Erde nicht geht, hat man dieses Spiel in den Computer verlagert. Der Computer ist ein Idiot und macht gehorsam, was man ihm befiehlt. Mit Klimamodellen kann man Weltuntergangsspiele anstoßen und etwas für Auflockerung in der sonst nüchternen Wissenschaftsszene sorgen. Man kann den Spieltrieb befriedigen, fleißig Forschungsgelder generieren und die Welt über die Medien in Atem halten.

Im Jahre 2011 veröffentliche der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen sein Gutachten „Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“. Dessen Vorsitzender Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Joachim Schellnhuber CBE, auch Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung reist derzeit wie ein Wanderprediger durch die Lande, um seine „Große Transformation“ zu verkaufen. Ganz im Stil der Apokalypse des Johannes beschwört er den „gefährlichen Klimawandel“ und definiert „planetarische Leitplanken“, bei deren Überschreiten das „Erdsystem aus dem Gleichgewicht gestoßen“ wird.

Amüsant ist seine Beweisführung: „Der Rückgang der Arktischen Meereisfläche in den Sommermonaten kann als eine der anschaulichsten Auswirkungen der Erderwärmung gelten.“ Wenn das so ist, dann gilt auch der Umkehrschluss, dass eine Zunahme der Eisfläche im Winter als anschauliche Auswirkung der Erdabkühlung gilt. Doch damit kein Gefühl der Normalität aufkommt, warnt er: „dort, wo es heute sehr trocken ist, wird es noch trockener und wo die Niederschläge hoch sind, da wird es noch mehr regnen“, das heißt, „die heutige Polarisierung wird noch vertieft“. Phantastisch ist seine Begründung: „Über dem Äquator baut sich ein permanentes Tiefdruckgebiet auf. Die Erde erwärmt sich, warme Luft steigt auf, strömt in großer Höhe nach Süden und Norden und kommt dann in den Wüstengürteln, in den sogenannten Rossbreiten wieder herunter, wo sich permanente Hochdruckgebiete befinden.“

Hätte Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Joachim Schellnhuber CBE nur ein normales Erdkundebuch aufgeschlagen oder Wikipedia angeklickt, so hätte er beschämt festgestellt, dass dies schon weitaus besser von George Hadley (1685-1768) beschrieben worden ist. 1735 erschien seine Arbeit in Deutsch: „Betreffend der Ursache der Allgemeinen Passat-Winde“. Aber Wissenschaftler können heute jeden Unsinn predigen, weil sie wissen, dass ihre Zuhörer unkritisch alles konsumieren, was ihnen präsentiert wird. Hier noch ein Beispiel: „Die Hauptbeiträge des Meeresspiegelanstieges werden vom Abschmelzen Grönlands kommen. Grönland wird also an Masse verloren haben. Damit verliert es auch Gravitationsfähigkeit und kann das Wasser vor seiner Küste nicht mehr in gleichem Maße wie bisher halten.“ Mit Loriot oder Vicco von Bülow (1923-2011) könnte man fragen, wohin läuft es dann, das Wasser? Welche „Gravitationsfähigkeit“ muss das kleine Irland haben, das ständig vom Meer umspült wird. Hier offenbart sich eine neue Art der Physik, die Klima-Physik.

Doch dann wird die Rechnung präsentiert, die es kostet, die „2 °C-Leitplanke“ nicht zu überschreiten. Dr. Schellnhuber: „In den Modellrechnungen stellt sich dementsprechend heraus, dass der Investitionsbedarf, den man für die Transformation bräuchte, sehr hoch ist und 2030 bis 2050 bei etwa 33.000 Milliarden US-Dollar liegt.“ Ob diese Summe reicht, das Wetter konstant zu halten und seinen ewigen Wandel umzukehren? Kann man diesen politischen wie wissenschaftlichen Größenwahn noch stoppen? „Diese 2 °C-Leitplanke wurde völkerrechtlich von 194 Nationen im Dezember 2010 in Cancún beschlossen.“ Nach Schellnhuber steht die menschliche Zivilisation vor einer „Bifurkation“. „Leider lehrt uns die theoretische Physik, dass Bifurkationen in der Regel irreversibel sind. Wenn das Klimasystem erst einmal entsprechend angestoßen ist, kann man es nicht mehr einfach zurückdrehen.“ Vielleicht sollten wir Menschen einfach nur zur Vernunft zurückkehren, die sich an der realen Welt orientiert und nicht an fiktiven Modellvisionen, die auf völlig unnatürlichen Annahmen beruhen.

Doch dieser Wunsch fällt zurzeit auf wenig fruchtbaren Boden. Nicht nur bei uns verführt der Computer Wissenschaftler dazu, ihre wissenschaftliche Vernunft zu überschätzen und dem Konstruktivismus zu verfallen. Dazu wird nach Art des Reduktionismus die Welt in primitive Modelle gekleidet und alle möglichen Zukünfte berechnet. Der moderne Modell-Papst war Dennis Meadows, der 1972 für den Club of Rome die „Grenzen des Wachstums“ berechnete. Doch wie soll ein Modell die Zukunft vorhersagen, wenn es nicht einmal die Wirklichkeit abbilden kann? Dessen ungeachtet haben zwei Forschungsteams in den USA ihre Modellphantasien ausgelebt und ihre Spielereien in „Nature“ veröffentlicht. Dies ist längst kein Fachblatt mehr, sondern ein Comicheft für Klimajunkies. Veröffentlichen kann nur noch der, der die Spielregeln nicht verletzt und sich zu dem Leitmotiv bekennt, das nach Hubert Markl, dem Ex-Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft e. V., heißt: „Lug und Trug sind integrale Bestandteile des Forschens“!

Das Schlimme an den beiden Publikationen von Forscherteams der Harvard University in Cambridge wie der University of Massachusetts in Amherst ist, dass hier so primitiv und plump gelogen wird, dass dies schon als Beleidigung des gesunden Menschenverstandes angesehen werden kann. Da sollen vor 55 Millionen Jahren und nochmals vor 18.000 Jahren „Geister“ mit unsichtbarer Hand die Erde aus ihrer regelmäßigen Umlaufbahn geworfen haben. Die Erde begann zu torkeln, so dass sich zuerst die Antarktis und dann die Arktis erwärmten. Besonders bei der Erwärmung der „südlichen Polarregionen“ wären „gewaltige Mengen an Kohlenstoff freigesetzt“ worden, die dann einen „Hitzeschock“ auslösten. Auch heute könnten „Veränderungen des Erdorbits“ ähnliche Folgen haben und eine „galoppierende Erwärmung“ hervorrufen.

Bei aller Lächerlichkeit, Ist dies nicht fürchterlich, schrecklich? Doch wie sollen „gewaltige Mengen an Kohlenstoff“ ausgerechnet über der Antarktis freigesetzt worden sein, die doch nachweislich seit Millionen von Jahren unter einem dicken Eispanzer liegt und nie, wie zu Wikingers Zeiten der südliche Zipfel von Grönland, „grün“ und mit Vegetation bedeckt war? Was Wissenschaftler heute dem Bildungsbürger zumuten, geht schon auf keine Kuhhaut! Aber der Glaube an diese wissenschaftliche Scharlatanerie ist in der Politik unerschütterlich, denn ansonsten würde diese Art von Pseudowissenschaft nicht so unendlich fürstlich mit hart erarbeiteten Steuergeldern von den Staaten gefördert. Die Politik weiß, warum sie dies tut, verrät aber ihr Wissen nicht und versündigt sich damit an der Demokratie, die ja transparent sein soll.

Politik und Wissenschaft kooperieren aufs Engste in dem immerwährenden Spiel um Geld und Macht. Die Oberherrschaft hat dabei eindeutig die Politik. Sie trägt daher auch die moralische Verantwortung in diesem amoralischen Spiel mit unbegründeten Ängsten. Wie sublim dieses Spiel ist, das habe ich in meinem Buch „Propheten im Kampf um den klimathron – Wie mit Urängsten um Geld und Macht gekämpft wird“ aufzudecken versucht. So primitiv simpel die Klimamodelle auch sind, die Machenschaften hinter den Kulissen sind umso komplizierter. Da spielen natürlich auch gewichtige wirtschaftliche Interessen- und Verteilungskämpfe mit. Die Last all dessen tragen die Bürger!

Dies ist der eigentliche Skandal. Es ist ein politischer Skandal! Die Politik bedient sich der Klimawissenschaft, um in der Gesellschaft die Neigungsverhältnisse zu ändern, allein zu ihren Gunsten und aus Machtkalkül heraus. Sie hat von Hans Joachim Schellnhuber den „2-Grad-Kipp-Punkt“ übernommen und beim G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 zu einem Weltrettungsziel erhoben. Dieser Kipp-Punkt entspricht einem Schwellenwert von 450ppm CO2 in der Atmosphäre. Diesen Wert hatten wir bereits 1941 in Gießen mit 444 ppm an der Agrarmeteorologischen Forschungsstelle fast erreicht. Es wäre ein Grund gewesen, den 2. Weltkrieg mit seinen gigantischen CO2-Emissionen sofort zu beenden.

Es wird Zeit, dass wir wieder zur Realität zurückkehren, zum Wetter, und nicht unsere geistigen wie materiellen Energien vergeuden, um das Hirngespinst „Klimakatastrophe“ zu bändigen. Sie sollten vielmehr überlegen, ob mit Geld das Wetter zu schützen ist. Würden die 33.000 Milliarden US-Dollar ausreichen, mit denen man das Klima schützen will, um aus einem Wirbelsturm ein Hochdruckgebiet  zu machen? Der Mensch hat gut getan, sich dem Wetter anzupassen und sich, so gut es geht, vor ihm zu schützen.

Apropos, wenn die Klimaexperten schon so superschlau sind und exakt wissen, wie die „Globaltemperatur“ in 100 Jahren sein wird, warum nehmen sie nicht den Wetterfröschen einfach das Heft aus der Hand und sorgen mit ihren so schlauen Computern für bessere Wettervorhersagen? Die Wetterdienste der Welt wären überflüssig und könnten mitsamt der extrem teuren Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf eingespart werden!

Oppenheim, den 1. Mai 2012                                    Dr. Wolfgang Thüne, Dipl.-Meteorologe

Der Abendvortrag ist zu finden unter

http://www.fvee.de/fileadmin/publikationern/Themenhefte/th2011-2/th2011

Literatur: Wolfgang Thüne, Propheten im Kampf um den Klimathron, Oppenheim 2011