Propheten

Manchmal kann man schon früh einem solchen auf die Schliche kommen. Im Jahre 2007 erschien im Wissenschaftsblatt Nummer 1 „Science“ ein Artikel von Doug M. Smith und Kollegen vom britischen MetOffice unter dem Titel:
„Verbesserte Vorhersage der Oberflächentemperaturen für die nächste Dekade mittels eines globalen Klimamodells“
Mit den dargelegten ausgeklügelten Methoden war es das Ziel, unter Beachtung der internen Variabilität des Klimas eine Prophezeiung der Temperaturentwicklung 2004 bis 2014 vorzunehmen. Das Ergebnis damals:

Bild 1: Die dekadische Vorhersage von Smith et al. (2007) für den Zeitraum bis 2014 (Quelle: Bild 4 der o.g. Arbeit)
Im Text ist die Ansage klar und deutlich:
„…predict further warming during the coming decade, with the year 2014 predicted to be 0.30° ± 0.21°C [5 to 95% confidence interval (CI)] warmer than the observed value for 2004. Furthermore, at least half of the years after 2009 are predicted to be warmer than 1998, the warmest year currently on record.“
Nun kann man das ja verifizieren: Die realen Beobachtungen zwischen 1998 und 2014:

Bild 2: Beobachteter globaler Temperaturverlauf nach der MetOffice -hauseigenen Temperaturreihe HadCRUT4 im Vergleich zu den Aussagen in der o.g. Arbeit.
Der Trend besagt: 0,014°C Abkühlungin der  Dekade 2004-2014. Nach 2009 war kein Jahr wärmer als 1998: Für die Erfüllung der Prophezeiung hätten es drei sein müssen. Eine andere Temperaturreihe (GISS) misst ganze 0,03 Grad Erwärmung, selbst damit ist auch der untere Konfidenzbereich der Vorhersage unterschritten. Unmittelbar nach Veröffentlichung der Arbeit war man sich jedoch sicher, den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben und das Schaubild 1 erschien unter anderem in einem Bericht mit dem Untertitel: „Zukunftsinformationen für die Politik der Regierung“. Da las man, dass gute dekadische Vorhersagen für Politik und Wirtschaft sehr nützlich sind ( S. 6) … solange sie ignoriert werden, könnte man hier anfügen.
Ein Fiasko. Man hat die Politik falsch informiert. Woran kann es gelegen haben? Jedes Klimamodell hat eine große Anzahl Freiheitsgrade, die man einstellen muss. Dazu dienen Beobachtungen, mit denen die Modelle  feinjustiert werden: die jüngere Vergangenheit wird benutzt, um die Klimamodelle zu parametrieren, man nennt das „Hindcast“. Außerdem setzt man voraus, dass in kürzeren Zeitskalen das Klima in erster Näherung linear auf zwei Einflüsse reagiert: ein äußerer Antrieb (Forcing, vor allem durch Treibhausgase wie CO2) und eine interne Variabilität.
Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Bis heute hat man seit dem ersten Klimabericht des IPCC  1990 keinerlei Fortschritt in einem zentralen Punkt für Klimaprognosen gemacht: Wie viel Grad Celsius Erwärmung zieht eine Verdopplung der CO2- Konzentration in der Luft nach sich? Die Bandbreite der Möglichkeiten ist im letzten Bericht 2013 noch genauso groß wie vor 23 Jahren. Für (klimatisch relativ kurze) Zeiträume von 10 Jahren ist die TCR (Transient Climate Response) entscheidend und die liegt seitdem zwischen 0,8 und 2,5 Grad Celsius.  Man kann seitens der Klimaforschung  die Klimawirkung des CO2 , auf das ja die Politik ganz schnell mit  möglichst großer Wirkung reagieren soll, nicht genauer quantifizieren als ganz zu Beginn der IPCC- Geschichte. Wer eine aktuelle Diskussionsrunde zum Thema „Klimasensivität“ verfolgt, bekommt eine Eindruck davon, welch unterschiedliche Ansätze gegenwärtig betrachtet werden.
Wenn also ein Modell- um auf das 2007er-Fiasko des britischen MetOffice zurückzukommen- anhand einer Zeitspanne feinjustiert wird, indem die  interne Variabilität (z.B. ozeanische Strömungen)  sehr viel zum Anstieg der Temperaturen beigetragen haben, dann wird es die Zukunft falsch prophezeien indem die stattgefundene Erwärmung auf das Forcing zurückgeführt wird. So ging es den verwendeten Modellen in der Arbeit aus 2007. Der Hindcast des 20. Jahrhunderts sollte den Forecast des 21. Jahrhunderts meistern und versagte kläglich, weil die natürliche Variabilität offensichtlich nicht auch nur im Ansatz realitätsnah berücksichtigt wurde.
Daraus könnte man lernen… und die Treibhausgaswirkung in Modellen zurücknehmen… jedoch: woher weiß man genau, wie gerade die interne Variabilität wirkt? Man kennt weder diese genau noch die CO2- Wirkung. Wie sinnvoll sind dann Modelle? Nun, die Anwender sind weiterhin optimistisch. Der gleiche Leadautor wie in der besprochenen Arbeit aus 2007 hat voriges Jahr eine neue geschrieben. Der internen Variabilität wird da etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt und die Prophezeiung ist vorsichtiger (und durch die Bandbreite mehr oder weniger nutzlos):
 
Bild 3: Vorhersage der globalen Temperatur bis 2022 (Bild 8 der o.g.  Arbeit)
Bei Licht besehen bleibt es ein Herumgestochere im Nebel, solange man so richtig sicher nur weiß: wachsende Konzentrationen von Treibhausgasen führen zu Erwärmung. Nur wie viel? Bis man die Anteile der natürlichen Variabilität am beobachteten Klimageschehen nicht mit der notwendigen Genauigkeit bestimmen kann, bleibt die Berechnung der Wirkung von Treibhausgasen auch Prophetie.  Haben Sie ein schlechtes Gewissen beim Benutzen der „gebunkerten“ Glühlampen? Ersparen Sie es sich!




Antwort auf Rahmstorf-Panik Meldungen zur Ausdehnung des arktischen Eisschildes undVersauerung der Ozeane!

Update 28.6.14 : Hier der Vortrag von Prof. Rahmstorf 

Ausdehnung des arktischen Eisschildes, Versauerung der Ozeane ??

Kommentar zum Vortrag von Meeresforscher Prof. Dr. Rahmstorf (PIK) im Ausschuss für Umwelt, Energie und Klima des Landtages von Niedersachen am 16.06.2014.
Wie in der sog. Klimaforschung üblich, pflegt auch Prof. Rahmstorf einen selektiven Umgang mit Fakten: wenn sie den Zeitgeist vom menschengemachten Klimawandel widerlegen, werden sie verschwiegen. Diese Art Wissenschaft ist nicht neu – schon immer gab es Wissenschaftler, die der Obrigkeit gedient haben – und dem eigenen Nutzen. Karl Popper erkannte, dass Wissenschaft zur Ideologie wird, wenn sie auf kritisches Hinterfragen verzichtet und statt dessen nur Wiederholungen zulässt. Genug Beispiele sind bekannt und Erkenntnisse dazu auch, beispielsweise von Goethe (18.12.1828): „Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von Einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten.“  Prof. Rahmstorf hat in seinem Vortrag am 16.06.2014 im Ausschuss für Umwelt, Energie und Klima des Landtages von Niedersachen diese Pseudo-Wissenschaft auch wieder praktiziert, diesmal an den Beispielen des Arktischen Eisschildes und der Versauerung der Ozeane.

Angebliche Verkleinerung des arktischen Eisschildes

Die Verkleinerung des arktischen Eisschildes bis 2012 wurde von Rahmstorf als Beweis für die fortschreitende CO2-bedingte Erderwärmung angeführt. Dass der Eisschild von August 2012 bis August 2013 dann wieder um 40% gewachsen ist, wurde nicht gewähnt. Das Eis geht und kommt, denn auch in der Arktis gibt es periodische und episodische Schwankungen der Temperaturentwicklung. 

Versauerung der Ozeane

Prof,  Rahmstorf  teilte mit, dass „unser anthropogenes CO2 eine Versauerung der Ozeane bewirkt, die um 30% zugenommen hat, und dass deshalb die Korallenriffe in Gefahr sind .“ 
Die Ozeane wären sauer, könnten sie ob ihrer angedichteten Versauerung fühlen: Nicht, weil sie auch mit pH = 8,1 immer noch gut alkalisch sind, sondern vor allem, weil der Meeresforscher Rahmstorf als Agitator des Klimawandels offensichtlich nichts von der Chemie des CO2 im Ozean weiß, ganz zu schweigen von Korallenriffen, dies aber trotzdem beurteilt.
Tatsache ist, dass die CO2.Gehalte der Atmosphäre während der Erdgeschichte sie viel größer waren als heute, und wenn das so ist, waren sie es auch in den Ozeanen. Tatsache ist ferner, dass der pH-Wert der Ozeane von 8,2 auf 8,1 gefallen ist. Das ist nicht mehr als eine kleine Verringerung der Alkalinität, denn erst ab pH = 7 wird das Meerwasser sauer. Ob die gegenwärtige Änderung von 8,2 nach 8,1 neu und einmalig ist oder auch größer werden kann und wie sie früher war und sich periodisch verändert hat, ist unbekannt, denn Langzeit-Messungen liegen nicht vor.
CO2 und H2O wollen nur ganz wenig miteinander zu tun haben und trennen sich nach ihrer ersten Verbindung zu Kohlensäure sofort wieder. Nur 1% der Kohlensäure reagiert und verbindet sich mit dem im Wasser reichlich vorhandenen Kalzium zu Kalziumkarbonat, also Kalk, und da dies im Wasser nur zu 0,0114 g/l löslich ist, während sich ständig neues bildet, muss es als Kalkschlamm sedimentieren, der dann zu Kalkstein wird. Falls er irgendwann gehoben wird, kann er ganze Gebirge bilden – CO2 sei Dank! Das ist seine rein chemische Seite.
Die Biochemie ist komplizierter und hat viele Seiten *: Eine ist, dass viele Tierarten aus Kalk ihre Skelette bilden und der Laie sich wundert, wenn er beim Wandern am Watzmann Muschelschalen findet. Aber nicht nur Muscheln oder ähnliches. Unsere Kalkalpen, z.B., bildeten sich zum großen Teil aus den Kalkskeletten von Einzellern. CO2 machte es möglich, dass der Kalk ihrer Skelette entstehen konnte.  
Noch mehr: CO2 ist auch Baumeister der Korallenriffe – ihr Wachstum beginnt mit Algen, die in den Korallen leben, und die sowohl zum Leben und Wachsen CO2 benötigen als auch die Weichteile damit versorgen, die dann ihrerseits die Kalkskelette bilden, die das Riff ausmachen. Außer den großen Korallenriffen der heutigen tropischen Meere gibt es unzählige fossile Kalkmassen aus Massenkalk, auch in unseren Mittelgebirgen können wir sie bewandern – im Harz, im Sauerland und in der Eifel. Und alles waren Korallenriffe im Ozean. Ihr CO2-Gehalt war wesentlich höher als heute – und das war gut so, denn es hat jede Menge Kalkstein produziert.
Also: ohne den Baumeister CO2 kein Kalkstein, keine Korallenriffe! Zugegeben, damals waren die CO2-Gehalte größer als heute. Ob der pH-Wert möglicherweise doch etwas niedriger oder größer war als in der geologischen Gegenwart, und ob und wie er sich geändert hat, ist unbekannt.
Und last but not least:  Was bewirken die großen CO2-Mengen, die ständig und zusätzlich aus den Schloten und Vulkanen am Meeresboden austreten. Man kennt weder ihre Mengen noch ihre zeitlichen und örtlichen Änderungen. Eines ist sicher: auch sie sind an der Bildung von Kalk und von Korallenriffen beteiligt.
Eines lässt Rahmstorfs Versauerungs-Theorie allerdings fragen: was hat diese Art von Klima- bzw. Meeresforschung mit Naturwissenschaften zu tun ? 

Update 25.6.14:

Viele Fakten zur Ente von der "Versauerung der Ozeane" finden Sie hier


Friedrich Karl Ewert 

* Auszug aus die kalte Sonne zum Thema (hier):

Die Natur will aber nicht so richtig mitspielen: Viele Pazifikinseln wachsen derzeit, da die Korallen dem Meeresspiegelanstieg einfach mit verstärktem Wahstum entgegentreten (siehe “Kiribati geht unter – oder vielleicht doch nicht?“). Allmählich dämmert den Inselstaaten, dass das blöde Gejammere wohl eher Investoren abschreckt, anstatt Geld in die Kasse zu spülen (siehe “Südseeinseln trotzen dem Meeresspiegelanstieg: UNO weist Klimaschadensersatzansprüche der pazifischen Inselstaaten ab“). Auch die UNO hat jetzt genug von dem Klimaflüchtlings-Theater und wies entsprechende Ansprüche ab (siehe “Südseeinseln trotzen dem Meeresspiegelanstieg: UNO weist Klimaschadensersatzansprüche der pazifischen Inselstaaten ab“). Ob der AOSIS bekannt ist, dass im Pazifik langfristige Zyklen den Meeresspiegel beeinflussen? Siehe “Meeresspiegelentwicklung im tropischen Pazifik folgt natürlichen Zyklen“.




BGR Präsident Kümpel: „Die Risiken, die im Zusammenhang mit der Schiefergasförderung dargestellt werden, halten wir für überzogen.“

"Wir kennen aus geowissenschaftlicher Sicht keinen Grund, der es verbieten sollte, Fracking durchzuführen", so Kümpel. Die Bundesregierung will dagegen dem Vernehmen nach noch vor der Sommerpause Auflagen für dieser Technologie beschließen, die auf ein Moratorium hinauslaufen könnten.
Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD heißt es dazu, Fracking sei eine "Technologie mit erheblichem Risikopotential“ und eine „falsche Antwort auf die Energiefrage“. Umweltschützer, Bürgerinitiativen und Politiker befürchten vor allem, dass die bei dieser Technologie eingesetzten Chemikalien das menschlich nutzbaren Grundwasser kontaminieren könnten. Zwar könne er diese Bedenken bei Bürgerinnen und Bürgern verstehen, sagt Kümpel in diesem Gespräch, in dem die am meisten genannten Risiken erörtert werden. 
Aber, so Kümpel wörtlich: "Die Risiken, die im Zusammenhang mit der Schiefergasförderung dargestellt werden, halten wir für überzogen." In der Öffentlichkeit würden oft falsche Bilder benutzt und Szenarien gezeigt, die mit dem "Fracking" nichts zu tun hätten. "Fracking" sei in Deutschland zur Gewinnung von Erdgas aus tiefen Erdschichten und bei der Geothermie schon seit über 50 Jahren mehr als 320 mal angewandt worden, woraus man – wie auch aus der millionenfachen Nutzung in den USA – Erfahrungen gewonnen habe. 
Deshalb könne man sagen, "dass aus unserer Sicht die Schiefergasförderung durch Fracking und Horizontalbohrung unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und unter Einhaltung der technischen Standards eine Technik ist, die ein verschwindend geringes Risiko in sich trägt." Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sei sich mit den geologischen Diensten der Bundesländer darin einig, so Kümpel, "dass wir Mühe haben, Risiken zu sehen, die es verbieten würden, diese Technik einzusetzen." 
Übernommen von der RBB Ingo Kahle Seite. Der Beitrag kann dort auch abgehört werden

BGR – Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

1               Energiestudie 2013 der BGR

Mehr Informationen: [bgr.bund.de]

Frac Faocus Chemical Disclosure Registery

2               Häufigste Chemikalien beim Fracking

Mehr Informationen:[fracfocus.org]

ExxonMobil

3               Erdgassuche in Deutschland

Mehr Informationen:[erdgassuche-in-deutschland.de]

WEG – Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e.V.

4               Website der Erdgasproduzenten

Mehr Informationen: [erdoel-erdgas.de]




In der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft regt sich Widerstand gegen den Klimaalarmismus

Zur Situation im Fach Meteorologie-Klimatologie

Aus lange gegebenen Anlässen beobachten Kollegen in meteorologischen Fachkreisen mit Besorgnis, dass sich in ihrem Fachgebiet (vornehmlich in der Klimatologie) Entwicklungen zementieren, welche sie aus wissenschaftlicher Sicht einfach nicht akzeptieren können und die darüber hinaus auch nicht ihrem Berufsethos entsprechen.
Bei diesen Entwicklungen handelt es sich zunächst um so etwas wie eine Demokratisierung der Wissenschaft: Jedermann darf und soll in ihr mitbestimmen; in der Meteorologie-Klimatologie umfasst Jedermann weltweit ein unübersehbares Heer von organisierten, kaum bekannten Personen, bei uns fast schon die gesamte Öffentlichkeit. Die dadurch erfolgte Veränderung des Begriffs Wissenschaft hat nach unserer und anderer Überzeugung zu negativen Auswirkungen auf die Qualitätsstandards in ihr geführt.
Dies betrifft in besonderem Maße die Debatte um den Klimawandel. Mit ihrem CO2-Konsens führte eine Gruppe, die sich zwar aus bekannten ‒ sich mit dem Klima befassenden ‒ Kollegen, doch auch aus einer großen Zahl von Klimafunktionären aus allen nur denkbaren gesellschaftlichen Bereichen zusammensetzt (s. o.), eine quasi verbindliche Interpretation zur Ursache des Klimawandels in diese Wissenschaft ein, ‒ was doch ein völlig wissenschaftsfremder Vorgang sein sollte. Zweifel an dieser Interpretation sind mehr oder weniger verboten. In der Klimatologie betreffen diese Zweifel mitgeteilte Datensammlungen oder übernommene Ergebnisse von kaum überprüfbaren Modellrechnungen anderer.
Der stete Hinweis auf den Konsens unter den genannten Klimatologen, die einen anthropogen verursachten Klimawandel zu belegen trachten, hatte zur Folge, dass ein Ende der Debatte über Grundsatzfragen quasi verordnet wurde. Dadurch grenzte man in diesem Fachgebiet eine größere Zahl von Fachkollegen bleibend aus. Eine solche Ausgrenzung und die damit verbundenen unabsehbaren Folgen sind für uns ‒ und auch nach Überzeugung vieler uns bekannter Fach-Meteorologen ‒ eigentlich nicht zu verantworten; dies gilt jedenfalls, wie wir meinen, im Hinblick auf unseren wirklichen Kenntnisstand auf diesem Gebiet.
Wir wünschen uns daher, dass allgemein ‒ und auch in unserem Wissenschaftsgebiet ‒ eine Rückkehr zu einem vorurteilsfreien Wissenschaftsbetrieb früher üblicher Art zustande kommt. Dies beinhaltet die Freiheit der Mitteilung von ‒ natürlich soliden ‒ wissenschaftlichen Ergebnissen, auch wenn diese dem Mainstream (etwa den IPCC-Berichten) nicht entsprechen.
Wiedergabe der Stimmung einer Gruppe von Mitgliedern des ZV Berlin-Brandenburg der DMG,
i. A. B. Barg, W. Fett, H. Fortak, K. Knüpffer
———————————
Der DMG gebührt Dank, dass dieser Beitrag erscheinen konnte. Allerdings handelt es sich um eine gekürzte und entschärfte Version. Am 16. Mai 2014 veröffentlichte Pierre Gosselin auf seinem Klimablog NoTricksZone den ursprünglichen Text des Artikels. Im Folgenden die Passagen, die es nicht in die Endfassung geschafft haben:
     Kaum wahrgenommen steht hinter derartigen Entwicklungen – zugegebenermaßen – auch das politische Ziel einer Veränderung der Gesellschaft, mag man das wollen oder nicht. Gegenwärtig soll es die weltweit nachhaltige Veränderung derselben sein.
     Bei dieser politischen Aktion macht die Meteorologie-Klimatologie an prominenter Stelle entscheidend mit. Der – vorgebliche – CO2-Konsens dient dabei als Hebel innerhalb einer Gruppe, die sich zwar aus bekannten – sich mit dem Klima befassenden – Kollegen, doch auch aus einer großen Zahl von Klimafunktionären aus allen nur denkbaren gesellschaftlichen Bereichen zusammensetzt (s. o.). Beide Gruppen führten mit ihrem Konsens gemeinsam ein verbindliches Dogma in diese Wissenschaft ein (was doch ein völlig wissenschaftsfremder Vorgang ist.)
     Derartiges gibt es aber in der Geschichte der Wissenschaft nicht zum ersten Mal. Im vorliegenden Falle entstand dieses Dogma zwar auf demokratischem Wege (durch Konsensabstimmungen?) letztendlich doch fast auf diktatorischem. Denn Zweifel an diesem Dogma sind de facto verboten und werden bestraft? – In der Klimatologie betreffen diese Zweifel mitgeteilte Datensammlungen oder übernommene Ergebnisse von kaum überprüfbaren Modellrechnungen anderer. Derartiges war bisher doch mittels unserer so gefeierten freiheitlich-demokratischen Grundordnung als überwunden betrachtet worden!
 Der Beitrag erschien zuerst bei Notrickszone und in Deutsch bei "Die kalte Sonne".  




Schweizer Arbeitsplätze fallen der deutschen Energiewende zum Opfer

Bild rechts: Zeichen am Himmel: Dunkle Wolken über der Zukunft der Windenergie
So wie bekanntlich die Revolution ihre Kinder frisst, so frisst die deutsche Energiewende ihre Geschwister: „Klassische erneuerbare Energien“ wie die bereits seit vielen Jahrzehnten etablierte Wasserkraft, die sich dem Markt stellen müssen, werden durch den hoch subventionierten Strom aus Windanlagen, Solarparks oder Faulgasanlagen mit der gleichen brutalen Rücksichtslosigkeit aus dem Markt gedrängt wie die konventionellen Anbieter. Und das trifft nicht nur Stromerzeuger in Deutschland: Die sinn- und planlos zum falschen Zeitpunkt erzeugten Überschussmengen werden mit Methoden, die an den ungezügelten Nanking-Kolonialismus der Briten in China erinnern, auch in die Netze der Nachbarländer gedrückt (Bild 1) und ruinieren den dortigen Kraftwerksbetreibern das Geschäftsmodell.
 
Bild 1. Am 11.5.2014 wurde in Deutschland Strom wegen der chaotischen Überproduktion aus Wind- und Solaranlagen mit Geldgeschenken bis zu 65 € pro MWh in die in- und ausländischen Märkte gedrückt – nichts anderes als frühkolonialistisches Dumping (Grafik: Rolf Schuster)
Besonders übel trifft es dabei gerade in den Alpenländern die dort bisher sehr gut aufgestellten Betreiber von Wasserkraftwerken, Bild 2. So auch die Axpo AG, den größten Schweizer Produzenten von Strom aus Wasserkraftwerken. In einem Interview mit der „Berner Zeitung“ vom 7. Juni 2014 [BERN] klagte Axpo-Verwaltungsratspräsident Robert Lombardini, dass man inzwischen wegen der Ertragsausfälle und der ungewissen Zukunft in der Zwickmühle stecke und Geld aktuell nur noch im Winter verdient werde. Wenn es keine Änderung gebe, so könne die Axpo bis zu einer Milliarde Franken verlieren. Die Situation sei alarmierend, weil in den nächsten drei bis fünf, wenn nicht gar zehn Jahren keine Änderung des Ist-Zustandes zu sehen sei. Er frage sich, wie es so weit habe kommen können, dass die Wasserkraft plötzlich nicht mehr rentabel sei.

Bild 2. Bereits vor Generationen haben vorausschauende Schweizer Unternehmen viel Wagemut und Kapital in den Ausbau von Wasserkraftwerken – hier das Grimsel-Kraftwerk der KWO – investiert

Im Sommer läuft das Wasser künftig ungenutzt ab

Im Sommer, so R. Lombardini, werde es angesichts der aus dem europäischen Ausland verfügbaren Strommengen bald so weit sein, dass man gezwungen sei, das Wasser ungenutzt neben den Turbinen vorbeizuleiten. Es mache keinen Sinn, sich aufgrund der dann am Markt geltenden Tiefstpreise noch finanziell dafür bestrafen zu lassen, dass man Energie ins Netz einleite.
Aus dem gleichen Grund wurde bei der Axpo auch die Investitionstätigkeit weitgehend eingestellt. Neue Anlagen sind kaum noch geplant, es wird nur noch da investiert, wo es unbedingt nötig ist. Wegen der Ertragsausfälle und der ungewissen Zukunft steckt das Unternehmen in einer Zwickmühle zwischen schlichter Aufrechterhaltung des Bestands und der eigentlich erforderlichen Erneuerung der Anlagen. Man könne im Prinzip nur noch versuchen, den vorhandenen Bestand an Wasserkraftwerken mit möglichst wenig Aufwand sicher am Netz zu halten. Wenig Freude dürfte dies bei der Schweizer Regierung hervorrufen, denn für deren ambitionierte Energiewendepläne – einschließlich eines massiven Ausbaus der Wasserkraft – bedeutet dies einen herben Rückschlag. Für die eigentlich dringlichst erforderlichen Investitionen in Neuanlagen und größere Kapazitäten dürfte angesichts der desolaten Marktsituation schlicht kein Geld da sein.

Das Aus für „Europas Batterien“

Im gleichen Zusammenhang trifft es ausgerechnet auch Projekte, die gerade aus Sicht der „Energiewende“-Strategen eigentlich von zentraler Bedeutung sind, nämlich die Alpen-Pumpspeicherkraftwerke (Bild 3), die von manchen Politikern gerne vollmundig als „Batterien Europas“ angepriesen werden. Zu den Projekten, die nach Ansicht von R. Lombardini angesichts des aktuellen Marktumfeldes kaum noch Aussicht auf eine Realisierung haben, gehört auch die geplante Erweiterung des Pumpspeicherkraftwerks der Kraftwerke Linth-Limmern AG im Kanton Glarus. Damit würden volle 1000 MW bereits geplante Speicherkapazität wegfallen.
 
Bild 3. Eine Pumpen-Turbinengruppe in einem Schweizer Pumpspeicherkraftwerk

Während eine erste Entlassungswelle 300 Mitarbeiter trifft…

In das Bild passt dann auch eine Meldung des Internet-Nachrichtendienstes Bluewin.ch vom 16. Juni 2014 [BLUE]. Aufgrund der niedrigeren Großhandelspreise für Strom wurden der Axpo die Ergebnisse gründlich verhagelt. Insgesamt sank laut einer Medienmitteilung des Konzerns die Gesamtleistung (Umsatz) um über 10 Prozent auf 3,57 Mrd. Franken. Beim Betriebsergebnis vor Steuern (EBIT) verzeichnete die Axpo im Vergleich zum letzten Geschäftsjahr ein Minus von rund 25 Prozent auf 545 Mio. Franken. Unter dem Strich blieben 502 Mio. Franken übrig, rund 16 Prozent weniger als 2012/13. Alleine die in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2013/2014 erforderliche Preissenkung für die Stromlieferungen an die Kantonswerke per 1. Januar habe das Ergebnis um rund 25 Mio. Fr. sinken lassen.
„Wir sehen keinen Trend, dass die Strompreise sich erholen würden“, so Axpo-Chef Andrew Walo in diesem Zusammenhang. Deshalb müsse man rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen, indem man auch die laufenden Kosten senkt. Erreicht werden soll dies durch den Abbau von 300 der insgesamt derzeit 4460 Vollzeitstellen, das bedeutet die Entlassung von immerhin sieben Prozent der Belegschaft. Natürlich versucht man, diese Maßnahme durch zeitliche Streckung über drei Jahre und die Anwendung eines Sozialplans abzufedern. Dennoch bleibt die hässliche Tatsache bestehen: Die deutsche Energiewende (Bild 4) kostet in der Schweiz inzwischen Arbeitsplätze auch und gerade im Bereich der umweltfreundlichen, CO2-vermeidenden Wasserkraft.

Bild 4. Mit Wind- und Solaranlagen kann man sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern, während gleichzeitig die konventionellen Stromerzeuger vor die Wand gefahren werden

….setzen die Verursacher noch einen drauf

Angesichts der Härten, die für die betroffenen Mitarbeiter mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes verbunden sind, sollte die fast schon zynische Nonchalance, mit der die Schweizer Vertreter der Verursacher dieser Misere gerade eine neue politische Initiative lancieren, den einen oder anderen Mitbürger doch nachdenklich stimmen. Am gleichen Tag, an dem die Meldung über den Arbeitsplatzverlust bei der Axpo bei Bluewin publiziert wurde, erschien dort auch die Meldung, dass die die Schweizer Solar-Lobby Prosolar zusammen mit dem WWF Schweiz eine Abgabe auf den von ihnen so bezeichneten „Dreckstrom“ aus Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke durchsetzen wollen. Damit, so die Begründung, sollten angebliche „Marktverzerrungen“ gemildert und der Umwelt geholfen werden, ohne die Haushalte und die Wirtschaft unnötig zu belasten. Es gehe darum, die von der Allgemeinheit bezahlten externen Kosten der atomaren und fossilen Stromproduktion auszugleichen. Gleichzeitig führe dies zu einer „fairen Chance“ für die erneuerbare Energien. Dabei ist man nicht kleinlich und geht von einem Aufschlag von rund 10 Rappen pro kWh aus, was immerhin einen weiteren Kostensprung von rund 30 % auf die Stromrechnung bedingen würde.
 
Bild 5. Traurige Überreste einer Storchenmutter, die von einem Windrad guillotiniert wurde
Dieses Vorgehen kann man schon als dreist bezeichnen. Ähnlich wie in Deutschland hat die Schweizer EE-Lobby bereits vor einiger Zeit die sogenannte KEV-Abgabe durchgesetzt, welche den Betreibern von Wind- und Solaranlagen insgesamt schätzungsweise 10 Mrd. CHF auf Kosten des Stromverbrauchers in die Kassen spülen wird. Während Schweizer Kraftwerke aufgrund des subventionierten Stroms aus Deutschlands EE-Kraftwerken um ihre Existenz kämpfen müssen, will man ihnen jetzt zusätzlich noch Strafabgaben aufbrummen. Besonders verachtenswert ist hierbei die Rolle des WWF: Dass jede der von ihnen so heiß befürworteten Windenergieanlage jedes Jahr unzählige Vögel und Fledermäuse erschlägt (Bild 5), scheint für diese angeblichen Naturschützer überhaupt nicht ins Gewicht zu fallen. Es wird Zeit, aufzuwachen und diesen Leuten die Spendengelder zu streichen.
Fred F. Mueller
Quellen:
[BLUE] http://www.bluewin.ch/de/news/wirtschaft—boerse/2014/6/16/axpo-baut-in-den-naechsten-drei-jahren-300-stellen-.html
[BLU2] http://www.bluewin.ch/de/news/wirtschaft—boerse/2014/6/16/swissolar-und-wwf-fordern-abgabe-auf–dreckstrom-.html
[BERN] http://www.bernerzeitung.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Die-Axpo-fragt-sich-Wie-konnte-es-so-weit-kommen/story/19719269