Mathematik? Brauche ich nicht, hat mich nie interessiert!

Ähnlich hätte sich vor einigen Jahrhunderten ein australischer Ureinwohner geäußert. Zahlen? Meine Sprache hat doch Zahlwörter bis 3, braucht denn jemand mehr?
Da waren die gemeinsamen Vorfahren der Ungarn und Finnen schon vor Jahrtausenden weiter: Sie konnten doppelt so weit zählen, bis sechs. Das haben Sprachforscher herausgefunden. Offenbar gab es eine finnisch-ugrische Ursprache, gesprochen von einem Volk, das dann weit auseinander gewandert ist. Die Nachkommen leben heute jenseits und diesseits des Urals, am Polarkreis und in der Puszta. Ihre Sprache hat sich in über 10 sehr verschiedene Regionalsprachen aufgespalten, aber alle haben noch gemeinsame Zahlwörter bis 6. Die Zahlwörter ab 7 wurden jeweils aus verschiedenen anderen Sprachen übernommen. Da ist der Schluss zwingend: Vor der Trennung des Volkes hörte das Zählen bei 6 auf.
Unsere indogermanischen Vorfahren waren noch weiter gekommen, auf jeden Fall über die 10 hinaus. Deren Ursprache hat sich in 2 Gruppen geteilt, die man Kentum- und Satem-Sprachen nennt, nach dem Wort für 100. Das muss aber nicht bedeuten, dass die Leute vor der Trennung noch nicht bei 100 waren.
In diese früheste Zeit, vor der Entstehung unserer Zivilisation, würden unsere Matheflops noch passen.
Die dann folgende Entwicklung zu Städten, Handel, Astronomie, Kalender lief an den Matheflops vorbei, sie hatten daran keinen Anteil. Was unserer Zivilisation zugrunde liegt, wird von ihnen ignoriert. 
Wurzeln, Exponenten, Logarithmen, Winkelfunktionen? Oder Pythagoras? Man muss doch nicht alle griechischen Restaurants kennen! Was soll überhaupt der Umgang mit Zahlen, halten wir uns besser an Christian Morgenstern:

Morgenstern stellte seine ulkige zahlenfreie Welt dar im Gedicht vom „Lattenzaun, mit Zwischenraum, hindurchzuschaun“. Ein Architekt „nahm den Zwischenraum heraus und baute draus ein großes Haus“.

Absurd?
In einer Welt ohne Zahlen und Mathematik eigentlich nicht, da kann man sich sogar eine vollständige „Energiewende“ vorstellen. „Unsere ganze heutige Welt“ beruht jedoch tatsächlich auf Zahlen, und man müsste die Matheflops von allem Wesentlichen fernhalten.




Kernenergie-Freunde starten Petition für Atomstrom-Tarif

Jetzt zog Heinze nach und legte eine Online-Petition auf, um tausend Interessenten für einen Kernenergietarif zu gewinnen.
Frank Heinze: »Es wäre ein Durchbruch für den Klimaschutz und ein Zeichen gegen die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen. Unsere Stadt könnte damit Vorreiter in Deutschland werden, getreu ihrem Motto: Erlangen ist offen aus Tradition. Gerade einkommensschwache Bürgerinnen und Bürger könnten endlich wieder von sinkenden Strompreisen profitieren, statt das Solardach des Eigenheimbesitzers zu subventionieren.«
Gelänge dieses Vorhaben, wäre es wohl der erste Kernenergietarif in Deutschland.
Rainer Klute, Vorsitzender des Nuklearia e.V.: »Wer wirklich etwas für die Umwelt tun will, setzt auf Kernenergie. Denn anders als Wind- und Solaranlagen benötigt Kernenergie keine großen Landflächen und greift kaum in die Umwelt ein. Die Abfallmengen sind sehr gering, werden nicht in die Luft geblasen, sondern abgeschlossen aufbewahrt. Moderne Reaktoren können sogar fast alles davon als Brennstoff nutzen.« Klute hofft nun auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs in der nächsten Woche, das nationale Regelungen und Begrenzungen zur Förderung erneuerbarer Energien als nicht mit dem Grundsatz des freien Warenverkehrs in der EU vereinbar erklären würde. Das wäre das Aus für die Ökostromabgabe und würde Atomstrom aus dem Ausland auch finanziell attraktiv machen.
Dr.-Ing. Diethelm Schroeder-Richter, Gründer der Gruppe »Wir gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz – WE(E)G Erlangen« meint dazu: »Das EEG ist eine Ausgeburt der Planwirtschaft wie zu DDR-Zeiten und hat mit freiem Wettbewerb nichts zu tun. Die Subventionsabzocker des EEG dürfen damit per Gesetz dem kleinen Mann und Hartz-IV-Empfänger das Geld aus der Tasche ziehen. Der Umwelt nützt das nichts. Windräder töten Vögel und Fledermäuse und bewirken Gesundheitsschäden bei Menschen durch Infraschall. Sonnenpaneele enthalten Gifte wie Kadmiumtellurid und Dotierungsstoffe, für die es kein Endlager gibt. Geothermieanlagen gefährden wertvollen Ackerboden durch Versalzung im Falle einer Leckage des Thermalsolewassers.»
Über die Nuklearia
Der Nuklearia e.V. ist ein gemeinnütziger und parteiunabhängiger Verein zur Förderung der Kernenergie. Wir sehen in der Kernenergie eine wesentliche Säule der Energieversorgung. Fortschrittliche Reaktoren arbeiten sicher, sauber und nachhaltig. Atommüll lässt sich in Schnellen Reaktoren als Brennstoff nutzen.
Anders als erneuerbare Energien steht Kernenergie jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung und verbraucht keine großen Landflächen. Im Unterschied zu Kohle oder Gas ist Kernenergie CO2-arm und vermeidet Luftverschmutzung.
Kenntnisse über Kernenergie sind in Deutschland rar geworden. Das wollen wir ändern.
http://nuklearia.de/
Kontakt: Rainer Klute, E-Mail: rainer.klute@nuklearia.de, Telefon: 0172 / 2324824, Twitter: @Rainer_Klute, Facebook: Rainer Klute
Dieser Beitrag wurde auf der Nuklearia-Website in der Kategorie Pressemitteilung veröffentlicht.




Klimafehlalarm in Hannover: Die große Stefan Rahmstorf-Show beim Umweltausschuss des Niedersächsischen Landtages

In der Sache jedoch können ihm immer weniger Kollegen folgen (siehe Blogbeitrag “Rätsel Rahmstorf“). Dabei kam es in der Vergangenheit durchaus vor, dass Rahmstorf in seinem klimareligiösen Eifer die Grenzen des Erlaubten überschritt. So wurde der Forscher Ende 2011 wegen einer Blog-Attacke gegen eine Journalistin verurteilt, da er nach Meinung des Gerichts Unwahres behauptete (siehe Spiegel Online Artikel “Verurteilter Forscher: Eklat um Klimaberater der Bundesregierung” vom 1.12.2011).
In einem Blogartikel zu seinem Auftritt in Hannover schreibt Rahmstorf sehr schön:
Ich verschwende ja nur ungern meine Zeit mit “Klimaskeptiker”-Unsinn – aber manchmal wird man als Klimaforscher nolens volens damit konfrontiert.
Im folgenden wollen wir nun einige unserer wertvollen Minuten damit verschwenden, die Folien von Stefan Rahmstorf auf wissenschaftliche Plausibilität zu überprüfen. Man darf nicht vergessen, dass Vorträge in der Regel nicht durch offizielle Begutachtungsprozesse begleitet werden, ein Peer Review also fehlt. Da kann ein unabhängiger Blick von außen nur hilfreich sein.
Die Titelfolie hat Rahmstorf mit einer sahelähnlichen Dürresezene aus Frankreich aus dem Sommer 2003 verziert. Natürlich hätte er auch Schnee und Eis aus einem der unerwarteten Kältewinter der letzten 5 Jahre nehmen können. Passte aber offenbar nicht zu seinem Thema “Globale Erwärmung: Zum aktuellen Stand der Forschung”. Ein schöner Titel, der suggeriert, dass der Referent die Vielzahl der publizierten Studien in einer 360°-Rundschau diskutieren würde. Dem ist natürlich nicht so. Alles was nicht in sein alarmistisches Konzept passt, wird ignoriert. So sucht man vergebens nach Arbeiten, die so gar nicht in das CO2-dominierte Weltbild des IPCC passen wollen:
·       Neue Studie der Universität Potsdam und des Senckenberginstituts: Sonne verursachte in Kenia während der letzten 15.000 Jahre starke Schwankungen in den Niederschlägen
·       Neue Studie der Universität Kiel zur Jungsteinzeit in Irland: Klimazyklen durch Schwankungen der Sonnenaktivität ausgelöst
·       Meereisbedeckung der Ostsee war während der letzten 500 Jahre an die Sonnenaktivität gekoppelt
Auf Folie 6 geht Rahmstorf auf den Eiszeit-Warmzeit-Zyklus ein, der im 100.000 Jahresrhythmus abläuft und durch Änderungen der Erdbahnparameter gesteuert wird. Dabei wird eine PIK-Arbeit von Ganopolski, Rahmstorf et al. 1998 mit Simulationen zur Thematik zitiert. Vermutlich sollte den Hannoveraner Politikern hiermit gezeigt werden, dass die PIK-Modelle die Vergangenheit gut abbilden und daher auch für die Zukunft tauglich wären. Dem ist allerdings leider nicht so. In einer anderen PIK-Modellierung von 2012 rollen die PIK-Forscher wahre Schreckensszenarien zum Grönlandeis aus, die bei näherem Hinsehen nicht haltbar sind (siehe unseren Blogartikel “Kipp-Element auf wackeliger fachlicher Grundlage: Grönlands Eismassen lassen sich vom Potsdam-Institut keine Angst einjagen“). Und auch 2014 hat sich dies nicht gebessert. Neuer Pol, altes Spiel: “Der antarktische Geist aus der Flasche: PIK-Artikel zur Eisschmelze in der Ostantarktis enttäuscht mit schwacher Meeresspiegelanstiegsrate“.
Auf Folie 8 wird kurz die Ozeanversauerung als Gefahr dargestellt. Ein beliebtes Thema unter Klimaalarmisten in einer Zeit, wo sich die Temperaturen seit mittlerweile 16 Jahren hartnäckig weigern, weiter anzusteigen. Vermutlich wird Rahmstorf den Politikern verschwiegen haben, dass die Blütezeit der Korallenriffe in der Trias-, Jura- und Kreidezeit vor 150 Millionen Jahren stattfand, als die CO2-Konzentration der Atmossphäre ein Vielfaches des heutigen Wertes betragen hat (siehe unseren Blogartikel “Welche Rolle spielt die Ozeanversauerung? Eine Wissenschaftssparte mit noch vielen Fragezeichen“).
Auf Folie 9 wird die Klimasensibilität angesprochen, also die Erwärmungskraft des CO2. Rahmstorf führt Arrhenius von 1896 an, der – Trommelwirbel – denselben Wert herausbekam, den auch der IPCC heute immer noch vermutet. Hundert Jahre Forschung und der Wert bleibt stabil, sollen die Zuhörer des Ausschusses offenbar mit nach Hause nehmen. Aber weshalb erwähnt Rahmstorf nicht, dass neuere Arbeiten zu viel geringeren Werten kommen? Immer mehr Wissenschaftler kommen nun auf Werte um 2°C Erwärmung pro CO2-Verdoppplung. Und der Trend ist klar: Je länger geforscht wird, desto mehr sinkt die CO2-Klimasensibilität. Siehe:

·       Zwei weitere Studien finden eine stark reduzierte CO2-Klimawirkung von 1,3 Grad pro CO2-Verdopplung
·       Österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: Klimamodelle reagieren zu stark auf die Konzentration von Treibhausgasen
·       Eine weitere Studie plädiert für eine reduzierte Klimawirkung des CO2
·       Mojib Latif im Fachvortrag in den USA: Die CO2-Klimasensitivität ist vom IPCC zu hoch angesetzt worden
Auf Folie 10 zeigt Rahmstorf die Erwärmung seit 1880. Schön wäre natürlich gewesen, wenn er den Begriff “Kleine Eiszeit” in das späte 19. Jahrhundert eingefügt hätte, da ein Großteil der Erwärmung lediglich die Wiedererwärmung nach dieser natürlichen Kältephase darstelllt. Aber ohne diese Erklärung sieht es für die politischen Klimalaien in Hannover natürlich viel dramatischer aus.
Folien 11-13 zeigen den Meereisschwund der Arktis. Noch nie dagewesen? Vermutlich ist das arktische Meereis bereits vor 1000 Jahren zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmephase ähnlich stark abgeschmolzen gewesen. Damals besiedelten die Wikinger Island und Grönland, da ihre Schiffe nun plötzlich viel einfacher die eisarmen Nordmeere befahren konnten. Auch wird Rahmstorf dem Umweltausschuss verschwiegen haben, dass die Schmelze im Kontext der letzten Jahrtausende nicht ungewöhnlich ist (siehe “Neue Studie der Universitäten Göteborg und Stockholm: Arktisches Meereis war vor 10.000-6.000 Jahren stärker geschrumpft als heute“). Natürlich geht es bei Rahmstorf fast ausschließlich um CO2 als den Hauptschuldigen. Ein Blick über den doch recht beschränkten Horizont wäre jedoch sinnvoll, da auch andere Faktoren eine große Rolle zu spielen scheinen. Siehe “NABU: „Bis zu 50 Prozent der Erwärmung in der Arktis sind auf den Einfluss von Rußpartikeln zurückzuführen““). Und wenn schon die Arktis gezeigt wird, sollte es recht und billig sein, das antarktische Meereis ebenfalls zu zeigen. Dafür gab es aber leider keinen Platz bzw. keine Lust. Ansonsten hätten die Politiker natürlich erfahren, dass das Meereiss der Antarktis in den letzten beiden Jahren stetig angewachsen ist und die höchste Ausdehnung der gesamten Satelliten-Messära erreicht hat (siehe “Noch nie seit Beginn der Satellitenära war die Ausdehnung des antarktischen Meereis Ende Juli größer als in diesem Jahr“). Keiner hatte es kommen sehen.
Auf Folie 14 werden dann reale Temperaturdaten mit einer Prognose auf Basis von Klimamodellen mit fragwürdig überhöhter CO2-Klimasensibilität unzulässig vermischt. Immerhin kann man in der Graphik erkennen, dass das “mittelholozäne Klimaoptimum”, also die Zeit 8000-4000 Jahre vor heute, mindestens genauso warm wie heute war, vermutlich sogar 1-2 Grad wärmer. Zitiert wird u.a. ein Artikel von Shakun et al. 2012 aus Nature, der bei seriöseren Fachkollegen mit Pauken und Trompeten durchfiel (siehe “2</sub> vom Beifahrer zum Chauffeur: Fragwürdiger neuer Shakun-Artikel in Nature">Statistik-Trick befördert CO2 vom Beifahrer zum Chauffeur: Fragwürdiger neuer Shakun-Artikel in Nature“). Aus der gleichen Truppe stammt auch ein zweites von Rahmstorf angeführtes Zitat: Marcott et al. 2013. Auch diese Studie wimmelte von Fehlern und wurde von den Fachkollegen schnell als Machwerk enttarnt (siehe “Nach drei Wochen erneutem Hockeyschläger-Alarm war der Spuk wieder vorbei und der Skandal perfekt: Wie Jungforscher Shaun Marcott die Medienwelt hinters Licht führte“). Man wundert sich, dass Rahmstorf in seinem Vortrag hochumstrittene Literatur verwendet, die sich in der Fachwelt nicht durchgesetzt hat. Die fehlende Ausgewogenheit in Rahmstorfs Darstellung bereitet Sorge.
Folie 15 zeigt eine Zukunftsprognose zur Erwärmung, die mit den mittlerweile überholten, zu hohen CO2-Klimasensibitäten rechnet. Es wäre notwendig gewesen, wahrscheinlichere Alternativmodelle mit Sensibilitäten von z.B. 1.5°C oder 2°C vorzustellen. Auf den Folien 18-19 geht es um Hitzewellen, die im 21. Jahrhundert angeblich so häufig wie noch nie waren. Wiederum fragt man sich, weshalb Rahmstorf keinen Vergleich mit der Mittelalterlichen Wärmeperiode bringt. Vor 1000 Jahren war es so warm wie heute und es erscheint plausibel, dass die Hitzewellen-Situation ähnlich wie heute gewesen sein könnte. Im Titel von Rahmstorfs Vortrag heisst es “Zum aktuellen Stand der Forschung”. Wenn sich der Potsdamer wirklich an sein Thema gehalten hätte, dann hätte man an dieser Stelle Hinweise auf neue Studien gefunden, die eine anthropogen verursachte Zunahme der Hitzewellen für abwegig halten:
·       Fata Morgana: Potsdamer Hypothese überwiegend menschengemachter Hitzewellen bestätigt sich nicht
·       Neue Studie der Universität Michigan: Kaum Veränderungen in der Häufigkeit von Hitzewellen in den USA während der letzten 80 Jahre
·       Forscherinnen der University of New South Wales in Sydney: Es gibt keine belastbaren Hinweise darauf, dass die Temperatur-Variabilität extremer geworden wäre oder werden könnte
·       US-Hitzewelle 2012 unterliegt im Temperaturwettstreit gegen die Dust Bowl der 1930er Jahre
·       Überraschung in Westeuropa: Hitzesommer aus dem Jahr 1540 deutlich wärmer als vermeintlicher Rekordinhaber 2003
Auf Folie 21 springt Rahmstorf dann zum Meeresspiegel. Er zeigt eine Anstiegskurve, die um 1700 in der Mitte der Kleinen Eiszeit beginnt. Während der Kleinen Eiszeit stagnierte der Meeresspiegel, da die Gletscher der Erde anwuchsen. Erst im Übergang zur Modernen Wärmeperiode um 1900 stieg der Meeresspiegel wieder kräftig an und die Rate beschleunigte sich. Dies macht Sinn, denn die Wiedererwärmung nach der Kleinen Eiszeit hat Eis zum Schmelzen gebracht, dessen Wasser nun verstärkt in die Weltozeane floss (siehe auch: “Meeresspiegel in der Adria stagnierte während Kältephasen und beschleunigte sich während Wärmephasen“). Unerwähnt bleibt, dass in den letzten 50 Jahren keine Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs mehr festgestellt werden kann und sich der Anstieg auf eine Rate von 1,5 mm/Jahr laut Pegelmessungen stabilisiert hat (siehe: “Beschleunigte Meeresspiegelanstiege gehören schleunigst in die Mottenkiste“).
Auf Folie 22 geht Rahmstorf auf seine eigenen Meeresspiegel-Forschungen an der Küste von North Carolina ein. Leider fehlt der Hinweis, dass die Ergebnisse dieser Studien von vielen Fachkollegen angezweifelt werden. Es ist bezeichnend, dass die in der Arbeit postulierte Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs von den Behörden in North Carolina nicht als Planungsgrundlage anerkannt wird (siehe: “Senat von North Carolina erteilt Rahmstorfs beschleunigtem Meeresspiegel eine Absage“). Auf Folie 23 werden zahllose Meeresspiegel-Kurven aus der Deutschen Bucht gezeigt. Zitiert wird eine Arbeit von Wahl et al. aus dem Jahr 2011, in der die Forscher noch einen beschleunigten Anstieg für die vergangenen Jahrzehnte feststellten. Aus der Kurzfassung von Wahl et al. 2011:
An accelerated sea level rise is detected for a period at the end of the nineteenth century and for another one covering the last decades.
Mittlerweile gibt es jedoch eine neuere Arbeit des Wahl et al.-Teams – Wahl et al. 2013 – die die Dinge jetzt sehr viel nüchterner sieht:  “Neue Studie der Universität Siegen: Meeresspiegel in der Nordsee steigt seit 100 Jahren mit konstanter Geschwindigkeit – keine Beschleunigung“. In einer Pressemitteilung stellten die Wissenschaftler klar:
„Es gibt ein relativ konstantes Anstiegsverhalten des Mittleren Meeresspiegels seit Beginn des 20. Jahrhunderts, aber keinen außergewöhnlichen Anstieg in den letzten Jahrzehnten, den wir direkt dem Klimawandel zuschreiben könnten.“
Rahmstorf möchte das Ergebnis dieser neueren Arbeit zur Deutschen Bucht den Politikern in Hannover nicht zumuten und verschweigt die neue Studie einfach. “Zum Stand der aktuellen Forschung”? Fehlanzeige!
Auf Folie 27 macht Rahmstorf kräftig für seine Bücher Werbung. Gerne hätte er auch ein Cover unseres Buches “Die kalte Sonne” abbilden können. Aber vielleicht bekommen wir demnächst ja auch eine Einladung nach Hannover, dann würden wir allen Teilnehmern der Anhörung vielleicht sogar ein kostenloses Exemplar zur Lektüre überlassen…
Nach der kleinen Werbeeinlage muss sich Rahmstorf noch um die Sonne kümmern, die seiner Ansicht nach nur eine verschwindend geringe Klimawirkung besitzt. Die Geologie sieht dies komplett anders. Unzählige Studien haben die große klimabeeinflussende Kraft von Sonnenaktivitätsschwankungen eindrucksvoll bewiesen (Übersicht siehe hier). Es ist nun an den Klmamodellierern, die realen Entwicklungen der Vergangenheit nun endlich mit ihren Modellen nachzubauen und zu reproduzieren. Rahmstorfs Bezug in Folie 28 auf Satellitenmessungen der Sonnenaktivität ist wenig hilfreich, da hier noch immer große Kalibrierungsprobleme bestehen und Langzeittrends auf Basis dieser Daten daher unsicher sind. Auf Folie 29 tappt Rahmstorf wiederum in eine Falle. Er ignoriert Zeitverzögerungseffekte beim Aufbau von klimatischen Gleichgewichten und vergisst zu erwähnen, dass die Erwärmung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in eine Zeit außerordentlich hoher Sonnenaktivität fällt (siehe Erläuterungen und aussagekräftige Graphiken hier).
Fazit des Faktenchecks: Stefan Rahmstorfs Übersicht ist eine einseitige Darstellung, die vor allem seine klimaalarmistischen Neigungen widerspiegelt. Neuere Literatur, die nicht in sein Konzept passst, wird von ihm einfach ausgelassen. An einer fruchtbaren, ergebnisoffenen wissenschaftlichen Diskussion zeigt Rahmstorf keinerlei Interesse. Es ist daher zweifelhaft, ob Auftritte von Rahmstorf in politischen Gremien sinnvoll sind. Die politischen Entscheidungsträger werden an vielen Stellen im Unklaren gelassen, inwieweit Rahmstorfs Ansichten repräsentativ für die Fachwelt sind. Selbst der IPCC beendete die Zusammenarbeit mit dem Postdamer und setzte ihn in seinem letzten Klimabericht nicht mehr als Autor ein.
 Der Beitrag erschien zuerst bei "Die kalte Sonne" hier




Die Kernenergie ist wieder da

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Es ist genau drei Jahre her: Um 12.18 Uhr am Donnerstag, 30. Juni 2011, war es so weit: Bundestagspräsident Lammert bat die Abgeordneten zur Abstimmung per Handzeichen über die Novelle des Atomgesetzes und verkündete daraufhin: “Der Gesetzentwurf ist mit den Stimmen der vier Fraktionen CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen angenommen.” Deutschland hatte den Atomausstieg beschlossen. Die politische Klasse in Berlin war sich sicher – die Welt werde diesem Beispiel folgen. Tatsächlich aber passiert genau das Gegenteil.
Vor allem das neue Großmächte-Quartett (Brasilien, Russland, Indien und China) setzt massiv auf Atomenergie. In China sind nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) derzeit 29 neue Kernkraftwerke im Bau. Russland hat mit der Errichtung von zehn neuen Atomkraftwerken begonnen, in Indien werden bald sechs neue Meiler installiert sein. Der frisch gewählte indische Premierminister Narendra Modi erklärt: “Kernkraft wird ein Eckstein der indischen Energieversorgung.”
Doch nicht nur die aufstrebenden Wirtschaftsgroßmächte investieren massiv, immer mehr Länder entscheiden sich für den Neu-Einstieg, darunter die Türkei, Bangladesch, Ägypten, Jordanien, Nigeria und Vietnam. Selbst die Vereinigten Arabischen Emirate haben mit dem Bau eines Atomkraftwerks begonnen, ebenso Weißrussland und Finnland. Und rechtzeitig zur Fußball-WM meldet auch Argentinien den Spatenstich für ein neues Kernkraftwerk. Brasilien baut zwischen den Metropolen Rio de Janerio und Sao Paolo die Anlage “Angra dos Reis” am Atlantik. Auch die großen Bestände in Frankreich und den USA werden ausgeweitet. Der IAEA-Generaldirektor resümiert, die Kernenergie sei wieder ein globaler Wachstumsmarkt. Insgesamt seien weltweit 72 Kernkraftwerke neu im Bau; sie würden die bestehenden 435 Meiler massiv ergänzen……

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Wer erzeugt die „Wärmestrahlung“ und wer die „Lichtstrahlung“?

Materie ist energiegeladen, bewegte Atome erzeugen Wärmestrahlung
Alle Materie ist aus Atomen zusammensetzt. Diese sind in ständiger Bewegung. Es gibt kein Atom im Universum, das keine Wärme abgibt. Mag diese Wärme auch noch so winzig sein, sie ist doch niemals gleich null. William Thomson (1824-1907), der spätere Lord Kelvin, ist der Frage nachgegangen, bei welcher Temperatur jedwede Atombewegung erlischt und alle Atome sich in absoluter Ruhe befinden. Er fand heraus, dass alle Gase sich bei 1 Grad Temperaturänderung um den 273,2-ten Teil ihres Volumens ausdehnen oder zusammenziehen. Daraus folgerte er, dass es einen absoluten Temperatur-Nullpunkt gibt, bei -273,2° Celsius (O Kelvin). Bei dieser Temperatur ist der Wärmegehalt eines Stoffes, seine Energie, gleich null. Es ist zu vermuten, dass bewegte Atome die Quelle aller elektromagnetischen Strahlung sind. Die Atome enthalten Wärme. Wärme ist nichts anderes als die Bewegungsenergie der Atome und Moleküle. In festen Körpern ist es die Bewegungsenergie der Atome innerhalb eines Atomgitters.
Wärme ist die kinetische Energie der Molekülbewegung  und somit die Temperatur der Luft aus der kinetischen Gastheorie gemäß der Maxwell-Boltzmann-Verteilung berechenbar. Bei einem Luftgemisch von 80% Stickstoff (N2) und 20% Sauerstoff (O2) ergibt sich eine mittlere Molekül-Geschwindigkeit von etwa 500 m/sec. Ein leichtes Wasserstoffmolekül (H2) hätte eine mittlere Geschwindigkeit von etwa 1900 m/sec. Schwerere Gasteilchen wie CO2 besitzen ob des größeren Molgewichts bei gleicher Temperatur eine wesentlich geringere Geschwindigkeit. Sie reduzieren die mittlere Geschwindigkeitsverteilung, wirken folglich kühlend.
Wärme tritt überall dort auf, wo Atome vorhanden sind, also Materie. Jeder materielle Körper hat ein Gewicht, ist schwer. Das Gewicht wird verursacht durch das Schwerkraftfeld der Erde. Die Schwer- oder Gravitationskraft ist eine „Elementarkraft“, die zum Erdmittelpunkt gerichtet ist. Sie nimmt nach außen mit dem Quadrat der Entfernung ab. Daher hat jeder Körper auf der Erdoberfläche eine potenzielle Energie. Hebt man eine Kugel hoch, so erhöht man deren potenzielle Energie, die beim Fallenlassen in kinetische Energie gewandelt wird. Rollt eine Kugel auf einer waagerechten Fläche, so verliert sie nach und nach ihre Bewegungsenergie. Das Rollen der Kugel ist mit Reibung verbunden. Diese erhöht die Temperatur, erzeugt Wärme. Derartige Roll- oder Trittspuren geben die Wärme als langwellige Wärmestrahlung ab. Diese ist für das menschliche Auge nicht sichtbar, aber sehr wohl für das infrarotsensible Auge einer Klapperschlange, die auf diese Weise in aller Ruhe Mäuse ortet, verfolgt und verschlingt.
Führt man einem Stoff, etwa einem Stück Eisen, Energie zu, dann erwärmt es sich und ab einer bestimmten Temperatur kann man mit der Haut die Wärmestrahlung spüren. Deren Reichweite ist jedoch gering, vergrößert sich aber mit zunehmender Erhitzung. Erhitzt man das Eisenstück weiter, dann fängt es irgendwann schwach rötlich zu glühen. Bei weiterer Erhitzung geht die Rotglut in Gelbglut und schließlich Weißglut über. Das Eisen sendet nun nicht mehr nur unsichtbare infrarote Wärmestrahlung aus, sondern auch sichtbares Licht. Mit der Zunahme der Temperatur verschiebt das Maximum der abgestrahlten Energie in immer kürzere Wellenlängenbereiche. Es ist wie bei der Sonnenstrahlung, wo der Anteil der unsichtbaren Wärmestrahlung fast 50% der Gesamtstrahlung ausmacht. Es war Wilhelm Herschel (1738-1822), der im Jahr 1800 die Sonnenstrahlung durch ein Prisma leitete, in die Regenbogenfarben zerlegte und deren Temperaturen maß. Jenseits des Roten entdeckte er die Infrarotstrahlung. Die Gesamtenergie, die ein glühender Stoff abstrahlt, ist stets die Summe aus Wärme- und Lichtenergie.
Wenn auch Energie niemals ausgelöscht werden kann, so erleidet sie bei jeder Umwandlungsstufe einen Qualitätsverlust. Ein Anteil wird zu Wärme. Wenn kein Temperaturgefälle zur Umgebung mehr da ist, dann kann sie keine Arbeit mehr leisten, auch nicht mehr einen Raum heizen. Eine naturgesetzliche Eigenschaft der Wärme ist, dass sie stets vom Heißen zum Kalten fließt, niemals umgekehrt. Alle Materie hat nämlich das Bestreben, den ihr möglichen niedrigsten Energiezustand einzunehmen. Bringt man zwei Körper unterschiedlicher Temperatur zusammen, so wird sich der wärmere abkühlen, bis beide die gleiche Temperatur haben.
Die Wärmeenergie nimmt in der Natur eine Sonderstellung ein. Wärme fließt immer „bergab“, von höherer zu tieferer Temperatur. Das bedeutet: Zum Erwärmen eines Stoffes ist immer Energie nötig. Abkühlen tut er sich von ganz alleine. Aus dieser Beobachtung heraus formulierte Isaac Newton sein berühmtes „Abkühlungsgesetz“. Nur mittels Energiezufuhr kann Wärme Arbeit leisten, d. h. Wasser zum Verdampfen bringen, mit dem Dampf einen Kolben bewegen, somit einen Dynamo in Bewegung setzen und elektrischen Strom erzeugen. Mit diesem Strom kann man einem Raum beleuchten und einen Heizkörper erwärmen. Bei jedem Energieumwandlungsprozess geht ein Teil als Wärmeenergie unwiederbringlich verloren, vermindert sich die Arbeitsfähigkeit der ursprünglich erzeugten Energie.
Licht und Wärme sind beide elektromagnetische Wellen, die nur unterschiedliche Wellenlängen haben. Wärmestrahlung ist langwelliger als Lichtstrahlung, deren Spektrum von 0,4 bis 0,8 µm reicht. Wir Menschen können sie nur deshalb nicht sehen, weil die Nervenzellen unserer Augen auf sie nicht reagieren. Dafür können die Nervenzellen unserer Haut die Wärmestrahlung wahrnehmen, Gewinne wie Verluste registrieren, damit wir uns vor Überhitzung ebenso wie vor Unterkühlung schützen können. Bei Überhitzung fangen wir an zu schwitzen und nutzen die Verdunstungskälte zur Abkühlung der Haut. Bei Unterkühlung ziehen wir „nackte Affen“ Felle an, um den Wärmeverlust des Körpers zu reduzieren.
Nicht das Atom als Ganzes, nur seine Elektronen erzeugen Licht
Licht ist zwar auch elektromagnetische Strahlung, aber es spielt eine ganz besondere Rolle, denn es bildet die Grundlage für alles Leben auf der Erde. Vor allem ist das Licht die Energiequelle bei der Photosynthese. Die Photosynthese ist der Prozess, in dem die grüne Pflanze aus Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O) mit Hilfe des grünen Blattfarbstoffs (Chlorophyll) und des Sonnenlichts Kohlenhydrate (C6H12O6, z. B. Zucker, Stärke) und Sauerstoff (O2) produziert. In einem Jahr werden nach vorsichtigen Schätzungen 1010 Tonnen Kohlenstoff durch die Photosynthese fixiert, d. h. in Zucker bzw. Stärke umgewandelt. Diese riesige Menge an Kohlenstoff entspricht der Ladung eines Kohlenzuges, der fünfmal zum Mond und zurück reicht. Jeder Wagen enthalte 25 Tonnen Kohle und sei 10 m lang. Die Entfernung Erde – Mond beträgt 380 000 km. Der Zug hätte eine Länge von 3,8 Millionen km. Die Photosynthese ist der größte Syntheseprozess, den es auf der Erde gibt. Ohne CO2 in der Luft käme er zum Erliegen und mit ihm alles Leben auf der Erde.
Aber wie wird die Entstehung von Licht physikalisch erklärt? Dazu muss man sich das Atom näher ansehen. Bei der Wärme sind es die ganzen aus positiven und negativen Ladungen aufgebauten Atome, die sich bewegen. Die Elektronen verharren auf ihren angestammten Schalen und schwingen mit. Steigt die Wärmezufuhr von außen und beginnt Eisen rot zu glühen, dann ändern die Elektronen plötzlich ihre Energiezustände. Sie verlassen ihre Schale und springen auf eine höhere, weiter außen gelegene Schale. Dies tun sie nicht freiwillig, sie werden durch Energiezufuhr dazu gezwungen. Die Elektronen wollen wieder in ihren Grundzustand und fallen auf die ursprüngliche Schale zurück, wobei sie die aufgenommene Energie als Lichtwelle mit ganz bestimmter Frequenz wieder abgeben. Licht ist eine Art „Fallenergie“ der Elektronen in der Atomhülle.
Man bedient sich bei dieser Beschreibung dem 1913 von Niels Bohr (1885-1962) entworfenen Atommodell. Dieses Modell ist unserem Sonnensystem entlehnt, wo Planeten auf geschlossenen Bahnen die Sonne umkreisen. Atome bestehen danach aus einem schweren, positiv geladenen Kern und leichten, negativ geladenen Elektronen, die in verschiedenen Schalen auf geschlossenen Bahnen den Kern umkreisen. Da die Anziehungskraft des Atomkerns auf die Elektronen mit dem Quadrat der Entfernung abnimmt, werden bei äußerer Energiezufuhr zuerst die äußeren Elektronen Schalensprünge ausführen, denn ihre Bindung an den kern ist am schwächsten. Der Licht-Tanz der Elektronen zwischen den Schalen geht solange weiter, wie dem Atom Wärme zugeführt wird. Wird bei einer glühenden Herdplatte der Strom ausgeschaltet, so kann man zusehen, wie die Rotglut und mit ihm das Licht verschwindet. Es dauert aber noch längere Zeit, bis die Herdplatte soweit abgekühlt ist, dass man sie berühren kann, ohne sich die Finger zu verbrennen. Auch hier zeigt sich, dass die Abkühlung automatisch erfolgt, die Erhitzung aber viel Energie erfordert.
Inzwischen ist die „Theorie der Elektronensprünge“ von Niels Bohr längst überholt. Ab etwa 1925 haben sich quantenmechanische Atommodelle durchgesetzt, die den Elektronen keine Bahnen mehr zuweisen, sondern nur von Aufenthaltswahrscheinlichkeiten sprechen. Unser Verstand wird stark strapaziert, wenn wir begreifen sollen, dass Licht, je nach Experiment, mal als Welle, mal als Teilchen erscheinen kann. Diese mangelnde Eindeutigkeit bzw. Unschärfe der elementaren Materie führte zu der Erkenntnis, dass die Natur im Bereich der Atome nicht mehr eindeutig und dem Menschen verschlossen ist. Werner Heisenberg (1901-1976) hat diese Tatsache der Beobachtungsunschärfe im Quantenbereich als Erster erkannt und als Gesetz formuliert. Er erhielt dafür 1932 den Nobelpreis für Physik. Das menschliche Wissen hat also Grenzen, die die Natur selbst zieht. Die Natur will nicht, dass der Mensch alles über sie weiß. Wenn das für den Ist-Zustand schon gilt, wie viel schwieriger ist es dann, zukünftige Zustände zu berechnen und vorherzusagen? Meteorologen wissen ein Lied davon zu singen!
Spektralanalyse und „Treibhauseffekt“ vertragen sich nicht!
Wenn auch dem Mensch die inneratomaren Vorgänge mit dem „Tanz der Elektronen“ schleierhaft sind, so weiß er doch, dass jede Elementart einen einmaligen Atomaufbau hat, der sie von allen andern Elementen unterscheidet. Jedes Element zeigt beim Erhitzen eine für sie typische Art der Lichtaussendung. Gustav Kirchhoff (1824-1887) und Robert Bunsen (1811-1899) haben im Jahre 1859 die Spektralanalyse entwickelt und dabei erkannt, dass jedes Element in ganz charakteristischen Farben verbrennt. Dieser Umstand ermöglicht es, die genaue Zusammensetzung eines Stoffes zu bestimmen. Man muss den Stoff durch Erhitzen nur in den Gaszustand bringen, wobei jedes im Stoff enthaltene Element ein ganz bestimmtes Farbspektrum zeigt. Dies wird mit dem Spektrographen aufgezeichnet. Jedes Element sendet beim Verbrennen eine bestimmte Anzahl verschiedener Wellenlängen aus und bringt so ein immer gleiches Muster von Spektrallinien hervor, das kein anderes Element mit ihm teilt.
Jedes Element kann an den für es charakteristischen Spektrallinien identifiziert werden, so wie ein Mensch anhand seines Fingerabdrucks. Dies gilt aber nur für Atomgase mit ihren Linienspektren und Molekülgase mit ihren Bandenspektren. Heiße Festkörper zeigen weder Banden noch Linien, sondern fortlaufende kontinuierliche Spektren, die keine Elementbestimmung erlauben. Da jeder feste oder flüssige Körper ein kontinuierlicher Strahler ist, kann die Erde, deren atmosphärische Gase nur ganz selektiv auf ganz bestimmten Wellenlängen Strahlung absorbieren können, nicht an ihrer Abkühlung, der Wärmeabgabe durch Strahlung, gehindert werden.
In dem ganz entscheidenden Temperaturbereich mit Oberflächentemperaturen zwischen -50 und +100° Celsius ist die Atmosphäre transparent oder durchsichtig. Die Erde hat in dem Spektralbereich zwischen 8 und 12 Mikrometer ein „stets offenes Strahlungsfenster“, durch das ihre Wärmestrahlung ungehindert ins Weltall entweichen kann. Es gibt kein Zurück für sie! Keines der „Treibhausgase“ mit seinen stoffspezifischen Absorptionslinien kann dieses „Fenster“ schließen. Die Atmosphäre ist eine Gashülle und keine Glashülle, wie sie bei Gewächshäusern üblich ist. Letztere müssen aus Glas sein, weil zur Photosynthese Sonnenlicht unverzichtbar ist. Ebenso unverzichtbar ist auch das angebliche „Umweltgift“ CO2!
Oppenheim, dim Juni 2014  Dipl.-Met. Dr. phil. Wolfgang Thüne