Bard Offshore1 Wind liefert nicht – ist das „Rückgrat“ der deutschen Energiewende schon vor dem aufrechten Gang gebrochen?

Bard Offshore 1 ist das bei weitem größte deutsche Offshore Windprojekt mit 80 WKA und einer installierten Leistung von 400 MW. Es ging erst im vergangenen September vergangenen Jahres in Betrieb und wurde von den Medien als „Beginn einer neuern Ära“ gefeiert. Die Investitionskosten beliefen sich – bisher auf rd. 3 (1) Mrd €, und lagen damit um mehr als den Faktor 10 über dem gleich leistungsstarker konventioneller Kraftwerke. Mit dem zusätzlichen Unterschied, dass diese das ganze Jahr über ihre volle Leistung abgeben können, die Windparks hingegen nur bei Wind.
Der damalige Wirtschaftsminister und approbierte Augenarzt Dr. Philipp Rösler (FDP) sagte zur Eröffnung:

"Bard Offshore 1 ist das beeindruckende Pionierprojekt einer jungen Industrie, die das Potenzial hat, langfristig eine wichtige Rolle in unserem Energiemix zu spielen. Die erfolgreiche Fertigstellung des Windparks auf hoher See ist eine technologische und logistische Meisterleistung."

Wie man sich doch irren kann, wenn man Visionen nicht von der Realität unterscheiden will oder kann.
Im Welt-Online Beitrag lesen wir dazu heute:

Seit seiner Inbetriebnahme im September vergangenen Jahres fiel Bard Offshore 1 jedoch immer wieder überraschend aus. Es gab "in den vergangenen Monaten mehrere technische Störungen, in deren Folge es zu sogenannten Schutzauslösungen und damit ungeplanten Abschaltungen der Netzanbindung kam", heißt es in der Erklärung der Betreiber.
Seit dem 23. März liefert der Windpark überhaupt keine Elektrizität mehr. Ursprünglich war geplant, die Stromlieferungen zum Juni wieder aufzunehmen. Nun aber stellen sich die technischen Störungen als gravierender heraus als zunächst angenommen. Über die Kosten des Produktionsausfalls schweigen sich die Betreiber aus.“

Und das tun sie aus gutem Grund, denn eine dauerhafte Problemlösung ist nicht in Sicht, stattdessen werden die ohnehin gigantischen Kosten weiter unkontrolliert anwachsen.. Und das gilt auch für die anderen Offshore-Windparks, von denen es insgesamt erst 7 in Nord- und Ostsee mit gerade mal 146 Windrädern mit einer installierten Leistung von  628 MW [2]gibt.  Eine der Folgen ist, dass nicht nur der Namensgeber des Feldes, die Bard-Gruppe, inzwischen K.O. ging, sondern auch die anderen – vorzugsweise große Stadtwerke- weiter in die Miesen fahren werden.
Die Leipziger Strombörse gibt Aufschluss über das schwere Schicksal der Offshore Windparks. Ralph Schuster hat für uns freundlicherweise genauer hingeschaut.

Abb. 1 Vollaststundenäquivalent der deutschen Windkraftanlagen. Mit Vollaststundenäquivalent wird die Zeit in % der Jahresstunden bezeichnet in denen die WKA im Mittel ihre volle Nennleistung abgibt. Wie an der schwarzen Kurve für Offshore WKA zu sehen ist, stieg das Vollaststundenäquivalent von 7,2 % im Jahre 2009 auf 31,9 % 2011 steil an und fiel dann ebenso steil auf jetzt nur 12,3 % wieder ab. Eine abgeschaltete Windkraftanlage trägt eben mit Null zur Versorgung bei. Grafik Ralph Schuster
Obwohl die Daten mit dem 2013 enden und Bard Offshore 1 nur für kurze Zeit enthalten ist,  wird in Abb. 1 deutlich gezeigt, dass es bei der Nutzung der Offshore Windenergie nur 2011 eine kurze Blüte gab, die im wesentlichen vermutlich dem Feld Baltic 1 in der Ostsee zu verdanken ist, das in diesem Jahr in Betrieb ging. Danach ging es aus vielfältigen Gründen mit deren Nutzung, ausgewiesen durch das den Vollaststundeäquivalent, steil bergab.
Wie schlimm die Situation wirklich ist, wird klar, wenn man sich vergegenwärtigt,  dass die auf See generierte Energiemenge bis Ende 2013 zwar deutlich  zugenommen hat, von 38 GWh in 2009 auf 970 GWh in 2013, dass diese Zunahme aber unter Inkaufnahme einer um fast den Faktor 3 geringeren Nutzung der Anlagen einherging. Häufige und ungeplante Ausfälle, aber auch deutlich geringere Windernten sind der Grund dafür. Das kann und wird den Investoren bzw. ihrem Kreditgebern nicht schmecken, denn ihr eingesetztes Kapital bringt nicht den erwarteten, und für Zins und Tilgung, dringend benötigten Gewinn. Weitere Insolvenzen sind daher programmiert.
Das bedeutet aber auch, dass die von der Politik gewünschten 48 bis 50% Volllaststundenäquivalent kaum zu erreichen sind und ferner, dass die geplanten Stromautobahnen nicht die erforderliche Energiemengen liefern wird. Das nächste Desaster ist deshalb auch schon programmiert.


[1] Quelle : [1] Quelle : http://www.offshore-windenergie.net/windparks
[2] Quelle : http://www.offshore-windenergie.net/windparks




Können kommunale Windparks eine neue Einnahmequelle für die Gemeinden werden?

Denn alles ist abhängig von den Erlösen. Diese wiederum sind abhängig von den Windverhältnissen vor Ort, jedoch stark schwankend und nicht planbar. 97 % der Erlöse erhalten zusammen die Hersteller der Windräder, Baufirmen, Projektentwickler, Service-Unternehmen und die Banken. Den Kommunen verbleiben aus den Pachteinnahmen, dem Steueranteil, dem Gewinn/Verlust-Saldo sowie abzüglich der Zinsen für die Finanzierung des Eigenkapitals noch dürftige

0,7 % der Einnahmen.

Dafür tragen sie das gesamte Risiko bis hin zur Insolvenz. 
Hersteller, Bau- und Wartungsfirmen sowie Banken verdienen hingegen immer risikolos Geld.
In der beigefügten pdf Anlage (s.u.) lesen Sie den von einem Bürgermeister veranlassten Untersuchungsbericht über die Chancen und Risiken einer Beteiligung der Ortsgemeinde an Bau und Betrieb eines Windparks in Weisenheim am Berg im Hunsrück (Rheinland-Pfalz).

Wie verhält es sich mit den Windpark-Beteiligungen  für Anleger?

Werner Daldorf, Vorsitzender des BWE-Anlegerbeirats, hat 1.150 Jahresabschlüsse von 175 Windparks für 2002 bis 2011 ausgewertet. Daldorf arbeitet in Kassel als Steuerberater. Sein Ergebnis aus 1.150 Jahresbilanzen: Nur der Projektierer verdient immer.

„Bei differenzierter Betrachtung der Jahresabschlüsse von Windparks ergibt sich ein katastrophales Bild“.

stellt er fest.

"Die lnvestltlon in Wind­parks ist für die Anleger nur selten lukrativ. Die . Firmen, die die Räder aufstellen und vermark­ten, verdienen dagegen sehr gut."

fand Volker Nies von der Fuldaer Zeitung bei seiner umfangreichen Recherche

Was er noch heraus fand lesen sie in pdf Anlage der Fuldaer Zeitung vom 20.6.2014.

Related Files




Die GroKo macht ernst: Notfallvorsorge für den selbst verantworteten und gemachten Blackout wird bald Gesetz.

Unser Leser arbeitet seit mehreren Jahrzehnten in der Lebensmittelwirtschaft. Sein Verband – der Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V – schreibt ihm jetzt Auszug:

Die Lebensmittelwirtschaft zählt, aufgrund ihrer Rolle zur Lebensmittelversorgung der Bevölkerung, zu diesen sogenannten kritischen Infrastrukturen. 
Das BMEL bittet vor diesem Hintergrund, die in der Lebensmittelwirtschaft tätigen Unternehmen,  Informationen zu den vorhandenen Notstrom-Kapazitäten bereitzustellen.  Bitte entnehmen Sie alle weiteren Informationen dazu dem angehängten Rundschreiben.
Bundesverband der
Agrargewerblichen Wirtschaft e.V.
Beueler Bahnhofsplatz 18 – 53225 Bonn
Postfach 301 655 – 53196 Bonn
www.bv-agrar.de

Im Rundschreiben steht (siehe pdf Anlage) -Auszug- 

In diesem Zusammenhang hat des BMEL den Dachverbänden der Lebensmittelwirtschaft zum Thema „Notstromversorgung im Bereich kritischer Infrastrukturen für den Sektor Ernährung“
folgende Fragen gestellt:
1. Welche stationären Netzersatzanlagen sind zur Eigenvorsorge der Unternehmen installiert? (Anzahl und Kapazitäten)
2. Welche mobilen Netzersatzanlagen werden von den Unternehmen vorgehalten? (NEA ab 75 kVA; Anzahl und Kapazitäten)
3. Welche Notfallpläne hinsichtlich eines langanhaltenden und großräumigen
Stromausfalls liegen bei den Unternehmen vor? (Bezogen auf Organisation und
Personal)
4. Liegt ein Notfallplan bei den Zulieferern der Unternehmen vor?
Angesichts der Relevanz des Anliegens bitten wir Sie um Beantwortung oben genannter Fragen.
Wir werden die Antworten sammeln und in anonymisierter Form an das BMEL weitergeben. Das
Ergebnis der Abfrage beruht auf freiwilligen Angaben und kann kein vollständiges Bild der Branche darstellen. Wir werden dies entsprechend gegenüber dem BMEL darstellen. Aufgrund der vom BMEL genannten Frist, bitten wir um Ihre Rückmeldungen bis zum 15. August 2014. 

So wie diesem Leser wird es wohl bald sehr vielen Betrieben gehen, die neben den immensen Kosten der Energiewende, nun auch noch die Kosten für ihre Absicherung gegen diese, von der Regierung planmäßig durchgeführter Zerstörung der Energieinfrastruktur, zu schultern haben.  
Wie wir zudem aus sicherer Quelle erfahren haben, bereiten sich derzeit viele regionale Versorger auf großflächige Stromausfälle in ihren Versorgungsgebieten vor. Diese Vorbereitung geschieht aber im geheimen, da man die bisher sorg- und ahnungslose Kundschaft nicht beunruhigen will.
Denn das würde uns erwarten. Ein nur einstündiger bundesweiter Blackout würde nach Schätzungen von Experten bereits heute mit rd. 600 Mio € [1]zu Buche schlagen. Von den vielen Toten und Verletzten die infolge des Zusammenbrechens allein der Verkehrsinfrastuktur zu beklagen wären, noch nicht gesprochen
Und die Energiewende steuert Deutschland in rasantem Tempo auf dieses -vor wenigen Jahren noch völlig undenkbare- Schreckens-Scenario zu. Gab es vor einigen Jahren in ganz Deutschland nur ca. 3-4 ernsthafte Störungen (> 15 sec, kürzere wurden bislang nicht erfasst) des Elektrizitätsnetzes, im Jahr, so wurden bereits im Jahr 2012 knapp 1000 [2] davon gezählt. Die Zahl für 2013 wurde noch nicht veröffentlicht, doch kleiner wurde sie bestimmt nicht. Dieses Jahr wird sich die Zahl weiter deutlich erhöhen, das steht schon fest.
Nachtrag heute durch Leser H. Becker:

Hier sind ein paar "reale Fakten": Vom 01. Jan. bis gestern 04. Juli 2014, 15.00 Uhr gab es im deutschen Stromnetz 1854 Redispatch-Maßnahmen, im Durchschnitt 10 pro Tag. Dabei waren z. B. allein am 16.Febr. 27 Eingriffe (Gesamtleistung ca. 14 GW, Gesamtenergie ca. 51,5 GWh)erforderlich.

Damit wird immer klarer, dass die deutsche Regierung mittels der Energiewende einen unerklärten Krieg gegen das eigene Volk führt. Geplante Rationierung (Abschaltung von Großverbrauchern bei selbst herbeigeführten Engpässen) und Notfallplanung für kurzfristig erwartete, wiederum selbst herbeigeführte Katastrophen, und das alles in Friedenszeiten ohne äußere Bedrohung, sprechen eine deutliche Sprache. Dabei spielt es keine Rolle, dass scheinbar große, aber in dieser Sache völlig ahnungslose Teile der Bevölkerung dieses Landes, diese Energiewende zu wollen vorgibt. Sicher ist, deren zwangsläufigen Folgen wollen sie bestimmt nicht.
Es wird daher höchste Zeit diesen Wahnsinn zu beenden, bevor der Schaden irreparabel groß wird.


[1] Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article121265359/Jede-Stunde-Blackout-kostet-600-Millionen-Euro.html
[2]Quelle: Handelsblatt und http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2013-01/25786072-netzbetreiber-kaempfen-zunehmend-gegen-blackouts-003.htm

Related Files




Kapazitätsmärkte — Markt- oder Planwirtschaft?

Das Besondere des Strommarktes

Die Gewinnung und Verteilung elektrischer Energie ist außergewöhnlich kapitalintensiv. Kraftwerke und Stromnetze kosten Milliarden. Sie sind anschließend für Jahrzehnte nutzbar. Nur durch die Verteilung der Kosten auf viele Jahre, ist das Produkt elektrische Energie überhaupt zu geringen Preisen lieferbar. Doch genau darin besteht das außerordentliche betriebswirtschaftliche Risiko: Niemand kann den genauen Bedarf in Jahrzehnten voraussagen.
Zu Beginn der Elektrifizierung ist man deshalb sehr schnell zu staatlich regulierten Monopolen übergegangen. Besonders bei der Verteilung (Leitungsnetze) erscheint es noch heute sinnvoll, an jedem Ort nur ein Netz zu betreiben. Die ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal. In wie weit, dieses Gebietsmonopol wirklich natürlich oder eher politisch gewollt ist, sei dahingestellt. So geht z. B. in der Telekommunikation der Trend durchaus zu (zumindest auf Teilstrecken) parallelen Leitungen oder bei Erdgas zu parallelen Systemen (Pipeline und LNG). In der Stromwirtschaft dagegen, wird jede Diversifizierung sofort im Keim erstickt. Jüngstes Beispiel ist die nachträgliche Belastung von Eigenerzeugung mit staatlichen Abgaben.
Seit je her, hat man versucht das Dilemma zwischen hohen Fixkosten und (teilweise) sehr geringen variablen Kosten durch Leistungs- und Energiepreise abzubilden. Einzige Ausnahme waren die Kleinverbraucher (Haushalte), bei denen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis zueinander standen. Der Leistungspreis deckte dabei einen erheblichen Anteil der Fixkosten bei Erzeugung und Verteilung ab. Er genügte folgenden Anforderungen:
·       Als spezifischer Preis — Leistung (kW), die in einem Abrechnungszeitraum bezogen wird — bot er dem Verbraucher einen unmittelbaren Anreiz, seine gezogene Leistung möglichst klein zu halten und zu vergleichmäßigen. Früher nannte man so etwas Spitzenstromoptimierung, heute wird der alte Wein neudeutsch als "smart grid" verkauft. Wichtig war die unmittelbare Verknüpfung von Leistung mit Kosten: Wer verschwenderisch mit den volkswirtschaftlichen Investitionen fürs Netz umging, mußte unmittelbar entsprechend mehr bezahlen. Eine sehr wirksame Methode, da der Leistungsanteil im Normalfall etwa die Hälfte der Stromrechnung betrug.
·       Das Investitionsrisiko wurde zwischen Kunde und Lieferant aufgeteilt: Wurde nur selten die geforderte Leistung vom Kunden bezogen, stieg der Leistungsanteil an seiner Stromrechnung merklich an. Ein Leben auf Kosten der Allgemeinheit — wie es heute gern von Besitzern von Photovoltaikanlagen propagiert wird — war in diesem System nicht vorgesehen. Wer nur für wenige Stunden seine elektrische Energie aus dem öffentlichen Netz bezieht, muß indirekt über seinen Leistungspreis für seine Kilowattstunden einen Preis von mehreren Euro bezahlen. Die Propaganda von der bald erreichten "Netzparität" stellt sich als genauso hohler Werbeslogan wie "Die Sonne schickt keine Rechnung" heraus. Wenn Netzparität, dann aber bitte nur mit Leistungspreis (auch Bereitstellungspreis genant) oder eigener Batterieanlage für Dunkelheit.
·       Der Leistungspreis war bezüglich des Netzes verursachergerecht. Wer nur das Hochspannungsnetz bzw. Mittelspannungsnetz nutzte, hatte auch unterschiedliche Preise zu entrichten. Dafür mußte er die Transformatorenanlage selbst anschaffen und betreiben. Auch diese volkswirtschaftlich sehr sinnvolle Maßnahme, wird immer gern für Propaganda missbraucht: Es wird gern von billigem Strom für die Industrie gefaselt, weil man nur die Arbeitspreise (kWh) für Haushalte und "Großverbraucher" in Relation zueinander setzt.

Wie das Elend begann

In der guten alten Zeit, mußten sich die Energieversorger alle Preise vorher von dem zuständigen Regulierer genehmigen lassen. Dazu war es nötig, alle Kosten für Erzeugung, Vertrieb und Netznutzung offen zu legen. In wie weit so etwas überhaupt möglich ist, sei dahingestellt. Als Gegenwert erhielten sie das jeweilige Monopol.
Mit der Erschaffung der "Marktliberalisierung" — ironischerweise gerade durch Kräfte, die der Marktwirtschaft eher kritisch gegenüberstehen — mußte das System umgestellt werden. Man glaubte die Erzeugung (Kraftwerke) und das Netz problemlos voneinander trennen zu können. Warner, die vor der Problematik der Frequenzregelung und der Rosinenpickerei bei den Standorten warnten, wurden als Vertreter der "Monopolkräfte" abgebürstet. Man wollte politisch eine Strombörse durchsetzen. Man glaubte, einen Markt künstlich erschaffen zu können. Zu diesem Zweck erschuf man die Konstruktion von an einer Börse in Leipzig miteinander handelnden Erzeugern (Kraftwerke, Windparks etc.) und "Großverbrauchern" (industrielle Kunden, Vertriebsfirmen). Alle sonstigen Schwierigkeiten wurden dem "Netzbetreiber" auferlegt. Dieser sollte staatlich reguliert werden und würde sich als der Hort der Planwirtschaft erweisen. Er ist die Spielwiese der Politiker, das Ausführungsorgan der Planwirtschaft. Anders als im "real existierenden Sozialismus" konnten sich aber die Architekten der Planwirtschaft stets hinter den "bösen Kräften des Marktes" verstecken.
Sollte man nur noch Energie (kWh) handeln, mußten zukünftig alle Kosten durch den Energiepreis (€/MWh) abgedeckt werden. Bei der Unterteilung in "Marktanteil" und "Plananteil" war das nur über Zuschläge (Netzentgeld, EEG-Umlage etc.) möglich. Eine Systemumstellung mit fatalen Konsequenzen: Durch die faktische Abschaffung des Leistungspreises wurde das Verursacherprinzip bei den Kapitalkosten ausgehebelt. Zu allem Überdruss wurden aber teilweise Leistungspreise weiter erhoben, was zumindest in der Industrie zu völligen Fehlallokationen führt. Man hat — gewollt oder ungewollt — eine gewaltige Spielwiese für Schlangenölverkäufer aus allen gesellschaftlichen Bereichen geschaffen.

Die zwei Geburtsfehler der Strombörse

Eine Börse ist ein Marktplatz. Zwar ist im Internet-Zeitalter keine Präsenz der Händler mehr auf dem Parkett nötig, aber es gibt einen genau definierten Erfüllungsort. Für die Ölkontrakte über WTI (West Texas Intermediate) ist dies nach wie vor Cushing in Oklahoma USA. Egal wer, wo auf der Welt WTI-Kontrakte handelt, weiß, daß er noch die Transportkosten von seinem Verkaufspreis abziehen bzw. seinem Kaufpreis hinzurechnen muß. Natürlich wird keine physische Ware erst von Rotterdam nach Cushing transportiert und von dort wieder nach Frankfurt. Vielmehr zieht der Verkäufer in Rotterdam die Transportkosten vom Cushing-Preis ab und der Abnehmer in Frankfurt rechnet seine Transportkosten hinzu. Üblich ist nun, daß man sich die Differenz teilt und mit den tatsächlichen Transportkosten von Rotterdam nach Frankfurt verrechnet. Hört sich kompliziert an, ist aber in der Praxis hoch effektiv, weil erst dadurch neue Transportwege entdeckt oder geschaffen werden. Als Beispiel mag nur die Verflüssigung von Erdgas als Alternative zum Rohrleitungstransport dienen. Bei der Strombörse meinte man nun mit "virtuellen Handelsräumen" arbeiten zu können. Inzwischen spricht es sich aber herum, daß auch neue Stromtrassen Milliarden kosten. Es ist eben keinesfalls egal, wann und wo eine Lieferung vollzogen wird. In Deutschland war man aus politischen Gründen ausdrücklich für eine "Briefmarkenlösung". Es sollte kein Unterschied bei den Transportkosten geben — egal ob der Strom für München aus dem Kernkraftwerk in der Nähe oder aus dem Windpark bei Helgoland stammt. Wo ein politischer Wille ist, soll auch eine Stromtrasse gebaut sein. Die Kosten dafür, zahlt ja die Allgemeinheit über die "Netzumlage". Jeder Kohlenhändler würde nur ungläubig mit dem Kopf schütteln, wenn man ihm erzählen wollte, es sei gleich teuer, ob die Kohle aus Ibbenbüren oder Südafrika geliefert wird. Aber darin unterscheiden sich eben reale Märkte von politischen Kopfgeburten.
Der zweite Geburtsfehler war die Zusammenfassung zweier völlig verschiedener Produkte zu einem Handelsprodukt. Konventioneller Strom — egal ob aus Kernkraft-, Kohle oder Gaskraftwerken — ist zu jedem Zeitpunkt ein physikalisch darstellbares Produkt, "Flackerstrom" aus Wind- und Sonnenenergie hingegen, ist bestenfalls über den Wetterbericht abschätzbar — so, als würde man Schweinehälften mit Roulett zu einem Handelsprodukt vereinen. Die garantierte Lieferbarkeit ist aber die Grundfeste einer jeden Börse. Wie hat man nun das Problem für die Strombörse gelöst? Immer wenn Produktion und Abnahme nicht genau im Gleichgewicht sind, ändert sich die Netzfrequenz. Für die Einhaltung der Frequenz ist aber der Netzbetreiber zuständig. Mit anderen Worten: Jedes mal, wenn ein Verkäufer (Windpark) seine Ware gar nicht liefern kann, muß der Netzbetreiber einspringen. Er muß nun sehr teuer, weil kurzfristig, die fehlende Leistung besorgen. Die Kosten hierfür, darf er über die Netzentgelte auf die Allgemeinheit abwälzen. Wie lange würde wohl eine reale Börse existieren, wenn ständig gar nicht geliefert werden könnte? Entweder würden sich die Handelsteilnehmer frustriert zurückziehen oder die Versicherungsprämien für Lieferausfälle würden jeden Handel ad absurdum führen. Wie weit, die Strombörse von realen Börsen entfernt ist, ist schon jedem Laien durch die negativen Preise ersichtlich.

Merit Order

Die Kosten der Erzeugung elektrischer Energie lassen sich als Fixkosten (Kapitalkosten, Personalkosten etc.) und variable Kosten (praktisch nur Brennstoffkosten) darstellen. Trägt man die Brennstoffkosten in einem Diagramm auf, ergibt sich eine Kurve, die im Nullpunkt beginnt (Wind und Sonne), erst sehr flach ansteigt (Kernenergie), dann immer steiler wird (von Braunkohle über Steinkohle), um dann sehr steil (Erdgas) zu enden. Ob ein Kraftwerk nun läuft oder nicht, die Fixkosten (insbesondere sind das die Kapitalkosten) bleiben immer gleich. Ob man es in Betrieb setzt, hängt also vom Verhältnis des momentan erzielbaren Strompreises zu den eigenen Brennstoffkosten ab.
Ein Beispiel mag dies verdeutlichen: Beträgt der Strompreis an der Börse 32 €/MWh ergibt sich für ein Gaskraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 50% Grenzkosten bei einem Erdgaspreis von 16 €/MWh. Bei diesem Strompreis und Erdgaspreis könnte es gerade seine Brennstoffkosten wieder einfahren. Ist der erzielbare Strompreis geringer oder der Gaspreis höher, lohnt es sich, das Kraftwerk außer Betrieb zu setzen um weitere Verluste zu vermeiden.
Der erzielbare Strompreis gilt aber nun für alle Kraftwerke. Jedes Kraftwerk muß nun seine Brennstoffkosten ermitteln. Man kann jetzt die Kraftwerke in einer Liste mit steigenden Brennstoffkosten sortieren. Das muß täglich geschehen, da die Brennstoffpreise  schwanken. Eine solche Liste bezeichnet man als "merit order". Alle Kraftwerke, die mit ihren individuellen Brennstoffkosten oberhalb des Grenzwertes (entsprechend dem Börsenpreis für Strom) liegen, würden mit jeder produzierten Kilowattstunde zusätzliche Verluste machen, aber alle Kraftwerke unterhalb des Grenzwertes würden nicht nur ihre Brennstoffkosten voll abdecken, sondern würden auch noch zusätzliche Einnahmen zur Abdeckung ihrer Fixkosten erzielen.
Aus diesem Zusammenhang ergibt sich auch eindeutig, warum in diesem System mit steigendem Anteil an "Erneuerbaren" auch ständig der Anteil an Strom aus Braunkohle größer werden wird. Momentan gilt der Einspeisevorrang für "Erneuerbare". Je nach dem, wie stark der Wind weht und die Sonne scheint, ist damit ein entsprechender Anteil an der insgesamt benötigten Strommenge vergeben. Lediglich der Rest bleibt für die anderen Kraftwerke übrig. Das ist politisch so gewollt. Die Strompreise an der Börse purzeln durch das Überangebot bis hin zu absurden negativen Preisen (Entsorgungsgebühren). Ausgerechnet Kernkraftwerke (die aber aus politischen Gründen abgeschaltet werden sollen) und moderne Braunkohlekraftwerke haben die mit Abstand geringsten Brennstoffkosten. Lange vorher, müssen (heute schon) auch modernste Erdgaskraftwerke und bald auch modernste Steinkohlekraftwerke abstellen.
Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang der Faktor Zeit. Jeden Tag, an dem ein Kraftwerk nicht laufen darf, schreibt es dunkelrote Zahlen. Andererseits können die Kraftwerke mit geringen Brennstoffkosten ihre Kredite weiter abbauen. Hat in diesem Sinne schon jemals ein Politiker oder Konzernlenker über die Konsequenzen nachgedacht, wenn demnächst die Brot-und-Butter-Kraftwerke zwangsweise abgeschaltet werden müssen. Der "Atomausstieg" wird noch richtig heiter werden.
Interessant sind auch die Auswirkungen auf Neuinvestitionen. Alle reden von einem Boom bei Gaskraftwerken. Sicherlich erfordern Gaskraftwerke die mit Abstand geringsten Investitionen. Insofern erscheint das betriebswirtschaftliche Risiko gering. Allerdings gilt das nur für niedrige Gaspreise (Putin läßt grüßen!) bei gleichzeitig hohen Strompreisen. Wer garantiert aber, daß die Strompreise an der Börse bald stark steigen? Was ist, wenn die Absatzmenge in Deutschland durch eine beschleunigte Deindustrialisierung schneller rückläufig ist, als allgemein erwartet wird? Was, wenn unsere Nachbarn mit billigem Strom — beispielsweise aus Kernkraftwerken — auf den deutschen Markt drängen?

Warum es keine Kapazitätsmärkte gibt

Die Grundvoraussetzung für einen Markt ist das aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage. Wo es gar keine Nachfrage gibt, kann auch kein Markt entstehen. Insofern ist der naturgegebene Markt, der Markt für elektrische Energie. Genauso wie es Märkte und Börsen für Diesel und Benzin gibt, aber keine Börse für Raffinerien. Alle politischen Kopfgeburten leiden an einem systembedingten "Nicht-funktionieren-können". Der Begriff Markt ist oft nur eine Verballhornung der Planwirtschaft. Typischer Vertreter dieser politischen Kategorie ist der Handel mit "CO2-Zertifikaten".
Entweder man ist für freie Märkte (nur Energie in €/kWh) oder man entscheidet sich wieder zur Rückkehr zum regulierten Markt (Bereitstellungspreis in €/kW und Energie in €/kWh nach individuellen Umständen). Jedes der beiden Systeme hat Vor- und Nachteile. Zu Märkten gehören untrennbar Unternehmer und unternehmerisches Risiko. In diesem Sinne kann sich ein Kraftwerk nicht von einer Eisdiele unterscheiden. Mit beiden kann man Geld verdienen. Aber für beide kann die falsche Einschätzung des Wetter-Risikos tödlich sein. Eine Eisdiele muß ihr Geld verdienen, wenn der Kunde Eis essen möchte. Nicht anders, kann es bei einem Kraftwerk sein. Der Spruch: "Man zahlt ja auch nicht nur für die Feuerwehr, wenn es brennt", ist die Denkweise eines Kombinatsleiters und nicht eines Unternehmers.
Es ist kein Zufall, daß ausgerechnet die "Stadtwerke", die massiv in Gaskraftwerke investiert haben, nun lautstark "Kapazitätsmärkte" fordern. Es ist der bekannte Ruf nach Subventionen. Ihr Problem, wenn sie irgendwann angefangen haben, an die eigene Propaganda von den "flexiblen" und "umweltfreundlichen" Gaskraftwerken zu glauben. Es ist in diesem Land scheinbar zum Volkssport für gewisse politische Kreise geworden, die Verbraucher immer weiter mit Abgaben zu belasten. Früher war man wenigstens so ehrlich, die eigenen politischen Wünsche aus den öffentlichen Haushalten — und damit über Steuern — abzudecken. Eine weitere "Kapazitätsabgabe" wird mit Sicherheit die Strompreise nicht senken.
Man sollte dem Markt endlich freien Lauf gewähren und unrentable Kraftwerke pleite gehen lassen. Es wird sich schon ein Käufer finden. Der kann dann anschließend auch billiger anbieten. Die Damen und Herren, die ignoriert haben, daß Kernbrennstoff und Kohle billiger als Erdgas sind, müssen sich halt einen neuen Job suchen. Auch das Warten auf höhere "CO2-Preise" wird sie nicht mehr retten können. Wenn man CO2 zu einem Schadstoff erklären will, wird man um Grenzwerte nicht umhin kommen. Präsident Obama macht es gerade vor.
"Kapazitätsmärkte" können die Randbedingungen nicht verändern:
·       Je mehr Wind und Sonne in den Markt gedrückt wird, um so mehr wird Angebot und Nachfrage auseinandergehen. Die unvermeidliche Folge sind immer stärker schwankende Strompreise.
·       Je stärker die Preise schwanken, um so höher muß der Risikoaufschlag werden. Das Niveau der Strompreise (in Deutschland) wird dadurch weiter steigen.
·       Je höher die Preise steigen, um so mehr setzen Ausweichbewegungen ein. Eine massive Abwanderung der Industrie ins Ausland wird stattfinden. Sollte das der heimliche politische Wunsch sein, dann weiter so.
·       Das Ausland wird dem deutschen Vorbild auf keinen Fall folgen. Man wird gerne die Arbeitsplätze übernehmen und wird auch gerne billigen Strom liefern. Schließlich schafft auch der Bau und Betrieb von Kraftwerken Arbeitsplätze.
·       Solange man das Prinzip der Grenzkosten (merit order) beibehält, ist die Schwankung (Volatilität) der Energiepreise immer größer als bei einem regulierten System mit Leistungs- und Energiepreisen. Ein "Kapazitätsmarkt" kann daran nichts ändern.
·       Ein "Kapazitätsmarkt", d. h. die Bezahlung für das reine Bereithalten eines Kraftwerks, ist eine Subvention. Es entsteht ein reiner Mitnahmeeffekt, der keine Senkung der Energiepreise zur Folge hat.
·       Eine Lösung ist nur auf europäischer Ebene unter Beachtung europäischen Rechts möglich. Ein weiterer Alleingang Deutschlands wird nicht toleriert werden. Dies gilt um so mehr das Netz durch zusätzliche Grenzkopplungen verstärkt wird.
·       Die Volatilität wird durch den weiteren Ausbau der "Regenerativen" immer weiter zunehmen. Ein "Kapazitätsmarkt" kann ohnehin nur einen etwaigen Mangel an Leistung, nicht aber den Überschuß (wenn der Wind mal kräftig weht oder die Sonne großräumig scheint) beeinflussen.
·       Eine Kaltreserve war immer schon üblich. Was geschieht mit dem "Kapazitätsmarkt", wenn die Gaspreise einmal (relativ) sinken sollten? Werden dann die erhaltenen Subventionen an die Verbraucher zurückgezahlt?
·       Je länger man das Eingeständnis, daß die "Energiewende" ein Fehler ist, hinauszögert, um so mehr Zwangsabgaben sind nötig: Es begann mit der EEG-Umlage, dann folgte die Netzumlage und jetzt ist eine Kapazitätsabgabe im Gespräch. Planwirtschaft wuchert wie eine Krebsgeschwulst.
·       Nur ein ausgewogener Kraftwerkspark ist die beste Garantie für Preisstabilität. "100% Erneuerbare" ist eine gefährliche Utopie.
Dr. Klaus Dieter Humpich
Der Beitrag erschien zuerst bei NUKE-Klaus hier




Mathematik? Brauche ich nicht, hat mich nie interessiert!

Ähnlich hätte sich vor einigen Jahrhunderten ein australischer Ureinwohner geäußert. Zahlen? Meine Sprache hat doch Zahlwörter bis 3, braucht denn jemand mehr?
Da waren die gemeinsamen Vorfahren der Ungarn und Finnen schon vor Jahrtausenden weiter: Sie konnten doppelt so weit zählen, bis sechs. Das haben Sprachforscher herausgefunden. Offenbar gab es eine finnisch-ugrische Ursprache, gesprochen von einem Volk, das dann weit auseinander gewandert ist. Die Nachkommen leben heute jenseits und diesseits des Urals, am Polarkreis und in der Puszta. Ihre Sprache hat sich in über 10 sehr verschiedene Regionalsprachen aufgespalten, aber alle haben noch gemeinsame Zahlwörter bis 6. Die Zahlwörter ab 7 wurden jeweils aus verschiedenen anderen Sprachen übernommen. Da ist der Schluss zwingend: Vor der Trennung des Volkes hörte das Zählen bei 6 auf.
Unsere indogermanischen Vorfahren waren noch weiter gekommen, auf jeden Fall über die 10 hinaus. Deren Ursprache hat sich in 2 Gruppen geteilt, die man Kentum- und Satem-Sprachen nennt, nach dem Wort für 100. Das muss aber nicht bedeuten, dass die Leute vor der Trennung noch nicht bei 100 waren.
In diese früheste Zeit, vor der Entstehung unserer Zivilisation, würden unsere Matheflops noch passen.
Die dann folgende Entwicklung zu Städten, Handel, Astronomie, Kalender lief an den Matheflops vorbei, sie hatten daran keinen Anteil. Was unserer Zivilisation zugrunde liegt, wird von ihnen ignoriert. 
Wurzeln, Exponenten, Logarithmen, Winkelfunktionen? Oder Pythagoras? Man muss doch nicht alle griechischen Restaurants kennen! Was soll überhaupt der Umgang mit Zahlen, halten wir uns besser an Christian Morgenstern:

Morgenstern stellte seine ulkige zahlenfreie Welt dar im Gedicht vom „Lattenzaun, mit Zwischenraum, hindurchzuschaun“. Ein Architekt „nahm den Zwischenraum heraus und baute draus ein großes Haus“.

Absurd?
In einer Welt ohne Zahlen und Mathematik eigentlich nicht, da kann man sich sogar eine vollständige „Energiewende“ vorstellen. „Unsere ganze heutige Welt“ beruht jedoch tatsächlich auf Zahlen, und man müsste die Matheflops von allem Wesentlichen fernhalten.