Energiewende Hauptakteur Graichen gesteht: Wir haben uns geirrt!

Der Artikel titelt mit „Schmutziger Irrtum”: “Wir haben uns geirrt bei der Energiewende“, um dann weiter in Auslegung der Äußerungen von Patrick Graichen [1] – wenn auch nur indirekt und nach Frank Drieschners Erinnerung oder Einschätzung [2] daraus zu folgern:

Graichen sagt kurz gefasst: Nicht in ein paar Details, sondern in einem zentralen Punkt. Die vielen Windräder und Solaranlagen, die Deutschland baut, leisten nicht das, was wir uns von ihnen versprochen haben. Wir hatten gehofft, dass sie die schmutzigen Kohlekraftwerke ersetzen würden, die schlimmste Quelle von Treibhausgasen. Doch das tun sie nicht…


Abb. 1 Entwicklung der der EE-Stromerzeugung in TWh vs strombedingter Erzeugung von CO2 Emissionen in (Mio t) in Deutschland von 2000 bis 2013 (Grafik Limburg EIKE, Daten siehe Grafik)
und weiter schreibt Drieschner…

Um den Irrtum zu verstehen, muss man sich noch einmal den Grundgedanken der Energiewende vor Augen führen. Der ging ungefähr so: Deutschland steigt aus der Nuklearenergie aus und setzt stattdessen auf er­neuerbare Energien, auf Sonne und Wind vor allem. Wenn es mal nicht genug Ökostrom gibt, dann springen Emissionsarme Gaskraftwerke ein, bis irgendwann auch diese überflüssig werden. Der böse Atomstrom verschwindet zuerst, als Nächstes der schmutzige Kohlestrom, die Luft wird sauberer, und Deutschland wird zum Vorbild und Vorreiter beim Klimaschutz.

So haben sich das alle gedacht. Nur leider wird daraus nichts. Das ist der Irrtum, den Patrick Graichen beklagt.

………...»Im Nachhinein ist das alles logisch«, sagt Graichen. »Trotzdem hat hier vor drei, vier Jahren keiner diese Logik so durchschaut. «

Nur zur Erinnerung, es ist derselbe Graichen dessen AGORA Institut noch im September des Jahres in einer Studie die seltsame aber „wissenschaftliche“ Logik verkündete, dass… „der Ausbau der „Erneuerbaren“ auf Stromspeicher nicht warten muss“ [3].
…und weiter unten schreibt Drieschner dann…

…Die Energiewende würde nicht funktionieren: Wer es wissen wollte, der konnte es wissen, auch damals schon. Aber wer wollte es wissen? Rund um die Erneuerbaren ist in den vergangenen Jahren ein regelrechter politisch-industrieller Komplex herangewachsen. Sein Einfluss ist wahrscheinlich nur dem Geflecht zwischen Staat und Atomwirtschaft im vergangenen Jahrhundert vergleichbar. Alle Akteure in diesem Komplex verbindet ein Interesse: Probleme der Energiewende müssen lösbar erscheinen, damit die Wind- und Sonnenbranche weiter subventioniert werden.”

Diese Erkenntnisse sind aber weder neu, noch wurden sie geheim gehalten, noch hätte sie den Akteuren unbekannt bleiben dürfen. Denn nicht nur bei EIKE wurden sie seit Jahren öffentlich thematisiert, sondern auch durch  Legionen von Fachleuten, die sich auf allen öffentlichen Foren und Kanälen dazu äußerten. Deswegen kann man sie getrost als typisch frechen Akt eines im Politikbetrieb erfahrenen Akteurs und Nutznießers einordnen: nämlich dann, wenn man ertappt wurde, nur das zuzugeben, was sich vor aller Welt auf keinen Fall mehr leugnen lässt und es Folge höherer Gewalt darzustellen. So auch Graichen, aber nicht nur der.

Abb. 2: "Klimawirkung" der in D hypothetisch eingesparten CO2 Emissionen bis 2050 lt. Klimaplanung der Regierung auf den ebenso hypothetischen modellierten Temperaturanstieg nach IPCC Vorgaben (Klimasensitivität von ~3,5 °C). Der simulierte Anstieg würde um 0,004 K geringer ausfallen. Die CO2 Wirkung ist dabei mit nicht vorhandener Rückkoppelpung angenommen, die das IPCC aber voraussetzt. Diese Berechnung setzt auch voraus, dass der gesamte Zuwachs an Konzentration  1. anthropogen ist 2. der deutsche Anteil daran 2,5 % beträgt. Anders ausgedrückt: Was Deutschland bis 2050 im Laufe von rd. 35 Jahren einsparen will, kompensieren die BRIC-Länder (insbesondere dabei China) in weniger als einem Jahr (Quelle http://wattsupwiththat.com/2012/11/23/a-graphical-look-at-worldwide-co2-numbers/)

Denn gerade in der ZEIT, der Hauspostille für beamtenrechtlich gut versorgte Lehrer, Träger von Bio-Sandalen sowie für anderweitige, staatsnahe grüne Profiteure von der harten Arbeit anderer Leute, war die Forderung nach mehr „Klimaschutz“ und mehr „Erneuerbare“ wider alle Fakten das tägliche Brot und wurde mit grün-ideologischer Inbrunst unter die Leute gebracht. Sachkenntnis hingegen über die technisch/naturwissenschaftlichen Grundlagen der Energiewende und deren Hauptbegründung (dem angeblich anthropogen verursachten Klimawandel) waren nicht nur  Fremdwörter sondern Unwörter.  Die Belege für diese fragwürdige Berichterstattung sind im ZEIT Archiv aufzufinden, stellvertretend insbesondere die Verleumdungskampagnen gegen EIKE (hier, hier) – unsere Kommentierung dieser für eine hochwertige Zeitung peinlichen Machwerke (hier).
Deshalb weiß DIE ZEIT zwar auch jetzt nur, dass etwas mächtig schief läuft, aber vielleicht dämmert es ihr wenigstens, dass auch ihre eigene Berichterstattung dazu kräftig beitrug.
Was aber ist da schiefgelaufen? Am guten Willen aller Propagandisten und Profiteure der Energiewende lag es wohl kaum, denn wer von ihr profitiert – und das sind nicht wenige – hatte diesen Willen. Auch ideologische Defizite können es nicht gewesen sein, schließlich kam eine Frau Claudia Kemfert häufig und ausführlich in der ZEIT zu Wort: als höchst gehandelte „Expertin“ der Energiewende, von der sich viele Leute inzwischen freilich fragen, wie diese Dame zu ihrer Professur gelangte. Nein, guter Wille zur Weltrettung und Vorbildfunktion Deutschlands in Energiewende und Klimaschutz waren vorhanden, das war es sicher nicht. Es waren noch nicht einmal politische Management-Fehler. Politiker können nämlich bekanntermaßen noch ganz anderen Unsinn zusammenmanagen, ohne dass gleich eine Katastrophe eintritt.
Nein, es waren ganz einfach das Ausblenden oder gar das komplette Fehlen elementarer Kenntnisse der Grundlagen und Regeln von Technik, Naturwissenschaft und elementarer Kostenrechnung, die zum sich inzwischen deutlich abzeichnenden Energiewende-Desaster führten. Es hat sich in der Politik und in fast allen deutschen Medien (welcher Redakteur hat schon einen naturwissenschaftlich/technischen Ausbildungshintergrund) immer noch nicht ausreichend herumgesprochen, dass man zwar fast straflos alle wirtschaftlichen und finanztechnischen Regeln über Bord werfen darf und sich an gegebene Zusagen nicht zu halten braucht (Soli, Maastricht-Vertrag etc.), sich dagegen das gleiche Vorgehen in technischen Umsetzungen unvermeidbar und brutal rächt. Wasser kocht auf Meereshöhe eben bei 100 °C, es denkt gar nicht daran bei 60 °C zu kochen, bloß weil es irgendwelche unkundigen Politiker und die diese Leuten unterstützenden Journalisten und Redakteure so wünschen.
Die Stichworte "zu geringe Leistungsdichte" der grünen Energieträger (Sonne und Wind) und "Volatilität des grünen Stromangebots" (letzteres auch noch zufällig), müssten eigentlich schon ausreichen. EIKE hat über diese beiden Themen in bereits kaum noch zählbaren Artikeln sachlich korrekt und zutreffend berichtet. Insbesondere DIE ZEIT, aber auch alle anderen deutschen Medien geruhten, noch nie davon Notiz zu nehmen. Diese ideologische Arroganz holt sie nun ein. Aus den beiden Grundnachteilen folgt keineswegs, dass die Energiewende nicht prinzipiell machbar wäre (Frau Barbara Handricks benötigt zu dieser Erkenntnis keinen Nobelpreis, s. hier). Sie ist aber nicht mit auch nur ansatzweise vertretbaren Kosten machbar. Ferner geht es mit Windrädern, deren Höhe heute schon das Ulmer Münster überschreiten, ohne massive Naturschädigung nicht ab. Und die Vermaisung unserer Äcker schädigt dann noch einmal unsere Natur. So verbohrt kann eigentlich niemand sein, dies zu übersehen. Anscheinend aber doch, denn anders ist die bisherige Entwicklung der Energiewende nicht zu erklären. Doch halt, wir haben die Profiteure der Energiewende und von Klimaschutz übersehen. Wenn wir ihren Druck auf die Politik mit ins Kalkül ziehen, hellt sich das Erscheinungsbild etwas auf.
Folgerichtig und erwartungsgemäß musste mit Fortschreiten der Energiewende und seiner gesetzlichen Basis (EEG) die Vernichtung der deutschen Stromerzeuger einhergehen. Diese können unter den Voraussetzungen des EEG nicht überleben. Die betroffenen Vorstände und Aufsichtsräte haben viel zu spät die volle Wucht der kommenden Entwicklung erkannt und es in der Vergangenheit vorgezogen, sich der Politik mit Öko-Observanz anzudienen. Solche Fehleinschätzungen sind aus der deutschen Vergangenheit zwar bestens bekannt, aber aus tödlichen Fehlern kann man hierzulande anscheinend nicht lernen. Insofern sollte sich das Mitleid mit den betroffenen Unternehmensführungen, nicht aber mit den unschuldigen Mitarbeitern, die ihren Arbeitsplatz verlieren, in Grenzen halten
Nachdem nun E.ON aufgegeben und der Politik den Bettel vor die Füße geworfen hat, braucht man kein Hellseher zu sein, um vorherzusagen, dass weitere Versorger folgen werden. Und es werden (hoffentlich) auch endlich die Gewerkschaften begreifen, was hier abläuft und auf die Straßen gehen. Die Gewerkschaften scheinen nach Einschätzung der beiden Autoren dieses Beitrags die einzig verbleibende Kraft zu sein, die es vermögen, die Politik endlich zur Raison zu bringen. Doch auch da scheint bisher der reine Opportunismus zu dominieren, denn anders ist nicht zu erklären, warum VERDI nur die Überführung der Versorger in Staatsbesitz fordert, statt den vollen Ausstieg aus der Energiewende. Denn damit würde die Katastrophe nur verschleiert, ihre Kosten auf den Steuerzahler direkt verlagert und die Agonie durch eine völlig ungeeignete Krücke, beschönigend „Kapazitätsmarkt“ genannt, nur verlängert.
Die Kosten einer so total verqueren Politik, verantwortet von einer Naturwissenschaftlerin, die es wissen müsste, werden wir alle unter keinen mehr zu behebenden Umständen tragen müssen. Zudem wird, wenn sich bald nichts Grundlegendes ändert, unsere industrielle Basis untergehen. "Kleinigkeiten" wie das Scheitern der South-Stream Pipeline geraten beim Mega-Desaster "Energiewende" fast schon aus dem Blickfeld. Noch törichter ist wohl das sture Festhalten der Kanzlerin am tödlich kostspieligen Klimaschutz. Die Tatsache, dass selbst NULL-Emissionen von deutschem CO2 durch wenige Wochen CO2-Emissionen der BRIC-Länder (China, Indien, Brasilien) kompensiert werden, sollte einer rechnenden Physikerin eigentlich geläufig sein.
Es ist infolgedessen unerfindlich, was unsere Kanzlerin zu diesen Fehleinschätzungen treibt. Trotz der massiven Schädigung unserer Industriestruktur infolge ihrer Politik ist sie immer noch die beliebteste Politikerin – laut Umfragen. Sie nimmt billigend den Exodus der deutschen Grundstoffindustrie und den Verlust deutscher Arbeitsplätze in Kauf. Ist einmal die Grundstoffindustrie weg, wird es auch mit dem Maschinenbau und der Autoindustrie bergab gehen. Auch hier haben wir freilich wieder etwas übersehen – einen Machterhaltungswillen, der anscheinend vor nichts zurückschreckt. Damit ist das Erscheinungsbild nicht mehr ganz so unverständlich.  
Braunkohle ist der einzige fossile Energielieferant über den Deutschland in großen Mengen und zu günstigen Preisen abbaubar, verfügt. Es ist ein Schatz auf dem wir sitzen. Und wir werden die klassischen fossilen Braunkohlekraftwerke weiterhin dringend brauchen, da wir ja die weltweit sichersten Kerkraftwerke wegen zu hoher "Gefährlichkeit" in den Mülleimer warfen und dabei Hunderte von Milliarden Euro einfach so in Luft auflösten. Die für die Stabilität der Stromnetze zutreffend als "Gift" zu bezeichnende Fluktuation der "Erneuerbaren" wird nach wie vor auch Gaskraftwerke erfordern, deren Kosten aber nun der Steuerzahler übernehmen muss. Letztlich läuft dies alles auf eine unvermeidbare Verstaatlichung der Stromerzeugung hinaus, deren Kosten ins Unermessliche ansteigen werden (siehe Beispiel DDR).
Die einzigen sachgerechte Optionen, nämlich das EEG samt Energiewende in die Tonne zu treten, sowie die Restlaufzeiten unserer sicheren Kernkraftwerke wieder zu nutzen und die Forschung von modernen Kernkraftwerken (schnelle Brüter) wieder aufzunehmen, wagt derzeit keine politische Partei auch nur zu denken. Noch nicht einmal die FDP oder die AfD, und doch ist diese Option für das wirtschaftliche Wohlergehen und die Naturschonung unseres (noch) schönen Deutschlands die einzig sachlich richtige. Jedes Jahr sterben auf Deutschlands Straßen mehr als 3000 Menschen, durch vermeidbare Bakterienverseuchung und schlechte Hygiene in unseren Krankenhäusern mehr als 30.000, so die Schätzungen. Seit Nutzung der Kernenergie kam hierzulande noch niemand ums Leben. Und weltweit sind es weniger als 150, Tschernobyl eingeschlossen (hier). Warum schalten wir dann die Kernkraftwerke ab und geben nicht besser den Straßenverkehr oder die Krankenhäuser auf?
Mit der “Energiewende“ und dem noch unsinnigeren “Klimaschutz“ werden ohne Sachverstand und mit deutscher Gründlichkeit nur unsere Wirtschaft, unsere Landschaften und unsere Natur ruiniert. Vorteile gibt es keine. Der Laie kann dies infolge unserer Medien, die sich fast alle zu freiwilliger Selbstgleichschaltung mit dem Klima- und Energiewendewahn entschlossen haben, nur schwer durchschauen; zumindest solange nicht, ehe Windräder vor seinem Haus, ein längerer Black-Out oder seine Stromrechnung ihm die Augen öffnen. Dann wird es zu spät sein. Freilich sollte wenigstens jeder nicht ganz auf den Kopf gefallene Naturschützer erkennen, dass Windturbinen für Flugtiere tödlich sind. Zumindest die Natur- und Tierschützer unter uns müssten daher die moralische Verpflichtung verspüren laut zu protestieren. 
Nach historisch bekanntem Muster sieht die Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht nur zu, sondern begrüßt die schädliche Entwicklung auch noch. Infolgedessen werden nicht einmal mehr politische Mehrheiten benötig. Freiwillig und vorauseilend öffnen Behörden und Bürgermeisterämter ihre Türen der Ökobewegung. Man will nicht bei den Letzten sein und vom Subventionskuchen möglichst viel abbekommen. Und man möchte natürlich wiedergewählt werden. Der Konformitätsdruck ist inzwischen so groß, dass sich eine ehemals wertkonservative große Volks- und Regierungsparteien das Zerstörungswerk ihrer schärfsten politischen Gegner zu Eigen machen. Der ursprünglich als emotionales Zugpferd eingesetzte Natur- und Umweltschutz ist für die Ökoideologie längst lästig und überflüssig geworden. Die Zerstörungen unserer Wälder, um Platz für riesige Windradungetüme zu schaffen, zeigen es. Man hat den Umweltschutz sang- und klanglos aufgegeben. 
Die deutsche Intelligenz in Medienredaktionen, Hochschulen und Führungsetagen von Unternehmen, die diese Entwicklungen, die entstehenden Ökostrukturen und deren mafiose Seilschaften nicht billigt, schweigt, duckt sich weg und versucht sogar zu profitieren. Man fürchtet, gegen die übermächtige Ökobewegung keine Chancen zu haben. Man erkennt, wie die Ökobewegung sich die Unterstützung der Mehrheit der deutschen Medien und der Politik gesichert hat. Zum wiederholten Male in der deutschen Geschichte verweigert sich die deutsche Intelligenz dem entschiedenen Widerstand gegen Entwicklungen, deren Unheilspotential nicht zu übersehen ist. Die Gründe für das Gewährenlassen von Bewegungen mit undemokratischen Zielen waren und sind hierzulande immer die gleichen: Unterschätzung der Gefahr, Bequemlichkeit, Karriere-, Konsens- und Profitstreben. Zivilcourage ist kein deutsches Wort.


[1] Dr. Patrick Graichen hat Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft studiert und am Interdisziplinären Institut für Umweltökonomie der Universität Heidelberg über kommunale Energiepolitik promoviert. Von 2001 bis 2012 hat er im Bundesumweltministerium gearbeitet – zunächst im Bereich der internationalen Klimapolitik, von 2004 bis 2006 als Persönlicher Referent des Staatssekretärs und ab 2007 als Referatsleiter für Energie- und Klimapolitik. Quelle hier: http://www.agora-energiewende.de/ueber-uns/team/
[2] Von Herrn Christoph Podewils; Leiter Kommunikation / Director of Communications; Agora Energiewende wurden wir soeben (11.12.14 um 11:49) darauf hingewiesen, dass F. Drieschners Zitat ein indirektes ist, und Herr Graichen das so nicht gesagt hätte. Wir haben Herrn Drieschner angefragt und um Aufklärung gebeten. Er hat das jetzt bestätigt, die Darlegungen unter "Graichen sagt kurz gefasst:" sind F. Drieschners Schlussfolgerungen.
[3] „Stromspeicher in der Energiewende“  Studie von FENES, IAEW, ISEA, ef.Ruhr im Auftrag von Agora Energiewende BERLIN, 15.09.2014




Die Aktuelle Energiepolitik ist für den Standort Deutschland selbstmörderisch

E.ON hat akzeptiert, dass es nach dem Willen der deutschen Bundesregierung und der deutschen Öffentlichkeit keine Zukunft für Kohle und Kernenergie in Deutschland gibt. Das ist zwar selbstmörderisch für den Standort Deutschland und E.ON weiss das auch. Aber entschädigungslose Stilllegungen von Kernkraftwerken und die verlustreiche Marginalisierung von Kohle und Gaskraftwerken zu unwirtschaftlichen Backup-Kraftwerken hat tiefe Spuren in den Bilanzen der Stromkonzerne in Deutschland hinterlassen. E.ON wird sämtliche konventionellen Aktivitäten in eine Tochtergesellschaft auslagern, die zum Verkauf gestellt wird. Die Selbstaufgabe E.ONs ist ein markanter Beweis dafür , dass marktwirtschaftliches Engagement in der Energiewirtschaft in Deutschland politisch nicht gewollt ist. Denn am Ende ist die stille Hoffnung E.ONs, dass sich am Ende ein Käufer mit politischen Garantien der Bundesregierung das Risiko auf sich nimmt, in Deutschland konventionelle Energie zu erzeugen.
Wenn es nicht die Staatskonzerne aus Frankreich oder Russland werden, wird der deutsche Staat selbst die Energieversorgung in die Hand nehmen. Ganz sicher nach einem in den nächsten Jahren zu befürchtenden Brown-out. Der wäre zwar durch die Politik zu verantworten,aber die Reaktion der Politik wäre klar: der Markt hat versagt, daher muss die Energieversorgung in staatliche Hände. Vielleicht haben die Manager von E.ON dieses Szenario kommen sehen und versuchen noch wenigstens einen Teil des Kapitals zu retten.
Im Falle der Aufgabe des Pipeline-Pojekt Southstream geht es ebenso um Versorgungssicherheit. In Anbetracht der geopolitischen Spannungen zieht sich Russland zurück, sicherlich auch weil unter dem Druck der sinkenden Gas-und Ölpreise das Projekt zunehmend unwirtschaftlich wurde. Russland sucht eher sein Heil in China.
Auch hier überrascht die Gelassenheit der deutschen Öffentlichkeit. Gerade hat die Politik die Möglichkeit der eigenen Shale-Gas Förderung weitgehend versperrt, sind wesentliche Teile der politischen Linken dabei, das geplante Handelsabkommen mit den USA , das ja auch Erdgas umfassen würde, zu torpedieren – und Deutschland geht zur Tagesordnung über. Weil die überwiegende Mehrheit glaubt, Wind und Sonne allein wird es schon richten. Ein Blick aus dem Fenster könnte erhellend sein. Während ich dies schreibe, ist die PV Produktion in Deutschland Null – es ist  dunkel – und der Wind säuselt vor sich hin, maximal 5000 MW, schätze ich, insgesamt. Wer macht eigentlich in Zukunft die anderen 50.000 MW, die den ICE, das Stahlwerk, die U-Bahn, die Wasserversorgung und meine Schreibtischlampe und meinen Laptop mit Strom versorgen? E.ON wird es nicht sein, soviel ist sicher.
Der Beitrag erschien zuerst auf "Die kalte Sonne"




Bundestag will ihre Meinung zu „Stromnetze und Energiewende“ wissen

Für alle Leser die sich beteiligen wollen, aber sich nicht unbedingt in den vorgegebenen Antworten wieder finden, einfach alle Auswahlkästchen – stimme nicht zu- ankreuzen. Das geht.

Hier die Pressemeldung:

Betreff: Beim Bundestag: Stakeholder Panel zur Technikfolgenabschätzung gestartet
Sehr geehrte Damen und Herren,
haben Sie sich schon einmal gewünscht, Ihre Erfahrungen und Einschätzungen in die politische Gestaltung zukünftiger Entwicklungen einzubringen? Möchten Sie politische Entscheidungsträger im Bundestag mit Ihrem Wissen und Ihren Positionen zu Technik und Wissenschaft unterstützen?
Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) hält dafür eine neue Online-Plattform bereit – das Stakeholder Panel Technikfolgenabschätzung (TA). Diese Plattform will Dialogprozesse zum zukünftigen Bedarf wissenschaftlicher und technischer Entwicklungen initiieren. Gesellschaftliche Herausforderungen und Folgen von Wissenschaft und Technik sollen frühzeitig erkannt und erörtert werden. Die Umsetzung geschieht durch das IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung als Konsortialpartner des TAB.
Heute beginnt die erste Online-Umfrage auf der neuen Plattform. Das Thema lautet „Stromnetze und Energiewende“. Nutzen Sie die Chance und bringen Sie Ihre Ansichten zu diesem Thema ein. Beteiligen Sie sich an der Befragung!
zum Fragebogen
Das Ausfüllen des Fragebogens dauert ca. 15 Minuten.
Weitere Informationen zum Stakeholder Panel TA erhalten Sie unter www.stakeholderpanel.de. Für Rückfragen stehen wir Ihnen unter der E-Mail-Adresse stakeholderpanel@izt.de gern zur Verfügung.
Bitte leiten Sie diese Nachricht auch an Kolleginnen, Kollegen und Bekannte weiter!
Mit besten Grüßen und herzlichem Dank im Voraus
Prof. Dr. Michael Opielka
   
Prof. Dr. Michael Opielka | Wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer
IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gemeinnützige GmbH
IZT – Institute for Futures Studies and Technology Assessment
Tel +49 (0) 30 80 30 88-90/-0 | Mobil +49 (0) 171 746 17 14 | Fax +49 (0) 30 80 30 88-88
E-Mail m.opielka@izt.de | Web www.izt.de | Twitter twitter.com/michaelopielka
Schopenhauerstrasse 26, 14129 Berlin | Germany
Registergericht: Amtsgericht Charlottenburg, HRB 18 636
Die Geschäftsführer: Prof. Dr. Michael Opielka, Dr. Roland Nolte
Aufsichtsratsvorsitzender: RAuN Dr. Eckard Lullies
Mit Dank an Leser Christian Ziekow, der uns darauf aufmerksam machte und sich auch schon beteiligte




Ranga Yogeshwar in Fukushima, ein Fernsehfilm in der ARD

Sie finden den ARD-Film (hier). Ähnliche Beiträge im Fernsehen gab es auch schon früher, EIKE hatte darüber berichtet  (hier), (hier). Und auch über die Wirkung von Niedrigdosisstrahlung wurde bei EIKE bereits ausführlich und mit den notwendigen wissenschaftlichen Quellen belegt, berichtet (hier), (hier), (hier), (hier).

Die Strahlung auf dem Kraftwerksgelände – Vergleich mit dem Flugzeug

Ranga Yogeshwar wurde während seiner Besichtigung des zerstörten Kraftwerkes einer zusätzlichen Strahlendosis von 30 Mikro-Sievert ausgesetzt, er hatte damit „nicht mehr Strahlung abbekommen als auf dem Hin- und Rückflug nach Japan“, so wurde gesagt. Diese Aussage ist falsch, offenbar hat sich der Ranga Yogeshwar in seiner Vorbereitung auf die Reise nicht ausreichend mit der Materie befasst, so daß solch ein Fehler durchgehen konnte. Der Hin- und Rückflug nach Japan schlägt mit zusätzlichen ca. 150 Mikro-Sievert zu Buche, er hat also das Fünffache der Dosis seiner Besichtigung abbekommen. Ein bewusster Fehler, um die natürliche Exponation während des Fliegens "zugunsten" des Fukushima-Unglücks kleinzumachen?
Die Höhenstrahlung beim Fliegen ist in der Regel 100- bis 1000-mal so stark wie die Bodenstrahlung auf der Erdoberfläche. Sie kommt aus dem Weltraum und hängt von der Flughöhe, der geographischen Breite und der Aktivität der Sonne ab. In unserer hohen geographischen Breite ist auf Reiseflughöhe mit Werten um 6 Mikro-Sievert pro Stunde zu rechnen. In der Concorde waren es wegen der größeren Flughöhe 10 bis 15 Mikro-Sievert pro Stunde [1]. In Deutschland wird für das fliegende Personal die Jahresdosis aus dem Flugplan errechnet, es ergibt sich ein Durchschnitt von zusätzlichen 2 Milli-Sievert, maximal 9 Milli-Sievert. 9 Milli-Sievert ergeben sich durch 1500 Stunden auf der Nordatlantikroute, kurze innerdeutsche Flüge bei geringerer Höhe bedeuten weniger als 2 Milli-Sievert. Alle genannten Werte pro Jahr. Die Strahlenschutzgesetzgebung gilt für den Umgang mit Kernbrennstoffen, nicht aber für die natürliche Höhenstrahlung und nicht für die natürliche Bodenstrahlung und schlussendlich auch nicht für Patienten im medizinischen Bereich. Das wurde im Film zwar gesagt, jedoch ganz nebenbei.
Festgelegt wurde in Japan durch den Gesetzgeber eine Obergrenze für zusätzliche Strahlung aus dem Unfall von 0,4 Mikro-Sievert pro Stunde, „darüber werde es kritisch“, so wurde es im Film gesagt. Beim Fliegen wird die Grenze von 0,4 Mikro-Sievert pro Stunde immer überschritten, meist um mehr als das 10-fache, das ist für Jedermann erlaubt, und zwar so lange wie er mag, das wird nicht als kritisch angesehen.

Wie gefährlich ist Strahlung von Radioaktivität?

Es ist mit der Strahlung sowie mit allen anderen Giften wie es Paracelsus formulierte: „Die Dosis macht das Gift“. Salz ist für uns lebensnotwendig, 200 g auf einmal gegessen ist dagegen tödlich. Eine große Dosis in kurzer Zeit ist also gefährlich,  dieselbe über lange Zeit verteilt ist nicht gefährlich, ja meist sogar gesundheitlich vorteilhaft. Jeder kennt das an der Wirkung der Sonnenbestrahlung oder von Alkohol. Nun hatte man bei Strahlung von Radioaktivität Grenzen festgelegt, als man deren Wirkung auf Lebewesen noch gar nicht kannte, das war in den Jahren 1940/1950. Diese Grenzen wurden in der Folgezeit immer mehr zu kleineren Werten verlegt, so wie man es bei sehr vielen Stoffen heute macht, Vorsorgewerte nennt man sie dann. So ist es gekommen, daß die Grenzwerte bei der Strahlung heute weit unter dem Bereich liegen, den die Natur den Menschen seit ewigen Zeiten zumutet.
Die tödliche Dosis von Strahlung liegt im Bereich 5 bis 10 Sievert bei Ganzkörperbestrahlung, natürlich nur wenn sie in kurzer Zeit einwirkt und nicht auf viele Jahre verteilt wird. In der Medizin folgen nach einer Krebs-OP meist eine Chemo-Therapie und eine Bestrahlung. Diese Bestrahlung erfolgt in Dosen von täglich ca. 2 Sievert innerhalb von etwa 10 Minuten als Organdosis und wird über mehrere Wochen fortgesetzt. Das summiert sich zu einer gesamten Organdosis im Bereich von 40 bis 70 Sievert [2]. Im Deutschen Ärzteblatt heißt es dazu „Gesundes Gewebe kann subletale Schäden in den Bestrahlungspausen weitgehend reparieren.“ Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Diese reparaturen sind nichts negatives, im Gegenteil. Der Organismus braucht sie als Anregung, um widerstandsfähiger zu werden. Solche Mechanismen können mit unserem Immunsstem verglichen werden, das ebenfalls bakterielle and Virenangriffe benötigt um effizient zu bleiben. Wenn die Zellen des Körpers also 2 Sievert von einem Tage auf den nächsten reparieren, dann kann schwerlich 1 Milli-Sievert im Jahr eine sinnvolle Grenze im Strahlenschutz darstellen, wie es heute weltweit Gesetz geworden ist. Und schon gar nicht können die bei weniger als einem Millionstel davon liegenden 0,4 Mikro-Sievert pro Stunde „kritisch“ sein, wie es in Japan heißt.
Ein weiteres Beispiel aus der Medizin ist die Hautdosis, die bei Herz-Katheder-Untersuchungen durch Röntgen anfällt; da werden bis zu 410 mSv genannt [3]. Von beiden Patientengruppen, den Krebspatienten und den Herzpatienten gibt es in jedem Jahr in Deutschland weit mehr als 100 000 Personen. An diesem Personenkreis müßte eine schädliche Wirkung von Strahlung an den betroffenen Körperbereichen
nachweisbar sein, wenn sie vorhanden wäre und wenn man sie denn suchen würde.Das unter dem Dach der UN für die Untersuchung der Wirkungen von Strahlung zuständige Fachgremium UNSCEAR (United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation) sagt, daß unterhalb von 200 Milli-Sievert noch nie eine schädliche Wirkung von Strahlung auf Menschen bewiesen worden ist (wobei über die Zeit der Einwirkung nichts gesagt ist). Und zu dem Fukushima-Unfall wird von UNSCEAR gesagt, daß keine gesundheitlichen Schäden durch die ausgetretene Radioaktivität entstanden sind und auch in Zukunft nicht zu erwarten sind [4].
Im Strahlenschutz ist es üblich, jeder noch so kleinen Dosis, unabhängig von der Zeit, eine schädliche Wirkung zuzuschreiben, auch unterhalb der tatsächlichen Schadensgrenze. Es handelt sich hierbei um eine willkürliche Annahme, die weder als richtig noch als falsch zu beweisen ist. Man sagt dazu „Vorsorgeprinzip“. Zur Erläuterung werden dazu gern hypothetische Opfer berechnet, die natürlich nicht nachweisbar sind. Dazu ein Beispiel: Eine Röntgenaufnahme mit 1mSv bedeutet eine Erhöhung des Krebsrisikos von normal 25% auf 25,005%, das ist nicht nachweisbar, aber es klingt glaubhaft. Würde man die gleiche Rechnung für die oben genannten Bestrahlungen mit 60Sv nach Krebs-OP machen, so ergäbe sich ein zusätzliches Todesrisiko von 300% – jeder Patient müßte statistisch bereits eines dreifachen Todes infolge der Therapie gestorben sein. Diese Rechnung mit hoher Dosis wird NICHT gemacht, weil dabei der Unsinn der Argumentation für jedermann deutlich sichtbar wird.

Wie ist das Verhalten der Behörden in Japan zu bewerten?

Die Grenzwerte im Umgang mit Strahlung wurden in Japan sehr streng festgelegt, das wurde im Film gesagt, und es wurde an drei Maßnahmen deutlich:
1.     den Evakuierungen von 146 000 Menschen
2.     den Dekontaminierungsmaßnahmen durch 5cm Bodenabtrag
3.     die Rückhaltemaßnahmen vom Kühlwasser
Zu 1) Als Kriterium zur Evakuierung galt in Japan eine durch die freigesetzten Radionuklide zu erwartende Zusatzdosis von 20mSv pro Jahr. Dieses ist eine Dosis, die bei einer Ganzkörper-CT-Untersuchung erreicht wird und die dort erlaubt ist. Die von der ICRP (International Commission on Radiological Protection) als Kriterium für Evakuierung empfohlene Grenze liegt bei 100mSv im Jahr, also 5-fach höher. Mit den Evakuierungen wurde über 100 000 Menschen grundlos die Heimat genommen, denn ein gesundheitliches Risiko gibt es nicht bei 100mSv, und schon gar nicht bei 20mSv im Jahr.
Zu 2) Ähnliches ist zu den Dekontaminierungsmaßnahmen zu sagen. Es ist richtig, daß der Gamma-Strahler Cäsium-137 weit verteilt worden ist. Die Bodenkontamination von 1 000 000 Becquerel Cs-137 ergibt für den dort lebenden Menschen 2 Mikro-Sievert pro Stunde, also gerade ein Drittel der Exposition beim Fliegen. Ferner ist Cäsium ein Alkalimetall, dieses hat wie alle Alkalien eine sehr gute Löslichkeit in Wasser und wird infolge dessen mit Regenwasser bald verteilt und in den Boden eindringen und so wirkungslos.
Zu 3) Der Stille Ozean enthält etwa 5 * 10^21 Becquerel Kalium-40, ferner weitere radioaktive Nuklide wie Uran und dessen Tochternuklide aus den Zerfallsreihen. In Fukushima wurden etwa 3 * 10^16 Bq Cs in die Luft freigesetzt. Würden diese Nuklide beispielsweise alle in den Stillen Ozean gelangen, dann würde sein Inventar an Radioaktivität um 0,001% steigen. Alle Freisetzungen – in die Luft und ins Meerwasser – werden sehr schnell verdünnt und damit sehr schnell harmlos. Näheres siehe dazu (hier).
Als 4 Jahre nach dem Tschernobyl-Unfall zum ersten Male die Fachleute der IAEA die dortigen kontaminierten Gebiete besuchen konnten, wurde dazu ein Bericht veröffentlicht. In diesem Bericht wurden die Evakuierungen und die Lebensmittelrestriktionen als zu weitgehend kritisiert. Daraus scheint die Welt nichts gelernt zu haben, denn die gesetzlichen Bestimmungen wurden in keiner Weise reduziert – auch nicht in Deutschland.
Die Evakuierungen und Dekontaminierungen von Boden und Kühlwasser haben in Japan riesige Probleme geschaffen, zur Bewahrung der Menschen vor schädlicher Strahlenwirkung waren diese Bemühungen jedoch nicht erforderlich. Es handelt beim Strahlenproblem um ein politisches Problem, in Fachkreisen ist das bekannt [5]. In der Fachzeitschrift Strahlenschutz PRAXIS wurde darauf hingewiesen. Aber die hauptamtlichen Strahlenschützer werden dafür bezahlt, daß sie SCHÜTZEN, so wie es der Gesetzgeber verlangt, auch wenn es sich nur um ein theoretisches und nicht um ein nachweisbares Risiko handelt.

Fazit

Der Film von Ranga Yogeshwar zeigt die Realität in Japan. Die Folgen des Unfalles sind schlimm für die Menschen, für die dortige Wirtschaft und die zukünftige Stromversorgung. Die Ursache dazu ist nicht eine Verseuchung mit Gefahr für die Menschen sondern eine unsachgemäße Gesetzgebung.
Im Film fehlten Vergleichszahlen für radioaktive Bestrahlungsdosen, somit blieb dem Zuschauer die Tatsache verborgen, daß in Wirklichkeit nirgendwo eine Gefahr lauert. Die wichtige Bewertung der Fachleute von UNSCEAR: „Keine gesundheitlichen Schäden durch ausgetretene Radioaktivität, und auch in Zukunft nicht zu erwarten“ blieb unerwähnt. Es gab NULL Opfer in Japan, nur für die Regierenden in Deutschland ist dieses NULL immer noch zu viel des Risikos. Das ist bedauerlich und wird für Deutschland Folgen haben, die sehr viel größer als NULL sein werden.
Es gibt nunmehr seit über 50 Jahren weltweit eine Fehleinschätzung der Gefahren von Radioaktivität, so daß heute die Leute an Gespenster glauben. In dem Bericht „It’s Time to tell the Truth about the Health Benefits of Low-Dose Radiation“ [6] heißt es dazu ”… is the greatest scientific scandal of the 20th century” Dem muss sachlich zugestimmt werden. Es wird allerhöchste Zeit, darüber zu reden.
Literaturhinweise
[1] „Höhenstrahlung, die Exposition beim Fliegen“ in GSF-Broschüre „Strahlung, von Röntgen bis Tschernobyl“, 2006
[2] Deutsches Ärzteblatt Jg. 110, Heft 17, 26.4.2013, Seite 720 – 721
[3] „Strahlen und Strahlenschutz“ von Hans Kiefer und Winfried Koelzer, ISBN 3-540-17679-9, Springer-Verlag, 1987, Kapitel „Ionisierende Strahlung in der medizinischen Praxis“
[4] www.unscear.org/ Bericht vorgestellt am 2.4.2014 in Wien
[5] Vorträge auf dem Fachsymposium „Strahlenschutz – Ein Jahr nach Fukushima“ des Deutsch-Schweizerischen Fachverbandes für Strahlenschutz e.V. (FS), 8. und 9.März 2012 in Mainz
[6] James Muckerheide: http://www.21stcenturysciencetech.com/articles/nuclear.html




EEG-Unterstützer verzweifelt gesucht

Und das, obwohl mich der Presseclub beziehungsweise mein hochehrwürdiger ZDF-Kollege Reinhard Schlieker ausdrücklich als Autor des Buches „Der grüne Blackout. Warum die Energiewende nicht funktionieren kann“ gecastet hatte. Ambivalent kann man den Titel nicht gerade nennen. Mein Gegenspieler Jens Strüker, Professor für Energiemanagement an der Fresenius-Universität, würde das Gegenteil behaupten respektive beweisen. Also drehte ich gleich am Anfang alle rhetorischen Geschütztürme in seine Richtung: Erstens, in Norddeutschland wird schon jetzt an vielen Tagen weit mehr Grünstrom erzeugt als verbraucht; da sowohl Stromtrassen als auch Speicher fehlen, muss er oft massenhaft in Ausland verschenkt oder teuer entsorgt werden. Zweitens bestehen die windschwachen Südländer wie Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg trotz des Stromüberflusses im Norden darauf, ihre eigenen Windrädchen vorzugsweise in Waldgebiete zu stellen, und das, obwohl mittlerweile zwei Drittel der Mühlen im Binnenland rote Zahlen produzieren. Drittens decken die regenerativen Energien an sonnigen und windigen Junitagen schon den gesamten Strombedarf Deutschlands, bei stilltrübem Wetter wie im Dezember 2013 liefern sie allerdings kaum fünf Prozent der Elektroenergie – ein Umstand, an dem auch jedes weitere Windrad nichts ändert. Folglich braucht Deutschland neben dem Ökostromsektor auch in Zukunft fast seinen gesamten konventionellen Kraftwerkspark, der selbst mehr und mehr zum Subventionsfall wird, weil er nur noch als Lückenspringer ans Netz darf. Die gesamte Operation Energiewende – Kosten bis heute: 400 Milliarden Euro – spart nicht ein Gramm Kohlendioxid, weil Windräder und Solarzellen keine Kilowattstunde berechenbare Grundlast ins Netz schicken. Was mich zu meinem Ceterum censeo führte: das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, muss weg – ein Gesetz, das die gewaltigste ökonomische Fehlentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg befördert und außer ein paar tausend Subventionsrittern keinem nützt.
Dann war Professor Strüker am Zug, und nach ein paar Minuten wurde mir klar, dass ich in Wiesbaden keine Chance zu einem Meinungskampf bekommen würde. Mein Gegenspieler sagte nämlich: Sehe ich im Prinzip genau so. In der Analyse seien wir uns sehr einig. Er finde auch, das EEG könne weg. Mit anderen Worten: ich bin ganz bei Ihnen.
Puhh. Eine rhetorische Breitseite, nur um zu sehen: Bei dem anvisierten Karthago handelt es sich um keine Festung, sondern um eine offene Stadt, über der scheinbar längst die weiße Fahne flattert.
Deshalb frage ich mit diesen Zeilen einmal in die ganz große Runde: Wer verteidigt eigentlich noch das EEG? Schon 2013 empfahl die Monopolkommission, ein Beratungsgremium führender Wirtschaftswissenschaftler, das EEG wegen gravierender Fehlsteuerungen zu streichen. Als nächstes empfahl eine von der Bundesregierung selbst eingesetzte Expertenkommission, das EEG zu streichen, weil es praktisch nichts zur technischen Innovation beitrage. Im Herbst 2014 empfahlen die so genannten Wirtschaftsweisen der Bundesregierung wiederum, das EEG abzuschaffen. Vor wenigen Tagen erklärte Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel bei einem Auftritt in Stuttgart, bei der Energiewende „passt so gut wie nichts zusammen“. Er sagte dort praktisch das Gleiche wie ich, der kleine unmaßgebliche Buchautor, in Wiesbaden. Aber irgendwelche Unterstützer muss es doch geben, die sich für die milliardenverschlingende Umverteilungs- und Chaosmaschine in die Bresche werfen. Franz „die Sonne schickt keine Rechnung“ Alt? Claudia „die EEG-Umlage wird nicht über 3,59 Cent steigen“ Kemfert? Jürgen „Eiskugel“ Trittin? Anyone? Wenn sie noch zu den EEG-Anhängern zählen, dann meiden sie jedenfalls seit einiger Zeit die Arenen des öffentlichen Meinungskampfes.
Praktisch alle Wirtschaftsexperten rammen das EEG in den Boden, der zuständige Minister hält es für ein missratenes Monstrum. Aber trotzdem läuft es weiter und weiter, zerlegt die Energiewirtschaft und schluckt jährlich über 20 Milliarden. Karthago steht ohne Verteidiger da, bleibt aber rätselhafterweise Großmacht.
Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit, jetzt eine Massenpetition gegen das EEG zu starten.
Siehe auch hier und hier.
Das Buch des Autors "Der grüne Blackout" kann u.a. hier erworben werden.
Der Beitrag erschien zuerst bei ACHGUT