Gaukelei mit sinkendem Strompreis

Eine Energiewende-Lobby-Organisation in Berlin will uns weismachen, dass der Strompreis 2015 in Deutschland sinkt. Aber die FAZ ebenfalls. Denn sie reichte diese Gaukelei weiter, als sei dies auch ihre eigene Ansicht: Die Stromrechnung wird günstiger. So überschrieb sie ihren Bericht, ohne dies mit An- und Abführungszeichen zu versehen. Privatkunden und Unternehmen könnten sich 2015 zumindest auf einen kleinen Rückgang freuen, lautete die Unterzeile (hier). Die Stromverbraucher-Schutzvereinigung NAEB kommt zum gegenteiligen Ergebnis: „Der Strom wird 2015 noch teurer als schon bisher. Die Hoffnungen auf geringere Stromkosten sind vergeblich. Solange die „Energiewende“ mit dem planwirtschaftlichen und unsozialen Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) weitergeht, wird es damit nichts: Der Strompreis muss und wird immer schneller steigen. Das ist zwangsläufig.“

Zwei Lobbies – die eine gegen die Stromverbraucher, die andere für sie

Die besagte Lobby-Organisation trägt den Namen Agora Energiewende (hier)[1]. In ihrer Pressemitteilung vom 6. Januar (hier) steht: „Gestoppt wurde auch der Trend zu steigenden Strompreisen – sowohl die Strompreise für Privat- als auch für Gewerbekunden und Industrie sinken 2015 leicht gegenüber dem Vorjahr. Grund: Sowohl die Vorab-Kontrakte (sogenannte ‚Forwards’) an der Börse für 2015er-Strom als auch die EEG-Umlage 2015 fallen niedriger aus als 2014. Viele Stromvertriebe geben diese Vorteile an ihre Kunden weiter.“ Die NAEB ist ebenfalls eine Lobby-Organisation. Nur arbeitet sie nicht gegen sondern für die Stromverbraucher. Sie hat auch keinen 14-Millionen-Euro-Etat zur Verfügung wie die Agora Energiewende und keine neunzehn bezahlten Mitarbeiter. Denn solche Mitarbeiter kann sie sich nicht leisten, bei ihr sind alle ehrenamtlich tätig.

Weitere Ökostromanlagen erhöhen den Strompreis zwangsläufig

Leider wird „der Trend zu steigenden Strompreisen“ 2015 keineswegs gestoppt. Denn die staatlich angetriebene Erzeugung von „Ökostrom“ mittels Wind, Sonne und Pflanzen wie Mais schreitet weiter voran. Derzeit hat diese „erneuerbare“ Energie schon einen Anteil von 28 Prozent an der deutschen Stromversorgung erreicht. Bis 2035 sollen es 40 bis 45 Prozent werden, bis 2050 mindestens 80 Prozent. Vor allem entstehen immer mehr Windkraftanlagen. Aber das Erzeugen von „Ökostrom“ kostet im Durchschnitt dreimal mehr als Strom aus Steinkohlekraftwerken und fünfmal mehr als Strom aus Braunkohlekraftwerken. Also werden die Erzeugungskosten steigen und mit ihnen der Preis für Strom. Sinken also werden sie schon gar nicht. Denn mit allen weiteren Ökostromanlagen muss sich der Strompreis weiter erhöhen. Zwangsläufig.

Künstlich verteuert der Staat auch den herkömmlich erzeugten Strom

In einer Pressemitteilung schreibt NAEB-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Hans-Günter Appel:*) „Doch auch der konventionelle Strom aus den Kohle- und Gaskraftwerken wird mit dem weiteren Ausbau der Ökostromanlagen teurer. Das liegt am EEG: Es zwingt die Strom-Netzbetreiber dazu, den (stark schwankenden und nicht planbaren) Ökostrom mit Vorrang abzunehmen. Strom aus konventionellen Kraftwerken hat dann das Nachsehen. Folglich geht die Jahresstromerzeugung der konventionellen Kraftwerke zurück. Aber die Kapital- und Personalkosten bleiben gleich hoch. Denn die konventionellen Kraftwerke müssen sich in Bereitschaft halten, damit sie einspringen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Diese Bereitschaft kostet auch Brennstoff, weil die Kraftwerke auf Betriebstemperatur gehalten werden müssen, wenn sie schnell Strom liefern sollen. Wäre das Kraftwerk kalt, würde es Stunden dauern, es wieder anzufahren, während die Ökostromerzeugung innerhalb von Minuten stark schwanken kann. Nur Gaskraftwerke lassen sich in wenigen Minuten auf volle Leistung hochfahren. Sie allerdings sind die teuersten Erzeuger konventionellen Stroms. Kurzum, wie immer man es betrachtet: Mehr teurer Ökostrom zieht zwangläufig wegen der EEG-Bestimmungen auch höhere Kosten für den konventionellen Strom nach sich.“

Neue Ökostrom-Leitungen treiben den Strompreis zusätzlich hoch

Professor Appel weiter: „Doch das ist noch nicht alles. Ökostrom muss im Netz weitergeleitet werden. Wachsende Strommengen erfordern neue Leitungen zu den Verteilerstationen. Das kostet viele Milliarden Euro, die zu bezahlen sind. Und von wem? Natürlich von uns allen, den Stromkunden. Doch damit nicht genug. Der Windstrom aus Norddeutschland soll durch große Stromtrassen bis nach Bayern transportiert werden. Ein Kilometer neue Trasse kostet als Freileitung mehr als 1 Million Euro. Erdverlegt steigen die Kosten auf etwa 8 Millionen Euro. Auch dies muss bezahlt werden. Wird dann Strom durch die Leitungen geleitet, ist der Transport nicht zum Nulltarif zu haben. Es kommt zu Stromverlusten, die von der Küste bis nach Bayern einschließlich der Verluste durch die Transformatoren etwa 10 Prozent betragen. Die Netzkosten werden also erheblich steigen und den Strompreis zusätzlich in die Höhe treiben.“

Spielraum für den Strompreis? Ja, aber nur nach oben

Es gebe „Spielraum für Strompreissenkungen im Jahr 2015“, so zitiert der erwähnte FAZ-Bericht aus einer „Analyse“ der Agora Energiewende. Doch wirklichen Spielraum für den deutschen Strompreis gibt es nur nach oben. Solange die politische Führungsschicht in Deutschland die Energiewende-Politik fortsetzt – und das zu wollen, betont sie mit Kanzlerin Merkel an der Spitze immer wieder – solange wird der Strompreis progressiv weitersteigen. Die folgende NAEB-Grafik veranschaulicht das.   
Die FAZ nennt die Agora Energiewende eine „Denkfabrik für Energiepolitik“ und eine „Non-Profit-Gesellschaft“. Das klingt nach Unabhängigkeit und Neutralität. Das Gegenteil ist der Fall und läuft auf Irreführung der Leser hinaus.**) Sie ist abhängig, sogar sehr, und vertritt Interessen alles andere als neutral. Das zeigt schon ein Blick in die Aufzählung derer, die dem „Rat der Agora“ (hier) und dem Gesellschafterkreis (hier) angehören. Was ihre Aufgabe ist, bestimmen die beiden Geldgeber. Das sind zwei Stiftungen: die Stiftung Mercator und die European Climate Foundation (ECF).

Die beiden Geldgeber wollen globalen Klimaschutz vorantreiben

Die Mercator will „die Energiewende als Motor für globalen Klimaschutz vorantreiben“, die ECF den „Umbau der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt hin zu einer klimaverträglichen Energieversorgung“ erreichen. Beides deckt sich und ist Energiewende pur. Die ECF ihrerseits beschreibt sich als „eine Gemeinschaftsinitiative mehrerer großer, international tätiger Stiftungen aus Europa und den Vereinigten Staaten gegen die drohende Erdüberhitzung“. Als Teil des ClimateWorks-Netzwerks (hier) setze sie sich seit 2008 dafür ein, einen wirksamen Klimaschutz in Europa voranzubringen. In der Strategie der ECF spiele Deutschland als größtes und wirtschaftsstärkstes EU-Land eine zentrale Rolle – nicht zuletzt, weil die Energiewende zeige, dass der Umbau hin zu einem umwelt- und klimaverträglichen Energiesystem machbar sei. Näheres über die ECF hier.

Das ist reinrassiger Lobbyismus

Die Agora Energiewende darf also gar nicht neutral sein. Auch ist sie noch nicht einmal ein eingetragener Verein (e.V.), nur eine „Initiative“, schon gar nicht eine „Gesellschaft“ (wie die FAZ schrieb), sondern rechtlich nur ein „Teil“ der Smart Energy for Europe Platform (SEFEP) gGmbH, eingetragen beim Amtsgericht Charlottenburg (HRB 126 115 B). Auch wenn sie selbst nicht auf betriebswirtschaftlichen Gewinn ausgerichtet ist (non-profit), so bedient sie doch massiv rein kommerzielle Interessen, nämlich die ihrer Ratsmitglieder und die ihrer Geldgeber, die an der Energiewende verdienen. Ihr geht es darum „Wie gelingt uns die Energiewende?“ Sie „will den Boden bereiten, damit Deutschland die Weichen richtig stellt. Wir verstehen uns als Denk- und Politiklabor, in dessen Mittelpunkt der Dialog mit den energiepolitischen Akteuren steht Analysieren, verstehen, diskutieren, bewerten: Damit wollen wir die Energiewende voranbringen.“ Das ist reinrassiger Lobbyismus. Wer diese Tatsachen unterschlägt, täuscht seine Leser.

Hinter der Energiewende stehen rein kommerzielle Interessen

Deshalb hat der NAEB-Stromverbraucherschutz einen sehr schweren Stand. Die deutsche Energiewende-Politik dient allein den kommerziellen Interessen zahlreicher Gruppen von Profiteuren, zu denen auch der deutsche Fiskus gehört. Mit Schutz vor anthropogenem Kohlendioxid (CO2) und drohender Erderwärmung wird sie nur begründet, damit sich die Bürger das gefallen lassen. Zu viele von ihnen haben in ihr eine Art Ersatz- oder Zusatzreligion gefunden. Wer einen Glauben hat, zählt sich zu den Guten und findet darin erquicklichen Trost.

Wenn nicht schnell eine Wende der Wende beginnt …

Allerdings ein teurer Trost für die Stromverbraucher. Professor Appel schreibt in seiner NAEB-Pressemitteilung: „Wenn die politische Führung nicht schnell eine Wende der Wende einleitet, werden wir privaten Stromverbraucher im Jahr 2020 für die Kilowattstunde Strom mehr als 50 Euro-Cent bezahlen müssen. Da wir Strom kaum einsparen können, ohne unseren Lebensstandard stark abzusenken, wird es zu einem kräftigen Kaufkraftschwund kommen mit dem Verlust vieler Arbeitsplätze und dem Abstieg von noch mehr Familien in die Sozialhilfe.“ Und der NAEB-Vorsitzende Heinrich Duepmann meint: „Wir brauchen endlich eine Partei, die für eine reale marktwirtschaftliche Energiepolitik eintritt und die unsoziale staatlich-zentrale Planwirtschaft ablehnt. Nur dann bekommt der Stromverbraucher die nötige Wahlfreiheit, um sich für den preiswerteren Strom entscheiden zu können.“
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*) Wenn ich NAEB zitiere, müssen Sie wissen, dass ich Mitglied bei NAEB bin und dort dem Beirat angehöre, also befangen sein kann. Die NAEB-Web-Seite finden Sie hier: www.naeb.de  Die NAEB-Pressemitteilungen hier und hier. Wer sich als Energiewende-Opfer sieht, sollte NAEB unterstützen, indem er Mitglied wird. Je mehr Mitglieder, umso durchsetzungfähiger kann NAEB gegen die Energiewende-Politik auftreten. Ein Beitrittsformular finden Sie hier.
**) Immerhin zutreffend berichtet hatte die FAZ in ihrer Ausgabe vom 16. Oktober 2014 (Seite 20): „Ökostrom-Umlage sinkt, der Strompreis steigt trotzdem – Netzausbau und andere Umlagen treiben Kosten. Zum ersten Mal seit 14 Jahren sinkt im nächsten Jahr die Umlage zur Förderung des Ökostroms. Doch bedeutet das nicht, dass auch der Strompreis stabil bleibt. „In vielen Regionen muss beispielsweise mit weiter steigenden Netzentgelten gerechnet werden“, sagt die Chefin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Hildegard Müller. Der für die Energiewende notwendige Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze kostet in den kommenden Jahren vermutlich Dutzende Milliarden Euro. Weitere fünf Umlagen auf den Strompreis 2015 werden in den kommenden Wochen festgelegt, darunter die für die ungewollten Ausfälle in der Stromerzeugung auf hoher See oder für die Förderung der als besonders wirtschaftlich geltenden Elektrizitätserzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung.“
Haftungsausschluss / Disclaimer siehe hier. Wenn dieser Hinweis nicht unter jedem Beitrag steht, so gilt er doch auch für diese anderen.
Der Beitrag erschien zuerst auf KP-Krauses Blog hier


[1] Anmerkung der Redaktion: Nicht vergessen werden sollte die Tatsache, dass der bisherige Geschäftsführer der AGORA und vormalige Erfüllungsgehilfe von Jürgen Trittin, der Obergrüne Rainer Baake, jetzt als Staatssekretär im BmWi Herrn Gabriel  zuarbeitet, während sein Nachfolger als AGORA Geschäftsführer Patrick Graichen nur aus dem Bundesumweltministerium als “Urlauber” entliehen wurde. So wäscht eine Hand die andere.




Was beschert das Wetter im Jahr 2015 der Einen Welt für ein Wetter?

Die Globalklima-Experten stünden vor einem gigantischen Problem, denn zuerst müssten sie die Erde in zwei Halbkugeln teilen, die ja aufgrund der Schiefe der Ekliptik zwei gegenläufige Jahreszeiten aufweisen. Wenn am 21. Dezember auf der Nordhemisphäre mit der Wintersonnenwende der Winter beginnt, beginnt auf der Südhemisphäre mit der Sommersonnenwende der Sommer. Am 21. Juni ist es genau umgekehrt. Dieses vom Sonnenstand seit Urzeiten ablaufende astronomische Wechselspiel bedingt die Jahreszeiten mit ihrem charakteristischen Wetter. Die Deklination der Sonne und der Neigungswinkel der auf die kugelförmige Erde einfallenden Sonnenstrahlen bedingen wiederum den Jahresgang der Temperatur. Dieser folgt etwa mit einmonatiger Verzögerung dem Stand der Sonne und damit der Länge von Tag und Nacht. Doch damit ist über den eigentlichen Wetterablauf nichts gesagt.
Das Gesagte ist so offensichtlich und „sonnenklar“, dass die Globalklima-Experten mit ihrer Hypothese, die Globaltemperatur der Erde würde vom CO2-Gehalt der Luft abhängen in ärgste Beweisnot kommen würden. Damit dieser Schwindel nicht ans Tageslicht kommt schweigen sie! Dies allein deswegen, weil der zum Beweis ihrer Hypothese herangezogene Jahresgang der CO2-Kurwe, gemessen auf dem 4.169 Meter hohen aktiven Kegelvulkan Mauna Loa auf Hawaii, mit der Globaltemperatur nichts zu tun hat. Diese kann ja keinen Jahresgang aufweisen, weil die Temperaturen von Nord- und Südhemisphäre in einen Topf geworfen werden und daraus eine fiktive Weltmitteltemperatur errechnet wird.
Hawaii besteht aus 137 Inseln und reicht von 18 bis 29° nördlicher Breite. Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs, wobei die Hauptinsel Big Island mit dem Kegelvulkan Mauna Loa erst circa 500.000 Jahre alt ist. Die Hauptstadt Honolulu liegt auf 21° 30’ nördlicher Breite noch innerhalb der Tropen, so dass die Sonne zweimal im Jahr senkrecht über der Stadt steht. Dies geschieht 8 Tage vor dem 21. Juni und 8 Tage danach. Am 21. Juni steht die Sonne zur Mittagszeit im Norden von Honolulu, wandert von Ost über Nord nach West und nicht wie in Mitteleuropa von Ost über Süd nach West.
Zum Wetter 2015 schweigen sowohl die nationalen Wetterdienste als auch der Weltklimarat IPCC
Während vom 2. bis 14. Dezember 2014 in Lima bei hochsommerlichen Temperaturen von der UN der 20. Weltklimagipfel mit gut 25.000 Teilnehmern inszeniert und zelebriert wurde, richtete sich das Interesse der Menschen bereits auf Weihnachten. Computer und Wetterhoroskope wurden bemüht ob der Frage: gibt es weiße Weihnacht oder keine? Doch das Wetter deckte erst im letzten Moment die Karten auf und bescherte „grüne Weihnacht“.
Die „weiße Pracht“ kam im Rhein-Main-Gebiet erst am 27. Dezember und verursachte sofort erhebliche Probleme am Frankfurter Flughafen. Wer hier festsaß, verfluchte den Schnee und mit ihm das Wetter. Am Sonntag dem 28. Dezember herrschte sonnig-frostiges Wetter und lud zu Spaziergängen im schneebedeckten rheinhessischen Hügelland ein. Doch zu gleicher Zeit versagte starker Schneefall Tausenden von Autos in Frankreich die Zufahrt zu den Skigebieten, verhinderten Windböen in Oberstdorf durch Durchführung des Skispringens, erschwerten Sturmböen mit hohem Wellengang die Bergung eines brennenden Fährschiffs über der südlichen Adria, verschwand ein Flugzeug aufgrund eines heftigen Gewitters vom Radarschirm und stürzte ins Meer. Derartige Wetterkapriolen sind alltäglich auf dem Globus, wir „erfahren“ es aber nur, wenn die Medien darüber berichten.
Es ist zwar „schön“ zu erfahren, ohne es tatsächlich zu „erfahren“, was in der Welt an Wetter geschehen ist. Viel wichtiger wäre es, rechtzeitig von den Wetterdiensten mit entsprechend zielgenauen Vorhersagen gewarnt und nicht mit diffusen Pauschalwarnungen abgespeist zu werden. Zur Ablenkung versorgte uns der Deutsche Wetterdienst -DWD- mit der Meldung eines neuen „Wärmerekordes“ für 2014. Am 31. Dezember 2014 fragte die BILD-Zeitung „War 2014 das wärmste Jahr aller Zeiten?“ und zeigte eine DWD-Graphik über die Durchschnittstemperatur von 1881 bis 2014. Danach hatten wir mit 10,2° C das wärmste Jahr seit 1881, also seit der regelmäßigen Erhebung, Aufzeichnung und statistischen Aufbereitung der Wetterdaten im damaligen Deutschen Reich. Dazu sagte Dipl.-Meteorologe Dominik Jung „Das ist ein Jahrhundertrekord“.  Doch was diesen „Rekord“ verursacht hat, welche Großwetterlagen dazu beigetragen haben, darüber schweigt sich der DWD aus. Die Temperaturen fallen ja nicht vom Himmel sondern hängen im Wesentlichen vom Charakter der Luftmassen ab. Dieser ist jahreszeitlich sehr unterschiedlich, wird vom Untergrund geprägt und davon hängt es ab, ob warme, kalte, trockene oder nasse aus Luftmassen herantransportiert werden.
Nehmen wird also diesen statistisch errechneten Wert einfach hin, denn fühlen, spüren oder messen kann eine Jahresdurchschnittstemperatur ohnehin kein Mensch. Dies gilt gleichermaßen für Pflanzen und Tiere. Aber was ist der „Jahrhundertrekord“ von 10,2° C im Vergleich zur Globaltemperatur von 15° C? Da kann man nur sagen, ganz schön kalt in Deutschland. Wo bleibt da die von der Bundeskanzlerin angestrebte „globale Klimagerechtigkeit“? Dies ist eine naturwidrige Fiktion, solange die Erde eine sich drehende Kugel im Scheinwerferlicht der Sonne ist. Einzig und allein aufgrund der unterschiedlichen Erwärmung der Erde durch die Sonne haben wir ein global so ungleiches Wetter mit unterschiedlichen Temperaturen. Die Forderung nach „globaler Klimagerechtigkeit“ ist a priori physikalisch unmöglich und damit nichts als ein sinnloses politisches Geschwafel.
Was also bezweckt der nach Sensation heischende „Jahrhundertrekord“? Das vergangene Wetter ist wie der „Schnee von gestern“. Einmal geschmolzen muss man warten, bis das Wetter es wieder schneien lässt. Angesichts der Ohnmacht des Menschen vor den Wettergewalten mutet es schon wie Größenwahn an, wenn das „Reich der Mitte“ beschlossen hat, künftig großräumig das Wetter zu manipulieren. Laut chinesischem Wetterdienstes sollen bis 2020 zusätzlich „60 Milliarden Kubikmeter künstlicher Regen pro Jahr“ produziert werden, sollen sich die „künstlich von Hagel freigehaltenen Flächen auf 540.000 Quadratkilometer“ summieren.  Der Gedanke ist löblich, der Wunsch nach mehr Wasser verständlich. Aber woher will China die Unmengen an Energie nehmen, um das Wasser zu verdunsten, das für den zusätzlichen „künstlichen Regen“ notwendig ist? Mit der vom Wetter abhängigen Solar- oder Windenergie ist dies jedenfalls nicht machbar.
Das Wetter hat ein ganz miserables Gedächtnis und verhält sich chaotisch
Dies sind im Grunde die zwei Dinge, weshalb es keine längerfristigen Wettervorhersagen gibt und sich selbst die größten und schnellsten Computer am Wetter die Zähne ausbeißen. Das Wetter blickt nicht zurück und weiß daher auch nicht, was es im vergangenen Jahr gemacht hat. Es wiederholt sich nicht, orientiert sich nicht an der Vergangenheit und verhält sich vom Ablauf her von Jahr zu Jahr völlig anders, auch wenn sich an den Jahreszeiten wie der Strahlungsintensität der Sonne nichts ändert. Am Himmel hinterlässt das Wetter keinerlei Spuren. Der blaue Himmel von heute verrät nicht, ob es gestern geregnet, geschneit oder gehagelt hat. Dies sieht man an den Pfützen, am Schnee oder den Schäden, die durch Hagelschlag angerichtet wurden.
Synoptische Meteorologen kennen das Wunschdenken der Menschen, aber sie wissen auch, wie begrenzt ihr Wissen vom Wetter ist. Sie versprechen den Zuhörern oder Zuschauern weder „gutes“ noch „schlechtes“ Wetter, garantieren auch keinen Sonnenschein, weil sie eines wissen: Wetter ist nicht machbar und zudem unberechenbar. Dies gilt für den Raum, aber mehr noch für die Zeit. Die Güte einer Vorhersage sinkt von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde und wird nach etwa zehn Tagen zur Spekulation. Dies gilt insbesondere in den Westwindzonen unserer Erde mit den unstetig wandernden und sich ständig verändernden Hoch- und Tiefdruckgebieten. Auch wenn wir schlafen, das Wetter ruht nie. Es bezieht seine Energie von der Sonne und die gibt dem Wetter die Dynamik wie dem Wind die Kraft, Bäume wie Strohhalme umzuknicken.
Auf lange, lange Zeit werden die Wettervorhersagen noch so „präzise“ sein wie in der BILD am Sonntag vom 4. Januar 2015: „Heute zeigt sich vielfach die Sonne. Dichte Wolken und Schneefälle gibt es aber auch, und die Temperaturen klettern am Tage auf 0 bis 7 Grad“. Aber was ist „vielfach“ und wo liegt „vielfach“? In Oppenheim in Rheinhessen gab es ganz wenig Sonne, dichte Wolken, aber keine Schneefälle bei maximal 4,9° C.  Kein Wunder also, dass das, was uns das Wetter am Rosenmontag, Ostermontag oder Pfingstmontag bescheren wird, noch in der Sternen steht und unvorhersehbar ist.




Nachhaltige Wahrheiten vs. Lügenpresse

Versucht man sich dem Wahrheitsbegriff zu nähern, wird es komplex. Um nicht in ontologischen Spitzfindigkeiten zu versanden, definieren wir daher selber, Puristen und Philosophen mögen uns diesen Dilettantismus nachsehen: Wahrheit ist für uns  „WAS IST“. Rudolf Augstein hatte solches einmal als Motto seiner journalistischen Bemühungen charakterisiert. Er forderte von seinen Redakteuren „berichten, was ist“. Was waren das noch Zeiten, als der SPIEGEL wirklich kritisch war! Wir sehen dieses Bemühen Rudolf Augsteins als erstrebenswertes Ideal für alle Medien an und wenden uns nun der Wahrheitsvermittelung durch die Printpresse und öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in Sachen Energiewende und Klimawandel zu. Dazu definieren wir drei Grade von Wahrheitsverfälschung je nach Schwere des Vergehens:
1. Vorsätzlich falsch berichten.
2. Unterschlagen von unerwünschter Information wie es etwa Donna Laframboise beschreibt: „Es ist eine Sache, eine andere Meinung zu haben. Es ist aber etwas völlig anderes, vorzutäuschen, andere als die eigene Meinung würden gar nicht existieren, oder zu behaupten, solche Meinungen verdienten keine Aufmerksamkeit“.
3. Diffamierung von Gruppen oder Einzelpersonen mit anderer Auffassung als der des Mainstreams.
Wir mögen es gerne blumiger, denken dabei an die wachsende Nase Pinocchios beim lügen und sprechen daher an Stelle nüchterner Grade von „Nase länger geworden“, „Nase lang“ und „Nase riesenlang“ unseres lustigen Pinocchio.

Die länger werdende Nase Pinocchios

Eine erste gute Nachricht vorweg: Über die deutsche Energiewende wird zunehmend von den Printmedien kritisch berichtet, wenn auch nicht überall, nicht einheitlich im selben Blatt und auch nicht immer. Aber dennoch: jeder Leser kann sich inzwischen sachlich informieren. Dazu muss er sich freilich die Mühe machen den deutschen Blätterwald zu durchforsten.
Wird dagegen sachlich falsch über die Energiewende berichtet, erfolgt dies in der Regel nicht von den Redakteuren selber, ihrer Kenntnisdefizite wegen sind sie dazu nicht in der Lage. Sie bedienen sich vielmehr in ständiger Wiederholung der Verlautbarungen grüner Advokaten, in der Regel der offenbar unvermeidbaren Wirtschafts-Professorin Claudia Kemfert. Deren ständig wiedergekauter sachlicher Unsinn zur Energiewende lässt dann bei vielen Leuten die Verwunderung aufkommen, wie so etwas mit einer veritablen Professur zusammenpasst.
Beim Klimawandel, genauer der angeblich menschgemachten globalen Erwärmung, im Folgenden AGW abgekürzt, liegen die Dinge freilich anders. Noch vor wenigen Jahren waren Blätter wie die FAZ noch sehr kritisch (hier, hier). Inzwischen ist aber aus AGW eine neue Staatsreligion geworden, die man nicht mehr anzutasten wagt. Der Begriff „Religion“ ist wörtlich zu nehmen, die Klima-Agenda der EKD belegt es. Da im medialen Bereich zum Thema AGW der Mangel an sachkundigen Redakteuren noch gravierender ist als beim Energiethema – denn da gibt es wenigstens Fachredakteure, die sich mit den Kosten auskennen -. wird ebenfalls zu „Proxies“ gegriffen. Man pickt von den großen Agenturen wie dpa oder gar dem Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) herausgegebene Klimabedrohungen auf und schreibt journalistisch Gefälliges dazu. Verstanden hat der betreffende Redakteur zwar fast gar nichts, aber eine hübsche Story ist allemal daraus geworden. Eigene Recherchen gibt es so gut wie keine. Stellvertretendes Beispiel für dieses Vorgehen ist der stets bemühte Biologe Müller-Jung von der FAZ.
Katastrophal wird es dann bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Hier gibt es absolut keine Zweifel mehr an Nutzen und Sinnhaftigkeit der Energiewende und noch weniger am AGW als einer gefährlichen Bedrohung der Menschheit. Die Täuschung, der man sich dabei bedient, besteht entweder in unverstandenen, stets wiederholten Worthülsen, deren Verkündung man ahnungslosen Redakteure seitens der Sendeleitungen auferlegt, oder – dies ist dann auf Zuhörer bzw. Zuschauer mit etwas mehr intellektuellem Tiefgang gezielt – in der Beauftragung von Fachleuten.
Hierbei sind insbesondere Prof. Harald Lesch und Rangar Yogeshwar zu nennen. Diese beiden Physiker als Wissenschaftsredakteure machen zweifellos ausgezeichnete TV-Wissenschaftssendungen. In den hier behandelten Themen Energie und Klima sind sie aber Advokaten, die sachlichen Unsinn billigend in Kauf nehmen (hier). Man muss ein wenig Verständnis haben, denn was bleibt ihnen anderes übrig? Wären sie fachlich objektiv und neutral, würde man sie schnell ersetzen. So erging es einst Joachim Bublath, der sich dem CO2-Katastrophenzirkus in einer seiner letzten Sendungen verweigerte und daraufhin prompt vom ZDF vor die Tür gesetzt wurde. Wir trauern dem bisher besten Wissenschaftsmoderator Joachim Bublath immer noch nach.
Wie sagte aber bereits der hannoversche König Ernst August (1771-1851): „Professoren, Huren und Balletttänzerinnen kann man für Geld überall haben“. Den heutigen Balletttänzerinnen tut er mit dieser Einschätzung vermutlich Unrecht. Doch die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten haben sich diese königliche Einschätzung zweifellos zu Eigen gemacht.

Die lange Nase Pinocchios

Unterschlagen von Unerwünschtem ist zweifellos das beliebteste und am häufigsten angewandte Verfahren – in purer Reinkultur beim Thema AGW und hier ausnahmslos in allen Medien. Nur extrem selten gibt es hier doch einmal die eine oder andere Entgleisung vom Staatsglauben, uns sind hier nur die WELT und die Junge Freiheit bekannt. Der Beleg für unseren Vorwurf ist nicht schwer zu erbringen, wenige Punkte genügen:
1.) Es wird regelmäßig ein sog. wissenschaftlicher Konsens zum AGW beschworen, meist unterstützt von der Zahl 97%. Dies ist hochgradig absurd, denn sogar zwei Physik-Nobelpreisträger , Robert Laughlin und Ivar Glaever gehören zu den "AGW-Leugnern" (hier). Die fast schon unzähligen Petitionen von Klimawissenschaftlern und fachnahen Naturwissenschaftlern gegen die IPCC-Auffassung wurden noch nie in den deutschen Medien thematisiert (hier). Schlussendlich ist eine reichhaltige, begutachtete Klima-Fachliteratur zu nennen, die mit der AGW nicht einverstanden ist (hier).
2.) Die Affaire „Climate Gate“, bei der authentische E-Mails an die Öffentlichkeit gelangten, aus denen die Durchstechereien der AGW-Fraktion in einer nicht zu überbietenden Deutlichkeit hervorgingen, blieb in den deutschen Medien bis heute folgenlos. Hier sehen wir sozusagen in ein schwarzes Informationsloch. Die Links zu Climate Gate sind zu zahlreich, um sie hier alle aufzuführen, daher bei Bedarf ins EIKE-Suchfenster climate gate eingeben und selber aussuchen.
3.) Uns ist bis heute keine Buchbesprechung in den großen Printmedien von Sachbüchern bekannt, die sich kritisch mit der Energiewende und dem Klima-Alarmismus auseinandersetzen (Ausnahme wieder einmal die WELT). Dies ist bemerkenswert, wenn man sich ansieht, was sonst so an Literaturergüssen in den Feuilleton-Seiten der Qualitätszeitungen erscheint und auch noch umfangreiche Besprechungen erfährt. Wenn überhaupt, erfolgen Besprechungen kritischer Sachbücher in kleinen Lokalblättern, die noch in Familienbesitz und daher unabhängig sind.

Die riesenlange Nase Pinocchios

Die Diffamierung von Gruppen oder Einzelpersonen mit anderer Auffassung als der des Mainstreams, ihre infame Zuordnung zu unbeliebten Lobbygruppen und ähnliches mehr sind höchst unfeine Methoden. Klimaskeptiker in die Ecke von Pudeln der US-Erdölindustrie zu stellen, ist das bevorzugte Verfahren. Es ist zwar durchsichtig dämlich, aber viele Leute schlucken den Unsinn trotzdem, der Autor kann es an Hand vieler persönlicher Erfahrungen bestätigen. Als einzige Erklärung dafür bleibt die etwas traurige Erkenntnis, dass viele Zeitgenossen gar nicht auf die Idee kommen, es könne Mitmenschen geben, die etwas unentgeltlich aus Idealismus tun. Dies, so folgern sie nämlich messerscharf, kann nicht sein, denn "ohne Kohle mache ich selber ja schon grundsätzlich überhaupt nichts".
In der fragwürdigen Diffamierungsmethode dritten Grades haben sich insbesondere zwei "Qualitätszeitungen" hervorgetan, die ZEIT und die Süddeutsche Zeitung (hier, hier, hier). Auf nähere Kommentierung kann verzichtet werden. Die Artikel sprechen für sich und werden einmal zu interessantem Anschauungsmaterial über die Zustände in Deutschland für zukünftige Historiker werden.
Die Schilderung einer weiterer Episode sei noch erlaubt: Zum Zweck eines Übersichtsartikels zur Klimaproblematik lud die ZEIT den Autor nach Hamburg zum Interview ein. Im Wissen, dass solche Reisen stets sinnlose Zeitverschwendung sind, bat dieser daraufhin umgekehrt um den Besuch des Redakteurs in Heidelberg. Es erschien dann eine junge ZEIT-Redakteurin in Heidelberg, die nicht im Geringsten an einem Sachgespräch interessiert war, sondern sich ausschließlich nach EIKE-Interna erkundigte. Als sie diese nicht erhielt, sondern nur hartnäckig an Sachinhalte erinnert wurde, zog sie verstimmt ab und flog nach Hamburg zurück – außer Spesen nichts gewesen. Das Ergebnis ihrer Recherche (hier). Diese journalistische Glanzleistung bekam dann einen Journalistenpreis, was interessante Schlussfolgerungen auf den Zustand der ZEIT und von Netzwerken für gegenseitige Preisverleihungen zulässt. Der Kommentar des Autors zu dieser Affaire (hier).

Fazit

Bis auf die Ausnahme gelegentlich kritischer Berichterstattungen über die Energiewende kann von objektiven deutschen Medien bei Energiewende und Klimawandel definitiv keine Rede sein. Insbesondere in der Süddeutschen und der ZEIT drängen sich angesichts ihrer Verunglimpfungen von "Klimaleugnern" Stil- und Polemik-Vergleiche mit den ehemaligen Kampfzeitungen "Neues Deutschland (DDR)", "Prawda (UdSSR)" oder "Der Stürmer (antijüdische Propagandazeitung der NS-Zeit)" auf.
Bevorzugte Methode ist aber zweifellos das Unterschlagen von Unerwünschtem (Grad 2 bzw. die lange Nase Pinocchios). Der Vorwurf der direkten Fälschung ist damit schon einmal abgewehrt, man fühlt sich als Journalist zwar nicht besonders wohl in seiner Haut aber zumindest formal unschuldig. Das ist ein Irrtum. Wir sind sicher nicht die Einzigen mit der Auffassung, dass bewusstes Verschweigen von Gegenpositionen eine noch schlimmere journalistische Untat ist als die bewusste Verdrehung oder Fälschung von Tatsachen.

Die gute Nachricht: Wir können etwas tun.

Unsere Chance besteht darin, immer wieder den Mund aufzumachen und zu berichten "WAS IST", was wir in EIKE schließlich täglich tun. Dass dieser Weg erfolgreich sein kann, beweist die stetig ansteigende Zahl unserer Leser. Weitere Chancen bestehen darin Zeitungen zu boykottieren, die sich wahrheitsgemäßer Berichterstattung verweigern und sich besser in Internet-Blogs oder guten kritischen Internet-Zeitungen – stellvertretendes Beispiel GEOLITICO – zu informieren. Nicht zuletzt aus diesem Grund und natürlich auch noch aus anderweitigen Gründen spüren es die großen Zeitungen bereits an nachlassenden Auflagenstärken.
Die Verlautbarungen der öffentlich rechtlichen Sendeanstalten sollte man aber paradoxerweise nicht versäumen! Natürlich nicht deswegen, um Fakten zu erfahren, die erhält man aus dem lokalen Käseblatt ohnehin besser, denn mit TV-Bildern wird viel zu viel in "Stimmungen" manipuliert. Nein, sondern deswegen, um ähnlich wie in der ehemaligen DDR "zwischen den Zeilen" zu lesen, welche Meinung einem untergejubelt werden soll, mit welchen Tricks dies geschieht und welche Kräfte dahinter zu vermuten sind. Man sollte die Methode des "zwischen den Zeilen lesen" natürlich auch auf die Printmedien anwenden, die man gerade zur Hand hat.
Kurz, es ist notwendig sich das kluge Wort des Nobelpreisträgers Werner Heisenberg zu Eigen zu machen „Will man den Wahrheitsgehalt einer Aussage beurteilen, muss man sich zuerst die Methoden des Aussagenden  ansehen“. Studieren Sie die Methoden der Klima-Alarmisten als den  Rattenfängern großer Transformationen, studieren Sie die Methoden der Medien! Stellvertretendes Musterbeispiel für "besondere" Aussagemethoden im TV ist der ZDF Moderator Claus Kleber, dessen empathisch-weinerlichen Weltinterpretationen Naiven Tränen entlockt und weniger Rührseligen köstliche Unterhaltung bietet, denn C. Kleber schlägt locker jeden Zirkus-Clown an Unterhaltungswert.
Bei Anwendung des Heisenberg-Kriteriums (nicht zu verwechseln mit der Heisenberg-Unschärferelation) braucht man sich ferner um den sachlichen Wert öffentlicher Klima-Aussagen, wie sie uns etwa seitens der wissenschaftlichen Repräsentanten des PIK angedient werden, schon nach kurzer Beoabachtung keine Gedanken mehr zu machen. Nur über den Zustand unseres Landes bleibt ein schaler Geschmack zurück. Das PIK als klima- und energiepolitische Propaganda-Institution wäre in einer ordentlich funktionierenden Demokratie längst abgewickelt worden. Nur bei ausschließlicher Konzentration auf seine wissenschaftliche Arbeit hat es eine Daseinsberechtigung, denn für staatlich alimentierte Forschungsinstitute, die massiv "Politik machen", sollte es in unserem parlamentarischen System prinzipiell keinen Platz geben.
Hat man sich die hier empfohlene Strategie des "Methoden-Studiums" der Medien einmal angeeignet, werden viele Dinge plötzlich klarer. Wenn man sich dann auch noch darüber informiert, wem in Deutschland die großen Printmedien gehören, in welchen Netzwerken deren Anteilseigner sich bewegen (Beispiel Atlantik-Brücke, hier, hier), mit welchen Figuren die Aufsichtsratsposten in den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten besetzt sind, welche lukrativen Posten ausgeschiedene Politiker in Brüssel oder bei US-Großbanken für frühere "Gefälligkeiten" erhalten (Musterbeispiel Joschka Fischer: vom ehemaligen Steinewerfer auf Polizisten, hier, bis hin zum europäischen Sachhalter des politisch aktiven US-Großkapitals ECFR, hier, hier, hier), dann eröffnen sich ganz neue Erkenntnisperspektiven.
Die Quellen und Motive der medialen Manipulation, der wir unterworfen sind, schälen sich dann deutlich heraus. Leider gehören zu solchen Recherchen Zeit und Mühe, beides mögen viele nicht aufbringen. Journalisten im Brot der einschlägigen Zeitungen dürfen über diese Zusammenhänge nicht berichten, sonst sind sie ihren Job los. Erst mit viel Recherche und auf der Basis wirtschaftlicher Unabhängigkeit können die wahren Ursachen für die erfolgreiche Täuschung einer ganzen Nation ausgesprochen werden. Und dies auch nur vermittels des Internets, denn es ist (noch) frei.




Vom PIK lernen heißt siegen lernen: Cleveres Klimamarketing 2.0

Begleitet werden die Bemühungen offenbar von einer professionellen Marketingabteilung, die sich intensive Gedanken zu griffigen Werbeslogans und eingängigen Botschaften macht. So könnte der Titel des neuen Werks „Turn down the heat 3“ auch der Name eines rockigen Musikalbums sein. Respekt. Das gilt auch für den Slogan „Der neuen Normalität ins Auge sehen“. Klingt einfach super. Warum können wir Klimaskeptiker das nicht? In unseren Texten gehen wir viel zu oft mit dem Holzhammer zu Werke, beschimpfen die andere Seite plump als “dummer Alarmist”, “Fälschung”, “sinnlos”. Wie wäre es mal mit “Get back to reason 5″ oder “Mittelalterliche Wärmeperiode akzeptieren und verstehen”?
Überhaupt sind Struktur der PIK-Pressemitteilung und die darin verwendeten psychologischen Basiselemente gut überlegt. Die Behauptung “Klimafolgen treffen vor allem die Armen der Welt” geht unter die Haut wie Butter:
„Die Folgen der globalen Erwärmung werden in den nächsten Jahrzehnten wahrscheinlich vor allem die treffen, die am wenigsten zum Anstieg der Treibhausgas-Emissionen beigetragen haben: die Armen der Welt“. Vor allem Entwicklungsländer werden die stärksten Klimafolgen zu spüren bekommen, besonders in den Tropen; und gerade ihnen fehlen die Mittel, sich darauf einzustellen. In diesen Ländern sind es wiederum vor allem die ärmsten Menschen, die besonders anfällig für zusätzliche Belastungen sind.
Ein toller Marketing-Gag, dass die bösen Westler das Klima vor allem in den Entwicklungsländern kaputt machen. Aus wissenschaftlicher Sicht ist das zwar nicht haltbar, aber es klingt einfach klasse, und es traut sich kaum jemand, die Behauptung zu hinterfragen. Das ziemt sich als reicher Westler einfach nicht. Dabei würde sich das durchaus lohnen, zum Beispiel beim Korallenhorror. So lesen wir beim PIK:
In der Karibik etwa steigt die Wahrscheinlichkeit jährlicher Korallen-Bleichen bereits bei 1,5 -2 Grad
Die Kenntnisse der neueren Literatur sind beim PIK offenbar eher mager ausgebildet. Denn ansonsten wüssten die Potsdamer, dass sich dieKorallen als viel Wärmestress-resistenter entpuppt haben als vormals befürchtet. Aber bei der Kooperation zwischen Weltbank und PIK geht es gar nicht so sehr um die Fakten, sondern um moralische Botschaften im eingängigen Spruchformat, die sich auch für das Poesiealbum gut eignen würden. Der PIK-Chef macht in der Pressemitteilung vor wie es geht:
„Dem Klimawandel zu begegnen ist eine Frage der Vernunft, aber auch eine Frage der Gerechtigkeit“, sagt Hans Joachim Schellnhuber, PIK-Direktor und erster Leitautor des Berichts.
Diese Methode würde auch für die klimarealistische Seite gut funktionieren. Das könnte zum Beispiel so aussehen:
„Die natürliche Variabilität des Klimas anzuerkennen ist eine Frage der Vernunft, aber auch eine Frage der Gerechtigkeit“, sagt Sebastian Lüning, dKS-Webseiten-Direktor und zweiter Leitautor des nachhaltigen Klimaberichts “Die Kalte Sonne”.
Nun ist seit der Erfindung des Spielfilms in Hollywood bekannt, dass eine gute Story mit einem Happy End und einem positiven Ausblick enden muss. Diese Technik nutzen daher auch PIK und Weltbank:
“Die gute Nachricht: wir können etwas tun”
[…] Die gute Nachricht ist, dass wir etwas tun können, um das Maß an Klimawandel zu verringern und Wirtschaftswachstum zu fördern, damit wir uns nicht länger auf diesem gefährlichen Pfad bewegen. Politiker in aller Welt sollten bezahlbare Lösungen wie die Bepreisung von CO2 ergreifen, und Maßnahmen wählen, die Investionen hinbewegen zu sauberem öffentlichen Verkehr, saubererer Energie, und zu energiesparenden Fabriken und Gebäuden.”
Eine leicht positiv belegte Handlungsaufforderung ist einfach viel effektiver als ausschließlich zu drohen. Die Phrase “Die gute Nachricht” wird in der Religion seit langem erfolgreich eingesetzt, auch gerne bei Sekten. “Die gute Nachricht: Du darfst ein Drittel Deines Einkommens an unseren Religionsstifter überweisen und Dich so von allen Sünden reinwaschen”.
Wir sollten es dem PIK nachtun und ein schlagkräftiges Team aus Marketingexperten und Psychologen zusammenstellen, um unsere wissenschaftlichen Botschaften in ein geeignetes Format zu überführen. Dieser Schritt ist nicht nur eine Frage der Vernunft, aber auch eine Frage der Gerechtigkeit. Vom PIK lernen heißt siegen lernen.
Übernommen vom Blog Die kalte Sonne




Globale Energie-Planwirtschaft für das Klima

Ein Sprecher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung lobt die Studie gegenüber der Stuttgarter Zeitung wegen ihrer detaillierten regionalen Aufspaltung der Ergebnisse.
Erläuterungen zu Bild rechts aus "nature": ac, Supply cost curves for oil (a), gas (b) and coal (c). d, The combustion CO2emissions for these resources. Within these resource estimates, 1,294 billion barrels of oil, 192 trillion cubic metres of gas, 728 Gt of hard coal, and 2…
Wenn es um Fragen des Klimawandels geht, wird die Wissenschaft immer wieder für politische Zwecke instrumentalisiert. Sie suggeriert der Politik eine Genauigkeit ihrer Erkenntnisse, die methodisch nicht haltbar ist, und wird mit unzulässigen Werturteilen überfrachtet. Weder wurde im jüngsten IPCC-Bericht überzeugend dargelegt, dass das 2-Grad-Ziel einen Nutzen-Kosten-Test besteht, noch verfügen Wissenschaftler über das Instrumentarium regional detaillierte Angaben über die Förderwürdigkeit von Rohstoffvorkommen zu machen. Noch vor zehn Jahren hätte kein Experte gedacht, dass Schiefergasvorkommen weltweit wirtschaftlich in den heutigen Größenordnungen gefördert werden können und die Energieversorgung der USA revolutionieren. Ebenso wenig war den Experten bewusst, wie rasch der technologische Fortschritt aus schwindenden Ölreserven in den USA ergiebige Vorkommen machen kann, die gegenwärtig ihren Beitrag zum Verfall der globalen Rohölpreise leisten. Obgleich die Energiemärkte nahezu unvorhersagbaren Veränderungen unterliegen, glauben die Autoren der Studie schon heute genau sagen zu können, wo sich aus klimapolitischer Perspektive die Förderung lohnt und wo nicht. Die Botschaft für Politiker kann nur sein, dass schon heute durch energie- und umweltpolitische Regulierung ein Rahmen zu setzen ist, damit aus den Prognosen der Wissenschaftler auch Realität wird. Auf dem Reißbrett der Klimafolgenforschung soll der Plan für die Energiemärkte von morgen entworfen werden.
Damit bleibt auch das Plädoyer vieler Klimaforscher, dass Klimapolitik mit den Marktkräften kompatible sein sollte und möglichst wenig in die freien Wahlentscheidungen der Verbraucher und Unternehmen eingreift, lediglich ein Lippenbekenntnis. Wer die Belastung von Treibhausgasemissionen mit Abgaben und die daraus abzuleitenden Anpassungsreaktionen der Wirtschaftsakteure als hinreichende politische Reaktion auf den Klimawandel betrachtet, kann auch auf regionale Analysen der Rohstoffnutzung verzichten. Marktkonformer Klimaschutz, der lediglich die Preissignale für Anpassungsreaktionen nutzt, kann sich auf die Reaktionen der Marktkräfte verlassen und muss nicht mit Rohstoffpolitik Klimapolitik betreiben. Stattdessen wird schon in der Zusammenfassung der Studie bemängelt, dass eine an der Nutzung von fossilen Rohstoffen ausgerichtet Energiepolitik inkonsistent mit Bekenntnissen zum 2-Grad-Ziel ist.
Zuerst erschienen im Liberalen Blog