Misereor – das Magazin 2014: Kirchen, Energiewende und Klima

Die Kernfrage über die Rolle der kirchlichen Institutionen in der beginnenden Moderne beschied als erster Francois-Marie Arouet öffentlich negativ. Dieser Freigeist und ungemein kluge Kopf nannte sich später Voltaire, wurde unter diesem Namen weltberühmt, brachte Newton den Franzosen nahe und prägte maßgebend die Aufklärung. Die Postmoderne hat die Aufklärung freilich schon wieder vergessen. Nur mit dem Wegsperren skeptischer Störenfriede in die Bastille, wie es Voltaire erging, ist es jetzt vorbei – mal sehen wie lange. Ein wirrer Musikprofessor australischer Provenienz an der Universität Graz erstellte immerhin schon einmal eine „Todesstrafenliste“ für „Klimaskeptiker“ (hier). Auf der befindet sich auch der Autor, der deswegen von seinen australischen Freunden beneidet wurde. Die Gegenaufklärung (im Englischen wird von "unenlightment" gesprochen) der Postmoderne ist zweifellos unterhaltsam.
Dass sich die Kirchen vor die Karren von fragwürdigen Gruppierungen oder Verrückten spannen lassen, ist nichts Neues. So tauchten in den 1970-er Jahren Veröffentlichungen über EKD-Spenden auf, die an die südafrikanische SWAPO weitergeleitet und von dieser für Käufe von Waffen verwendet wurden (hier). Sind diese Ereignisse Vergangenheit und für alle Zukunft auszuschließen? Wie die jüngsten Ereignisse zeigen, darf man es bezweifeln. Obwohl die deutsche Energiewende und insbesondere Windrad-Installationen mit extrem unsozialen Schädigungen der Allgemeinheit auf Kosten der Steuerzahler nur die Taschen weniger Profiteure füllen, setzen sich die Kirchen nachdrücklich für diese Maßnahmen ein. Zur Rettung der Welt sei dies eben unabdingbar, behaupten sie. Sicher ist freilich nur, dass ganze Landschaften und die Natur (Vögel, Fledermäuse) durch den deutschen Windrad-Wahn vor die Hunde gehen. Biospritmonokulturen schädigen die Artenvielfalt und lassen die Lebensmittelpreise in armen Ländern steigen. Deutsche Autofahrer müssen CO2-neutral mit Biosprit durch die Lande rollen, weil es die gesetzlichen Beimischungen von E10-Dreck erzwingen. Das Motto all dieser Aktionen ist schließlich: Man muss die Natur gründlich zerstören, um sie zu retten.
Hierbei hilft ein neues, interessantes Phänomen. Bischöfe werden zu Fachleuten! So geschehen in der Ethikkommission der Energiewende, der zwei Bischöfe und noch ein dritter Religionsfunktionär angehörten. So geschehen auch im Bischofssitz von Limburg, der sich der profunden Kenntnisse des Amtsinhabers in Architektur, Innendesign und Wirtschaftlichkeitsrechnung erfreute. Zumindest was die Energiewende angeht, sieht der Autor daher vielversprechende, neue Horizonte. Was mühen sich noch Ingenieure ab, endlich kostengünstige Speicher für den immerflatternden Wind- und Sonnenstrom herbeizuschaffen! Sie bringen es nicht fertig. Technik, Physik, horrende Kosten widersprechen und bleiben störrisch. Sein Vorschlag daher: lasst endlich die Bischöfe ran, sie werden es richten!
Wir können es uns jedenfalls erklären, warum die Windrad-Remedur gegen den so gefährlichen anthropogenen Klimawandel Gefallen beim Klerus findet.  Die oben geschilderten Kollateralschäden an Landschaften, Einwohnern und gottgeschaffenem Fluggetier lässt die Klerikalen einfach kalt. Dies ebenso wie der Jahrzehnte lange Kindesmissbrauch durch katholische Priester die Führungsetage der katholischen Kirche warm – Pardon, kalt – ließ. Das ist verständlich und entschuldbar, Hobeln ohne Späne geht schließlich nicht, wer will schon kleinlich sein. Lassen wir doch die höchste EKD-Funktionärin in ihrem Luxus-Phaeton alkoholisiert über rote Ampeln fahren, das kann schließlich jedem passieren. Erfreuen wir uns lieber an ihren von dieser Entgleisung völlig unbeschädigten, weiteren Belehrungen ihrer Gläubigen über richtige Ethik und Moral. Nur ein Schelm ist, wer daran denkt, seine Mitgliedschaft in Vereinen mit solchen Moralheiligen unverzüglich zu kündigen.
Zu derartigen Zuständen passt die hübsche Frechheit eines Präsidenten des Bundesverbandes Windenergie, Hermann Albers, der seinem kommerziellen Unternehmen sogar religiöse Weihen zuspricht (nennt man so etwas nicht Blasphemie?, na egal). Hier eine Kostprobe aus seiner religiösen Verkündigungsschrift „neue Energie“, Ausgabe Mai 14:
„… Vor über 2000 Jahren wurde Christus über die Via Dolorosa getrieben, von den Römern und seinem eigenen Volk mit Spott überhäuft. Ich möchte nicht so weit gehen und den Sohn Gottes mit den erneuerbaren Energien vergleichen. Doch Christus ist durch die biblische Überlieferung zum Sinnbild geworden – für all jene, die verspottet und verachtet werden. Genau das geschieht derzeit mit uns Energiewende-Akteuren, die vor Jahrzehnten mit viel Idealismus angetreten sind, um für eine nachhaltige Energieerzeugung und damit den Erhalt der Erde zu kämpfen.
Getrieben von Feinden, mit Spott überhäuft: Den Platz der Römer nimmt mehr und mehr die Bundesregierung ein. Ihr Spott ist, die Erneuerbaren für zu teuer zu erklären, für nicht marktfähig, ja sogar für unsozial. Also unchristlich!? So schleppt sich die Branche in Richtung Golgatha. Kann die deutsche Politik das wollen? Die Nägel, mit denen die Energiewende „gekreuzigt“ wird, hat die Politik geschmiedet. Es sind fatale Fehler gemacht worden. Aber es ist nicht zu spät, diese Fehler zu korrigieren. … Noch ist Golgatha, der Berg der Kreuzigung, nicht erreicht. Die Volksvertretung, das Parlament, hat nun die Aufgabe der politischen Gestaltung. Beseitigen Sie, liebe Abgeordnete, die Nägel einer unsäglichen Kreuzigung ….“
Nach dem Lesen dieser theologischen Etude werden selbst hartgesottene Agnostiker blass vor Neid. Nun kann ja jeder schreiben, was er will. Schließlich lebt Wischmeyers herrliches Logbuch der Bescheuerten und Bekloppten von solchen Figuren wie Herman Albers, und wir haben bei Wischmeyer immer etwas zum Lachen über Hanswurste. Nur ausgesprochen humorlose Nörgler können es skandalös finden, dass kein Bischof oder Kardinal sich von dem Text des Herrn Albers distanzierte.
Kommen wir nun zu dem eingangs erwähnten T. Staud. Es geschieht ihm fraglos zuviel der Ehre, hier auf seine Schreibergüsse einzugehen. In den besprochenen Zusammenhang von Misereor, Kirchen und Profit gehört es aber hinein. Das bemühte, schwerfällige Pamphlet von T. Staud mit der Überschrift „Zweifel ist unser Produkt“ kann freilich als müde Wiederholung seines Artikels zs. mit Benjamin Reuter „Die Gehilfen des Zweifels“ (hier) angesehen werden. Aber auch die Qualitäts-Redakteurinnen Anita Blasberg und Kerstin Kohlenberg von der ZEIT haben sich mit „Die Klimakrieger“ (hier) an dem Thema "Klimaskeptiker" verhoben.
Wenn eine literarische Wertung des Autors erlaubt sei, so hat zum Trost wenigstens „Die Gehilfen des Zweifels“ einige amüsante Stellen und liest sich  stellenweise unterhaltsam. Zweifellos ist dies dem Hauptredakteur B. Reuter zu verdanken, denn der Aufguss "Zweifel ist unser Produkt" von T. Staud im Misereor-Magazin von 2014 erzeugt nur grausame Langeweile. Das gleiche trifft für den Artikel „Die Klimakrieger“ der beiden o.g. Qualitätsredakteurinnen zu. Daher an dieser Stelle eine herzliche Bitte: Liebe ZEIT, falls noch einmal ein Thema über „Klimaskeptiker“, dann bitte von Redakteuren, die wenigstens unterhaltsam zu schreiben verstehen, lass uns nicht noch einmal unter den Staud’s, Blasberg’s und Kohlenberg’s vor Langeweile sterben! Eure hochwertige ZEIT mit ihrem übergroßen Format und unendlichem Textumfang wird ohnehin schon von vielen Zeitgenossen nur noch als probates Einschlafmittel geschätzt.
Amüsant war übrigens der Besuch der ZEIT-Redakteurin A. Blasberg beim Autor in Heidelberg zum Zweck der Recherche über EIKE-Interna. Die Dame versuchte es selbst für die Naivität des Autors in diesen unsauberen Journalisten-Methoden zu ungeschickt und zog infolgedessen vorzeitig wegen nicht erhaltener Information enttäuscht wieder nach Hamburg ab – außer Spesen nichts gewesen. Den freundlich angebotenen Informationen über das Sachthema „anthropogener Klimawandel“ konnte sie leider gar nichts abgewinnen. War ja wohl auch nicht gerade ihr Interessengebiet, wie es dann der fertige Artikel belegte. Immerhin besaß dieser wenigstens den Vorzug, über den US-Blog eines Herrn Morano informiert zu werden, den der Autor bis dato nicht kannte, "Klima-Bösewicht" Morano sozusagen als Ersatz für EIKE, das leider zu wenig hergab. Vielsagend für die Verhältnisse in den deutschen Qualitätsmedien (die ZEIT sieht sich zwar selber nicht auf Augenhöhe mit BILD, ist aber auf der hier angesprochenen rotgrünen Seite zweifellos noch eine dicke Etage tiefer zu verorten) ist ferner, dass man für solche Langeweile wie „Die Klimakrieger“ auch noch journalistische Preise erhält (hier). Die Seilschaften „rotgrüne Journalisten ziehen rotgrüne Journalisten nach“ funktionieren perfekt.
Um auf  T. Staud zurückzukommen, so muss man ihm bereits deswegen verbunden sein, weil sein zs. mit Reuter verfasstes ehemalige Opus „Die Gehilfen des Zweifels“ ein näheres Eingehen auf sein "Zweifel ist unser Produkt" unnötig macht. Es ist nichts Neues oder Unterhaltsames mehr zu finden, man kann ruhig das Original lesen. Nur eines könnte vielleicht erwähnt werden. Falls T. Staud nicht völlig blind ist und wenigstens marginal mit dem wichtigsten Handwerkszeug eines Journalisten, der Recherche, vertraut gewesen wäre, hätten ihm beim zweiten Mal folgende Widersprüche und unterlassene Selbstverständlichkeiten auffallen müssen:
1) Skepsis ist die Grundvoraussetzung jeder Naturwissenschaft, alles andere ist Glauben=Mittelalter. Hier geht es um die Skepsis über einen anthropogenen Klimawandel, falls T. Staud den Unterschied zwischen dem naturgesetzlich immerwährendem Klimawandel und dem vorgeblich „anthropogen Klimawandel“ überhaupt verstanden hat (konstantes Klima gibt es nicht, daher kann man Klima oder das Wetter nicht schützen).
2) Schon eine simple Recherche zeigt jedem Redakteur, der sein Geld wert ist, dass das Wissen der Klimaforschung entgegen der Behauptung von T. Staud leider nicht zunimmt. Nur die Menge der gesammelten Daten, der angebotenen Klimamodell-Projektionen und des damit verzapften Klima-Unsinns nehmen zu. Trotz Milliarden schwerer Forschung wissen wir heute immer noch nicht, wann denn nun der nächste ENSO (El Nino) einsetzt oder wie die Eiszeiten funktionieren. Die Öffentlichkeit hat infolgedessen zunehmend von dem anthropogenen Klimakatastrophen-Klamauk der Medien die Nase voll. Wenigstens dieses Phänomen entging T. Staud nicht. Der Grund blieb ihm aber fremd – kein Wunder.
3) Um nur noch einen Punkte aufzuführen, eine Anmerkung zu den sog. Klima-Skeptikern: Es gibt davon dummerweise Zehntausende in Gestalt fachnaher Naturwissenschaftler und einschlägiger Klimaforscher, darunter die beiden Physik-Nobelpreisträger Robert Laughlin und Ivaer Gleaver und jüngst einer der bekanntesten Meteorologen, Prof. Bengtsson (hierhier, hier). Alle von der US-Erdölindustrie gekauft? Lieber Herr Staud, wenn Sie ja meinen, dann werden wir es Ihnen selbstverständlich glauben.
Aber Moment mal, vielleicht ist es ja gerade umgekehrt. Klimaschutz ist ein globales Geschäftsmodell, von dem viele vermuten, dass die US-Großfinanz erster Profiteur ist. Dass zumindest die Banken und großen Versicherungen zu den Hauptprofiteuren von Energiewende und „Klimaschutz“ gehören, erzählen bereits die sprichwörtlichen Dachspatzen. Zumindest der bekannte Meteorologe Chr. Schönwiese kann es beispielsweise nicht lassen, am Ende seiner Klimakatastrophen-Vorträge auf die Expertise der Versicherungen in Sachen "anthropogene Klimaschädigung" dankend hinzuweisen. Und wer steuert die US-Banken und sogar die US-Regierung selber? …. richtig, Goldman Sachs. Wie kommt es eigentlich, dass ein ganzes Institutsgebäude, an der auch die dänische Klimaforschung teilhat (Universität Kopenhagen) nach dem Ölmilliardär „Rockefeller“ benannt ist (hier)? Dagegen nennt sich leider noch nicht einmal das Postfach von EIKE nach diesem großen Ölmagnaten. Gemäß T. Staud und Gesinnungsgenossen über die Verbindung von EIKE und Big Oil müsste dies doch eher der Fall sein.
Wo kommen andererseits eigentlich die großen Mittel her, über die NGO’s wie Greenpeace verfügen, einem fragwürdigen Verein, der von den deutschen Medien schon wie ein deutsches Regierungsmitglied hofiert wird? Und welcher einflussreiche europäische Politiker stand eigentlich noch nicht auf der Gehaltsliste von Goldman Sachs? Der Autor möchte diese interessante Thematik nicht weiter vertiefen, sonst wird er nicht nur zu den Klimaskeptikern sondern auch noch in die Schublade der Verschwörungstheoretiker gesteckt. Immerhin wäre das Thema etwas für investigativen Journalismus, der diesen Namen verdient. Allmählich muss es doch selbst dem Beklopptesten dämmern, dass es mit einer von EIKE gesteuerten Weltverschwörung der Klimaskeptiker mit Hilfe von Rockefellers Milliarden nicht so weit her sein kann. Sind es bei EIKE gar wirklich nur (meist technisch gut informierte) Freiwillige, die an die Vernunft ihrer Mitbürger appellieren? Eine solche Möglichkeit passt in die Hirne von Staud, Reuter, Blasberg und Kohlenberg nicht hinein.  
Soll man nun noch auf das, was Staud über EIKE in "Zweifel ist unser Produkt" verzapft, eingehen? Nein, denn es ist unkommentierbar. Nur ein Punkt stellvertretend: EIKE habe keinen einzigen wissenschaftlichen Angestellten, so T. Staud. Respekt, ausnahmsweise richtig recherchiert und ins Schwarze getroffen! Daher, lieber Herr Staud, zur Komplettierung Ihrer Entdeckung: EIKE hat überhaupt keinen Angestellten, es ist wie bereits erwähnt ein gemeinnütziger Verein von Freiwilligen. Die Anzahl der wissenschaftlichen Fachexperten von EIKE kann man rudimentär in der Auflistung des Fachbeirats ablesen, die große Liste derjenigen Experten, die EIKE-Mitglieder sind, aber nicht dem Fachbeirat angehören, ist nicht öffentlich. Ist nun T. Staud nur schlecht oder überhaupt nicht informiert? Schwer zu sagen. Daher hat der Autor Erbarmen (misereor) und gibt sich die Ehre, Herrn T. Staud als erstem Journalisten das ultimative Geheimnis von EIKE anzuvertrauen: Jedes EIKE-Mitglied poliert sonntäglich seinen Porsche-Cayenne, da er sich vor den Zuwendungen von Big Oil nur noch durch Käufe von Luxus-Autos retten kann.
Man sollte einschlägige Artikel wie in Misereor, der ZEIT, der Süddeutschen (hier) und weiterer "Qualitätsmedien" genießen, falls sie amüsant geschrieben sind. Sie sind nämlich so abstrus, dass Spaß garantiert ist. Ferner sollte man dankbar sein, da Leser mit Hirn zwischen den Ohren die primitiven Verleumdungs-Strickmuster und Hintergründe rotgrüner Polemik durchschauen, sich ihre Gedanken machen und für neue Wahlgewohnheiten anfällig werden. Diesem Erkenntnisprozess sind die immer höheren Stromrechnungen und das drohende Windrad unweit des eigenen Hauses hilfreich. Sinn- und informationsloses Geschreibsel über EIKE wie im Misereor-Artikel ist EIKE daher willkommen. Wir danken und grüßen Herrn T. Staud und auch Misereor daher ganz herzlich.   
Nachtrag: Auf Wunsch von Herrn Kowatsch, der sich nach Erwähnung des Grazer Musikexperten die Graz-Temperaturen der letzten 15 Jahre ansah, sind diese als pdf im Anhang beigefügt. Offenbar steht die Station in der Stadtmitte (UHI-Effekt), trotzdem wird’s sogar dort kälter.
Als zweite Anmerkung der interessante Link "tinyurl.com/k283cbx" der Kommentatorin Christiane Moser (danke für diesen interessanten Hinweis!). Damit man die Spende (~500,000 €) schneller findet, einfach misereor in das Suchfenster des Browsers eingeben. Der Link belegt, dass Spendengelder von Misereor an unsere ohnehin schon im Fett schwimmenden Freunde im PIK und nicht an bedürftige Kinder in Drittländern gehen. Der Autor beginnt sich allmählich zu fragen, ob er sich nicht zu stark zurückgehalten hat. Allerdings kann man auch argumentieren: wer von diesen Zuständen Kenntnis erhält und solch fragwürdigen Organisationen wie Misereor immer noch spendet, dem kann man nicht mehr helfen. Geld auf der Straße dem nächstbesten Passanten zu schenken oder auf der nächsten Reise in den Süden anonym in Briefkästen von heruntergekommenen Wohnungen zu tüten, ist angesichts der PIK-Spende zuverlässig mit mehr christlicher Nächstenliebe und beabsichtigter Wirkung verbunden als es Misereor zukommen zu lassen.

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Wie weit steigt CO2 in der Erdatmosphäre noch an und welche Konsequenzen hat dies?

Das UBA schreibt auf seiner Facebook-Seite (hier) "> CO2-Konzentration so hoch wie nie <. Die Konzentration von Kohlendioxid (C02) in der Atmosphäre hat den höchsten Stand seit Millionen von Jahren erreicht. Vergangene Woche haben US-Forscher im Observatorium auf dem Mauna Loa, einem Vulkan auf Hawaii, an einem Tag mehr als 400 ppm (Teilchen CO2 pro 1 Mio. Luftteilchen) gemessen. Vermutlich war seit 3 Mio. Jahren nicht mehr so viel CO2 in der Atmosphäre".
Dies ist nicht einmal falsch. Schaut man sich freilich den maßgebenden Originalaufsatz an [1], wird der Aussagewert von "seit Millionen Jahren höchste Stand" deutlich. Die CO2-Konzentrationen steigen bereits seit 3 Millionen Jahren MONOTON an (Bild 1, links das letzte Stück von 3 bis 0 Jahre vor heute rot eingekreist). Das bedeutet, dass JEDE CO2-Messung zu JEDEM beliebigen Zeitpunkt, der bis zu 3 Millionen Jahre vor heute zurückreichen darf, zu einer entsprechenden Aussage führt (wir danken für den Hinweis auf die UBA-Facebook-Aussage dem Geophysiker Ullrich O. Weber). Die UBA-Meldung ist daher sachlich wertlos und appelliert nur an Emotionen oder Klimaängste. 
http://www.eike-klima-energie.eu/http://www.eike-klima-energie.eu/wp-content/uploads/2016/07/Bild_PearsonA.jpg
Bild 1: Atmosphärische Konzentrationen von CO2 während der letzten 25 Millionen Jahre, die letzten 6 Millionen Jahre rot eingekreist.

Nun zur spannenden Frage "Wie wird es zukünftig mit dem CO2 weitergehen, wenn insbesondere China und Indien weiter ungebremst Kohle verbrennen"? Was steht der Erdatmosphäre bevor? Bevor wir diese Frage beantworten, sei kurz noch etwas weiter  zurück in die Vergangenheit geschaut. Die Verhältnisse bis vor 600 Millionen Jahren zeigt Bild 2. Es ist vom Autor gemäß den in hier, hier und [2] veröffentlichten Daten nacherstellt und wird von ihm regelmäßig in seinen Klima-Vorträgen gezeigt. Die Datenwerte sind methodischer Probleme wegen mit Unsicherheiten behaftet, ein zuverlässiges Bild der erdhistorischen Realität vermitteln sie aber dennoch.
http://www.eike-klima-energie.eu/http://www.eike-klima-energie.eu/wp-content/uploads/2016/07/VeizerTCO2.jpg
Bild 2: Mittlere Globaltemperaturen und CO2-Konzentrationen während der letzten 600 Millionen Jahre
Im Bild 2 sollte uns insbesondere die gestrichelt eingezeichnete 800 ppm-Linie interessieren. Sie stellt nämlich die absolute Obergrenze der CO2-Konzentration dar, die menschgemacht NIEMALS überschritten werden kann. Kann man dies begründen? Ja, eine sehr einfache Abschätzungsrechnung und Literaturkenntnisse reichen aus:
Der Menschheit stehen gemäß Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) grob 1300 GtC als (maßgebenden CO2-erzeugende) Brennstoffressourcen in Form von Kohle zur Verfügung. Erdöl darf bei der Abschätzung vernachlässigt werden, Gas ebenfalls. Ferner wird vernachlässigt, dass die aktuelle Airborn Fraction (AF) von 45% in Zukunft unabdingbar weiter abnehmen muss – was AF bedeutet und warum sie weiter abnehmen muss, wird später beschrieben.
Die Autoren Michael Raupach und Josep Canadell geben die Äquivalenz von 1 GtC zu 0,47 ppm CO2 für die Erdatmosphäre an (hier). Das Verfeuern aller 1300 GtC entspricht somit 1300*0,47 = 611 ppm CO2-Konzentrationsanstieg in der Atmosphäre. Die  vorgenommene Schätzung muss allerdings noch die aktuelle AF von 45% – s. Fig. 5 in (hier) – berücksichtigen. Mit AF = 45% gehen von 100% neu erzeugtem anthropogenen CO2 nur 45% in die Atmosphäre, der Rest wird von den Ozeanen und der Biosphäre aufgenommen. Die 611 ppm reduzieren sich daher auf 611*0,47 = etwa 300 ppm. Das wären dann 400 (heute) + 300 = 700 ppm als nicht vom Menschen zu erhöhender Endwert. Fazit: Selbst eine Verdoppelung der heutigen CO2-Konzentration auf 800 ppm ist durch fossile Brennstoffverbrennung nicht erreichbar.
Natürlich wird die Menschheit niemals ihre gesamte Kohle verbrennen, diese ist viel zu wertvoll für die Chemie und wird daher irgendwann zukünftig zu teuer für das Verfeuern werden. In spätestens einem Jahrhundert werden neue Brutreaktoren – so wie beispielsweise der DRL (hier) – als inhärent sicher sind und praktische keinen nuklearen Abfall mehr produzierend die Energieversorgung der Menschheit revolutioniert haben. Die Episode der deutschen "Energiewende" ist dann längst als Entgleisung von ideologisch Verrückten, Profiteuren und der Politik in die Geschichtsbücher eingegangen. Diese unselige Koalition, so werden unsere Enkel klagen, hatte es hierzulande wieder einmal geschafft, eine ganze Nation auf Glatteis zu führen und ein ganzes Land mit überdimensionalen, völlig nutzlosen Windrädern zu verunstalten und schwer zu schädigen. Nur Metallverwertungs- und Windradabbruchunternehmen haben nach dem Ende der Bonanza noch profitiert.
Für die Politik bringt der Autor freilich ein wenig Verständnis auf, denn wie können sich Politiker die Chance auf die Besteuerung der Luft entgehen lassen? Die leider einzige Chance für den Bürger besteht darin, diesen Umweltverbrechern entschieden an der Wahlurne entgegenzutreten, denn Fakten werden bekanntlich von der Politik konsequent ignoriert.
Nun noch zur Erläuterung zur AF: mit AF wird derjenige Anteil von neu erzeugtem anthtropogenem CO2 bezeichnet, der in die Atmosphäre geht. Der Rest wird von den Ozeanen und der Biospäre aufgenommen. Warum sind es heute bereits 45% AF? Die Ozeane enthalten etwa 40 mal so viel CO2 wie die Atmosphäre. Infolgedessen ändert sich infolge zunehmendem anthropogenen CO2 der CO2-Partialdruck im Meer vermittels CO2-Aufnahme aus der Atmosphäre praktisch nicht, wohl aber der CO2-Partialdruck in der Atmosphäre. Mit zunehmenden atmosphärischen CO2-Gehalt wird somit die Partialdruckdifferent immer größer (chemisches Massenwirkungsgesetz oder statistische Mechanik, wie man will). Die AF nimmt infolgedessen immer weiter ab. Irgendwann geht im dynamischen CO2-Austausch Atmosphäre <–> Meer jedes von der Menschheit erzeugte CO2-Molekül schließlich ins Meer oder in die Biosphäre. Dieser Zusammenhang wurde von Prof. Werner Weber (Univ. Dortmund) auf dem gemeinsamen Fachkolloquium EIKE-PIK zum ersten Mal öffentlich vorgetragen (hier). Um nicht gleich wieder die Meeresversauerungs-Propheten auf den Plan zu rufen, sei auf einen sehr fachkundigen und ausführlichen Artikel zu dieser Frage hingewiesen, der im Blog Vahrenholalt/Lüning erschein (hier) – Vahrenholt ist Chemie-Professor. Von Versauerung oder gar Schädigung der Meeresflora und -fauna kann keine Rede sein.
Und weiter: die Klimasensitivität des CO2 ohne zusätzliche Verstärkungs- oder Abschwächungseffekte ist zwischen 0,45 °C (hier) und 1,1 °C (IPCC-Angabe) anzusiedeln. In [3] wird an Hand einer modernen statistischen Untersuchung kein Einfluss des anthropogenen CO2 auf Erdtemperaturen aufgefiunden, den gleichen Schluss könnte man auch aus der jüngsten wissenschaftlichen Publikation des Autors (hier) entnehmen, obwohl das Thema der Arbeit nicht das anthropogene CO2 betraf.
Zusammen mit den unter [4] bis [10] zusammengefassten Arbeiten, die – basierend auf Messdaten – GEGENKOPPELUNGEN an Stelle der in Klimamodelle fiktiv eingebauten, temperaturerhöhenden Rückkoppelungen anzeigen, bleibt dann von der temperaturerhöhenden Eigenschaft des anthropogenen CO2 leider kaum noch etwas übrig. Leider deswegen, weil die Menschheit diese Eigenschaft noch dringend nötig hätte – spätestens in 10.000 bis 20.000 Jahren, wenn es nach der wohl zutreffenden Milankovitch-Theorie wieder mächtig kalt auf unserem Planenten wird und in Europa die Arktisgletscher wieder bis an die Alpen und Pyrenäen vorstoßen. Immerhin hat zunehmendes CO2 jetzt schon den Vorteil, den Pflanzenwuchs antzuregen und daher zur Verbesserung der Wlternährung beizutragen.
In diesem Zusammenhang wirkt das von den politischen Klima-Alarmisten immer wieder propagierte 2 °C Ziel, das natürlich nur mit CO2-Vermeidung erreichbar sein soll, befremdlich. Der Autor befindet sich in guter wissenschaftlicher Gesellschaft (Hans v. Storch) und darf nicht der Polemik bezichtigt werden, wenn auch er dieses Ziel als das bezeichnet, was es ist: BLANKER UNSINN. In der Fachliteratur ist es praktisch ohnehin nicht aufzufinden.
Quellen:
[1] P.N. Pearson and M.R. Palmer: Atmospheric carbon dioxide concentrations over the past 60 million years, nature, 406, 17.August 2000
[2] Came et al., nature, 449, 13 (2007)

[3] M. Beenstock, Y. Reingewertz, and N. Paldor: Polynomial cointegration tests of anthropogenic impact on global warming, Earth Syst. Dynam. 3, 173-188 (2012)

[4] R.P. Allen: Combining satellite data and models to estimate cloud radiative effect at the surface and the atmosphere, Meteorol. Appl. 18, 324-333 (2011)

[5] R.W. Spencer, and W.D. Braswell: Remote Sensing 3(8) (2011),http://tinyurl.com/9cvuz32

[6] R.W. Spencer, and W.D. Braswell: Journal of Geophysical Research, Vol. 115 (2010), http://tinyurl.com/8kd694d

[7] G. Paltridge et al.: Theor. Appl. Climatol. 98 (2009), http://www.drroyspencer.com/Paltridge-NCEP-vapor-2009.pdf

[8] F. Miskolczi: The stable stationary value of the Earth’s global average atmospheric Planck-weighted greenhouse-gas optical thickness, E&E, 21, No. 4 (2010)

[9] R.W. Spencer and W.D. Braswell: On the misdiagnosis of surface temperature feedbacks from variations in Earth’s radiant energy balance, Remote Sens. 3, 1603-1613 (2011)

[10] R.S. Lindzen and Y-S. Choi: On the Observational Determination of Climate Sensitivity and Its Implications, Asia-Pacific J. Atmos. Sci. (47(4), 377-390 (2011), http://tinyurl.com/3mbresk




Der Treibhauseffekt – wie funktioniert er?

 Aus diesem Grunde haben wir  den Versuch unternommen, den Treibhauseffekt nach dem heutigen fachlichen Stand komprimiert und verständlich zu erklären. Leider hat sich dafür ein wenig Physik und Mathematik als unabdingbar erwiesen. Wir bitten  hierfür um Entschuldigung. Der Berichtstext ist wegen besserer Lesbarkeit der Formeln im angefügten pdf-Dokument enthalten.

Die Autoren

Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke (EIKE-Pressesprecher)

Dr. Rainer Link (EIKE)

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Diskussions-Einladung von EIKE an die Professoren Hans von Storch und Jochem Marotzke

Lieber Herr von Storch,

Der Artikel „Die Klima-Krieger“ aus Ihrer Feder, erschienen in der DIE WELT am 3.12.09, verdient Respekt (Artikel als "Storch.pdf" im Anhang). Werden doch hier in einer bedeutenden überregionalen deutschen Tageszeitung unter Hintansetzung politischer Korrektheit die aktuellen Verwerfungen in der Klimadiskussion offen ausgesprochen. Erlauben Sie mir hierzu Anmerkungen und Ergänzungen.

Sie führen aus, dass die „Alarmisten“ auf der einen und die „Skeptiker“ auf der anderen Seite eine festgelegte Weltsicht hätten und keine Hemmungen kennen würden, Wissenschaft als Handlanger einer guten Politik zu instrumentalisieren. Über die „Alarmisten“ braucht man sich nicht weiter auszulassen, entsprechende Zeitungsinterviews von medienpräsenten Klimawissenschaftlern des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) gibt es genug. Deren Extrem-Aussagen und Widersprüche sind kaum nachvollziehbar. So etwa, wenn Kollege Schellnhuber in Phys. Rev. E 68, 046133 (2003) ausführt, dass er bei der Untersuchung von 95 Messstationen weltweit keine Hinweise auf eine globale Erwärmung auffinden konnte (auszugsweise Schellnhuber_1.pdf im Anhang) und auf der anderen Seite in einem ZEIT-Interview vom 26.3.2009 das Ende der Welt infolge globaler Erwärmung predigt (Schellnhuber_2.pdf im Anhang).

Auch die sog. „Klima-Skeptiker“ – ich ziehe die Bezeichnung „Klima-Realisten“ vor – haben eine bestimmte Weltsicht. Das ist trivial, denn eine Weltsicht hat jeder nachdenkende Zeitgenosse. Und natürlich gibt es unter den sog. Klima-Skeptikern auch Minderheiten von egomanen Erfindern neuer Klima-Hypothesen, von denen noch nie eine Fachzeitschrift berichtet hat. Die weit überwiegende Mehrheit der Klima-Realisten bewegt sich aber auf dem Boden der Physik und beachtet den heutigen Stand der Klima-Fachliteratur, die nicht mit den IPPC-Propagandaschriften "summaries for policymakers" zu verwechseln ist. Diese Mehrheit von fachnahen, oft bereits im Ruhestand befindlichen (weil dort nicht mehr beruflich zu schädigenden) Naturwissenschaftlern und Klimaexperten besteht aus engagierten Naturschützern, die zugleich das Wohl unserer Volkswirtschaft im Auge haben, keinerlei Nähe zur Erdölindustrie oder irgendwelchen Lobby-Gruppen aufweisen, konsequente Ressourcenschonung vertreten und die Klima-Fachliteratur gut kennen.

Diese Mehrheit ist der belegbaren Auffassung, dass es keinen Beweis für eine maßgebende Klimaschädlichkeit unserer, im globalen Kreislauf vernachlässigbaren anthropogenen CO2-Emissionen gibt. Ferner meint diese Gruppe, dass, unter der Prämisse einer Nutzlosigkeit von CO2-Emissionsvermeidung, die heute propagierte Klimapolitik unsere Umwelt schädigt, denn die hier verausgabten hohen Mittel sind für den echten Naturschutz verloren. Vor allem aber betont diese Gruppe immer wieder ihren Willen, Aussagen zum Klimaeinfluss des anthropogenen CO2 und die damit verbundenen politischen Handlungsdirektiven ausschließlich auf wissenschaftlicher Basis zu treffen. Dies schließt ausdrücklich ein, diese Auffassungen auch zu ändern, falls sich die wissenschaftliche Beweislage ändert.

Klima-Realisten finden bedauerlicherweise in der deutschen Medienlandschaft kaum Gehör. Als bestätigende Beispiele nenne ich Versuche von um Objektivität bemühten Medien – so etwas gibt es in Deutschland noch – und sogar des öffentlich rechtlichen Fernsehens, Vertreter der beiden gegnerischen Gruppen zu öffentlichen Streitgesprächen einzuladen. Während die an EIKE gerichteten Einladungen umgehend mit Nennung eines Vertreters beantwortet wurden, gelang es bis heute noch niemals, einen prominenten Verfechter der wichtigsten wissenschaftlichen Klima-Einrichtungen deutscher Forschungsinstitute oder gar einen „grünen“ Politiker für eine solche Auseinandersetzung zu gewinnen. Es bedurfte schon des handfesten Skandals am Hadley-Center, um wenigstens partiell eine größere Anzahl deutscher Journalisten zu veranlassen, ihre selbstgleichgeschalteten Klima-Scheuklappen zu lüften. Dies wirft ein bezeichnendes Licht auf unsere demokratische Streitkultur sowie den technisch-naturwissenschaftlichen Bildungsnotstand und die ideologische Voreingenommenheit unserer Medien.

EIKE hat seine Meinung zur Klimafrage ausschließlich auf der Basis von in Fachpublikationen veröffentlichten wissenschaftlichen Erkenntnissen gebildet und hat ausreichend Klimafachleute in seinen Reihen, um seine Auffassung in Diskussionen mit jedem Meinungsgegner öffentlich zu verteidigen. Obwohl Mehrheiten kein Maßstab für den Wert einer wissenschaftlichen Aussage sind, erlaube ich mir dennoch darauf hinzuweisen, dass die vielen hunderte fachnaher Naturwissenschaftler und hochrangiger Klimaforscher als Unterzeichner von zahlreichen, gegen die Auffassung des IPCC gerichteten Manifeste und Petitionen zahlenmäßig die am IPCC-Prozess beteiligten Fachleute (etwa 500) weit übersteigen. Keines dieser Manifeste wurde jemals in maßgebenden Medien erwähnt, nur im Internet können sie aufgefunden werden – ein Zeichen für „Medienobjektivität“ in Deutschland?

In Ihrem Beitrag vertreten Sie – in Abweichung von Ihrer früher öffentlich geäußerten Meinung -, dass das politisch propagierte „Zwei-Grad“-Ziel für Sie persönlich wünschenswert und vertretbar sei. Nun ist jedem Fachmann bekannt und am 9.12.09 sogar im Wissenschaftsteil der FAZ vom Redakteur Müller-Jung populär beschrieben, dass das „Zwei-Grad“-Ziel eine absurde Forderung ist, die zwar der wohlfeilen politischen Instrumentalisierung dient, aber keine naturwissenschaftliche Basis aufweist. Dazu hat es eigentlich keines FAZ-Artikels bedurft. Wie soll denn solch ein Zwei-Grad-Ziel erreicht werden, wo es sich doch bekanntlich auf der Erde in einigen Regionen erwärmt und in anderen gleichzeitig abkühlt? Divergierende Temperaturverläufe irgendwie mitteln, oder gar nur die Erwärmungszonen berücksichtigen? Und wenn sogar das Verbrennen aller unserer fossilen Brennstoffe nach allgemeinem physikalischen Konsens (ohne Rückkoppelungseffekte) allenfalls nur für eine „global gemittelte“ globale Erwärmung von grob 1 0C ausreicht, ist dann das Zwei-Grad-Ziel nicht bereits erreicht? Oder warum nicht erst abwarten, bis die aktuelle globale Abkühlung wieder in Erwärmung umschlägt, was noch viele Jahrzehnte dauern kann, wenn wir überhaupt wieder in absehbarer Zeit die Segnungen einer Erwärmung genießen dürfen und die Erde nicht wieder in eine neue Eiszeit abgleitet? Ihnen als Physiker brauche ich im Übrigen nicht zu erklären, dass Ortsmittelung von Temperaturen fragwürdig ist, so etwas kennt die Physik nicht, nur die Statistik. Man vergleicht nämlich hierbei Systeme unterschiedlicher thermodynamischer Zustände und insbesondere unterschiedlicher Wärmekapazitäten miteinander, wie z.B. Ozean- mit Landtemperaturen. 

EIKE propagiert wissenschaftliche Ehrlichkeit. Aus diesem Grunde bietet EIKE Ihnen ganz herzlich an, die wissenschaftliche Begründung Ihrer Meinung von der Klimaschädlichkeit des anthropogenen CO2 auf unserer Webseite unter den EIKE-News unter „fremde Federn“ zu veröffentlichen. Insbesondere sind wir an einem Beweis dieser Hypothese interessiert, denn wir vertreten, dass es bis heute weder einen solchen Beweis noch schwerwiegende Hinweise darauf  gibt. Insbesondere geben die meteorologischen Messdaten keinen Anlass, von einer Klimaschädlichkeit des anthropogenen CO2 zu sprechen, was sogar das IPCC in seinem Report vom Jahre 2001 in Sec. 2.7 ausdrücklich bestätigt.

Wir werden auf Ihre Ausführungen – ebenfalls wissenschaftlich begründet – antworten. Vielleicht ist es auf diese Weise ja erreichbar, dass ein fruchtbarer, wissenschaftlich fundierter Streit zustande kommt und Partner unterschiedlicher Auffassung nicht mehr übereinander, sondern ausnahmsweise auch einmal miteinander öffentlich kommunizieren. Inzwischen wird die Webseite von EIKE stark besucht – auch von den Medien – , so dass ein solcher Disput, falls er denn angesichts Ihrer sicher hohen Arbeitsbelastung überhaupt eine Chance besitzt, einen wesentlichen Beitrag zur demokratisch-öffentlichen Meinungsvielfalt in der Klimadiskussion leisten könnte.

Mit kollegialen Grüßen

Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke

Dipl.-Physiker

(EIKE-Pressesprecher)

Lieber Herr Marotzke,

die Zeitschrift „die junge Freiheit“ hatte am 4.12.09 zwei gegensätzliche Standpunkte zur CO2-Problematik veröffentlicht (Interview_Lüdecke_Marotzke.pdf). Sie vertraten hierbei den Standpunkt des IPCC, meine Wenigkeit die der „Klima-Realisten“, vulgo „Klima-Skeptiker“.

In Ihrem Beitrag sind einige Punkte enthalten, die mir unverständlich sind, so dass eine nähere Erläuterung von Ihrer Seite wünschenswert wäre. Beispielsweise verwundern Sie sich darüber, dass Klimawissenschaftler einen dem IPCC gegenüber „skeptischen“ Standpunkt vertreten würden und begründen dies mit dem Fehlen einer Erklärung zur Erwärmung der letzten Jahrzehnte, die ohne anthropogenes CO2 auskommt. Nun, diese Erklärung gibt es (auszugsweise Svensmark.pdf), sie ist in unzähligen Fachartikeln veröffentlicht und bezieht sich auf den Einfluss der Sonne auf Klimaparameter der Erde. CO2 wird dabei nicht benötigt.

Ferner schreiben Sie, dass es „dramatisch“ werden würde, wenn wir die CO2-Emissionen nicht einschränkten, ohne Belege für diese kommende „Dramatik“ zu nennen. Nach allgemeinem physikalischen Konsens beträgt die Klimasensitivität des CO2 („gemittelte“ globale Erwärmung bei Konzentrationsverdoppelung, was schon so etwa das Verbrennen aller unserer fossilen Rohstoffe erfordert) gerade einmal grob 1 0C ohne Wasserdamprückkoppelung. Genau diese Wasserdampfrückkoppelung wurde aber, wie Ihnen sicher bekannt ist, jüngst durch Messungen der Gruppen um R. Lindzen und G. Paldridge widerlegt (auszugsweise Lindzen.pdf und Paltridge.pdf). Vor allem aber verwundert mich Ihre Auffassung, gerade wegen der Unsicherheit über den Klimaeinfluss des CO2 kostspielige Emissions-Vorsorgemaßnahmen treffen zu müssen. Dies widerspricht jedem rationalen Vorgehen. Man begegnet üblicherweise einer Gefahr dann, wenn ausreichend Hinweise über deren Vorhandensein vorliegen, jedoch nicht dann, wenn die Unsicherheit über ihr Vorhandensein gegen ein Maximum strebt.

Da EIKE an einem wissenschaftlichen Beweis für die IPCC-Hypothese interessiert ist und bei Vorliegen eines solchen Beweises in guter wissenschaftlicher Tradition seine Meinung entsprechend ändern würde, laden wir Sie herzlich ein, auf unserer Webseite unter den News eine ausführliche, wissenschaftlich belegte  Begründung Ihrer Auffassung zu veröffentlichen. Wir werden darauf, ebenfalls wissenschaftlich begründet, antworten und erhoffen uns damit einen Dialog über ein für unsere Volkswirtschaft und den Naturschutz höchst bedeutsames Thema. Vielleicht ist es so ja möglich, endlich einmal miteinander und nicht übereinander zu kommunizieren.

Mit kollegialen Grüßen

Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke

Dipl.-Physiker

(EIKE-Pressesprecher)

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Major Tipping Points von WWF und ALLIANZ

Will man eine zuverlässige Antwort auf das „könnte“ von WWF und ALLIANZ geben, ist zwischen Vergangenheit/Gegenwart und Zukunft zu unterscheiden. Die erste Frage lautet daher: Sind bereits Anzeichen für „Tipping Points erkennbar? Sie kann mit einem zuverlässigen NEIN beantwortet werden. Hauptzeuge hierfür ist das IPCC selber, das in seinem wissenschaftlichen Bericht des Jahres 2001 das umfangreiche Kapitel 2.7 dieser Frage gewidmet hat – Ergebnis negativ! Im IPCC-Bericht des Jahres 2007 brauchte das Thema der zunehmenden Extremwetterereignisse dann gar nicht mehr aufgegriffen zu werden, es ist inzwischen wissenschaftlich erledigt. Aber auch EIKE hat bereits mehrfach über dieses Thema in den News berichtet, zuletzt in dem Beitrag des Dipl.-Meteorologen Klaus Eckart Puls. Nicht, weil es zum Thema „Extremwetter“ Neues zu berichten gäbe, sondern weil die Medien penetrant und hartnäckig immer noch den gleichen Unsinn zunehmender Extremwetterereignisse kolportieren. Die einschlägigen Redakteure wollen die IPCC-Berichte ganz offensichtlich nicht zur Kenntnis nehmen, oder sie sind damit intellektuell überfordert, EIKE kann das nicht beurteilen. Ohne sachgerechte Information ist aber kein korrektes Berichten möglich, so wie es eigentlich die Aufgabe einer ordentlichen Presse wäre. Auf der Berliner Klimakonferenz vom 4.Dez.2009 berichtete der bekannte Glaziologe Prof. Patzelt, Emeritus der Univ. Inssbruck, von den historischen Zu- und Abnahmen der  temperatursensitiven Alpengletscher. Hieraus leitete er ab, dass es während mehr als 2/3 des Gesamtzeitraums der letzten 10.000 Jahre wesentlich wärmer war als in der Ende des 20. Jahrhunderts aufgetretenen Erwärmungsperiode, die inzwischen längst wieder in Abkühlung umgeschlagen ist. Tipping-Points wurden in allen historischen, starken Erwärmungsphasen niemals beobachtet.  

Was bietet nun der Blick in die trübe Glaskugel der Zukunft? Hier gibt es zunächst die vieldiskutierten Klimamodelle, über deren Gültigkeit als Prognose-Instrumente wiederum das IPCC selbst in seinem Bericht  vom Jahre 2001, Sec. 14.2.2.2, S. 774 schreibt: “…. we are dealing with a coupled non-linear chaotic system, and therefore that the long-term prediction of future climate states is not possible". Zur Verdeutlichung ist zu sagen: Klimamodelle sind zur Behandlung von Detailproblemen nützliche wissenschaftliche Hilfsmittel, als langfristige Prognose-Instrumente sind sie dagegen unbrauchbar.

Aber abgesehen von Klimamodellen, was hat der heutige Stand der Klimaforschung selber zum Thema zu bieten? Der CO2-Gehalt der Luft hat in 60 Jahren um etwa 8 Moleküle in 100.000 Luftmolekülen zugenommen, d.i. ein Anstieg von 300 auf 380 ppmV. Die von einer Verdoppelung des Treibhausgases CO2 direkt verursachte globale Erwärmung ergibt in weitgehendem Konsens der Klimaforschung aus spektralen Absorptions-Berechnungen etwa  0, 9 °C. Verdoppelung der CO2-Konzentration kann mit dem weitgehenden Verbrennen aller uns zur Verfügung stehenden fossilen Brennstoffe der Erde gleichgesetzt werden. Der geringfügige Temperaturwert von 0,9 °C, der mit großen Unsicherheiten behaftet ist und von vielen Experten mit guten Gründen sogar als zu hoch angesetzt gesehen wird, ist also unbedenklich und kommt als Trigger für Tipping-Points nicht in Frage. Hinzu kommt, dass jede weitere Verdoppelung immer nur die gleiche Temperatursteigerung verursacht (Beispiel: Vervierfachung der CO2-Konzentration – was praktisch unmöglich ist – liefert 1,8 °C und nicht 3,6 °C). Dies wird durch die vom IPCC bestätigte logarithmische Abhängigkeit der global gemittelten Temperatur von der CO2-Konzentration der Erdatmosphäre bewirkt (s. hierzu den IPCC-Bericht von 2001, TAR-06.pdf,  S. 358, Tab. 6.2).

Die weit höheren, vom IPCC kolportierten Temperatursteigerungen sind infolgedessen nur mit der sog. Wasserdampf-Rückkoppelung möglich. Diese stellt man sich so vor: Durch mehr CO2 in der Luft wird es minimal wärmer. Dadurch entsteht Wasserdampf, was zu noch mehr Wärme, folglich zu noch mehr Wasserdampf und wieder zu mehr Wärme führt, usw., denn Wasserdampf ist das weitaus stärkste Treibhausgas. Allerdings gab es bisher keinen Beweis dafür, dass die Wasserdampfrückkoppelung real einen maßgebenden Einfluss ausübt. Es gibt nämlich auch Gegenkoppelungen – beispielsweise führt zunehmender Wasserdampf zu vermehrter Wolkenbildung, die abkühlend wirkt. Bis vor kurzem war die Frage nach der Wasserdampfrückkoppelung nicht schlüssig zu beantworten, nur in den vom IPCC bevorzugten Klimamodellen spielte sie die ausschlaggebende, fiktive Rolle.

Diese unbefriedigende Situation ist inzwischen beendet, denn die von den Forschergruppen um R. Lindzen und um G. Paldridge veröffentlichten Messdaten beweisen eindeutig, dass  Gegenkoppelungen maßgebend sind. Aus den vorgenannten 0,9 °C Temperaturerhöhung bei CO2-Verdoppelung bleibt sogar nur noch die Hälfte übrig. EIKE hat über die Veröffentlichung der beiden Gruppen ausführlich berichtet.

Fazit: Zweifellos sind höhere Versicherungs-Schadensprämien unabdingbar, denn die Schäden steigen an. Grund ist der zunehmend höhere Wert der versicherten Güter, ferner Entwicklungen, wie das Siedeln in von Naturereignissen gefährdeten Gebieten (Lawinen, Hochwasser) aus Gründen immer knapperen Baulandes. Die von WWF und ALLIANZ menetekelhaft beschworenen „Tipping Points“ sind allerdings Chimären, die mit der Realität so viel zu tun haben, wie die berühmten grünen Männchen vom Mars. Aber immerhin, wie soll man beweisen, dass es grüne Marsmännchen nicht gibt? So etwas ist bekanntlich sehr schwer. Und deswegen werden „Tipping Points“ wohl noch lange durch die Gazetten geistern, unwissende Laien erschrecken und dafür sorgen, dass irgendwann einmal ein Teil der Schadensprämien der Versicherungen angesichts solch drohender „Klimagefahren“ auf die Solidargemeinschaft der Steuerzahler abgewälzt wird. Nichts anderes soll nämlich die Schrift von WWF und ALLIANZ politisch vorbereiten.

Prof. Dr. Horst-Joachim Lüdecke

Dipl.-Physiker

(EIKE-Pressesprecher)

Klaus-Eckart Puls

Dipl.-Meteorologe

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