Versickernde Sintflut

Die Flut kommt. Höher und höher schrauben sich die Pegelstände. Schon bald werden sich auf der Hamburger Reeperbahn nur noch Makrelen und Plattfische vergnügen. Im Münchner Kaufhaus Oberpollinger werden Surfbretter zum Verkaufsschlager, weil’s zum Strand nur noch zwei Gehminuten sind. – Und der „Spiegel“ hat’s mal wieder vorhergesehen. Schon 1986 zeigte sein Titelbild einen Kölner Dom, der nur noch zur Hälfte aus dem Wasser ragt. Die klotzigen Buchstaben darunter künden von der „Klima-Katastrophe“.
Fast drei Jahrzehnte später schlägt die gleiche alptraumhafte Vorstellung immer noch hohe und höchste Wellen. Zwar kann man nach wie vor trockenen Fußes über die Reeperbahn gehen, aber der Alarmismus ist sogar noch schriller geworden. Vor allem, wenn sich rund 150 Staats- und Regierungschefs treffen, um in Paris beim 21. UN-Klimagipfel die Welt vor „Treibhauseffekt“ und „Selbstverbrennung“ zu bewahren (siehe PAZ 49, Seite 8).

Mit biblischer Wucht branden die Hiobsbotschaften von der anstehenden Sintflut heran. Sie sind ein wichtiger Teil des Katastrophenszenarios und kommen so massiv und breitgestreut daher, dass es schwer fällt nicht daran zu glauben. Dabei zeigt gerade die Auseinandersetzung mit dem Thema Meerespiegel, wie viel Skepsis bei allen Aussagen der selbsternannten Klima-Security und Kohlendioxid-Polizei angebracht ist.

Ja, es stimmt, der Meeresspiegel steigt. Aber, er tut dies nachgewiesenermaßen seit 15000 Jahren. Damals lag der Meeresspiegel um 140 Meter tiefer als heute. Er stieg an, als gegen Ende der letzten Eiszeit die Inlandsgletschermassen abschmolzen. Diese Entwicklung ist noch immer nicht zum Stillstand gekommen. Sie setzt sich fort, wenn auch mittlerweile stark abgebremst. Von 1600 – also bereits in vorindustrieller Zeit – bis heute ist die Nordsee um 135 Zentimeter gestiegen. Das sind etwa 34 Zentimeter pro Jahrhundert.

Von 1900 bis 2000 stieg der Pegel in Cuhaven nur um 25 Zentimeter, also eher im unteren Randbereich der 100-Jahres-Schwankungen.

„Der Anstieg des Meeresspiegels erfolgte in den letzten 400 Jahren noch nie so langsam wie im 20. Jahrhundert“, stellt der Physiker und Meteorologe Klaus-Eckart Puls, ehemals Leiter der Wetterämter in Essen und Leipzig, in einem Aufsatz fest. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat aus der Beobachtung des Pegels in Nor­derney ebenfalls seine Schlüsse gezogen und konstatiert:

„Ein beschleunigter Anstieg des Meeresspiegels kann nicht nachgewiesen werden.“

Das kann anderswo allerdings tatsächlich anders aussehen. 71 Prozent der Erde sind von Wasser bedeckt. Wer dessen Oberfläche genauer betrachtet, erlebt Überraschungen. So hat der Meeresspiegel keineswegs überall die gleiche Höhe. Ursache ist unter anderem die ungleichmäßige Verteilung dichter Gesteine im Erdinneren. Dadurch wird das Wasser unterschiedlich stark angezogen. Die Folge sind verblüffende Höhenunterschiede. Sie betragen zum Beispiel zwischen dem Südatlantik und dem Indischen Ozean 200 Meter.
Der Hamburger Professor für Küsteningenieurswesen Winfried Siefert stellte schon vor einigen Jahren fest:

„Der Meeresspiegel entpuppt sich bei näherer Betrachtung immer mehr als eine rechnerische Krücke, unzulänglich und vor allem wenig aussagekräftig. Besonders, wenn er allein als Maßstab dienen soll. Oder wenn aus ihm Horrorszenarien abgeleitet werden.“

Zum Beispiel die Vorstellung, dass ganze Nationen in den steigenden Fluten versinken. Immer wieder genannt wird in diesem Zusammenhang Bangladesch. Das Land am rechten Rand des indischen Subkontinents liegt zu zehn Prozent nur einem Meter über dem mittleren Meeresniveau. Der „Spiegel“ verortete es in der „Todeszone des Klimawandels“. Besonders eifrige Katastrophen-Fans prognostizieren, das ganze Land könnte bis zum Ende des Jahrhunderts unter Wasser stehen.

Tatsächlich verliert Bangladesch kein Land an die Fluten, sondern gewinnt welches.

Das stellte das Institut für Umwelt und Geographie mit Sitz in der Hauptstadt Dhaka fest. Es wertete die Satellitendaten mehrerer Jahrzehnte aus. Das Ergebnis: Bangladeschs Landmasse nimmt jährlich um 20 Quadratkilometer zu. Seit 1973 summierte sich der Landgewinn auf rund 1000 Quadratkilometer. Ursache sind unter anderem die großen Mengen Schwebstoffe, die von den Strömen Brahmaputra und Ganges in die Flussmündungen getragen werden. Dort lagern sie sich dann ab.
Ebenfalls über wachsenden Landbesitz können sich die Bewohner vieler südlicher Inselstaaten freuen, klammheimlich am besten, denn wie so viele Staaten fordern sie von den Industrienationen eine Menge Geld, um sich gegen den drohenden Klimawandelzu wappnen. Da kommt es gar nicht gut,

wenn Wissenschaftler feststellen, dass beispielsweise einige der Fidschi-Inseln in den letzten Jahren um bis zu 30 Prozent gewachsen sind.

Hier sind keine Schwebstoffe, sondern Korallen für den Landgewinn verantwortlich. Die koloniebildenden, kalkablagernden Nesseltiere scheren sich keinen Deut um angeblich steigende Meeresstände. Für sie zählt einzig die Realität knapp unter dem Meeresspiegel.  ===================================================================
)* Anmerkung der EIKE-Redaktion:
Dieser Artikel ist zuerst erschienen in Preuß.Allg.Z., 11.12.2015, S.2 ;
Wir danken dem Autor Frank Horns und der PAZ für die Gestattung des ungekürzten Nachdrucks.
PDF anbei.
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