Die USA stecken wegen der Nord Stream 2-Pipeline in einem geopoli­tischen Durchein­ander

Heimische Investitionen, Innovation und eine boomende US-Wirtschaft haben es den USA ermöglicht, im Jahre 2009 zum größten Erdgas-Erzeuger der Welt aufzusteigen und „Russland zu überholen“. Im Jahre 2014 wurde dieser Status auch bzgl. „Petroleum-Kohlenwasserstoffe erreicht und Saudi-Arabien überholt“.

Nachdem der Kongress das 40-Jahre-Moratorium des Exports von Rohöl und Erdgas aus den USA aufgehoben hatte, kam es zu einer Explosion der Treibstoff-Exporte. Aber damit wurden die USA auch in das geopolitische Durcheinander befördert, welches die Deutschen angerichtet haben, als diese Russland gestatteten, die Kontrolle über die kontroverse Nord Stream 2-Pipeline (NS2) zu erlangen. Kritiker monieren, dass dies „den Einfluss Russlands in Europa verstärken und die Ukraine isolieren werde“. Es sei jetzt an der Zeit für die Deutschen, „in den Spiegel zu schauen“ und sich zu fragen, warum sie diese Aufwertung russischer Energie zugelassen haben, während doch ihr Militär, ihre Außenpolitik und die Merkel-Regierung vor den Augen der Welt zerfällt.

Während Deutschland dies als ein kommerzielles Projekt ansehen mag, haben sich die USA mit Polen abgestimmt und versuchen, die Deutschen in eine gemeinsame Nachfrage zu zwingen, falls sich das Projekt jemals materialisieren sollte. Zu diesem „ungewöhnliche Vorstoß“ in die europäische und deutsche Energiepolitik war es gekommen, nachdem die Deutschen die schwächelnde Ukraine gefördert haben, während sie gleichzeitig die NATO mit dem Kauf von zusätzlichen 55 Milliarden Kubikmeter russischen Gazprom-Gases über die Interessen der USA und von Brüssel hinweg kauften. Diese wollten den russischen Einfluss auf die Energiesicherheit in Europa von diesem Kontinent fernhalten.

Der Ärger Washingtons, angeführt von Präsident Trump, ließ seine Regierung Sanktionen gegen Deutschland in Erwägung ziehen und ein Handelsabkommen zwischen den USA und Europa auf Eis legen, bis die Deutschen und andere europäische Unterstützer das Projekt Nord Stream 2 fallen lassen. Zusätzliche Sorgenfalten auf die Stirnen in Washington und bei der NATO brachten jüngste russische Vorstöße in Griechenland, was Mazedonien auf dem linken Fuß erwischt hat. Russlands Außenminister hat kürzlich eine Reise nach Griechenland abgesagt:

„Angesichts eskalierender Spannungen zwischen beiden Ländern wegen einer Entscheidung Athens, zwei Diplomaten auszuweisen, weil diese angeblich versucht hätten, gegen ein Abkommen zu opponieren, welches ,den Weg für Mazedonien freimachen würde, der NATO beizutreten‚“.

Dies hat Trump den Schub verliehen, zur Bestürzung von Deutschland und Europa gegen NS2 vorzugehen. Damit wollte er die Konsequenzen einer verstärkten russischen Einmischung in europäische Angelegenheiten zurückdrängen. Sie wollen einfach das Erdgas, sind doch die Energiepreise in Deutschland – wegen des immer weiter zunehmenden Verbrauchs erneuerbarer Energie – die höchsten in Europa und weltweit in einem industrialisierten Land. NS2 teilt Europa, während es der Kontinent schon jetzt mit zunehmendem Nationalismus, einer inkohärenten Einwanderungspolitik und einem Auseinanderdriften wohlhabenderer nordeuropäischer Länder von den ärmeren südlichen Ländern der EU zu tun hat.

Unglücklicherweise hat die EU nicht beachtet, dass Russland sein Erdgas zunehmend als Waffe in der Außenpolitik benutzt mittels eines „Würgegriffes von Gazprom auf den Gasmarkt in Europa“. Die USA wollen, dass sich die gesamte EU und die europäische Hemisphäre von Erdgas aus den USA abhängig machen oder auch von Quellen aus dem Nahen Osten außer Iran – aber anstatt sich zu diversifizieren hat Europa zugelassen, dass „russische Erdgasexporte nach Europa im Jahre 2017 einen Rekord von 155 m³ erreichten“. Zuvor hatte Russland seine Energiequellen als Waffe gegen Polen, die Tschechoslowakei, die Ukraine, Lettland und Estland eingesetzt, indem Lieferungen zurückgehalten sowie Preise und Verträge manipuliert worden waren. Putin glaubt, dass dies Puffer gegen eine Invasion sind wie einst unter Napoleon und Hitler.

Polens Erdgasversorgung in kalten Wintermonaten wurde kontrolliert von der Yamal Europa-Pipeline von Gazprom; und die Ukraine war Schauplatz einer kriegsähnlichen Offensive von Gazprom durch eine Manipulation der Energiemärkte, welche über ein Jahrzehnt dauerte. Man kann darüber streiten, ob Gazprom und Rosneft ein Monopol haben in der EU und den früheren sowjetischen Satellitenstaaten hinsichtlich Energieversorgung und wirtschaftlichem Wachstum. Darum ist die Trump-Regierung so besorgt hinsichtlich der Kontrolle des Kreml über die NATO und die wirtschaftliche Unversehrtheit der EU, und auch hinsichtlich der Mischung dieser Kontrolle mit dem Erpressungspotential russischer Energiequellen auf die Geopolitik.

Einschneidende russische Maßnahmen haben Nachbarländer außerhalb des Einflusses Deutschlands dazu gebracht, ihre Energieversorgung zu diversifizieren und sich mit den USA wie nie zuvor abzustimmen. Mit einem beispiellosen Vorstoß, um dem russischen Einfluss und der deutschen Unentschlossenheit bzgl. NS2 zu begegnen, „wünscht Polen sich eine permanente Militärbasis in seinem Land mit der Bezeichnung ,Fort Trump’“. Die Slowakei, Polen und die Tschechische Republik haben ebenfalls Probleme mit NS2, weil damit Erdgas direkt nach Deutschland geliefert werden kann ohne Durchfluss durch ihre Länder:

„Das bedeutet, dass Russland separat Gaslieferungen an diese Länder manipulieren kann, ohne sich Sorgen hinsichtlich der Konsequenzen für den größeren deutschen Markt machen zu müssen“. Die Zukunft wird wahrscheinlich geopolitisch, ökonomisch und mit Sicherheit bzgl. Energie immer engere Bindungen zwischen Polen und den USA bringen.

Die USA und Polen sind die größten Hürden für die Akzeptanz der Realität von NS2 über Deutschlands Einwände hinweg. Die USA will osteuropäische Länder stärker sehen, und es ist keine Überraschung, dass derzeit „in Norwegen die größten NATO-Manöver seit dem Ende des Kalten Krieges im Gange sind. Damit soll Russland klargemacht werden, dass die Allianz vereint steht“. Polen und die Staaten des Baltikums werden sich nicht einfach zurücklehnen und zulassen, dass NS2 oder russische Energie-Interessen, gestützt durch dessen militärische Macht, die Zukunft diktieren. In den USA wurde auch ein Gesetz erlassen*, um jedwede auswärtige Firma zu sanktionieren, welche in russische Export-Pipelines investiert, einschließlich deren Bau. Dies schließt NS2 und möglicherweise die türkische Pipeline (Turk Stream) ein. Damit schlagen Washington, Warschau, Kiew und – wenn auch zögerlich – die NATO und die EU härtere Töne gegenüber Moskau und Ankara an.

[*Das Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act of 2017]

Berlin macht jedoch geltend, dass NS2 keine direkten geopolitischen Konsequenzen mit sich bringen werde, und dreigleisige Verfahren der europäischen Energie-Gemeinschaft* sorgen dafür, dass Gazprom, Rosneft oder der Kreml keine Vorteile aus NS2 zieht. Die Schwierigkeit zu verstehen, wie eine funktionierende Politik, die besten Verfahren Europas und regulatorische Übersicht Putin aufhalten werden, seine Agenda voranzutreiben, sind Gründe, warum die EU ihre Haltung zu NS2 überdenken muss. Länder östlich von Deutschland, die durch russische Aggressionen Jahrhunderte lang terrorisiert worden waren, streben nach einem stärkeren Engagement der USA und vergrößern ihre eigenen militärischen Einrichtungen, möglicherweise auch mit atomaren Arsenalen. NS2 hat also gefährliche geopolitische, ökonomische und die globale Stabilität betreffende Auswirkungen, welche die Deutschen nicht in Erwägung ziehen.

[*European Energy Community’s three-pronged strategy]

Berlin hat jetzt gegenüber Washington bzgl. Pipeline-Politik und Energie-Diplomatie unter Berücksichtigung von NS2 und Moskau nur die Wahl, entweder Trump zu kompromittieren – was nicht wahrscheinlich ist – oder sich mit Washington, Polen und den meisten Baltischen Staaten abzustimmen. Handelsabkommen und angedrohte Sanktionen der USA werden involviert, um die NS2-Problematik zu lösen, welche Deutschland und die EU an vorderste Front geschoben haben. Russland wird seine Macht, seinen Einfluss, die Versorgung und geopolitische Vorteile missbrauchen, welche das Land durch NS2 und Turk Stream hat, egal mit welchen Konsequenzen. Es ist jetzt an der Zeit für die EU, die NATO und die Trump-Regierung, eine Entscheidung größerer Tragweite zu treffen: Beendigung der russischen Energie-Aggression und der größten Bedrohung der Stabilität der EU entgegenzutreten, welche von NS2 seit dem Ende des Kalten Krieges ausgeht.

Link: http://www.cfact.org/2018/10/25/the-u-s-is-in-a-geopolitical-mess-over-the-nordstream-2-pipeline/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Zeugnisse vergan­gener Kulturen sind durch den Klima­wandel in Gefahr. Die Bedrohung betrifft vor allem Weltkultur­erbestätten im Mittelmeer­raum Teil 2 (2)

Was steht in der Studie?

Zur Studie, veröffentlich in Nature: [4] Mediterranean UNESCO World Heritage at risk from coastal flooding and erosion due to sea-level rise
Dazu wurde wie üblich eine Pressemeldung herausgegeben, damit sich keine Redaktion die Mühe macht, in der Studie selbst genauer nachzusehen:
Universität Kiel, Pressemeldung 16.10.2018: [5] Weltkulturerbe durch Anstieg des Meeresspiegels bedroht

Die Gefährdung könnte sein … wenn der Meeresspiegel weiter zunimmt

Pressemeldung: [5] Gefährdung durch Sturmfluten könnte um bis zu 50 Prozent steigen …
… Im Mittelmeerraum befinden sich eine Vielzahl von UNESCO Weltkulturerbestätten in tiefliegenden Küstengebieten. Dazu zählen zum Beispiel die Lagune von Venedig, die Altstadt von Dubrovnik oder die Ruinen von Karthago. Diese Stätten werden im Laufe des 21. Jahrhunderts verstärkt durch einen steigenden Meeresspiegel und durch zunehmende Küstenerosion gefährdet sein …
… Nimmt der Meeresspiegelanstieg weiter zu, „wird die Gefährdung durch Sturmfluten, die unter heutigen Bedingungen einer Jahrhundertsturmflut entsprechen, im Mittelmeerraum durchschnittlich bis zu 50 Prozent und durch Küstenerosion bis zu 13 Prozent zunehmen, und das noch bis Ende des 21. Jahrhunderts.

Die aktuell postulierte Gefährdung hat eine Wahrscheinlichkeit von 1 % und muss nicht vom Klimawandel kommen, da sie schon immer bestand …

Pressemeldung: [5]Bereits heute sind ein Großteil der insgesamt 49 untersuchten Weltkulturerbestätten durch den Anstieg des Meeresspiegels gefährdet. Bis zu 37 dieser Stätten sind durch eine sogenannte Jahrhundertsturmflut bedroht, die mit jährlich 1 Prozent Wahrscheinlichkeit stattfindet …

Alle Gefährdungsszenarien stammen ausschließlich aus Modellsimulationen

Pressemeldung: [5]Um die Gefährdungspotenziale auswerten zu können, hat das Forschungsteam eine räumliche Datenbank aller UNESCO Weltkulturerbestätten in tiefliegenden Küstengebieten des Mittelmeerraums erstellt … „Mithilfe dieser … Modellsimulationen von Überschwemmung unter Berücksichtigung verschiedener Szenarien des Meeresspiegelanstiegs konnten wir Indizes entwickeln: den Index für Flutrisiko und für Erosionsrisiko“ …
Der Anstieg von Flut- und Erosionsrisiko von bis zu 50 Prozent … basiert auf einem im Mittelmeerraum angenommenen Meeresspiegelanstieg von durchschnittlich 1.46 Meter bis zum Jahr 2100. Dieser Anstieg könnte mit einer fünfprozentigen Wahrscheinlichkeit (95. Perzentil) unter einem hohen Klimawandelszenario (RCP8.5) eintreten. „Auch wenn ein so hoher Meeresspiegelanstieg mit einer geringen Wahrscheinlichkeit bis 2100 eintreten wird, ist dieses Szenario nicht auszuschließen, was auf die hohen Unsicherheiten in Bezug auf das Abschmelzen der Eisschilde zurückzuführen ist“, so Professor Vafeidis, „außerdem ist ein solches Szenario aus Sicht des Risikomanagements durchaus relevant, da eine fünfprozentige Eintrittswahrscheinlichkeit in diesem Zusammenhang nicht als gering einzustufen ist.“ …

Die Aussage des Mitautors, Professor Vafeidis, zeigt, wie unverfroren einem Redakteur (der es kritiklos aufnimmt) jedes Klimawandelmärchen fabuliert werden kann.
Im folgenden Bild 22 ist dessen Aussage visualisiert. Man ahnt, dass selbst die „berechneten“ 5 % Wahrscheinlichkeit für +1,46 m nicht möglich sind. So viel Unsicherheit besteht im Abschmelzen der Eisschilde keinesfalls, da es rein massenphysikalisch nicht möglich ist. Allerdings projiziert und publiziert unser PIK solche Szenarien auch regelmäßig und widerspruchslos.

Bild 2.1 Gemessener, durchschnittlicher Pegelanstieg im Mittelmeer [11], ergänzt um das Ergebnis von Simulationen in der Studie [4]. Grafik vom Autor erstellt

Was hat die Studie „studiert“?

Genau das, was heute Standard ist, wenn der schlimme Einfluss des Klimawandels belegt werden soll: „Forscher“ setzen sich vor einen Computer, startet Simulationsprogramme und schaut nach, in welchen Gegenden die Simulationen durch geeignete Parametrierung ausreichend schlimme Effekte errechnen. Aktuelle – wirkliche – und historische, sowie geologische Daten interessieren dabei nicht.

Ein großer Treppenwitz der Geschichte ist dabei, dass keiner der Pseudo-Wissenschaftler im Studierzimmer weiß. welches Simulationsergebnis „richtig“ sein könnte. Man nimmt deshalb verschiedene Simulationsprogramme!, simuliert möglichst viele Läufe mit unterschiedlichen Parametrierungen und „entscheidet“ dann, welches Simulationsprogramm das „richtigste“ Ergebnis ermittelt haben könnte. Durch Statistik lässt man sich dann „präzise“ berechnen, wie „genau“ ausgerechnet dieses Ergebnis ausgefallen ist. Ganz genau ist es, wenn der Computer dabei „high confidence“ ausspuckt.

Bild 2.2 Vom Klimawandel gefährdete Gebiete an der Mittelmeerküste. Quelle: Christian-Albrechts-Universität Kiel. Präsentation Lena Reimann at al., April 2018: Mediterranean UNESCO World Heritage at risk from coastal hazards due to sea-level rise

Sind die „Verschlimmerungen“ nicht ausreichend alarmistisch, zum Beispiel, weil selbst das extreme RCP8.5-Scenario zu wenig „bringt“, werden zusätzliche „Verschlimmerungs-Parametrierungen“ erdacht, hier ein spezielles „high-end-szenario“ (HE).

Bild 2.3 Auswirkungen des Klimawandels auf den Mittelmeerpegel, abhängig von verschiedenen CO2-Szenarien-Annahmen [4]

Um dem Ganzen einen „wissenschaftlichen“ Anstrich zu geben und zu vertuschen, dass kein wirklich neuer Gedanke, schon gar nicht einer, der nach den physikalischen Ursachen des sich stetig wandelnden Klimas und darauf basierenden, wahren Messwerten fragt, enthalten ist, werden endlos Referenzen gelistet. Alleine in dieser Studie mit gerade einmal 8,5 Seiten mit Fachinhalt, beträgt deren Anzahl 126 Zitierungen.

Studien, welche etwas Gegenteiliges aussagen, bleiben unberücksichtigt. Zum Beispiel, dass Stürme mit dem Klimawandel (wenn dessen Theorie stimmen würde) abnehmen müssen , weil sich der Druckunterschied aufgrund der Erwärmung der Pole verringert. Von den Klimazyklen, welche Simulationsprogrammen „ein Gräuel“ sind, weshalb sie darin kaum Berücksichtigung finden, gar nicht zu reden:
EIKE 21.02.2018: [6] Und plötzlich wird die Zukunft glücklicher
kaltesonne 20. Juli 2012: Wann gab es die schlimmsten Stürme an der französischen Mittelmeerküste? Immer wenn die Sonne schwächelte und die Temperaturen fielen!
kaltesonne 19. Januar 2014: Ozeanzyklen spielen auch im Atlantik und Mittelmeer eine wichtige Rolle für die Meeresspiegelentwicklung: Wer die Zyklen nicht berücksichtigt oder mit zu kurzen Datensätzen operiert, argumentiert unseriös

Ob die bisherigen Simulationsprogramme deshalb überhaupt Zukunfts-Pegel im Mittelmeer „ermitteln“ können, ist ein vollkommen anderes Problem. Das Mittelmeer ist bezüglich der Pegelentwicklung weitgehend vom „Weltmeer“ entkoppelt, weshalb andere Studien wegen der Klimawandel-bedingten Temperaturerhöhung ja vor der zukünftigen Austrocknung warnen.
Als Folge bekommt der Bürger, je nachdem, welches Scenario gerade die „schlimmere“ Klimaapokalypse verspricht, zur notwendigen Zeit – spätestens vor einem Klimagipfel – eine neue „Auswertung“ vorgesetzt.

Das Mittelmeer, ein Heben und Senken von Küstenstreifen und dazu das sich ständig wandelnde Klima …

Was hat die Altertümer bisher „zerstört“ und wird es wohl auch in Zukunft tun?

Nicht zufällig stehen zwischen dem kalten Nordeuropa und dem warmen Süden des Mittelmeeres als Wetterbarriere die Alpen. Und weil die afrikanische Landplatte immer noch gegen Europa „bumst“, ist das Mittelmeergebiet auch heute noch tektonisch sehr aktiv. Entsprechend schnell hoben und senkten sich große Bereiche früher und auch heute noch relativ schnell.

Anbei ein extremes Beispiel in der Nähe von Neapel (Italien).

Bild 2.4 Textauszug zu Senkungen und Hebungen im Mittelmeer. Quelle: Hans-Günter, Gierloff-Emden: Geographie des Meeres – Ozeane und Küsten, Teil 2

Nun eine historische Zeiten abdeckende Pegelverlaufskurve von Süditalien (vulkanisch aktive Gegend an der Küste zwischen Rom und Sizilien).

Bild 2.5 Historischer Pegelverlauf südlich von Rom. Quelle: [12] Fig. 1 – A) Relative sea level curve since the Greek-Roman times; B) 3D landscape with the Roman structures nowadays submerged and the coastline positions between the 2nd century BC and 1st century AD

Wesentliche Teile der Mittelmeerküste erleben „täglich“ – ohne Klimawandel – ein gewaltiges, tektonisches Heben und Senken

Es gibt nicht nur metertiefe Untergänge, sondern parallel auch erhebliche Hebungen. Wer sich etwas auskennt, erinnert sich, dass rund um das Mittelmeer einige ursprünglich am Wasser liegende Infrastrukturen, wie der Hafen des antiken Roms und der von Ephesus, längst auf dem Trockenen liegen, also das Gegenteil eines Untergangs erlebten:
WUWT, October 20, 2018: [3]Climate change endangers dozens of World Heritage sites” – Leaning Tower of Pizza Edition

Ein weiteres Beispiel, WIKIPEDIA: Ephesos
… In der Antike lag die Stadt direkt am Meer; durch Sedimentation sowie klimatische und seismische Veränderungen verschob sich die Küstenlinie im Laufe der Zeit nach Westen, so dass sich die Reste der Stadt heute mehrere Kilometer landeinwärts befinden.

Dazu auch großflächig in die umgekehrte Richtung:
[8] ... Finally, the preliminary study of all available archaeological data demonstrated that a major part of the ancient Attica coast and of the Cycladic islands is today submerged. Numerous invaluable archaeological sites dating from the Palaeolithic to the Medieval period are lying in depths of few centimetres up to ca. -6m or more.
Grob übersetzt: … abschließend zeigte die vorläufige Sichtung aller verfügbaren, archäologischen Daten, dass ein großer Teil der alten Attika-Küste und der Kykladen-Inseln heute unter Wasser ist. Zahlreiche archäologisch wertvolle Fundstellen aus dem Paläolithikum bis zum Mittelalter liegen in Tiefen von wenigen Zentimetern bis ca. minus 6m oder mehr …
[8] Table A. Archaeological data in Attica (Auszüge)
Marathon plain 1800BP
3.55m
Aghios Kosmas (Koliasakra) 1550-1050 BC Late Helladic (=Mycenaean) At least
1.00 – 2.00m
Sounion Bay 500-30BC
-2,34 m
Zea harbour (east side), Area 1 500 – 300 BC
-1,90 m estimation max. -2.90m
Piraeus, Krommydarou bay Classical /Hellenistic? 500-30BC? –
2.00 to 3.00m
Phaleron bay 400 BC –
1.80 to 2.00m
Coasts of Attica ca. 500BC ca. –
3.00m
Passalimani (SE Attica) Classical/Hellenistic? Roman? –
2.00m
Table B. Archaeological data in the Cyclades (Auszüge)
Antiparos (Saliagos) ca. 4000BC –
5.00 to 6.00m or more
Cyclades (Delos, Mykonos, Rheinia) ca. 2000 BC
−3.6 m
Kea (Aghia Irini) 16c. BC
-3.78m
Naxos, Grotta 1600-1100 BC Mycenaean
-2.50-3.50 m
Aigina, bay north of Kolonna hill ca. 1880 BC –
3.55-4.05m
Melos, Klima Late Roman/Early Byzantine
-1.50-2.00m of recent alluvium

Der Tidenpegel hat dabei wenig Anteil. Und dieser könnte noch geringer werden

[11] J. R. Houston at al.: Sea-Level Acceleration Based on U.S. Tide Gauges and Extensions of Previous Global-Gauge Analyses: Abstract
… Without sea-level acceleration, the 20th-century sea-level trend of 1.7 mm/y would produce a rise of only approximately 0.15 m from 2010 to 2100 … To determine this acceleration, we analyze monthly-averaged records for 57 U.S. tide gauges in the Permanent Service for Mean Sea Level (PSMSL) data base that have lengths of 60–156 years. Least-squares quadratic analysis of each of the 57 records are performed to quantify accelerations, and 25 gauge records having data spanning from 1930 to 2010 are analyzed. In both cases we obtain small average sea-level decelerations. To compare these results with worldwide data, we extend the analysis of Douglas (1992) by an additional 25 years and analyze revised data of Church and White (2006) from 1930 to 2007 and also obtain small sea-level decelerations similar to those we obtain from U.S. gauge records …

Doch selbst, wenn der Pegel um weitere 5 … 10 m steigen würde, wäre es keinesfalls unnatürlich

Der Mittelmeerpegel würde dann nur wiederholen, was er seit den letzten Eiszeiten bereits gemacht hat.
Michal Lichter at al.,
May 2010: Sea-Level Changes in the Mediterranean: Past, Present, and Future: Review Mediterranean Sea-Level Change Since the Middle Pleistocene
“Global” sea-level curves indicate that during the last 600,000 years (ka), the sea reached a
maximum elevation of 5–10 m above present sea level (asl) (Fig. 1) at least three times and dropped to more than 100 m below present sea level (bsl) at least five times

Bild 2.6 Pegelverlauf des Mittelmeeres während der letzten Eiszeiten und aktuell. Quelle: Michal Lichter et al.

Nochmals Venedig

Laut der Studie ist Venedig aktuell und vor allem in der Zukunft zunehmend durch den Klimawandel bedroht:
[5] Universität Kiel, Pressemeldung: ... Im Mittelmeerraum befinden sich eine Vielzahl von UNESCO Weltkulturerbestätten in tiefliegenden Küstengebieten. Dazu zählen zum Beispiel die Lagune von Venedig, die Altstadt von Dubrovnik oder die Ruinen von Karthago. Diese Stätten werden im Laufe des 21. Jahrhunderts verstärkt durch einen steigenden Meeresspiegel und durch zunehmende Küstenerosion gefährdet sein …
Venedig mag wirklich bedroht sein. Das ist allerdings schon seit Bestehen der Besiedlung der Fall und aktuell durch menschengemachte Ursachen. Auf keinen Fall jedoch durch einen AGW-Klimawandel..
SPIEGEL ONLINE: [10] Vorboten des Untergangs
Venedig sinkt – langsam, aber offenbar unaufhaltsam. Gegen das Wasser kämpft die Lagunenstadt seit ihrer Gründung.
… Denn der Boden, auf dem Venedig steht, sinkt ab, das Wasser steigt – die Stadt geht langsam, aber stetig unter …
Venedig steht auf Pudding
Bereits im Mittelalter wurde berichtet, was wir heute täglich als eine durch unsere CO2-Emission selbst verursachte Bedrohung lesen:
[10]
… Von September bis April drohte alljährlich die Heimsuchung des Scirocco. „Stürme, die mit solcher Gewalt die Lidi und die Inseln von Venedig überfluten“, klagte der Gelehrte und Lagunenforscher Jacopo Filiasi, „dass man den Eindruck hat, es handele sich um eine neue Sintflut.“ Die salzigen Wassermassen liefen in die Häuser, verdarben Vorräte und Handelswaren, bedrohten die Brunnen, vor allem, wenn die Wärter es nicht geschafft hatten, sie rechtzeitig mit Lehm zu versiegeln. Zusätzlich blockierte der enorme Wasserdruck aus der Adria den Abfluss der Flüsse, die mit viel Wasser aus den Alpen kamen. Das trieb den Hochwasserstand in der Lagune noch weiter in die Höhe.
Gefährlicher als die Sturmfluten der Adria waren die Flüsse
Die Sturmfluten der Adria, draußen vor den Porti der Lagune, waren nicht die einzige Bedrohung. Weit gefährlicher noch für das Leben in der Lagunenstadt waren die Flüsse. Sie strömten in das Becken und trugen vom Land Steine, Erde und Sand herein.
Dann kam die Industrialisierung und damit neue Bedrohungen – aber wieder nicht durch emittiertes CO2:
[10]
… Für die Industrietransporte wurden die Fahrrinnen in der Lagune auf bis zu 18 Meter vertieft und die Durchlässe zur Adria auf bis zu 900 Meter erweitert. Teile der Lagune wurden – etwa für den Flughafen Marco Polo – trockengelegt, andere durch Straßenbauten abgeschnitten. Das blieb nicht folgenlos … In 50 Jahren, sagen Wissenschaftler, werde die Lagune allein dadurch um 15 Zentimeter absinken. Weitere Faktoren beschleunigen den Niedergang: Aus Tausenden Tiefbrunnen werden permanent gewaltige Mengen Süßwasser gepumpt – als Trinkwasser und als Brauchwasser für die Industrie. Aus anderen Quellen kommt Erdgas. Alle diese Bohrungen senken den Boden ab… Trotz der großen Flut vom 4. November 1966, die das Wasser 1,94 Meter über normal steigen ließ und große Schäden in Geschäften, Restaurants und Handwerksbetrieben anrichtete, dauerte es drei Jahrzehnte, bis die Venezianer ernsthafte Konsequenzen zogen.

Eine Klimawandelbedrohung für Venedig ist nicht in Sicht

Es gibt eine Studie, welche sich viel Mühe gemacht hat, die Bedrohung von Venedig durch einen Klimawandel zu ermitteln. Im Gegensatz zu vielen, hat sie nicht simuliert, sondern wirkliche Daten verwendet – und deshalb keine AGW-Bedrohung gefunden.
[9] Since there is no evidence of this seasonal temperature induced pattern in the sea level data, the effects of temperature changes can be assumed not relevant for the present analysis … Land subsidence had much greater intensity during the industrialization period and still continues to represent a critical element for the low-lying Romagna coast: a sinking rate of 4.3 mm/yr is found over the interval 1981–2011 after subtracting the Trieste time series from that of Porto Corsini.

Anhand der folgenden Pegelverläufe lässt es sich gut erkennen: Seit ca. 1960 steigt der Pegel nur noch minimal. Insgesamt stieg er im Venedig gegenüber liegenden Triest – wo er nicht durch Landsenkung verfälscht ist – nur um die Hälfte an.

Bild 2.7 [9] Pegelvergleiche. Deutlich erkennbar die Stagnation seit 1960 in der Adria und dem östlichen Mittelmeer

Im folgenden Pegelbild sieht man den fast horizontalen Verlauf in der oberen Adria seit 1960 noch deutlicher.

Bild 2.8 Pegelverlauf Venedig (+0,4 mm/pa) und Split (Kroatien) ab 1960. Grafik vom Autor erstellt. Daten: PSMSL-Viewer

Besonders investigative Medien interessieren Daten allerdings grundsätzlich nicht, wenn sie ideologisch bedingten „Tatsachen“ widersprechen:
FOCUS 17.10.2018: Klimawandel bedroht Welterbe am Mittelmeer Wissenschaftler: „Venedig werden wir verlieren, das ist nicht umstritten“

Noch etwas Analyse der Wirklichkeit

Wie mit viel Statistik aus „nichts“ wenigstens noch ein kleines bisschen Alarm „herausgekitzelt werden kann, zeigt das folgende Beispiel.

Zuerst der Verlauf monatlicher Pegel-Maximas in der oberen Adria.

Bild 2.9 [9] Pegelmaxima von Triest, Venedig, Ravenna. Vom Autor um Kommentar ergänzt

Dazu die Verläufe der einzelnen Monate.

Bild 2.10 [9] Monatliche Pegelmaxima-Verläufe von Venedig

Man sieht, dass die Maximalpegel seit über hundert Jahren keinerlei übernatürlichen Anstieg und auch keinen ansteigenden Trend zeigen. Entsprechend ist das Ergebnis der Auswertung: Es ließ sich auch mit viel Statistik nur ein leichter Anstieg von Extremwasserhöhen feststellen. Weit weg von den Behauptungen in der neuen Studie:
[9] The mean rate of sea level rise found at Trieste over the last 137 years, 1,3 mm/yr, is consistent with that of the global average sea level reconstruction estimated by Church and White [2011] for the period 1880–2009 (1.5 mm/yr) …

… The application of the linear regression and TFPW techniques to the deseasonalized and nondeseasonalized monthly maximum tide elevations, after the removal of the corresponding regularized annual mean sea level necessary to eliminate the effect of the local subsidence and sea level rise, indicates a slight increase in the magnitude of extreme high water levels at Venice and Porto Corsini. This aggravation of the extreme conditions on the northwestern side of the Adriatic basin appears to be mainly associated with a wind regime change occurred in the 1990s and determined by an intensification of the Bora wind events …
Dazu kommt noch, dass der höchste, bisher gemessene Sturmpegel bei Venedig ausgerechnet auftrat, als die kommende Eiszeit ausgerufen wurde.

An Stellen, wo die Studie besondere „AGW-Bedrohung“ feststellte, sind tektonische Effekte vorherrschend

Beim Betrachten von Bild 2.2 fällt auf, dass an wichtigen Stellen mit deklariert hoher, (simulierter) AGW-Bedrohung, tektonische – oder wie im Fall von Venedig auch direkte, menschliche Einflüsse – vorherrschen, hinter denen die postulierte AGW-Bedrohung verschwindet. Das ist an der Ostküste von Italien der Fall [3] und [12] (Bild 2.5), an der oberen Adria und in der Ägäis [8]. Für Malta ist die eingezeichnete Bedrohung ebenfalls ein Rätsel: Marsalox (Bild 6, Teil 1) zeigt sogar einen negativen Pegeltrend. Wie die Pegelbedrohungen im östlichen Teil der nordafrikanischen Mittelmeerküste ermittelt werden konnte, ist dem Autor auch unklar. Zwischen Alexandria und Gibraltar gibt es auf PSMSL keine Pegeldaten zur (Er-)Klärung. Für Simulationsprogramme ist das allerdings wohl unerheblich, denn die Klimavergangenheit interessiert diese nicht.

Die „Studie“ – beziehungsweise die Forschungsarbeiten dieser Gruppe von Wissenschaftlern – soll die Untertanen bestärken, im Kampf gegen das CO2 nicht nachzulassen. Dabei kann keine aktuelle Messung die darin „ermittelte“ AGW-Gefährdung finden. Welche Gefährdung aber wirklich besteht, lässt sich regelmäßig lesen:

SZ 26.10.2018: Starkes Seebeben erschüttert Griechenland
Ein starkes Seebeben im Ionischen Meer hat am frühen Freitagmorgen Griechenland erschüttert und viele Menschen aus dem Schlaf gerissen. Das Zentrum des Bebens lag nach Messungen verschiedener Erdbebenwarten in der Region um die Insel Zakynthos und hatte eine Stärke zwischen 6,6 und 6,9. Zu spüren war das Beben in ganz Griechenland sowie auf Malta, in Albanien und Süditalien sowie entlang der Westküste der Türkei … „Es war ein sehr starkes Beben“, sagte der Bürgermeister von Zakynthos, Pavlos Kolokotsas, im griechischen Rundfunk.
… Die Region des Ionischen Meeres ist latent von Erdbeben gefährdet. Westlich der Inselgruppe verläuft ein tiefer Graben am Meeresgrund, dort treffen die europäische und die afrikanische Kontinentalplatte aufeinander. Durch die Reibungen der gewaltigen Platten werden immer wieder starke Beben ausgelöst.
Im Jahr 1953 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,2 die Region und kostete fast 500 Menschen das Leben. Fast alle Ortschaften der Inseln Kefalonia und Zakynthos wurden damals dem Erdboden gleichgemacht.

Solche Meldungen zeigen die wirklichen Bedrohungen.

Für Simulationsprogramme ist das allerdings unerheblich, denn weder Geologie noch Klimavergangenheit interessiert diese.

Seit der AGW-Klimawandeldoktrin macht das Forschen spaß

Die Studie und das Sichtungsergebnis zeigen wieder eine Problematik auf. Seit der „AGW-Klimawandel“ ausgerufen wurde, ist das Niveau der wissenschaftlichen“ Publikationen rund um dieses Thema stetig im Sinken begriffen. Es ist immer neu erschütternd lesen zu müssen, wie alleine durch beliebige Simulationsspielereien Aussagen getätigt (und öffentlich akzeptiert) werden, denen jegliche Verbindung und Diskussion mit der messbaren Realität fehlt, vor allem bei denen man außer Parametrierungen und viel Fleiß keinen tiefer gehenden Gedanken beisteuern muss. Eine Veröffentlichung in einem „renommierten Fachjournal“ schützt davor nicht. Wenn das simulierte Ergebnis ausreichend demonstrativ der „AGW-Klimawandel-Belegung“ dient, kann man damit sogar promovieren.

Nachdem die „Kenntnis“ über den als unbezweifelbar deklarierten AGW-Klimawandel zum Allgemeingut erklärt wurde und ein weltweites Öko-Kirchengebäude mit allen erforderlichen Instanzen und Finanzmitteln aufgebaut ist, gibt es keine Not mehr, sich für klimatische- oder Bedrohungs-Wahrheiten interessieren zu müssen, beziehungsweise darüber, dass beim „Klimawandel“ fast täglich Studien erscheinen, welche fundamentale „Glaubensgebäude“ zumindest in Frage stellen.
kaltesonne 27. Oktober 2018: Mehr Luft nach oben: Kipppunkt erst bei 51°C globaler Durchschnittstemperatur
Es reicht, der AGW-Doktrin gläubig anzuhängen, zumindest, sie auf keinen Fall in Frage zu stellen:
EIKE: Eindrücke und Schlussfolgerungen zur internationalen Konferenz über landwirtschaftliche Treibhausgasemissionen und Ernährungssicherheit, AgriGHG-2018 in Berlin (10.-13. 9. 2018)
und basierend auf dieser dogmatischen Basis eine rein fiktive Zukunft zu simulieren.

Ob die von Menschen programmierten Simulationsprogramme das künftige Weltklima überhaupt richtig berechnen können, interessiert einen „modernen“ Klimaforscher*in ebenfalls nicht, es ist ja nicht seine Aufgabe, daran zu zweifeln, obwohl es etwas Verklausuliert im IPCC Bericht steht:
IPCC, neuester Klimabericht SR 1.5, Kapitel 1: … Uncertainties in projections of future climate change and impacts come from a variety of different sources, including the assumptions made regarding future emission pathways (Moss et al., 2010), the inherent limitations and assumptions of the climate models used for the projections, including limitations in simulating regional climate variability (James et al., 2017), downscaling and bias correction methods (Ekström et al., 2015), and in impact models (e.g., Asseng et al., 2013).

Dazu ein Blick in die Vita der Leitautorin:
Die Doktorandin arbeitet in einer „Forschergruppe, welche laut Beschreibung nichts weiter „erforscht“, als rund um die Welt mit Klima-Simulationsprogrammen fiktive Bedrohungen zu berechnen. Wenn diese Berechnungen das gleiche – niedrige – Niveau, wie die aktuelle Studie aufweisen – wovon wohl auszugehen ist -, sind sie in der Bedeutung von „Wissen schaffen“ nutzlos und bleiben teure, vom Steuerzahler bezahlte Simulationsspielereien. Doch nach solchen lechzen die 30.000 „Fachteilnehmer“ an Klimagipfeln und unsere Zeitungsredaktionen.

Vita: Lena Reimann, Doktoranden/Doktorandinnen Coastal Risks and Sea-Level Rise Research Group
… In ihrer Masterarbeit führte sie eine GIS-basierte Vulnerabilitätsanalyse der Bevölkerung Salt Lake Citys gegenüber der durch Temperaturinversionen hervorgerufenen Luftverschmutzung durch. Seit April 2015 ist Lena als Doktorandin in der Arbeitsgruppe CRSLR tätig und beschäftigt sich seither mit der Regionalisierung großräumiger Datensätze zur Analyse der zukünftigen, mit dem Meeresspiegelanstieg einhergehenden, sozioökonomischen Auswirkungen in Küstengebieten. Insbesondere entwickelt Lena regionale sozioökonomische Szenarien und räumliche Bevölkerungsprojektionen, die zwischen Bevölkerungswachstum an Küsten und im Inland unterscheiden, basierend auf den Shared Socioeconomic Pathways (SSPs). Sie beschäftigt sich außerdem mit der räumlichen Verteilung weiterer sozioökonomischer Variablen als Indikatoren für Vulnerabilität in tiefliegenden Küstengebieten. Da das UNESCO Weltkulturerbe aufgrund seines immateriellen Werts einen wichtigen Vulnerabilitätsindikator darstellt, hat Lena eine räumliche Datenbank des Weltkulturerbes in Küstengebieten erstellt, mit Hilfe derer sie die Gefährdung der Weltkulturerbestätten durch Sturmfluten und Küstenerosion bis 2100 unter Berücksichtigung verschiedener Meeresspiegelanstiegsszenarien analysiert.

Quellen

[1] BR Info 17.10.2018: Weltkulturerbestätten durch Klimawandel bedroht

[2] EIKE 07.08.2017: Meerespegelanstieg: Europa kann nicht alle (vor Klimawandel-Desinformation) schützen T1 (2)

“Climate change endangers dozens of World Heritage sites” – Leaning Tower of Pizza Edition

[3] WUWT, October 20, 2018: “Climate change endangers dozens of World Heritage sites” – Leaning Tower of Pizza Edition

[4] Nature Studie: Mediterranean UNESCO World Heritage at risk from coastal fl ooding and erosion due to sea-level rise

[5] Universität Kiel, Pressemeldung 16.10.2018: Weltkulturerbe durch Anstieg des Meeresspiegels bedroht

[6] EIKE 21.02.2018: Und plötzlich wird die Zukunft glücklicher

[7] kaltesonne 9. Dezember 2014: Kürzliches Projekttreffen bei der UNO in Genf: Antiklimatische Schutzwälle für 1 Billion Euro sollen Mittelmeer und Rotes Meer von den Weltozeanen abriegeln

[8] Bulletin of the Geological Society of Greece vol. XLII/II-2008 BAIKA, K.: Archaeological indicators of relative sea-level changes in the Attico-Cycladic massif: preliminary results

[9] Marinella Masina1 and Alberto Lamberti, JOURNAL OF GEOPHYSICAL RESEARCH: OCEANS, VOL. 118, 3999–4016, 3 September 2013: A nonstationary analysis for the Northern Adriatic extreme sea levels

[10] SPIEGEL ONLINE 30.05.2012: Vorboten des Untergangs

[11] J. R. Houston and R. G. Dean, February 23, 201: Sea-Level Acceleration Based on U.S. Tide Gauges and Extensions of Previous Global-Gauge Analyses

[12] Università degli Studi di Napoli Parthenope, Pietro P.C. Aucelli at al.: FIRST RESULTS ON THE COASTAL CHANGES RELATED TO LOCAL SEA LEVEL VARIATIONS ALONG THE PUTEOLI SECTOR (CAMPI FLEGREI, ITALY) DURING THE HISTORICAL TIMES




Zeugnisse vergan­gener Kulturen sind durch den Klima­wandel in Gefahr. Die Bedrohung betrifft vor allem Weltkultur­erbestätten im Mittelmeer­raum Teil 1(2)

Das „bessere“ daran ist allerdings, dass man gegen die bestimmte – so oft zerstörerisch wirkenden– Religion(skrieger) wenig ausrichtet, sie in politischen Kreisen aus verschiedenen Gründen sogar eher mehr als hofiert, gegen den Klimawandel allerdings das ökogöttliche Wundermittel „CO2-Verhinderung“ gewachsen scheint (wobei „Wachsen-verhindern“ dabei wörtlich zu nehmen ist, denn CO2 ist der lebensnotwendige Grünpflanzen-Luftdünger) weshalb sich der Kampf der „Weltzukunfts-Retter“ zunehmend auf diesen viel einfacher zu bekämpfenden Weltzerstörer verlagert und konzentriert.

Kulturstätten versinken wegen des Klimawandels zunehmend im Mittelmeer …

Hat jüngst eine Studie [4] der Universität Kiel herausgefunden. Und Schuld – wer könnte es schon anderes sein – ist der (AGW-)Klimawandel.

Wie ein Lauffeuer ging diese Meldung durch die Deutschen Qualitätsmedien. Denn nun sind nicht mehr „ferne Buddha-Statuen“ und fremde Wüstenkulturen wie Petra betroffen, sondern der Kulturursprung des Abendlandes, also griechisch-römische Zeugnisse. Ein Dank geht an die Studienautor*innen, dass sie diese schlimme Kenntnis noch rechtzeitig vor dem kommenden Klimagipfel erfahren und publiziert haben.

BR Info 17.10.2018 [1] Weltkulturerbestätten durch Klimawandel bedroht
Weltkulturerbestätten im Mittelmeerraum. Eine aktuelle Studie verdeutlicht das steigende Risiko durch Sturmfluten und Küstenerosionen.

BR Info: [1] Zeugnisse vergangener Kulturen sind durch den Klimawandel in Gefahr …
… In den nächsten Jahrzehnten steigt die Gefahr, dass beliebte Touristenattraktionen durch Überflutungen beschädigt werden oder im Meer versinken. Zu den Opfern zählt nicht nur die Lagunenstadt Venedig, zahlreiche Kulturdenkmäler in Kroatien und Griechenland sind ebenso davon betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Kiel, die im Oktober 2018 im Fachjournal „Nature Communications“ veröffentlicht wurde. Die Studie wurde von Lena Reimann vom Geographischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zusammen mit Professor Athanasios Vafeidis und internationalen Partnern durchgeführt.
Kulturstätten versinken zunehmend im Mittelmeer
Von 49 untersuchten Weltkulturerbestätten sind heute bereits 37 von einer Jahrhundertsturmflut bedroht. Besonders in den niedriggelegenen Küstengebieten steigt das Risiko jedes Jahr um ein Prozent. Bis im Jahr 2100 könnte damit die Gefahr einer Überflutung in der gesamten Mittelmeerregion um das Doppelte steigen. Davon betroffen sind gerade die Kulturstätten im nördlichen Adriaraum, wie die Lagune von Venedig, die Renaissancestadt Ferrara im Po-Delta und die Basilika von Aquileia. In Kroatien wäre die historische Stadt Trogir und die Kathedrale des Heiligen Jakob in Šibenik gefährdet. Die Forscher betonen, dass nicht immer ganze Denkmäler oder Kulturstätten untergehen werden, es könnten auch nur Teile betroffen sein. Um das Risiko abzuschätzen, verglichen sie aktuelle Daten mit einem möglichen Anstieg des Meeresspiegels im Jahr 2100 und wie er sich aufgrund des Klimawandels verändern könnte.

[1] Von 49 untersuchten Weltkulturerbestätten (am Mittelmeer) sind heute bereits 37 von einer Jahrhundertsturmflut bedroht …

… und das Risiko steigt jedes Jahr um ein Prozent. Damit sind zum berühmten Jahr 2100 des Klimawandel-Armageddon 82 % erreicht und damit unwiederbringlich fast alles an der Mittelmeerküste vernichtet, sofern es die Studie richtig prophezeit.
Doch nicht nur in der Zukunft, bereits heute sind nach der Studie viele Stätten schlimm bedroht, neben denen sich nichtsahnende Touristen unbekümmert in der Sonne räkeln.
Wie immer, wenn es um berichtete, schlimme Szenarien des AGW-Klimawandels geht, lohnt es sich, den aktuellen Status anhand von messbaren Belegen abzufragen und auch andere Studien zu sichten.

Mit Pegeltrends vom Mittelmeer wird (wie auch mit den Pegeln rund um die Welt) alles „bewiesen“. Allerdings, indem ganz bewusst teils unbrauchbare Daten verwendet und dazu noch – ebenfalls bewusst – falsch auswertet wird. Wie hemmungslos – und trotzdem „unbemerkt“ – „investigative Institute“ dabei vorgehen, hat der Autor in (nicht nur) einer Artikelreihe anhand mehrerer Beispiele auch aus dem Mittelmeerraum gezeigt:
EIKE 07.08.2017: [2] Meerespegelanstieg: Europa kann nicht alle (vor Klimawandel-Desinformation) schützen T1 (2)
Dabei gibt es auch Stimmen, welche nichts von einer solchen, „sind heute bereits …. bedroht“-Situation an den Mittelmeerküsten wissen:
[2] SPIEGEL ONLINE, 27.06.2000: Geoforschung: Das Mittelmeer trocknet langsam aus
… Während die Wasserstände der Weltmeere jährlich steigen,
sinken die Pegel im Mittelmeer…. Um drei bis fünf Zentimeter ist der Wasserstand in den Küstenregionen des Mittelmeeres in den letzten 40 Jahren gefallen, sagt der griechische Meeresforscher Michalis Tsiblis. In einer Studie, die in der griechischen Presse veröffentlicht wurde, macht Tsiblis die schnellere Verdampfung und den erhöhte Salzgehalt des Mittelmeeres dafür verantwortlich. Am stärksten wird das Phänomen der Studie zufolge entlang der dalmatinischen Küste registriert. Dort ist das Wasser im Vergleich zum Ende des 19. Jahrhunderts um fünf Zentimeter gesunken, hieß es …
Dazu ein Pegelverlauf aus der Ägäis:

Bild 2 [2] Pegelverlauf Insel Siros (zwischen Athen und Kreta) 1969 – 2015 in Monatsauflösung. Quelle: PSMSL Viewer

Selbstverständlich war auch diese Meldung des Spiegel einst als Klimawandel-Alarmmeldung gedacht, nur dass dessen vorhergesagte, schlimme Auswirkung genau andersherum verlaufen soll, als es die aktuelle Studie „belegt“.

Nun ändern sich beim Klimawandel die Erkenntnisse fast im Stundentakt, und das konzentriert – dann fast wie die Blitzeinschläge bei einem Gewitter – vor den Klimagipfeln.

Es könnte also immer aktuellere Daten geben, welche das Gegenteil eines vor kurzem Gesagten zeigen. Also muss man immer neu die aktuellen Pegelwerte sichten. Dabei fällt auf, dass rund um das Mittelmeer – zumindest in der PSMSL-Datenbank – eine geradezu katastrophale Datenbasis vorliegt. Es gibt nur ganz wenige, längere Messreihen und viele davon brechen inzwischen ab, weil scheinbar keinerlei Interesse an langen, durchgängigen und leidlich fehlerfreien Pegelmessreihen besteht. Für das Mittelmeer auf der Levanteseite finden sich zum Beispiel fast gar keine Hinterlegung. Ein bei Recherchen ständig festzustellendes „Phänomen“, denn solche schlechtn Datenlagen finden sich meistens bei „sehr stark vom Klimawandel“ betroffenen Gegenden (ein rein persönlicher Eindruck des Autors nach jahrelangen Pegelrecherchen).
Vom Mittelmeer würde man es allerdings am Wenigsten erwarten.

Tiden-Pegelverläufe in den Mittelmeerregionen

Zur Feststellung, wie schlimm die nahe an den Küsten liegenden Altertümer aktuell vom AGW-Klimawandel betroffen sind, anbei Tidenpegel-Verlaufsdaten, wie sie bei der NOAA im Viewer hinterlegt sind. Dazu wurden längere und noch nicht allzu lückenhafte und früh abbrechende Verläufe herausgesucht.

Östliches Mittelmeer

Bild 3 Pegelverlauf östliches Mittelmeer, Marseille. Pegeltrend: 1,3 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Bild 4 Pegelverlauf östliches Mittelmeer, Genua. Pegeltrend: 1,2 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Bild 5 Pegelverlauf östliches Mittelmeer, Malaga. Pegeltrend: 0,76 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Bild 6 Pegelverlauf Grenze östliches Mittelmeer, Malta, Marsalox. Pegeltrend: -0,1 mm/pa. Grafik vom Autor erstellt. Datenquelle: PSML-Datenbank

Fazit
Im östlichen Mittelmeer zeigen die Pegeldaten keinerlei durch einen AGW-Klimawandel zunehmende Pegelbedrohung auf. Ein möglicher Trend dazu ist ebenfalls nicht erkennbar.

Adria

Bild 7 Pegelverlauf Venedig. Pegeltrend: 2,43 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Bild 8 Pegelverlauf Rovinj. Pegeltrend: 0,83 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Bild 9 Pegelverlauf Bakar (bei Rijeka). Pegeltrend: 1,09 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Bild10 Pegelverlauf Split. Pegeltrend: 1,05 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Fazit
Auch in der Adria zeigen die Pegeldaten keinerlei durch einen AGW-Klimawandel zunehmende Pegelbedrohung. Ein möglicher Trend dazu ist ebenfalls nicht erkennbar.

Ionisches Meer und Raum Athen

Weiter geht die Sichtung entsprechender Pegelverläufe.

Bild 11 Raum Ionisches Meer und Athen. Quelle: NOAA Viewer

Bild 12 Pegelverlauf Preveza. Pegeltrend: 0,23 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Bild 13 Pegelverlauf Katakolon. Pegeltrend: 2,91 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Bild 14 Pegelverlauf Posidhonia. Pegeltrend: 0,94 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Bild 15 Pegelverlauf Piräus (Athen). Pegeltrend: -0,24 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Bild 16 Pegelverlauf Siros. Pegeltrend: -2,45 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Fazit
Auch in diesem Mittelmeerbereich zeigen die Pegeldaten keinerlei durch einen AGW-Klimawandel zunehmende Pegelbedrohung. Ein möglicher Trend dazu ist ebenfalls nicht erkennbar. Es gibt sogar mehrere Verläufe mit fallenden Pegelverläufen.

Kleinasiatische Küste

In der BR-Information ist als Bild zur Veranschaulichung der Klimawandel-Gefahr die Bibliothek von Ephesos gezeigt. Wie sieht die Gefährdung durch einen unaufhörlich, übernatürlich steigenden Pegel dort aus?

Bild 17 Kleinasiatische Küste, Raum Ephesos. Quelle: NOAA Viewer

Die (negativen) Pegelverläufe bei Athen und von Siros kamen im vorhergehenden Absatz. Nun die zwei verfügbaren Pegelverläufe aus dem Raum des anscheinend stark betroffenen Ephesos:


Bild 18 Pegelverlauf Leros. Pegeltrend: 1,42 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Bild 19 Pegelverlauf Kios. Pegeltrend: 3,79 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Fazit
Auch in diesem Mittelmeerbereich zeigen die Pegeldaten (bis auf den „Ausreißer“ – tektonisch bedingt? – Kios, keinerlei durch einen AGW-Klimawandel zunehmende Pegelbedrohung. Ein möglicher Trend dazu ist ebenfalls nicht erkennbar.

Was sich die BR-Redaktion beim Einsetzen des Bildes von Ephesos (Bild 1) in ihrer „Studieninformation“ gedacht hat, entzieht sich der Kenntnis des Autors. Am Einfachsten ist die Erklärung, dass damit reine Propaganda geschürt werden soll. Denn gerade Ephesos zeigt exemplarisch das Gegenteil der in der Studie vorhergesagten Bedrohung:
WIKIPEDIA: Ephesos
… In der Antike lag die Stadt direkt am Meer; durch Sedimentation sowie klimatische und seismische Veränderungen verschob sich die Küstenlinie im Laufe der Zeit nach Westen, so dass sich die Reste der Stadt heute mehrere Kilometer landeinwärts befinden …
Ephesos dürfte damit eine der am Sichersten gerade nicht durch den AGW-Klimawandel „untergehenden“ Antikstätten sein. Aber was kümmern solche Details Berichter*innen vom öffentlichen Propagandafunk.

Alexandria (Ägypten), die untergehende Stadt

Wer erinnert sich noch an die berüchtigte Seite der Regierungsberaterin für Klima und Energie, auf welcher eine abstruse Journalist*innenschar, die vorwiegend (eigentlich ausschließlich) nach ihrer Erfahrung in Agitation ausgesucht war, für die Beraterin und eine Vereinigung von „Gutmenschen“ zur Unterstützung der politisch gewünschten Meinung fast täglich jede auffindbare Klima-Apokalypse in die Welt posaunen durfte:
klimaretter-Info
19. Februar 2014: Das Nildelta versinkt im Meer
… Die Kornkammer Ägyptens, das Nildelta, beheimatet und ernährt 40 Millionen Menschen. Doch die über 200 Kilometer lange Seeseite des Deltas ist eine der weltweit am meisten bedrohten Küsten. Erosion, Salzwasser und der steigende Meeresspiegel könnten bald zu einer Ernährungskrise führen.
… Seit Jahren beobachtet der ägyptische Bauer, wie sich die See immer weiter auf seine zwei Hektar große Parzelle zubewegt. Nur noch 400 Meter trennen sein Kleefeld von der Mittelmeerküste. In weniger als zehn Jahren, da ist er sich sicher, wird sein Land verschwunden sein …
„Sollte der Meeresspiegel bis Ende des 21. Jahrhunderts um einen Meter steigen, wären 8.033 Quadratkilometer landunter. Das entspricht etwa einem Drittel des gesamten Nildeltas“, fügt Ouda hinzu …
… Doch andere Stimmen wenden ein, dass die westlichen Industriestaaten als Hauptverursacher des Klimawandels mit der Finanzierung des Projekts eine Art Wiedergutmachung leisten könnten.

Eine schlimme, geradezu herzzerreißende, Geschichte, welche hier erzählt wurde. Und dazu noch ein unbestechlicher Augenzeuge des Dramas. Nur, stimmt diese Geschichte wirklich?

Anbei der Pegelverlauf dieser Gegend:

Bild 20 Pegelverlauf Alexandria. Pegelanstieg 1,76 mm/pa. Quelle: NOAA Viewer

Dieser (natürliche) Pegelverlauf bestätigt wieder, dass ganz Anderes Ursache der von dem Bauern geschilderten Probleme sein wird. Für diese Probleme bezahlt der reiche Westen aber nicht wie gewünscht Wiedergutmachungsleistungen:
kaltesonne:
[7] Flussdeltas in Gefahr
… Angeführt werden mehrere gefährdete Deltas im Mittelmeer. Ein Großteil der Probleme rührt jedoch nicht vom Meeresspiegelanstieg her, sondern von der Senkung der Deltagebiete. Zum einen ist dies ein ganz natürlicher Prozess, der sich aus der zunehmenden Verdichtung („Kompaktierung“) der Deltaablagerungen im Laufe der Zeit ableitet. Becker & Sultan haben 2009 in einem Beitrag im Fachmagazin The Holocene die Senkungsraten im Nildelta auskartiert. Dabei fanden sie Subsidenzbeträge von bis zu 8 Millimeter pro Jahr, Beträge die den globalen Meeresspiegelanstieg um bis das Vierfache übersteigen … Zum anderen wird gerade in ariden Bereichen wie dem Nildelta exzessiv Grundwasser abgepumpt, was das Land ebenfalls absinken lässt
… Während in der Vergangenheit die vom Nil herantransportierten Sande und Tone das durch die Senkungsbewegung verlorene Sedimentvolumen meist ausgleichen konnten, ist dies nach dem Bau des Assuan-Staudamms nun nicht mehr möglich. Die im Delta abgelagerten Sedimentmengen sind seitdem stark zurückgegangen. Wellen und Strömungen nagen am Delta und drängen es zurück.
… Natürliche Senkung durch Sedimentkompaktion, exzessive Grundwassernutzung und durch Staudämme zurückgehaltene Sedimentmengen sind
die wahren Probleme im Nildelta, nicht so sehr der globale Meeresspiegelanstieg. Und wie sieht es außerhalb der Deltas aus? Weite Teile des Mittelmeers bestehen aus Felsküsten, denen ein moderater Meeresspiegelanstieg von 20 cm pro Jahrhundert wenig ausmachen sollte.

Diese auf die Homepage einer Klima-Regierungsberaterin gestellte Geschichte erinnert an das inzwischen gängige Vorgehen bei der Vermittlung des „schlimmen“ Klimawandels. Man lässt beliebige Personen herzzerreißende Geschichten erzählen und „vergisst“ dazu Fakten zu bringen. Denn nur so lässt sich eine Bedrohung durch von Westen emittiertes CO2 fabulieren. Ein extremes – oder besser: typisches – Beispiel solcher Agitationsdarstellungen brachte die Volkshochschule Hannover als Ausstellung:
EIKE 10.05.2017: Die Volkshochschule Hannover und ihre Ausstellung: Wir alle sind Zeugen – Menschen im Klimawandel

Zusammenfassung der aktuellen Klimawandel-Pegelbedrohung im Mittelmeer

Der Autor kann zumindest anhand der aktuellen (allerdings desaströs schlechten) Pegeldaten rund um das Mittelmeer keine – wie in der Studie berichtete -, aktuelle Bedrohung erkennen, und auch keinen Trend dazu. Dabei zeigen die PSML und NOAA-Daten (im Kern ist es ein gemeinsamer Datensatz) die wirklichen Pegel, also keine um vertikale Bewegungseffekte bereinigte Daten. Deshalb sind es genau die Pegel, welcher aktuell die „bedrohten Bauwerke“ treffen würden.

Wie die Verfasser*innen der Studie auf ihre Aussage [1] „ … sind heute bereits 37 von einer Jahrhundertsturmflut bedroht … „ gekommen sind und dies dazu noch einem AGW-Klimawandel zuweisen, ist dem Autor ein Rätsel.

Im zweiten Teil geht es um die weiteren Inhalte der Studie und die Probleme, welche im Adriaraum seit dem Altertum (eigentlich, seitdem die afrikanische Platte an die europäische stößt und die Alpen hochstemmt) an den Küsten durch gewaltige, tektonische Bewegungen bestehen – von der Studie aber vollkommen ignoriert wurden.

Quellen

[1] BR Info 17.10.2018: Weltkulturerbestätten durch Klimawandel bedroht

[2] EIKE 07.08.2017: Meerespegelanstieg: Europa kann nicht alle (vor Klimawandel-Desinformation) schützen T1 (2)

“Climate change endangers dozens of World Heritage sites” – Leaning Tower of Pizza Edition

[3] WUWT, October 20, 2018: “Climate change endangers dozens of World Heritage sites” – Leaning Tower of Pizza Edition

[4] Nature Studie: Mediterranean UNESCO World Heritage at risk from coastal fl ooding and erosion due to sea-level rise

[5] Universität Kiel, Pressemeldung 16.10.2018: Weltkulturerbe durch Anstieg des Meeresspiegels bedroht

[6] EIKE 21.02.2018: Und plötzlich wird die Zukunft glücklicher

[7] kaltesonne 9. Dezember 2014: Kürzliches Projekttreffen bei der UNO in Genf: Antiklimatische Schutzwälle für 1 Billion Euro sollen Mittelmeer und Rotes Meer von den Weltozeanen abriegeln

[8] Bulletin of the Geological Society of Greece vol. XLII/II-2008 BAIKA, K.: Archaeological indicators of relative sea-level changes in the Attico-Cycladic massif: preliminary results

[9] Marinella Masina1 and Alberto Lamberti, JOURNAL OF GEOPHYSICAL RESEARCH: OCEANS, VOL. 118, 3999–4016, 3 September 2013: A nonstationary analysis for the Northern Adriatic extreme sea levels

[10] SPIEGEL ONLINE 30.05.2012: Vorboten des Untergangs

[11] J. R. Houston and R. G. Dean, February 23, 201: Sea-Level Acceleration Based on U.S. Tide Gauges and Extensions of Previous Global-Gauge Analyses

[12] Università degli Studi di Napoli Parthenope, Pietro P.C. Aucelli at al.: FIRST RESULTS ON THE COASTAL CHANGES RELATED TO LOCAL SEA LEVEL VARIATIONS ALONG THE PUTEOLI SECTOR (CAMPI FLEGREI, ITALY) DURING THE HISTORICAL TIMES




Ein von Energie befreiter Lebensstil: zu wenig Nahrung, kein sauberes Wasser, kein Strom, kein Zugang zu Gesundheits­vorsorge usw.

Kohlenstoff“ – was auch immer

Natürlich ist mit diesem Unsinn von „Kohlenstoff“-Speicherung in Wirklichkeit immer „Kohlendioxid“ gemeint und nicht der elementare Kohlenstoff wie in Kohle oder Diamanten, auch nicht Kohlenstoff enthaltende Treibstoffe. Für alle Leser ohne Chemie-Hintergrundwissen sei erwähnt, dass dieser Unterschied gleichbedeutend ist mit den Unterschieden zwischen „Tag und Nacht“ oder „Himmel und Hölle“. Um hierauf nicht lange herumzureiten, wollen wir einmal so tun, als seien „Kohlendioxid“ und „Kohlenstoff“ Synonyme.

Im Collins Dictionary heißt es: „CCS ist eine Technologie, um zu verhindern, dass große Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt werden. Dabei trennt man Kohlendioxid von den anderen Emissionen und leitet es in geologische Formationen ein. CCS meint das Einfangen und Speichern von Kohlendioxid aus Emissionen, um es nicht in die Atmosphäre gelangen zu lassen“.

Um zu unterstreichen, was gemeint ist: die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hat jüngst ihre Entscheidung bekannt gegeben, den Nobelpreis für Wirtschaft 2018 an William Nordhaus und Paul Romer zu verleihen für ihre Arbeit, die „half, fundamentale Fragen zu beantworten, wie man langfristiges, nachhaltiges Wachstum erhalten und das menschliche Wohlergehen fördern könnte“.

Sowohl Nordhaus als auch Rohmer sind eifrige Verfechter davon, „Kohlenstoff mit einem Preis zu belegen“, also mit einer neuartigen Steuer für alle Verbraucher irgendwelcher Kohlenstoff enthaltender Materialien. Auf der Website Carbon-Price.com heißt es: Nordhaus zufolge „ist Klimawandel eine spezielle Art ökonomischer Aktivität, welche bekannt ist als globale öffentliche Güter“. Um das Problem zu lösen, „sollten zumindest alle Länder vereinbaren, Kohlenstoff und andere Treibhausgas-Emissionen mit einer Strafsteuer zu belegen in Höhe eines vereinbarten Mindestpreises“.

Des Weiteren behauptet Nordhaus: „Dieser Schattenpreis sollte tatsächlich die Kosten repräsentieren, welche das Freisetzen von Kohlendioxid in die Atmosphäre ausmachen. Und damit wird Klimawandel plötzlich zu einem Problem, dem man mit den Mitteln der Ökonomie begegnen kann“.

Meiner Ansicht nach ist diese Behauptung hinsichtlich der „Kosten“ nichts weiter als das Befürworten eines Lebensstils ohne Energie für die Mehrheit der Menschheit, begleitet von fortgesetztem Nahrungsmangel, ohne sauberes Wasser, ohne Energie, ohne Gesundheitsvorsorge usw.

Warum dieser Krieg gegen Kohlenstoff?

Der Gedanke hinter CCS setzt voraus, dass dieses unsichtbare Spurengas, Kohlendioxid genannt, chemische Formel CO2, gegenwärtig zu 0,04% in der Luft enthalten, die ganze Welt rösten wird, falls dessen Zunahme nicht angehalten wird. Tatsächlich rufen die wirklich „weisen Männer“ (und genauso „weise Frauen“) nicht nur nach einem Stopp jedweden Verbrennens von Treibstoffen auf Kohlenstoffbasis (wie Erdgas, Kohle, Öl oder Dung). Stattdessen rufen sie tatsächlich nach der Anwendung von Technologien, um dieses „teuflische“ Gas aus der Atmosphäre zu entfernen – koste es, was es wolle.

Zum Beispiel haben verschiedene kanadische Regierungs-Institutionen derartige „Rettet-die-Welt“-Enthusiasten angefeuert, mit vermutlich großzügigen finanziellen Zuwendungen Pläne zu entwickeln, welche „kostenlose“ oder „freie Energie“ oder andere erderschütternde Vorteile versprechen. Zum Beispiel wird auf der Website Carbon Engineering behauptet: „Direct Air Capture (DAC) ist eine Technologie, welche atmosphärische Luft bearbeitet, das CO2 daraus entfernt und es reinigt. Die DAC-Technologie bewirkt dies in einem geschlossenen Kreislauf, in welchen einzig Wasser und Energie eingehen und ein Strom sauberen, komprimierten CO2 herauskommt“.

Ja wirklich, all die Technologien sind vorhanden, um all das zu bewerkstelligen; es gibt absolut kein technologisches Problem damit. Allerdings gibt es einen (nicht so geringen) Vorbehalt.

Der Vorbehalt

Jener Vorbehalt: Man braucht (viel) mehr Energie, um das zu bewirken, als man mit unserem Verbrennen von Kohlenstoff-Treibstoffen erzeugen kann. Nach einer groben (eher am unteren Ende liegenden) Schätzung denke ich, dass der Energiebedarf für das gesamte Einfang-und-Speicher-System drei bis fünf mal so hoch wäre wie die Energiemenge, welche man direkt aus dem Treibstoff auf Kohlenstoffbasis erzeugen könnte. Das ist also eindeutig nicht gerade eine vernünftige Art (jedweden Typ von) Energie zu verbrauchen. Vielmehr ist das genaue Gegenteil der Fall, nämlich eine phantastische Verschwendung derselben.

Natürlich muss man nicht einmal mehr die Grundlagen von Wissenschaften wie Chemie, Mathematik und Physik zu verstehen, um heutzutage ein hochrangiger Politiker zu werden. Vielleicht ist dieser Umstand sogar eine (ungeschriebene) Voraussetzung für einen Kabinettsposten? Man kann eigentlich nur auf diese Gedanken kommen, wenn man einige Repräsentanten der Regierung (und viele Andere) so reden hört.

Allerdings denke ich, dass das antike Rechtsprinzip „Im Zweifel für den Angeklagten“ ein altehrwürdiger Weg ist, die Gesellschaft mit einem Anker der Gerechtigkeit zu versehen. Schließlich hat sich dieses Prinzip in der westlichen Welt seit Jahrtausenden bewährt, nämlich seit der Zeit von Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.). Jetzt aber zurück zu CCS und dem CCS-Syndrom.

CCS = Energieverschwendung

Folgt man dem CCS-Gedanken (nach der Collins-Definition), wäre dies eine gigantische Verschwendung von Ressourcen und Mühen, was – selbst bei weit verbreiteter Anwendung – keinerlei Unterschied bzgl. „Klimawandel“ ausmachen würde. Wenn es überhaupt etwas bewirken würde, dann dass viele der ärmeren Länder der Welt noch weniger Energie zur Verfügung hätten.

Was die ärmeren Nationen auf dieser Welt wirklich brauchen, ist nicht weniger, sondern mehr zuverlässige und bezahlbare Energie. Anstatt (mit fossilen Treibstoffen erzeugte) Energie für idiotische „Rettet-das-Klima“-Programme zu verschwenden, sollte man diesen Ländern Energie in Form von Kohle, Öl oder Erdgas spenden.

Dr. Kaiser is author of CONVENIENT MYTHS, the green revolution – perceptions, politics, and facts convenientmyths.com

Link: https://www.iceagenow.info/an-energy-deprived-lifestyle-with-a-lack-of-food-clean-water-energy-access-to-health-services-etc/




Noch mehr unange­brachte Empörung der Umwelt­aktivisten

Eine Schreiberin in der Washington Post regte sich darüber auf, dass „Grausamkeit ohne Konsequenzen“ im „Mittelpunkt der Trump-Ära“ steht. Sie schrieb, dass das neue Gesetz „die Schwachen schädigt … aber auch die Starken, welche bei der Ausübung von Grausamkeit weniger menschlich werden“.

Um es eindeutig zu machen, für diese Advokaten waren die „guten, alten Tage“ unter einer spezifischen Vorschrift die Tage vom 10. Januar bis 6. Februar 2017. So lange war ein Obama-Gesetz aus dem Justizministerium in Kraft: 27 Tage.

Präsident Obamas Generalanwalt im Innenministerium hatte etwas geschrieben mit der Bezeichnung „Opinion M-37041“. Damit wurde radikal die Art und Weise geändert, mit der Bundesbeamte das Zugvögel-Gesetz in Kraft setzten. Gerade mal zehn Tage vor dem Ende der Amtszeit von Präsident Obama in Kraft gesetzt, wurde es nach weniger als einem Monat wieder einkassiert – noch vor der Prüfung seitens der neuen Trump-Regierung.

Jene Prüfung, die Anfang dieses Jahres abgeschlossen worden ist, kam zu dem Ergebnis, dass Opinion M-37041 nicht gesetzeskonform war.

Die Meinung benötigte eine Prüfung, weil M-37041 davon ausging, dass das Töten aller Zugvögel an jedem Ort zu jeder Zeit illegal war und Bußgelder oder sogar Gefängnis nach sich ziehen konnte. Es spielte keine Rolle mehr, ob die Vögel zufällig oder absichtlich getötet worden waren, durch Fahrlässigkeit oder Schuldlosigkeit. Es spielte keine Rolle mehr, ob die Vögel unvermeidlich auf Grund von durch und durch legalen Aktivitäten zu Tode kamen, oder ob sie durch ihre eigenen Schwächen der Navigation getötet wurden, indem sie in von Menschen gebaute Strukturen flogen. Unternehmen, welche diese Strukturen errichteten, konnten sowieso bestraft werden.

Es war niemals beabsichtigt, das Gesetz auf diese Weise anzuwenden. Aber jene Interpretation hatte eine klare Botschaft für Umweltaktivisten, welche im Innenministerium von Obama dominierten. Zugvögel konnten als Waffe benutzt werden bei ihrem fortgesetzten Kampf gegen den Abbau von Kohle und Metallen, gegen Öl- und Gas-Erkundungen nebst deren Herstellung, gegen die Stromerzeugung mittels fossiler Kraftstoffe und sogar gegen Landwirtschaft und andere verachtete Industriefelder. Inzwischen konnten Funktionäre ihren mächtigen Freunden in den Wind- und Solarindustrien Ausnahmeregelungen gewähren.

Folglich konnten die Administratoren alle Industrien, die sie nicht mochten, mit bis zu 15.000 Dollar pro Vogel bestrafen – aber darüber hinwegsehen, wenn Windgeneratoren Adler zerschmetterten oder Solarpaneele in der Mohave-Wüste Vögel mitten in der Luft rösteten.

90% aller Klagen richteten sich gegen Ölunternehmen

Tatsächlich war es der Audubon Society zufolge so, dass 90% aller Klagen unter dem Zugvogel-Gesetz gegen Ölunternehmen vorgebracht wurden, obwohl niemand jemals behauptet hatte, dass diese auch nur ansatzweise für fast 90% aller Todesfälle bei Vögeln verantwortlich waren. Tatsächlich fand eine 45 Tage lange und Millionen Dollar kostende Hubschrauber-Suche des Fish & Wildlife Service nach toten Vögeln auf Ölfeldern in North Dakota nur 28 Stockenten, Fliegenschnäpper und andere allgemeine Vögel, welche unvermeidlich zu Tode kamen, als sie in nicht abgedeckten Abraumhalden der Ölfelder landeten.

Ironischerweise bebilderte die Post ihre Kolumne „sky is falling“ mit einem Photo von Gerald Herbert (AP) eines ölverschmutzten Vogels – aber sein Photo war während der Obama-Ära entstanden. Per definitionem hatte das Bild also nichts zu tun mit dem Widerruf von M-37041 durch die jetzige Regierung.

Im Gegenteil, Studien von Wildnis-Biologen hatten herausgefunden, dass US-Windturbinen Hunderttausende – einige Experten sprechen sogar von Millionen – Greifvögel und andere Vögel töten, zusammen mit zahllosen Fledermäusen – jedes Jahr. Viele dieser Geschöpfe sind bedroht oder gefährdet durch die Windturbinen. Und kaum ein Umweltaktivist hat sich jemals diesbezüglich besorgt geäußert.

Hört auf, zufällige Todesfälle zu kriminalisieren!

Alles, was die jetzige Regierung getan hat, war die Annullierung von Opinion M-37041 und die Rückkehr zur ursprünglichen Interpretation. Damit konnte man den gesunden Menschenverstand walten lassen bei der Bestimmung, ob Fahrlässigkeit zu vermeidbaren Todesfällen bei Vögeln geführt haben könnte. Der Gesetzestext selbst verbietet „Verfolgung, Jagd, Einfangen, Töten oder Versuche darob“ – gemeint waren Maßnahmen, deren Zweck es war, Zugvögel zu fangen oder zu töten, ihre Nester und ihre Gelege. Es kriminalisiert nicht versehentliche Todesfälle bei der Durchführung legaler und produktiver Aktivitäten.

Der Aufschrei einiger Öko-Aktivisten schießt weit über das Ziel hinaus. Sie jammern, dass die „neue“ Gesetzgebung (welche einfach nur die ursprüngliche Fassung wiederherstellte) zu einer mutwilligen Zerstörung wild lebender Tiere führen wird. „So viel mehr Vögel werden jetzt sterben“, unterstellten die Schreiberlinge bei der Post. Beamte kümmern sich einfach nicht mehr um die Zerstörung unserer gefiederten Freunde.

Dieser verdrehten Darstellung zufolge wären Woodrow Wilson Vögel egal gewesen, seit er das Zugvogel-Schutzgesetz im Jahre 1918 in Kraft gesetzt hatte. Franklin Rossevelt kümmerten die Vögel nicht, ebensowenig wie Ike, Kennedy oder sogar Nixon, welcher mit seiner Unterschrift das Gesetz bzgl. Gefährdung von Spezies [Endangered Species Law] in Kraft setzte. Auch Jimmy Carter waren die Vögel egal, ebenso wie Bill Clinton und Al Gore.. Keiner von ihnen führte Opinion M-37041 als Argumentation für das Gesetz an.

Es war ein selektiver Vollzug der Obama-Regierung, welches zu den widersprüchlichen Anwendungen des Gesetzes führte. Alle Regierungen zuvor verstanden den Unterschied zwischen versehentlich sterbenden Vögeln einerseits und deren absichtliche Tötung andererseits.

Ist jede Katze oder jeder Hausbesitzer ein Krimineller?

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Vögel zu jeder Zeit zufällig sterben. Tatsächlich hat eine Studie an Albatrossen im Pazifik gezeigt, dass die Lebensdauer vieler Vögel tatsächlich unbekannt ist, weil sie fast immer aus unnatürlichen Gründen sterben. Einer Analyse zufolge sterben in den USA bis zu sechs Milliarden Vögel jedes Jahr, weil sie gegen Hindernisse fliegen – Häuser, Bürogebäude, Überlandleitungen und andere Strukturen. Oder sie werden getötet durch Tiere, vor allem Katzen. Macht dies jede Katze oder jeden Hausbesitzer kriminell?

Bei der Beurteilung der Unmenschlichkeit unserer Gesellschaft mittels der Art und Weise, mit der wir mit Vögeln umgehen, wies der Kolumnist der Washington Post herablassend darauf hin, dass „Menschen ein Teil der natürlichen Welt sind und nicht darüber stehen“. Tatsächlich!

Tägliche menschliche Aktivitäten beeinflussen unsere Umwelt auf vielfältigste Weise, manchmal zum Besseren, gelegentlich zum Schlechteren. Das heißt aber nicht, dass jedes Mal, wenn ein Vogel stirbt, jemand bestraft werden muss.

Rückkehr von ein wenig gesundem Menschenverstand in unsere Gesetze

Die Meisten von uns verabscheuen absichtliche Misshandlungen von Tieren. Darum ist das ein Verbrechen, aber Unfälle sind es nicht. Es ist schön zu erleben, dass unsere Regierung jetzt ein wenig mehr gesunden Menschenverstand bzgl. unserer Gesetze und Vorschriften walten lässt. Auch das sollte kein Verbrechen sein.

Greg Walcher (www.GregWalcher.com) is president of the Natural Resources Group, author of Smoking Them Out: The Theft of the Environment and How to Take it Back, and a former head of the Colorado Department of Natural Resources.

Link: https://www.iceagenow.info/more-misplaced-environmentalist-outrage/

Übersetzt von Chris Frey EIKE