Die Bedrohung für die Umwelt, welche die grüne Lobby zu ignorieren versucht

Während der letzten Wochen haben Campaigner und Wissenschaftler gleichermaßen ihre Aufmerksamkeit der Frage zugewandt, wie man Land verbrauchen kann, um gegen die globale Erwärmung vorzugehen. Ihr Interesse wurde geweckt durch den Sonderbericht des IPCC darüber, wie man den Anstieg der globalen Temperatur unter 1,5°C halten könnte. Eine Idee des Gremiums war es, für eine massive Ausweitung von Wäldern zu sorgen, damit überschüssiges Kohlendioxid zu Holz umgewandelt werden kann. Dieses Holz könnte dann für die Stromerzeugung verbrannt werden, wobei die wieder frei werdenden Kohlendioxid-Emissionen tief im Untergrund abgeschieden werden könnten. Alternativ könnte man das ganze Holz auch für Bauzwecke verwenden. Dies würde der Theorie zufolge den Kohlenstoff verschließen. Der IPCC-Studie folgte ein Doppel-Report des Klimawandel-Komitees [committee on climate change (CCC)] auf dem Fuße, also von den Beratern der Regierung bzgl. Klimapolitik. In einem dieser Berichte ging es um das Thema Biotreibstoffe, im anderen um Landverbrauch. Genau wie das IPCC sieht auch das CCC eine massive Ausweitung von Wäldern und Energie-Ernten als den richtigen Weg an.

Aber es gibt ein Problem hinsichtlich all dieser Gedanken. Sollten sie nämlich umgesetzt werden, würden sie der Natur erheblichen Schaden zufügen. Die Aufforstung für die Kohlenstoff-Speicherung würde notwendigerweise das regelmäßige Roden natürlicher Wälder und deren Ersatz durch die am schnellsten wachsenden Spezies erfordern; es ist ziemlich klar, dass nur wenige Hölzer verschont bleiben würden. Das CCC spricht indirekt von all den Waldgebieten in England, welche nicht „aktiv bewirtschaftet“ werden, und scheint der Ansicht zu sein, dass man diese für Gaia opfern kann. Man vergesse also schöne, gestandene Eichen im Sherwood Forest und beginne, an Monokulturen mit Douglas-Fichten und Trauerweiden zu denken.

Man sollte sich nun aber auch daran erinnern, dass ebenso wie der Wunsch, ein Viertel der Landfläche von UK für den Anbau von Biotreibstoffen zu nutzen, sich das CCC auch für mehr Windturbinen stark macht. Offenbar hat man dort versucht, diese unbequeme Tatsache in den Berichten zu verschleiern, indem große Windparks und städtische Gebiete einfach in die Kategorie „besiedelte Gebiete“ gesteckt werden. Aber es besteht die Sorge, dass bis zu 10.000 km² Land – das ist eine doppelt so große Fläche wie der Cairngorms National Park – potentiell als Teil einer größeren Ausdehnung von Wind-Industrialisierung ausgewiesen werden könnte.

Man kann gut und gerne sagen, dass all dies auf eine ökologische Katastrophe hinausläuft, die da in der Planung ist. Und trotzdem gab es dazu noch nicht einen Piepser seitens der Umweltaktivisten. Das ist eigenartig. Obwohl vor zehn Jahren einige Grüne ganz wild nach Biotreibstoffen waren, haben sie ziemlich schnell erkannt, dass Energie-Ernten insgesamt nicht das sind, was sie sein sollten. (Friends of the Earth schrieben an den damaligen Kanzler Gordon Brown und forderten, dass Ölunternehmen verpflichtet werden sollen, Biotreibstoffe dem Petroleum beizumischen). Daher könnte man eine Reaktion irgendeiner Art darauf erwartet haben, dass fast ein Viertel der Landfläche von UK dem Anbau von Biotreibstoff gewidmet sein soll und dass eine weitere große Landfläche Wind-industrialisiert werden soll. Es ist nicht so, dass sie das nicht mitbekommen haben – Caroline Lucas von den Grünen und Craig Bennett von Friends of the Earth bewerteten beide den IPCC-Report positiv. Bennett sagte sogar, dass er zeige, dass „massive zusätzliche Maßnahmen während der nächsten 12 Jahre erforderlich seien, um den Klimawandel auf 1,5°C zu begrenzen“.

Das Problem dabei: Sobald man nach Lösungen für das vermeintliche Problem Klimawandel sucht, wird sehr schnell offenbar, dass die Heilungs-Maßnahmen sehr, sehr viel schlimmer sind als die Krankheit. Nichtsdestotrotz muss die grüne Lobby weiterhin Gelder locker machen, um im Geschäft zu bleiben. Gerede über „massive zusätzliche Maßnahmen“ kann daher ein guter Weg sein, das Geld am Fließen zu halten, so lange wie man nicht weiß, um welche Maßnahmen genau es geht. Man erwarte, dass die Grünen weiterhin schweigen werden.

Andrew Montford is deputy director at the Global Warming Policy Forum

Link: https://blogs.spectator.co.uk/2018/11/the-threat-to-the-environment-that-the-green-lobby-tries-to-ignore

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Kalifornische Busch­feuer. Neil Young (Popsänger) rechnet mit Trump ab. Alternativ: Wie viel (Un-)Wissen haben Klimasach­verständige

Wenn die Ursache klar ist …

Darf man selbstverständlich die Verursacher anklagen. So wie inzwischen weltweit Staaten von NGOs wegen mangelndem Klimaschutz angeklagt werden:
EIKE 24.05.2018: Das „natürliche“ Wetter einzuklagen, wird weltweit immer beliebter,
ist es nicht verwunderlich, dass wirklich Betroffenen es ebenfalls machen:
MSN 12.11.2018: Neil Young hat durch das Feuer-Drama in Kalifornien sein Haus verloren. Nun ging er in einem offenen Brief hart mit US-Präsident Donald Trump ins Gericht.
Neil Young (73, „Heart of Gold“) und seine Frau Daryl Hannah (57) sind Teil der Promis, die durch die verheerenden Brände in Kalifornien ihr Haus in Malibu verloren haben. Dass US-Präsident Donald Trump (72) den kalifornischen Bundesstaat für die Katastrophe verantwortlich macht, stimmt den Sänger wütend. In einem langen Statement auf seiner Webseite „Neil Young Archives“ rechnete er nun mit Trump ab.
Dieser hatte zuvor folgende Aussage getwittert: „Es gibt keinen anderen Grund für diese massiven, tödlichen und kostspieligen Waldbrände in Kalifornien außer den, dass die Wälder schlecht verwaltet werden. Jedes Jahr werden Milliarden von Dollar ausgegeben, während so viele Menschenleben verloren gehen, nur wegen des groben Missmanagements der Wälder. Abhilfe jetzt, oder keine Zahlungen des Bundes mehr!“.
In seinem fast Essay-artigen Schreiben, aus dem unter anderem „Variety“ zitiert, geigte Young dem US-Präsidenten gehörig seine Meinung. „Kalifornien ist verletzlich – nicht wegen schlechtem Forstmanagement, wie DT (unser sogenannter Präsident) uns denken lässt. […] Wir sind aufgrund des Klimawandels verwundbar. Die extremen Wetterereignisse und die ausgedehnte Trockenheit sind Teil davon.
„Es ist Zeit für eine Abrechnung“

Wie so oft beim sich ständig ändernden Klima, gibt es für dessen Veränderungen lebende Augenzeugen. Wenn diese aktuelle Veränderungen „bisher noch nie gesehen haben“, gilt es inzwischen als Beleg, dass als Verursacher nur der menschengemachte Klimawandel in Frage kommt [2].
Beim Stern lässt sich dazu Ergänzendes nachlesen: [1]Er (Neil Young) habe in den letzten Tagen von zahlreichen Feuerwehrleuten gehört, dass sie so etwas noch nie gesehen hätten. Und er habe schon einmal ein Haus in Kalifornien an ein Feuer verloren. Young richtete einen Appell an seine Mitmenschen: „Hoffentlich können wir als Volk zusammenkommen, um den Klimawandel in Angriff zu nehmen. Wir haben die Werkzeuge und könnten es schaffen, wenn wir es versuchen würden. Es gibt dabei keinen Nachteil.“
Seinen offenen Brief beendete er mit den Worten: „Stellen Sie sich einen Anführer vor, der sich der Wissenschaft widersetzt und sagt, dass diese Lösungen kein Teil seiner Entscheidungen in unserem Namen sind. Stellen Sie sich einen Anführer vor, der sich mehr für seinen eigenen, bequemen Vorteil interessiert, als für die Menschen, die er anführt. Stellen Sie sich einen unpassenden Anführer vor. Und nun stellen sie sich einen passenden vor. Sehen Sie sich um.“

Noch nie hatten Fachpersonen so etwas gesehen …

So berichtet Neil Young von den befragten Feuerwehrleuten. „Unser“ PIK konnte da selbstverständlich nicht zurückstehen. Dort gibt es eine Waldbrandexpertin und diese wusste zu berichten:
Lokalausgabe der nordbayerischen Nachrichten vom 17. November 2018 (basierend auf einen dpa-Artikel):
[5] … Waldbrandexpertin Kirsten Thonikcke vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
Interviewer*in:[5] Wird das Risiko für schwere Waldbrände in Zukunft zunehmen?
Nach Expertenmeinung ja. Bei einem ungebremsten Klimwandel sei das unvermeidbar, sagt Thonicke … das sei eine völlig neue Herausforderun für Feuerwehrleute, Politiker und Bürger…
Und auch der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, kennt die Ursachen: [5] … (Jerry Brown) warnt, der fortschreitende Klimawandel werde die Lage in dem dürregeplagten Staat verschärfen. „Dies ist nicht die Normalität, es ist die neue Abnormalität“, resümierte Brown kürzlich …
Dazu ergänzt laut Zitierung: [6]Unser ebenso charmanter wie inkompetenter Gouverneur [von Kalifornien] Jerry „Moonbeam“ Brown hat verkündet, dass alle Klimawandel-Leugner definitiv beitragen zu den Waldbränden in den nördlichen und südlichen Gebieten des Staates, ebenso wie weitere Brände in den kommenden Jahren … Prophezeiungen einiger Wissenschaftler zufolge ist es bereits ein Grad wärmer geworden; ich denke, dass wir ein weiteres halbes Grad erwarten können während der nächsten 10 bis 12 Jahre, was katastrophal ist. Wir haben es also hier mit einer echten Herausforderung zu tun, die unsere gesamte Lebensart bedroht“.
Selbstverständlich wurden weitere Experten befragt:
[5] … Der kalifornische Feuerexperte Kurt Henke … verweist auf die 129 Millionen abgestorbener Bäume in kalifornschen Wäldern als Folge extremer Trockenheit und Borkenkäferbefall. „Sie wirken wie Streichhölzer“ …Früher gab es alle sechs bis acht Jahre ein verheerendes Feuer, jetzt haben wir zwei bis vier Megabrände pro Jahr …

Weil sie damals einfach noch nicht gelebt haben

Wer sich allerdings an überlieferte, schlimmste historische Ereignisse erinnert:
[10]The Peshtigo, Wisconsin fire of 1871 blackened 1.5 million acres and caused the deaths of 1,500 to 2,500 people. Fires threatened recently formed Yellowstone National Park in 1886, and the army was called in to fight it …
Fragt sich: Was wäre passiert, wenn die Feuerwehrleute schon länger, vielleicht sogar seit historischen Zeiten ihren Job ausführen würden?

Auf WUWT kann man es nachlesen:
WUWT December 3, 2017: [3] Wildfires: Separating Demagoguery from the Science
und im folgenden Bild sehen, zu welchen Zeiten in dieser Gegend Buschfeuer besonders wüteten.

Bild 1 [3] Figure from Swetnam (1999) Historical Fire Regime Patterns in the Southwestern United States…

…und da davon der ganze Südwesten betroffen ist, eine Darstellung beim Yosemite Nationalpark:
WUWT December 14, 2017: [4] Is climate change REALLY the culprit causing California’s wildfires?

Bild 2 [4] Wildfires in Yosemite National Park: 1600-2000.

Daran ist erkennbar, dass diese Gegend wohl schon seit längerer Zeit durch Feuer heimgesucht wird und kann die von Neil Young als „Beleg“ zitierte Aussagen der Feuerwehrmänner „so etwas haben wir noch nie gesehen“ beginnen einzuordnen.
Bleibt die Aussage des befragten Feuerexperten. Anhand von Daten des USA National Interagency Coordination Center Wildland Fire im Bild 2 würde man sagen, dass diese wohl nicht ganz stimmen können.

Bild 3 Anzahl Wildfeuer in den USA 1996 … 2015. Quelle: USA National Interagency Coordination Center Wildland Fire Summary and Statistics Annual Report 2015

Er spricht allerdings von „verheerenden Bränden“. Vielleicht ergibt sich ein anderes Bild, wenn nicht die Anzahl, sondern die Brandfläche betrachtet wird. Und Bild 4, welches ca. einen 30jahre „Klimazeitraum“ umfasst, gibt ihm recht.

Bild 4 [4] US Wald-Brände nach Brandfläche 1984 … 2017

Allerdings nur, so lange man lediglich diesen Ausschnitt betrachtet (was in vielen Darstellungen gemacht wird) und nicht den vollständigen Verlauf, den Bild 4 zeigt. Es zeigt exemplarisch die Gefährlichkeit und leicht zu vollkommen falschen Schlüssen führenden Aussagen von „Erlebnisberichten“ bei Wetter/Klima-Ereignissen:
Nach einer Stagnation seit 1957 bis 1998 steigen die Brandflächen seit dem Jahr 2000 an, liegen hinter denen einer Generation zuvor aber immer noch meilenweit zurück.

Bild 5 [4] US Wald-Brände nach Brandfläche 1926 … 2017

Weil die Temperatur so extrem zugenommen hat

Zwei „Sachverständige“, die Fachfrau für Feuer vom PIK und der Kalifornische Gouverneur, waren dank ihrem Wissen in der Lage, gnadenlos die Hauptursache des Feuerproblems zu benennen: Die stetig und alarmistisch steigende Temperatur.
Der Gouverneur nannte sogar konkrete – und ganz schlimme, aufrüttelnde – Zahlen: [6]Brown hat verkündet … Prophezeiungen einiger Wissenschaftler zufolge ist es bereits ein Grad wärmer geworden; ich denke, dass wir ein weiteres halbes Grad erwarten können während der nächsten 10 bis 12 Jahre, was katastrophal ist. Wir haben es also hier mit einer echten Herausforderung zu tun, die unsere gesamte Lebensart bedroht“. .
Doch wie sehen die Daten dazu aus? Was haben neben den Fachpersonen Privatpersonen herausgefunden? WUWT zeigt es:
EIKE 15. November 2018: [6] Waldbrände in Kalifornien
Das folgende Bild zeigt die dortige Temperaturkurve: Von ca. 1900 bis zum Jahr 2020 (Regressionsgerade) stieg die Temperatur um ca. +0,3 °C, also um 0,025 °C/Jahrzehnt (Anmerkung: im Artikel werden 0,02 °C genannt) an. Das ist für die Feuerentwicklung sicher vollkommen bedeutungslos. Und es ist mehr als ein Rätsel, wie der Gouverneur daraus für die nächsten 10 … 12 Jahre eine plötzliche Steigerung um nicht weniger als +2.000 % davon ableitet (120 Jahre +0,3 °C/10 Jahre +0,5 °C).

Bild 6 [6] Temperaturtrend in Kalifornien seit 1900

Auch gelang es bei WUWT, durch einfache Nachschau der Daten, zu belegen, dass die (geringfügigst) steigende Temperatur entgegen der Expertenaussagen nicht mit den verbrannten Flächen korreliert.

Bild 7 [7] Nicht-Korrelation zwischen verbrannten Flächen und Temperatur

Und die zunehmende Dürre trägt ihr Übriges dazu bei

Auch darin sind sich die Experten einig: … Waldbrandexpertin Kirsten Thonikcke vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung nennt eine Liste von Punkten – darunter die langjährige Dürre …

Nur stimmt es und wenn, wäre es eine Folge des (AGW-)Klimawandels?

Wieder helfen vorwiegend Recherchen von nicht-Fachpersonen [6]: Seit ca. 1995 regnet es in Kalifornien weniger (Bild 6). Allerdings zyklisch und mit einer horizontalen Regressionsgeraden. Von einem Klimawandel-bedingten Reduktionstrend ist keine Spur zu sehen.

Bild 8 [6] Niederschlagsverlauf Kalifornien seit 1900

Betrachtet man es historisch, wird das Bild noch frappierender, entspricht aber dem, welches man von anderen Weltgegenden kennt: Die schlimmsten Dürren in dieser Gegend waren während Kaltzeiten!!!, wie es das folgende Bild – zusammengesetzt aus zwei Studiengrafiken -, zeigt.

Bild 9 Pegelverlauf Pyramid-Lake in Nevada und Temperaturverlauf Kalifornien über ca. 3.000 Jahre. Vom Autor aus Grafiken von zwei Studien zusammengefügt und mit Kommentaren ergänzt

„Kaltesonne“ hat dazu noch ein weiteres Interview mit einem bekannten „Klimaexperten“ ausgegraben:
[8] Brände in Kalifornien: Ist das der Klimawandel?

… „Ich denke schon“, sagt Mojib Latif, einer der wichtigsten Klimaforscher in Deutschland … „Das ist mit Sicherheit der Klimawandel“, sagt Johann Georg Goldammer, Feuerökologe und Gründer des Global Fire Monitoring Centers Freiburg. Die Zeit der Zweifel scheint vorbei. Bei der Dürre in Kalifornien und den Bränden, die sich immer häufiger dort entwickeln, handelt es sich vermutlich eben nicht mehr um Einzelereignisse, sagt Mojib Latif … Er kennt die Landschaften und das Klima aus eigener Anschauung seit mehr als zwanzig Jahren. Er weiß, dass regelmäßige Brände in Kalifornien natürlich sind, manche Bäume dort sogar Feuer brauchen, um sich fortzupflanzen. Latif kennt auch die wissenschaftlichen Daten über das Klima der Region. Aus diesen Daten könne man das Klima Kaliforniens seit dem Jahr 800 rekonstruieren, sagt er. „Seit Jahrzehnten ist es in Kalifornien sehr trocken. Das ist in mehr als 1200 Jahren einmalig.“

Kaltesonne weist darauf hin, dass die Aussage von Herrn Latif eindeutig der bekannten Faktenlage widerspricht (wie sie die Studien zeigen):
kaltesonne: [8]Latif verweist auf Paläoklimastudien, die angeblich aussagen, dass es in Kalifornien in den letzten 1200 Jahren noch nie so trocken gewesen wäre wie heute. Stimmt das? … Die Autoren berichten über schlimme Dürreserien während der Mittelalterlichen Wärmeperioden, die zum Aussterben von ganzen Indianerkulturen geführt hat. … Latif scheint die Arbeiten (Anm.: Bild 7) nicht zu kennen. Liest er genug Literatur? Vielleicht sollte er einen Teil seiner Zeit vor dem Mikrofon lieber zur Lektüre von Facharbeiten nutzen …

Wer sich bis hierher durchgelesen hat, wird vielleicht auch (wieder) entsetzt sein, wie in der angeblichen Klimawissenschaft mit Aussagen hemmungslos gelogen, betrogen Vermutungen als angebliche Wahrheiten den als vollkommen ahnungslos und von keinem investigativen Gedanken behelligten Redakteur*innen vorgetragen werden.
Man ahnt schon heute, wie künftig „Expertenanalysen“ am Fließband „belegen“ werden, dass Staaten Klimawandelschäden haben und aus dem Klimaschadensfonds Reparationsleistungen beanspruchen dürfen.

Wenn extrem nicht reicht, darf es noch ein bisschen mehr sein

Auch in den USA werden – wie bei uns – Klimaapokalypsen simuliert und publiziert. Ein Beispiel wieder von WUWT. Obwohl die Simulationen die Vergangenheit nicht im Ansatz reproduzieren (können), wollen sie die Zukunft genau kennen:
WUWT December 3, 2017 (Anmerkung: Bezogen auf Bild 8):
[10] Wildfires: Separating Demagoguery from the Science
Should We Trust Model Projections of Impending Doom
… As illustrated below in a graph
(Anmerkung: Bild 8) highlighted in a past National Climate Assessment, CO2 driven climate models failed to replicate the extent and severity of observed droughts since 1900. The number on the left axis represent the proportion of the USA and Mexico that was in drought. The red and black lines represent actual observations. During the Dust Bowl years 20% to 35% of the USA and Mexico were in extreme drought. Gray lines represent the scatter of individual models. The blue line represents averaged model results, which project that as CO2 rises we’ll experience growing widespread catastrophic droughts in the 21st century. That catastrophic projection is what the media hypes. But should we trust dire future predictions from models that totally failed to simulate the extreme droughts of the 20th century. Would you trust a doctor’s diagnosis, if he failed to correctly diagnose his previous patients?

Bild 10 WUWT [10] Figure from Wehner et. al. (2011) Projections of Future Drought in the Continental United States and Mexico, Journal of Hydrometeorology

Hat Trump vielleicht weit mehr recht, als Herr Young (und angebliche Fachpersonen, sowie unsere Medien) es zugeben würden?

Anbei sein Tweet:

Bild 11 Tweet von Herrn Trump zu den Buschfeuern in Kalifornien

Wenn es nicht der Klimawandel ist, was könnten dann Ursachen sein? Recht schnell kann man es erahnen:
In den Bilden 3 und 4 sieht man, dass die Feuerproblematik Anfang 1990 beginnt anzusteigen.
Was ist damals passiert:
[6] Aber welche Gründe gibt es dann für die Zunahme der Brände? Nun, tatsächlich gibt es ein paar.
Erstens, unsere Wälder sind seit einigen Jahren nicht mehr ordentlich bewirtschaftet worden. Dies ist die Folge verschiedener Gerichtsverfahren, wobei eines das Fällen in vielen Gebieten
seit 1994 verbietet. Dies war ein vergeblicher Versuch, den Fleckenkauz zu schützen. Unglücklicherweise war das aber nur ein grünes Luftschloss – das Ende der Fällarbeiten hatte keinerlei Einfluss auf die Abnahme dieser Spezies. Stattdessen scheint es, als hätte eine andere Eule den Platz des Kauzes eingenommen, nämlich der Streifenkauz (hier). Na sowas … und es gab eine ganze Reihe weiterer Verfahren, welche das Fällen verboten oder stark begrenzt haben.
Und weiter. Die Gesetze in Kalifornien verbieten sowohl Fällungen als auch die Ausdünnung von Wäldern. Nach den Bränden in Redding sagte Gouverneur Brown, er werde daran arbeiten, die Gesetze zu ändern (
hier) … doch war das bisher nur Schall und Rauch.
Wenn man aber keine Bäume fällt und den Wald nicht ausdünnt, bildet sich das, was man die „Treibstoff-Ladung“ [fuel load] nennt. Darunter versteht man die Menge brennbaren Zeugs pro Acre. Und wenn es dazu kommt, würde ein ansonsten kleines Feuer rasch zu einem riesigen Brand werden.
Und schließlich, vor einigen Jahren gab es ein El Nino/La Nina-Ereignis. Dies führte zu einer Folge wärmerer und trockenerer Jahre. Dafür gibt es eine Bezeichnung. Sie lautet nicht „Klimawandel“, sondern – „Wetter“.

Das ist nicht erst seit den 90er Jahren so, sondern begann schon weit vorher (Bild 12):

Bild 12 [9] The amount of wood harvested, and thus fuel removed, from forests has dropped by 80% since the 1950s

Weiter:
kaltesonne: [8] SPIEGEL: Welche Rolle spielt der Klimawandel?
Brown: In der Feuerökologie gilt die Grundregel: Klima ermöglicht Feuer, Wetter facht es an. Mit anderen Worten: Ja, wenn es wärmer und trockener wird – und das beobachten wir in Kalifornien -, dann bedeutet das erhöhte Feuergefahr.
Ich zögere trotzdem zu sagen: “Der Klimawandel verursacht diese großen, zerstörerischen Feuer.” Wir dürfen die anderen, mindestens ebenso wichtigen Faktoren nicht außer Acht lassen: dass es in der Vergangenheit eine Form der Brandvorsorge gegeben hat, die wir überdenken sollten; und dass die Menschen ihre Häuser an ebenjenen Orten bauen, wo die Gefahr besonders groß ist.
SPIEGEL: Sie wollen sagen:
Die Leute haben ihre Häuser am falschen Ort gebaut; jetzt müssen sie sich nicht wundern, dass sie abbrennen?
Brown: Die Menschen wollen raus aus den Städten, und sie
dringen dabei immer weiter vor in die Übergangszone zwischen Stadt und Wildnis. Wer aber sein Eigenheim an einem Platz inmitten einer Vegetation errichtet, die alljährlich austrocknet, der riskiert, dass es irgendwann in Flammen aufgeht.
SPIEGEL: Sollte das bei der Siedlungsplanung besser berücksichtigt werden?
Brown: Unbedingt! Denn nachträglicher Feuerschutz von Häusern, nachdem sie einmal gebaut sind, kann sehr teuer werden.
Ungefähr zwei Millionen Häuser in Kalifornien stehen in Gegenden mit hoher Brandgefahr.

kaltesonne 14.1.2018: Kein Klimawandel: Waldbrände in den USA von El Nino, Brandstiftern und Änderungen in der Landnutzung kontrolliert
… Überhaupt sollte man bei Waldbränden nicht immer gleich den Klimawandel aus dem Zauberhut ziehen. Die University of Colorado at Boulder berechnete jetzt, dass 84% aller Wald- und Buschfeuer in den USA von Menschen verursacht werden. Pressemitteilung vom Februar 2017: Humans have dramatically increased extent, duration of wildfire season

Wieder ist es WUWT, welches Zusatzinformation liefert: Hemmungslos wird zugelassen (und ausgeführt), dass selbst in den gefährdetsten Brandgebieten und das noch ohne Sicherheitsabstände gesiedelt und gebaut wird.
WUWT November 17, 2018: Fact-checking the NY Times’ Fact-checking
This story does have a serious side — and bless her heart, Pierre-Louis actually reports on it in a different article co-authored by Jeremy White.  This article is the real story behind the recent California Fires:
Americans Are Moving Closer to Nature, and Into Fire Zones
The fact is that one out of every three American homes are being built or already exist in “wildland-urban interface” or in the “wildland-urban intermixed” areas.

Bild 13 Hemmungslos direkt im Wald und ohne Sicherheitsabstände stehende Gebäude in Kalifornien, einer der Wildfeuer-gefährdetsten Zonen der USA. Quelle: WUWT

Fazit
Man würde sich eine Person wie Herrn Trump, welche sich traut, die über Jahrzehnte gewachsene und verfilzte Phalanx von Experten und Politikern mit ihren teils zur Gewohnheit gewordenen, wissentlich falschen – aber auf idologische Korrektheit geprüften – Aussagen mit Fakten zu durchbrechen, in einflussreicher Position in unserer Berliner Politikszene wünschen.

Zufügung: Wenn man den Titel wechselt und anstelle Feuer die Abkürzung EEG verwendet, kann man fast ahnen, dass eine solche Darstellung in wenigen Jahrzehnten auch über das Deutsche Energiesystem geschrieben werden kann.

Nachtrag

Nun brachte eine Lokalausgabe der „Nordbayerische Nachrichten“ noch eine ergänzende Darstellung zum Thema:
21. November 2018, Manuel Kugler (Politikredakteur): Wie Trump die Waldbrandopfer verhöhnt

… eigentlich unnötig zu sagen, dass Experten widersprechen … Trumps Worte, die Kalifornier hätten wohl nicht genug gerecht, sagt wenig aus über die Ursachen der dortigen Waldbrände, aber viel über den Menschen Trump. Sie entlarven ihn einmal mehr als Präsident der Ignoranz.

Die EIKE-Leser*innen können entscheiden, wie sie die investigative Qualität dieses Politikredakteurs bewerten und was sie für den wirklichen Grund dieses Artikels vermuten. Wohl kaum einen wirklichen Informationsversuch zum Thema Buschfeuer in Kalifornien. Leider ist solches der Normalfall geworden.

Quellen

[1] Stern 12. November 2018: Abrechnung mit Trumps Kalifornien-Tweet

[2] EIKE 10.05.2017: Die Volkshochschule Hannover und ihre Ausstellung: Wir alle sind Zeugen – Menschen im Klimawandel

[3] WUWT December 3, 2017: Wildfires: Separating Demagoguery from the Science

[4] WUWT December 14, 2017: Is climate change REALLY the culprit causing California’s wildfires?

[5] Lokalausgabe der nordbayerischen Nachrichten vom 17. November 2018 (basierend auf einen dpa-Artikel): Klimawandel oder schlechtes Forstmanagement

[6] EIKE 15. November 2018: Waldbrände in Kalifornien

[7] EIKE 16. November 2018: Kalifornien, Temperaturen und verbrannte Flächen

[8] kaltesonne 19.11.2018: US-Atmosphärenforscher warnt davor, die kalifornischen Waldbrände reflexhaft dem Klimawandel anzulasten

[9] Coyote Blog November 13, 2018: Looking At Causes of Recent Wildfires and Resultant Property Damage, It’s Hard To Point The Finger Solely or Even Mostly at CO2

[10] WUWT December 3, 2017: Wildfires: Separating Demagoguery from the Science




Waldbrände in Kalifornien und Südeuropa – eine Folge des Klimawandels?

Häufige Waldbrände sind typisch für das mediterrane Klima, das gekennzeichnet ist durch eine ausgeprägte, oft extreme Trockenheit im heißen Sommer und ein Niederschlagsmaximum im milden Winterhalbjahr. Es gibt auf der Welt nur vier Zonen, auf die die Definition des Mittelmeerklimas zutrifft: der relativ schmale Küstensaum rund um das Mittelmeer, die Kap-Region Südafrikas, die Südspitzen Australiens und nicht zuletzt Kalifornien. Für die Pflanzen bringt das Mittelmeerklima extreme Standortbedingungen mit sich, weshalb man dort eine Vielzahl endemischer, d.h. nur dort heimischer Baum- und Straucharten antrifft. Einjährige Gräser und Kräuter verlegen ihre Winterruhe in den Sommer und erblühen, wenn sich die Pflanzen der gemäßigten Klimazonen auf die Winterruhe vorbereiten. Die an die lange Sommertrockenheit angepassten Bäume und Sträucher nennt man Xerophyten. Diese schützen sich durch eine dicke Rinde, durch eine Wachs- oder Harzschicht, durch Dornen und Stacheln und/oder die Einlagerung von Öltröpfchen vor der Austrocknung.

Doch was gegen die Austrocknung hilft, vergrößert gleichzeitig die Brennbarkeit der Vegetation. Ökologisch gesehen, ist das nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Mehr oder weniger regelmäßige, meist durch Blitzeinschläge ausgelöste kleinere Brandherde sorgen für eine Verjüngung der Vegetation und für die Beschleunigung des Stoffkreislaufs. Etliche Baum- und Straucharten sind an häufige Feuer-Passagen optimal angepasst. Man nennt sie deshalb Pyrophyten. Deren Samen bedürfen eines Wald- oder Buschbrandes, um überhaupt auskeimen zu können. Das bekannteste Beispiel dafür ist die im Mittelmeergebiet beheimatete Kermes-Eiche (Quercus coccifera). Deren stachlige kleinen Blätter enthalten so viel Öl, dass sie sich bestens als Kamin-Anzünder und Brandbeschleuniger eignen. Infolge der häufigen Verjüngung entsteht der für mediterrane Zonen typische Vegetationstyp Chaparral (spanisch Matoral und französisch bzw. provenzalisch Garrigue genannt). Es handelt sich dabei um lichte Kiefern- und/oder immergrüne Eichenwälder mit Dornengestrüpp als Unterholz. Dieses wird normalerweise durch periodische Brände klein gehalten.

Gefahr ist im Verzug, wenn Menschen unbedacht in diesen Kreislauf eingreifen – etwa, indem sie den Chaparral durch Pflege-Maßnahmen in Hochwald umwandeln, um ihn für die Gewinnung von Bauholz nutzen zu können. Das zwischen den Bäumen aufwachsende Gestrüpp muss dann Schweiß treibend mechanisch oder durch kontrolliertes Abbrennen entfernt werden. Geschieht das nicht in regelmäßigen Abständen, sammelt sich am Waldbodden bald so viel brennbares Material an, dass es bei Blitzeinschlägen oder menschlicher Unachtsamkeit beim Umgang mit Feuer zu Flächenbränden kommt, die nur schwer zu löschen sind, wenn sie von starken Winden angefacht werden. In Kalifornien sind das die trocken-heißen Santa-Ana-Winde, die im Herbst vom Hochbecken der Sierra Nevada Richtung Südkalifornien wehen. In der Provence sind das vor allem die orkanartigen Böen des kühlen Mistral-Windes, die durch das Rhône-Tal zum Mittelmeer fegen.

Im Unterschied zu Kalifornien blieb die Provence übrigens in diesem Jahr von Waldbränden weitgehend verschont. Im Verglich zum Vorjahr sank die verbrannte Waldfläche in der gesamten Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur von 8.475 auf ganze 152 Hektar, d.h. auf weniger als 2 Prozent. Zwar war die Hitzewelle, die in diesem Jahr Europa heimsuchte, auch in der Provence spürbar. Doch im Unterschied zu Mitteleuropa gingen hier den ganzen Sommer über von Zeit zu Zeit heftige Gewitterregen nieder. Im Spätsommer stand die Provence deshalb in sattem Grün da, während sich bei uns die Landschaft braun färbte und südlich von Berlin und in Niedersachsen Wald- bzw. Moorbrände ausbrachen. Die Niederschlagsmenge beeinflusst also deutlich das Waldbrand-Risiko. Noch wichtiger ist aber wohl die Häufigkeit starker Winde, denn in Südfrankreich wehte der Mistral in diesem Jahr auffällig selten. Das hing sehr wahrscheinlich mit dem über Mitteleuropa blockierten Hochdruckgebiet zusammen.

Mindestens ebenso wichtig wie der Einfluss des Wetters ist aber wohl der Pflege-Zustand der Wälder. Zwar ist auch das Wald- und Buschland der meisten Mittelmeerländer größtenteils ungepflegt, weil die hier dominierenden Aleppo-Kiefern (Pinus halepensis) wegen ihres krummen Wuchses und ihres hohen Harz-Gehaltes als Bau- und Brennholz kaum geeignet sind. Doch wurden gerade in Südfrankreich in den letzten Jahrzehnten große Anstrengungen unternommen, um die Waldbrandgefahr zu mindern. Das beginnt mit strengen Auflagen für Immobilienbesitzer in Gebieten mit erhöhtem Waldbrand-Risiko. Dazu gehört zum Beispiel die Verpflichtung, in einem Radius von 50 Metern um jedes frei stehende Haus weder Nadelhölzer noch Kermes-Eichen wachsen zu lassen. Wer sich nicht daran hält, bekommt bald ein Einschreiben mit Strafandrohung vom zuständigen Bürgermeisteramt. (Nur für Weihnachtstannen gibt es gelegentlich Ausnahmen.) Aus eigener Erfahrung weiß ich, welche Arbeit damit verbunden ist, denn die Aleppo-Kiefern sprießen wie Unkraut aus dem Boden. Als noch hartnäckiger erweisen sich die Kermes-Eichen, die sich mithilfe von Wurzelsprossen (Rhizomen) vermehren, solange ihnen kein Feuer die Gelegenheit gibt, sich auch sexuell fortzupflanzen. Eine andere wichtige Vorsorgemaßnahme ist die mechanische Entfernung des Unterwuchses entlang aller Straßen. Zusätzlich stellen die Berufsfeuerwehren (Soldats du feu) in der Garrigue Wassertanks auf, um auch in dünn besiedelten Gebieten ohne Wasserleitungen rasch eingreifen zu können. Nicht zuletzt verfügt Frankreich über eine Flotte stets einsatzbereiter Lösch-Flugzeuge vom Typ Canadair.

Im westlichen Mittelmeergebiet, wo es außer Korkeichen (Quercus suber) und Edelkastanien (Castanea sativa), die aber beide leider nicht auf den verbreiteten Kalk-Böden gedeihen, gibt es nur wenige wirtschaftlich nutzbare Baumarten. Dagegen gedeiht an höheren Lagen der gesamten nordamerikanischen Westküste von British Columbia bis nach Mexiko die Gelb-Kiefer (Pinus ponderosa), die wertvolles schweres Holz liefert. Ausgewachsene Gelb-Kiefern, die Höhen zwischen 40 und 70 Metern erreichen können, bilden in der Regel lichte, parkartige Bestände, in denen Douglasien (Pseudotsuga menziesi) den Unterwuchs bilden. Im Unterschied zu den ausgewachsenen Gelb-Kiefern, die durch ihre über fünf Zentimeter dicke Rinde vor leichtem bis mäßigem Feuer geschützt sind, fangen die Douglasien leicht Feuer.

Bei der Bewirtschaftung der Gelb-Kiefer-Bestände kommt es also darauf an, die Douglasien an der Ausbreitung zu hindern. Das fällt am leichtesten, wenn man leichten Feuern kontrolliert ihren Lauf lässt. Diese Form der Bewirtschaftung wurde den amerikanischen Waldbauern jedoch durch die Umwelt- und Naturschutzgesetzgebung der 1970er Jahre praktisch untersagt. Darauf hat im vergangenen Jahr bei einer Anhörung der republikanische, der Tea Party nahestehende US-Kongress-Abgeordnete Tom McClintock hingewiesen, der einen kalifornischen Wahlbezirk vertritt. Hinzu kam der Kampf grüner Lobby-Gruppen gegen das Bäumefällen allgemein, um den auf der Roten Liste stehenden Fleckenkauz (Strix occidentalis) zu schützen. Seit 1994 wurde deshalb das Fällen von Bäumen in manchen Gebieten ganz verboten. Nicht einmal das Ausdünnen von Beständen, um das Wachstum von „Zukunftsbäumen“ zu fördern, ist dort noch erlaubt. Die Folge war das unkontrollierte Wuchern des Douglasien-Unterwuchses. Dadurch erhöhte sich die Brandlast so stark, dass nun bei Blitzeinschlägen oder Funkenflug von überhitzten Stromleitungen auch die eigentlich wenig feuerempfindlichen Gelb-Kiefern Feuer fingen. (Nicht von ungefähr verloren die Aktien des Versorgers Pacific Gas & Electric, der für den Ausbruch des Waldbrandes verantwortlich gemacht wird, jüngst zwei Drittel ihres Wertes.) Brennen diese großen Bäume erst einmal, ist die Feuerbekämpfung bei starkem Wind sehr schwierig. Tom McClintock ging bei der zitierten Anhörung im US-Repräsentantenhaus so weit, zu erklären, eine geordnete Forstwirtschaft sei in den USA seit 45 Jahren nicht mehr möglich.

Präsident Donald Trump hatte also wohl recht, als er gegenüber dem scheidenden kalifornischen Gouverneur Jerry Brown darauf hinwies, nicht der Klimawandel sei schuld an der jüngsten Brandkatastrophe, sondern das Versagen des Staates, der in Kalifornien für die Bewirtschaftung von etwa der Hälfte der Waldfläche zuständig ist. Eine Ende Juni 2017 im Wissenschaftsmagazin Science vorgestellte Studie sieht übrigens einen weltweiten Trend abnehmender Häufigkeit von Waldbränden. Zwischen 1999 und 2017 sei die jährlich durch Feuer zerstörte Waldfläche im Schnitt um etwa ein Viertel zurückgegangen. Etwas aus dem Rahmen fällt da Portugal, wo während der Hitzewelle von 2003 nicht weniger als 4.249 Quadratkilometer Wald abbrannten. Das sind fast 5 Prozent der Gesamtfläche des Landes. Es brannten dort aber kaum natürliche mediterrane Wälder, sondern Eukalyptus-Plantagen für die Papier-Produktion. Eukalyptus-Bäume brennen wegen ihres hohen Ölgehalts wie Zunder. Außerdem bringen diese schnell wachsenden Bäume wegen ihres hohen Wasserbedarfs den Wasserhaushalt großräumig durcheinander. Heute gibt es in Portugal kaum jemanden, er die Entscheidung für Eukalyptus-Plantagen nicht bedauert. Aber mit einem Klimawandel hat auch das nichts zu tun.




Die Energiearmut

Armut hat viele Facetten. Armut an Geld, Kleidung, Essen fällt einem wohl als erstes ein, wenn man das Wort hört. Man kann auch arm an Mitgefühl, Ideen oder Wortschatz sein. Mehr als eine Milliarde Menschen auf der Erde können keine Elektroenergie nutzen, weil es sie an ihrem Ort nicht gibt oder sie unbezahlbar ist. Ob sie sich dadurch arm fühlen, sei dahingestellt. Oft sind die Menschen in einfachsten und ärmlichen Verhältnissen lebensfroher als beispielsweise verwöhnte Europäer, die eifernd auf der Suche nach Klima- und Gendergerechtigkeit durch die Gegend miesepetern.

Aber auch in hochentwickelten Ländern gibt es Armut, sichtbar im Straßenbild an einer zunehmenden Zahl Obdachloser, unsichtbar in den Haushalten, wo es am Nötigsten mangelt. Mit den europaweit höchsten Strompreisen greift in Deutschland auch Energiearmut um sich. Kostete den Haushaltskunden die Kilowattstunde Strom im Jahr 2000 noch 14 Cent, darf er heute etwa 30 Cent löhnen auf einer Rechnung, die inzwischen 10 Positionen umfasst. Auf diese fällt dann noch die Mehrwertsteuer an, auch auf die enthaltene Stromsteuer und die Zwangsumlagen. Die reine Strombeschaffung samt Vertrieb macht nur noch weniger als 20 Prozent des Rechnungsbetrages aus. Nur in diesen 20 Prozent spiegelt sich noch Marktgeschehen wider, dies als Hinweis an jene, die glauben, über ein Smartgrid und variable Strombezugspreise ließen sich Verbraucherpreise verhaltenswirksam senken.

In Deutschland wurde 2017 etwa 344.000 Haushalten der Saft abgedreht, 14.000 mehr als 2016. Die meisten Abschaltungen gab es in NRW (98.000).

Das ist keine Bosheit der Versorger. Es gibt mehrstufige Verfahren, die rechtssicher eingehalten werden müssen. Auf mehrere Mahnungen, auch mit dem Angebot der Ratenzahlung, folgt die Androhung der Abschaltung. Wenn dann der Blaumann vor der Tür steht, gibt es immer noch die Möglichkeit zur Zahlung. Letzten Endes bekommen nur sieben Prozent der Säumigen den Saft wirklich abgedreht. Das heißt auch, dass fast fünf Millionen Haushalte akut von Energiearmut bedroht sind. Somit lebt jeder achte Haushalt in Deutschland in gefährlicher Nähe des energetischen Bettelstabs.

Übrigens haben die Blaumänner auch keinen angenehmen Job, sie nennen sich „Nach- und Sperrkassierer“. Niemand empfängt sie freundlich, oft müssen sie sich beschimpfen lassen von Leuten, die einfach ihr Geld nicht einteilen können, andere ertragen es stoisch, weil sie wirklich blank sind. Nein, auch Mitleid dürfen die Exekutanten der Versorgungsunternehmen nicht haben. Ein willkommenes Thema für Linkspopulisten, wieder „Freibier für alle“ zu fordern. Auf die Idee, die Profiteure der Energiewende zur Solidarität heranzuziehen, kommen sie nicht.

Die latente und echte Energiearmut in einem angeblich so reichen Land wirft ein deutliches Licht auf die in der Öffentlichkeit und medial völlig unterbelichtete soziale Komponente unserer nationalstaatlichen Energiewende. Diese führt zu massiver Umverteilung von unten nach oben. Vereinfachend kann man sagen, dass der Hartz-IV-Empfänger im Marzahner Plattenbau dem Anwalt am Starnberger See hilft, eine solide Rendite mit seinem Solardach zu erzielen. Insgesamt kassierten die Ökoanlagen betreibenden Bayern 2016 zirka 5,34 Milliarden Euro an fester Einspeisevergütung und so genannter Marktprämie für regenerative Einspeisung. Aus föderaler Sicht mag man das sogar begrüßen, schließlich zahlte das Land mit 5,82 Milliarden Euro auch den Löwenanteil am Länderfinanzausgleich. Das Geld des Landes kommt von den Bürgern, fließt aber nur an einen auserwählten Kreis der ohnehin Besserverdienenden zurück.

Tatsache ist, die Energiewende macht die Armen ärmer und die Reichen reicher.

Die Armen sind unter uns

Natürlich führt die Energiewende nicht zwangsläufig in die Armut, sie führt aber zu asymmetrischen Belastungen bis in die Mittelschicht.

Wenden wir uns Jens zu. Er ist Mitte 40, angesehener Chirurg an einer angesehenen Klinik in Berlin-Mitte, wohnt im Speckgürtel südlich der Stadt in einem schicken Eigenheim mit Solardach und Wärmepumpe, er fährt Tesla und sein Arbeitgeber lässt ihn als begehrte Spitzenkraft kostenlos tanken. Gedanken an einen Wechsel in eine andere Klinik sollen nicht erst aufkommen. Jens ärgern die Staus auf dem Arbeitsweg, so gesehen lassen ihn die Dieselfahrverbote auf Entspannung hoffen. Sein Solardach bekam er über ein kommunales Agenda-21-Programm gefördert und für das Wärmepumpenaggregat zahlte ihm das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) 6.000 Euro Zuschuss. Sein Windkraftfonds läuft auch ganz gut.

Dann ist da noch Kathrin. Sie ist die erste und beste OP-Schwester an Jens` Seite, sein „Goldstück“, wie er in echter Anerkennung sagt. Sie wohnt im selben Ort wie Jens, in einem Mehrfamilienhaus aus DDR-Zeiten. Der Vermieter ist einer von der sozialen Sorte, er hat die Miete bisher nur moderat erhöht. Den Gedanken an die Heizungsmodernisierung hat er vorerst aufgegeben, weil eigentlich eine komplette Reko des Hauses fällig wäre, die Mieter aber mehrheitlich die dann unumgängliche Mieterhöhung ablehnen. Kathrin muss flexibel sein, sie hilft auch beim Notdienst aus. Nicht nur deshalb fährt sie nicht mit den Öffentlichen in die Klinik. Eine Fahrgemeinschaft mit Jens geht nicht, selbst wenn sie Tagesdienst hat. Er fängt später an und arbeitet länger. Mit Bus, S- und U-Bahn wäre sie zu lange unterwegs und abends oder nachts käme das für sie ohnehin nicht in Frage. So muss der alte Astra Diesel noch eine Weile halten, er läuft noch gut, ist aber nur Euro 4. So einfach kann sie nicht wechseln, die Kinder sind noch in der Ausbildung, da bleibt wenig zum Zurücklegen. Sie fürchtet Fahrverbote in der Innenstadt, aber es wird schon irgendwie gehen. Wenn sie nicht mehr durch Kreuzberg darf, muss sie halt östlich über den Prenzlauer Berg fahren. Das ist zwar weiter und damit stauriskanter, aber was soll sie sonst machen?

Jens ist aus dem Urlaub zurück, er war auf den Malediven schnorcheln. Er ist zufrieden mit sich und der Welt. Eine CO2-Steuer würde ihn nicht sorgen, er ist bezüglich Heizung und Mobilität gut elektrifiziert. Bei den nächsten Wahlen wird er wohl wieder die Grünen wählen.

Kathrin ist auch aus dem Urlaub zurück, sie war am Schwielowsee, das sind nur ein paar Kilometer. Nun ist sie gut erholt und muss Montag wieder los mit ihrem Opel, den sie liebevoll „mein kleiner Stinker“ nennt. Eine CO2-Steuer würde sowohl die alte Gasheizung im Mehrfamilienhaus als auch ihr Auto treffen – also am Ende natürlich sie selbst. Bisher kam sie finanziell gut über die Runden, sie zweifelt, ob es so bleiben wird. Zu den nächsten Wahlen wird sie wohl wieder nicht gehen. Ändert sich ja doch nichts, die Weltrettung durch die Klimaschutzeinheitsparteien wird weitergehen.

Natürlich sind Jens und Kathrin erfunden. Ähnlichkeiten zu echten Menschen sind möglich, sogar wahrscheinlich. Etwa acht Millionen Menschen in Deutschland sind Profiteure der Stromwende, 72 Millionen zahlen drauf.

Wir haben auch Armut in der Regierung. Es mangelt an sozialer Verantwortung, sie wurde verdrängt durch die „Klimaverantwortung“. Kein Mangel besteht indes an Hinweisen, dass künftig mehr abgegeben und geteilt werden müsse.

Die Ökoprofiteure sind damit nicht gemeint.




Die horrenden Kosten eines Windparks vor der Küste Virginias

Das Projekt mit der Bezeichnung Coastal Virginia Offshore Wind (CVOW) wird das erste Offshore-Windprojekt im Atlantik sein. Die Firma Energy and Orsted A/S aus Dänemark wird zwei 6-MW-Turbinen errichten, geliefert von Siemens Gamesa aus Spanien. Die geschätzten Projektkosten belaufen sich auf atemberaubende 300 Millionen Dollar, zu zahlen mittels der Stromrechnungen für Haushalte und Industrie in Virginia.

Dem Wind Technologies Market Report zufolge lagen die Marktpreise für Windturbinen in den USA etwas unter 1000 Dollar pro Kilowatt oder um etwa 6 Millionen Dollar für eine 6-MW-Turbine. Virginia wird 25 mal höhere Preise als die Marktpreise in den USA für CVOW-Turbinen bezahlen.

Der Großhandelspreis für Strom in Virginia liegt bei etwa 3 Cent pro Kilowattstunde (KWh). Dies ist der Preis für Strom erzeugt durch Kohle, Erdgas oder Kernkraft. Der Preis für Strom aus den beiden Offshore-Windturbinen wird bei 78 Cent pro KWh liegen, also schwindelerregend 26 mal so hoch sein wie der Einzelhandelspreis.

Das SCC räumte ein, dass das Projekt nicht das Ergebnis einer Ausschreibung war und dass es nicht erforderlich ist, um die Zuverlässigkeit der Stromversorgung oder eine Kapazitäts-Reserve sicherzustellen. Auch wurde gefolgert: „…es scheint unwahrscheinlich, dass die Kosten der Offshore-Windanlage in absehbarer Zukunft wettbewerbsfähig werden im Vergleich zu Solar oder Onshore-Windprojekten“. Die Stromzahler in Virginia werden also auch für jedwede Kostensteigerungen des Projektes aufkommen müssen.

Warum hat die SCC ein derartig teures Projekt genehmigt? Die SCC wies darauf hin, dass die Gesellschafterversammlung von Virginia bei sechs Gelegenheiten unabhängig voneinander erklärt hatte, dass Offshore-Wind „im öffentlichen Interesse“ liege. Gouverneur Ralph Northam sagte, dass das Projekt „die Windenergie-Ressource vor der Küste Virginias ausschöpfen und diese Industrie viele ökonomische Vorteile in unser Commonwealth bringen würde“.

Wie bringt es grüne Energie fertig, dass Regierungsbeamte weit über dem Marktniveau liegende Preise zu bezahlen? Es ist zweifelhaft, dass der Gouverneur von Virginia Northam oder Mitglieder der Gesellschafterversammlung 25 mal den Marktpreis berappen würden für Nahrung, Kleidung oder Haushalt. Aber sie sind schnell dabei, ein Projekt zu genehmigen, welches die Stromzahler in Virginia teuer zu stehen kommen wird.

Unabhängig von den Projektkosten sollten sich die Bürger von Virginia Sorgen machen, dass diese Windturbinen nicht ihre ganze projizierte Lebensdauer von 25 Jahren erreichen werden. Das CVOW-Projekt ist das südlichste Windprojekt vor der atlantischen Küste und Schauplatz periodischer Hurrikan-Aktivität.

Der NOAA zufolge sind während der letzten 150 Jahre 34 Hurrikane innerhalb eines Radius‘ von ca.150 km um den Aufstellungsort verzeichnet worden. Fünf dieser Stürme waren der Kategorie 3 zuzuordnen, darunter die Hurrikane Bob 1991 und Emily 1993. Im Schnitt kommt es in der Region alle 5 Jahre zu einem Hurrikan.

Den Projekt-Spezifikationen zufolge sollen die CVOW-Turbinen Windgeschwindigkeiten bis 180 km/h überstehen, ebenso wie sie darauf ausgelegt sein sollen, Wellen in einer Höhe von 15,6 Meter zu widerstehen.

Aber es ist zweifelhaft, dass diese Turbinen sowohl Wind als auch Wellen in einem großen Sturm überstehen. Dem National Hurricane Center zufolge treten in Hurrikanen der Kategorie 3 Windgeschwindigkeiten von 180 bis 210 km/h auftreten können, was über dem gesetzten Limit liegt. Bereits in Hurrikanen der Kategorie 1 treten Wellenhöhen deutlich über 15 Meter auf. Der Hurrikan Florence brachte Windgeschwindigkeiten eines Sturmes der Kategorie 1 mit sich, als er am 14. September auf die Küste von North Carolina bei Wrightsville Beach traf. Aber schon zwei Tage zuvor wurden im nordöstlichen Sektor von Florence Wellenhöhen bis 25 Meter aufgezeichnet.

Wer nimmt sich der Stromzahler von Virginia an? Mit Sicherheit nicht Gouverneur Northam, die Gesellschafterversammlung oder die Firma Dominion Energy. Noch lange nachdem die Regierungsbeamten von Virginia aus dem Amt sind, werden die Bürger von Virginia am Haken eines teuren Offshore-Windsystems zappeln, welches vermutlich das turbulente Wetter des Atlantischen Ozeans nicht überstehen wird.

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Originally published in The Western Journal., republished here at the request of the author. Steve Goreham is a speaker on the environment, business, and public policy and author of the book Outside the Green Box: Rethinking Sustainable Development.

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/11/19/the-frightful-cost-of-virginia-offshore-wind/

Übersetzt von Chris Frey EIKE