Empörung über Präsident Bolsonaro von Brasilien bzgl. Amazonas-Brände ist selektiv und völlig fehl am Platze

Die schreiende Berichterstattung hierüber erweckt den Anschein, als ob die Brände in Amazonien um diese Jahreszeit etwas ganz Neues sind. Weil 50 Millionen Brasilianer unter der Armutsgrenze leben, können Viele nur überleben, wenn sie für Ackerbau Land urbar machen, um Gras für ihr Vieh und Futter für andere Tiere anzubauen. Sie verdienen etwa 5,50 Dollar pro Tag.

Hier ist nur eine von Hunderten von Schlagzeilen, die derzeit um die Welt gejagt werden: Der Amazonas-Regenwald brennt! Klimawissenschaftler befürchten, dass ein Tipping Point unmittelbar bevorsteht (hier).

Damit wird dann jeder zum Durchdrehen gebracht. Hier folgt beispielhaft ein Tweet des Umweltexperten und Gitarristen von Toto Steve Lukather:

DAS IST DERZEIT DAS WICHTIGSTE THEMA DER WELT! Wir müssen sofort mit ALLEM aufhören und uns JETZT darum kümmern (hier).

Um wie viel schlimmer steht es also in diesem Jahr im Vergleich zu früheren Jahren bzgl. der Regenwald-Zerstörung in Brasilien? Nun, die offiziellen Daten sehen so aus:

Abbildung: Graphik der Waldrodungen brasilianischer Farmer im Amazonas ,um zu überleben‘ (hier).

Und jetzt erkläre man mir mal genau, welches Phänomen in dieser Graphik darauf hinweist, dass die Zerstörung des Regenwaldes plötzlich sehr viel schlimmer geworden ist!

Falls man sagt: „Nun, das gilt nur bis Juli dieses Jahres. Vielleicht ist es im August noch viel schlimmer!“, werde ich darauf hinweisen, dass der Original-Artikel im Guardian bzgl. der „Zunahme um 88%“ der Zerstörung des Regenwaldes bereits am 3. Juli erschienen war!

In jenem Beitrag verglich man den Juni 2019 mit Juni 2018, was mir so ziemlich wie Rosinenpickerei vorkommt, zeigt doch eine extensivere und vollständige Historie in obiger Graphik, dass 2019 kein Ausnahmejahr bzgl. Regenwald-Zerstörung sein wird im Vergleich zu früheren Jahren.

Die Trockenzeit in diesem Jahr (Juni bis August) war in der Tat außerordentlich trocken. Die Regenmenge in Brasilien ist eng verbunden mit der Verteilung der Wassertemperatur sowohl im Pazifik als auch im Atlantik, besonders hinsichtlich des Auftretens von El Nino und La Nina. Satellitendaten der NASA zeigen, dass die Brände dort – hauptsächlich aus landwirtschaftlichen Gründen entzündet – außerordentlich heiß brennen (hier), möglicherweise infolge fehlender Feuchtigkeit im Brennstoff. Jeder mit einem Kamin, in welchem Holz verbrannt wird, und jeder Camper am Lagerfeuer kennt diesen Effekt. Je trockener das Holz, umso heißer und „sauberer“ als gewöhnlich brennt es. Falls man die täglichen Satellitenbilder der NASA bzgl. Rauch betrachtet (hier), wird man erkennen, dass es in vielen Jahren zuvor in Amazonien viel mehr Rauch gegeben hatte als in diesem Jahr.

Dies ist nichts als ein weiterer Beleg dafür, wie die Medien das Narrativ kontrollieren und wie selektiv und überkritisch sie eine bestimmte (und fast immer rechts stehende Partei) verantwortlich machen.

Ganz klar gesagt: Ich stehe keineswegs hinter der Politik von Präsident Bolsonaro. Ich betone aber die Scheinheiligkeit der Medien hinsichtlich der Umwelt-Berichterstattung!

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/08/28/selective-and-misplaced-outrage-at-brazils-president-bolsonaro-over-amazonian-fires/




Feuer-Historie am Amazonas seit 2003

Das hier erzählt man uns ständig:

Und so sehen die Daten in Wirklichkeit aus, aufgezeichnet bis zum 22. August. Ja, diese werden täglich aktualisiert:

Abbildung 2: Gesamtzahl der Brände im Amazonas via MODIS (2019 ist hervorgehoben).

Dies stammt von einer wunderbaren Website, nämlich dieser hier.

Hier finden die NASA-MODIS-Daten der Satelliten Terra und Aqua Eingang, und sie werden täglich aktualisiert. Auf der Website werden die einzelnen Regionen im Amazonas aufgeschlüsselt. Es gibt dort auch globale Daten, aber hier habe ich nur auf die Amazonas-Daten geschaut.

Die interaktiven Graphiken sind sehr informativ. Fährt man mit dem Cursor über die Graphik, zeigen sich an jedem Punkt die jeweiligen Daten.

Man kann bestimmte Jahre hervorheben, indem man in der Legende der Graphik auf dieses Jahr klickt. Dann erscheint es in der Graphik fett, während die anderen Jahre abgeschwächt werden. Es zeigt sich, dass das Jahr 2019 etwas über dem Durchschnitt, aber keineswegs auf einem Rekord-Niveau liegt. Nicht einmal annähernd.

Eines fiel mir beim Blick auf jedes einzelne Jahr auf, nämlich eine holprige Verteilung – ein oder zwei schlechte Jahre, ein oder zwei Jahre auf sehr niedrigem Niveau, dann wieder ein schlechtes Jahr. Diese Verteilung erstreckt sich bis zum Jahr 2010. Dieses Jahr 2010 war das letzte „schlechte“ Jahr. Seit dem Jahr 2010 zeigt sich nur noch die Hälfte der „schlechten Jahre“ oder noch weniger. Die alte Verteilung war beendet.

Nicht nur, dass auf dieser Site die Anzahl der Brände berechnet werden, sondern auch die Kohlenstoff-Emissionen (in Tg) der Brände. Man beachte, dass die Schwäche dieser Graphik hinsichtlich geschätzter späterer Daten aufweist, daher ist es grau schattiert.

Die Emissions-Graphik auf der Website zeigt, wovon ich rede, nämlich alternierend gute und schlechte Jahre. Aber wie erwähnt, nur bis zum Jahr 2010. Es ist offensichtlich, dass in den Emissionen ein rückläufiger Trend zu verzeichnen ist.

Auch hier kann man mittels Bewegung des Cursors einzelne Datenpunkte hervorheben. Ist das signifikant? Das weiß ich nicht. Ich müsste die Daten herunterladen und Trends berechnen. Ich kann aber definitiv sagen, dass es keinen zunehmenden Trend gibt, und das Niveau des Jahres 2019 liegt WEIT, WEIT unter rekordnahen Bereichen.

Abbildung 3: jährliche geschätzte Emissionen des Amazonas-Gebietes

Man beachte, dass die jährlichen Emissionen die Brandgebiete enthalten müssten, um die Gesamt-Emissionen zu ergeben. Nur für den Fall, dass jemand die Brand-Daten nicht den Brand-Gebieten entsprechen.

Schlussfolgerung: Brände im Amazonas-Gebiet zeigen jüngsten Daten der NASA zufolge eine Abnahme im Verlauf des Aufzeichnungs-Zeitraumes und liegen im Jahre 2019 nicht einmal annähernd in der Nähe irgendwelcher Rekordwerte.

Nachtrag 1: Die NYT behauptet, dass die Brände 2019 erheblich zugenommen haben im Vergleich zu 2018. Das ist korrekt. Was man aber nicht sagt ist, dass in der Hälfte der Jahre VOR 2019 die Brände stärker waren und in der anderen Hälfte niedriger. Das ist Rosinenpickerei erster Güte.

Nachtrag 2: Nick Stokes weist darauf hin, dass das Niveau der Brände in einer Provinz auf rekordhohem Niveau liegt. Stimmt, bis heute ist das Rekord-Niveau dort fast erreicht. Aber das bedeutet, dass das Niveau im Rest der gesamten Region UNTER dem Mittel (von 2003 bis heute) liegen muss. Betrachtet man jede Region im Amazonas einzeln, stimmt das in der Tat. Santa Cruz und Amazonas liegt über, alle anderen unter, teils deutlich unter dem Mittelwert. Ergebnis? In der gesamten Region liegt das Niveau sehr nahe dem MODIS-Mittelwert für diese Jahreszeit.

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/08/23/amazon-fire-history-since-2003/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Todesfalle Windräder: Eine Erklärung

Mir fielen dabei die unerwartet tödlichen Eigenschaften von Windturbinen ein. Laut Gesetz in den USA wird jeder mit einer saftigen Geldbuße belegt, der den Nationalvogel, also einen Weißkopf-Seeadler tötet … aber Windturbinen können den Weißkopf-Seeadler zu Dutzenden töten, und es passiert absolut nichts. Sie töten so viele Vögel und Fledermäuse, dass die US-Regierung nicht darum herumkam, Ausnahmeregelungen bzgl. der Todesfälle von Vögeln und Fledermäusen zu verhängen … und das sind sehr viele Todesfälle. Es ist bizarr, wie furchtbar tödliche Windturbinen sind.

So wird zum Beispiel geschätzt, dass der Windpark am Altamont Pass in Kalifornien – nicht weit entfernt von meinem Wohnort – während der 25 Jahre seit seiner Errichtung 2900 Königsadler getötet hat … und das waren lediglich Königsadler. Nach anderen Schätzungen kommen allein in den USA jährlich 600.000 Fledermäuse zu Tode.

Dann twitterte mir jemand, dass Katzen und Hochhäuser auch viele Vögel töten. In der Tat, dem ist so.

Allerdings gibt es da einen gewaltigen Unterschied zu Windturbinen, und ich sage, dass dieser Unterschied komischerweise Insekten sind. Meine Theorie, warum Windturbinen so viele Fledermäuse und Vögel töten, große und kleine – viel mehr als irgendjemand gedacht hatte – geht so: Windturbinen sind überraschend tödlich, weil sie Insekten töten.

Und nicht nur ein paar Insekten. Auf der Grundlage von Beobachtungen und Modellrechnungen haben deutsche Forscher berechnet, dass jede Windturbine Insekten in einer Größenordnung von 12.000 pro Tag tötet. Das ergibt etwa 12.000 Tonnen tote Insekten pro Jahr allein in Deutschland. Und auf jedes getötete Insekt kommen vielleicht zehn weitere, die danach nicht mehr lebensfähig sind. Und ich habe den Verdacht, dass deren Rechnungen zu niedrig sind.

Zunächst ein wenig Hintergrund. Die meisten Menschen machen sich gar nicht klar, dass die Spitzen der Rotorblätter jener sich langsam drehenden Windturbinen normalerweise eine typische Geschwindigkeit von 280 km/h erreichen (ein Mittelwert aus 21 unterschiedlichen Typen), wobei Einige bis zu 370 km/h schnell sein können. Es ist unmöglich, etwas aus dem Weg zu gehen, das sich so schnell bewegt.

Es ist aber noch schlimmer. Bei dieser Geschwindigkeit müssen die Rotorblätter nicht einmal direkt Insekten, Vögel oder Fledermäuse treffen. Es gibt einen gewaltigen Luft-Überdruck direkt vor dem Rotorblatt und ein Fast-Vakuum auf dessen Rückseite. Der plötzliche Übergang von Überdruck zu Fast-Vakuum kann eine Vielzahl von Verletzungen hervorrufen, darunter platzende Lungen bei Vögeln und Fledermäusen.

Aber der Reihe nach. Fangen wir mit den Insekten an. Die Turbine ist wie ein riesiger Fleischwolf für Insekten. Sie werden an den Frontseiten der Rotorblätter zerschmettert, genau wie man es häufig an den Triebköpfen von ICE-Zügen sieht. Außerdem werden Insekten verletzt durch Turbulenz und Druckunterschiede. Und unablässig werden fortwährend und unsichtbar hunderte toter und verletzter Insekten durch die Luft gewirbelt – und der Geruch toter Insekten steigt zuhauf gen Himmel.

Unmittelbare erste Folge ist natürlich, dass der Geruch toter und verwundeter Insekten viele andere Insekten anlockt. Viele Insekten sind Aasfresser, und so kommen immer mehr Insekten, um sich an den toten Insekten zu laben – genau wie jene Kröten auf der tropischen Insel. Zu den getöteten und verwundeten Insekten kommen jetzt also noch sehr lebendige andere Insekten auf der Suche nach einem Festmahl.

Und was passiert als Nächstes? Nun, viele Fledermäuse und Insekten fressende Vögel werden durch den Geruch tausender toter und verwundeter Insekten angelockt. Sie bemühen sich nach Kräften, all die toten Insekten zu vertilgen, bevor sie zu Boden fallen.

Und was dabei passiert, ist offensichtlich: Bis zu mit 370 km/h durch die Luft rasende Rotorblätter töten und verletzen auch diese Fledermäuse und Vögel.

Aber natürlich ist die Kette noch länger. Wo immer große Mengen toter und verwundeter Fledermäuse und Vögel anfallen, werden unvermeidlich auch große Raub- und Aasvögel angelockt wie Eulen, Bussarde, Geier, Falken, Adler, Milane, Habichte usw. Sie kommen, um die lebenden, verwundeten oder toten Vögel zu fressen, welche zuvor gekommen waren, um lebende, verwundete oder tote Insekten zu fressen … und da auch diese auf der Jagd nach Nahrung ihrer Umwelt keine Aufmerksamkeit schenken, ereilt die Raubvögel das gleiche Schicksal wie die kleineren Vögel, Fledermäuse und Tausende Insekten.

Wie viele Vögel kommen auf diese Weise zu Tode? Die einfache Antwort lautet: viel zu viele! Aber es ist schwer, das genauer zu beziffern, weil die Windindustrie-Gewaltigen das als Betriebsgeheimnis hüten und ihre Zahlen nie veröffentlichen werden. Die Audobon-Gesellschaft sagt dazu:

Windturbinen töten geschätzt 140.000 bis 328.000 Vögel in jedem Jahr in den USA.“.

Hunderttausende … aber das ist lediglich eine Schätzung, und die Schätzungen werden jedes Mal nach oben korrigiert. Aus Hawaii, einem der wenigen Orte, wo die Bekanntgabe derartiger Verluste gesetzlich vorgeschrieben ist, kommen z. B. aus dem Jahr 2017 Beiträge wie diese: „Wind farms killing more bats than expected“ oder „Hawaii windmills take a toll on endangered animals“.

Richtig … ich wette, es werden mehr Tiere getötet als erwartet.

Ich denke, dass der Grund dafür, dass die Menschen fortwährend die Todesfälle von Vögeln und Fledermäusen durch Windturbinen unterschätzen, darin liegt, dass man niemals die Insekten in Erwägung zieht. Sie glauben, dass ein zufällig durchfliegender Vogel nur ab und zu einmal vom Rotorblatt einer Windturbine getroffen wird, wenn er über die Landschaft fliegt … die Menschen machen sich einfach nicht klar, dass stattdessen die Fledermäuse und Vögel angelockt werden durch vermeintlich leichte Beute – und in der Folge beim Irrflug durch die Turbinenlandschaft das Ergebnis vorhersehbar ist.

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[Die Übersetzung des Schluss-Absatzes aus dem ganz oben verlinkten Beitrag lautet: Solar- und Windenergie sind schlimmer als nutzlos. Nutzlosigkeit wäre schon schlimm genug, aber sie ist außerdem horrend teuer, und Subventionen machen alles noch schlimmer. Die Bevölkerung in UK zahlt mehr an Subventionen pro Kilowattstunde als die USA für den gesamten Stromverbrauch aufbringen. Und was dann noch hinzukommt – die Windmühlen verschleißen viel schneller als jeder außer einigen Zynikern wie ich selbst gedacht hatten].

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/08/21/explaining-wind-turbine-lethality/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Beeinflusst der SCHWABE-Zyklus der Sonnen­aktivität die Häufigkeits­verhältnisse der Großwetter­lagen in Deutschland?

Warum der SCHWABE-Zyklus?

Der Klimaforscher LUDGER LAURENZ hat in seiner am 8. August 2019 erschienenen Arbeit „Bedeutung des Startimpulses der Sonne im Jahr des Sonnenfleckenmaximums für den Nachweis von Sonnensignalen in verschiedenen Klimagrößen“ den zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Stadium der Sonnenaktivität ab dem Maximum des SCHWABE-Zyklus und verschiedenen Klimagrößen, wie etwa der Niederschlagsmenge in Münster, untersucht und interessante Zusammenhänge gefunden. Die Sonnenfleckenzahlen, welche die Sonnenaktivität, wenngleich nur grob, abbilden (viele Flecken bedeuten tendenziell eine hohe Aktivität), liegen seit etwa der Mitte des 18. Jahrhunderts lückenlos, davor lückig bis etwa 1600, vor. Leider begrenzen die meisten anderen Beobachtungs- und Messreihen die zeitlichen Auswertungsmöglichkeiten auf die Mitte bis das letzte Viertel des 19. Jahrhunderts. Alle etwa 9 bis 13 Jahre, im Mittel gut alle 11 Jahre, weist die Sonnenfleckenzahl ein mehr oder weniger deutlich ausgeprägtes Maximum auf; dieser kürzeste der Sonnenaktivitätszyklen wird nach seinem Entdecker, Samuel Heinrich Schwabe, SCHWABE-Zyklus genannt:

Abbildung 1: SCHWABE-Zyklus der Sonnenaktivität. Jede der Spitzen steht für ein Aktivitätsmaximum. Quelle der Abbildung: Wikipedia

Für die Untersuchungen des Einflusses auf Klimagrößen wird stets das Jahr des Maximums, bei jahreszeitlichen oder monatsweisen Untersuchungen die mit dem Maximum zusammenfallende oder diesem unmittelbar folgende Jahreszeit oder der mit ihm zusammenfallende oder folgende Monat als „Startpunkt“ gewählt. Da die Häufigkeitsverhältnisse der Großwetterlagen und das Deutschland-Flächenmittel der Lufttemperatur erst seit 1881 relativ sicher vorliegen, ergeben sich folgende 13 Startjahre als „Jahr 1“: 1883, 1893, 1905, 1917, 1928, 1937, 1947, 1958, 1968, 1979, 1989, 2001, 2014. Weil die Maxima der Jahre 1894 und 1906 sehr zeitig (Jan./Feb.) auftraten, wurden für die Jahresbetrachtung die Vorjahre 1893 und 1905 gewählt. LAURENZ wies unter anderem nach, dass das fünfte, sechste und siebente Jahr nach dem Sonnenfleckenmaximum mit erhöhter Wahrscheinlichkeit in Münster zu trocken ausfielen; aktuell entspricht das den Jahren 2018 (Treffer), 2019 (wahrscheinlich Treffer), und 2020. Betrachtet man das Deutschland-Jahresmittel der Zyklusjahre, so zeigen sich ähnliche Verhältnisse; besonders trocken waren die Jahre 5 und 7 nach dem Zyklusmaximum, doch auch das Jahr 2 war recht trocken; während das sechste Jahr das Langjährige Mittel erreichte:

Abbildung 2: Besonders trocken fielen die Jahre 2, 5 und 7 nach dem Zyklusmaximum aus; besonders feucht die Jahre 8 bis 11. Die Ergebnisse sind wegen der geringen Zahl der Vergleichsfälle und der Ungenauigkeiten der Niederschlagsmessungen, speziell in den Anfangsjahren, mit Vorsicht zu betrachten!

Die Jahresverhältnisse bezüglich Temperatur und Häufigkeit von Großwetterlagen

Die Jahresmittel der Lufttemperaturen der einzelnen „Zyklusjahre“ stellen sich folgendermaßen dar; sie liegen relativ genau bis 1881, mit größeren Ungenauigkeiten bis 1761 vor; was alle 24 bislang genauer dokumentierten Sonnenfleckenzyklen abdeckt:

Abbildungen 3a und 3b: Oben 3a, bis 1881 zurück. Besonders warm fielen die Jahre 2, 7 und 11 nach dem Zyklusmaximum aus; besonders kühl die Jahre 6 und 8. Unten 3b, bis 1761 zurück, dabei hat sich das erste Maximum ins 4. Zyklusjahr verschoben; aber die Maxima im 7. und 11. Zyklusjahr blieben erhalten, ebenso ein Minimum im 6. Jahr; Jahr 11, unmittelbar vor dem nächsten Zyklusmaximum, ist nun das wärmste. Es ist zu beachten, dass die Sonnenaktivität ihre geringsten Werte etwa zwischen dem 5. und 7. Jahr nach dem Startjahr erreicht; danach steigt sie wieder an; was auch die wieder steigenden Temperaturen gegen Ende (Jahre 9 bis 11) erklärt.

Das zum 6. Jahr gehörende Jahr 2019 (noch nicht in der Auswertung enthalten), wird sich freilich nicht in die Reihe der besonders kühlen „Sechser“ (1888, 1922, 1933, 1942, 1952 und 1963) einordnen – ein Hinweis auf den Dank längerer Sonnenscheindauer, häufigerer Südlagen und der WI-Effekte zu beobachtenden Erwärmungstrend in Deutschland. Auffällig waren in diesem, wie schon im vergangenen Jahr, die häufigen Witterungsanomalien, gekennzeichnet durch eine Häufung der zu Extremen neigenden Nord-, Süd- und Ostlagen; Näheres dazu hier und hier. Tatsächlich deutet sich bei diesen „meridianen“ oder „meridionalen“ Lagen ein Häufigkeitsmaximum im sechsten Zyklusjahr an; Selbiges gilt für die Nordlagen alleine:

Abbildung 4: Im 1., 6., 8. und 9. Zyklusjahr waren meridionale Lagen (grau), die zu Extremwetter neigen, besonders häufig; während antizyklonale Lagen im 2. Zyklusjahr ihr Maximum hatten; doch zwischen dem 4. und dem 7. Zyklusjahr waren diese zu Niederschlagsarmut neigenden Lagen ebenfalls relativ häufig.

Abbildung 5: Häufigkeitsmaximum der Nordlagen im 6. Jahr; das der Westwetterlagen hingegen im 2., 8. und 10. Zyklusjahr.

Es deuten sich also Einflüsse der solaren Aktivität auf die Temperaturverhältnisse und die Großwetterlagenhäufigkeiten in Deutschland an – wenngleich bei der hohen Streuung der Werte und der geringen Anzahl der 13, ab dem 6. Jahr nur 12, ab dem 10. Jahr nur 11 und im 11. Jahr nur 7 Vergleichsjahre keine sicheren Aussagen möglich sind.

Ein Ausblick auf den Herbst

Der bevorstehende Herbst 2019 wirft natürlich die Frage auf, welche Herbstwitterung uns im sechsten Herbst nach dem Sonnenfleckenmaximum erwarten könnte. Auch wenn diese Zyklusmethode wegen ihrer geringen Signifikanz nie allein für Jahreszeiten- oder Monatsprognosen verwendet werden sollte, so könnte sie doch grobe Hinweise geben; unter anderem den, dass der sechste Herbst nach dem Sonnenfleckenmaximum tendenziell eher verhalten, vielleicht gar kühl verlaufen könnte:

Abbildung 6: Der sechste Herbst gehörte (bislang) zu den kühlsten im Zyklusverlauf; wärmster Herbst war der unmittelbar auf das Sonnenfleckenmaximum folgende.

Bliebe noch die Frage, welche Großwetterlagen im sechsten Zyklusherbst auffällig gehäuft auftaten; die nächste Grafik beantwortet es:

Abbildung 7: Im sechsten Zyklusherbst waren Zentralhoch- und Nordwestlagen auffallend häufig.

Es könnte also eine Häufung von Hochdruck- und Nordwestwetterlagen geben. Freilich müssen auch andere Umstände betrachtet werden. Wegen der sehr geringen Ausdehnung des arktischen Meereises im Sommer kann ein zirkulationsträger, an Westlagen armer Herbst 2019 erwartet werden:

Abbildung 8: Tendenziell weniger Tage mit Westwetterlagen im Herbst in Mitteleuropa bei geringerer Ausdehnung des Arktis-Meereises im Sommer.

Auch die nach dem warmen Sommer erhöhten Wassertemperaturen der Nord- und Ostsee sind zu beachten; sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit für einen eher milden Herbst, was auch das CFSv2-Modell und die meisten anderen Langfristmodelle so prognostizieren. Abschließend soll noch der erste Herbstmonat kurz betrachtet werden. Der sechste September nach dem Zyklusmaximum zeichnete sich – ähnlich wie der gesamte Herbst – durch eher verhaltene Temperaturen und eine Häufung nordwestlicher und nördlicher sowie von Zentralhochlagen aus.

Zusammenfassung: Die einzelnen Jahre ab dem Maximum des SCHWABE-Zyklus der Sonnenaktivität unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Temperatur-, Niederschlags- und Witterungsverhältnisse; aufgrund der geringen Zahl der Vergleichsfälle sind die Ergebnisse freilich mit Vorsicht zu bewerten. Tendenziell sind die Jahre um das Zyklusmaximum reicher an antizyklonalen Lagen und weisen weniger zu Extremwetter neigende Nord-, Süd- und Ostlagen auf, als zur Zyklusmitte und im letzten Zyklusdrittel. Für den Herbst 2019, welcher zu den sechsten Herbsten nach dem Zyklusmaximum gehört, deuten sich häufigere Zentralhoch- und Nordwest-, aber weniger Westlagen an; außerdem scheint der Herbst 2019 weder sehr regenreich noch extrem warm zu verlaufen. Das siebente Zyklusjahr (2020) könnte nach diesen Ergebnissen relativ trocken und warm verlaufen.

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher




Wie man den Bürger als immer dümmer verkauft…

Was die Bildzeitung über die Edertalsperre schreibt

Bild,de 05.07.2019: Wenn Sonne und Wind versagen Dieser See rettet Hessens Stromversorgung
Edertal – Alle reden über grüne Energie, Hessen hat sie: Fast die Hälfte des bei uns produzierten Stroms stammt aus erneuerbaren Energien. Doch was ist, wenn weder Sonne scheint, noch Wind geht?

Bild weiß wundersame Daten: 100.000 Haushalte können damit ein Jahr lang mit Strom versorgt werden

Bild.de 05.07.2019: … Dann kommt einer der größten Energiespeicher Hessens zum Einsatz: das Pumpspeicherwerk Waldeck 2. Am Rande des Edersees lagern in einem 330 Meter hoch gelegenem Speicherbecken fünf Millionen Liter Wasser. 100.000 Haushalte können damit ein Jahr lang mit Strom versorgt werden …

Was eine einfachste Dreisatzrechung ausweist

Laut einem Exkursionsbericht der TU Darmstadt [1] hat das besagte, laut Bildzeitung so überaus „rettungsfreudige“ Speicherkraftwerkt die folgenden Leistungsdaten:
Vollast: 480 MW,
Vollastdauer: 8 Stunden,
und somit einen Energieinhalt von 480 MW x 8 Stunden = 3.840 MWh

Die mittlere Haushaltsgröße in Deutschland beträgt laut Umweltbundesamt: mittlere Haushaltsgröße 2 Personen
Ein Zweipersonenhaushalt in einer Wohnung benötigt im Jahr:
2.500 kWh ohne Warmwasserbereitung,
3.000 kWh, wenn in einem Haus wohnend,
3.600 kWh, wenn Warmwasser mit Strom erzeugt wird

Wir nehmen als mittleren Haushalts-Jahresbedarf 3.000 kWh an. Damit lassen sich:
3.840.000 kWh/3.000 kWh = 1.280 mittlere 2-Personen-Haushalte ein Jahr lang versorgen, oder die genannten, 100.000 Haushalte ungefähr 112 Stunden, oder 4,7 Tage lang.

In Wirklichkeit sind es also nur 1,3 % der von Bild gemeldeten Anzahl „geretteter“ Haushalte

1.280 mittlere Haushalte, anstelle der von Bild angegebenen, 100.00 sind lediglich – noch dazu aufgerundete – 1,3 %. Diese Diskrepanz zu den von der Bild-Zeitung genannten 100.000 Haushalten ist so groß, dass wirklich jegliche Toleranzen in der Betrachtung im Fehlerrauschen mehr als verschwinden.

Es stellt sich damit aber die Frage: Ist die Bild-Redaktion wirklich so blöde, oder hält sie nur ihre Leser dafür? Allerdings ist beides ein Beleg für die inzwischen wirklich unterirdische, fachliche Qualität (oder eher: bewusste Verblödung) von Ökoenergie- und Klimaexpertisen [2], aufgrund deren unser einst weltweit hervorragendes Energiesystem von einer angeblichen „Intelligenz“ mit eiserner Konsequenz systematisch zerstört wird.

Kein Wunder, dass da eine 16jährige, schulschwänzende Schülerin und die „Freitagshüpfer“ leicht mithalten können, ja solche „Experten“ (einschließlich unserer etablierten Bundestagsparteien und deren „unfehlbaren“ Kanzlerin) sogar „vor sich hertreiben“.

Der Autor dankt einem EIKE-Blogleser für den Hinweis

Quellen

[1] TU Darmstadt: Das Pumpspeicherkraftwerk II Gruppe H Exkursionsbericht Wintersemester 2014/15

[2] EIKE 16.August 2019: Bei Hitzewellen: Erneuerbarer Strom ja bitte. Oder: Wer rettet Deutschland und Frankreich vor dem Ökostrom?