Über Greta Thunberg und Jugend-Klimaak­tivismus

Diese Hysterie fand wieder einmal viel Nahrung während der „Klima-Woche“, als eine 16-jährige un- oder falsch informierte Schulschwänzerin und die internationale Öffentlichkeit scheltende Greta Thunberg davor warnte, dass die Welt bald untergehen wird, wenn die Regierungen nichts tun, um den Klimawandel zu verhindern. Die wutentbrannte Teenagerin Thunberg geißelte zunächst den Kongress der USA, von welchem sie zu einer Rede eingeladen worden war, und danach die ganze Welt, als sie vor den UN rief „Ihr habt mir meine Träume und meine Kindheit gestohlen … wir stehen am Beginn eines Massen-Aussterbens, und alles,worüber ihr redet, ist Geld und Märchen von ewigem wirtschaftlichem Wachstum. Wie könnt ihr nur?“

Es ist ein trauriger Kommentar hinsichtlich des Zustandes unserer Gesellschaft, dass Thunbergs auf falschen Informationen beruhenden Meinungen eine derartig hohe Aufmerksamkeit auf der Weltbühne zuteil wird. Ironischerweise werde ich unentwegt von progressiven Aktivisten beschimpft, weil ich es wage, über den Klimawandel zu sprechen, obwohl ich kein „Klima-Wissenschaftler“ bin oder noch nie etwas zum Thema Klima in der begutachteten Literatur veröffentlicht habe. Ich konnte bisher keinerlei belege dafür finden, dass Thunberg einen Grad in irgendeinem Bereich der Forschung hat, geschweige denn im Bereich Klimawissenschaft. Im Gegensatz zu Thunberg habe ich zum Thema Klimawandel seit über 20 Jahren geforscht und geschrieben, also länger als sie überhaupt auf der Welt ist. Und doch werden ihre Ansichten, und nicht meine auf Wissen beruhenden Ansichten ernst genommen.

Was immer man denken mag über meine oder Thunbergs Qualifikationen, um zu Klima-Themen Stellung zu nehmen – gerade mal eine Woche bevor die UN sie bekniet haben, die Welt wegen ihres Verbrauchs fossiler Treibstoffe auszuschimpfen, sandte eine Gruppe von 500 ausgezeichneten Klimaforschern – wahre Experten – einen Brief an UN-Generalsekretär António Guterres und die Geschäftsführerin des UNFCCC Patricia Espinosa Cantellano einen Brief, dessen erster Satz offen und unverblümt lautete [übersetzt] „Es gibt keinen Klima-Notstand“. Weiter heißt es in dem Brief: „Die gegenwärtige Klimapolitik unterminiert sinnlos und ernsthaft das ökonomische System. Sie setzt das Leben vieler Menschen aufs Spiel in Ländern, denen der Zugang zu bezahlbarem und störungsfreier Stromversorgung verwehrt wird. Wir drängen darauf, dass Sie einer Klimapolitik folgen, die auf ordentlicher Wissenschaft, realistischer Ökonomie und aufrichtigen Sorgen um all jene basiert, die durch kostspielige, jedoch unnötige Versuche der Abschwächung geschädigt werden“.

Keiner der Unterzeichner des Briefes – Experten mit kumulierten hunderten von Jahren der Klimaforschung und tausender begutachteter Veröffentlichungen – wurde gebeten, ihre Standpunkte vor dem US-Kongress und den UN zu erläutern.

Das Heartland Institute hat am gleichen Tag und in der gleichen Stadt, als die UN ihren Klimagipfel abhielten, eine Diskussion über Klimawissenschaft und Politik moderiert, auf welcher Klimawissenschaftler, alle mit Ph.D., erklärten, warum der Klimawandel, der natürlich im Gange ist, vermutlich nicht primär vom Menschen verursacht ist, und dass es viele stichhaltige Belege dafür gibt, dass eine Klimakatastrophe nicht zu erwarten ist. Weder der Kongress noch die UN wollte von diesen Experten irgendetwas wissen.

Leider Gottes ist das keine Überraschung. Es passt einfach nicht in die Agenda, Furcht zu verbreiten, um den Regierungen zu erlauben, immer mehr Kontrolle über unser individuelles Leben zu erlangen. Schon vor Jahrzehnten schrieb der Journalist H. L. Mencken: „Das einzige Ziel der Politik in der Praxis ist es, die Bevölkerung in Alarmstimmung zu halten (und daher Beifall klatschend allen folgt, welche sie in Sicherheit bringen). Zu diesem Zweck wird die Bevölkerung mit einer endlosen Folge von Kobolden konfrontiert – allesamt imaginär“. Traurigerweise hat sich nichts geändert, seit Mencken diese weitsichtigen Worte schrieb.

In Climate Change Weekly 334 schrieb ich über Erwachsene, welche junge Menschen psychologisch verletzen und emotional missbrauchen in Gestalt eines konstanten Bombardements von Behauptungen, dass die Welt infolge des vom Menschen verursachten Klimawandels untergeht. „Unter den perversesten und gefährlichsten Folgen des ,Klima-Betrugs‘, welcher fast täglich mit Fake News in den Massenmedien beschwört wird, sind die verheerenden Auswirkungen dieser Masche auf die Gesundheit und das psychologische Wohlergehen von Kindern aller Altersstufen“, schrieb ich. Kein Kind ist ein größeres Opfer dieses Missbrauchs als Greta Thunberg. Wie in vielen Artikeln und von vielen Autoren beschrieben, ist nie ein Kind schlimmer manipuliert und zum Voranbringen einer Agenda missbraucht worden als Greta Thunberg.

Thunbergs gerechte Empörung ist gerechtfertigt, geht aber in die falsche Richtung. Anstatt die Welt anzuprangern ob deren Verbrauchs fossiler Treibstoffe, um die Wirtschaft zu fördern, sollte sie frühere Generationen für die Entdeckungen zu würdigen, wie man fossile Treibstoffe zum Nutzen der Menschheit einsetzt (einschließlich ihres eigenen Vorteils, obwohl sie das nicht merkt). Und sie sollte die Erwachsenen um sie herum tadeln, ebenso wie das Bildungssystem ihres Landes, machthungrige Politiker und die Mainstream-Medien, weil all diese sie nicht über jenen Nutzen aufgeklärt haben, sondern sie und andere Jugendliche stattdessen geängstigt haben mit dem imaginären Gespenst einer anthropogenen Klima-Katastrophe.

Jawohl, Greta, im Gegensatz zu der Indoktrination, der du ausgesetzt warst, geht es der Welt besser als jemals zuvor, teilweise auch wegen fossiler Treibstoffe, und du hast eine glänzende Zukunft vor dir, falls die Klima-Depression dich nicht dieser Zukunft beraubt.

Hier folgen einige der Tatsachen, die man Greta nicht nahe gebracht hat:

Fossile Treibstoffe sind die Grundlage der modernen Medizin. Obwohl es möglich ist, dass Greta zu Hause geboren worden ist mit oder ohne eine Hebamme, stehen die Chancen sehr gut, dass ihr sowie der großen Mehrheit ihrer schwedischen Landsmänner und -frauen eine moderne medizinische Einrichtung zur Verfügung stand, welche 24 Stunden am Tag in Betrieb ist, angetrieben durch Strom, mit Kunststoffen, Kühlung, Licht, elektronischen Geräten, Inkubatoren und sterilisierten medizinischen Geräten aus rostfreiem Stahl – allesamt entwickelt, angetrieben und übermittelt durch fossile Treibstoffe.

Fossile Treibstoffe sind die Grundlage moderner Landwirtschaft. Die Erzeugung von Nahrungsmitteln hat zugenommen, sogar noch, obwohl die Flächen für Ackerbau abgenommen haben. Ehemalige Äcker sind von Wäldern und Grasflächen zurück erobert worden, dank zweier hauptsächlicher Faktoren: 1) die großräumige Anwendung und der Gebrauch moderner Landwirtschaftstechnik, von denen viele von fossilen Treibstoffen abhängen, und 2) durch den gestiegenen Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre. Obwohl weltweit 700 Millionen Menschen nach wie vor unter dauerhaftem Hunger leiden, hat die Anzahl hungernder Menschen den UN zufolge seit dem Jahr 1990 um zwei Milliarden abgenommen. Außerdem zeigen Forschungen, dass jetzt rechnerisch jedem Menschen 17% mehr Nahrungsmittel zur Verfügung stehen als noch vor 30 Jahren – alles während einer Periode eines vermeintlichen gefährlichen Klimawandels, den man den menschlichen Kohlendioxid-Emissionen in die Schuhe schiebt.

● Fossile Treibstoffe retten Leben. Die Armut in der Welt hat während der jüngsten Erwärmung rapide abgenommen, hauptsächlich als Folge der Entwicklung und des zunehmenden Verbrauchs fossiler Treibstoffe. Trotz der um 3,2 Milliarden angewachsenen Bevölkerung seit 1968 ist die Armut schneller zurück gegangen als zu jeder anderen Zeit in der Menschheitsgeschichte. 44% der Weltbevölkerung lebten im Jahre 1981 in absoluter Armut. Im Jahre 2015 waren es unter 10%.

● Länder mit hohem Verbrauch fossiler Treibstoffe sind allgemein wohlhabender, und wohlhabendere Länder sind widerstandsfähiger gegen Naturkatastrophen als ärmere Länder, denen es an Zugang zu fossilen Treibstoffen fehlt. Wohlhabendere Länder sind besser in der Lage, Naturkatastrophen rechtzeitig zu erkennen; sie verfügen über eine bessere Infrastruktur, wenn es dazu kommt, und sie erholen sich schneller nach solchen Ereignissen. Das Wohlstands- und Entwicklungsniveau eines Landes ist fast vollständig verantwortlich für die Stärke, unter der Menschen während und nach einer Naturkatastrophe leiden. Und außerdem, eine entscheidende Komponente des Wohlstands eines Landes ist der Zugang zu billiger, zuverlässiger Energie – und hierfür sind fossile Treibstoffe am besten geeignet.

● Fossile Treibstoffe decken 81% des globalen Primär-Energiebedarfs. Mit dem zunehmenden Verbrauch fossiler Treibstoffe hat auch das menschliche Wohlergehen zugenommen. Das Census Bureau der USA meldete im Jahre 2016, dass global die Lebensdauer von Menschen seit 1970 um 35 Jahre zugenommen hat, einher gehend mit einer Abnahme der Sterberate in allen Altersgruppen einschließlich der 60-jährigen oder noch älteren. Zieht man die offizielle UN-Definition von Armut heran (1 Dollar pro Tag), ist die Armutsrate der Welt zwischen 1970 und 2006 um 80% gesunken, und die Anzahl der Armen sank von 403 Millionen im Jahre 1970 auf 152 Millionen im Jahre 2006. Die Raten von Armut, Hunger und Kindersterblichkeit sind nach wie vor rückläufig und die mittlere Lebenserwartung steigend – seit dem Datum der Geburt von Greta Thunberg während einer Periode des intensiven Verbrauchs fossiler Treibstoffe.

Der Kolumnist Scott Adams schreibt: „Die UN schätzen, dass die ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels die Wirtschaft während der nächsten 80 Jahre um 10% schrumpfen lassen wird. Was man uns nicht sagt ist, dass die Wirtschaft bis dahin etwa fünf mal stärker und besser sein wird, so dass man diese 10% nicht einmal bemerken würde, zu denen es nicht gekommen ist. Und dieser Worst Case tritt nur ein, wenn wir gar nichts bzgl. Klimawandel tun, was nicht der Fall ist“.

Die Erwachsenen in Gretas Leben haben es versäumt, ihr diese entscheidenden Fakten zu vermitteln. Darüber sollte sie zornig sein.

Schließen möchte ich mit einem Zitat des Kolumnisten Rich Lowry, der begründet, warum wir die Greta-Manie nicht ernst nehmen sollten:

Es gibt einen Grund, warum wir nicht auf Teenager schauen, wenn es um Betrug in der öffentlichen Politik geht. Mit sehr seltenen Ausnahmen haben uns Kinder nichts Interessantes zu sagen. Sie wiederholen einfach, was die Erwachsenen (oder andere Kinder) ihnen eingetrichtert haben, ohne Nuancierungen und Reife. Vielleicht hat jemand ihre Kindheit gestohlen, aber die Schuldigen findet man nicht in der Turtle Bay [?]. Kinder sind mächtige Schachfiguren. Das Schlagwort ,für die Kinder‘ hat einen verführerischen politischen Appeal, während Kinder ihren erwachsenen Helfern zweifach entgegen treten. Die gleichen Leute, die sagen „Die Welt muss auf dieses 16-jährige Mädchen hören“ werden sich gegen jedermann, der dem widerspricht sagen: „Wie kannst du es wagen, ein 16-jähriges Mädchen zu kritisieren?“

SOURCES: National Review; Scott Adams; The Heartland Institute; The Heartland Institute; PBS; Climate Change Weekly 334 [in deutscher Übersetzung hier]; The American Spectator; Clintel

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Merkel, das IPCC und die Geister, die sie rief: Teil 5 – Fossil­freier Strom 2038?

Nachdem in den Teilen 1-4 die aktuelle Situation bei der Stromerzeugung analysiert worden war, wird hier untersucht, wie der künftige Energiemix im Jahre 2038 voraussichtlich aussehen soll und welche Veränderungen dies auf unser Stromversorgungssystems haben würde. Da Vorhersagen der Zukunft bekanntlich riskant sind, begnügen wir uns stattdessen mit einer vom Anspruch her deutlich bescheideneren „Was-wäre-Wenn“-Betrachtung. Zunächst müssen hierfür einige Annahmen getroffen werden. Wir gehen dabei von folgendem Szenario aus:

– Der Verbrauch von Strom verbleibt unverändert auf dem Niveau des Jahres 2018

– 2038 gibt es in Deutschland keine fossil betriebenen Kraftwerke und auch keine Kernenergie mehr

– Es gibt keinen weiteren Ausbau von Wasserkraft-, Biomasse- und Hausmüllkraftwerken: Die von diesen Quellen erzeugten Strommengen werden als konstant angenommen.

– Der Ausbau der Fotovoltaik wird wegen der ungleich höheren Kosten (nach heutigen Fördersätzen ist Solarstrom dreimal so teuer wie Windstrom) bei 100.000 MW gedeckelt.

– Der gesamte restliche Bedarf muss also durch Windstrom gedeckt werden. Aufgrund der begrenzten Ausbaumöglichkeiten auf See (Erhalt der Zugänglichkeit der Häfen Bremen und Hamburg für den Schiffsverkehr!) bleibt es beim heutigen Verhältnis zwischen Onshore- und Offshoreproduktion.

– Unterstellt wird, dass die Wetterverhältnisse sowie das Verbrauchsverhalten Deutschlands im Jahr 2038 exakt denjenigen des Jahres 2018 entsprechend. Dies ermöglicht es, die Zahlenwerte von 2018 als Basis einer Projektion in die Zukunft zu verwenden. Betrachtet werden die Anforderungen an die Infrastruktur, d.h. die Kapazitäten des Stromnetzes, die Speicher und die Backup-Kraftwerke.

Die Zahlen – 2018 und 2038

Den Daten der Bundesnetzagentur zufolge lieferten Deutschlands Stromerzeuger im Jahr 2018 die folgenden Strommengen ins Netz:

Ausgehend von den oben dargelegten Annahmen würden sich die Zahlen für 2038 nach Wegfall der fossilen und Kernkraftwerke dann zunächst wie folgt darstellen:

In diesen Zahlen sind Speicherverluste von 70 % für die ständig erforderliche Ein- und Ausspeicherung von Strom zur Stabilisierung der Versorgung (auf Tages-, Monats- und Jahresbasis) bereits berücksichtigt, siehe weiter unten. Im Bereich Fotovoltaik entspricht die Steigerung von 43.036 MW auf ca. 100.000 MW einem Multiplikator von 2,32, der auch für die eingespeiste Strommenge zugrunde gelegt wird. Bei Offshore- ebenso wie bei Onshorewind als den Haupt-Leistungsträgern der künftigen Stromversorgung wurde zur Anpassung an die erforderliche Stromerzeugung eine Steigerung der installierten Leistung um den Faktor 4,81 vorgenommen. Wie weiter unten noch erläutert wird, sind darin auch die Speicherverluste berücksichtigt, die durch entsprechende Überproduktion kompensiert werden müssen. Wegen der Schwankungen von Wind- und Solarstromerzeugung werden in „guten Zeiten“ sowohl Wind- als auch Solarstrom in Mengen produziert werden, die den eigentlichen Netzbedarf deutlich überschreiten. Dadurch wird die Frage der Speicherung akut. Leider verfügt Deutschland nicht einmal näherungsweise über die Speicherkapazitäten, die für die Bewältigung der dann anfallenden Mengen ausreichen würden. Bis zur Bereitstellung entsprechender Kapazitäten stellt sich natürlich die Frage, was bei einer über dem Netzbedarf liegenden Stromerzeugung mit der Produktion der übrigen „Erneuerbaren“ Wasserkraft, Biomasse, Pumpspeicherkraftwerke sowie den „Sonstigen Erneuerbaren“ geschieht. Selbst Solar und Wind könnten miteinander in Konflikt darüber geraten, wer bei einem Überangebot noch ins Netz einspeisen darf. Während die Erzeuger von Strom aus Biomasse sowie zumindest ein Teil der „Sonstigen“ für ihre vorhandenen Anlagen auf gesetzlich zugesicherte Abnahmegarantien pochen dürfen, werden die nicht geförderten Betreiber von Wasserkraftwerken sowie Pumpspeicherkraftwerken ihren Betrieb vermutlich wegen Unrentabilität einstellen müssen.

Wie speichern?

Unheilbare Erbkrankheit der Stromerzeuger Wind und Solar ist die Tatsache, dass sie vom Wetter abhängen. Der so „geerntete“ Strom müsste prinzipiell sofort genutzt werden, wenn er anfällt. Da dies in einer modernen Industriegesellschaft nicht möglich ist, müsste bei Überproduktion Strom gespeichert werden, um in Mangelsituationen zur Verfügung zu stehen. Um Antworten bezüglich des „Wie“ haben sich die Verfechter von Wind- und Solarenergie bisher herumgedrückt. Stattdessen kommen Sprüche wie „Eine relevante Dimension erreicht der Speicherbedarf ab einem regenerativen Anteil von 60–80 % an der Stromversorgung; bei geringeren Anteilen sind Flexibilitätsoptionen“ wie

– Lastmanagement (in Wahrheit das „Totlegen“ ganzer Stadtviertel),

– flexibler Betrieb von konventionellen Kraftwerken (ist ab 2038 nicht mehr möglich)

– Ausbau der Stromnetze (hierauf wird weiter unten eingegangen)

dann die angeblich ökonomisch zweckmäßigeren Optionen zum Ausgleich der Schwankungen.

Tatsache ist jedoch, dass angesichts der stark fluktuierenden Erzeugung von Sonne und Wind Speicher zur Verfügung gestellt werden müssten, welche bei den (oft sehr heftigen) Leistungsspitzen den Überschuss aufnehmen, um ihn dem Netz dann in Flauteperioden wieder zur Verfügung zu stellen. Damit stellt sich die Frage nach den hierfür verfügbaren Technologien sowie die nach ihrem Wirkungsgrad.

Die Kapazität der hierfür zur Verfügung stehenden Pumpspeicher ist völlig unzureichend und lässt sich im Prinzip nicht erweitern. Batterien sind angesichts der geforderten Größenordnungen indiskutabel: So könnte beispielsweise die gesamte Batterie-Jahresproduktion von Tesla die USA gerade einmal für drei Minuten mit Strom versorgen.

Als Alternative wird die Umwandlung von überschüssigem „EE“-Strom in sogenanntes „Windgas“ mit anschließender Rückverstromung in Gaskraftwerken propagiert. Diese Technologien sind jedoch weder erprobt noch ausgereift, und von durchkalkulierten Kostenbetrachtungen kann beim aktuellen Stand der Technik keine Rede sein.

Wie könnten 100 % „erneuerbar“ im Jahr 2038 demnach aussehen?

Als erstes war zu klären, welche minimale Speicherkapazität für die Überbrückung von „Dunkelflaute“-Perioden (also bei gleichzeitiger Unterdeckung von Wind- und Solarproduktion) benötigt wird. Unmittelbar damit verknüpft ist die Frage, wie oft und in welchen Mengen Strom in diese Speicher ein- und ausgespeichert werden muss, denn solche Wechsel erfolgen teils mehrfach täglich. Bei dieser Betrachtungsweise müssen die zusätzlich zur Netzlast ständig auftretenden kleineren und größeren Verluste beim Nachladen der Speicher kompensiert werden. Basis der Kalkulationen sind die viertelstündlichen Erzeugungs- und Verbrauchswerte des Referenzjahres 2018 unter Berücksichtigung entsprechender Multiplikatoren. Dabei ging es um die Ermittlung derjenigen Stromerzeugungskapazitäten, die bei einem Speicherwirkungsgrad von 30 % ausreichen würden, um die erforderlichen Energiemengen in den Pufferspeicher einzuspeisen, damit dessen Energiebilanz nach einem Jahr Betrieb exakt ausgeglichen ist, Bild 2.

Bild 2. Simulierter Verlauf des Speicherinhalts im Verlauf des Jahres 2038 bei 100% EE-Strom und einem Speicherwirkungsgrad von 30 % (Berechnung und Grafik: Autor, Daten)

Zum Verlauf des Speicherinhalts in Bild 2 ist anzumerken, dass der kritische Zeitraum – mit den höchsten Speicherdefiziten von rund neun TWh – erst in der zweiten Jahreshälfte auftrat. Dieses Defizit entspricht dem Gesamtbedarf von etwa sechs Tagen „Dunkelflaute“, d.h. mit mehr oder weniger vollständigem Ausfall der Produktion von Wind- und Solaranlagen. Dazu ist anzumerken, dass 2018 augenscheinlich ein Jahr mit eher wenigen bzw. kurzen Dunkelflaute-Perioden war, denn in anderen Jahren können diese auch schon mal bis zu zwei Wochen andauern. Die Kapazität der Speichermöglichkeiten sollte deshalb bei mindestens 30 bis 40 TWh liegen, um auch in worst-case-Situationen die Versorgung des Landes sicherstellen zu können. Die aktuelle Speicherkapazität der in Deutschland vorhandenen Pumpspeicherkraftwerke liegt dagegen bei lediglich 37,7 GWh, das ist nur rund ein Tausendstel davon. Das Schließen dieser Lücke ist mit keiner derzeit praktikablen Technologie mach- oder finanzierbar. Hier ist definitiv und absolut Ende Gelände für das Märchen von der deutschen Energiewende mithilfe von Wind- und Solarstrom. Kein Wunder also, dass die politisch-ideologischen Verfechter dieses (Alp)-Traums auf entsprechende Fragen hin so tun, als werde dies erst in vielen Jahren akut…

Speichermengen und Speicherverluste

Als nächstes stellt sich die Frage, welche Energiemengen denn im Laufe eines Jahres aufgrund des ständigen Wechsels zwischen Überproduktion und Mangels ein- und ausgespeichert werden müssen und welche Verluste dabei auftreten. Die derzeit üblicherweise verwendeten Pumpspeicherkraftwerke haben einen Wirkungsgrad von lediglich 70 %, d.h. rund ein Drittel der gespeicherten Energie geht verloren. Es gibt allerdings weder in Deutschland noch in Europa ausreichende Ausbaumöglichkeiten. Das gilt auch für die Märchen über die angeblichen Reservemöglichkeiten in Norwegen und Schweden, die von interessierter Seite hartnäckig ins Spiel gebracht werden. Norwegen hat derzeit keine nennenswerten Pumpspeicherkraftwerke, und die Bevölkerung, welche ihre schlechten Erfahrungen mit deutschen Besatzern im zweiten Weltkrieg – um es vorsichtig zu formulieren – nicht vergessen hat, würde sich gegen eine Verschandelung ihrer Natur zugunsten Deutschlands höchst energisch zur Wehr setzen. Außerdem gibt es auch bereits Interesse und auch Leitungsprojekte seitens Dänemark, Großbritannien und den Niederlanden. Liebe Deutsche, ziehen Sie bitte eine Nummer und stellen sich hinten an.

Als Alternative wird immer wieder Wasserstoff bzw. „Windgas“ ins Spiel gebracht. Grundlage der Erzeugung von Windgas ist die Aufspaltung von Wasser, um Wasserstoff zu gewinnen. Dieser könnte dann gespeichert oder zu Methan umgesetzt und bei Strommangel zum Antrieb von Gasturbinen verwendet werden. Während die Speicherverluste beim Pumpspeichern im Mittel bei 30 % liegen, kann man bei der „Windgas“-Schiene von mindestens 70 % ausgehen, auch wenn dies in der zitierten Quelle optimistischer dargestellt wird. Diese Verluste müssen durch entsprechend höhere Stromproduktion ausgeglichen werden, damit dem Netz die jeweils für die Versorgung des Landes benötigten Mengen auch bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden können

Diese Verfahren stehen derzeit zumeist nur im Labor- oder Technikumsmaßstab zur Verfügung. Sie sind weder ausgereift noch großtechnisch erprobt und zudem weitab von vertretbarer Wirtschaftlichkeit. Eigentlich gibt es daher gar keine vertretbaren Speichermöglichkeiten. Kein vernünftiger Mensch würde auf die Idee kommen, das funktionierende Stromerzeugungssystem einer Industrienation in die Tonne zu treten, ohne eine im industriellen Maßstab ausgereifte, bewährte und kaufmännisch durchkalkulierbare Alternative zur Hand zu haben. Unsere Regierung will jedoch genau das tun. Um die Auswirkungen dieses Wahnsinn zu verdeutlichen, wird hier der Form halber ein Simulationsbeispiel durchgerechnet (Bild 3).

Bild 3. Speichersimulation: Im Verlauf des Jahres 2038 auftretender kumulierter jährlicher Energietransfer durch die Speicher sowie der dabei auftretende Verlust in TWh (Berechnung und Grafik: Autor, Daten)

Das Bild 3 verdeutlicht, dass die aufgrund des schlechten Wirkungsgrads der Speicherkette auftretenden jährlichen Verluste bei 145 TWh liegen, das ist mehr als ein volles Viertel (26,9 %) der gesamten Jahresproduktion. Oder anders ausgedrückt: Es ist fast soviel wie die gesamte Jahresproduktion von 158 TWh, welche die gesamte von Deutschland bisher für Kosten von rund 1 Billion € installierte Erzeugungskapazität von Wind- und Solarstrom im Jahr 2018 überhaupt lieferte. Anders ausgedrückt. Wir müssen voraussichtlich nochmals eine zusätzliche Billion € allein nur dafür ausgeben, um die künftig auftretenden Speicherverluste auszugleichen.

Erzeugungsleistungen und Netzkapazitäten

Schon der Blick auf die Tabellen 1 und 2 zeigt, dass sich bei der geplanten Umstellung der gesamten Stromerzeugung auf „erneuerbare“ Erzeugung mit Schwerpunkt auf Sonne und Wind die zu installierende Gesamtkapazität bei den letztgenannten Quellen von ca. 101 GW auf künftig 377,748 GW mehr als verdreifachen wird. Dies bedeutet, dass die Stromleitungen bei den unausweichlichen Schwankungen dieser Erzeuger in den Spitzenzeiten – d.h. bei viel Sonne und Wind – ein wesentlich höheres Stromaufkommen zu bewältigen haben werden als bisher, Bild 4.

Bild 4. Simulation des Verlaufs der Stromerzeugung bei 100 % „EE“-Strom im Jahr 2038 (Berechnung und Grafik: Autor, Daten)

Die Darstellung in Bild 4 zeigt deutlich das wilde Auf und Ab („Zappelstrom“) der Erzeugung mit Ausschlägen zwischen lediglich 11,6 GW und Maximalwerten bis hinauf zu 230 GW. Letzteres bedeutet jedoch, dass mit der Konzentration auf Wind und Sonne als Hauptlieferanten unser gesamtes Stromnetz von den Hochspannungs-Ferntransportleitungen bis herab zu den Mittelspannungs- und Ortsnetzen in seiner Gesamtlänge von 1,8 Mio. km komplett erneuert und verstärkt werden müsste. Dieses Gesamtnetz ist nur für etwa 85-90 GW Erzeugungs- und Verbrauchsleistung ausgelegt. Es müsste daher zumindest in wesentlichen Teilen um den Faktor 3 verstärkt werden, da zusätzlich zur Versorgung der üblichen Verbraucher auch die noch zu errichtenden Umwandler und Speicher versorgt werden müssten. Ganz zu schweigen von den ebenfalls noch längst nicht in der benötigten Anzahl vorhandenen Gaskraftwerken, welche in Flautezeiten die reibungslose Versorgung aufrechterhalten müssten.

Dass es hierbei nicht genügen wird, nur die ca. 35.000 km langen Übertragungsnetze (380/ 220 kV) auszubauen, erklärt sich dadurch, dass nur wenige EE-Erzeuger direkt auf dieser Spannungsebene einspeisen. Die meisten Windparks und größeren Solaranlagen speisen in die Verteilnetze der Hochspannungs- (110 kV) oder der Mittelspannungsebene ein, während private Fotovoltaikanlagen in der Regel auf der Ortsnetzebene (400 V) angeschlossen sind. Beim Ausbau der Erzeugung von Wind- und Solarstrom wird man um eine weiträumige Verstärkung insbesondere der Hochspannungsnetze (aktuelle Länge ca. 96.000 km) sowie der Mittelspannungsnetze (ca. 510.000 km) nicht herumkommen. Mit einigen wenigen 1.000 km „Stromautobahnen“ der Höchstspannungsebene, wie es dem Bürger derzeit unter Bezeichnungen wie „Süd-Link“ vorgegaukelt wird, ist es keinesfalls getan. Statt mittlerer bis höherer zweistelliger Milliardenbeträge wird man dann daher mit Kostengrößenordnungen > 500 Milliarden bis in den Billionenbereich kalkulieren müssen. Dass diese Annahmen realistisch sind, ergibt sich aus der folgenden Betrachtung: Die Transportkapazität von Südlink liegt bei nur 2 GW, während das Investitionsvolumen bei rund 10 Mrd. € liegt. Wenn dies dann in der Presse als „eine Hauptschlagader der Energiewende“ dargestellt wird, bekommt man eine Vorstellung davon, in welchem Umfang das deutsche Volk hier von den Verantwortlichen hinter die Fichte geführt wird. Schließlich zeigt die hier vorgestellte Analyse, dass unsere Netze demnächst statt ca. 85 GW mindestens 230 GW bewältigen müssen. Rechnerisch ergibt sich allein hieraus ein voraussichtlicher Investitionsbedarf von rund 700 Mrd. €. Und es geht ja erst um die Höchstspannungsebene. Für die darunterliegenden Ebenen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt keine auch nur annähernd belastbaren Zahlen oder Schätzungen finden. Man darf jedoch annehmen, dass der entsprechende Aufwand mindestens in der gleichen Größenordnung liegen dürfte wie für die Höchstspannungsebene.

Speicherung und Rückumwandlung

Eine ebenfalls völlig ungeklärte Fragestellung der „Energiewende“ betrifft die erforderlichen Kapazitäten für die Speicherung von überschüssigem Strom in Zeiten hoher Wind- und Solarerzeugung. Als erstes ist die Frage zu klären, um welche Kapazitäten es hierbei denn überhaupt geht, Bild 5.

Bild 5. Simulation des Verlaufs der Produktion von überschüssigen – d.h. über der jeweiligen Netzlast liegenden – Strommengen bzw. des im umgekehrten Fall durch Gasturbinen zu deckenden Stromdefizits im Jahr 2038 (Berechnung und Grafik: Autor, Daten)

Zur Ermittlung der in Bild 5 dargestellten Über- bzw. Unterdeckung wurde die jeweils produzierte Leistung abzüglich des jeweiligen Netzbedarfs viertelstundengenau miteinander verrechnet. Auch hier zeigt sich das für „EE-Zappelstrom“ typische Bild eines wilden Hin und Her, wobei das Problem nicht nur auf dem ständigen Wechsel zwischen Über- und Unterdeckung beruht, sondern auch auf den geradezu atemberaubenden Laständerungsgeschwindigkeiten (Gradienten). Dazu in einem späteren Kapitel mehr. Zunächst ist festzuhalten, dass die Höhe der Überschüsse bei bis zu 158 GW liegt. Die hierfür installierten Wandler (Elektrolyseure) müssen imstande sein, dieses Stromangebot augenblicklich zu verarbeiten und in eine speicherbare Energieform zu überführen. Bei Speicherkraftwerken beträfe dies die maximale Leistungsaufnahme der eingesetzten Pumpen. Diese liegt in Deutschland bei insgesamt lediglich 6,5 GW, d.h. bei lediglich einem Vierundzwanzigstel des erforderlichen Werts. Mehr ist nicht machbar, die Topologie Deutschlands (sowie Bürgerinitiativen) erlauben keine Ausbaumöglichkeiten. Ebenso sieht es auch in den direkten Nachbarländern aus. Selbst in den Alpenrepubliken Österreich und Schweiz, wo man noch am ehesten Hochtäler fluten und in Pumpspeicherbecken verwandeln könnte, sind die vorhandenen Kapazitäten ausgereizt und Neubauten nicht in Sicht. Der Spruch der früheren Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard von der „Schweiz als Batterie Europas“ hat sich schon längst als Geschwätz entpuppt. Dass in Norwegen, wohin derzeit ein direktes Seekabel mit der Bezeichnung „NordLink“ verlegt wird, wohl kaum Bereitschaft zu finden sein wird, größere Naturzerstörungen in Kauf zu nehmen, wurde bereits weiter oben erläutert. Eine kurze Kapazitäts- und Kostenbetrachtung zeigt, dass NordLink bei geschätzten Kosten von bis 2 Mrd. € eine Kapazität von lediglich 1,4 GW bietet. Für den Transport der benötigten 158 GW bräuchte man daher insgesamt 113 Kabel des NordLink-Typs, verbunden mit Kosten von 226 Mrd. €. Wohlgemerkt: Nur allein für die Seeverbindungen. In Norwegen ist die Wasserkraft vor allem im Norden angesiedelt und das Verlegen von „diskreten“ Erdkabeln angesichts der felsigen, oft aus nacktem Granit bestehenden Landschaft utopisch, die Kosten wären astronomisch. Gegen Freileitungen mit den benötigten Gesamtkapazitäten würde das Volk garantiert Sturm laufen.

Betrachtet man alternativ die Möglichkeiten der Produktion und Nutzung von Windgas, so findet man auf Wikipedia eine Zusammenstellung von Projekten mit insgesamt 17 Anlagen, die zusammengenommen auf gerade einmal 17 MW Leistung kommen. Benötigt würden aber 158 GW, das ist rund das zehntausendfache(!). Bei vielen der Anlagen handelt es sich um Forschungs- oder Demonstratorsysteme, die nicht als marktreif und skalierbar einzustufen sind. Wissenschaftliche Veröffentlichungen sprechen von Entwicklungszeiträumen von bis zu 10 Jahren, um Anlagen mit einer Leistungsgrößenordnung von ca. 20 MW zu erstellen. Ob und wann diese Technologie in Größenordnungen verfügbar sein wird, die Deutschland überhaupt erst die Abkehr von Kohle- und Kernkraft ermöglichen würde, steht in den Sternen. Über Machbarkeiten oder Kosten kann auch hier nur spekuliert werden. Doch höheren Orts ist man offenkundig überzeugt:

Die Energiewende in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.

In den nächsten Kapiteln geht es um Gaskraftwerke, Ausbaugrenzen der Windenergie in Deutschland und erzielbare CO2-Einsparungen.

Fred F. Mueller

Hintergrundliteratur

Limburg, M.; Mueller, F.: Strom ist nicht gleich Strom TvR Medienverlag, Jena, ISBN 978-3-940431-54-7




Der Klima-Kult

Gelegentlich schafft es ein kleiner Kult in die Nachrichten, wenn die Mitglieder Massen-Selbstmord verüben, um auf ein Raumschiff zu gelangen, welches sie ins Wolkenkuckucksheim bringt.

Aber wenn es um schiere Zahlen und Einfluss geht, dann gibt es nichts, das an den Untergangs-Kult heranreicht, welcher sich im Zuge der Warnung von Al Gore ausgebreitet hat, wonach wir vor der unmittelbar bevorstehenden Drohung des Aussterbens stehen. Was die Langlebigkeit dieses Kults so bemerkenswert macht ist, dass Gores „unmittelbar bevorstehend“ sich zu „eventuell“ geändert hat und keiner der wahren Gläubigen den sich immer wieder ändernden Zeitrahmen in Frage stellt. Die Causa Klimawandel ist zu der modernen Version einer weltweiten säkularen Religion geworden.

Schon lange gab es eine Kirche des Umwelt-Aktivismus‘, welche viele Charakteristika seiner kirchengeistlichen Vorgänger aufwies. Ein Charakteristikum davon ist natürlich die Apokalypse, die uns alle heimsuchen wird, falls wir nicht den Regeln folgen. Die Regeln fordern unter Anderem, dass wir Buße tun für unsere Ursünde, die Kohlendioxid freisetzenden fossilen Treibstoffe aus der Erdkruste zu verbrauchen. Später kamen noch die Sünden dazu, Plastik-Strohhalme zu benutzen und ein Flugzeug zu besteigen. Aber die Reue ist nahe herbeigekommen. Die Lösung liegt in der Eliminierung unseres „Kohlenstoff-Fußabdrucks“, im Gebrauch wieder verwendbarer Einkaufstaschen und Konsum der neuen fleischlosen Hamburger von MacDonalds.

Die Leute, welche das Evangelium des Klimawandels stützen, wissen kaum mehr über die Wissenschaft Klimatologie und den Treibhauseffekt als die Landwirte des Mittelalters darüber wussten, warum Ernten schlecht ausfallen oder Sonnen- und Mondfinsternisse auftraten. Und in vollkommener Symmetrie vergangener Religionen werden Kinder oftmals effektiv benutzt, um Glaube zu verbreiten. Millionen verließen die Schule, um Erwachsene zu drängen, diese moderne Geißel zu bekämpfen. Vielleicht haben sie sich aber auch einfach nur über einen schulfreien Tag gefreut, wofür sie lediglich das weitergeben mussten, was man ihnen eingetrichtert hatte.

Am 21. September 2019 schrieb Gerald Baker im Wall Street Journal: „Die Aussage eines unschuldigen Kindes ist eine mächtige Waffe gegen Skeptizismus“. Die sechzehnjährige Greta Thunberg wurde zum Aushängeschild für religiöses Eiferertum unter dem zunehmenden Faschismus der Klimawandel-Aktivisten.

Jüngst warnten A O-C [= Alexandra Occasio-Cortez] und einige weitere Dummköpfe, die sich um die Nominierung seitens der Demokraten bewerben, dass 2030 das absolut letzte Jahr sein wird, dass dieser Planet Leben tragen kann. Wir wetten zuversichtlich, dass dieses Ultimatum im Jahre 2025 auf das Jahr 2040 verschoben wird.

Selbst Al Gore war irgendwie ein Spätzünder. Um das Jahr 1974 begannen sämtliche Experten bei den UN, der NASA, der New York Times, AP, Time und Newsweek, uns vor einer kommenden Eiszeit zu warnen oder vor der Zerstörung der Ozonschicht oder vor etwas wirklich Ängstigendem, was sie Sauren Regen nannten.

Aber dann, nahezu über Nacht, gruppierten sie sich neu und begannen, uns nachts wach zu halten mit dem Geschrei, dass der Planet vor der unmittelbaren Gefahr steht zu verbrennen.

Als nun keine dieser verhängnisvollen Wetteränderungen eintrat, beschlossen genau die gleichen Herrschaften, sich auf Klimaänderung zu einigen. Tatsache ist, dass sie niemals erklärten, was so schrecklich daran ist, wenn es im San Fernando-Tal in Kalifornien etwas kühler oder in Fango, North Dakota, im Dezember etwas milder wird. Alles, was die Menschen wirklich wissen müssen über diese Möchtegern-Eiferer ist, dass sie nichts als Geld, Macht und Aufmerksamkeit im Sinn haben.

Gore warnte vor schmelzenden Eisbergen und steigendem Meeresspiegel, was aber einfach nur beweist, dass er sich nicht mal mehr an das erinnert, was er auf der High School gelernt hatte. Falls man ein Glas mit Wasser und Eis bis zum Rand füllt, wird nach dem Schmelzen des Eises kein Tropfen über den Rand hinaus quellen.

Jetzt, 20 Jahre später, ist das Eis an den Polen immer noch nicht verschwunden. Falls überhaupt, hat sich das Eis ausgedehnt. Übrigens genau wie Al Gore, wenn man ihn kürzlich gesehen hat.

Link: https://www.cfact.org/2019/10/02/the-climate-cult/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Wasser verhält sich schlecht

Wenn ich jedoch mit einem Getränk an warmen Stellen sitze, genieße ich die Eisbrocken darin. Wie auch immer, das brachte mich darauf, mich einmal näher mit Eis zu befassen, genauer mit Meereis. Und wie es meine Gewohnheit ist, suchte ich zu diesem Zweck nach der längsten verfügbaren Datenreihe. In diesem Falle war es der HadCRUT-Eis- und Wassertemperatur-Datensatz. Er nimmt für sich in Anspruch, bis zum Jahre 1870 zurück zu reichen … aber das heißt noch lange nicht, dass er wirklich so lange zurück reicht. Abbildung 1 zeigt den Grund dafür:

Abbildung 1: Eisdaten des Hadley Centre HadISST von 1870 bis 2019. Oben: globale Daten, Mitte: Daten der Südhemisphäre, unten: Daten der Nordhemisphäre. Man beachte, dass die drei Graphiken alle unterschiedliche Skalen aufweisen.

Man beachte das sehr regelmäßige Signal zu Beginn der Daten aus der Nord- und Südhemisphäre und als Folge davon auch in den globalen Daten. Dies ist offensichtlich einfach ein Signal in perfekten Wiederholungen, welches später zu den tatsächlichen Messungen hinzugefügt worden ist. Das lässt sich besser erkennen, wenn man nur die realen Beobachtungen betrachtet, indem das regelmäßig sich wiederholende Signal aus dem Datensatz subtrahiert wird. Abbildung 2 zeigt das Gleiche wie Abbildung 1, aber nachdem das regelmäßig wiederkehrende Signal der mittleren jahreszeitlichen Variation entfernt worden ist:

Abbildung 2: Globale und hemisphärische Daten, HadISST Eisdaten. Man beachte, dass die drei Graphiken auch hier alle unterschiedliche Skalen aufweisen.

Das regelmäßige Signal in den früheren Perioden der Aufzeichnung ist ein Artefakt. Es ist eine Interferenz-Verteilung, die sich aus dem Entfernen des jahreszeitlichen Signals ergibt. Nur der spätere Zeitraum der Aufzeichnungen enthält valide Messungen.

In Abbildung 2 oben erkennt man, dass Messungen aus der Arktis (Nordhemisphäre, oben blau) nur ab etwa 1960 brauchbar sind. Man beachte das merkwürdige Fehlen von Daten von etwa 1940 bis 1952 (wobei fehlende Daten durch ein regelmäßiges Signal ersetzt wurden).

Aus dem Gebiet des antarktischen Meereises (Südhemisphäre, oben rot) sind tatsächliche Messungen jüngeren Datums, und zwar erst seit 1973. Als Folge davon können wir globale Daten erst ab dem Jahr 1973 unter die Lupe nehmen. Allerdings macht auch das inzwischen fast schon ein halbes Jahrhundert aus, so dass es dennoch von Interesse ist. Hier folgt das globale, mit Eis bedeckte Gebiet seit 1973, also seit wir tatsächliche Beobachtungen haben. Man sollte beachten, dass ab dem Jahr 1979 volle Überwachung der Eisflächen mittels Satelliten möglich ist:

Abbildung 3: Globale Eisbedeckung, HadISST Eisdaten, Januar 1973 bis Juli 2019

Es gab eine Reihe von Überraschungen in Abbildung 3. Erstens, von 1980 bis 2004, also in dem Vierteljahrhundert, während dem eine allgemein globale Erwärmung aufgetreten war, gab es keinerlei Trend bzgl. der globalen Eisflächen. Keinen. Zumindest keinen statistisch signifikanten Trend (- 0.0000000000000001% pro Jahrzehnt).

Nach 2005 nahm die globale Eisbedeckung ab, aber im Jahre 2010 war das schon wieder zu Ende. Von da an bis 2015 lag die Eisbedeckung über dem Mittelwert. Seit 2015 gab es einen starken Rückgang, bevor wieder der Mittelwert erreicht wurde. Und schließlich, im gesamten Zeitraum 1973 bis 2019 gibt es keinen statistisch signifikanten Trend.

Was ich in der Aufzeichnung nicht erkenne, ist die teuflische Hand eines stetig steigenden atmosphärischen CO2-Gehaltes. Auch kann ich keinen „anthropogenen Fingerabdruck“ erkennen. Am bedeutendsten aber ist, dass ich nicht in der Lage bin, irgendein Anzeichen eines „Klima-Notstandes“ darin auszumachen.

Die letzte Überraschung war der zuletzt starke Rückgang, gefolgt von der Wiederherstellung der Eisausdehnung zuvor. Vielleicht war es das, was die Alarmisten die „arktische Todes-Spirale“ nannten, die laut hinaus posaunte Abnahme des arktischen Meereises. Also fügte ich der Abbildung 3 oben die separaten Aufzeichnungen aus Arktis und Antarktis hinzu. Das Ergebnis zeigt Abbildung 4.

Komischerweise ist die Eismenge an den beiden Polen in etwa identisch mit ~2% des Globus‘. Aber das macht es schwierig, die Eisverhältnisse in Arktis und Antarktis miteinander zu vergleichen. Also habe ich in Abbildung 4 unten der Klarheit halber die Daten der Nordhemisphäre (blau) um 1% reduziert. Abbildung 4 zeigt die globalen Daten ebenso wie separat die Daten der beiden Hälften des Planeten. Man beachte, dass in dieser Graphik alle Darstellungen die gleiche Skala haben:

Abbildung 4: Globale, nordhemisphärische (Arktis) und südhemisphärische (Antarktis) Eisgebiete. Die Werte der Nordhemisphäre sind der Klarheit halber um 1% reduziert, weshalb man zu diesen Werten 1% addieren muss, um die wahren Werte zu erhalten.

Und zu meiner finalen Überraschung stellte sich heraus, dass die jüngsten Variationen der globalen Eisbedeckung zum größten Teil Variationen der Eisbedeckung um die Antarktis geschuldet sind, und nicht den arktischen Eisgebieten, worüber auf so endlose Weise debattiert wurde und wird …

Ich musste also feststellen, dass ich über das Verhalten der globalen Eisbedeckung herzlich wenig wusste … und da ich es gerade erwähne, was in aller Welt ist die Ursache des Rückgangs und der nachfolgenden Wiederausbreitung des Meereises um die Antarktis von 2015 bis heute?

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/09/30/water-behaving-badly/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




FridaysFor­Future – und der Umgang mit anderen Meinungen

Doch zuerst wurden E-Mails mit Angeboten zur Diskussion geschrieben und es wurde auch telefoniert. Keine Reaktion. Keine Bereitschaft miteinander zu sprechen. FridaysForFuture reagierte nicht.

Also gingen wir hin zu den Klimastreikterminen am Kröpcke, verteilten unseren „Offenen Brief“ und versuchten ins Gespräch zu kommen.

Einige Gespräche mit Teilnehmern und auch einzelnen Ordnern verliefen konstruktiv und mit gegenseitigem Respekt. Man hörte sich auch gegenseitig zu. Das war schön.

Ganz anders reagierten einige führende Personen und andere Ordner. Man stellte uns nach und forderte uns immer wütender auf den Platz zu verlassen. Wir pochten auf unser demokratisches Recht unsere Meinung im öffentlichen Raum frei zu äußern. Im Übrigen könnten sie ja die Polizei holen. Irgendwann sprachen sie auch die Polizei an – und die gab uns schließlich Recht. Wir verteilten weiter unsere Flyer und diskutierten (15.02.2019).

Doch zum nächsten Mal fiel den Ordnern von FridaysForFuture etwas Besonderes ein. Und das sah dann so aus:

Ordner hatten eine Tasche mit der Aufschrift „Klimalügen“ mitgebracht. Dann sprachen sie Passanten und Demonstranten an, die unsere Flyer genommen hatten. Wenn es ihnen gelang, denen unsere Flyer „abzuschwatzen“, dann landeten diese in dieser Tasche. Und schließlich das Finale: Unsere Flyer wurden vor unseren Augen demonstrativ zerrissen (15.03.2019).

Bei einem der nächsten Termine hatten wir unseren Stand gegenüber dem Hauptbahnhof in Hannover aufgebaut. Die Demonstration zog vorbei. Ganz vorne marschierten die Linksautonomen und die Antifa – linkes Bild. Rufe ertönten aggressiv: „Klimaleugner – Klimaleugner – …“. Dann plötzlich rannte jemand aus der Demo auf unseren Stand zu (mittleres Bild) warf dort etwas unter den Tisch und rief: „Bombe!“. Dann rannte er ganz schnell weg und reihte sich wieder in die Demo ein (rechtes Bild). Der geworfene Gegenstand entpuppte sich dann jedoch als harmlos (05.07.2019).

Aktivisten der FridaysForFuture-Bewegung zogen durch die Innenstadt von Hannover und legten sich an verschiedenen Orten auf den Boden. Über Megaphon wurde eine Ansprache gehalten. So auch vor dem Stand von KlimaKontroverse.de (24.05.2019 – siehe Bild oben!)

Nach wie vor gilt das Angebot von KlimaKontroverse.de miteinander ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren in – eigentlich – selbstverständlicher demokratischer Tradition.

www.KlimaKontroverse.de

Über uns. Wir sind eine Initiative in Linden, die sich regelmäßig im Freizeitheim Linden trifft. Leichte Verständlichkeit und die offene Diskussion unterschiedlicher Ansichten stehen im Vordergrund und sollen ein Markenzeichen dieser Initiative sein. KlimaKontroverse.de tritt öffentlich auf.
info@KlimaKontroverse.de, www.KlimaKontroverse.de