Grün-Politik der treibt Haushalte und die Wirtschaft in die roten Zahlen

Größten Anteil an dieser ökonomisch katastrophalen Tragikomödie hat ironischerweise Deutschland. Das dortige Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) etablierte von der Regierung festgesetzte Einspeisetarife, finanziert mit einer Auflage seitens der Stromverbraucher. Das EEG führte zu rasant steigenden Strompreisen ohne jede Einsparung von CO2.

Zu einer deutlichen Verringerung der deutschen CO2-Emissionen um 19% war es zwischen 1990 und 1999 gekommen, und zwar nach der Schließung von Braunkohle-Kraftwerken in Ostdeutschland im Zuge der Wiedervereinigung. Danach kehrte sich dieser Reduktionstrend um, nahmen doch die Emissionen im Zeitraum 1999 bis 2012 um 5% zu, nachdem die Kapazität von Wind und Solar um das 15-fache gesteigert worden war – von 5 GW im Jahre 1999 auf 64,3 GW im Jahre 2012.

Bis 2013 hatte man in Deutschland mehr Solar-Kapazität installiert als in jedem anderen Land; viele der Paneele wurden aus China importiert. Solarpaneele und Windturbinen repräsentierten 37,5% der Erzeugungs-Kapazität. Dabei war Solar weniger effizient als Wind. Obwohl die geschätzte Kapazität von Solar 4,6% höher war, erzeugte Solar 40% weniger Strom. Die versprochenen 400.000 neuen grünen Arbeitsplätze, die man zuvor so laut hinaus posaunt hatte, um die Gewerkschaften für sich zu gewinnen, haben sich niemals materialisiert.

Mittlerweile mussten 40 Millionen deutsche Haushalte zur Kenntnis nehmen, dass die Strompreise zwischen 2006 und 2015, also innerhalb von 9 Jahren, um 50% gestiegen waren. Während der acht Jahre bis 2014 nahmen die Strompreise für die Industrie, welche zwischen 160 und 120.000 Megawatt Strom pro Jahr verbrauchte, um 25% zu. Insgesamt zahlten industrielle Stromverbraucher 26% höhere Strompreise als im Mittel der EU.

Der Öffentlichkeit verborgen blieben die in die Höhe schießenden Kosten für das Stromnetz. Diese stiegen zwischen 2010 und 2014 um fast zwei Drittel, weil man vorgeschrieben hatte, die über das Land verstreuten Wind- und Solarparks an das Netz anzuschließen. Subventionen stimulierten die Wind- und Solar-Entwicklung an wenig dafür geeigneten Standorten.

Die Zufuhr von flatterhaftem Wind- und Solarstrom war auch eine Belastung für die Zuverlässigkeit des Stromes. Bis 2008 war das Netz in Deutschland niemals unterbrochen. Im Jahre 2012 war es zu 1000 Spannungs-Abfällen gekommen, 2013 waren es schon über 2500.

Manchmal erzeugen Wind und/oder Solar mehr Energie als das Netz verkraften kann oder die Verbraucher nutzen können. Dies zwang Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden Ausgleich dafür zu zahlen, dass diese ihren „Müll-Strom“ vom Netz nehmen. Rupert Darwell verweist darauf, dass das Hinzufügen mehr Erneuerbaren-Stromes zum Netz die Preise und Steuern für Verbraucher rapide steigen lässt.

Im Jahre 2014 zahlten die Dänen im Zuge der weltweit höchsten Wind-Kapazität wenig überraschend die höchsten Preise der Welt (36,7 US-Cent) pro kWh, das ist etwa vier mal so viel als das, was die Amerikaner zahlen. Deutschland folgt auf dem Fuße, zahlt man doch hier 33,1 US-Cent pro kWh.

An dritter Stelle in diesem Hochpreis-Erneuerbaren-Marathon liegt Spanien, dessen vergoldete PV-Subventionen um das 12-fache über dem Marktpreis liegen. Im Jahre 2007 gab es in Spanien 690 MW installierte Solar-Kapazität. Diese stieg innerhalb von fünf Jahren auf über 6 GW.

Eine Zunahme aller Subventionen für erneuerbare um das Achtfache machte etwa 1 Prozent des spanischen BIP aus. Um diese Kosten zu verschleiern, hielt die Regierung in Madrid die Versorger davon ab, diese Mehrkosten in vollem Umfang auf die Strompreise aufzuschlagen. Stattdessen zog man es vor, ein riesiges Tarif-Defizit anzuhäufen, was sich verschärfend auf die ohnehin schon erheblichen finanziellen Schwierigkeiten in Spanien auswirkte, nachdem die Euro-Krise aufgekommen war.

UK, ein Nachzügler bzgl. der Wind- und Solar-Extravaganz, musste ebenfalls in den Himmel schießende Strompreise hinnehmen. Ab 2004 stiegen die heimischen Energiepreise innerhalb von 10 Jahren um 75%. Dies brachte ihnen den zweifelhaften zweiten Platz auf der Rangliste von Strompreis-Steigerungen der EU ein (ohne Zypern und Osteuropa). Die britischen Stromversorger sind gezwungen, grüne Renewable Obligation Certificates (ROC) zu kaufen, was den Strompreis um weitere 9% steigen lassen dürfte.

Anders als in Spanien war die grüne Lobby in Deutschland zu tief verwurzelt, als dass man Subventionen für Erneuerbare schließlich senken konnte; so wie es David Cameron tat, nachdem er die Wahlen in UK im Jahre 2015 gewonnen hatte. Stattdessen plant die Merkel-Regierung, dass innerhalb von 40 Jahren 80% des Stromes in Deutschland durch erneuerbare erzeugt werden muss.

Das magische Verfahren zum Erreichen dieses Zieles setzt voraus, dass die Stromerzeugung in Deutschland verglichen mit dem Jahr 2008 um 45% gesenkt werden kann, und zwar mittels einer Kombination eines Nachfrage-Rückgangs um ein Fünftel und des Imports von einem Viertel des Bedarfs. Mit anderen Worten, Deutschland wird irgendwie Strom von seinen Nachbarn importieren, die jedoch gleichfalls immer abhängiger werden von wetterabhängigen Erneuerbaren-Ressourcen.

Dieser Plan macht offenbar Schule. Im Jahr 2014 importierte Kalifornien ein Drittel seines Stroms. Als Vorbild für Amerika setzt [die dortige Regierung] sich jetzt für einen bewährten sozialistischen Green New Deal ein.

Die geniale Strategie für einen kostenlosen Energiebezug ist für alle anderen siebenundvierzig benachbarten Staaten gleich, die ihnen das Drittel liefern, das sie aus dem Drittel ihres Stroms benötigen, den sie dann auch importieren müssen.

Karl Marx würde grinsen.

Link: https://www.cfact.org/2019/03/20/eu-green-policy-leaves-households-and-economy-in-the-red/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Grüne Mörder: Berg­arbeiter in Kongo sterben, um den Hunger der Welt nach Elektro­fahrzeugen zu stillen

Sie hatte niemals ein iPhone in der Hand und keine Ahnung, was ein Elektrofahrzeug ist. Aber als der tiefe, schlammige Tunnel über ihrem Mann zusammenbrach, war er gerade dabei, einen Stoff aus der Erde zu wühlen, welcher für die Batterien von beidem unabdingbar ist: Kobalt.

Im vorigen Jahr deckte der Stoff aus der Demokratischen Republik Kongo etwa 70% des Weltbedarfs. Das Land ist eines der ärmsten, korruptesten und von höchster Gewalt gekennzeichnetes Land der Erde. Das meiste Kobalt stammt aus der Gegend um diese Stadt.

„Ohne die DR Kongo gäbe es keine Industrie für Elektrofahrzeuge und keine grüne Revolution“, sagt Anneke van Woudenberg, Leiterin einer in UK ansässigen Kampagnen-Gruppe (Rights and Accountability in Development (Raid)). Es wird geschätzt, dass bis zum Jahre 2030 125 Millionen E-Fahrzeuge auf den Straßen rollen werden, das ist 40 mal mehr als heute. UK findet sich unter einer ganzen Reihe von Ländern, welche während der nächsten 20 Jahre Petroleum und Diesel auslaufen lassen wollen.

Während jedoch E-Auto-Besitzer glücklich sein mögen, Kohlenstoff-Emissionen zu kappen, ist die dunkle Seite der grünen Revolution in Kolwezi im Zuge des Goldrauschs der heutigen Zeit nur allzu deutlich sichtbar.

Im Schatten der Schächte, gegraben von riesigen multinationalen Unternehmen wie Glencore, sieht es aus wie ein menschlicher Ameisenhaufen – an einer der von Hand gegrabenen Minen, welche etwa 20% der Produktion liefern. Kinderarbeit ist allgemein üblich, und Sicherheits-Standards sind nicht existent.

Im Distrikt Cinq Ans befindet sich unter jedem Haus ein Wirrwarr von Tunneln und Löchern, überzogen mit Schichten von orangenen Planen. Hunderte Männer und Frauen graben sich darunter in den roten Schlamm, und Kinder wuseln umher und schleppen gelbe Wasserkanister. Sogar neben einer Kirche, wo ein Gospelchor seinen nächsten Auftritt probt, befindet sich ein Loch.

Die Bergarbeiter haben nichts Besseres als Spaten, Schaufeln und Plastikhelme mit daran befestigten Taschenlampen. Damit wühlen sie sich in den Untergrund, immer auf der Suche nach den sagenhaften blauen Adern mit Kobalt. Die Glücklichen unter ihnen füllen Säcke mit dem metallischen grauen Schlamm.

Zwei Löcher im Garten von Tabue Joseph sind atemberaubend tief, während magere Hühner an der Oberfläche picken. „Vor einigen Jahren wollte ein Anwohner eine Latrine in seinem Garten graben und stieß auf Kobalt. So hat alles angefangen“, sagte er.

„Die Bedingungen in den Minen sind schrecklich“, sagte Josue Kashal, ein Anwalt der Bergarbeiter. „Jederzeit kann ein Tunnel einstürzen, aber sie machen immer weiter“.

Kanena wusste, wie gefährlich die Arbeit war. „Ich wusste, es war riskant, vor allem an Tagen mit Regen. Aber es gibt keine andere Arbeit!“ sagte sie.

An einem 28. Februar, als Alain nicht von der Arbeit nach Hause kam, lief sie zum Krankenhaus. „Ich fand seine Leiche dort und brach weinend zusammen“.

Neun Leichen lagen dort. Es gab aber keinen Bericht über einen Unfall. Kashal zufolge werden Unfälle oft verschwiegen: „Sie wissen, dass die Regierung und Andere Unfälle als eine Entschuldigung anführen, die von Hand gegrabenen Minen zu schließen und das Land zu übernehmen“.

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Der ganze Beitrag steht HIER (Zahlschranke)

Link zur GWPF: https://www.thegwpf.com/green-killers-congo-miners-dying-electric-cars/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Quo vadis, demokra­tische Gesell­schaft?

Nach Friedrich v. Hayeks Modell der Erweiterten Ordnung hat sich die menschliche Gesellschaft einerseits spontan und selbstorganisiert als Folge der sozialen Interaktionen der Menschen untereinander entwickelt und ist andererseits als geplante soziale Organisation ein Ergebnis ihrer geistigen Fähigkeiten. Obwohl sich auch eine geplante Organisation, soweit sie nicht durch den Einfluss von Ideologien und Machthabern daran gehindert wird, selbstorganisiert weiterentwickelt, sind es vor allem die geistigen Fähigkeiten der Menschen, die die Entwicklung der Gesellschaft voranbringen (aber auch stagnieren lassen oder sogar zurückwerfen), und damit einen dramatischen Paradigmenwechsel in der Evolution verursacht haben.

Die Menschen sind die Elemente der kollektiven Selbstorganisation in der Gesellschaft. Sie sind in dieser Rolle nicht allwissend, sondern von begrenzter Rationalität. Sie sind aber auch die Gestalter der Regeln und Gesetze, die die sozialen Wechselwirkungen bestimmen, sowie die Gestalter der Kultur ihrer Gesellschaft.

Die Dynamik der Gesellschaft ist deshalb und aufgrund ihrer internen Rückkopplungen und anderer nichtlinearer Zusammenhänge sehr komplex, vergleichbar mit einem System gekoppelter autokatalytischer Prozesse. Ihre übergeordnete Struktur (vgl. Grafik) besteht aus einer Makro- und einer Mikroebene, die miteinander wechselwirken. Ihre dynamischen Gleichgewichte werden durch Attraktoren beschrieben. Dynamische Gleichgewichte – von Josef Reichholf auch stabile Ungleichgewichte genannt – sind aufgrund der beteiligten Rückkopplungen stabiler als die gewohnten statischen Gleichgewichte.

Die Kultur einer Gesellschaft ist als sog. Ordnungsparameter für die Prozesse und dynamischen Gleichgewichte der Soziodynamik sehr einflussreich. Von großer Bedeutung ist dabei die Weltanschauung. Weltanschauungen werden während der individuellen Entwicklung erworben, sie sind nicht angeboren. Eine Weltanschauung umfasst eine Vielzahl von Einflussfaktoren oder Antagonisten, die wie beim bekannten Prinzip von Yin und Yang als miteinander verbundene, dynamisch gegenläufige Abhängigkeiten wirken. Beispiele für Antagonisten in der Gesellschaft sind Freiheit und Verantwortung, Freiheit und Bevormundung, Pluralismus und Zentralismus, und in der Ökonomie Stakeholder Value und Shareholder Value sowie Rendite und Risiko. Sind die wichtigen Antagonisten einer Weltanschauung im Gleichgewicht, so ist sie insgesamt ausgewogen und ihr Einfluss auf die Soziodynamik ist neutral. Die Prozesse der Soziodynamik können dann selbstorganisiert, pluralistisch und im stabilen dynamischen Gleichgewicht in der Nähe ihrer sog. Attraktoren ablaufen.

Sind wichtige Antagonisten einseitig vorgegeben, so ist die Weltanschauung als Ideologie anzusehen. Unter dem Einfluss einer Ideologie als Ordnungsparameter sind die Prozesse der Soziodynamik nicht stabil, weil sie weit entfernt von den Attraktoren ablaufen müssen. Damit die Soziodynamik nicht entgleist, sind ständig Eingriffe „von außen“ notwendig, von der Regierung oder Institutionen wie der EZB, die die Ideologie aufrechterhalten wollen. Beispielsweise wurden die Dogmen der katholischen Kirche im Mittelalter durch die Inquisition und durch unmenschliche Strafen wie Hexenverbrennungen gewaltsam aufrechterhalten. Aktuelle Beispiele für Ideologien sind die einseitige und spekulative Hypothese von der Klimaerwärmung durch einen von der Industrialisierung verursachten Treibhauseffekt, ohne dabei den 1000-jährigen Rhythmus der Warmzeiten und kleinen Eiszeiten aufgrund der Änderung der Sonnenaktivität zu berücksichtigen, der das Wachstum und das Abschmelzen der Alpengletscher verursacht. Ein anderes Beispiel ist das ideologische Syndrom der Sozialromantik, durch das eine gravierende Einschränkung der Verantwortung der Bürger sowie der Institutionen bis hin zu den Staaten erzwungen und der öffentlichen Debattenraum (Rainer Mausfeld) massiv beschränkt wird. Außerdem werden von den westlichen Industriestaaten aufgrund der Ideologie des extremen Neoliberalismus mit massiven staatlichen Eingriffen in das Finanzsystem und den Missbrauch der Globalisierung die liberalen, selbstorganisierten und pluralistischen Märkte weitgehend außer Kraft gesetzt.

Das Abendland war und ist bis in die Neuzeit primär von Ideologien wie den monotheistischen Religionen, dem Kommunismus, dem Nationalsozialismus, und in den letzten Jahrzehnten von dem extremen Neoliberalismus und diversen sozialromantischen Wunschvorstellungen geprägt worden. Das ist offenbar eine Folge seiner abrahamitischen religiösen Vergangenheit und der Denkgewohnheit der unversöhnlichen Gegensätze von Antagonisten. Die Realität der Gesellschaft wurde und wird mit Gewalt in ein „Prokrustesbett“ (Gerhard Szczesny) gezwängt, das von den jeweiligen Ideologien vorgegeben wird. China und andere Länder Ostasiens waren und sind weniger von Religionen, sondern mehr von Staatsphilosophien wie dem Konfuzianismus geprägt, die ohne fest zementierte göttliche „Verkündigung“ weitgehend empirisch aus der Realität der Gesellschaft entstanden sind und immer wieder an deren Realität angepasst werden. Kultur und Weltanschauungen werden dort seit über 2000 Jahren stärker durch dynamische Gleichgewichte wie Yin und Yang beeinflusst.

Durch die Erfindung der Landwirtschaft vor etwa 10 000 Jahren hat sich die Lebensgrundlage großer Teile der Menschheit um einen Faktor 10 verbessert, und durch die Industrialisierung nochmal um einen Faktor von etwa 30. Vergleichende Feldforschungen haben ergeben, dass symbiotisch und pluralistisch organisierte menschliche Gesellschaften und Institutionen innovativer und den extraktiven, schmarotzend organisierten Gesellschaften langfristig überlegen sind. Das gilt insbesondere dann, wenn größere Innovationen stattfinden (sog. schöpferische Katastrophen). Die Soziale Marktwirtschaft der BRD ist einer ausgewogenen Weltanschauung mit angemessenen Regeln nahegekommen, wurde aber ab den 1968er Jahren gesellschaftlich zunehmend durch eine realitätsfremde Sozialromantik und ab den 1980er Jahren ökonomisch durch den extremen Neoliberalismus verdrängt.

Beispiele wie die künstlerische Arbeitsweise einer Jazzband oder die integrative, lösungsorientierte Arbeit eines Fachteams können als einfache Modelle für einen Prozess der erfolgreichen innovativen Zusammenarbeit von einzelnen Menschen in einer Gemeinschaft dienen und gleichzeitig die Bedeutung der sozialen Regeln für ihren Erfolg veranschaulichen. Die Unternehmen der Realwirtschaft sind i.d.R. deutlich besser organisiert und geführt als jeder Staat. Der Vergleich verschiedener moderner Staaten legt nahe, dass für den Wohlstand der Bürger die Organisation und der wirtschaftliche Erfolg der wertschöpfenden Betriebe und Unternehmen eines Staates wichtiger sind als seine politische Organisation. Große Bereiche des Staates, der gegenwärtigen Finanzwirtschaft sowie die Sozialromantiker und ihre Klientel sind in den letzten Jahrzehnten immer mehr zu Schmarotzern der Realwirtschaft geworden.

Die Demokratien könnten nach Emerich Sumser „… ein ultimativer Kompromiss zwischen einem egalitären Ideal und einer hierarchischen Realität“ sein. Die Untersuchungen zur kollektiven Intelligenz liefern aber neben bekannten, etwas oberflächlichen Begründungen „pro“ Demokratie auch gewichtige Begründungen „contra“. Unter dem Diktat der regierenden Parteien und den von ihnen kontrollierten Massenmedien hat sich die BRD in den letzten Jahrzehnten zu einer defekten Demokratie (Walter Merkel) wie die der DDR entwickelt, und die EU zu einem noch weniger demokratischen, von einer Nomenklatura beherrschten Staats- und Finanzapparat, vergleichbar zu dem der UdSSR.

Mit den modernen Massenmedien, insbesondere dem ÖRR-Fernsehen, können Ideologien unauffälliger, aber sehr viel wirkungsvoller als in der Vergangenheit propagiert und im Sinne von „Propaganda, Brot und Spielen“ durchgesetzt und aufrechterhalten werden. Reizüberflutung, ideologisch orientierte Desinformation und der Missbrauch von Gefühlen („Instinkten“) sind dabei die Mittel der Wahl, um die Bürger politisch zu kontrollieren, ruhig zu stellen und weitgehend zu entmündigen. Dabei wird die Eigenverantwortung der Bürger zunehmend durch eine Art Staatsindividualismus wie in Schweden ersetzt, bei dem Strukturen wie die Familie weitgehend abgeschafft und ein allgemeines Anspruchsdenken „aller an alle anderen“ gefördert wird.

In der BRD gibt es seit den 1968er Jahren den Trend, Macht und Zuständigkeiten des Staates mit Unterstützung der Massenmedien immer mehr auszudehnen. Dadurch werden die meisten Bürger weltanschaulich und als Individuen im Zustand von Untertanen gehalten. Dieser staatliche Einfluss reicht inzwischen von der Kita über die Erziehung und Ausbildung bis zu lebensbegleitender ideologischer Propaganda, Desinformation und allgemeiner Reizüberflutung durch die Massenmedien. Diese haben sich nicht wie erhofft zur Vierten Gewalt, sondern zu Propagandawerkzeugen der herrschenden Parteien und ihrer Ideologien entwickelt. Erst mit Internet und PC ergeben sich wieder Chancen auf mehr Pluralismus und mehr Dialoge in der Vermittlung von Wissen und für einen angemessenen Debattenraum.

Mit dem Fortschreiten der Industrialisierung und ihren zunehmend komplexen Produkten, Systemen und Fertigungsprozessen entwickelte sich die Arbeitsteilung schon seit Jahrzehnten weiter zur Arbeit an Systemen mit dem Schwerpunkt der Zusammenarbeit im Team. Damit werden organisatorische Aufgaben immer wichtiger, ebenso wie das dafür erforderliche Denken in Systemen. Da auch die Gesellschaft sehr viel komplexer geworden ist, geht es auch hier nicht nur um ein statisches Verständnis der Gesellschaft und der dabei verwendeten Begriffe, sondern um reale Strukturen, Prozesse, Rückkopplungen und dynamische Gleichgewichte. Die Gesellschaft kann letztlich nur aufgrund der Kenntnis ihrer dynamischen, rückgekoppelten und nichtlinearen Prozesse verstanden werden. Deshalb ist ihr Management mehr eine Aufgabe für Naturwissenschaftler und Techniker, die mit Komplexität umgehen können, und weniger für literarisch gebildete Intellektuelle (John Brockman) und Berufspolitiker, die auf ihre Wiederwahl fokussiert sind.

Auf Basis des Modells der dynamischen Antagonisten und Gleichgewichte kann man Hayeks Erweiterte Ordnung weiterentwickeln. Die Weiterentwicklung berücksichtigen nicht nur Freiheit, Vernunft und die gegenwärtigen diffusen Menschenrechte, sondern die Gesamtheit aller sozialen Interaktionen und ethischen Regeln, die ein faires, optimales und nachhaltiges Zusammenleben der Menschen im Rahmen eines Staates und der Institutionen seiner Gesellschaft sowie der Staaten als weltweite Gemeinschaft angemessen gewährleisten können. Eine wichtige Rolle spielen dabei Strukturen, Grenzen und dadurch mögliche, hierarchisch strukturierte Verantwortungen (sog. Subsidiarität). Die Basis dafür muss eine gewissenhaft vorbereitete politische Kultur sein, soweit wie möglich auf der Grundlage eines natur- und erfahrungswissenschaftlichen Wissens wie dem des Ontologischen Naturalismus. Erste weltweit gültige Prozesse und Regeln wie die der naturwissenschaftlichen Arbeitsmethode oder die des Fußballspiels deuten an, dass weltweit gültige Regeln zumindest „im Prinzip“ möglich wären.

Ausgehend von dem Modell der Erweiterte Ordnung und dem Stand der aktuellen westlichen Gesellschaft werden in dem unten genannten Buch u.a. folgende Probleme behandelt, zusammen mit Lösungsansätzen dafür: Der Einfluss von Ideologien auf die Soziodynamik, die Rolle der Parteien, die Rolle Medien und der Desinformation, die Defekte der Demokratie, der Nutzen des Kapitalismus, die begrenzte Anwendbarkeit des freien Marktes, der Missbrauch der Finanzsysteme, der Missbrauch der Globalisierung, der Schwund der Verantwortung, der Missbrauch von Instinkten und die schleichende Entmündigung der Bürger. Mit der naturwissenschaftlichen Arbeitsweise ist es möglich, Modelle und Konstruktionsregeln für die Gesellschaft zu entwickeln, die nicht der Beliebigkeit der Politik und der literarisch gebildete Intellektuelle unterworfen sind.

Das Buch ist weitgehend allgemein verständlich geschrieben; die wenigen Ausnahmen davon sind als Exkurse gekennzeichnet. Die Lektüre des weitgespannten Stoffs wird durch ein Glossar unterstützt, das die wichtigsten Begriffe kurz erklärt.




Ignoranz ist Stärke, Abweich­lertum ist stali­nistisch

[*Unübersetzbares Wortspiel. Der Übersetzer geht davon aus, dass allgemein erkannt wird, was gemeint ist]

Mann und Ward sind erbost darüber, dass „eine Gruppe eingefleischter Klimawandel-Leugner und Contrarians mit Verbindung zur Regierung eine Petition organisieren bzgl. eines neuen Gremiums, welches der nationale Sicherheitsrat einsetzen soll, um eine alternative offizielle Erklärung für Klimawandel zu liefern“.

Der Leiter des Organisationskomitees besagter Petition ist mein Kollege am Competitive Enterprise Institute (CEI) Myron Ebell. Mann und Ward beschreiben das CEI als eine „Lobbygruppe für Fanatiker ,freier Märkte‘, welches berüchtigt ist für die Förderung von Klimawandel-Leugnung“.

Schauen wir mal näher*.

[In diesem Beitrag geht es also um das CEI. Gleiches gilt aber auch für die Verhältnisse hierzulande, wenn man das Akronym CEI durch das EIKE {Europäisches Institut für Klima und Energie} ersetzt. Anm. d. Übers.]

Mann und Ward führen als Beweis dafür, dass das CEI der „Leugnung“ huldigt, eine Werbekampagne an unter dem Slogan „Kohlendioxid: Sie nennen es Verschmutzung. Wir nennen es Leben“. Nun, Tatsache ist, dass diese so genannte Verschmutzung mehr dazu beigetragen hat die Ergrünung des Planeten zu beleben und zu verstärken (hier) als alle Konservierungsprogramme der Regierung zusammen.

Ebenso hat Energie auf Kohlenstoff-Grundlage mehr zur Verbesserung der Lebensbedingungen des Menschen beigetragen als alle anderen Energieressourcen zusammen. Die Hervorhebung der Vorteile der dominanten Energiequelle der Erde ist nicht Leugnung, sondern ein Korrektiv der misanthropischen Dämonisierung fossiler Treibstoffe seitens der Linken.

Im Gegensatz zu der Behauptung von Mann und Ward ist die Aufgabe der Commission on Climate Security des Präsidenten nicht, eine „alternative offizielle Erklärung“ zum Klimawandel zu liefern. Stattdessen soll die Kommission die Beweise unter die Lupe nehmen, welche dazu führten, Klimawandel als Bedrohung der nationalen Sicherheit einzustufen.

UN-Generalsekretär António Guterrez behauptet, dass der Klimawandel eine „direkte existenzielle Bedrohung“ für das Überleben der Menschheit ist. Der ehemalige Außenminister John Kerry behauptet, dass der Klimawandel „vielleicht die furchtbarste Waffe für Massenvernichtung ist“. Falls sie recht haben, ist Klimawandel natürlich tatsächlich eine Bedrohung der nationalen Sicherheit. Allerdings sind derartige Behauptungen Science Fiction und nicht Wissenschaft.

Man betrachte einmal den Klimazustandsbericht der US-Regierung vom November 2018. Dieser ist jüngst von 58 „ehemaligen Führern der nationalen Sicherheit“ als ein maßgeblicher Text zu dem Thema hochgelobt worden. In einer Zusammenfassung in der New York Times hieß es, dass darin zu lesen sei, dass eine unkontrollierte globale Erwärmung bis zu 8°C ausmachen kann und „bis zu 10% der amerikanischen Wirtschaft bis zum Ende des Jahrhunderts vernichten“ könnte.

Um zu diesem alarmierenden Ergebnis zu kommen, stützten sich die Experten der Regierung auf ein Ensemble überhitzter Klimamodelle, welche bereits jetzt eine doppelt so starke Erwärmung simuliert hatten als während der letzten 40 Jahre tatsächlich eingetreten ist. Dann ließen sie die Modelle mit einem aufgeblasenen „Grundlagen“-Szenario (genannt RCP8.5) laufen, in welchem bis zum Jahr 2100 fast die Hälfte der globalen Energie durch Kohle erzeugt wird – ein Energiemix, den es seit den vierziger Jahren noch nie gegeben hat.

Selbst wenn man die irrigen Klimamodelle mit einem nicht plausiblen Emissions-Szenario laufen lässt, simuliert nur etwa ein Prozent der Modellprojektionen tatsächlich eine Erwärmung bis 8°C – ein entscheidendes Detail aus einer Graphik in dem Artikel (Hsiang, et al. 2017), auf das im Zustandsbericht hingewiesen wird, das aber im Report selbst niemals erwähnt worden ist.

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Im Zustandsbericht wird auch nicht erklärt, dass selbst wenn die Erwärmung das BIP um 10 Prozent schrumpfen lässt, die Wirtschaft immer noch 10 mal größer sein wird als heute. Mit anderen Worten, selbst im absolut Worst Case des Zustandsberichtes steigt der Klimawandel nicht auf ein Niveau existenzieller Bedrohung.

Ein Weg, die Nachhaltigkeit einer Zivilisation zu bestimmen ist, deren Verwundbarkeit bzgl. Stürmen, Dürren, Überschwemmungen und anderer Extremwetterereignisse abzuschätzen. Seit den zwanziger Jahren wurden etwa 90% aller fossilen Kohlendioxid-Emissionen in die Atmosphäre freigesetzt, die atmosphärische Konzentration hat um etwa ein Drittel zugenommen, und die Welt hat sich um etwa 0,8°C erwärmt. Hat eine mit fossiler Energie versorgte Zivilisation das Erdklima weniger lebenswert gemacht?

Über diesen Zeitraum haben die Todesfälle durch Extremwetter um etwa 95% abgenommen, trotz einer Bevölkerungszunahme um das Vierfache. Das individuelle Risiko, durch Extremwetter ums Leben zu kommen, sank um 99%:

Energieexperte Alex Epstein drückt es so aus: fossile Treibstoffe verbrauchende Menschen haben nicht ein sicheres Klima übernommen und dieses gefährlich gemacht, sondern sie übernahmen ein gefährliches Klima und machten es erheblich sicherer.

Es gibt noch mehr gute Nachrichten. Seit dem Jahr 1990 über einen Zeitraum, welcher die zehn wärmsten Jahre jemals seit Beginn instrumenteller Aufzeichnungen umfasst, ist die ökonomische Auswirkung von Extremwetter auf das globale BIP von etwa 0,31% auf 0,24% gesunken.

Um auf der sicheren Seite zu sein, bezieht das Pentagon Wetter- und Klimafaktoren mit ein, wenn Kampagnen, die Einrichtung neuer Militärbasen, Beschaffung neuer Ausrüstung und dergleichen mehr geplant werden. Verteidigungsexperten und Ingenieure sollten Schritt halten mit zuverlässigen Schätzungen, wie sich derartige Faktoren ändern. Aber die Zunahme eines Überschwemmungsrisikos an einer bestimmten Militärbasis macht noch keine Bedrohung der nationalen Sicherheit aus. So etwas ist schlicht nicht auf einer Ebene mit dem ICBM-Modernisierungsprogramm der Russen [ICBM = Interkontinentalraketen], der militärischen Aufrüstung Chinas oder der Expansion des ,Islamischen Staates‘ im Jahre 2015.

Anstatt Amerika sicherer zu machen, wird das Heben des Klimawandels ganz nach oben auf der Prioritätenliste wahrscheinlich Gruppendenken, missionarisches Kriechen und Unaufmerksamkeit bzgl. echter Sicherheitsbedrohungen fördern. Zum Beispiel hat Präsident Obama anstatt die strategische Lage Amerikas zu klären diese eher verschleiert, als er die militärische Aufrüstung Wladimir Putins in der Arktis als ein Klimawandel-Problem apostrophiert hat anstatt als ein russisches Problem.

Was aber noch schlimmer ist: Das Verteidigungsministerium der Obama-Ära hat niemals Überlegungen zu den Sicherheitsrisiken der Politik bzgl. Klimawandel angestellt. Klimawandel, so wurde damals erklärt, sei ein „Beschleuniger der Instabilität“ und ein „Bedrohungs-Vervielfältiger“. Aber niemals hatte man überlegt, ob die drastische Einschränkung des Zugangs von Entwicklungsländern zu fossilen Treibstoffen, wie es die Emissions-Reduktionen nach dem Paris-Abkommen verlangen, nicht Millionen in Armut halten sowie die internationale Stabilität und Frieden untergraben würde.

Mann und Ward fahren fort:

Die Schaffung eines neuen Gremiums von Klimawandel-Leugnern und die Rekrutierung von Unterstützern, um diesem einen Anschein der Legitimität zu verleihen, ist wie die Kampagne des Regimes von Joseph Stalin, die Arbeit von Genetikern zu diskreditieren, welche nicht mit den katastrophalen pseudo-wissenschaftichen Theorien von Trofim Lyssenko zustimmten.

Das ist Orwell pur. Es sind nicht wir Contrarians, welche eine Wissenschaft gemäß der von der Politik vorgegebenen Linie etablieren wollen. Dieses Ziel verfolgt der Klima-industrielle Komplex. Siehe die weitsichtige Warnung von Präsident Eisenhower vor dem korrumpierenden Einfluss öffentlicher Zuwendungen auf die wissenschaftliche Forschung und vor der Gefahr, dass die offizielle Politik „gefangen genommen“ wird von einer mit Bundesmitteln finanzierten „wissenschaftlich-technologischen Elite“.

Die Umwandlung von Wissenschaft in ein offizielles Dogma ist genau das Ziel der politischen zwischenstaatlichen Kungeleien, auf die Mann und Ward so stolz sind.

Das CEI und dessen Alliierte fordern aber nur, dass die US-Regierung zum ersten Mal eine robuste wirkliche Debatte abhält zwischen den selbst ernannten Hütern der Klima-Orthodoxie und Experten, welche alles unterschiedlich beurteilen.

Es spricht Bände, dass Mann und Ward zum Mittel der Schimpfwörter greifen und Abweichler als „Stalinisten“ schmähen. Derartiges Verhalten ist typisch für all jene, die eine offene Debatte fürchten, und nicht derjenigen, die Vertrauen in die Validität ihrer Standpunkte haben. Ironischerweise würde die Gegnerschaft von Mann und Ward zu der Kommission die Notwendigkeit und Aktualität einer solchen Übung bestätigen. In unserem Koalitions-Brief schreiben wir:

Wir stellen fest, dass die Verteidiger des Klimakonsens‘ bereits eine öffentliche Kampagne gegen die vorgeschlagene Kommission angezettelt haben. Wir finden diese Opposition eigenartig. Falls die Verteidiger sich der in den offiziellen Berichten beschriebenen Wissenschaft sicher sind, dann sollten sie eine Begutachtung begrüßen, welche die aufgekommenen Zweifel ein für allemal beseitigt. Andererseits kann ihre Opposition als ein Anzeichen gewertet werden, dass die wissenschaftliche Grundlage des Klimakonsens‘ in Wirklichkeit höchst fragwürdig ist und einer kritischen Begutachtung nicht standhalten kann.

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/03/22/ignorance-is-strength-dissent-is-stalinist/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Offener Brief an alle, die für ,das Klima‘ marschieren

Die Malthusianische Wirtschaft trieb die meisten von uns vor sich her, der Club of Rome hatte darüber berichtet, und in der Rückschau muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich 1975 für die Values Party* stimmte … Ich wollte eine bessere Welt, ich wusste, dass die Ressourcen kurz vor der Erschöpfung standen, der Bevölkerungszuwachs war außer Kontrolle, und wir verschmutzten unseren einzigen Planeten. Es war, so dachte ich, Zeit für die Änderung, nach der man sich so verzweifelt sehnte.

[*Values Party: Sie war eine politische Partei in Neuseeland. Sie wird heute als die erste Umweltpartei auf nationaler Ebene der Welt angesehen, welche den Terminus „grün“ erstmals als politische Wegmarke verwendete. Quelle. Anm. d. Übers.]

Die Values Party scheiterte bei der Wahl, zu unserer Überraschung gingen die Ressourcen nicht zur Neige, Simon gewann seine Wetter mit dem Katastrophisten Ehrlich; mit dem steigenden Wohlstand der Länder begannen diese, ihre Umwelt aufzuräumen, vor allem Wasser, Ackerland und die Luft.

China ist inzwischen wohlhabend genug, genau das gleiche jetzt auch zu tun womit das Land in die Fußstapfen von Japan, Taiwan und Korea tritt. Wir werden mit Sicherheit nie mehr die berüchtigten schäumenden Flüsse des industrialisierten Japans sehen.

Ökonomen verstehen heute, dass die ultimative Ressource, nämlich die menschliche Vorstellungskraft, niemals zur Neige gehen wird.

Genauso dürfte es mit Klimawandel sein. Ich dränge euch, niemals euren Skeptizismus aufzugeben. Für einen kritischen Verstand ist dieser nämlich das wichtigste Kapital.

Seid in der Lage, genau zu benennen, nach welchen Belegen ihr eure Meinung gebildet habt. Meinungen jedoch sind keine Belege. Konsens ist kein Beweis.

Im Verlauf der Historie der Welt gab es oftmals Konsens, aber viele davon haben sich als falsch erwiesen. Ich habe nichts gegen Konsens, man muss mich nur von einem solchen überzeugen.

Mein Hintergrund ist die Wissenschaft mit einem Oberflächenwissen in Ökonomie und Statistik, und ich verstehe ziemlich gut, was mit einem katastrophalen Klimawandel gemeint ist. Das ist aber alles nicht überzeugend.

Gleiches gilt für viele absolut qualifizierte Experten in vielen Bereichen, darunter sogar Nobelpreisträger. Ich empfehle euch dringend herauszufinden, wer diese sind und warum sie so reserviert sind.

Es gibt zwei Seiten in dieser Debatte, aber nur eine davon ist üppig mit Ressourcen ausgestattet, weshalb ihr euch etwas mehr anstrengen müsst, die Argumente skeptischer Wissenschaftler in Erfahrung zu bringen.

Eine der großen Tragödien des gesamten Themas ist, dass es seit dem Jahr 1990 für Wissenschaftler sehr schwierig ist, von Regierungen Geld zur Erforschung des natürlichen Klimawandels zu bekommen, aber wir können sicher sein, dass die Kräfte, die in der Vergangenheit große Klimaveränderungen ausgelöst haben, immer noch wirken, und das vermutlich sehr viel stärker als jene, die von CO2 ausgelöst waren.

Für heute empfehle ich euch, einmal gründlich über Folgendes nachzudenken:

Alles heute freigesetzte CO2 wird einfach der Atmosphäre wieder zugeführt, aus der es einst gekommen war. Es steht damit wieder der Biosphäre zur Verfügung, deren Aufblühen wir schon jetzt erkennen können. Die globalen Temperaturen sind seit der Kleinen Eiszeit gestiegen (etwa 0,7°C während der letzten 100 Jahre). Das tun sie vielleicht auch weiterhin, aber bestimmt nicht einmal ansatzweise mit einer Rate, die von den Klimamodellen prophezeit wird.

Wir leben vom Äquator bis (fast) zu den Polen und sind folglich anpassungsfähig, und wir werden uns auch an geringe Temperaturveränderungen anpassen, was wir auch während der Vergangenheit getan haben, sowohl in Klima-Optima als auch in Kleinen Eiszeiten.

Ein größerer Teil der Landoberfläche der Erde ist zu kalt, um dort zu siedeln oder Landwirtschaft zu betreiben. Daher dürfte eine gewisse Erwärmung der nördlichen Gebiete von Kanada und Russland sehr willkommen sein, nur mal als Beispiel.

Hier in Neuseeland erzeugen wir Nahrungsmittel für die Welt mit einem der, wenn nicht dem kleinsten „Kohlenstoff-Fußabdruck“ weltweit. Solltet ihr tatsächlich Erfolg haben mit der Zerschlagung dieser Industrie, wird sich die Erzeugung anderswohin verlagern, mit höheren Kohlenstoff-Kosten … darum wird die von euch vermeintlich ausgemachte Verbesserung hinsichtlich der Emissionen von Neuseeland mehr als aufgewogen durch zusätzliche Emissionen anderswo … wir steigern das Problem anstatt es abzuschwächen.

Es ist auch sehr wichtig, dass jeder von euch versteht, dass man für jedes komplexe Problem immer eine ganze Bandbreite möglicher Entscheidungen betrachten muss. Wissen wir um alle Vorteile, welche der Verbrauch fossiler Treibstoffe mit sich bringt? Wie viele dieser Vorteile sind wir zu opfern gewillt? Wie würde eine Welt mit geringerem Verbrauch fossiler Treibstoffe eurer Ansicht nach aussehen? (Hinweis: ich glaube nicht, dass ihr eine solche Welt gerne haben wollt).

Habt ihr etwas über den „moralischen Aspekt fossiler Treibstoffe“ gehört oder sogar davon gelesen, und versteht ihr das Ausmaß, mit welchem diese die Welt ernähren und kleiden, uns mit unseren Werkzeugen versorgen und uns unsere Freizeit ermöglichen? Oder wie sehr sie unsere elektrischen Werkzeuge und Geräte mit Energie versorgen oder uns heute unsere Reisemöglichkeiten verschaffen?

Ihr seid einfach nicht informiert, wenn ihr euch nur einer Seite der Debatte zuwendet. Zufälligerweise glaube ich an freie Märkte, an die Ökonomie, wie sie von Mises, Hayek, Friedman, Simon und McCloskey gelehrt wird, aber ich habe auch Karl Marx gelesen sowie verschiedene Werke kollektivistischer Ökonomen. Ihr müsst euch vertraut machen damit, was alle Meinungsführer sagen und warum.

Also trachtet danach, auch die Argumente von Curry, Lewis, Christy, Soon, Baliunas kennenzulernen – sie werden euch zu einer ganzen Palette von „counter-consensus“ führen, die ihr genau wie ich vielleicht viel überzeugender findet als die orthodoxe Klima-Kirche.

Ich persönlich musste zur Kenntnis nehmen, dass das, was ich in eurem Alter zu wissen glaubte (natürlich viel mehr als meine Eltern) nicht immer richtig war … heute gekleidet in das Wort „es geht nicht darum, was wir nicht wissen, es geht um das, was wir sicher zu wissen glauben, das aber einfach so nicht ist“.

Wir glaubten einst an Blutegel, Aderlässe, dass Hände waschen unwichtig war, dass Kontinente nicht driften, dass Stress Magengeschwüre hervorruft, eine tägliche Dosis Aspirin uns gut tut und dass immer eine drohende Katastrophe am Horizont erkennbar ist, die sich niemals materialisiert hat.

Die Frage lautet, ob das, was wir sicher zu wissen glauben, hier im Einzelnen, dass der Klimawandel, um den ihr euch solche Sorgen macht, vom Menschen verursacht ist, messbare und substantielle Auswirkungen haben wird und real ist. Welcher Klimawandel wäre noch natürlich? Werden wir in der Zukunft zurückschauen und denken „Was haben wir da geglaubt“?

Haben wir in unsere Modelle korrekt eingehen lassen: die Auswirkungen kurz- und langfristiger natürlicher ozeanischer Zyklen, die Auswirkungen kosmischer Strahlung auf Wolkenbildung, Sonne und Sonnenflecken und alles – falls es das noch gibt – was wir nicht wissen? Bekommen wir die Ausgangsbedingungen korrekt hin?

Untersucht immer eingehend die Logik des Falles … wir haben nur eine Welt, so dass alles, was wir tun können, die Konstruktion von Klimamodellen ist und abzuwarten, ob die Natur bestätigt, dass unsere Modelle eine gute Approximation unserer realen Welt und damit in der Lage sind, zukünftige Klimata zu projizieren … und falls Klima ein 30-jähriges Mittel all unserer globalen „Wetter“-Phänomene ist, dann müssen wir vermutlich mindestens zweimal einen Zeitraum von 30 Jahren abwarten, um die Modelle über 100 Jahre validieren zu können.

Bislang haben sich alle Projektionen und Prophezeiungen als vollkommen falsch erwiesen. Das Polareis ist stabil, der Manhattan-Freeway steht nicht unter Wasser, der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt sich nicht und Schnee ist alles andere als ein „Ding der Vergangenheit“. Ein Klimawissenschaftler und Hüter der Satelliten-Aufzeichnungen drückt es ironisch so aus: „Alle Modelle sind sich darin einig, dass die Beobachtungen falsch sind“.

Und die Ökonomie spielt nicht mit, wie der Nobelpreisträger Nordhaus lehrt. Die Kosten zur Abschwächung sind eine Größenordnung höher als die Kosten des Problems, so dass die Behandlung viel schlimmer ist als die Krankheit selbst.

Glaubt mir oder irgendjemandem anders nichts! Lest selbst, geht an die Quellen. Traut keinem Wissenschaftler, der einen prüfenden Wissenschaftler „Leugner“ nennt. Versteht, dass eine begutachtete Studie oftmals mehr ist als nur die Eröffnungsseite einer Kette von Ereignissen, die eine wissenschaftliche Wahrheit klarmachen können – oder auch nicht.

Seid extrem zurückhaltend hinsichtlich jedweder Theorie, wo allgemein anerkannte Fakten (historische Temperaturverläufe sowie Lage und Anzahl der Thermometer) regelmäßig verändert werden, damit sie zum Narrativ passen.

Und schließlich: genießt den Tag, seid ihr selbst, vertraut eurem eigenen Urteil, lest alles und hinterfragt die Daten und die Motive der Haupt-Akteure.

Es gibt eine (sehr geringe) Wahrscheinlichkeit, dass ihr recht habt, aber selbst wenn das so wäre – vertraut dem menschlichen Einfallsreichtum, jener fabelhaften Einrichtung, mit der wir nicht nur unser Überleben in der uns bekannten Welt sichern, sondern mit der wir auch eine sogar noch bessere Welt schaffen können … wir werden nicht wieder in Zeiten abtauchen, in denen wir mit unserem Vieh auf schmutzigen Böden mit nackten Wänden gewohnt haben! So wie es die Menschheit die meiste Zeit auf der Erde machen musste…

Link: https://www.whaleoil.co.nz/2019/03/open-letter-to-anyone-marching-for-the-climate-today/

Übersetzt von Chris Frey EIKE