Klimawandel-Gerichtsverfahren fallen wie Dominosteine

Eine Handvoll Städte in Kalifornien – selbst Großverbraucher fossiler Treibstoffe – forderten das US-Berufungsgericht auf, die vorhersehbare Abweisung ihrer Klage wegen öffentlichen Ärgernisses rückgängig zu machen und fünf Energieerzeugern die gesamte Schuld an der globalen Erwärmung zuzuschieben: BP, Chevron, ConocoPhillips, ExxonMobil und Royal Dutch Shell.

Die Städte hoffen darauf, den Unternehmen Milliarden Dollar abzuknöpfen, die für den Bau von Deichen, besseren Entwässerungssystemen und so weiter anfallen – in der Erwartung steigenden Meeresspiegels und zunehmenden Extremwetters aufgrund des Klimawandels.

Aber kein Kläger hat bisher jemals Erfolg gehabt bei derartigen Klagen.

Im Gegenteil, alle diese Verfahren beginnen wie Dominosteine zu kollabieren, erinnern die Gerichte doch die Kläger daran, dass für derartige Themen die Legislative und die Exekutive zuständig sind – und nicht die Judikative. Erstere haben die Fähigkeit und die Erfahrung, die Klimapolitik festzulegen.

Die Klima-Aktivisten hätten diese Lektion schon im Jahre 2011 lernen können, als der Oberste Gerichtshof gegen acht US-Staaten und andere Kläger urteilte, welche Behauptungen der Erregung öffentlicher Unordnung durch Treibhausgas-Emissionen erhoben hatten, erzeugt von Kraftwerken.

Das Gericht kam im Verfahren von American Electric Power vs. Connecticut einstimmig zu dem Urteil, dass der Clean Air Act [Luftreinhaltegesetz], unter welchem derartige Emissionen Gegenstand der Verordnungen der EPA sind, derartigen Verfahren vorangeht.

Die Richter betonten, dass „der Kongress eine Experten-Agentur ins Leben gerufen hat, hier die EPA … die mit Sicherheit besser für den Job ausgerüstet ist als individuelle Amtsrichter“, und die viel besser in der Lage ist, „den potentiell erreichbaren Nutzen für die Umwelt gegen den Energiebedarf unserer Nation und die Möglichkeit wirtschaftlicher Schäden abzuwägen“.

Das Gericht stellte außerdem fest, dass dies für „Fragen nationaler und internationaler Politik“ allgemein gelte, und ermahnte uns, dass der zunehmende Trend zu nutzlosen Klagen wegen öffentlichen Ärgernisses ein Problem darstellt.

Die kalifornischen Städte unter Führung von Oakland und San Francisco versuchten, dieses Präzedenz-Urteil des obersten Gerichtshofes zu umgehen, indem sie sich auf die internationale Natur der fraglichen Emissionen beriefen.

Aber dieser Schuss ging nach hinten los, als im Jahre 2018 Bundesrichter William Alsup urteilte, dass einem weltweiten Problem „nur in einem viel größeren Rahmen begegnet werden könne als durch einen Amtsrichter oder ein Gerichtshof in einem Verfahren bzgl. öffentlichen Ärgernisses“. Alsup, ein von Clinton ernannter Richter, stellte fest: „Ohne fossile Treibstoffe wären nahezu unsere sämtlichen monumentalen Fortschritte unmöglich gewesen“.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Im Juli 2018 verwarf ein Bundesrichter in Manhattan in einem praktisch identischen, von New York City angestrengten Verfahren die Klage aus den gleichen Gründen. Die Stadt ging in Berufung.

Inzwischen gibt es auch Klagen des gleichen Hintergrundes von Rhode Island und einer Reihe von Stadtregierungen, einschließlich Baltimore, gegen Energieunternehmen. Wie in den anderen gescheiterten Fällen verlangt man auch hier Milliarden Dollar.

Der Liste gescheiterter Klagen wurde im vorigen Monat die Zurückweisung des Berufungsgerichtes der so genannten „Kinder“-Klage hinzugefügt. Der Unterschied zu anderen Verfahren bestand hierbei darin, dass man eine Gruppe von Kindern als Kläger gegen die [US-]Bundesregierung in Stellung brachte.

Der ganze Beitrag steht hier.

Übernommen aus dem Rundbrief der GWPF vom 9. März 2020 und übersetzt von Chris Frey EIKE




Über den grandiosen Betrug des Klima-Alarmismus‘

Es gab im Jahre 1880 gerade mal 26 Stationen, davon nur 4 auf der Südhemisphäre. Selbst noch im Jahre 1900 machten die globalen Stationen mit 664 nur 2,8% der Anzahl von Stationen im Jahre 2000 aus.

Die Temperaturen über den Ozeanen, die 71% des Globus‘ überdecken, wurden entlang von Schiffsrouten gemessen, hauptsächlich auf der Nordhemisphäre und auch dort nur erratisch und mit unterschiedlichen Messverfahren. Trotz dieser Schwächen und der Tatsache, dass es absolut keine glaubwürdigen Temperaturdaten auf Raster-Niveau gab während des Zeitraumes von 1880 bis 2000 auf den Ozeanen der Südhemisphäre (welche 80,9% dieser Hemisphäre überdecken), fingen NOAA und NASA Anfang der 1990er Jahre damit an, globale mittlere Temperaturdaten zu schätzen und zu veröffentlichen.

Um das Problem zu illustrieren, veröffentlichte das Wall Street Journal (WSJ) am 16. Januar 2020 einen Leitartikel von Robert Lee Hotz, in dem man liest: „NASA und NOAA stuften das Jahr 2019 als das zweitwärmste Jahr seit 1880 ein. Die Welt habe globale Temperaturen nahe an Rekordwerten erlebt, sagten Klimawissenschaftler der [US-]Bundesregierung“. – Diese Behauptung wurde erhoben trotz der Tatsache, dass es absolut keine vertrauenswürdigen Temperaturdaten über diesen Zeitraum gibt aus über 40% der Planetenoberfläche (0.5*0.809 =0.4+).

Nach dem Jahr 2000 wurden Treibbojen eingesetzt. Aber als die beste Technologie speziell für diesen Zweck zum Einsatz kam, nämlich die ARGO-Bojen, gab es eine Enttäuschung, weil diese keinen Aufwärtstrend zeigten. Daher wurden die Daten der Bojen „adjustiert“. John Bates, zuständig für Datenqualität bei der NOAA, räumte ein: „Sie hatten gute Daten von den Bojen … und ,korrigierten‘ diese mit den schlechten Daten von Schiffen. Man ändert niemals gute Daten, damit sie zu schlechten Daten passen, aber genau das hat man getan – nur damit es so aussieht, als würde sich der Ozean erwärmen“. Nach diesen Änderungen reichte er seinen Rücktritt ein.

Das war aber nur das jüngste Beispiel von Datenmanipulation. Ursprünglich wiesen diese globalen Daten einen zyklischen Verlauf auf, ähnlich den zuvor bekannt gemachten Daten der Nordhemisphäre. Diese lagen während der 1930er und 1940er Jahre hoch und in den 1970er Jahren niedrig. Im Verlauf der Zeit wurden dann die zuvor offiziell genannten GAST-Daten modifiziert dergestalt, dass der Zyklus entfernt wurde und ein immer steiler aufwärts führender linearer Trend in jeden neuen historischen Datensatz eingebracht wurde.

Begutachtete, veröffentlichte und reproduzierbare Forschungen haben gezeigt: „die Ergebnisse belegen, dass die drei GAST-Datensätze keine valide Repräsentation der Realität sind.

Tatsächlich ist die Größenordnung der Adjustierungen historischer Daten, aus denen ihr zyklischer Temperaturverlauf entfernt worden war, vollkommen inkonsistent mit veröffentlichten und glaubwürdigen Temperaturdaten aus den USA und von anderswo. Folglich ist es trotz der jüngsten Behauptungen einer Rekord-Erwärmung unmöglich, aus den Datensätzen von NOAA und NASA abzuleiten, dass die letzten Jahre die wärmsten jemals gewesen sind“.

Die derzeitige Klimapolitik – auf der Grundlage unzuverlässiger Temperaturaufzeichnungen – bedroht unsere nationalen ökonomischen und Sicherheits-Interessen. Mit der immer extremer werdenden Klimapolitik droht als Konsequenzen daraus, diese Aufzeichnungen nicht in Frage zu stellen, eine Lawine von Rechtsstreitigkeiten auf der Grundlage des Treibhausgas-Endangerment Finding. Ebenso bedeutsam ist, dass diese Rechtsstreitigkeiten bedeutende Hindernisse sind für die Einrichtung der erforderlichen Infrastruktur, um Energie-Unabhängigkeit und ökonomisches Wachstum zu erhalten und zu verstärken.

[Hervorhebung vom Übersetzer]

Außerdem hat der Finanz-Sektor der USA bereits seine Unterstützung für die Entwicklung konventioneller Energiequellen drastisch verringert, hauptsächlich aufgrund der fortgesetzten Rufe nach gesetzlicher Zerschlagung der Industrie fossiler Treibstoffe. Auch diese Rufe stehen auf der Grundlage der invaliden globalen Temperaturaufzeichnungen von NOAA und NASA. Die Lage setzt die Energiesicherheit unserer Nation einem erheblichen Risiko aus, und das bedeutet, dass auch unsere ökonomische und nationale Sicherheit in großer Gefahr sind.

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[Es folgt eine längere Darstellung der Studie mit dem Titel „On the Validity of NOAA, NASA and Hadley CRU Global Average Surface Temperature Data & The Validity of EPA’s CO2 Endangerment Finding, Abridged Research Report“ von Dr. James P. Wallace III, Joseph S. D’Aleo ABD und Dr. Craig D. Idso vom Juni 2017. Diese wird wegen der vielen technischen Einzelheiten hier nicht mit übersetzt. Die Studie ist der Anlass für obigen Beitrag vom Mitautor der Studie Joseph S. D’Aleo, in welchem die Folgerungen aus der Studie beschrieben werden.

Es gibt in dem Beitrag noch ein Video über den „Superbowl“ der Daten-Manipulation von Tony Heller:
https://youtu.be/hElTSfQEdsk
Link: http://icecap.us/index.php/go/joes-blog/addendum_to_our_research_report_on_validity_of_gast_and_the_endangerment_fi/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Suche nach Beschleu­nigung an den völlig falschen Orten

Also klickte ich ach den entsprechenden Satelliten-Aufzeichnungen der University of Colorado. Aber nach dem Plot erkannte ich, dass man im Jahre 2018 aufgehört hatte. Nirgendwo konnte ich auf der Website eine Begründung dafür finden.

Abbildung 1: Meeresspiegel-Aufzeichnung der University of Colorado. Man beachte, dass es sich um einen Zusammenschnitt von vier Satelliten-Datensätzen handelt, die alle in ziemlich guter Übereinstimmung zu stehen scheinen.

Ich wollte aktuellere Aufzeichnungen und fand die AVISO-Website. Das ist die französische Gruppe,welche die Original-Satellitenmessungen aufzeichnet.

Ich musste jedoch lachen, als ich auf der AVISO-Website suchte und die folgende Graphik fand:

Abbildung 2: Alle neun verfügbaren Satelliten-Aufzeichnungen bzgl. des Meeresspiegels

HILFE! Ich hatte wirklich keine Ahnung, dass es so schlimm war. Es scheint, als ob die guten Leute in Colorado einfach ein paar passende Aufzeichnungen obiger Gruppe herausgepickt und sie zusammengeschweißt hätten und das dann eine valide Aufzeichnung passend für alle Zwecke genannt haben.

Ich andererseits würde sagen, dass hier genug Daten vorliegen, um uns vielleicht einen Trend mit viel Unsicherheit zu zeigen … aber aus diesem Mischmasch eine Beschleunigung heraus kitzeln? Dass ich nicht lache.

Wie auch immer, ich beschloss, noch einen Blick auf den „Referenz“-Datensatz von AVISO zu werfen. Dieser ist oben grün eingezeichnet. Er ist im Wesentlichen identisch mit dem Datensatz aus Colorado, läuft aber bis Ende 2019. Also analysierte ich ihn.

Nun habe ich jüngst mit einem selbst entwickelten Analyse-Verfahren bzgl. des Meeresspiegels gearbeitet. Es basiert auf einer Analyseart mit der Bezeichnung „Complete Ensemble Empirical Mode Decomposition“ (CEEMD). Mehr dazu in diesem Beitrag von mir.

Das CEEMD-Verfahren dient dazu, Stück für Stück die zugrunde liegenden Zyklen der zu analysierenden Datensätze zu erkennen und zu entfernen. Danach bleibt etwas übrig, das man „Residuum“ nennt. Alle identifizierbaren Zyklen sind dann entfernt.

Natürlich lassen sich mit diesem Verfahren keine Zyklen erkennen, die so lang wie der Datensatz oder noch länger sind. Bei meiner letzten Analyse beispielsweise betrachtete ich 40 bis 50 Jahre lange Datensätze. Hier ein Beispiel über 44 Jahre:

Abbildung 3: Eine CEEMD-Analyse der Tidendaten aus Fishguard in Wales.

Wie man sieht, ist ein Zyklus über 33 Jahre nicht entfernt worden – er ist zu lang, um in einem 44 Jahre langen Datensatz aufgelöst zu werden.

Und dies belegt ein riesiges Problem, wenn man zu ergründen versucht, ob sich die Rate des Meeresspiegel-Anstiegs beschleunigt. Man weiß, dass die Tidendaten sehr langzeitliche Zyklen von 50 Jahren oder mehr aufweisen. Aber wie schon in meinem Beitrag mit dem Titel „Accelerating The Acceleration“ beschrieben, haben die Personen, welche die „US Sea Level Report Card” erstellten, die Tidendaten beschnitten. Alles vor dem Jahr 1969 wurde entfernt … was garantiert, dass das Signal immer noch Zyklen enthält. Und dies wiederum garantiert, dass jedwede Schlussfolgerungen von ihnen bedeutungslos sind.

Das andere Problem ist, dass man in der „US Sea Level Report Card” nicht einmal versucht, die Tidenzyklen zu entfernen. Sie scheinen närrischerweise zu glauben, dass man einfach nur schauen muss, ob sich in den Rohdaten eine Beschleunigung zeigt … aber stattdessen machen sie nichts anderes als einfach irgendwelche langzeitlichen Tidenzyklen zu messen.

Nach diesem Prolog möchte ich mir jetzt die längsten Zeitreihen mit Aufzeichnungen des Meeresspiegels vornehmen. Es gibt einige wenige mit Zeitreihen von 100 bis über 150 Jahren. Das ist lang genug, um die meisten der langzeitlichen Zyklen zu entfernen. Wie oben zog ich das CEEMD-Verfahren heran, um die Zyklen zu entfernen, was lediglich das zugrunde liegende Residuum zurücklässt. Als Erstes nahm ich mir die Aufzeichnung von Cuxhaven vor, die sich über 176 Jahre erstreckt.

Welche längerzeitlichen Meeresspiegel-Zyklen werden mit dem CEEMD-Verfahren entfernt? Hier folgen die empirisch erkannten Gruppen von Zyklen, welche die Zeitreihe von Cuxhaven ausmachen:

Abbildung 4: Perioden der Gruppen von Zyklen, welche mittels des CEEMD-Verfahrens aus den Cuxhaven-Daten entfernt worden sind.

Wie zu erwarten war, ergibt sich eine Anzahl kurzfristiger Zyklen zwischen 1 und 5 Jahren. Energie steckt auch in Zyklen über 8, 17 und 29 Jahren oder so. Man beachte, dass einer der größten Zyklen fast 50 Jahre umfasst … und das unterstreicht die Dummheit, a) die persistenten langzeitlichen Zyklen nicht zu entfernen und b) die Verwendung von Datensätzen kurzer Zeiträume beim Versuch zu bestimmen, ob sich eine Beschleunigung zeigt.

Und schließlich zeigt sich auch immer noch etwas Energie in über 50 Jahre langen Zyklen. Darum braucht man sehr lange Zeitreihen, um festzustellen, ob es eine Beschleunigung gibt.

Was also bleibt als Residuum übrig, wenn man all diese Zyklen aus den Cuxhaven-Daten entfernt? Das hier:

Abbildung 5: CEEMD-Analyse der Meeresspiegel-Daten aus Cuxhaven. Die schwarz-weiße Linie sind die Cuxhaven-Originaldaten.

Wie man sieht, zeigen sich keinerlei Anzeichen einer Beschleunigung in den Cuxhaven-Daten. Man rufe sich ins Gedächtnis, dass wir während der letzten 30 Jahre davor gewarnt worden waren, dass der Anstieg des Meeresspiegels sich beschleunigen würde und Städte versinken würden … jedoch sieht es so aus, als hätte der Ozean das nicht mitbekommen.

Ich möchte nochmals demonstrieren, wie sehr man in die Irre geführt wird bei der Verwendung kurzer Zeitreihen und ohne die zugrunde liegenden Tidenzyklen aus den Originaldaten zu entfernen. Hier noch einmal die vorige Graphik, zusätzlich mit einer Gauss-Glättung in Blau der Originaldaten nach dem Jahr 1950:

Abbildung 6: Wie Abbildung 5, aber mit einer Gauss-Glättung der Daten nach dem Jahr 1950.

Also, falls alles, was wir haben, die 68 Jahre nach 1950 sind und außerdem keinerlei Zyklen in den Daten entfernt worden sind, dann betrachten wir die blaue Gauss-Glättung und gehen nach Hause mit der ziemlich festen Überzeugung, dass der Anstieg des Meeresspiegels von 1950 bis etwa 1975 gleich blieb und sich seitdem beschleunigt hat … und nichts davon entspricht der Wahrheit. Es handelt sich lediglich um eine der längerzeitlichen Tiden-Schwingungen, welche mittels des CEEMD-Verfahrens entfernt worden waren. Und unglücklicherweise verwechseln viel zu viele Wissenschaftler auf der ganzen Welt diese Schwingungen mit einer zugrunde liegenden Beschleunigung.

Aber ich wollte hier nicht aufhören und betrachtete einige andere langzeitliche Meeresspiegel-Datensätze. Wie zu erwarten war, stammen die meisten aus Europa. Hier z. B. ein 170 Jahre umfassender Datensatz von Wismar:

Abbildung 7: Eine CEEMD-Residuum-Analyse. Die schwarz-weiße Linie markiert die tatsächlichen Daten.

Und auch hier: kein Anzeichen irgendeiner Beschleunigung in den Daten aus Wismar.

Und hier folgen jetzt ohne große Kommentare weitere langzeitliche Meeresspiegel-Datensätze. In allen Fällen markiert die schwarz-weiße Linie mit Punkten die Originaldaten:

Ich erkenne einfach nicht die gerüchteweise ausgestreute Beschleunigung in diesen Daten. Ich würde außerdem sagen, dass die frühen Daten aus Ijmuiden in den Niederlanden sehr komisch aussehen … aber schauen wir auf ein paar Aufzeichnungen aus den USA:

Man beachte den stärkeren Trend in Baltimore, von dem bekannt ist, dass er die Folge vom Absinken des Landes ist, wie sie an den meisten Abschnitten der US-Ostküste beobachtet wird:

Und zum Schluss dieses Abschnitts folgt hier der längste ununterbrochene Datensatz, den ich kenne, nämlich der von Stockholm in Schweden – 217 Jahre lang:

Man erkennt, wie sich Skandinavien immer noch davon erholt, von Billionen Tonnen Eis bedeckt gewesen zu sein während der jüngsten großen Vereisung. Das Land hebt sich tatsächlich schneller als der Ozean steigt.

Das also ist die Mehrheit langzeitlicher Tiden-Datensätze. Ich muss sagen, ich sehe einfach nicht die von den Eierköpfen behauptete Beschleunigung. Ich weiß nicht, wie sie ihre Ergebnisse berechnet haben, aber die besten langzeitlichen Datensätze, die es gibt, zeigen einfach nicht die Beschleunigung, die gefunden zu haben sie behaupten.

Zum Schluss möchte ich den Kreis schließen zum Anfang dieses Beitrags, also zu den zusammen geschusterten AVISO-Satellitendaten. Was AVISO und die Colorado-Leute in Kombination als ihre finalen Daten ausgeben, sieht so aus:

Abbildung 8: Die vier von Colorado und AVISO ausgewählten Meeresspiegel-Daten von Satelliten aus den neun bestehenden Satelliten-Datensätzen bzgl. des Meeresspiegels.

Sehr merkwürdig … die Meeresspiegel-Satellitendaten sollen angeblich bis auf ein tausendstel Millimeter pro Jahr genau sein – warum gibt es dann so große Differenzen zwischen den verschiedenen Satelliten-Aufzeichnungen?

Wie auch immer, hier noch einmal die gleichen Daten, diesmal mit einer schwarzen Linie, welche ihren finalen Datensatz markiert, wie er sich aus der Kombination der vier Datensätze ergibt:

Abbildung 9: Die vier von Colorado und AVISO herausgepickten Datensätze aus den neun bestehenden Satelliten-Datensätzen, zusammen mit deren kombiniertem Verlauf, dargestellt in schwarz.

Nun ja … und hier schließlich die CEEMD-Analyse jener kombinierten Aufzeichnung:

Abbildung 10: CEEMD-Analyse des Satelliten-Datensatzes von AVISO/Colorado. Er besteht aus zusammengefügten verschiedenen Satelliten-Datensätzen. Die Zeitpunkte der Zusammenfügung sind gekennzeichnet durch die gepunkteten roten Linien.

Und nun – gibt es eine Beschleunigung in jener Aufzeichnung?

Nun, hinsichtlich der Frage, ob sich eine Beschleunigung in jenem zusammengefügten Satelliten-Datensatz zeigt, möchte ich die vier gewichtigsten Worte sagen, die ein Wissenschaftler sagen kann:

Wir. Wissen es. Nicht.

Wir wissen es aus mehreren Gründen nicht. Erstens, es handelt sich um einen zusammengefügten Datensatz, und Änderungen der Trendlinie zeigen sich durchweg nur bei und nach den Zusammenfügungen. Das ist schon ziemlich verdächtig, besonders angesichts der Differenzen in den initialen individuellen Datensätzen.

Zweitens, die Aufzeichnung umfasst nur 27 Jahre, so dass es einfach nicht genug Daten sind, um viele Folgerungen zu ziehen. Dies gilt vor allem, weil die Variationen einer Linie ziemlich klein sind.

Drittens, der Anstieg erfolgte genau entlang der linearen Trendlinie bis zum Jahr 2005. Vorher zeigte sich also keinerlei Beschleunigung. Dann begann die Rate um das Jahr 2005 abzunehmen … Verlangsamung anstatt Beschleunigung? Warum? Und dann – dem zusammengefügten Datensatz zufolge begann ein rascherer Anstieg um das Jahr 2011. Warum? Jene drei Phänomene, also erst eine gerade Linie, dann Verlangsamung, dann Beschleunigung, dürften kaum einem monotonen CO2-Anstieg geschuldet sein. Auch gehen sie in keiner Weise konform mit irgendeiner erwarteten Beschleunigung.

Und schließlich, wie bei vielen oben gezeigten Tidenaufzeichnungen scheinen die Satellitendaten über und unter die Trendlinie zu springen. Nirgendwo in der Aufzeichnung zeigt sich eine eindeutige Beschleunigung.

Diskussion und Schlussfolgerungen

Die Langzeit-Tidendatensätze stimmen alle darin überein, dass es keine Beschleunigung gibt, weder in der Anfangs- noch in der Endzeit der Aufzeichnungen. Ja, sie schwanken oftmals ein wenig um die Trendlinie, aber es gibt keinerlei Belege für eine CO2-induzierte Beschleunigung der Rate des Meeresspiegel-Anstiegs.

Der Satelliten-Datensatz andererseits ist eine Zusammenfügung von vier aus neun verfügbaren Datensätzen des Meeresspiegels. Die Trendänderungen scheinen in Verbindung zu stehen mit den Nahtstellen. Unglücklicherweise ist diese gekittete Aufzeichnung einmal zu kurz und zum Anderen zu unterbrochen, um irgendwelche Erkenntnisse bzgl. Beschleunigung zu gewinnen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/03/08/looking-for-acceleration-in-all-the-wrong-places/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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Anmerkung/Ergänzung der EIKE-Redaktion :

… und so sieht es an der Deutschen Nordsee-Küste aus :

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Virginias „Saubere-Ökonomie-Gesetz“ dürfte ziemlich schmutzige Folgen haben

Der Mehrheitsführer im Senat Dick Saslaw hat gesagt, dass Virginia „ein Klimaproblem hat und dass man dieses nicht umsonst lösen könne“. Allerdings ist die Klimakrise erheblich übertrieben oder beruht auf falschen Computer-Modellen. Noch schlimmer ist, dass die „Lösung“ auf allen Ebenen sehr teuer ist, aber bzgl. des globalen Klimas nicht die Spur eines Unterschiedes ausmachen würde.

In den USA gab es während der letzten 35 Jahre weniger starke Tornados (Stärke F3 bis F5) als während der 35 Jahre zuvor, im Jahre 2018 war nicht ein einiger aufgetreten. Häufigkeit und Stärke von Hurrikanen haben sich seit 1850 kaum verändert – außer dass es in den USA erfreulicherweise von 2005 bis 2017 eine rekordlange Zeit gab, in der nicht ein einziger starker Hurrikan auf das US-Festland übergegriffen hatte. Nach einem Anstieg um rund 120 cm nach der letzten Eiszeit ist der Meeresspiegel während der letzten 150 Jahre mit lediglich 2 bis 30 cm pro Jahrhundert gestiegen, wobei ein großer Teil des vermeintlichen Anstiegs tatsächlich auch auf Absinken von Land zurückzuführen ist, so wie es auch an der Küste von Norfolk-Virginia der Fall ist.

Wasser, Eis und Wasserdampf haben einen erheblich größeren Einfluss auf Temperatur, Klima und Wetter der Erde als Kohlendioxid und alle anderen atmosphärischen Gase zusammen, schreibt Greenpeace-Mitbegründer Patrick Moore. Die Ozeane haben einen um das Tausendfache größeren Wärmegehalt als die Atmosphäre. Wolken halten sowohl Wärme zurück als auch dass sie einfallende Sonnenenergie reflektieren. Und Wissenschaftler können immer noch nicht menschliche von den natürlichen Faktoren bei all dem unterscheiden.

Aber die Demokraten in Virginia bestehen darauf, dass man sich in einer Klimakrise befindet und dass man zur Lösung derselben die Pflicht hat, fossile Treibstoffe zu verbieten.

Virginias „Kohlenstoff-frei“-Gesetze würde die Schließung von etwa 6200 MW Stromerzeugung auf Kohlebasis zur Folge haben sowie ein Verbot der Errichtung neuer, mit Erdgas betriebener Einheiten. In China gibt es mittlerweile 900.000 MW Kohlekraftwerke, weitere für 200.000 MW sind im Bau, und geplant sind nochmals 150.000 MW (alles in China). Das berichtet Greenpeace. Außerdem finanziert und betreibt das Land den Bau zahlreicher Kohle- und Gaskraftwerke in Afrika und Asien. In Indien gibt es bereits hunderte Kohlekraftwerke, [in deutscher Übersetzung beim EIKE hier], 400 weitere sind in Planung. China und Indien planen oder bauen bereits hunderte neuer Flughäfen und Millionen weitere Autos auf die Straße zu bringen.

Selbst wenn also CO2 mehr als nur eine triviale Rolle bzgl. Klimawandel spielt, könnten die Maßnahmen von Virginia die zukünftige Erwärmung allenfalls um nicht messbare 0,001 bis 0,01 Grad reduzieren. Die Details des Gesetzes sind aufschlussreich – und Besorgnis erregend.

Das fast schon in Kraft gesetzte Gesetz würde die Schließung des neuesten und saubersten Kohlekraftwerkes in den USA zur Folge haben, solange es nicht die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 83% reduzieren kann mittels einer immer noch nicht erprobten „carbon capture and storage“-Technologie. Aber selbst wenn das funktionieren würde, würde jene Technologie Millionen pro Jahr kosten – und ein Drittel des vom Kraftwerk erzeugten Stromes benötigen. So viel zum Thema ,nicht umsonst‘ für Anwohner.

Um den wegfallenden Strom zu ersetzen, müssten die Energie-Unternehmen von Virginia Offshore-Windturbinen für 5200 MW installieren – offenbar vom Typ GE 12 MW Haliade-X, hergestellt in einer neuen Fabrik in der Provinz Guangdong (China), die südlich von Wuhan gebaut werden soll. Es würden 433 dieser Kolosse benötigt, von denen jede Einzelne die Wasseroberfläche um 260 Meter überragen würde, etwa 40 km vor der Küste von Norfolk-Virginia in 15 bis 20 m tiefem Wasser. (Zum Vergleich, das Washington Monument ist „nur“ 170 Meter hoch).

Das fortwährende Einwirken von Salzwasser und von häufigen Stürmen wird die Turbinen korrodieren lassen, was deren Leistung mit jedem Jahr schlechter werden lässt. Will man tatsächlich 5200 MW Strom erzeugen, würde das erfordern, dass die 433 Turbinen 24 Stunden lang an 7 Tagen der Woche100% ihrer Kapazität Strom liefern. Sollten sie nur während der Hälfte dieser Zeit Strom erzeugen, würde Virginia 866 derartiger Monstren benötigen.

Klima-Aktivisten und Big Wind erwarten, bis zu 30.000 MW Windkapazität vor der Ostküste bis zum Jahr 2030 zu errichten. Mit 100% Kapazität würde man dafür 2500 gigantische Heliade-X-Turbinen brauchen! Die Auswirkungen auf Radar, Luftverkehr und U-Boote, auf die Schifffahrt und die Fischerei wären enorm. Die Rotorblätter würden zahllose Vögel zerschmettern. Vibrationen und der Lärm durch Infraschall würde die Navigation von Walen und Delphinen noch viele Kilometer entfernt davon durcheinander bringen.

Da diese Turbinen auf öffentlichem Land stehen, müssen das Innenministerium, die nationale Fischerei-Behörde und andere Regierungsagenturen vollständig und sehr sorgfältig die kumulierten Auswirkungen all dieser menschlichen Aktivitäten auf die Umwelt evaluieren. Gleiches gilt für die kumulierten Auswirkungen des globalen Bergbaus, der Verarbeitung und Herstellung zum Bau und zur Installation der Windturbinen.

Zur Errichtung dieser Monster-Windmühlen braucht man Millionen Tonnen Beton, Stahl, Kupfer, seltene Erden, Karbon-Fiberglas und andere Rohmaterialien. Diese zu gewinnen wiederum erfordert die Bewegung von Milliarden Tonnen Gestein in neuen oder erweiterten Minen auf der ganzen Welt, aber vermutlich nicht in den USA. Wind- und Solarenergie wären fast ausschließlich abhängig von der Einfuhr derartiger Materialien, Komponenten und fertigen Produkten – zumeist aus China oder im Besitz von Chinesen. Verschmutzung, Arbeitsbedingungen, die Zerstörung von Land und Habitaten, Kinderarbeit und Verletzungen grundlegender Menschenrechte, Krebs- und andere Erkrankungen bei Arbeitern und Anwohnern wären galoppierend und für die meisten Amerikaner verabscheuungswürdig.

Derzeit gibt es praktisch keine technischen Schwergeräte, welche 12-MW-Turbinen errichten können. Man stelle sich einmal vor, wie lange es dauern würde, 400 bis 2500 davon vor der Ostküste zu errichten – und sie zu reparieren und zu ersetzen, wenn sie altern – oder nach einem gewaltigen Hurrikan wie dem Great Atlantic Hurricane of 1944, welcher die gesamte Offshore-Stromerzeugung zum Erliegen bringen dürfte.

Das Saubere-Ökonomie-Gesetz legt fest, dass weitere 16.100 MW zum Ersatz fossiler Treibstoffe durch Photovoltaik-Solarpaneele erzeugt werden würden. Auf der Grundlage eines 400 MW-Solarkraftwerkes in Spotsylvania County, Virginia würden diese Paneele eine Landfläche überziehen, die 3,5 mal größer ist als die Fläche der Hauptstadt Washington!

In Virginia herrschen nicht die Bedingungen wie in Arizona. Wolken, Nächte und sub-optimaler Sonnenschein während eines großen Teils des Tages lassen es wahrscheinlich erscheinen, dass diese Millionen Paneele tatsächlich kaum mehr als 3200 MW erzeugen – unvorhersagbar und unzuverlässig. Um die gesamten, gesetzlich festgelegten 16.100 MW Strom zu erhalten, müsste Virginia bis zu 18 mal die Fläche von Washington mit Paneelen überziehen.

Das Gesetz in Virginia (es ist inzwischen von beiden Kammern durchgewinkt worden) verlangt außerdem, dass Versorgungsunternehmen „3100 MW Energie-Speicherkapazität konstruieren oder zur Verfügung stellen müssen“, vorzugsweise Batterien. Das ist verwirrend, erzeugen doch Batterien keinen Strom (MW); sie speichern einfach durch Kohle, Gas, Kernkraft, Wind oder Solar erzeugte Energie (MWh). Falls die Gesetzgeber 3100 MWh meinen, würde Virginia 36.500 Tesla 85-kilowatt-hour battery packs von je einer halben Tonne benötigen – und damit noch mehr Lithium und Kobalt, aus der Erde gekratzt in Gebieten mit verheerenden Standards bzgl. Umwelt und Menschenrechten.

Wird Virginia verlangen, dass seine Materialien und Komponenten für Wind, Sonne und Batterien verantwortungsbewusst beschafft werden? Wird es unabhängig verifizierte Zertifizierungen verlangen, dass keine davon mit Kinderarbeit verbunden ist und alle in Übereinstimmung mit den Gesetzen, Vorschriften und ethischen Codes der USA und Virginias für Sicherheit am Arbeitsplatz, gerechte Löhne, Luft- und Wasserverschmutzung, Erhaltung der Tierwelt und die Wiedergewinnung von Minengebieten produziert werden? Wird es erfordern, dass alle vermeintlichen sozialen Kosten von Kohlenstoff die sozialen Vorteile von Kohlenstoff-basierten Brennstoffen und Kohlendioxid anerkennen?

Um die von den Offshore-Windturbinen erzeugte Windenergie zu den Gemeinden westlich des Appalachian Trail zu transportieren, bedarf es vieler neuer Fernleitungen. Umweltaktivisten opponieren unnachgiebig gegen Gas-Pipelines, welche in einer Tiefe von etwa 200 m unter der Erde verlaufen. Wie werden sie auf die multiplen Fernleitungen und Masten reagieren, welche eine zusätzliche erhebliche Beeinträchtigung der Landschaft mit sich bringen?

Wind-, Solar-, Batterie- und Biotreibstoff-Alternativen sind eben nicht sauber, grün, erneuerbar oder nachhaltig! Das Saubere-Ökonomie-Gesetz repräsentiert im schlimmsten Falle greenwashing, Pseudo-Tugendhaftigkeit und Kontrolle seitens der Regierung. Sie ersetzen zuverlässigen und bezahlbaren Strom durch teuren und unzuverlässigen Strom. Wenn der Gesetzgeber Virginias immer wieder behauptet, dass all diese Maßnahmen „im öffentlichen Interesse seien“, dann ist das schlicht und ergreifend nicht so.

Die Eliminierung fossiler Treibstoffe bedeutet, dass die Preise von Licht, Heizung, Kühlung usw. nebst anderen Kosten für jedermann in die Höhe schießen – darunter Schulen, Krankenhäuser und Geschäftsbereiche. Die Umweltauswirkungen werden sich in den USA und global potenzieren – ohne jeden Vorteil für das Klima.

In Virginia und Amerika haben linke Stadtverwaltungen und Landkreise illegalen Einwanderern, darunter Kriminellen, ihren „Segen“ erteilt. Zahlreiche konservative Gemeinden in Virginia haben sich nicht entsprechend geäußert. Vielleicht ist es für sie an der Zeit, dem Ansturm des Klima-Alarmismus‘ und von pseudo-erneuerbaren Energie-Phantasien zu trotzen – indem sie sich zur Sanktionierung fossiler Treibstoffe bereit erklären.

Autor: Paul Driessen is senior policy advisor for CFACT and author of Cracking Big Green and Eco-Imperialism: Green Power – Black Death

Link: https://www.cfact.org/2020/03/08/virginias-clean-economy-act-will-have-dirty-results/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Bereits zum zehnten oder elften Mal die „Ersten Klima-Flüchtlinge“

Ich musste daher lauthals lachen, als ich das hier von der zuverlässig Klima-alarmistischen BBC las:

Lassen wir keine Zweifel darüber aufkommen, wie hier Logik und die englische Sprache vergewaltigt werden. Man erklärt Menschen zu „Flüchtlingen“ vor einer für das Jahr 2054 prophezeiten Katastrophe! Das ist absolut lächerlich!

Sind dies die ersten Klima-Flüchtlinge?, fragt die Schlagzeile … nun, nein.

Ich glaube, wir brauchen eine neue Bezeichnung für diese Menschen, eine besondere Klasse von Menschen, welche derzeitige Flüchtlinge vor einer prophezeiten zukünftigen Katastrophe sind. Mein Vorschlag: Man bezeichne sie als Prefugees, um ihre vorübergehende Vertreibung aus einer Welt anzudeuten, in welcher die Auswirkung der Ursache vorangeht. … Aber ich will nicht abschweifen.

Als ich das sah, erinnerte ich mich vage an etwas bzgl. jenes Dorfes, und nach etwas Nachforschen fand ich das hier von der GWPF:

Also ist dies nicht nur die zehnte Erste-Klimaflüchtlinge-Krise, sondern dank des ewigen Wiederaufwärmens von vor vier Jahren seitens der BBC auch die elfte derartige Krise … aber was geht hier wirklich vor sich?

Fangen wir mit ein wenig Historie an.

[Es folgt eine historische Beschreibung der Entstehung der Ortschaft Fairbourne in Wales. Sie entstand um das Jahr 1900 auf einer Landzunge, welche ein Unternehmer gekauft hatte. Später wurde daraus ein Seebad. Anm. d. Übers.]

Es handelt sich also um ein relativ neues Dorf, ein „Modell-Seebad“, errichtet auf einer Salzmarsch … ein ungünstiger Beginn. Eine gute Beschreibung der Entwicklung mit historischen Photos findet sich hier. Und vor diesem Hintergrund betrachten wir jetzt die physikalischen Gegebenheiten des Gebietes.

Abbildung 1: Übersicht über das Gebiet um Fairbourne.

Wie man sieht, befindet sich das Dorf in einem Flussdelta wenig höher als der Meeresspiegel. Das ist keine Überraschung. Der Bau in einem Flussdelta ist ein normales Ereignis bzgl. vieler Erster-Klimawandel-Flüchtlinge zuvor. Das ist in doppelter Hinsicht ungut, weil – nun, falls das Gebiet in der Vergangenheit überflutet war, würde es kein Flussdelta sein, nicht wahr …

Außerdem ist der Boden im Delta eine lose Ansammlung leicht zu erodierender Materialien wie angeschwemmter Schlamm und Sand. Die verschlungenen Serpentinen des Flusses in Abbildung 1 auf dessen Weg durch das Delta zeigen, wie flach das Land ist und wie leicht der Fluss sich neue Wege suchen kann.

Hier ein näherer Blick auf das Dorf und die oben erwähnte „Landzunge“:

Abbildung 2: Das Dorf Fairbourne

Die Serpentinen-Struktur der Entwässerungskanäle in und um das Dorf zeigen ebenfalls, wie flach das Land dort ist. Google Earth gibt eine Seehöhe von 2 bis 3 m an.

Warum also heißt es von den Menschen dort, dass sie Klimaflüchtlinge sind? Im Mittelpunkt steht eine Phantasie-Vorhersage der UK-Regierung mit der Bezeichnung Shoreline Management Plan Two (SMP2). Dieses im Jahre 2011 verfasste Dokument behauptet, dass der Meeresspiegel um UK während der nächsten 100 Jahren um einen Meter steigen wird (wofür jetzt noch 91 Jahre verbleiben) oder auch 2 Meter.

Im SMP2 heißt es außerdem, dass der Meeresspiegel bis zum Jahr 2054 schon um 450 mm steigen würde und das Dorf aufgegeben werden müsste. Wie man sich leicht vorstellen kann, hat diese „Vorhersage“ den Werten des Landbesitzes gar nicht gut getan …

Nun sollte man nicht vergessen, dass der Meeresspiegel während der letzten 1½ Jahrhunderte mit einer Rate von 20 cm bis 30 cm pro Jahrhundert gestiegen ist. Folglich behaupten die Autoren, dass ohne jeden Anhaltspunkt für eine Beschleunigung der Rate des Anstiegs sich dieser während der nächsten 91 Jahre wie verrückt beschleunigen soll.

Wie sehr muss sich der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigen, um jene gewaltige Zunahme zu erreichen? Weit mehr als man denken könnte. Um bis zum Jahre 2111 auf einen Meter zu kommen müsste er bei der zeitlichen Annäherung an dieses Datum um 27,2 mm pro Jahr steigen, das ist etwa zehn mal die derzeitige Rate. Und um bis dahin 2 Meter Anstieg zu erreichen, müsste er dann um 72,4 mm pro Jahr steigen, das ist 25 mal die jetzige Rate. Graphisch sehen diese Projektionen so aus:

Abbildung 3: Projizierter Anstieg des Meeresspiegels in Fairbourne. Die lineare Fortsetzung der derzeitigen Rate ist blau dargestellt. Gelb wäre der Anstieg um einen, rot ein solcher um 2 Meter. Die gestrichelte horizontale Linie markiert den Anstieg um 45 cm seit 2011 , von dem es heißt, dass das Dorf dann aufgegeben werden muss.

Man betrachte diese gewaltigen jährlichen Anstiege bis 2110-2111, 27 mm pro Jahr bzw. 72 mm pro Jahr. Zum Vergleich, die höchste Rate des Anstiegs der letzten 100.000 Jahre erfolgte während der Zeit, als wir aus der jüngsten Eiszeit kamen. Während der Periode des schnellsten Abschmelzens der Festlands-Gletscher mit der Bezeichnung „Meltwater Pulse 1a“ betrug der Anstieg geschätzt 47 ± 15 mm pro Jahr.

Meltwater Pulse 1a“ wurde verursacht durch das rapide Abschmelzen der gigantischen, ganze Kontinente überdeckenden Eisschilde jener Zeit. Davon ist aber heute nichts mehr übrig, und darum sehe ich einfach nicht die erforderlichen gewaltigen Anstiegsraten für einen Anstieg um 1 bis 2 Meter.

Beschleunigt sich der Meeresspiegel-Anstieg um Fairbourne überhaupt irgendwie? Leider gibt es in der Nähe keine Tidenmesspunkte mit Zeitreihen von 40 Jahren. Hier folgen die vier am nächsten gelegenen Tiden-Zeitreihen längerer Dauer.

Ich habe ein Analyseverfahren angewendet, welches ich in meinem Beitrag „Accelerating The Acceleration“ beschrieben habe. Das heißt, eine CEEMD-Analyse [?] wird herangezogen, um die Tidenzyklen zu entfernen, wobei nur die zugrunde liegenden Änderungen des Meeresspiegel-Trends hervortreten. Die folgenden vier Graphiken zeigen die Änderungen an diesen nächstgelegenen Stationen:

Abbildungen 4 bis 7: Analyse der Änderungen des Meeresspiegels an vier Tidenmesspunkten, welche am nächsten des Dorfes Fairbourne liegen.

Wie man sieht, zeigen alle vier Graphiken den gleichen Verlauf, also die gleiche s-förmige gelbe Linie, welche die zugrunde liegenden Variationen des Meeresspiegels repräsentiert. In jedem Falle schwankt der Meeresspiegel um die rote Trendlinie. Alle queren diese rote Trendlinie im Zeitraum 1977 bis 1979 und dann umgekehrt im Zeitraum 2005 bis 2010. Seitdem nimmt die Rate des Anstiegs wieder ab.

Von den Tiden weiß man, dass sie Zyklen von 50 Jahren oder mehr durchlaufen. Diese Zyklen in den Abbildungen 4 bis 7 liegen in der Größenordnung von 40 Jahren. Die gemeinsame Natur aller vier Aufzeichnungen zeigt, dass bei allen betrachteten Stationen einem konstanten langsamen Anstieg eine etwa 40 Jahre dauernde Oszillation überlagert ist.

Anders gesagt, es zeigt sich keinerlei offensichtliche Beschleunigung in diesen Aufzeichnungen und mit Sicherheit kein Anzeichen des riesigen Anstiegs, zu dem es bei einem Anstieg um ein bis 2 Meter in 100 Jahren kommen müsste.

Erstens, die Behauptungen im SMP2 bzgl. eines Anstiegs des Meeresspiegels um 1 bis 2 Meter bis zum Jahr 2111 sind extrem unwahrscheinlich. Der große Wissenschaftler Freeman Dyson drückte es so aus:

Als Wissenschaftler gebe ich nicht viel auf Prophezeiungen. Die Wissenschaft ist ihrem Wesen nach unvorhersagbar. Die besten Wissenschaftler mögen es, Dinge in ein Experiment zu kleiden, das so unvorhersagbar wie möglich daherkommt. Sie führen das Experiment durch und warten ab, was herauskommt. Man könnte sagen, dass wenn etwas Erwartetes passiert es keine Wissenschaft ist. Wenn ich Prognosen abgebe, spreche ich nicht als Wissenschaftler, sondern als Märchenerzähler, und meine Prognosen sind eher Science Fiction als Wissenschaft. Die Prognosen von Science Fiction-Autoren sind ihrer Natur nach ungenau. Sie beschreiben eine Vorstellung, was geschehen könnte, und nicht das, was geschehen wird.

Zweitens, in dieser Hinsicht mache ich mir keinerlei Sorgen, solange der Anstieg des Meeresspiegels nicht anfängt, sich tatsächlich zu beschleunigen. Falls es keine Beschleunigung gibt, würde man bis zum Jahr 2200 keinen Anstieg um 45 cm bekommen … und wie gesagt gibt es derzeit keinerlei Anzeichen einer solchen Beschleunigung.

Drittens, falls die Angaben von Google korrekt sind und das Dorf 2 bis 3 Meter über dem Meeresspiegel liegt, sehe ich nicht, dass selbst ein Anstieg um 45 cm notwendigerweise katastrophal ist, wie es im SPM2 behauptet wird.

Viertens, ich habe genau die dem Fluss zugewandte Seite des Dorfes betrachtet. Je schneller man die Seite entwässern kann, umso besser. Ich ziehe in Betracht, auf irgendeine Art und Weise das Gebiet mit Kanälen zu durchziehen, wo der Fluss den Ozean erreicht. Im besonderen ist es wichtig zu erreichen, dass der Fluss nicht die große Krümmung über dem Dorf erreicht. Erosion erfolgt an den Außenseiten der Flusskehren, und das ist unerwünscht. Es sieht so aus, als könne man ihn zur Nordseite des Deltas umleiten. Weiter unten wird ein solches Verfahren skizziert.

Fünftens, ich installiere meine eigene Messstation. Man braucht kontinuierliche lokale Informationen. Um Aufschluss zu bekommen über den wahren Anstieg des Meeresspiegels vor Ort einschließlich des geringen, aber stetigen Absinkens des Flussdeltas, braucht man einfach einen nahe gelegenen Messpunkt.

Sechstens, wenn und falls der Meeresspiegel zum Problem wird, wissen wir Menschen damit umzugehen. Die Niederländer haben dieses Spiel bereits seit Jahrhunderten gespielt.

Außerdem gibt es Unternehmen wie Holmberg Technologies, welche sich darauf spezialisiert haben, mit und nicht gegen den Ozean zu arbeiten, um Strände auszuweiten und Küstenlinien gegen Erosion zu sichern. Ein Beispiel für die Arbeit von Holmberg wird hier gezeigt:

[Anmerkung des Übersetzers: Es folgt eine Beschreibung des sehr einfachen und billigen Verfahrens und wie es erfolgreich an verschiedenen Stellen der Welt angewendet wurde. Diese Beschreibung wird hier nicht mit übersetzt. Das Verfahren führt dazu, dass sich die Strände deutlich ausweiten. Autor Eschenbach folgert dann:]

Man stelle diesem Verfahren die übliche Lösung gegenüber: ein Deich. Anstatt den Ozean mittels Erweiterung des Strandes zurückzudrängen, soll ein Deich den Ozean aufhalten… nach meiner Erfahrung als erfahrener Seemann würde ich dazu nicht raten …

Und so schließt sich das Märchen des elften ersten Klima-Flüchtlings- nicht mit einem Knall, sondern klammheimlich – und wie gewöhnlich ist weit und breit kein Flüchtling in Sicht.

Meine Schlussfolgerung am Ende?

Nun, ich bevorzuge einen hügeligen Wohnort und würde kein Land in einem Flussdelta kaufen. Falls ich jedoch schon Landbesitzer in Fairbourne wäre, würde ich es behalten. Landbesitz in Meeresnähe ist immer wertvoll – und sollte der Meeresspiegel wirklich steigen, würde ich Holmberg kontaktieren.

striche

Endbemerkung: Frühere Beiträge zu diesem Thema:

Der sechste „Erste-Klima-Flüchtling“ (2. Juli 2013)

Eilmeldung: der siebente „Erste-Klima-Flüchtling“ ist entdeckt! (9. August 2013)

Der achte „Erste-Klima-Flüchtling“ (26. Dezember 2015)

Der neunte „Erste-Klima-Flüchtling“ (30. November 2016)

Link: https://wattsupwiththat.com/2020/03/05/the-eleventh-tenth-first-climate-change-refugees/

Übersetzt von Chris Frey EIKE