Beeinflusst der SCHWABE-Zyklus der Sonnen­aktivität die Häufigkeits­verhältnisse der Großwetter­lagen in Deutschland?

Warum der SCHWABE-Zyklus?

Der Klimaforscher LUDGER LAURENZ hat in seiner am 8. August 2019 erschienenen Arbeit „Bedeutung des Startimpulses der Sonne im Jahr des Sonnenfleckenmaximums für den Nachweis von Sonnensignalen in verschiedenen Klimagrößen“ den zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Stadium der Sonnenaktivität ab dem Maximum des SCHWABE-Zyklus und verschiedenen Klimagrößen, wie etwa der Niederschlagsmenge in Münster, untersucht und interessante Zusammenhänge gefunden. Die Sonnenfleckenzahlen, welche die Sonnenaktivität, wenngleich nur grob, abbilden (viele Flecken bedeuten tendenziell eine hohe Aktivität), liegen seit etwa der Mitte des 18. Jahrhunderts lückenlos, davor lückig bis etwa 1600, vor. Leider begrenzen die meisten anderen Beobachtungs- und Messreihen die zeitlichen Auswertungsmöglichkeiten auf die Mitte bis das letzte Viertel des 19. Jahrhunderts. Alle etwa 9 bis 13 Jahre, im Mittel gut alle 11 Jahre, weist die Sonnenfleckenzahl ein mehr oder weniger deutlich ausgeprägtes Maximum auf; dieser kürzeste der Sonnenaktivitätszyklen wird nach seinem Entdecker, Samuel Heinrich Schwabe, SCHWABE-Zyklus genannt:

Abbildung 1: SCHWABE-Zyklus der Sonnenaktivität. Jede der Spitzen steht für ein Aktivitätsmaximum. Quelle der Abbildung: Wikipedia

Für die Untersuchungen des Einflusses auf Klimagrößen wird stets das Jahr des Maximums, bei jahreszeitlichen oder monatsweisen Untersuchungen die mit dem Maximum zusammenfallende oder diesem unmittelbar folgende Jahreszeit oder der mit ihm zusammenfallende oder folgende Monat als „Startpunkt“ gewählt. Da die Häufigkeitsverhältnisse der Großwetterlagen und das Deutschland-Flächenmittel der Lufttemperatur erst seit 1881 relativ sicher vorliegen, ergeben sich folgende 13 Startjahre als „Jahr 1“: 1883, 1893, 1905, 1917, 1928, 1937, 1947, 1958, 1968, 1979, 1989, 2001, 2014. Weil die Maxima der Jahre 1894 und 1906 sehr zeitig (Jan./Feb.) auftraten, wurden für die Jahresbetrachtung die Vorjahre 1893 und 1905 gewählt. LAURENZ wies unter anderem nach, dass das fünfte, sechste und siebente Jahr nach dem Sonnenfleckenmaximum mit erhöhter Wahrscheinlichkeit in Münster zu trocken ausfielen; aktuell entspricht das den Jahren 2018 (Treffer), 2019 (wahrscheinlich Treffer), und 2020. Betrachtet man das Deutschland-Jahresmittel der Zyklusjahre, so zeigen sich ähnliche Verhältnisse; besonders trocken waren die Jahre 5 und 7 nach dem Zyklusmaximum, doch auch das Jahr 2 war recht trocken; während das sechste Jahr das Langjährige Mittel erreichte:

Abbildung 2: Besonders trocken fielen die Jahre 2, 5 und 7 nach dem Zyklusmaximum aus; besonders feucht die Jahre 8 bis 11. Die Ergebnisse sind wegen der geringen Zahl der Vergleichsfälle und der Ungenauigkeiten der Niederschlagsmessungen, speziell in den Anfangsjahren, mit Vorsicht zu betrachten!

Die Jahresverhältnisse bezüglich Temperatur und Häufigkeit von Großwetterlagen

Die Jahresmittel der Lufttemperaturen der einzelnen „Zyklusjahre“ stellen sich folgendermaßen dar; sie liegen relativ genau bis 1881, mit größeren Ungenauigkeiten bis 1761 vor; was alle 24 bislang genauer dokumentierten Sonnenfleckenzyklen abdeckt:

Abbildungen 3a und 3b: Oben 3a, bis 1881 zurück. Besonders warm fielen die Jahre 2, 7 und 11 nach dem Zyklusmaximum aus; besonders kühl die Jahre 6 und 8. Unten 3b, bis 1761 zurück, dabei hat sich das erste Maximum ins 4. Zyklusjahr verschoben; aber die Maxima im 7. und 11. Zyklusjahr blieben erhalten, ebenso ein Minimum im 6. Jahr; Jahr 11, unmittelbar vor dem nächsten Zyklusmaximum, ist nun das wärmste. Es ist zu beachten, dass die Sonnenaktivität ihre geringsten Werte etwa zwischen dem 5. und 7. Jahr nach dem Startjahr erreicht; danach steigt sie wieder an; was auch die wieder steigenden Temperaturen gegen Ende (Jahre 9 bis 11) erklärt.

Das zum 6. Jahr gehörende Jahr 2019 (noch nicht in der Auswertung enthalten), wird sich freilich nicht in die Reihe der besonders kühlen „Sechser“ (1888, 1922, 1933, 1942, 1952 und 1963) einordnen – ein Hinweis auf den Dank längerer Sonnenscheindauer, häufigerer Südlagen und der WI-Effekte zu beobachtenden Erwärmungstrend in Deutschland. Auffällig waren in diesem, wie schon im vergangenen Jahr, die häufigen Witterungsanomalien, gekennzeichnet durch eine Häufung der zu Extremen neigenden Nord-, Süd- und Ostlagen; Näheres dazu hier und hier. Tatsächlich deutet sich bei diesen „meridianen“ oder „meridionalen“ Lagen ein Häufigkeitsmaximum im sechsten Zyklusjahr an; Selbiges gilt für die Nordlagen alleine:

Abbildung 4: Im 1., 6., 8. und 9. Zyklusjahr waren meridionale Lagen (grau), die zu Extremwetter neigen, besonders häufig; während antizyklonale Lagen im 2. Zyklusjahr ihr Maximum hatten; doch zwischen dem 4. und dem 7. Zyklusjahr waren diese zu Niederschlagsarmut neigenden Lagen ebenfalls relativ häufig.

Abbildung 5: Häufigkeitsmaximum der Nordlagen im 6. Jahr; das der Westwetterlagen hingegen im 2., 8. und 10. Zyklusjahr.

Es deuten sich also Einflüsse der solaren Aktivität auf die Temperaturverhältnisse und die Großwetterlagenhäufigkeiten in Deutschland an – wenngleich bei der hohen Streuung der Werte und der geringen Anzahl der 13, ab dem 6. Jahr nur 12, ab dem 10. Jahr nur 11 und im 11. Jahr nur 7 Vergleichsjahre keine sicheren Aussagen möglich sind.

Ein Ausblick auf den Herbst

Der bevorstehende Herbst 2019 wirft natürlich die Frage auf, welche Herbstwitterung uns im sechsten Herbst nach dem Sonnenfleckenmaximum erwarten könnte. Auch wenn diese Zyklusmethode wegen ihrer geringen Signifikanz nie allein für Jahreszeiten- oder Monatsprognosen verwendet werden sollte, so könnte sie doch grobe Hinweise geben; unter anderem den, dass der sechste Herbst nach dem Sonnenfleckenmaximum tendenziell eher verhalten, vielleicht gar kühl verlaufen könnte:

Abbildung 6: Der sechste Herbst gehörte (bislang) zu den kühlsten im Zyklusverlauf; wärmster Herbst war der unmittelbar auf das Sonnenfleckenmaximum folgende.

Bliebe noch die Frage, welche Großwetterlagen im sechsten Zyklusherbst auffällig gehäuft auftaten; die nächste Grafik beantwortet es:

Abbildung 7: Im sechsten Zyklusherbst waren Zentralhoch- und Nordwestlagen auffallend häufig.

Es könnte also eine Häufung von Hochdruck- und Nordwestwetterlagen geben. Freilich müssen auch andere Umstände betrachtet werden. Wegen der sehr geringen Ausdehnung des arktischen Meereises im Sommer kann ein zirkulationsträger, an Westlagen armer Herbst 2019 erwartet werden:

Abbildung 8: Tendenziell weniger Tage mit Westwetterlagen im Herbst in Mitteleuropa bei geringerer Ausdehnung des Arktis-Meereises im Sommer.

Auch die nach dem warmen Sommer erhöhten Wassertemperaturen der Nord- und Ostsee sind zu beachten; sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit für einen eher milden Herbst, was auch das CFSv2-Modell und die meisten anderen Langfristmodelle so prognostizieren. Abschließend soll noch der erste Herbstmonat kurz betrachtet werden. Der sechste September nach dem Zyklusmaximum zeichnete sich – ähnlich wie der gesamte Herbst – durch eher verhaltene Temperaturen und eine Häufung nordwestlicher und nördlicher sowie von Zentralhochlagen aus.

Zusammenfassung: Die einzelnen Jahre ab dem Maximum des SCHWABE-Zyklus der Sonnenaktivität unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Temperatur-, Niederschlags- und Witterungsverhältnisse; aufgrund der geringen Zahl der Vergleichsfälle sind die Ergebnisse freilich mit Vorsicht zu bewerten. Tendenziell sind die Jahre um das Zyklusmaximum reicher an antizyklonalen Lagen und weisen weniger zu Extremwetter neigende Nord-, Süd- und Ostlagen auf, als zur Zyklusmitte und im letzten Zyklusdrittel. Für den Herbst 2019, welcher zu den sechsten Herbsten nach dem Zyklusmaximum gehört, deuten sich häufigere Zentralhoch- und Nordwest-, aber weniger Westlagen an; außerdem scheint der Herbst 2019 weder sehr regenreich noch extrem warm zu verlaufen. Das siebente Zyklusjahr (2020) könnte nach diesen Ergebnissen relativ trocken und warm verlaufen.

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher




Wie man den Bürger als immer dümmer verkauft…

Was die Bildzeitung über die Edertalsperre schreibt

Bild,de 05.07.2019: Wenn Sonne und Wind versagen Dieser See rettet Hessens Stromversorgung
Edertal – Alle reden über grüne Energie, Hessen hat sie: Fast die Hälfte des bei uns produzierten Stroms stammt aus erneuerbaren Energien. Doch was ist, wenn weder Sonne scheint, noch Wind geht?

Bild weiß wundersame Daten: 100.000 Haushalte können damit ein Jahr lang mit Strom versorgt werden

Bild.de 05.07.2019: … Dann kommt einer der größten Energiespeicher Hessens zum Einsatz: das Pumpspeicherwerk Waldeck 2. Am Rande des Edersees lagern in einem 330 Meter hoch gelegenem Speicherbecken fünf Millionen Liter Wasser. 100.000 Haushalte können damit ein Jahr lang mit Strom versorgt werden …

Was eine einfachste Dreisatzrechung ausweist

Laut einem Exkursionsbericht der TU Darmstadt [1] hat das besagte, laut Bildzeitung so überaus „rettungsfreudige“ Speicherkraftwerkt die folgenden Leistungsdaten:
Vollast: 480 MW,
Vollastdauer: 8 Stunden,
und somit einen Energieinhalt von 480 MW x 8 Stunden = 3.840 MWh

Die mittlere Haushaltsgröße in Deutschland beträgt laut Umweltbundesamt: mittlere Haushaltsgröße 2 Personen
Ein Zweipersonenhaushalt in einer Wohnung benötigt im Jahr:
2.500 kWh ohne Warmwasserbereitung,
3.000 kWh, wenn in einem Haus wohnend,
3.600 kWh, wenn Warmwasser mit Strom erzeugt wird

Wir nehmen als mittleren Haushalts-Jahresbedarf 3.000 kWh an. Damit lassen sich:
3.840.000 kWh/3.000 kWh = 1.280 mittlere 2-Personen-Haushalte ein Jahr lang versorgen, oder die genannten, 100.000 Haushalte ungefähr 112 Stunden, oder 4,7 Tage lang.

In Wirklichkeit sind es also nur 1,3 % der von Bild gemeldeten Anzahl „geretteter“ Haushalte

1.280 mittlere Haushalte, anstelle der von Bild angegebenen, 100.00 sind lediglich – noch dazu aufgerundete – 1,3 %. Diese Diskrepanz zu den von der Bild-Zeitung genannten 100.000 Haushalten ist so groß, dass wirklich jegliche Toleranzen in der Betrachtung im Fehlerrauschen mehr als verschwinden.

Es stellt sich damit aber die Frage: Ist die Bild-Redaktion wirklich so blöde, oder hält sie nur ihre Leser dafür? Allerdings ist beides ein Beleg für die inzwischen wirklich unterirdische, fachliche Qualität (oder eher: bewusste Verblödung) von Ökoenergie- und Klimaexpertisen [2], aufgrund deren unser einst weltweit hervorragendes Energiesystem von einer angeblichen „Intelligenz“ mit eiserner Konsequenz systematisch zerstört wird.

Kein Wunder, dass da eine 16jährige, schulschwänzende Schülerin und die „Freitagshüpfer“ leicht mithalten können, ja solche „Experten“ (einschließlich unserer etablierten Bundestagsparteien und deren „unfehlbaren“ Kanzlerin) sogar „vor sich hertreiben“.

Der Autor dankt einem EIKE-Blogleser für den Hinweis

Quellen

[1] TU Darmstadt: Das Pumpspeicherkraftwerk II Gruppe H Exkursionsbericht Wintersemester 2014/15

[2] EIKE 16.August 2019: Bei Hitzewellen: Erneuerbarer Strom ja bitte. Oder: Wer rettet Deutschland und Frankreich vor dem Ökostrom?




Wie haben sie das berechnet?

Was soll das alles nun? Ein Tweet über das, was Strogatz „mathematisches Twitter“ nennt. Das Tweet lautete:

em ♥︎ (@pjmdolI) 28. Juli 2019

Das ist einfach: Die korrekte Antwort lautet:

Jawohl, das stimmt! Die korrekte Antwort lautet: entweder 16 oder 1, abhängig von einem interessanten Aspekt der Mathematik. Das vorgestellte Image vermittelt uns ein paar Einsichten darüber, was hier los ist. Strogatz erklärt es so:

Obige Frage hat eine eindeutige und definitive Antwort – vorausgesetzt, wir richten uns alle nach den gleichen Regeln, welche die „Reihenfolge der Operationen“ vorgeben. Stehen wir wie in diesem Fall davor, verschiedene mathematische Operationen durchzuführen – um Ausdrücke in Klammern zu evaluieren, um Multiplikationen und Divisionen durchzuführen oder Additionen und Subtraktionen – die Reihenfolge der Durchführung dieser Operationen kann einen gewaltigen Unterschied ausmachen.

Wenn wir die Taschenrechner heranziehen, zeigt sich, dass meine Antwort absolut korrekt ist:

Bild von einem Twitterer)

Der TI-84Plus C von Texas Instruments zeigt das Ergebnis „16”, während der Casio fx-115MS das Ergebnis „1” zeigt.

Auch eine rasche Durchsicht des Online-Taschenrechners ergibt gemischte Ergebnisse:

Und vielleicht etwas genauer:

Mathe-Freaks wissen, dass das Problem in der Reihenfolge der Operationen liegt, und es gibt Konventionen hinsichtlich dieser Reihenfolge. In der Schule haben wir eine der folgenden Konventionen gelernt:

BODMAS ist eine Abkürzung. Sie steht für Bracket, Of, Division, Multiplication, Addition und Subtraction. In manchen Regionen ist PEDMAS (Parentheses, Exponents, Division, Multiplication, Addition und Subtraction) das Synonym für BODMAS.

PEMDAS ist eine Abkürzung für die Begriffe Klammern (Parenthesis), Exponenten, Multiplikation, Division, Addition, Subtraktion. Finden sich zwei oder mehr Operationen in einer einzigen Gleichung, gibt die Reihenfolge der Buchstaben in PEMDAS vor, was zuerst berechnet werden muss, was als zweites usw. bis die Rechnung vollständig ist. Falls es Klammern in der Gleichung gibt, sagt PEMDAS, zuerst die Berechnungen innerhalb der Klammern durchzuführen.

Strogatz sagt: „Die strikte Antwort zu dieser elementaren PEMDAS-Konvention ergibt nur eine Antwort: „16“. Oh, aber sein Eingabefeld (his editor) und viele Leser „…bestanden darauf, dass die richtige Antwort ,1′ sei“.

Um Strogatz‘ Ergebnis „16“ zu erhalten, muss man Folgendes machen: 8/2 = 4, dann 4 x (2+2) oder 4 x 4 = 16.

Wie man das Ergebnis „1“ bekommt, erklärt Strogatz so:

Was war da los? Nach der Lektüre der vielen Kommentare zu dem Beitrag erkannte ich, dass die meisten Kommentatoren eine andere (und anspruchsvollere) Konvention als die elementare PEMDAS-Konvention bemühen, die ich in dem Artikel beschrieben habe.

In dieser anspruchsvolleren Konvention, die oftmals in der Algebra Anwendung findet, wird einer impliziten Multiplikation höhere Priorität eingeräumt als einer expliziten Multiplikation oder expliziten Division, in welchen jene Operatoren aus Symbolen bestehen wie x; *; / oder ÷. Unter dieser anspruchsvolleren Version wird der impliziten Multiplikation in 2(2+2) höhere Priorität eingeräumt als in der expliziten Division in 8÷2(2+2). Mit anderen Worten, 2(2+2) sollte zuerst evaluiert werden. Dann ergibt sich 8÷2(2+2) = 8÷8 = 1. Nach der gleichen Regel, so argumentierten viele Kommentatoren, ist der Term 8÷2(4) nicht synonym mit 8÷2×4, weil die Klammern die sofortige Berechnung verlangen, was wiederum 8÷8 = 1 ergibt.

Falls also jedermann den gleichen Konventionen folgt, und zwar sowohl bei der Konstruktion von Gleichungen als auch bei deren Lösung, wäre alles in Ordnung und wir würden alle die von uns erwartete Antwort bekommen.

Aber…:

Diese (anspruchsvollere) Konvention ist sehr vernünftig, und ich stimme zu, dass die Antwort dann ,1′ ist, falls wir alle dieser Konvention folgen. Aber das ist eben allgemein nicht der Fall. Die Taschenrechner von Google und WolframAlpha benutzen die elementarere Konvention und unterscheiden nicht zwischen impliziter und expliziter Multiplikation, wenn sie darauf programmiert werden, einfache arithmetische Terme zu berechnen.

Und außerdem, nachdem Google und WolframAlpha evaluierten, was immer in Klammern steht, löschen sie diese Klammern effektiv und stellen deren Inhalt nicht höher in der Priorität. Im Einzelnen interpretieren sie 8÷2(2+2) als 8÷2x(2+2) und behandeln dies synonym mit 8÷2×4. Dann haben gemäß PEMDAS Division und Multiplikation die gleiche Priorität. Also rechnet man von links nach rechts und erhält 8÷2×4 = 4×4 und kommt zum Ergebnis 16. Für meinen Beitrag habe ich mich entschieden, mich auf diese einfachere Konvention zu konzentrieren.

Unser werter Mathematiker folgert:

Genauso ist es wesentlich, dass jeder, der Software für Computer, Tabellen und Taschenrechner schreibt, die Regeln der Reihenfolge von Operationen kennt und diesen folgt.

Aber ich habe schon gezeigt, dass die Software-Schreiber nicht alle den gleichen Konventionen folgen … Strogatz weist darauf hin, dass selbst anspruchsvolle Software wie WolframAlpha und Google nicht den anspruchsvollen Regeln folgen und „16“ erhalten.

Das finale Statement von Strogatz lautet: „Einige Tabellen-Kalkulationen und Software-Systeme weigern sich schlicht und ergreifend, die Frage zu beantworten – sie schrecken vor der verstümmelten Natur zurück. Das ist auch mein Gefühl sowie das Gefühl der meisten Mathematiker, mit denen ich gesprochen habe. Falls man eine eindeutigere Antwort haben will, dann stelle man eine eindeutigere Frage.

Kenneth Change von der NY Times schrieb jüngst dazu den Beitrag „Essay: Why Mathematicians Hate That Viral Equation“.

—————————

Vielleicht findet der eine oder andere diesen Beitrag instruktiv oder erheiternd. Die wirkliche Krux des Ganzen ist, dass der ursprüngliche Term „8÷2(2+2) absichtlich so schlecht formuliert worden ist, damit er unklar bleibt.

Aber was soll das Ganze jetzt? Nun, es erhebt sich eine sehr ernste Frage: Falls einfache mathematische Gleichungen mit verschiedenen Antworten interpretiert werden können oder verschiedene Lösungen ergeben, abhängig von der Reihenfolge der Operationen und unter der Vorgabe, dass selbst ernste mathematische Software verschiedenen Konventionen folgt – welches der sehr anspruchsvollen mathematischen Modelle, in denen die Variablen alle voneinander abhängig sind, muss iterativ gelöst werden?

Was die Klimawissenschaft betrifft – werden unterschiedliche zukünftige Klima-Szenarien simuliert, falls jemand die Reihenfolge der Berechnung ändert? Nicht in dem einfachen Sinn dieser viralen Twitty-Gleichung, sondern in einem erheblich ernsteren Zusammenhang: Sollte ein Klimamodell, ein General Circulation Model, erst nach Temperatur auflösen? Oder nach Luftdruck? Oder zunächst die einfallende Strahlung berücksichtigen? Das IPCC-Diagramm sieht so aus:

Ich versuchte, die Anzahl der Variablen zu zählen, die in diesem vereinfachten Diagramm auftauchen, und kam auf ein paar Dutzend – bevor ich erkannte, dass es zu vereinfacht war, um eine reale Anzahl zu liefern. Wo beginnt das Modell mit jeder Iteration? Spielt es eine Rolle, mit welcher Variablen es anfängt? Ergibt die Reihenfolge der Berechnungen vereinfachter Versionen der nicht-linearen Gleichungen einen Unterschied hinsichtlich der Ergebnisse?

Das muss es – würde ich denken.

Rechnen alle GCMs der westlichen Welt in der gleichen Reihenfolge? Was ist mit den zumeist unabhängigen russischen Modellen (INM-CM4 and 5)? Ergeben die russischen Modelle realistischere Ergebnisse, weil sie die mathematischen Operationen mit einer anderen Reihenfolge durchführen?

Ich weiß es nicht – aber es ist eine schreckliche Frage.

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/08/07/howd-they-calculate-that/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

Bemerkung des Übersetzers: Mit der einfachen Gleichung oben werde ich mal „hausieren“ gehen, mal sehen, was so kommt. Aber mir kam ein ganz anderer Gedanke: Da die CO2-Geschichte ja rein politischer Propaganda-Natur ist, wird man sicher die Reihenfolge der Rechnungen so gewählt haben, dass das Gewünschte herauskommt. Wie ist das eigentlich bei den kurz- und mittelfristigen Wettervorhersagemodellen (GFS, EZMW, ICON usw.)?




Das drohende Wind-Desaster von Boris Johnson

Der entscheidende Anhaltspunkt kam in Gestalt weit verbreiteter Stromausfälle vor zwei Wochen (hier). Eine Million Menschen waren betroffen, Züge blieben stehen, Passagiere waren viele Stunden darin gefangen.

Die Propaganda-Maschinerie des Establishments nahm sofort Fahrt auf. Ein Sprecher des National Grid sprach von einem „sehr, sehr seltenen Ereignis“. Außerdem versicherte er uns in klassischer Ablenkungs-Manier, dass es sich „nicht um böse Absicht oder einen Cyberangriff handelte“.

Nun gut. Welche Gründe hatte dann aber dieser Blackout, der – wie Richard North zu Recht hier sagte – eine „nationale Schande“ war und „die Art von Ereignis, welche wir eher in einer zugrunde gerichteten Ökonomie erwarten wie in Venezuela?“

Nun, die offizielle Antwort lautet „wir wissen es nicht und warten auf die Ergebnisse einer Untersuchung“.

Inoffiziell jedoch ist die Ursache schreiend offensichtlich. Das Nationale Netz von UK – und damit die Stromversorgung des Landes – wurde höchst gefährlich beeinträchtigt durch die Jagd nach erneuerbarer Energie. Je mehr unzuverlässige Quellen an das Netz gebracht werden – vor allem von Windturbinen – desto instabiler wird das ganze System.

Die jüngsten Stromausfälle waren alles andere als ein Einzelereignis, sondern nichts als ein Vorgeschmack auf noch Schlimmeres, das noch kommen dürfte.

Ursache dafür ist, dass Blackouts keine Schwäche des Stromsystems sind, sondern eine Folge der Einspeisung erneuerbarer Energie. Sie sind ein Merkmal derselben.

Klügere Köpfe prognostizierten und warnten genau davor schon seit Jahren. Christopher Booker beispielsweise beschrieb schon vor zehn Jahren die erfolgreiche Jagd der Regierung nach Windenergie als „das Verrückteste jemals in unserem Leben“. Er schrieb:

Sagen wir es ganz deutlich: UK steht vor einer beispiellosen Krise. Nicht mehr lange, und wir werden 40 Prozent unserer Erzeugungs-Kapazität verlieren. Und solange wir nicht augenblicklich mit einer Alternative aufwarten können, WERDEN die Lichter ausgehen“.

Nun, am Freitag waren die Lichter ausgegangen. Und die große Frage lautet jetzt: Wird die Regierung versuchen, die Risse zu verkleistern oder wird sie die Krise als eine Gelegenheit begreifen?

Das vielleicht Beste an diesen Stromausfällen ist, dass sie zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt für die Windindustrie hätten kommen können.

Nachdem sich die Regierung von Boris Johnson törichterweise der Politik von Theresa May bzgl. Null-Kohlenstoff-Emissionen bis zum Jahr 2050 verpflichtet hatte, haben Big Wind – und viele von deren Unterstützern in den Mainstream-Medien – sich auf eine Goldgrube neuer Verträge eingestellt.

Erst am Sonntag vor diesem Stromausfall wartete die Mail on Sunday (bizarrerweise, ist das Blatt doch normalerweise ziemlich skeptisch bzgl. Umweltthemen) mit einer massiven Lobeshymne in seinem Wirtschaftsteil auf ob der „Lobby-Offensive“ seitens der Windindustrie: Energiefirmen haben eine Lobby-Offensive losgetreten, welche zu einer Errichtung einer neuen Generation von Windturbinen in den ländlichen Gebieten von UK führen kann. Direktoren großer Energieunternehmen drängen die Regierung, die Restriktionen zu lockern, welche derzeit noch die Installation von Windparks blockieren. Ihre Forderungen können die Konstruktion einer Flotte gigantischer Windturbinen auslösen im Zuge des Kampfes des Landes zum Erreichen der ambitionierten Ziele, Emissionen zu kappen und die Energie für Elektrofahrzeuge zu erzeugen. Wäre der Stromausfall nicht gewesen, hätten sie damit sogar auch durchkommen können. Aber jetzt – wenn Energieministerin Andrea Leadsom alles richtig macht, könnte sie in der Lage sein, das schändliche Programm in die Tonne zu treten.

Der Schlüssel hier wird es sein sicherzustellen, dass die Untersuchung fair, transparent und kein Grüngewäsch ist – also etwas, das recht unwahrscheinlich daherkommt, ist doch die National Grid-Gesellschaft vollständig der grünen Agenda hörig.

Falls die Untersuchung halbwegs sorgfältig durchgeführt wird, kann ich mir kaum vorstellen, dass sie zu einem anderen Ergebnis kommt als dass die Erneuerbaren das Netz immer weniger stabil machen und dass der Gedanke, immer neue Windprojekte auf den Weg in dieses überfrachtete System zu bringen, ein absolutes Auf-Keinen-Fall sein sollte.

Das wird so ziemlich von Leadsoms Willenskraft abhängen – und auch von der Unterstützung seitens ihrer Mit-Pragmatiker innerhalb des Kabinetts, als da wären Priti Patel, Jacob Rees Mogg und Liz Truss.

Bis jetzt wurden sogar klimaskeptische Kabinettsmitglieder gezwungen, so zu tun, als ob sie hinter dem Erneuerbaren-Selbstmordprogramm stehen – als Unterstützung für die Grünlastigkeit der Regierung von Boris Johnson.

Erst am Tag vor dem Blackout war Leadsom selbst höchst eifrig am twittern irgendeines Unsinns aus dem Department for Business, Energy and Industrial Strategy (BEIS), wobei sie für Net Zero, COP26 und die Windindustrie warb.

———————————-

Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/08/14/delingpole-boris-johnsons-looming-wind-disaster/




Juli 2019 – war es der heißeste jemals?

Die NOAA hat Milliarden Dollar der Steuerzahler ausgegeben, um Satelliten in den Orbit zu bringen zur Überwachung des Wetters und damit auch des Klimas auf der Erde. Bezahlt werden zwei verschiedene wissenschaftliche Institutionen, UAH und RSS, um globale Temperatur-Datensätze der Erdatmosphäre zu erstellen. Aber die NOAA ignoriert die Datensätze dieser beiden Gruppen notorisch, wenn es darum geht, den Klima-Katastrophismus voranzutreiben.

Jene, welche eine vollständige wissenschaftliche Erklärung lesen wollen, warum der Juli 2019 NICHT der heißeste jemals war, sollten den Beitrag von Dr. Roy Spencer vom 2. August anklicken (in deutscher Übersetzung hier).

All jenen, die es vorziehen, sich visuell damit zu befassen, zeige ich zwei Graphiken der beiden globalen Temperatur-Datensätze via Satelliten, welche die NOAA ignoriert, wenn sie „heißeste-Jemals“-Erklärungen abgibt. Zunächst die Graphik von Remote Sensing Systems:

Es ist interessant anzumerken, wie anders sich der visuelle Eindruck darstellt zwischen den jüngsten Daten und den weiter zurück liegenden Daten. In das obere Bild mit den „jüngsten“ Daten ist die Trendlinie des gesamten langzeitlichen Datensatzes eingezeichnet – und nicht die Trendlinie der jüngsten Daten. Nichtsdestotrotz ist aber offensichtlich, dass die Daten flach verlaufen (oder sogar einen Abwärtstrend aufweisen, wenn man am Höhepunkt des Jahres 2016 beginnt).

Als Erinnerung für all jene, die vergessen haben, welche Änderungen RSS bei den Berechnungen für 2016 vorgenommen hat (hier), hier die folgende Graphik (von Climate4you):

Die Visualisierungen der gleichen Daten vom National Space Science & Technology Center at The University of Alabama in Huntsville, allgemein bekannt als UAH, sehen so aus:

Nur damit klar wird, wovon wir reden: die untere Troposphäre ist der Teil der Atmosphäre, in welchem die meisten von uns leben. Die höchsten Berge der Erde sind fast 10.000 Meter hoch, genau die unteren 10 km der Troposphäre. Die Obergrenzen tropischer Gewitter können eine Höhe bis zu 12,5 km erreichen [bei besonders schweren Hagelunwettern in Mitteleuropa sind auch schon Obergrenzen um 17 km beobachtet worden, z. B. Ende Juni 2002! Anm. d. Übers.] Darunter, in der unteren Troposphäre kommt es zu den alltäglichen Wetterereignissen, den Winden, welche die Bäume bewegen sowie andere Wetter- und Klimaphänomene, welche fast alle Menschen immer wieder erleben. Bergsteiger wie ich, welche in den Sierras von Kalifornien oder in den Rocky Mountains die Gipfel erklommen haben, befanden sich an der Obergrenze der unteren Troposphäre.

Diese Graphik hilft ein wenig bei der Einschätzung:

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/08/16/july-2019-hottest-july-ever/

Übersetzt von Chris Frey EIKE