Diesel-Verteu­felung: Krieg gegen das eigene Volk Diesel: Die Lücken­medien im Glashaus (6)

In den bisherigen Teilen dieses Aufsatzes wurde nachgewiesen, dass die NO2-Belastung der Luft in ganz Deutschland und auch an den sogenannten „Hotspots“ in den Städten auf im Prinzip unbedeutende Werte zurückgegangen ist. Wichtiger Grund hierfür ist die stetige Ablösung älterer durch jüngere Fahrzeuge mit besseren Abgasbehandlungssystemen. Dieser Trend wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Auch wurde aufgedeckt, wie fragwürdig die Messmethoden sind und welche Tricks und Manipulationen zum Einsatz kommen. Im dritten Teil wurden die teils grotesk übertriebenen Behauptungen über die gesundheitlichen Auswirkungen von Stickstoffdioxid sowie die offensichtliche Parteilichkeit sowohl der öffentlich-rechtlichen Medien als auch industriefeindlicher Behörden behandelt. Im vierten Teil wurde festgestellt, dass das Auto auch in der Stadt der Zukunft unverzichtbar bleibt und Elektromobilität zurzeit nicht realisierbar ist. Außerdem wurden Widersprüche in den Aussagen des Umweltbundesamtes beleuchtet und anrüchige Querverbindungen zwischen der Deutschen Umwelthilfe sowie Ministerien und Behörden aufgedeckt. Im fünften Teil wurde gezeigt, dass an der angeblichen Gesundheitsgefährdung selbst durch geringste NO2-Konzentrationen nichts dran ist und die Horror-Stories über zigtausende Tote durch Dieselabgase nicht wissenschaftlich fundiert sind. Zahlreiche Studien basieren sogar auf gefälschten Zahlenwerten. Die jetzt folgenden Teile untersuchen grobe Mängel bei den Studien, mit denen behauptete Gesundheitsgefahren von Stickoxiden „belegt“ werden sollen.
Auch unter Gleichen sind nicht alle gleich
Um Manipulationen mit Zahlen über angebliche „Todesfälle durch Stickstoffdioxid“ entgegentreten zu können, muss man sich zunächst ein wenig mit der Ermittlung von Lebenserwartungen beschäftigen. Die Bevölkerung ist kein einheitlicher Block identischer Individuen, die allesamt ein gesundes Leben bis zum Todestag führen und dann friedlich und ohne Leid entschlafen. Jeder Mensch ist unterschiedlich, zudem besteht die Gesellschaft aus unterschiedlichen Gruppen, die sich bezüglich Lebenserwartung, Gesundheitszustand, Lebensstil, Wohnort, Einkommen etc. von anderen Gruppen unterscheiden. Statistisch gesicherte Aussagen sind daher nur möglich, wenn man möglichst große und zugleich in sich einheitliche Gruppen selektiert und versucht, diese mithilfe statistischer Verfahren zu charakterisieren. Am bekanntesten ist sicherlich die Tatsache, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich fast fünf Jahre älter werden als Männer. Es gibt jedoch noch viele weitere Einflussfaktoren. So scheint vordergründig der Wohnort erheblichen Einfluss auf die Lebenserwartung der jeweiligen Einwohner zu haben, Bild 2.

Bild 2. Unterschiede in der Lebenserwartung von neugeborenen Jungen und Mädchen in den verschiedenen Regionen Deutschlands (Grafik: [BBSR])

Die Unterschiede sind wesentlich größer als man als Laie erwarten würde: So haben neu geborene Jungen in Pirmasens (73,6 Jahre), Emden (74,1 Jahre) und Eisenach (74,3 Jahre) die geringste Lebenserwartung. Mit einem besonders langen Leben können dagegen Mädchen im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald (85,0 Jahre), Dresden (84,9 Jahre) und München (84,8 Jahre) rechnen. Ein in Pirmasens geborener Junge stirbt demnach im Mittel mehr als elf Jahre vor einem zum gleichen Zeitpunkt im Breisgau zur Welt gekommenen Mädchen. Anders ausgedrückt liegt dessen Lebenserwartung um mehr als 15 % über der des Jungen.
Natürlich interessiert angesichts dieser doch recht erheblichen Unterschiede die Frage nach den Ursachen für diese regionalen Unterschiede. Der Blick auf Bild 2 zeigt sofort, dass Luftverschmutzung als Ursache ausscheidet, denn die kürzesten Lebenserwartungen findet man häufig in ländlichen Regionen mit wenig Industrie, mit einem deutlichen Schwerpunkt in den neuen Bundesländern. Umgekehrt leben die Menschen dort am längsten, wo die Luft, wenn man den Panikmachern der „Umwelt“-Verbände und ihren Verbündeten in Parteien, Ministerien und Medien Glauben schenken darf, am schmutzigsten und giftigsten ist, nämlich in Großstädten wie Stuttgart, München oder Frankfurt, Bild 3.

Bild 3. Entwicklung der Lebenserwartung von Einwohnern verschiedener deutscher Großstädte sowie für Deutschland insgesamt für die Geburtsjahrgänge 1995 und 2010 (Daten: [LEBE], Statista)

Der Blick auf Bild 3 offenbart zweierlei: Zum einen gibt es kein Absinken, sondern sogar einen erheblichen Anstieg der Lebenserwartung mit höherer Schadstoffbelastung der Luft. Die Lebenserwartung hat gerade in den Ballungszentren in den letzten Jahrzehnten noch stetig weiter zugenommen, obwohl uns die Presse und Herr Resch von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) mitsamt seinen grünen Gesinnungsgenossen pausenlos einzureden versuchen, dass wir uns und unsere Kinder einem frühen Tod ausliefern, wenn wir nicht schnellstens unsere Autoindustrie vor die Wand fahren. Zum zweiten kann man daraus lernen, dass bei der Aufstellung von Statistiken Sorgfalt die erste Wissenschaftlerpflicht sein sollte. Rein mathematisch könnte man beispielsweise aus der Statistik herauslesen, dass gute Landluft schlecht für die Gesundheit ist und Abgase dagegen das Nonplusultra. Dass dies Unsinn ist, kann man den Zahlen selbst nicht entnehmen: Dazu muss man den gesunden Menschenverstand hinzuziehen, und hieran scheint es dem einen oder anderen Professor aus dem Lager der Epidemiologen etwas zu mangeln.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Abgase fördern sicherlich nicht die Gesundheit, und ihre Reduzierung ist eine Aufgabe, die den Schweiß des Edlen wert ist. Hier sollte man den Hut vor dem ziehen, was die Entwickler der Automobilbranche in den letzten Jahren vollbracht haben, statt sie als Scharlatane und Betrüger darzustellen. Der Gegensatz von Bild 2 und Bild 3 beweist eindeutig, dass die Verhältnisse wesentlich komplizierter sind, als dies von den Medien dargestellt wird. Bei Studien über die Auswirkungen von Abgasen muss man daher sehr sorgfältig aufpassen, um nicht Äpfel und Birnen miteinander zu vergleichen und zu Pseudo-Zusammenhängen zu kommen.
Wer arm ist, stirbt früher…
Die Ursache für die unterschiedlichen Lebenserwartungen, die Bild 2 zeigt, ist schon sehr lange bekannt: Es ist die soziale Stellung der Betreffenden, charakterisiert durch z.B. Einkommen, Beschäftigungssituation, Lebensstil und Gesundheitsvorsorge. Der zusammenfassende Begriff hierfür lautet „sozioökonomische Faktoren“. Diese sind die mit Abstand wichtigsten Einflussgrößen auf die Lebenserwartung. Wirtschaftliches Wohlergehen und soziale Stellung sind eng miteinander verknüpft. Das trifft nicht nur auf Individuen zu, sondern auch auf der Ebene größerer Bevölkerungsgruppen. Eine schlechte wirtschaftliche Lage wirkt sich stark nachteilig auf Gesundheit und Lebensdauer aus. Dies ist beispielsweise in Pirmasens der Fall, das in seiner wirtschaftlichen Entwicklung deutlich hinterherhinkt. Gleiches gilt auch für das Ruhrgebiet sowie für viele Regionen in den neuen Bundesländern. Kurz gesagt: Wer arm ist, stirbt früher. Fachleute in zuständigen Stellen wie Sozial- und Gesundheitsämtern, Krankenkassen usw. wissen darum. So schreibt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung: „Analysen des BBSR zeigen jedoch, dass sich die Lebenserwartung regional ähnlich verteilt wie die Bildungschancen, die qualifizierte Beschäftigung sowie ökonomische Belastungen und soziale Benachteiligung. Die Lebenserwartung ist in den Regionen höher, in denen der Anteil sozial und ökonomisch schwacher Bevölkerungsgruppen gering und der Arbeitsmarkt günstig und attraktiv für hoch qualifizierte und kreative Arbeitnehmer ist. Dieser Zusammenhang ist bei Männern deutlicher ausgeprägt als bei Frauen [BBSR]“. Warnend wird allerdings hinzugefügt, dass sich diese Zusammenhänge kleinräumig – auf Stadt- oder Kreisebene – nicht leicht ermitteln lassen: Dafür seien die Einflüsse auf die Lebenserwartung zu komplex und die regionalstatistischen Daten zu begrenzt. Im weiteren Verlauf dieses Beitrags wird noch deutlich werden, dass viele Verfasser epidemiologischer Studien diesbezügliche Hinweise entweder nicht verstanden oder nicht ernst genug genommen haben.
Die Wirkung dieser sozioökonomischen Faktoren im Zusammenhang mit der Arbeitsplatzsituation ist vielfach belegt, Bild 4, Bild 5 und Tabelle 1.

Bild 4. Gesundheitszustand von Männern in Abhängigkeit vom Beschäftigungsverhältnis (Grafik: [ARB])

Bild 5. Besonders erschreckend ist die starke Zunahme der Sterblichkeit bei lang dauernder Arbeitslosigkeit (Grafik: [ARB])

Tabelle 1. Lebenserwartung in Abhängigkeit vom Einkommen (Daten: [GBE])

Die Grafiken sowie die Tabelle zeigen anschaulich, dass vor allem Männer mit geringem Einkommen oder prekärer bis gar keiner Beschäftigung einen deutlich schlechteren Gesundheitszustand haben und bis zu mehr als 10 Jahre früher sterben als ihre Geschlechtsgenossen mit einem höheren sozioökonomischen Status. Würde man dies mit den Methoden quantifizieren, die bei manchen epidemiologischen Studien zur Beurteilung von Abgasen angewandt werden, so käme man voraussichtlich zu dem Schluss, dass Armut in Deutschland jährlich Millionen Tote verursacht. Das traut sich natürlich niemand zu sagen. Zunächst stellt sich jedoch die Frage, wie es denn überhaupt zu diesen drastischen Unterschieden bei Gesundheit und Lebenserwartung kommt.
lebt ungesünder…
Auch dieser Frage wurde natürlich schon seit langem sehr akribisch nachgegangen. Die Antworten sind eindeutig: Menschen mit schlechterem sozioökonomischem Status leben ungesünder, treiben weniger Sport und gehen seltener und später (d.h. wenn eine Erkrankung schon weit fortgeschritten ist) zum Arzt als diejenigen, die einen höheren Status haben. Auch hierzu gibt es zahlreiche statistische Unterlagen, Bild 6 und Tabelle 2.

Bild 6. Bei langzeitarbeitslosen Männern über 45 ist die Raucherquote mehr als doppelt so hoch wie bei Gleichaltrigen mit sicherer Beschäftigung (Grafik: [GESU])

Tabelle 2. Menschen mit niedrigerem sozialem Status verhalten sich deutlich weniger gesundheitsbewusst (Adipositas = Fettleibigkeit) (Daten: [GESU])

Die Gründe liegen einerseits in teils deutlich ungesünderer Lebensführung wie Rauchen, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung oder Alkoholkonsum sowie geringerer Bereitschaft, bei Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen. Zudem informieren sich diese Personengruppen weniger über Gesundheitsgefahren und werden auch vom eigenen Umfeld wie Familie und Bekanntenkreis weniger zu gesundheitsförderlichem Verhalten angeregt.
und ist entsprechend kränker
Erwartungsgemäß wirkt sich diese Lebensweise entsprechend nachteilig auf die Gesundheit aus, wobei bestimmte Krankheitsbilder mit besonderer Häufigkeit auftreten. So berichtet z.B. die „Welt“, dass Mecklenburg-Vorpommern – eines der ärmsten Bundesländer – mit 9,6 % die zweithöchste Arbeitslosigkeit aufweist. Zugleich belegt das Land bei gleich fünf Krankheiten, darunter Diabetes, Asthma und Leberschäden, den schlechtesten Platz in der Statistik [WELT]. Eine qualitative Übersicht über die gerade bei Menschen aus unteren sozialen Schichten besonders häufig auftretenden Krankheitsbilder zeigt Tabelle 3.

Tabelle 3. Bei Menschen mit niedrigem Einkommen ist das Risiko für bestimmte Erkrankungen teils deutlich höher (Quelle: [GBE])

Betrachtet man mit diesem Wissen jetzt noch einmal die Karte (Bild 2) mit den regionalen Unterschieden der Lebenserwartungen, so versteht man, warum es nicht die Luftqualität ist, welche zu krassen Unterschieden der Lebenserwartung führt, sondern in erster Linie der Unterschied in der Prosperität und damit im sozialen Status erheblicher Teile der Bevölkerung. Der ungesündere Lebensstil der sozial schwächeren Schichten hat eine markante Häufung ganz bestimmter Krankheitsbilder zur Folge, welche zu einem früheren Tod führen. Dazu gehören auf den deutlich höheren Tabakkonsum zurückzuführende Krebsarten wie Lungen- und Darmkrebs, aber auch Diabetes und Tuberkulose sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen [RAUCH]. Hinzu kommen noch chronische Bronchitis, chronische Lebererkrankungen sowie Bluthochdruck mit allen damit verknüpften Risiken wie Schlaganfällen und Herzinfarkt.

Bild 7. Entlang stark befahrener Straßen bilden sich schmale Linienghettos (Foto: Pixabay)


Linienghettos entlang der Hauptverkehrswege
Bereits in früheren Folgen dieser Untersuchung wurde darauf hingewiesen, dass sich in großen Städten entlang der stark befahrenen Hauptverkehrsstraßen ein deutliches soziales Gefälle ausbildet. Dies betrifft insbesondere Wohnbebauungen, wo Häuser in mehrstöckiger geschlossener Front ohne Vorgärten direkt an der Straße stehen, so dass eine mehr oder weniger ausgeprägte „Straßenschlucht“ vorliegt. Hier ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass sich mehr oder weniger ausgeprägte „Linienghettos“ speziell entlang der am stärksten befahrenen Straßen ausbilden, in denen sich bevorzugt Menschen aus unteren sozialen Schichten ansiedeln. Grund hierfür ist die starke Beeinträchtigung des Wohnumfelds u.a. durch Verkehrslärm, Gerüche und die geringe Attraktivität von Ausblick und Umgebung. In Abhängigkeit von der Entfernung des Wohnorts zur Hauptverkehrsader wird man dann markante Zunahmen insbesondere der Krankheiten finden, die in der obigen Aufzählung enthalten sind.
Stellt man dem jetzt die Liste der Erkrankungen gegenüber, die von Epidemiologen dem NO2 zugeschrieben werden, so entdeckt man wesentliche Übereinstimmungen, Tabelle 4.

Tabelle 4. Auslösende Faktoren von typischerweise häufiger auftretenden Erkrankungen bei sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen im Vergleich zu den von Epidemiologen behaupteten Folgen selbst geringer Gehalte von NO2 in der Atemluft (Angaben: [GBE], [HOSHO])

Um besser verstehen zu können, warum die in Tabelle 4 aufgeführten Angaben der Epidemiologen Mißtrauen erwecken sollten, muss man zunächst wissen, dass sich mögliche nachteilige Wirkungen von NO2 ausschließlich auf die Lunge beschränken. Bei der Absorption in der Lunge wird das NO2 über Zwischenstufen in Nitrat umgewandelt und mit dem Blut abtransportiert. Die dabei gebildete Nitratmenge ist zwar nachweisbar, fällt jedoch gegenüber derjenigen, die mit der Nahrung aufgenommen wird, kaum ins Gewicht [STICK]. Es gibt deshalb keinerlei Wirkzusammenhang, der eine Schädigung solcher Organe wie Herz, Adern, Leber oder Bauchspeicheldrüse (Diabetes) etc. durch NO2 erklären könnte. Auch Lungenkrebs kann nach bisherigem Kenntnisstand der Toxikologie nicht auf eine Belastung mit NO2 zurückgeführt werden. Deshalb ist NO2 in der offiziellen Liste krebserregender Substanzen gar nicht erst aufgeführt [TRGS]. Epidemiologische Untersuchungen, die NO2 mit Lungenkrebs in Verbindung bringen, sind daher eher unglaubwürdig.

NO2 wird zum Universal-Sündenbock gemacht

Eine Erklärung dafür, wieso bei vielen epidemiologischen Studien Effekte „gefunden“ werden, die toxikologisch nicht erklärbar sind, liefert ein Beitrag aus dem Tropen- und Public-Health-Institut der Schweiz. Dieses Institut arbeitet eng mit der WHO zusammen und berät sowohl die Schweizer Regierung als auch die EU. Dieses tritt auch als Sprachrohr der automobil-und dieselfeindlichen Kräfte in Deutschland auf [SMCE]. In der von seinem Institut erstellten Studie findet sich eine äußerst aufschlussreiche Passage: „Wichtige Erkenntnisse zur Beurteilung gesundheitlicher Wirkungen von Schadstoffen auf die Bevölkerung stammen aus epidemiologischen Studien[….]Dabei muss beachtet werden, dass die statistischen Zusammenhänge, welche zwischen Gesundheitsgrössen und Schadstoffbelastungen gefunden werden, isoliert kaum Aussagen über ursächliche Beziehungen zulassen[…..]Gefundene Zusammenhänge mit einem Schadstoff können daher ein Hinweis sein auf direkte (kausale) Wirkungen oder sie stehen stellvertretend für Schadstoffe, welche die gleiche Quelle haben und mit ihm korrelieren. Oftmals sind NO oder NO2 Indikatoren für das verkehrsbedingte Schadstoffgemisch. In diesem Sinne ist NO2 auch als Leitschadstoff in der Luftreinhalteverordnung reguliert“ [LUDOK]. Auf gut Deutsch gesagt: Wenn man die Wirkung von z.B. karzinogenen Luftschadstoffen aus älteren Benzinern statistisch nicht von derjenigen des NO2 aus Dieseln unterscheiden kann, schiebt man alle Wirkungen der anderen Schadstoffe dem NO2 in die Schuhe. In der EPA-„Bibel“ [EPA2] ist immer wieder der Satz „Effect of NO2 independent from traffic-related copollutants is uncertain….“ zu finden. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Als Begründung für eine Kampagne, die darauf abzielt, eine deutsche Spitzenbranche zu vernichten, ist das eigentlich recht dünn.

Die Zweifelhaftigkeit vieler epidemiologischer Studien…

Zählt man Zwei und Zwei zusammen, so ergibt sich ein sehr begründeter Verdacht: Bei epidemiologischen Studien zum NO2, welche als Hauptkriterium die räumliche Entfernung zu stark frequentierten Straßen verwendet haben, ist die eigentlich unbedingt erforderliche Trennschärfe zwischen den unterschiedlichen Belastungsfaktoren nicht gegeben. Vielfach hat man es weder geschafft, die wichtigen sozioökonomischen Faktoren aus der Statistik herauszufiltern, noch die Wirkung der unterschiedlichen Schadstoffe sauber voneinander zu trennen. Vermutlich liegt dies daran, dass man diese Aspekte schon bei der Auswahl der jeweils untersuchten Gruppe sowie bei der Art der vorgenommenen Messungen nicht ausreichend beachtet hat. In diesem Fall ist es unwahrscheinlich, dass diese Studien selbst bei Neubearbeitung überhaupt belastbare Ergebnisse liefern können. Zweifelhaft sind generell alle Untersuchungen, die angeblich Auswirkungen von NO2 auf innere Organe festgestellt haben. Diese sollte man grundsätzlich mit einem Fragezeichen versehen und einer eingehenden und kritischen Nachprüfung bezüglich Methodik und Sauberkeit der Selektionskriterien der Probanden unterziehen. Auch bei den dann noch übrig bleibenden Arbeiten ist eine genaue Überprüfung empfehlenswert, was die Erfassung und korrekte Berücksichtigung sozioökonomischer Hintergrundinformationen der untersuchten Personengruppen angeht. Und last but not least sind geographische Aspekte zu beachten. Untersuchungen in der Luftschadstoff-Hölle vieler Millionenmetropolen der 2. und 3. Welt voller Abgasschwaden von zweitaktgetriebenen Tuk-Tuks wie in Indien oder mit Kraftwerkssmogverhältnissen wie in Beijing lassen sich nicht zwanglos auf mitteleuropäische Verhältnisse übertragen. Auch in Europa oder den USA durchgeführte Analysen älteren Datums können vermutlich nur in begrenztem Umfang herangezogen werden, da die Zusammensetzung der Abgase heutzutage nicht mehr die gleiche ist wie vor 10 oder gar 20 Jahren.
betrifft auch die daraus zusammengestellten „Bibeln“ von WHO und EPA
Aus den gleichen Gründen ist sicherlich auch ein Großteil der diversen Metaanalysen zum Thema nur bedingt vertrauenswürdig. In der Regel beziehen sich die Verfechter von Dieselverboten auf zwei Kompendien, in denen der „Stand der Wissenschaft“ bezüglich der Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch NO2 zusammengeführt sein soll: Die Studien der WHO sowie der US-amerikanischen EPA [WHO2], [EPA2]. Beide Werke stützen sich jedoch bei ihren Schlussfolgerungen auf zahlreiche Arbeiten, die im Lichte der hier dargelegten Erkenntnisse nur als bedingt tauglich eingestuft werden können. So findet sich in der WHO-Studie beispielsweise eine Untersuchung mit 1,26 Mio. Teilnehmern in Rom (Cesaroni et al., 2013), bei der nicht einmal das Rauchverhalten der Probanden systematisch erfasst, sondern geschätzt wurde. Die 1148 Seiten dicke EPA-Studie führt gerade einmal 13 Untersuchungen mit einigermaßen realistischen Zielsetzungen auf, bei denen sozioökonomische Faktoren einbezogen wurden. Auch dürften nach aktuellem Stand der Erkenntnisse sogar direkt gefälschte Daten eingeflossen sein [DUKE]. Von daher sind auch bezüglich der Fundiertheit der in beiden Dokumenten getroffenen Schlussfolgerungen Zweifel geboten. Als nicht mehr verhandelbare „settled Science“ sind sie nicht glaubwürdig. In den nächsten Folgen werden noch andere methodische Fehler thematisiert, welche die Glaubwürdigkeit zahlreicher weiterer epidemiologischer Studien erschüttern dürften.
Fakten und „Faktenfinder“
Die bisherige Analyse der von den „Faktenfindern“ von NDR und Tagesschau präsentierten Aussagen lässt erkennen, dass man sich dort alles andere als kritisch-investigativ mit dem Thema NO2-Immissionen der Stadtluft beschäftigt hat. Stattdessen übernimmt man einfach die Positionen von Hendricks und dem UBA, als seien deren Ansichten der Weisheit letzter Schluss. Eine eigenständige kritische Wertung von Daten und Hintergründen ist nicht einmal in Ansätzen erkennbar. Dies bestätigt die bereits bisher gemachte Erfahrung, dass die Mehrzahl der Medien – allen voran die Fernsehanstalten ARD, ZDF und ihre Landesdependancen – beim sogenannten „Diesel-Skandal“ einseitig, parteiisch und irreführend berichtet. Statt um Ausgewogenheit und Sorgfalt bemüht man sich offenkundig eher darum, das Thema so darzustellen, wie bestimmte Bundesbehörden sowie die etablierten Parteien es gerne haben möchten. Abweichende Meinungen von Medien, Journalisten oder Bloggern werden als unglaubwürdig hingestellt. So leistet man dem ideologischen Ziel der Deindustrialisierung Deutschlands durch „Dekarbonisierung der Volkswirtschaft“ Vorschub. Der Diesel ist dabei nur das erste Opfer. Die Vernichtung der deutschen Automobilindustrie wird anschließend auch beim Benziner weitergehen, und zwar alternativlos.
Fred F. Mueller
Demnächst folgt Teil 7
Quellen
[ARB] Gesundheitsberichterstattung des Bundes Heft 13 Arbeitslosigkeit und Gesundheit. Robert Koch Institut
[BBSR] http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Home/Topthemen/lebenserwartung.html

[DUKE] http://dailycaller.com/2017/07/03/epa-funded-research-lab-accused-of-fabricating-data-on-respiratory-illnesses/

[EPA2] U.S. EPA (2016): Integrated Science Assessment for Oxides of Nitrogen –Health Criteria. Final Report.

https://cfpub.epa.gov/ncea/isa/recordisplay.cfm?deid=310879

[FAKT] http://faktenfinder.tagesschau.de/inland/stickstoffdioxid-111.html
[GBE] GBE Kompakt 5/2010, Zahlen und Trends aus der Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Robert Koch Institut
[GESU] https://www.lzg.nrw.de/ges_foerd/ges_chanc_gl/arbeitslosigkeit_gesundheit/gesundheitsverhalten/index.html

[HOSHO] https://www.uni-duesseldorf.de/home/fileadmin/redaktion/Oeffentliche_Medien/Presse/Pressemeldungen/Dokumente/Kurzstellungnahme_Experten_Umweltepidemiologie.pdf

[LEBE] http://www.lebenserwartung.info/index-Dateien/ledeu.htm

[LUDOK] Kutlar Joss M, Dyntar D, Rapp R: Gesundheitliche Wirkungen der NO2-Belastung auf den Menschen: Synthese der neueren Literatur auf Grundlage des WHO-REVIHAAP Berichts. Basel

[RAUCH] https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/rauchen-zahlen-und-fakten.html

[SMCE] https://www.sciencemediacenter.de/alle-angebote/rapid-reaction/details/news/diesel-skandal-wissenschaftler-widersprechen-schlussfolgerungen-der-abgeordneten-zu-gesundheitlich/

[STICK] Bundesgesundheitsblatt 1/98, S. 9-12.
[TRGS] Technische Regeln für Gefahrstoffe, Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe, TRGS 905.
[WELT] https://www.welt.de/gesundheit/article144337205/So-krank-ist-Deutschland.html

[WHO2] WHO (2013): Review of evidence on health aspects of air pollution – REVIHAAP Project, Technical Report




Meeresspiegel: Anstieg und Absinken – Teil 1

Anstieg des Meeresspiegels: Ist das die größte aktuelle Bedrohung durch den Klimawandel?

Die Presse sagt uns, dass dem so ist:

Die derzeitigen Best Estimates prophezeien, dass der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um 2 Meter steigen wird“. — The Climate Institute, “Sea Level Rise: Risk and Resilience in Coastal Cities” von Erin A. Thead

Ein rasches Abschmelzen der Antarktis könne im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Meeresspiegel so schnell steigt, dass Abertausende Flüchtlinge aus küstennahen Gebieten in das Landesinnere fliehen müssen, was potentiell die Gesellschaften bis zum Zusammenbruch belasten könnte. Klimawissenschaftler hielten dieses Szenario bislang nur für Katastrophenfilme aus Hollywood als passend. Aber heutzutage können sie das nicht mehr mit großem Vertrauen ausschließen. Das Risiko ist eindeutig: Der Kollaps der Antarktis hat das Potential, küstennahe Städte auf der ganzen Welt zu überfluten. … Falls jener Eisschild sich auflösen würde, könnte dies zu einem Anstieg des Meeresspiegels um 160 Fuß führen [ca. 49 Meter*] – eine potentielle Apokalypse, abhängig davon, wie schnell das Abschmelzen erfolgt. The NY Times, Looming Floods, Threatened Cities, eine dreiteilige Serie von Justin Gillis

[*Bei allem bekannten Alarmismus dieses Blattes: diese 160 Fuß/49 m habe ich noch nirgendwo gesehen. Liegt hier vielleicht ein Schreibfehler von irgendjemandem vor? Anm. d. Übers.]

Aber stimmt das auch?

Der Meeresspiegel ist seit zehntausend Jahren gestiegen, nämlich seit der letzten Eiszeit … die Frage lautet, ob sich dieser Anstieg aufgrund menschlicher Emissionen beschleunigt. Es sieht nicht so aus, als ob es bisher irgendeine größere Beschleunigung des Anstiegs gibt in Verbindung mit anthropogener Erwärmung. Diese Prophezeiungen eines alarmierenden Anstiegs hängen ab von einem massiven Abschmelzen der großen kontinentalen Gletscher – Grönland und die Antarktis. Der antarktische Eisschild wächst derzeit. Der grönländische Eisschild zeigt eine große multidekadische Variabilität. … Es gibt bisher keinerlei Beweise, dass die Menschen in irgendeiner besorglichen Weise zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen. Dr. Judith Curry, video interview vom 9. August 2017.

Der Anstieg ds Meeresspiegels (im Folgenden mit SLR abgekürzt) wird in der Presse – in Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehberichten – als die jüngste und größte Bedrohung der Menschheit charakterisiert, verursacht durch den anthropogen verursachten Klimawandel.

Warum? Es ist immer schwierig, bei sozialen Belangen eine Motivation auszumachen, aber es ist nicht verboten zu spekulieren. Das Szenario einer Bedrohung durch die Globale Erwärmung ruft in der allgemeinen Öffentlichkeit kaum noch Aufmerksamkeit hervor – die Temperaturen sind einfach nicht so gestiegen, wie es vor 30 Jahren von James Hansen als Bedrohung an die Wand gemalt worden war, trotz der geänderten Instrumente, sie zu messen und zu verbreiten, und gerade heraus gesagt, es sieht nicht so aus, als würde sich ein solcher Anstieg demnächst wieder einstellen. Ich muss hier nicht die Liste der gescheiterten Modell-Prophezeiungen des IPCC wiederholen, und auch nicht das Zurückbleiben der aktuellen globalen Temperaturen hinter deren alarmierenden Projektionen. Bekanntlich änderte man während der letzten 20 Jahre den Begriff Globale Erwärmung mit gefährlich steigenden Lufttemperaturen zu Klimawandel (einschließlich Extremwetter und Anstieg des Meeresspiegels) – obwohl die wissenschaftliche Gemeinschaft immer beide Termini als ein und dasselbe verwendet. Aber immer weniger Frontseiten von Zeitschriften werden durch eine brennende Erde geziert – stattdessen erscheinen viel öfter Bilder von Superstürmen und New York City unter Wasser, wobei die Freiheitsstatue noch zur Hälfte herausragt.

Ich habe bereits hier, hier, hier, hier und hier über SLR geschrieben [einige Beiträge sind auch auf der EIKE-Website in deutscher Übersetzung erschienen. Einfach in das Suchwortfenster „Meeresspiegel“ eingeben. Anm. d. Übers.] Diese früheren Beiträge zu lesen ist keine Vorbedingung, stellen aber interessante spezielle Beispiele dar.

Es gibt zwei wichtige Punkte, die Leser beachten müssen, wenn sie sich das erste Mal mit SLR befassen:

1. SLR ist eine reale unmittelbare Bedrohung für Küstenstädte sowie tief liegende küstennahe und dicht besiedelte Gebiete.

2. SLR ist keine Bedrohung für alles andere – jetzt nicht, nicht in einhundert Jahren – wahrscheinlich auch nicht in eintausend Jahren – vielleicht niemals.

Der erste dieser beiden Punkte ist ein bequemes Werkzeug für Propagandisten – also für all jene, welche den Alarm der Öffentlichkeit erregen wollen, dass „Klimawandel“ eine bereits stattfindende Katastrophe ist.

Es ist einfach, auf dem Planet Stellen zu finden, an denen man so töricht war, sich in Gebieten anzusiedeln, die in der Vergangenheit immer wieder überflutet worden waren durch den lokalen relativen Meeresspiegel, vor allem bei Springfluten und Flutwellen durch Stürme. Angesichts des Umstandes, dass der Anstieg während des vorigen Jahrhunderts (oder über die Gesamtlänge instrumenteller Aufzeichnungen) etwa 8 bis 12 Inches betragen hatte [ca. 20 bis 30 cm], beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Örtlichkeiten erneut überschwemmt werden, fast 100%.

Diese Gelegenheit für Propaganda ist so günstig, dass eine PR-Firma das King Tides Project [= Springflut-Projekt] ins Leben gerufen hat, um diese natürlich auftretenden „höchsten Tiden“ zur Erzeugung von Alarm bzgl. globaler SLR zu nutzen.

SLR ist für Küstenstädte eine reale Bedrohung – heute

Zunächst wollen wir ehrlich sein: Das Meer selbst, ob nun steigend oder nicht, ist eine reale unmittelbare Bedrohung – eine klare und allgegenwärtige Gefahr – für viele küstennahe Städte und dicht besiedelte Gebiete auf der Erde, welche auf gleicher Höhe wie der lokale mittlere Meeresspiegel liegen.

In meinen kürzlich erschienenen Beiträgen über Miami Beach und Guangzhou–Canton verweise ich auf gegenwärtige Beispiele, wo ganze Städte dem Risiko des heutigen Meeresspiegels ausgesetzt sind, heutigen Fluten und bereits aufgetretene Sturmfluten. Straßen und Siedlungen wurden unter der Mittleren Hochwassermarke gebaut, und unterirdische Infrastruktur (Wasser- und Abwasserleitungen, U-Bahnen, Garagen etc.) befinden sich weit unter dem Meeresspiegel, was Pumpen erforderlich macht, um das alles trocken und funktionsfähig zu halten.

Es gibt nicht nur Städte, die unter dem Meeresspiegel liegen (New Orleans, Amsterdam, Georgetown/Guayana), sondern auch große Gebiete ganzer Nationen (die Niederlande sowie Teile von UK und Irland). In Asien liegt Bangladesh, zumeist ein Gebiet im Bereich eines Flussdeltas, weniger als 12 m über dem Meeresspiegel. Etwa 10% des Landes würden überflutet durch Sturmfluten oder wenn der Meeresspiegel um 1 m steigen würde.

Jede küstennahe Stadt mit bedeutenden Liegenschaften innerhalb von zehn Fuß [ca. 3 m] im Bereich des gegenwärtigen Meeresspiegel-Niveaus sind heute gefährdet, und wenn keine Maßnahmen zur Abschwächung dieser Risiken ergriffen werden, sollte man auf die Zukunft derartiger Örtlichkeiten keine Wetten abschließen. Die Neigung von Gesellschaften, in gefährdeten Gebieten zu bauen, scheint unerschöpflich – und unerklärlich.

Ein Beispiel

Die Megastadt Los Angeles ist eine der größten Städte des Landes. Sie liegt eingebettet im Los Angeles-Becken und ist von Küstengebirgen umgeben.

Eine Überflutung des Los Angeles-Gebietes wäre eine wirkliche Katastrophe von Weltrang. Schließlich leben dort über 18 Millionen Menschen.

Der Sea Level Rise Viewer der NOAA, der uns über die Bedrohung von SLR informieren soll, gestattet die Kartierung der Überschwemmungen, zu welchen es bei einem SLR von 2 m kommen würde. Schauen wir mal, wie das aussehen würde, falls es in LA dazu kommen würde – hier das Aussehen des LA-Beckens bei einem knapp 2m höheren Meeresspiegel:

Und siehe da – es passiert fast nichts! Von Santa Monica im Norden bis ganz hinunter nach San Pedro im Süden passiert fast genau gar nichts. Oben sieht man ein grün gefärbtes „tief liegendes Gebiet“, vor allem ein Gebiet namens Venice (ein Architekt baute Kanäle mit Häusern daran entlang – Häuser an der Wasserlinie). Ein wenig überflutet wird ein Gebiet nahe Marina Del Rey und Playa Del Rey. Marinas [= Yachthäfen] werden logischerweise in Höhe des Meeresspiegels erbaut – Marina Del Rey in einer Flussmündung in einem kleinen sumpfigen Feuchtgebiet. Dann tut sich absolut nichts bis zur Palos Verdes-Halbinsel (Green Hills) bis nach San Pedro, dem Meereshafen von Los Angeles.

Vergrößern wir einmal diesen Teil der Landkarte:

Schiebt man den Marker im sea level rise viewer bis auf 2 Meter, ergeben sich kleine Überflutungen im Hafen – wurden doch dort die Docks und Lagerhäuser absichtlich nur wenig höher als das mittlere Hochwasser errichtet, damit Schiffe bequem entladen werden können. Rot eingekreist ist ein Gebiet mit kleineren Industriegebäuden in Verbindung mit den Docks und der Transportindustrie. Der neuere Long Beach Harbor bleibt unbehelligt.

Weiter im Südosten sieht es schlimmer aus. Gelb eingekreist sind Gebiete mit Einfamilienhäusern, gebaut auf ehemaligen Salzmarschen und einer mit dünnem Unterholz überzogenen Sandbank. Kanäle durchziehen dieses Gebiet, damit mehr Häuser ihre eigenen Bootsliegeplätze am Wasser haben. Leisure World, ein großer mobiler Vergnügungspark, der ebenfalls in einer aufgefüllten Salzmarsch errichtet worden ist, wird bei 2 m komplett überflutet. Sunset Beach ist ähnlich gebaut wie Miami, also mit Kanälen und Häusern am Wasser, die sich gerade mal über dem Niveau des mittleren Hochwassers befinden.

Das Speichergebäude für Waffen der Marine in Höhe des Meeresspiegels wird überflutet, nicht aber das Speichergebiet selbst. Die flutanfälligen Teile bilden ein damit in Verbindung stehendes Naturschutzgebiet, das für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Schaut man näher, erkennt man die Bunker mit eingelagerter Munition auf künstlichen Hügeln, weit entfernt von zivilen Ansiedlungen.

Das orange eingekreiste Gebiet kennzeichnet ein Gebiet, dass während Springfluten schon jetzt immer wieder überflutet wird. Ich möchte dieses Bild hier der Erinnerung halber noch einmal zeigen:

Direkt an der Küste in diesem Abschnitt findet sich ein State Marine Conservation-Gebiet, aber weiter landeinwärts würden sich buchstäblich tausende Einfamilienhäuser im Wasser befinden.

Direkt im Anschluss weiter südlich würde die Hälfte von Huntington Beach überflutet. Das jetzt mit Häusern bebaute Gebiet war in den zwanziger und dreißiger Jahren Teil des großen Kalifornischen Ölbooms und sah so aus:

In den fünfziger Jahren endete der Ölboom, und die tief liegenden Landschaften wurden für die Besiedlung vorbereitet. Wie wir der Flutkarte entnehmen können, schenkte man der Seehöhe oder Bedenken hinsichtlich des Meeres kaum Aufmerksamkeit. Flussbetten mit Mündungen in das Meer tragen die steigenden Tiden landeinwärts, wo das Land nicht durch Deiche geschützt ist – man kann den Deich rechts im Bild oben erkennen – aber weiter nördlich (links im Photo) existiert der Deich nicht.

Was ist da passiert?

Benennen wir eindeutig, was man hier zugelassen hat. Menschen waren in der Lage, die relative Seehöhe seit mindestens 150 Jahren zu messen, seit etwa dem Jahr 1850, als spirit leveling [?] erstmals angewendet wurde.

Dies bedeutet, dass wenn Land nahe einem Gewässer wie dem Pazifischen Ozean oder seinen Randmeeren erschlossen wird, man annehmen darf, dass es möglich ist, die Differenzen zwischen dem Meeresspiegel und der Seehöhe des Festlandes in Erfahrung zu bringen. Zu jeder Zeit, in der moderne Infrastruktur – Gebäude, Wohnungen, Fabriken, Lagerhäuser – gebaut wird, wissen die Erbauer (oder sind verpflichtet zu wissen), wie hoch das Festland über dem Niveau des Meeresspiegels liegt.

Man geht allgemein davon aus, dass der Meeresspiegel im vorigen Jahrhundert um 8 bis 12 Inches [ca. 20 bis 30 cm] gestiegen ist. … [Es folgen diverse Einzelheiten hierzu, die aber nur lokal von Bedeutung sind. Daher werden ein paar Absätze in der Übersetzung übersprungen. Weiter geht es mit den Erwartungen des Autors hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung. Anm. d. Übers.]

Wie stark kann der Meeresspiegel noch steigen?

Was erwarten wir hinsichtlich des steigenden Meeresspiegels? Allgemein akzeptiert ist die Aussage „mehr des Gleichen“ – also etwa 1 Fuß [ca. 30 cm] pro Jahrhundert. Falls die Temperaturen noch etwas weiter steigen [eher sieht es ja nach dem Gegenteil aus! Anm. d. Übers.], könnte dieser Anstieg auf 18 Inches [ca. 46 cm] während der nächsten 100 Jahre zunehmen.

Obwohl der Grundstein für Los Angeles bereits im Jahre 1781 gelegt worden ist, wurde die Stadt erst während der zwanziger Jahre zu einer Mega-Metropole, also vor etwa 100 Jahren. Ein Fuß SLR hat man dort während der letzten 100 Jahre also schon hinter sich, aber einen SLR von 6 Fuß [ca. 1,8 m] wird es nicht geben während der nächsten paar hundert Jahre. Man hat also genügend Zeit, sich anzupassen und vorzubereiten.

Die Lage in den tief liegenden Risikogebieten von LA wird sich in absehbarer Zukunft wegen SLR kaum verschlechtern. Aber mit der Erkenntnis, dass einige Gebiete schon beim derzeitigen Niveau des Meeresspiegels gefährdet sind, wird alles andere als ein Sinken des Meeresspiegels die Lage in jenen Gebieten verschärfen.

Ansiedlungen an Wasserläufen auf dem Niveau des Meeresspiegels, die lediglich um 1 bis 2 Fuß [ca. 30 bis 60 cm] über dem Meeresspiegel liegen, werden langfristig vermutlich aufgegeben werden müssen. Es werden Maßzahlen für Gebäude gebraucht, bei dessen Überschreitung Bauten in tiefliegenden Gebieten mit der Gefahr von Überflutungen verboten werden können. …

In Südflorida hat man während der letzten 10 Jahre bereits derartige bauliche Veränderungen und Vorschriften des Ausbaus eingeführt, wobei neue Häuser mindestens ein Fuß über den kartierten Fluthöhen liegen müssen. Deiche müssen laut Vorschrift bei Ausbesserungen oder Neubau so hoch errichtet werden, dass sie mit dem erwarteten Niveau von Fluten mithalten können. Neue Häuser im Gebiet von Beaufort in North Carolina (und überall im Tiefland, wie man es nennt) werden bereits den neuen Erfordernissen und Vorschriften entsprechend höher oder auf Stützen gebaut – wobei das darunter liegende Terrain als Garage oder Speicher dient. Das folgende Bild zeigt hellblau, wie viel Land bei einem SLR von 6 Fuß [ca. 1,8 m] oder einer entsprechenden Flutwelle unter Wasserstehen würde:

Die Zukunft

Die tief liegenden Länder Europas haben schon vor langer Zeit die ingenieurtechnischen Erfahrungen entwickelt, um Irrtümern der Vergangenheit bzgl. zu nahe dem Meeresspiegel errichteter Bauten zu begegnen. Die anderen Länder und Städte der Welt sollten es ihnen gleichtun und Pläne zur Abschwächung der gegenwärtigen Lage und dem erwarteten weiteren Anstieg des Meeresspiegels im nächsten Jahrhundert zu entwickeln – Pläne zur Abschwächung, mit denen Fehler der Vergangenheit korrigiert werden sowie zum kurz- und langfristigen Küstenschutz.

Schlussbemerkung des Autors:

Weitere Teile in dieser Reihe folgen. Der Anstieg des Meeresspiegels ist Gegenstand einer anhaltenden wissenschaftlichen Kontroverse. Dies bedeutet, dass man sehr sorgfältig bei der Lektüre und Interpretation neuer Studien vorgehen muss, vor allem, wenn es um die Berichterstattung in den Medien zu diesem Thema geht. Bias und Ideologie wuchern wild, opponierende Kräfte feuern in den Journalen Salven aufeinander ab, und der Konsens kann sehr gut eine genaue Maßzahl des vorherrschenden Bias‘ auf diesem Gebiet sein (h/t John Ioannidis).

Link: https://wattsupwiththat.com/2017/09/13/sea-level-rise-and-fall-part-1/
Übersetzt von Chris Frey EIKE




Xavier-Nachlese: Die windigen Behaup­tungen des Mojib Latif – Erwide­rungen auf ein NDR- Fernseh­interview

Stefan Kämpfe, Josef Kowatsch, Klaus-Eckart Puls
Am 5. Oktober 2017 fegte der Orkan „XAVIER“ durch Deutschland. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer und allen, die Sachschäden erlitten haben. Doch kaum hatte „XAVIER“ sein zerstörerisches Werk vollendet, meldete sich der Alarmist Mojib Latif zu Wort und deutete in der NDR- Talkshow vom 6. Oktober das Orkantief als Folge des Klimawandels. Doch so schlimm die Auswirkungen von XAVIER auch waren- Stürme gehören in der Westwindzone der gemäßigten Breiten, in denen Deutschland liegt, zum Alltag.Sie sind der Preis, den wir für ein insgesamt angenehmes Klima ohne extreme Hitze oder Kälte und mit meist ausreichenden Niederschlägen bezahlen müssen, denn sie gleichen – besonders vom Herbst bis zum Frühling – die Temperaturunterschiede zwischen heißen und kalten Regionen aus. Und um es vorweg zu nehmen: Stürme und Unwetter werden nicht häufiger, und der leichte, insgesamt angenehme Temperaturanstieg der vergangenen 100 Jahre in Deutschland lässt sich ganz ohne die zunehmende CO2- Konzentration erklären.

Das Interview finden Sie hier http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_talk_show/Klimaforscher-Prof-Dr-Mojib-Latif,ndrtalkshow4272.html
 
Video nicht mehr verfügbar.

Interview von Prof. Dr. Mojib Latif zum Wirbelsturm Xavier und Klimawandel in der ndr-Talkshow vom 6.10.17

Gibt es mehr oder weniger Wind, Stürme und Sturmfluten in Norddeutschland?

Abb. 1: Abnehmende Windgeschwindigkeit in Norddeutschland (Mittel aus 25 DWD- Stationen) seit 1992 im Jahresmittel, weil Großwetterlagen mit unbestimmter Anströmrichtung (XX- Lagen der Objektiven Wetterlagen- Klassifikation des DWD) häufiger wurden.


Abb. 2: Abnehmende Windgeschwindigkeit in Norddeutschland (Mittel aus 25 DWD- Stationen) seit 1992 auch im Oktobermittel. „Xavier“ war ein Einzelfall, der so leider stets unregelmäßig als Herbststurm auftreten kann und nichts über die langfristige Klimaentwicklung aussagt!


Abb. 3: Auch langfristig wurde der Wind, hier ist der geostrophische Wind für die Deutsche Bucht dargestellt, schwächer. Grafik: Klaus Puls


Abb. 4: Nachdem die Anzahl atlantischer Orkantiefs zu Beginn der 1990er Jahre einen Höhepunkt erreichte, nahm sie wieder deutlich ab. Die Aussage des Herrn Latif, es gäbe immer mehr Stürme, ist falsch! Grafik: Klaus Puls


Abb. 5: Auch wegen der angeblichen Zunahme von Sturmfluten müssen wir uns keine Sorgen machen. Zwar erreichte deren Anzahl 1990 ein auffälliges Maximum, doch seitdem nahm ihre Häufigkeit wieder stark ab. Grafik: Klaus Puls


Gibt es mehr schwere Hurrikane (Tropische Wirbelstürme des Atlantiks), wie das Herr Latif im Interview am 06.10.2017 (NDR- Talkshow 22:00 Uhr) behauptete?

Abb. 6: Erst seit etwa 1950 kann man davon ausgehen, dass Anzahl und Intensität der Hurrikane einigermaßen korrekt erfasst wurden (zunehmende See- und Luftfahrt; Wettersonden und Wetterballone). Und da Zeigt sich Überraschendes: Schwere Hurrikane ab der Kategorie 3 auf der Saffir- Simpson- Skala wurden etwas seltener; zwar ist der Abnahmetrend nicht signifikant; eine „besorgniserregende Zunahme“ fehlt jedoch eindeutig.


Abb. 7: Die durch alle Hurrikane pro Jahr freigesetzte Energiemenge (ACE) blieb seit 1950 praktisch gleich. Die zunehmenden finanziellen Schäden durch Hurrikane resultieren nicht aus mehr Hurrikan- Energie, sondern sind eine Folge der immer stärkeren Besiedlung der Küsten, bei steigendem Wohlstand, was zu immer mehr Bebauung führt.


Mildere Winter mit immer weniger Eis und Schnee in Deutschland?
Hierbei handelt es sich um eine halbwahre Aussage des Herrn Latif. Zwar wurden die Winter seit 1950 um beachtliche fast 1,8 Kelvin milder (DWD- Mittel), allerdings endete diese Erwärmung nach der 2. Hälfte der 1980er Jahre. Eine wesentliche Ursache der winterlichen Erwärmung Deutschlands (und der Erwärmung besonders im Frühling und Sommer) ist nicht die CO2- Zunahme, sondern neben geänderten Großwetterlagenhäufigkeiten und mehr Sonnenschein (nur im Sommerhalbjahr!) der so genannte Wärmeinsel- Effekt (WI):

Abb. 8: Der Winter erwärmte sich in Deutschland seit den 1950er Jahren, an welche Herr Latif in dem Interview seine Kindheits- und Jugenderinnerungen hing, auch deshalb stark, weil das DWD- Mittel stark WI- belastete Stationen enthält und bis Anfang der 1980er Jahre eine Abkühlungsphase herrschte; hier Frankfurt/Main- Flughafen mit starker Zunahme an Besiedlungsdichte, Bebauung und Verkehr. Die ländliche Station Schneifelforsthaus/Eifel (grün) erwärmte sich deutlich weniger stark. Und seit den späten 1980er Jahren wurden die Winter überall wieder ein wenig kälter.


Abb. 9: Böse Überraschung für Herrn Latif: Seit 30 Jahren werden die Winter in Deutschland nicht milder, sondern etwas kühler.


Abb. 10: Unter Hinzunahme des sehr kalten Winters 1986/87 ergibt sich im DWD- Mittel noch eine Temperaturstagnation; doch an WI- armen Orten (Amtsberg- Dittersdorf/Erzgebirge, blau, sehr ländlich) bereits eine merkliche Abkühlung.


Weniger Schnee im Winter?

Abb. 11: Seit dem Ende des 19. Jh. nahm die Anzahl der Schneedeckentage nur minimal ab. Betrachtet man das Gleitende Mittel, so steht schneeärmeren Phasen um 1920 und heute eine schneereichere um 1970 gegenüber – mit „Klimawandel“ hat das nichts zu tun.


Abb. 12: Betrachtet man die Zeit seit der Mitte der 1920er Jahre, so blieb die Anzahl der Schneedeckentage völlig unverändert; die wenigsten gab es mit nur einem(!) Tag 1948/49 und 1974/75 (3 Tage).


Erwärmung um etwa 1 Grad in ca. 100 Jahren in Deutschland – warum?
Auch hier helfen- weil langfristig vorhanden und relativ zuverlässig- die Daten aus Potsdam weiter. Sie zeigen, dass die Erwärmung des Sommerhalbjahres zu gut 56% allein mit der zunehmenden Sonnenscheindauer erklärbar ist:

Abb. 13: Enge Verzahnung des Gangs der Sonnenscheindauer (gelb) und der Temperatur (pink) im Sommerhalbjahr (April bis September).


Leider liegt ein DWD- Mittel der Sonnenscheindauer erst seit 1951 vor, doch seit dieser Zeit zeigt sich auch da ein deutlicher Zusammenhang:

Abb. 14: Selbst im Jahresmittel (von Oktober bis Februar wärmt die Sonne kaum) zeigt sich eine merkliche Verzahnung von Sonnenscheindauer und Temperatur, knapp 21% der Temperaturvariabilität lassen sich schon mit der Sonnenscheindauer erklären.


Werfen wir als nächstes einen Blick auf die Entwicklung der Großwetterlagenhäufigkeiten:

Abb. 15: Seit 1881 wurden Großwetterlagen mit südlichem Strömungsanteil enorm häufiger; diese wirken erwärmend. In 2014, dem bislang wärmsten Jahr in Deutschland mit 10,3°C (DWD- Mittel), erreichte ihre Häufigkeit mit 134 Tagen den bislang höchsten Wert (in den Kaltjahren 1887, 1908 und 1919 gab es diese erwärmend wirkenden Lagen mit Südanteil nur an 22, 27 und 23 Tagen). Die Wetterlagen-Klassifikation erfolgte nach HESS/BREZOWSKY. Wegen der sehr unterschiedlichen Größe der Daten mussten Indexwerte berechnet werden, um beide Werte in einer Grafik anschaulich darstellen zu können.


5 Grad Erwärmung in Deutschland bis 2100- wie realistisch sind die apokalyptischen Erwärmungsprognosen des Herrn Latif?

Abb. 16: In den 136 Jahren seit 1881 bis 2016 sind erst 1,4 Grad der 5 Grad Erwärmung erfolgt. Um diese 5 Grad zu schaffen, müsste sich die Erwärmung in den verbleibenden gut 8 Jahrzehnten auf mehr als 0,4 Grad je Jahrzehnt beschleunigen – mehr als unrealistisch. An der fetten, grauen Trendmittel- Linie erkennt man, dass sie jedoch ganz am Ende flacher wird. Eine weitere, wesentliche Erwärmungsursache ist nämlich die AMO (in deren Warmphasen, wie zur Mitte des 20. Jahrhunderts und heuer, es in Deutschland tendenziell wärmer war; doch nun wird erwartet, dass bald eine AMO- Kaltphase beginnt).


Abb. 17: Seit 2 Jahrzehnten scheint sich die Deutschland- Erwärmung zu verlangsamen – keine guten Voraussetzungen, dass die Prognosen des Herrn Latif für das Jahr 2100 auch nur annähernd eintreten. Und hierbei wurde 2017 schon sehr optimistisch auf 9,6°C geschätzt – vermutlich wird es noch 1 bis 3 Zehntelgrad kühler als diese Schätzung ausfallen. Wegen der nachlassenden Sonnenaktivität wird hingegen eine Stagnations- oder Abkühlungsphase immer wahrscheinlicher.


Stefan Kämpfe, unabhängiger Natur- und Klimaforscher
Klaus Puls
Josef Kowatsch
Wer dem ndr-Fernsehen seine Meinung dazu schreiben möchte hier die Mail-Adresse fernsehen@ndr.de




Solidar­zuschlag für die Ökokirche

Erste „Erfolge“ zeigen sich schon: Bei den sich immer höher schraubenden Haushaltsstromkosten lohnt es sich langsam, eigenen Solarstrom selbst zu verbrauchen. Dass die ganzen EEG-Kosten dann die übrigen Bezieher zu bezahlen haben, die „Selbstversorger“ bei Bedarf jedoch weiterhin beliebig ohne Aufschlag beziehen dürfen, ist von der Politik zumindest geduldet, von den Versorgern sowieso, denn die verkaufen oft als „Nebenerwerb“ die Solaranlagen dazu [12].

Experten fordern CO2-Preis

Für unsere Medien ist scheinbar jeder Experte, der lautstark etwas fordert, was ihm selbst Nutzen bringt Es muss nur irgendwie mit „nachhaltig“ umschrieben sein.
KLIMARETTER.INFO, 06. Oktober 2017: [1] Experten fordern CO₂-Preis
Kern des Vorschlags ist es, die CO2-Emissionen in allen Bereichen – von Industrie über Haushalte bis Verkehr – mit einem einheitlichen Mindestpreis zu belegen, also auch in den Sektoren, die bisher nicht (wie Energie und Industrie) im EU-Emissionshandel erfasst sind. Die konkrete Höhe solle am besten abgestimmt mit Frankreich und weiteren EU-Partnern festgelegt werden.

Inzwischen ist auch Frankreich häufig mit im Spiel. Macron hat erkannt, dass die deutsche Politik mit ihrer sich selbst verordneten Klimahysterie bereit ist, fast jede „Klimakostengeisel“ auf sich zu nehmen, die man ihnen vorschlägt und zur „Klimarettung“ der Welt fast beliebig Geld an andere Länder auszuteilen. Da CO2-Bepreisung Frankreich wegen seinem hohen Kernkraftanteil [3] fast nicht trifft, lässt sich damit (auf Kosten von Deutschland) gut leben.
Entsprechend positioniert sich dieser Präsident als der „neue Obama“. Wer im eigenen Land nicht viel erreicht, weiß, auf welchem Gebiet sich derzeit fehlender Erfolg leicht gewinnen lässt:
oekonews.at 21.9.2017: [9] Macron fordert Menschenrecht auf intakte Umwelt
… „Jeder Mensch hat das Recht, in einer ökologisch intakten Umwelt zu leben.“ Dies ist der erste Artikel eines Entwurfs des „Pakts für die Umwelt“. Eine weitere Forderung „Die gegenwärtigen Generationen müssen gewährleisten, dass ihre Handlungen nicht die Möglichkeiten zukünftiger Generationen beeinträchtigen.“ Der Pakt kodifiziert zudem das Prinzip, dass VerschmutzerInnen für Schäden zahlen sollen. Um die Durchsetzung zu überwachen, soll ein ExpertInnenrat eingerichtet werden …

Für die Zukunft verzichten

Gedanken dazu finden sich bei:
Achgut: Erbarmen! Das Lied von der Nachhaltigkeit
und [14] Formel zur Erlösung.

Wer es skurril mag und lesen will, zu welcher Abstrusität sich unsere Qualitäts-Medien versteigen können, oder was uns bevorsteht, wenn solche „Vordenker“ die Macht bekommen, der lese den begeisterten Artikel über das Musterland Cuba, welches uns schon weit voraus ist. Nicht zufällig kommt einem manches bekannt vor – ein großer Ideenspender war Deutschland:
SPIEGEL ONLINE 12.08.2012: Nachhaltigkeit Wie Kuba zur Insel der Energiesparer wurde
Kuba feiert eine neue Revolution: Die Regierung hat Petroleumkochern, Strom fressenden Kühlschränken und Glühlampen den Kampf angesagt. Die Insel, die in Industrienationen noch immer als rückständig gilt, wurde so zum nachhaltigsten Land der Welt.
Castro erzog sein Volk mit neuen Stromtarifen zum Energiesparen
Endlich. Mehr als 60 Jahre lang litt Kuba unter einer Energiekrise, die mit dem US-Embargo begann und Anfang der neunziger Jahre in eine akute Notlage mündete. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs fiel die Hilfe sozialistischer Bruderstaaten wie der Sowjetunion und der DDR aus, für den Import von Rohstoffen und Öl fehlten Devisen. In der Folge lagen Kraftwerke still, der Verkehr brach zusammen, ebenso die Produktion vieler Fabriken. Stundenlange Stromsperren legten jeden Tag die Fernseher, Ventilatoren und Kühlschränke lahm. Gegen Abend versanken Straßen und Häuser in Dunkelheit.
… Aus der Not der vergangenen Jahre, so befahl Regierungschef
Fidel Castro schon vor sechs Jahren, solle eine Tugend werden … Castro verkündete damals in einer Fernsehansprache: „Wir warten nicht, bis Treibstoff vom Himmel fällt, denn wir haben etwas Wichtigeres entdeckt: Energie sparen. Das ist so, als würde man auf ein riesiges Ölvorkommen stoßen.“
… Seitdem werben überall auf der Insel riesige Propagandaplakate fürs Energiesparen. Die „Granma“, offizielle Zeitung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas, lobpreist in fast jeder Ausgabe erneuerbare Energien, auf Cubavisión läuft einmal die Woche eine Fernsehshow rund um Energiefragen. Schon 2005 verbot der „Máximo Lider“ den Gebrauch herkömmlicher Glühbirnen. Innerhalb von nur sechs Monaten gelang es Castros Sozialarbeitern, über neun Millionen Glühlampen in privaten Haushalten, Ämtern oder Fabriken aus Lampenfassungen zu schrauben und durch Energiesparlampen zu ersetzen. In nur zwei Jahren wurden zwei Millionen Kühlschränke entsorgt, dazu eine Million Ventilatoren, 180.000 Klimaanlagen und 260.000 Wasserpumpen. Die Kubaner mussten sich die neuen Energiespargeräte, die meist aus China stammten, auf Pump kaufen, ob sie wollten oder nicht.
Die Energie-Revolution hat Kuba zum nachhaltigsten Land der Welt gemacht
… Während dort der Busverkehr nach wie vor lahmt, herrscht in Cárdenas fließender Verkehr … „Wir haben Hunderte Pferdekutschen, die feste Routen fahren und jeweils zwölf Personen fassen. Dazu Ochsenkarren, die Lasten transportieren und schätzungsweise 100.000 Fahrräder, die unsere Einwohner mobil machen …
Energiesparen gehört schon zum Bildungsprogramm von Kindergärten
… „Jedes Kind weiß doch, dass die fossilen Brennstoffe zu Ende gehen und wir den Klimawandel aufhalten müssen!“ …

Nicht (nach-)denken, handeln

Wollen wir einen wirksamen Klimaschutz, müssen die Rahmenbedingungen dazu führen, dass der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase in allen wichtigen Sektoren wie Strom-, Wärme und Mobilität massiv gesenkt wird.

Damit werden Energiesparmaßnahmen in armen Haushalten finanziert

Extra ausgewiesen ist, diesmal auch die bisher von den EEG-Kosten eher gebeutelten „kleinen Leute“ durch eine „soziale Komponente“ der Kostenerhöhungen zu berücksichtigen, wie es schon im Artikel [2] Die Ökokirche übt sich wie Robin Hood in Nächstenliebe beschrieben wurde.
Jedoch ist die Definition „Arm“ dabei recht sonderbar festgelegt: Alle, welche einen CO2-emittierenden Stoff nutzen, sind auf einmal „Reich“, wie zum Beispiel alle Bürger, welche sich noch erdreisten, mit Öl zu heizen.
Solche Details sind aber unwichtig, denn „sozial austariert“ wird es auf jeden Fall:

AWO München: Energieberatung für Münchner Haushalte mit geringem Einkommen
Eigentlich gibt es nur Gewinner …

Solche Konstellationen sind typisch für zukunftsweisende WIN-WIN Situationen, die es nur noch „zu heben“ gilt. Peter Altmaier war bei der Vorstellung eines solchen Konzeptes (und seiner Lösungskompetenz) einstmals sichtlich begeistert:
FOCUS ONLINE, 16.08.2012: [5] Arbeitslose als Energieberater Altmaier will Bürgern beim Stromsparen helfen
Die Stromrechnungen der Bürger sollen durch die Energiewende nicht unnötig steigen. Nach dem Willen von Umweltminister Peter Altmaier soll das mit kostenlosen Energieberatungen klappen … Insbesondere einkommensschwache Haushalte und Rentner sollen auf diese Weise unterstützt werden, sagte Altmaier am Donnerstag bei der Vorstellung seines 10-Punkte-Programms … Hier könne über 30 Prozent an Strom gespart werden. „Das wäre eine Möglichkeit, steigende Strompreise auszugleichen“, betonte Altmaier.

Als Jurist weiß er, wie die EEG-Zukunft problemlos gelöst wird:
FRANKFURTER ALLGEMEINE, 01.09.2017: Förderkosten für Erneuerbare noch jahrelang beträchtlich
Interviewer: … Wir brauchen dafür vielleicht sechs- oder siebenmal mehr Ökostrom als heute. Können Sie sich vorstellen, die Zahl der Windräder bis 2040 auch nur zu verfünffachen?
P. Altmaier: … Das ist nicht zwangsläufig die Folge. Zum einen dürften auf hoher See viele neue Windparks entstehen, die niemanden stören. Im Übrigen wird es nicht zu einer Verfünffachung der Zahl der Windkraftwerke kommen, weil die einzelnen Anlagen leistungsfähiger werden. Es wird keine „Verspargelung der Landschaft“ geben. Es gibt nach wie vor Regionen, in denen die Leute den Ausbau der Windenergie wollen.
… Heute können wir davon ausgehen, dass die Energiewende gelingen wird.

… mindestens ein Beschäftigungswunder

Dabei sollen Arbeitslose als Stromsparhelfer die Haushalte besuchen … Womöglich könnten auch Rentner als ehrenamtliche Energieberater gewonnen werden ...
Nach dem Motto: „Wenn alle Arbeitslosen zu Friseuren umgeschult werden und sich gegenseitig die Haare schneiden, haben alle eine Beschäftigung und der Staat Steuereinnahmen …“, löst ein typischer Vertreter unserer Politikelite elegant dieses Problem und denkt dabei auch noch richtungsweisend daran, wie man „nutzlose Rentnerzeit“ zum Volkswohl einbinden könnte.

Rechtlich ist bereits geklärt: Der Staat darf den Bürger weiter schröpfen

Nach dem Sinn fragt unsere „Elite“ nicht (mehr). Wichtig ist jedoch, dass das weitere Schröpfen der Untertanen für den Ökowahn nicht doch noch verboten werden könnte. Diese wichtige Frage wurde sorgfältig geklärt:
Weder das geltende Europa- noch das Verfassungsrecht hindern die zukünftige Koalition daran, eine nationale CO2-Bepreisung einzuführen.“ Diese Schlussfolgerung zieht Thorsten Müller, Stiftungsvorstand, aus der jüngsten Studie der Stiftung Umweltenergierecht.
… Eine Steuer ist in Deutschland verfassungsrechtlich zwar nicht möglich, wohl aber über eine Sonderabgabe oder eine Ressourcennutzungsgebühr nach Vorbild des „Wasserpfennigs“ für Anlagen, die dem ETS unterliegenden …

Unsere „Rettungselite“

Erarbeitet und unterzeichnet haben den Vorschlag die „bekannten Personen“ aus NGOs und halbstaatlichen Organisationen, teils sogar von Ministerien, welche ohne die CO2-Hysterie in der Bedeutungslosigkeit versinken würden, oft auch kein adäquates Einkommen mehr hätten. Hoffen wir, dass es in Berlin im künftigen Politikzirkus dagegen doch noch etwas Opposition gibt:
[1] Ein Hauptinitiator des neuen Vorschlags ist der Chef der Deutschen Energieagentur (Dena) A. Kuhlmann:
Als „Agentur für angewandte Energiewende“ (Eigenwerbung) will die Dena zum Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung beitragen. Gesellschafter der Agentur sind die Bundesrepublik Deutschland und die KfW Bankengruppe.
Zufügung: Herr Kuhlmann war auch Mitglied im SPD Parteivorstand.

dena 04.10.2017 Pressemitteilung: [7] Zu den Unterstützern der Initiative gehören
Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch e.V.,
Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Direktor des Mercator Research Institutes on Global Commons and Climate Change (MCC),
Prof. Dr. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts,
Dr. Patrick Graichen, Direktor der Agora Energiewende,
Björn Klusmann, Geschäftsführer des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS),
Jörg Lange, Vorstand von
CO2-Abgabe e.V.,
Prof. Dr. Stephan Lessenich, Institut für Soziologie München sowie Beirat von
CO2-Abgabe e.V.,
Prof. Dr. Andreas Löschel, Universität Münster,
(Zufügung: Vorsitzender der Expertenkommission „Moitoring der Energiewende“)
Dr. Felix Matthes, Forschungskoordinator Energie- und Klimapolitik am Öko-Institut,
Prof. Karsten Neuhoff, Abteilungsleiter Klimapolitik am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW),
Dr. Joachim Nitsch, ehemaliger Leiter „Systemanalyse“ am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart sowie Beirat von
CO2-Abgabe e.V.,
Franzjosef Schafhausen, bis 2016 Abteilungsleiter „Klima, Europa und Internationales“ im Bundesumweltministerium,
(Zufügung: Leiter der Arbeitsgruppe „Emissionshandel“ im Ministerium)

Reinhard Schultz, Inhaber und Geschäftsführer von Schultz projekt consult sowie Vorsitzender von EnergieDialog2050 e.V.,
(Zufügung, Firmenwerbung: Als Unternehmensberatung sind wir für unsere Kunden Ansprechpartner in internen und externen Krisen, wir sortieren und öffnen für sie die Märkte und stellen wichtige Geschäftsbeziehungen im In- und Ausland her. Wir beeinflussen die regulatorischen Rahmenbedingungen für Ihr Geschäft. Und wir organisieren Ihnen einen wirkungsvollen Auftritt im politischen Berlin und in Brüssel. Wir produzieren keine Stapel von Papier, sondern liefern Ergebnisse.)
Dr. Christoph Wolff, Managing Director der European Climate Foundation

Nachtrag

Weil es zum Thema passt, dazu die letzte Meldung unserer Medien:
WELT N24 08.10.2017: [10] Deutschland verliert die Kontrolle über den Strompreis

Bild 2 Kostendarstellung Stromversorgung [10]

Quellen
[1] KLIMARETTER.INFO, 06. Oktober 2017: Experten fordern CO₂-Preis
[2] EIKE 23. September 2017: Die Ökokirche übt sich wie Robin Hood in Nächstenliebe
[3] EIKE 03.10.2017: Deutschland ohne Erneuerbare Energien – Energiewende im Faktencheck
[4] EIKE 7. Oktober 2017: Klima : Entwarnung der Alarmisten
[5] FOCUS ONLINE, 16.08.2012: Arbeitslose als Energieberater Altmaier will Bürgern beim Stromsparen helfen
[6] topagraronline 06.10.2017: Die Zeit ist reif für eine CO2-Abgabe
[7] dena 04.10.2017 Pressemitteilung, Berlin: Energie- und Klimaschutzexperten fordern stärkere CO2-Bepreisung
[8] dena Positionspapier: Stärkere CO2-Bepreisung: Neuer Schwung für die Klimapolitik Deutschlands ökonomischer Rahmen zur Erreichung der Klimaziele
[9] oekonews.at 21.9.2017: Macron fordert Menschenrecht auf intakte Umwelt
[10] WELT N24 08.10.2017: Deutschland verliert die Kontrolle über den Strompreis
[11] EIKE 03.10.2017: Deutschland ohne Erneuerbare Energien – Energiewende im Faktencheck
[12] EIKE 06.02.2016: Nachgefragt: Ein lokaler Versorger bricht die Macht der Stromgiganten
[13] EIKE 22.11.2016: Energieversorger helfen ihren Kunden gegen teuren EEG-Strom! Aktion lokaler Versorger in Bayern: Energiewende bezahlbar
[14] WELT N24, 14.05.2011 : Formel zur Erlösung




Wenn es um Weltunter­gang geht, sind die Deutschen vorn

Als einen solchen kann man den folgenden von Herrn G. Ederer aus dem Jahr 2011 betrachten, eine Zeit, als in den Medien wenigstens noch ab und zu investigativ berichtet werden durfte. Zur Rückschau Auszüge davon (oder über den Link das Original mit einer angegebenen Lesezeit von 6 Minuten).

Die CO2-Theorie ist nur geniale Propaganda

WELT N24, 04.07.2011, Günter Ederer: [1] Die CO2-Theorie ist nur geniale Propaganda
Zur Einstimmung folgt eine Bilderserie. Daraus ein Klimaalarm-typisches Bild.

Bild 1 [1] Die Grafik zeigt einen stetigen Temperaturanstieg in den vergangenen 150 Jahren. Quelle: /Grafik: DIE WELT

Anbei dieses Bild aus dem Artikel vom Autor durch eine Darstellung der letzten 2000 Jahre ergänzt, um den Propagandaeffekt zu zeigen und darauf hinzuweisen, dass die Erwärmung (entgegen den Aussagen der Klimaalarmisten) bereits weit vor der Industrialisierung begann.

[3] Vergleich der neuen Klimarekonstruktionen (LOC 2k und LOC 500y) mit anderen Rekonstruktionen aus dem AR5

Dass dies nicht nur die Überzeugung des Autors ist, sei anhand von Auszügen einer Dissertation gezeigt [5]:

Bild 3 [5] Rekonstruktion Sommertemperaturverlauf Deutschland seit 1000 n. Chr (Bildauschnitt), noch ohne Kalibrierung der Temperaturachse. Normierte 31-jährig gleitende Summe

In der Dissertation fiel dem angehenden Wissenschaftler ebenfalls auf, dass der aktuelle Temperaturanstieg zwischen 1600 und 1700 begonnen haben muss. Er wagte es jedoch nicht, die Konsequenz daraus auszusprechen. Auch fiel ihm auf, dass es nicht heißer geworden ist (als zur mittelalterlichen Warmzeit), sondern die Winter nicht mehr so kalt. Ein Effekt, der sich mit der CO2-Theorie nicht erklären lässt. Auch sagt er ehrlich, dass die Proxis die Temperaturvariablilität nicht abbilden (und die historischen Verläufe deshalb zu flach verlaufen, was in Ergänzung der Reihenenden mit der gemessenen Temperatur – siehe die graue Endlinie in Bild 3 – zu dem typischen, alarmistischen Temperaturverlauf am Ende führt).
Dissertation: [5] … Als Temperaturminimum der Jahrestemperaturen des letzten Jahrtausends fällt neben dem bekannten Maunderminimum um 1700 ein weiteres Minimum um 1600 auf, welches für die Multi-Proxy-Rekonstruktion die Phase der größten Abkühlung markiert …
Da die Amplitude der Variabilität der Wintermonate deutlich höher ist als die der Sommermonate, unterschätzen viele natürliche Proxies, welche nur für das Sommerhalbjahr Daten liefern, die natürliche Variabilität des Klimas …
Danach übersteigen die Jahresmittel seit ca. 1980 die Temperaturen des letzten Jahrtausends. Auffällig ist dabei jedoch, dass dieser Anstieg vor allem auf eine Zunahme der Wintertemperaturen zurückzuführen ist. Die Sommertemperaturen weisen für das letzte Jahrtausend eine gleichbleiben hohe mittelfristige Variabilität auf, welche auch in der Zeit seit ca. 1980 keinen ungewöhnlich Anstieg aufweist
.

Auf die Idee des menschengemachten Klimawandels baut die Politik eine preistreibende Energiepolitik auf. Dabei sind die Treibhaus-Thesen längst widerlegt

[1] Alle Parteien der Industriestaaten, ob rechts oder links, werden die CO2- Erderwärmungstheorie übernehmen. Dies ist eine einmalige Chance, die Luft zum Atmen zu besteuern. Weil sie damit angeblich die Welt vor dem Hitzetod bewahren, erhalten die Politiker dafür auch noch Beifall. Keine Partei wird dieser Versuchung widerstehen.“
Dies prophezeite mir schon 1998 Nigel Calder, der vielfach ausgezeichnete britische Wissenschaftsjournalist, jahrelanger Herausgeber vom „New Scientist“ und BBC-Autor …
Er hat mit seiner Einschätzung der Parteien Recht behalten.
Die Ergebnisse der Forscher, die wissenschaftliche Arbeiten über die Auswirkungen der Sonne und der Strahlungen aus dem Weltall auf unser Klima beinhalten, aber werden weitgehend totgeschwiegen. Damit können die Politiker nichts anfangen. Das würde bedeuten, dass die Flut von Gesetzen, mit denen die Bürger zu immer neuen Abgaben und Steuern gezwungen werden, um die Welt zu retten, nicht mehr zu rechtfertigen wäre …

Es gibt keine Debatte über die Ursachen für den Klimawandel

[1] (doch) Es gibt aus den letzten Jahren cirka 800 wissenschaftliche Veröffentlichungen, die die CO2-Treibhausthesen widerlegen.
Der Hauptunterschied zu den Klimamodellierern: Sie legen Versuche mit Messungen vor, während die vom IPCC (der gern als „Weltklimarat“ bezeichneten internationalen Behörde) veröffentlichten Studien auf Computermodellen und Berechnungen basieren. Auf einen kurzen Nenner gebracht, lautet der Gegensatz: Fakten gegen Berechnungen.
Als Beleg für die endgültige Treibhausgastheorie wird immer wieder vorgebracht: 97 Prozent der Wissenschaftler seien sich einig.
Nachzulesen im Spiegel, wiederholt im ZDF in „Frontal 21“ und von Guido Knopps History. „97 Prozent!“
Anmerkung: Anstelle der Ausführungen im Artikel sei die aktuellere Darstellung in:
EIKE 01.01.2017: Harald Lesch trägt vor den GRÜNEN zum Klimawandel vor, empfohlen.

Arrhenius hielt die CO2-Erwärmung für einen Segen

[1]

Die Bepreisung von CO2 hat nichts mit Umweltschutz zu tun

[1] verabschiedet sich der Rest der Welt so langsam aus diesem neuen babylonischen Turmbau, der die Zentrale Planungsbehörde der UdSSR marginalisiert hätte.
In den USA ist die CO2-Börse geplatzt, in Asien wurde sie gar nicht erst eingeführt, in Australien stürzen darüber Regierungen – nur in Europa und unter der Führung Deutschlands soll CO2 einen Preis haben. Es ist eine echte Luftnummer. Tragisch nur: Selbst wenn keiner mehr mitmacht, so sind die deutschen Parteien trotzdem entschlossen, die Bepreisung von CO2 durchzuziehen. Als Vorbild für die ganze Welt …
Zufügung des Autors: Inzwischen hat der neue französische Präsident erkannt, dass man damit die Kosten in Deutschland erhöhen kann und fordert 30 EUR / t CO2. Frankreich wäre aufgrund des extremen Kernkraft- und Wasserkraftanteils nicht betroffen, Deutschland aber in erheblichem Maß [4].

Wenn es um Weltuntergang geht, sind die Deutschen vorn

[1] Nigel Calder hatte dafür 1998 auch schon eine Begründung. „Am Anfang war die CO2- und Erderwärmungstheorie eine angelsächsische Erfindung, die nicht zuletzt von der Nuklearindustrie gefördert wurde, die für sich eine Wiederbelebung erhoffte. Aber dann wurde daraus mehr und mehr ein Szenarium für den Weltuntergang und das widerstrebt den nüchternen Angelsachsen.
Da erinnerte man sich im IPCC:
The Germans are best for doomsday theories“! Wenn es um den Weltuntergang geht, sind die Deutschen am Besten. So wurde die Klima-Treibhaus-Untergangstheorie den Deutschen übergeben. Ich fürchte: Nigel Calder hat hier auch wieder Recht.
Ergänzend dazu vom Autor ein Werbeplakat der GRÜNEN JUGEND für die autolose Stadt. Dieses kann wirklich richtungsweisend sein. Am 03.10.2017 las der Autor in seiner „Heimatzeitung“ die „Erlebnisse“ einer Studentin in Kopenhagen (man erinnre sich: Dänemark hat den höchsten Strompreis Europas). Kopenhagen ist bereits eine Fahrradstadt. Die Studentin berichtete, warum: Der öffentliche Nahverkehr ist so teuer, dass man ihn sich kaum leisten kann (das mit dem „teuer“ gilt natürlich für noch mehr in Dänemark). Ein behördliches Vorgehen, welches auch in Deutschland anscheinend als Richtungsweisend zur Volkserziehung angenommen wurde, um die Untertanen zum Fahrradfahren zu zwingen [6].

Bild 4 Quelle: Frankfurter Allgemeine 20. Juni 2017: Grüne Verteufelung braucht keine komplexe Aufklärung


Quellen
[1] WELT N24, 04.07.2011, Günter Ederer: Die CO2-Theorie ist nur geniale Propaganda
[2] EIKE 26.03.2016: Rekonstruierte Temperaturverläufe der vergangenen zwei Jahrtausende. Eine Literatursichtung von 1990 bis ganz aktuell
[3] Clim. Past, 8, 765–786, 2012. Christiansen and Ljungqvist, 18.04.2012: The extra-tropical Northern Hemisphere temperature in the last two millennia: reconstructions of low-frequency variability
[4] EIKE 03.10.2017: Deutschland ohne Erneuerbare Energien – Energiewende im Faktencheck
[5] Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Brsg., Dissertation 2010: Methoden zur Klimarekonstruktion aus historischen Quellen am Beispiel Mittele
[6] EIKE 6. Oktober 2017: Diesel-Klage: Entscheidung in Stuttgart – die spinnen!