Hintertürchen bei der Erfassung von CO2-Emissionen gefährdet Pariser Klima-Abkommen

Vier Jahre nach Unterzeichnung des Pariser Klima-Abkommens verbleibt ein großer Haken: Die Länder konnten sich nicht auf ein Abkommen einigen bzgl. eines Zählungs-Tricks, der ihnen erlauben würde, Treibhausgas-Reduktionen doppelt zu erfassen.

Das größte Thema bleiben zwar die nationalen Ziele, die keinesfalls ausreichen, um die Vorgaben des Eckpunkt-Übereinkommens aus dem Jahr 2015 zu erreichen, welche von fast 200 Ländern abgesegnet worden waren – nämlich die Begrenzung der langfristigen Erwärmung auf 1,5°C über das vorindustrielle Niveau.

Aber Experten betonen, dass eine schlechte Erfassung der Emissionen das Problem verschärfen könnte, bis eine Lösung gefunden ist. Man stelle sich beispielsweise vor, dass ein Windkraftwerk in Indien die Kohlenstoff-Emissionen um 1 Tonne pro Jahr reduziert. Von 2020 an, wenn das mit dem Abkommen verbundene Handels-Schema in Kraft tritt, könnte ein Land wie Deutschland theoretisch diese Menge kaufen und es als eigene Reduktionen zählen, während Indien das in diesem Falle nicht tun könnte.

Aber eine Gruppe von Ländern unter Führung von Brasilien argumentiert, dass die Reduktionen für beide Länder zählen, was zu globalen Emissionen insgesamt führt, die größer sind als die Summe der von den einzelnen Versorgern jeweils genannten Zahlen.

Es ist eine wirklich seltsame Haltung. Die meisten Länder stehen nicht dahinter“, sagte Lambert Schneider vom Öko-Institut in Berlin, der als Mitautor eines Artikels fungiert hatte, der zu diesem Thema jüngst im Journal Science veröffentlicht worden war.

Die Notwendigkeit, eine doppelte Zählung zu vermeiden, wird in dem Abkommen angesprochen, aber die Länder scheiterten im vorigen Jahr in Polen damit, die „Leitlinien“ der Regeln festzulegen. Auf der nächsten UN-Konferenz im Dezember dürfte das Thema daher erneut auf der Tagesordnung landen.

Es ist die wesentliche noch ausstehende Angelegenheit, um das Paris-Abkommen operationell umzusetzen“.

Das gleiche Problem gilt für die Luftfahrt.

Der ganze Beitrag steht hier.

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Analyse: Null Kohlenstoff bis 2050 ist unmöglich

Pielkes Analyse zeigt, dass jeder Kandidat, der verspricht, das Land vom Verbrauch fossiler Treibstoffe und dem damit verbundenen Kohlendioxid-Ausstoß zu befreien, schlicht und ergreifend lügt. Das Ziel nämlich, sei das nun zu erreichen bis 2025, 2030 oder gar 2050, ist physikalisch unmöglich zu erreichen. Pielke informierte uns, dass die Menschen der Welt im Jahre 2018 11.743 Millionen Tonnen Öl-Äquivalent (mtoe) an Kohle, Erdgas und Öl verbraucht hatten, was zu Kohlendioxid-Emissionen in Höhe von 33,7 Milliarden Tonnen führte. Das heißt, dass um das Ziel Null bis zum Jahre 2050 zu erreichen, die Welt rund 12.000 mtoe fossiler Treibstoffe irgendwie ersetzen muss, um auch nur die jetzige Energie-Nachfrage decken zu können. Der mit wirtschaftlichem Wachstum einher gehende zusätzliche Bedarf ist dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Pielke weiter: „Eine weitere nützliche Zahl, die man kennen muss ist, dass bis zum 1. Januar 2050 nur noch 11.051 Tage verbleiben. Um das Ziel einer Null-Kohlenstoff-Emission global bis 2050 zu erreichen, ist folglich an jedem einzelnen Tag jeweils die Errichtung von über 1 mtoe Kohlenstoff-freien Energieverbrauchs erforderlich (~12.000 mtoe/11.051 Tage) erforderlich, wenn man morgen damit anfängt und die nächsten über 30 Jahre damit fortfährt. Das Erreichen des Null-Zieles erfordert außerdem korrespondierend ein äquivalentes Aufgeben von über 1 mtoe Energieverbrauch aus fossilen Treibstoffen – wieder jeweils jeden einzelnen Tag“.

Diese Transition würde die Eröffnung von drei großen Kernkraftwerken alle zwei Tage erforderlich machen, um das Null-Emissions-Ziel bis 2050 zu erreichen, oder alternativ die Errichtung von 1500 Windturbinen (2,5 MW) über eine Landfläche von etwa 300 Quadratmeilen [ca. 780 km²] – jeden Tag, beginnend mit dem Tag der Veröffentlichung seines Artikels (30. September) bis zum Jahr 2050.

Die USA betreffend – um das Null-Emissions-Ziel zu erreichen, müssten wir ein neues Kernkraftwerk alle sechs Tage in Betrieb nehmen mit Beginn am 30. September (huch, der ist ja schon vorbei!), und das bis zum Jahr 2050.

Um das von einigen Kandidaten der Demokraten gesetzte, noch ambitioniertere Ziel einer Null-Emission schon bis 2030 zu erreichen, müsste die Welt die 3746 Tage ab dem 30. September – wenn man am 1. Oktober 2019 anfängt – etwa mehr als vier neue Kernkraftwerke pro Tag errichten, und „in den USA ein neues Kernkraftwerk jeden zweiten Tag“ – oder die Errichtung der äquivalenten Anzahl von Tausenden Windturbinen täglich.

Und das ist natürlich nur die physikalische Seite des Problems, bei dem die ökonomischen Kosten und umweltlichen Auswirkungen einer derartig rapiden Transition noch gar nicht berücksichtigt sind, ebenso wenig wie der Bedarf und die Verfügbarkeit erfahrener Arbeitskräfte und Materialien zur Durchführung einer solchen Transition.
Quelle
: Forbes

Meldung aus dem Rundbrief CCW # 339 des Heartland Institutes

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Geschrei um und Instrumen­talisierung von Busch­bränden erreicht ungeahnte Höhen

Es gibt eine Myriade von Gründen, warum einige Feuer-Saisons schlimmer sind als andere. Während der letzten 3 Frühjahre prognostizierte ich jeweils starke Feuer-Saisons, und zwar auf der Grundlage von zwei wichtigen Faktoren, nämlich Regenmenge im Winter und/oder Frühjahr.

Das Ironische dabei: Falls die Leute, die alles und jedes instrumentalisieren, recht hätten und die Perma-Dürre, die sie empfinden, sich fortsetzen würde, gäbe es viel weniger Regen. Aber es ist so: Je mehr es im Winter und Frühjahr regnet, umso mehr Blattwerk bildet sich im Frühjahr. Nun ist es aber eine Tatsache, dass es im Sommer in Kalifornien IMMER trocken ist! Dann trocknet das zusätzliche Blattwerk aus und liefert einigen zusätzlichen Brennstoff. Das ist keineswegs der einzige Grund, wohl aber ein wesentlicher Faktor. Es ist also keine Überraschung – und gleicht der Aussage, dass es während der Hurrikan-Saison zu Hurrikanen kommt. Während der meisten Jahre wird irgendjemand getroffen, und Jahre, in denen niemand zu Schaden kommt und Buschfeuer weniger Schaden anrichten, sind die Ausnahme – auch weil immer mehr Menschen in den anfälligen Gebieten leben.

Zweitens: ich habe dieses Strömungsmuster schon öfter gesehen: Ein Monster-Hochdruckkeil über Alaska und ein korrespondierender starker Höhentrog über der Westküste [der USA]. Das ist extrem, aber keineswegs einmalig. Es führt zu extremer Kälte in den USA. Diese sucht gerade die Großen Ebenen heim – ungeachtet der Klimamodelle, die vor einem Monat diese Kälte nicht einmal ansatzweise gezeigt hatten.

Es fällt mir extrem schwer, dies zu schreiben, weil mein Mitgefühl all jenen gilt, die von diesen Ereignissen schwer getroffen werden. Sie werden zu Schachfiguren in dem Spiel, das hier gespielt wird, wobei jedes Wetterereignis instrumentalisiert und das Elend der Menschen hervorgehoben wird. Das ganz natürlich empfundene Mitleid geht tief zu Herzen. Es sorgt dafür, dass jeder, der mit Fakten aufwartet, als herzlos und grausam apostrophiert wird. Aber dennoch müssen wir uns der Realität stellen. Heute leben in Kalifornien viel, viel mehr Menschen als in den 1950er Jahren (etwa 3 mal so viele). Das bedeutet, dass mehr Menschen von Schäden betroffen sind, aber es bedeutet auch, dass diese Probleme bei größerer Bevölkerung inhärent sind. Mehr Menschen verursachen fahrlässig mehr Brände. Oder Probleme mit Stromleitungen kommen zum Tragen. Alles wird verstärkt dadurch, dass Totholz nicht mehr aus den Wäldern entfernt werden darf. Es gibt so viele Gründe, aber was wird von den Medien als Beispiel auf den Schild gehoben, das zum willkommenen Komplizen bei dem Bemühen wird, alles einseitig darzustellen? KLIMAWANDEL! Und das wird von den entsprechenden Verantwortlichen mit aller Kraft vorangetrieben, a) um die Realitäten zu verschleiern, die ich gleich in zwei Graphiken zeigen werde, und b) um ihre Agenda voranzutreiben.

Haben wir es hier also mit dem „neuen Normal“ zu tun? Falls wir das seit 1980 betrachten, hat die verbrannte Fläche zugenommen:

Aber das neue Normal? Gott sei Dank entspricht es nicht dem ,alten Normal‘. Man betrachte das GESAMTBILD! Die Klima-Chaoten vergleichen die heutigen Temperaturen mit denjenigen vor 100 Jahren. Warum schauen sie nicht auch einmal bzgl. des Themas Buschbrände 100 Jahre zurück? Vielleicht wollen sie nicht, dass die Menschen das ganze, wahre Bild sehen:

Jeder geistig gesunde Mensch, der diese Graphik betrachtet, würde sofort erkennen, dass es früher viel schlimmer war – trotz der Zunahme der Bevölkerung und unnatürlicher Ursachen für Buschbrände. Aber wenn man das Gesamtbild nicht kennt, würde man nie sehen, wie schlimm es früher war.

Es sieht ganz danach aus, als handelt es sich hier um einen weiteren Fall der Instrumentalisierung von Wetterereignissen ohne die andere Seite des Streits zu zeigen. So sieht es inzwischen überall aus. Es gibt Gründe, Fragen zu stellen, sogar mehr denn je – aber man muss schauen und nicht einfach alles glauben, was einem gesagt wird.

Man behalte im Kopf, was man hier sieht. Die beiden Graphiken beweisen, dass wenn es um verheerende Ereignisse wie Buschbrände geht, wir heute viel besser dran sind als vor einhundert Jahren. Und fossile Treibstoffe haben bei Fortschritten für die Menschheit eine tragende Rolle gespielt. DIE NATUR GEHÖRT UNS NICHT! Wir kommen hier in manchen Fällen voran, trotz der Natur. Der Gedanke, dass die Menschheit einen utopischen Garten Eden selbst erschaffen kann, ist ignorant gegenüber dem, was die Natur vollbringt. Hiermit soll Fortschritt nicht in Abrede gestellt, sondern im Gegenteil befürwortet werden. Es geht darum zu zeigen, dass wir vorankommen, aber das geht nicht, wenn man den Menschen die Fakten vorenthält, die in den obigen beiden Graphiken belegt werden.

Ist die verbrannte Fläche heute größer als im Jahre 1980? Ja! Aber das hat viele Gründe, die nichts mit Klimawandel zu tun haben, und es ist nicht annähernd so schlecht wie vor 100 Jahren. Wie bei so vielen Themen gibt es auch hier zwei Seiten. Aber vor dem Hintergrund der meteorologischen Medien-Verrücktheit würde man das niemals wissen.

Autor: Joe Bastardi is a pioneer in extreme weather and long-range forecasting. He is the author of “The Climate Chronicles: Inconvenient Revelations You Won’t Hear From Al Gore — and Others” which you can purchase at the CFACT bookstore

Link: https://www.cfact.org/2019/10/29/weaponization-of-wildfires-reaches-fever-pitch/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Halloween in diesem Jahr: Die Monster kommen … und wollen uns unsere Rechte nehmen

Die in diesen Schlagzeilen und Berichten ausgeführten Schrecklichkeiten sind allesamt so mystisch wie Vampire, Werwölfe und watschelnde Zombies, welche zu Halloween die Straßen entlang taumeln. Aber anders als diese fiktiven Monster sind die Klima-Monster wirklich gefährlich – jedenfalls haben Sprecher der UN, Mitarbeiter prominenter amerikanischer Politiker und junge Klima-Aktivisten immer neu wiederholt, dass es bei dem ganzen fingierten Klima-Betrug nicht wirklich darum geht, die Erde zu retten oder den Klimawandel zu verhindern (was in jedem Falle anmaßend und unmöglich ist), sondern vielmehr darum zu kontrollieren, wie durchschnittliche Menschen leben sollen mittels Kontrolle ihres Lebensstils und ihres Verhaltens.

Radikale Wassermelonen-Grüne haben oft genug verkündet, dass sie am liebsten alle Klima-Realisten einsperren und verfolgen würden ob deren Klima-Abtrünnigkeit, vorzugsweise in politischen Schauprozessen wie jenen, die oftmals unter sozialistischen Diktaturen inszeniert worden waren, welche sie so bewundern. Noch wichtiger für Durchschnittsbürger ist jedoch, dass sie daherkommen und den Leuten das Recht stehlen wollen, selbst zu entscheiden, wo und wie sie leben wollen, wie sie umher gehen, was man ihnen zu essen erlaubt, wen sie wählen sollen (wenn sie denn überhaupt eine Stimme haben) – und was vielleicht am grundlegendsten ist: ob sie Kinder haben dürfen.

Während der letzten Monate haben Klima-Faschisten nicht nur eine Politik durchgedrückt, die den Menschen vorschreibt, wie sie ihr Land entwickeln oder Einfamilienhäuser bauen sollen, sondern auch Stadtverwaltungen gedrängt, Gasanschlüsse in Häusern zu sperren sowie mit Erdgas betriebene Öfen und Herde zu verbieten – und diese Dinge zu ersetzen durch weniger flexible, weniger effiziente Elektroherde und Boiler, vorzugsweise betrieben mit Wind- und Solarstrom – jedenfalls solange der Strom nicht abgeschaltet wird, wie es jüngst fast eine Woche lang in Kalifornien der Fall war, dem führenden US-Staat der Klima-Diktatur.

Reportagen in den Nachrichten haben auch über den Druck von Umweltaktivisten auf Menschen berichtet, kein Fleisch mehr zu essen und dass sie sich damit zufrieden geben sollen, wie Kaninchen zu leben oder sich mit falschen Fleischprodukten zu ernähren. Klima-Aktivisten fordern von Fluggesellschaften, ihre Flugbewegungen einzuschränken, damit die Menschen weniger fliegen. Natürlich würde all dies wohlhabende und selbst ernannte Klima-Retter wie Al Gore und Leonardo DiCaprio nie davon abhalten, in Privatjets in der Weltgeschichte umherzufliegen, um Auszeichnungen einzuheimsen dafür, dass sie Flugreisen für Otto Normalverbraucher immer schwieriger machen.

Umwelt-Radikale wollen sogar vorschreiben, welches Toilettenpapier die Menschen benutzen sollen – jawohl, das stimmt, man darf sich nicht einmal mehr in der Privatsphäre des eigenen Badezimmers bequem einrichten – und sagen, dass jedermann gefälligst akzeptieren soll, sich wund zu reiben als eine Buße dafür, Klimawandel verursacht zu haben.

Umweltaktivisten bewundern ganz offen die Fähigkeit von Diktatoren in China, ohne die chaotischen Komplikationen demokratischer Wahlen seitens der Bürger zu regieren. Sie müssen keine Rücksicht nehmen auf die Gefühle der Menschen, wenn diesen vorgeschrieben wird, wo sie leben und arbeiten müssen, und – am wichtigsten – wenn ihnen vorgeschrieben wird, ob und wie viele Kinder sie haben dürfen. Radikale Linke auf Öko-Trip haben seit Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre argumentiert, dass alle Probleme der Welt im Grunde auf Bevölkerungsmenge und -wachstum zurückzuführen sind, wobei der Klimawandel nur die jüngste Rechtfertigung dafür ist, eine Politik der Bevölkerungskontrolle durchzudrücken. Umweltaktivisten argumentieren, dass wir die US-Steuerzahler zwingen müssen, Abtreibungen im Ausland zu fördern und für diese zu zahlen. Und gelegentlich haben sie sogar ihrer glühenden Bewunderung für die Seelen zerstörende Ein-Kind-Politik Chinas Ausdruck verliehen – obwohl diese nur allzu oft zu erzwungenen Abtreibungen sowie Selbstmorden von Mädchen führte.

Am Ende ist für die Umweltextremisten nicht der Klimawandel die fundamentale existentielle Krise, sondern die Menschen sind es: unsere Wahlmöglichkeiten, unsere Freiheit. Die vorgespielten Schrecknisse von Halloween-Kreaturen sehen blass aus im Vergleich mit dem Bösen, welches Klima-Katastrophisten für uns und zukünftige Generationen prophezeien. Nun, DAS finde ich gruselig.

Quellen: CNN; BBC; Breitbart; Climate Change Weekly [in deutscher Übersetzung hier]; Townhall; Houston Chronicle; The Guardian; CBS; Thoughtco; National Review; Rebel Media

Auszug aus dem Rundbrief des Heartland-Institutes Nr. 339

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Chile explodiert: Teure Klima-Politik löst Massen­aufstand aus, genau wie die Gelbwesten-Proteste in Frankreich

Klima-Aktivisten und die UN haben gerade ein gewaltiges blaues Auge verpasst bekommen, als jüngst Proteste und Aufruhr aufgrund hoher Energiepreise in Santiago, Chile, ausgebrochen sind.

Chile, wo im Dezember eine große UN-Klimakonferenz geplant ist, wurde laut gepriesen von Klima-Aktivisten, weil man dort kürzlich eine Kohlendioxid-Steuer auf konventionelle Energiequellen eingeführt und das U-Bahn-System der Hauptstadt auf erneuerbare Energie getrimmt hat (hier). Jetzt erhebt sich die chilenische Bevölkerung und sendet einen gewaltigen Warnschuss an andere Nationen, welche über ähnliche Energiesteuern und teure Programme für erneuerbare Energie nachdenken.

Freitag wurden die Proteste in ganz Santiago durch die Erhöhung der Preise für die Metro-Fahrkarten ausgelöst. Die Proteste erfassten rasch andere Städte und führten zu Unruhen und mindestens fünf Todesopfern. Die chilenische Regierung und die Medien machten steigende Ölpreise für die Anhebung der Fahrpreise verantwortlich. Das stimmt aber nicht.

Der Ölpreis steigt nämlich gar nicht. Die globalen Ölpreise liegen derzeit um etwa 25% niedriger als noch vor einem Jahr und um 37% unter dem Niveau von vor fünf Jahren.

In Chile reflektieren die Benzinpreise die niedrigeren Ölpreise. Dort bezahlte man im August 2019 etwa 1,12 US-Dollar pro Liter (danach stehen keine Daten mehr zur Verfügung). Vor einem Jahr zahlte man noch 1,28 US-Dollar, vor fünf Jahren 1,50 US-Dollar.

Die Fahrpreise der U-Bahn in Santiago stiegen trotz fallender Öl- und Benzinpreise, weil die Regierung im Jahr 2018 die Energie für die U-Bahn aus konventionellen Quellen abgeschaltet und zu Wind und Solar gewechselt war. Außerdem verteuerte die chilenische Regierung den verbleibenden Anteil konventioneller Energie mittels neuer Kohlendioxid-Steuern.

Als Folge davon werden die Chilenen jetzt mit höheren Metro-Preisen belastet, welche die unnötige Preisspitze für Energie reflektieren. Klima-Aktivisten und deren Alliierte in den Medien wollen die Menschen glauben machen, dass die Proteste der Chilenen auf den Straßen höheren Ölpreisen geschuldet sind und nicht Klima-Maßnahmen der Regierung, die zu höheren Energiepreisen führen und die Menschen verarmen lassen.

Anders als spekulative Schäden durch Klimawandel, die wohl niemals wirklich eintreten werden, erhöhen Kohlendioxid-Steuern und Vorschriften bzgl. erneuerbarer Energie sofort und merklich die Lebenshaltungskosten und reduzieren den Lebensstandard. In den USA mag sich manch einer Sorgen bzgl. Klimawandel machen, aber Umfragen zeigen, dass die meisten Amerikaner nicht gewillt sind, 2 Dollar pro Monat zu zahlen nur um Kohlendioxid-Emissionen zu reduzieren.

In Chile, wo das Pro-Kopf-Einkommen nur etwa ein Viertel so hoch ist wie dasselbe in den USA, sind die Menschen verständlicherweise noch viel weniger bereit, für Reduktionen von Kohlendioxid-Emissionen zu zahlen. Außerdem ist das Pro-Kopf-Einkommen in Chile höher als in den meisten anderen lateinamerikanischen Ländern, so dass die dortige Bevölkerung noch viel eher bereit ist, sich aufzulehnen und gegen ökonomisch verheerende Klimawandel-Programme zu demonstrieren.

Für die UN-Bürokraten, welche die 25. Klima-Konferenz (COP25) vorbereiten, die für die ersten beiden Wochen im Dezember in Santiago geplant ist, kommen die Proteste besonders ungelegen. Die Konferenz im vorigen Jahr fand in Polen statt, wo Regierungsbeamte und die prominente Gewerkschaft Solidarnosc kostspielige UN-Klimaprogramme scharf kritisiert hatten. Solidarnosc hielt sogar eine Pressekonferenz dazu ab und veröffentlichte eine gemeinsame Erklärung mit Kritik am UN-Klima-Aktivismus.

Die Konferenz im Dezember 2019 war ursprünglich in Brasilien geplant, aber die brasilianische Regierung kritisierte den UN-Klima-Aktivismus ebenfalls auf das Schärfste und machte den UN deutlich, dass man kein Interesse daran habe, die Konferenz auszurichten (hier).

Die chilenische Regierung hatte daraufhin angeboten, die Konferenz stattdessen in ihrem Land durchzuführen und posaunte diesbezüglich ihre Kohlendioxid-Steuern hinaus ebenso wie die durch Erneuerbare angetriebene Metro und andere aktivistische Klima-Programme. Und nun kann die Welt zuschauen, wie die chilenische Bevölkerung durch die Straßen tobt ob dieser Steuern und Klima-Programme. Das ist das dritte große blaue Auge für die UN-COP in weniger als einem Jahr.

Die chilenischen Proteste hoben ebenso wie die Gelbwesten-Proteste in Frankreich vor einem Jahr grell hervor, wie sehr sich die internationale Klimaille von der Bevölkerung entfernt hat, die zu regieren und kontrollieren sie sich vorgenommen hat. Vor die Wahl gestellt zwischen einem mit Sicherheit niedrigerem Lebensstandard heute einerseits und spekulativen Auswirkungen des Klimawandels in ferner Zukunft andererseits haben sich die Menschen klugerweise für Letzteres entschieden.

Der ganze Beitrag steht hier.

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Der Gewaltausbruch in Chile sendet eine bedenkliche Botschaft an Klima-Campaigner und die Welt

John Authers

Falls es in Santiago passieren kann, kann es überall passieren. Das ist die unbequeme Botschaft, die der Rest der Welt tunlichst zur Kenntnis nehmen sollte, ausgesandt vom Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung in Chile, und unglücklicherweise ist das korrekt.

Der Aufruhr und Vandalismus der letzten Tage, welche inzwischen zur Ausrufung des Notstandes, einem Militär-Einsatz und sogar zu der Erklärung des chilenischen Präsidenten geführt haben, wonach sich das Land im Kriegszustand befinde, waren in der stabilsten und wohlhabendsten Nation von Latein-Amerika ausgebrochen. Dort hatte die längste ununterbrochene Demokratie geherrscht bis zum Pinochet-Putsch im Jahre 1973. Nachdem dessen Diktatur im Jahre 1990 friedlich wieder zu Fall gebracht worden war, herrschten dort erneut ununterbrochen demokratische Verhältnisse.

Außerhalb des Landes wurde Chile angesehen als die lebendige Verkörperung der von Pinochet aufgelegten Wirtschaftspolitik durch die „Chicago Boys“ – einer Gruppe von Ökonomen, von denen sich Viele über die Prinzipien freier Märkte an der University von Chicago informiert hatten. Die Rentenreform in Chile, wonach jeder in eine staatlich überwachte Pensionskasse einzahlen musste, wurde von Ländern in der gesamten Region als Vorlage angesehen.

Die Globalisierung hat es Chile inzwischen erlaubt, von seinen großen Vorräten an Kupfer zu profitieren. Relativ gesehen ist der Erfolg des Landes unbestreitbar. Im Jahre 1975, also unmittelbar nach dem Putsch von Pinochet, hinkte das chilenische BIP hinter Mexiko, Brasilien, Argentinien und sogar seinem Nachbarn Peru hinterher. Jetzt ist der Wohlstand pro Kopf dort höher als in jedem anderen dieser Länder. Chile hat die ganzen Krisen vermieden, welche den Rest der Region heimgesucht hatten.

Die Tatsache, dass die Chilenen gegen die Erhöhung der Lebenshaltungskosten revoltiert haben, ist daher ein Alarmsignal und zeigt, dass es in der übrigen Welt der Entwicklungsländer sehr leicht zu ähnlichen Ereignissen kommen kann. Viele hatten angenommen, dass Unruhen wie diese unmittelbar der Großen Rezession folgen würden. Stattdessen scheint sich jenes Momentum während einer Dekade der langsamen Erholung verzögert zu haben, doch nahm auch die Ungleichheit zu. Es liegt jetzt an uns, die Botschaft aus Chile richtig zu lesen, welche durch Fernsehbilder von Protesten im Libanon und anderswo nur noch nachdrücklicher unterstrichen wird.

Wenn es Chile so relativ gut geht, warum dann der Ausbruch gerade dort? Dafür gibt es m. E. mehrere entscheidende Gründe. Alle zusammen bilden ein sehr bedenkliches Beispiel für andere potentielle Hot Spots.

Der erste Grund ist die Ungleichheit. Die Agenda der Chicago Boys brachte ein starkes und stabiles gesamtwirtschaftliches Wachstum mit sich, aber Chile ist nach wie vor eines der Länder der Welt, in der die Schere zwischen arm und reich am weitesten geöffnet ist. Das Land rangiert als eines der Länder mit der größten Ungleichheit innerhalb der OECD, und die Ungleichheit verbleibt der Weltbank zufolge auch größer als in jedem der beiden Nachbarländer Argentinien und Peru. Die Menschen sind viel mehr erbost über steigende Lebenshaltungskosten, wenn diese mit einem Gefühl der Ungerechtigkeit einher gehen.

Der zweite Grund ist der Katalysator in Gestalt einer Erhöhung der Preise für den öffentlichen Nahverkehr und für Energie. Es gibt vielfach Beweise aus der ganzen Welt, dass ein solcher Vorgang Rebellionen viel leichter als alles andere auslöst – ein Punkt, den all jene im Hinterkopf haben sollten, die nach einer Reduktion von Treibhausgasen mittels einer Kohlenstoff-Steuer trachten. Bei den gewalttätigen Gelbwesten-Protesten in Frankreich war es um höhere Benzinpreise gegangen, welche als Bestrafung angesehen wurden für vom Auto abhängige Menschen in den Provinzen, während Eliten in großen Städten bevorzugt sind. In Mexiko gab es im Jahre 2017 Unruhen und Proteste aufgrund eines Anstiegs der Treibstoffpreise um 20% als Teil der Teilprivatisierung des staatlichen Öl-Monopol-Unternehmens PEMEX. Im vorigen Jahr war es zu Protesten und einem Streik der LKW-Fahrer in Brasilien gekommen als Reaktion auf Treibstoff-Verknappungen und eines starken Anstiegs der Preise für Diesel.

Der ganze Beitrag steht hier (Zahlschranke).

Übersetzt von Chris Frey EIKE