Reihen­weise geschei­terte Unter­gangs-Prophe­zeiungen

Man betrachte jedoch einmal die Prognosen der US Energy Information Agency EIA aus dem Jahr 2010 bzgl. der Entwicklung des Energieverbrauchs aus dieser Quelle (Hervorhebungen von mir [Eschenbach]):

Im Jahre 2010 projizierte die EIA, dass die USA im Jahre 2019 etwa 6 Millionen Barrel Öl pro Tag erzeugen würden. Die Realität? Tatsächlich erzeugen wir heute 12 Millionen Barrel pro Tag.

Gleichzeitig projizierte die EIA, dass der Ölpreis auf über 100 Dollar pro Barrel steigen werde. Tatsächlich schwankt er derzeit um 60 Dollar pro Barrel.

Die EIA hatte außerdem im Jahre 2010 projiziert, dass die USA bis heute insgesamt 8 Millionen Barrel Petroleum importieren würden, darin enthalten auch Rohöl und Petro-Erzeugnisse wie Benzin. Tatsächlich hatten die USA im September 89.000 Barrel Petroleum exportiert!

Die EIA hatte projiziert, dass die USA bis jetzt 20 Billionen Kubikfuß Erdgas erzeugen würden. Im letzten Jahr mit vollständigen Daten 2018 waren es über 30 Billionen Kubikfuß.

Die EIA hatte projiziert, dass Kohlestrom der dominante Energieträger in den USA und Erdgas relativ stabil bleiben werde – wenn nicht sogar dessen Anteil an der Energieversorgung leicht sinken wird. Aber das Gegenteil ist der Fall. Kohle-Energie sinkt kräftig, während der Erdgasverbrauch signifikant gestiegen ist.

Und jetzt erinnere man sich: Man versichert uns, dass diese Energie-Projektionen wirklich erstellt werden von wirklich smarten MenschenTM, also von den gleichen Herrschaften, die auch Klima-Prophezeiungen ausstoßen … und sie können noch nicht einmal zehn Jahre im Voraus vernünftige Prognosen abgeben? Vergessen wir Prognosen für ein Jahrhundert im Voraus von heute an – schon nach einer Dekade können sie falscher nicht sein. Die o. g. EIA-Projektionen liegen um oder über 100% daneben, und manchmal ist sogar schon das Vorzeichen falsch … Aber trotzdem lässt St. Greta die Kreischende keine Gelegenheit verstreichen, uns daran zu erinnern, dass wir unsere gesamte globale Ökonomie umstrukturieren müssen – auf der Grundlage der gleichen Phantasie-Prophezeiungen.

[Bildinschrift: Malala: Für den Friedensnobelpreis kämpfte ich gegen die Taliban, wurde mir in den Kopf geschossen, habe ich eine Fatwa überlebt, schrieb ich ein Buch und rief ich eine internationale philanthropische Stiftung ins Leben.

Greta: Um für den Friedensnobelpreis nominiert zu werden schwänzte ich die Schule, um über das Wetter zu meckern.]

Aber ich schweife ab … Dr. Roger Pielke Jr. stellte jüngst eine interessante Frage: Wie können wir reparieren, was er „apokalyptische“ Projektionen des zukünftigen Klimas nannte?

Meine Antwort lautete:

Mein Vorschlag wäre, dass alle Klimawissenschaftler damit aufhören, die Zukunft zu prognostizieren zu versuchen und sich stattdessen auf die Vergangenheit zu konzentrieren.

Solange wir Phänomene der Vergangenheit nicht richtig verstehen – wie etwa die Kleine Eiszeit, die Mittelalterliche Warmzeit usw. – und nicht genau wissen, warum sie begonnen und geendet haben und warum das nicht früher oder später der Fall war, solange ist es ein Witz, so zu tun, als ob man die Zukunft versteht.

Zum Beispiel haben die astronomischen Milankovitch-Zyklen mit Vereisungsperioden in der Vergangenheit gut korreliert. Sie sagen, dass wir uns heute mitten in einer „Eiszeit“ befinden sollen. Im Zuge dieser Zyklen ändert sich die Menge des Sonnenlichtes auf der Nordhemisphäre. Und als die Welt um das Jahr 1600 in die Kleine Eiszeit (LIA) geriet, deutete alles darauf hin, dass es in diese Richtung weitergehen würde, hin zu endloser Kälte. Die gleichen Befürchtungen kamen in den 1970er Jahren auf, nachdem sich die Erde für rund 30 Jahre abgekühlt hatte.

Hinsichtlich der Art und Weise, warum die Milankovitch-Zyklen auf eine Eiszeit hindeuteten, folgt hier eine Graphik des Temperaturverlaufs in Grönland und solarer Änderungen auf der Nordhemisphäre während der letzten 12.000 Jahre:

Aber anstatt dass uns die LIA in Temperaturen unter dem Gefrierpunkt trieb und Chicago von Meilen dickem Eis bedeckt war, begann sich die Erde zum Ende der 1700er Jahre wieder zu erwärmen – warum?

Nun, die unbequeme Wahrheit lautet: wir sind weit davon entfernt, das Klima gut genug zu verstehen, um die Frage zu beantworten, warum es im Mittelalter wärmer war als heute, warum sich die Erde dann in die Kleine Eiszeit bewegte, warum die LIA so lange dauerte, wie sie gedauert hat, warum sich der Weg in eine globale Vereisung nicht fortgesetzt hat, oder warum es zu einer allmählichen geringen Erwärmung in der Größenordnung eines halben Grads Celsius pro Jahrhundert gekommen war – seit damals bis heute.

Und solange Wissenschaftler diese und viele andere ähnliche Fragen hinsichtlich der Vorgänge in der Vergangenheit nicht beantworten können, warum in aller Welt sollten wir ihnen ihre Klima- und Energie-Prophezeiungen für ein Jahrzehnt, geschweige denn für ein Jahrhundert im Voraus abnehmen?

Das einzige, was hinsichtlich aller dieser Fragen klar hervortritt ist, dass die Antwort nicht „CO2“ lautet. Hier folgt noch ein Blick auf Grönland, diesmal mit dem CO2-Verlauf überlagert über den Temperaturverlauf:

Mein Vater pflegte zu sagen: „Mein Sohn, falls etwas zu schön zu sein scheint, um wahr zu sein … dann ist es vielleicht wahr“. Erst heute habe ich erkannt, dass es einen Folgesatz dazu bzgl. Klima gibt: „Mein Sohn, falls etwas zu schlimm zu sein scheint, um wahr zu sein … dann ist es vielleicht nicht wahr“.

Also lautet mein Ratschlag: All diese Prophezeiungen über ein drohendes Armageddon, versinkende Städte, endlose Dürren und andere schreckliche Folgen bis zu den Jahren 2100, 2050 oder sogar schon 2030, sollte man mit einer Portion Skepsis betrachten. Hier folgt, was ich als eine angemessene Größe der Skepsis betrachte, wenn ich Skepsis mit Salz gleichsetze:

 

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/12/27/failed-serial-doomcasting/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Prophezei­ungen von Klima-Kipp-Punkten – unsere Erde sollte längst unterge­gangen sein

Hier folgen also Prognosen aus der Vergangenheit. Der Autor gestaltet es als Quiz, wobei die Leserschaft raten soll, wer wann die betreffende Prophezeiung aufgestellt hatte. Wer da mitmachen will, klicke auf das Original (Link ist unten). Hier sollen nur die Prophezeiungen nebst Datum und Urheber derselben übersetzt werden.

Ende Einführung des Übersetzers.

Prophezeiung Nummer 1: „Ohne schlüssige finanzielle Anreize oder Abschreckung haben wir nur 96 Monate [8 Jahre], um einen ,unwiederbringlichen Kollaps unseres Klima- und Ökosystems zu verhindern nebst allem, was damit einhergeht‘ … Wir stehen vor einer doppelten Herausforderung einer Sichtweise auf die Welt und ein ökonomisches System, welches gewaltige Schwächen zu haben scheint, zusammen mit einer Umweltkrise – einschließlich der des Klimawandels – was uns alle vernichten wird“.

Kommentar: Diese berühmte Prophezeiung stammt von dem großen Klimawissenschaftler Prinz Charles im Juli 2009. Der genannte Zeitraum lief bis Juli 2017. Heißt das, dass wir uns im Folgejahr bereits im Zustand eines „unwiederbringlichen Kollaps‘ des Klima- und Ökosystems“ befanden?

Prophezeiung Nr. 2: „Wenn nicht innerhalb der nächsten zehn Jahre drastische Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen ergriffen werden, wird die Welt einen Point of no Return erreichen. Die Lage ist ,ein echter planetarischer Notstand‘. Falls man die Wahrheit darin akzeptiert, dann gibt es nichts Bedeutenderes. Wir müssen schnellstens mit einer angemessenen und wirklich starken Reaktion aufwarten, und genau dem habe ich mich verschrieben“.

Kommentar: Auch das ist eine ziemlich berühmte Prophezeiung, ausgegeben von Al Gore im Jahre 2006 im Vorspann zu seinem Film An Inconvenient Truth. Dies berichtete CBS News zu jener Zeit. Der Zeitraum der Prophezeiung endete also im Jahre 2016. Ich denke also, dass wir diesen Point of no Return und den wahren planetarischen Notstand bereits erreicht haben. Wie fühlen Sie sich dabei?

Prophezeiung Nr. 3: „New York City wird in 20 Jahren unter Wasser stehen. Der West Side Highway (entlang des Hudson River) wird unter Wasser stehen. Und man wird die Fenster entlang der ganzen Straße mit Klebebändern befestigen wegen der starken Winde. Und die gleichen Vögel werden nicht mehr da sein. Die Vegetation wird eine andere sein“.

Kommentar: Noch eine berühmte Prophezeiung, diesmal von James Hansen im Jahre 1988, der damals der Leiter der NASA-Unteragentur war, bekannt unter der Bezeichnung GISS. Diese Agentur zeichnet Temperaturdaten der Welt auf (und manipuliert diese in betrügerischer Weise). Diesmal endete der Prophezeiungs-Zeitraum im Jahre 2008. Aber ich bin noch vor ein paar Tagen auf diesem Highway spazieren gegangen, und es kam mir nicht so vor, als ob das Wasser neben der Straße höher gestanden hätte als im Jahre 1988.

Prophezeiung Nr. 4: „In 46 Jahren werden massive Deiche rund um New Orleans, Miami, New York das steigende Meerwasser zurückhalten. Die Stadt Phoenix [in Arizona] wird in der dritten aufeinander folgenden Woche von Temperaturen über 46 Grad Celsius heimgesucht. Dekaden der Dürre haben den einst fruchtbaren Landwirtschaftsgürtel im Mittleren Westen der USA verwüstet. Hurrikane verheeren die Golfküste, und Waldbrände vernichten weiterhin tausende Quadratkilometer Land. Science Fiction? Kaum. Das sind die ernüchternden Szenarien von globaler Erwärmung oder des „Treibhaus-Effektes“, die dem Glauben vieler Wissenschaftler zufolge auf uns zukommen, wenn wir weiter unsere Umwelt verschmutzen … Nichts weniger als sofortige weltweite Bemühungen seitens Regierungen, Unternehmen und vor allem individueller Bürger sind erforderlich, um der Umweltkrise zu begegnen, welche derzeit den gesamten Planeten bedroht“.

Kommentar: Diese Prognose stammt von dem selbst ernannten Allround-Genie Jeremy Rifkin aus dem Jahr 1989. (Er ist Autor von 20 Bestsellern über die „Auswirkungen wissenschaftlicher und technologischer Änderungen auf die Ökonomie, die Arbeiterklasse, die Gesellschaft und die Umwelt“ und „Berater der Führung der EU seit dem Jahr 2000“ – also wirklich, sagt einem das wirklich alles, was man wissen muss darüber, was für Idioten die Europäer sind?). Seine Prognose findet sich in einem Artikel in keinem geringeren Journal als dem Poughkeepsie Journal (zufällig die Zeitung meiner Heimatstadt!) Nun gut, das Jahr der Prophezeiung (2035) haben wir noch nicht erreicht. Aber, falls wir bis 2035 „massive Deiche“ brauchen, um New York City zu schützen, sollte es dann nicht zumindest schon Anzeichen eines so stark steigenden Meeresspiegels geben?

Prognose Nr. 5: „In vier Jahren wird sich das „letzte Fester der Gelegenheit“ schließen, um politische Maßnahmen zur Einschränkung des Verbrauchs fossiler Treibstoffe zu ergreifen. „Es ist die die letzte Chance, die wir haben, um eine Erwärmung über ein gewisses Maß hinaus zu verhindern“. Er fügte hinzu, dass „falls wir es nicht jetzt gleich tun, wir die Welt zu einem drastisch anderen Ort machen“.

Kommentar: Der Prophet war der damalige Leiter der United Nations Foundation Timothy Wirth, und das Jahr der Prophezeiung war 2012. Das bedeutet, dass das in der Prophezeiung genannte Jahr das Jahr 2016 war – oder (wie es gemeint war) das Ende der zweiten Amtszeit von Präsident Obama. Die Prophezeiung erschien in ClimateWire. Ich fürchte, wir haben unsere „letzte Chance“, die Welt zu retten, verstreichen lassen. Wirth ist der gleiche Typ, der als Kongressabgeordneter im Jahre 1988 die Anhörungen organisierte, auf welchen James Hansen offiziell die Globale-Erwärmung-Angst losgetreten hatte.

Prognose Nr. 6: Eine Erwärmung um 1,5°C oder mehr steigert das Risiko, welches mit lange währenden oder irreversible Änderungen einhergeht, wie etwa dem Verlust einiger Ökosysteme. Die Begrenzung der Erwärmung auf 1,5°C würde „rasche und weitreichende“ Transitionen bzgl. Landfläche, Energie, Industrie, Gebäude, Transportwesen und Städte erfordern. Die vom Menschen verursachten globalen Emissionen von Kohlendioxid müssten innerhalb der nächsten 12 Jahre um 45% sinken und in 32 Jahren ,Null‘ erreichen.

Kommentar: Ja, dieses Zitat stammt aus der soeben veröffentlichten Presseerklärung zum neuen UN-Report (hier). Darin enthalten sind genügend irrelevante Hinweise, welche den meisten Lesern sagen dürften, was davon zu halten ist.

Prognose Nr. 7: „Falls innerhalb der nächsten fünf Jahre keine grundlegenden Maßnahmen ergriffen werden, ist es zu spät“. Und: „Was wir während der nächsten drei Jahre machen, wird über unsere Zukunft entscheiden. Das ist der definitive Zeitpunkt“.

Kommentar: Diese Prognose stammt vom ehemaligen Leiter des IPCC Rajendra Pachauri aus dem Jahr 2007 (hier). Das bedeutet, dass es nach dem Jahr 2012 „zu spät“ sei, um Armageddon zu verhindern. Irgendwie wurschteln wir uns immer noch durch.

Prognose Nr. 8: „In weniger als zehn Jahren wird die Welt vor der Wahl stehen: entweder wird die Landwirtschaft die Tiere der Welt ernähren oder weiterhin die Bevölkerung der Welt. Beides zugleich ist nicht möglich“.

Kommentar: Diese Prognose stammt von dem bekannten UK-Umweltaktivisten George Monbiot und war im Guardian im Jahre 2002 erschienen (hier). Auch hier war das Ziel der Prognose das Jahr 2012. Können Sie sich daran erinnern, dass die Welt vor sechs Jahren oder so vor der Wahl gestanden hatte, entweder „die Tiere der Welt“ oder die „Bevölkerung der Welt“ zu ernähren? Ich selbst kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern. Vielleicht sollte ich nach Hause gehen und einen Hamburger zum Mittag verspeisen, während ich darüber nachdenke.

Prognose Nr. 9: „In 11 Jahren könnten ganze Nationen vom Angesicht der Erde verschwinden infolge des steigenden Meeresspiegels, falls die globale Erwärmung bis zum Jahr 2000 nicht aufgehalten wird“.

Kommentar: Diese Prognose stammt aus dem Jahr 1989 und zielte auf das Jahr 2000 (wenn „ganze Nationen vom Angesicht der Erde verschwunden sein sollen“) – also vor 18 Jahren. Die Prognose wird dem „leitenden Umwelt-Sekretär“ der UN Noel Brown zugeschrieben und wurde in den San Jose Mercury News veröffentlicht. Irgendwie scheint es aber sogar den Malediven gut zu gehen in diesem Jahr 2018.

Soweit diese „Prognosen“. Und jetzt kommt das Unglaubliche: Würde man nicht denken, dass niemals eingetroffene apokalyptische Prophezeiungen wie die oben Genannten den Ruf der Prognostiker vollkommen unterminieren würde – oder dass sie zu Lachnummern werden würden? In diesem Falle: Ganz und gar nicht! Alle diese Herrschaften sind immer noch da draußen und sitzen fester im Sattel denn je. Nun gut, Pachauri wurde aus dem IPCC hinaus gedrängt, aber nicht wegen gescheiterter Klimaprognosen, sondern wegen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs. Er verließ das IPCC im Jahre 2015, das heißt, noch bis zu drei Jahren, nachdem sich seine Prognosen in Schall und Rauch aufgelöst hatten, war er in Amt und Würden. Inzwischen hatte das IPCC den Friedensnobelpreis gewonnen! Monbiot schreibt immer noch Untergangsartikel für den Guardian. Und haben Sie nichts von Noel Brown gehört? Der war als UN-Umweltsekretär zurückgetreten, wurde dann aber zum Präsidenten von Friends of the United Nations.

Fazit: ebenso lächerliche wie falsche Apokalypse-Prophezeiungen sind der Weg zu einer mit Sicherheit erfolgreichen Karriere. Die Welt ist ein merkwürdiger Ort!

Aktualisierung am 4. Februar 2019: Ein Leser wies darauf hin, dass die Presseerklärung des IPCC, in welcher d dessen Special Report angekündigt wurde, aus dem Web verschwunden war. Ich selbst konnte ihn auch nicht mehr finden. Allerdings gibt es immer noch ein Dokument mit dem Titel „Headline Statements From the Summary for Policy Makers„.

Link: https://www.manhattancontrarian.com/blog/2018-10-11-manhattan-contrarian-quiz-climate-tipping-points-edition?rq=tipping%20points

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Winter 2019/20 – Hoffen auf späte Kälte durch Zirkulations­störungen?

Der Ausblick auf den Hochwinter 2020 macht zunächst wenig Hoffnung auf eine häufigere Präsenz von Schnee und Kälte bis ins Flachland. Es sind aber die seit Februar 2018 immer wieder über längere Zeiträume auftretenden Zirkulationsstörungen und die geringe Sonnenaktivität, welche dem Winter 2019/20 noch vage Chancen geben, sich seinen Namen zu verdienen. Eine Bewertung der ursprünglichen, bis Ende November vorliegenden Winterprognosen erfolgt dann im März.

Ein Blick auf die Entwicklung der NAO (Nordatlantische Oszillation, ein Maß für das Luftdruckgefälle zwischen Azoren und Island) zeigt, dass sich im Dezember 2019 meist positive NAO- Werte einstellten, was mildes Westwetter in Mitteleuropa begünstigt und uns das alljährliche „Weihnachtstauwetter“ beschert hat:

Abb. 1: Seit Anfang Dezember 2019 herrschten bislang meist positive NAO-Werte, was ein erhöhtes Luftdruckgefälle zwischen den Azoren und Island bedeutet. Die daraus resultierenden Westwinde halten die Kälte von Mitteleuropa fern. Quelle: NOAA (Wetterdienst der USA)

Bauern- Regeln werden zwar oft als altmodisch belächelt; doch oftmals haben sie einen wahren Kern. Sie stellen oft (unbewusst) auf die Erhaltungsneigung der großräumigen Zirkulation ab, welche kurz nach der Wintersonnenwende besonders ausgeprägt ist. Die beiden Regeln „Dezember wechselhaft und lind, der ganze Winter bleibt ein Kind“ und „War bis Dreikönigstag kein (richtiger) Winter, so folgt (meist) keiner mehr dahinter“ machen wenig Hoffnung auf Winterwetter, zumal auch fast alle Modelle eine sehr milde Witterung in den Monaten Januar und Februar erwarten, freilich mit großer Unsicherheit:

Abb. 2a und 2b: Momentan sieht das wichtigste experimentelle Langfristmodell, das CFSv2 des US- Wetterdienstes NOAA, einen zu milden Januar (oben) und einen sehr milden Februar vorher. Zur Beachtung: Diese Prognosen sind experimenteller Art und keinesfalls stets zutreffend; doch momentan erwarten auch die Institute NASA, DWD, MeteoSchweiz und UKMO, einen mehr oder weniger zu milden Hochwinter 2020.

Nun ist es nicht so, dass wegen der angeblichen Klimaerwärmung keine großen Kaltluftmassen mehr im Nordwinter entstehen. Im Herbst 2019 wuchs die von Eis bedeckte Meeresoberfläche in der Arktis recht stark, aber die kälteste Luft sammelte sich, wie in den bei uns milden Vorwintern üblich, über Nordostkanada und Grönland, nicht über Nordskandinavien/Nordwestrussland, was eine erste, wichtige Voraussetzung für einen Kaltwinter in Deutschland wäre. Anfang Januar 2020 soll sich diese ungünstige Lage gar noch verschärfen:

Abb. 3: Ensemble-Prognose für den 4. Januar 2020. Man erkennt den markanten, troposphärischen Kältepol über Nordkanada/Grönland (violette Farbe). Tiefer Luftdruck über dem Nordmeer und hoher über dem westlichen Mittelmeerraum sorgt für eine milde Westströmung über Deutschland. Quelle der Abbildung: wetterzentrale.de

Ein anderes, freilich ebenfalls nur experimentelles Prognoseverfahren basiert auf so genannten Analogfällen, das sind Jahre mit ähnlicher Luftdruckverteilung wie 2019 in den Vormonaten des zu prognostizierenden Winters. Eine solche fand sich in den Jahren 1910, 1915, 1931, 1934, 1941, 1952, 1953, 1963, 1966, 1980, 1990, 2002, 2004, 2013 und 2015. Berechnet man daraus die mittlere Luftdruckverteilung für Januar und Februar, so zeigt sich folgendes Bild:

Abb. 4a und 4b: Mögliche, aus den Analog-Fällen berechnete Abweichungen des Boden-Luftdrucks (umgerechnet auf Meeresspiegelhöhe) vom Langjährigen Mittel in hPa im Januar (oben, 4a) und im Februar. Rot bedeutet übernormalen, blau unternormalen Luftdruck. Man erkennt im Januar ein riesiges Gebiet übernormaler Abweichungen über fast ganz Mittel-, Südwest- und vor allem Nordwesteuropa, besonders westlich von Irland. Eine solche Verteilung begünstigt das Auftreten von Hochdruckgebieten zwischen den Azoren, Spanien, Mittel- und Nordwesteuropa; keine guten Voraussetzungen für längere, sehr kalte Witterungsphasen. Im Februar stünden die Chancen auf zumindest zeitweilige Kaltluftzufuhr aus Nord bis Nordost etwas besser. Quelle beider Abbildungen: LARS THIEME

Wenn, wie auch 2019, im Jahresmittel ein deutlich zu hohes Geopotential über Deutschland herrschte, so erhöht das die Wahrscheinlichkeit für einen eher milden Januar:

Abb. 5: Je höher die 500-hPa-Fläche über Deutschland im Vorjahr (Jahresmittel) lag, desto milder fällt tendenziell der folgende Januar in Deutschland aus; dies traf sehr gut auf die sehr milden Januare 1983, 1990, 2007 und 2008 zu. Freilich gilt aufgrund der hohen Streuung: Keine Regel ohne Ausnahme! So folgte dem recht niedrigen Geopotential 1974 ein extrem milder Januar 1975, und der Januar 1954 fiel trotz eines vorangehenden, relativ hohen Geopotentials deutlich zu kalt aus.

Die QBO wechselt aller Voraussicht nach bald auch in den untersten Stratosphären-Schichten zur Ostwindphase, was, ähnlich wie 2018, die Zonalzirkulation schwächen könnte. Unterstützt wird diese unsichere Vermutung von der sehr geringen Sonnenaktivität. Doch nur, wenn der Wechsel nicht zu spät erfolgt, könnte er noch einen kalten Spätwinter auslösen.

Fazit: Eindeutige, verlässliche Anzeichen für einen länger kalten Hochwinter 2020 in Deutschland fehlen. Es bleibt vorwiegend mild bis sehr mild. Kurze winterliche Episoden oder ein zu kalter Februar sind noch nicht völlig ausgeschlossen, aber momentan wenig wahrscheinlich. Nur mit ganz viel Glück könnte sich also ab Ende Januar noch eine Umstellung hin zu sehr kalter Witterung vollziehen; letztmalig erlebten wir Ähnliches im Winter 2017/18. Allerdings deuten die meisten Vorzeichen auf einen relativ zeitigen Frühling hin.

Zusammengestellt von Stefan Kämpfe, unabhängiger Klimaforscher, am 25.12. 2019




Das schönste Weihnachtsgeschenk für die Menschheit jemals: Sie hat gerade das beste Jahrzehnt ihrer Historie hinter sich

Kaum etwas war davon in den Nachrichten zu hören, denn gute Nachrichten sind nun einmal keine Nachrichten. Aber ich habe das alles genau verfolgt. Seit ich mein Buch The Rational Optimist im Jahre 2010 geschrieben habe, wurden mir fortwährend Fragen gestellt, die anfingen mit ,ja, aber was ist mit…‘: Was ist mit der großen Rezession, der Euro-Krise, Syrien, der Ukraine, Donald Trump? Wie kann ich bloß behaupten, dass es angesichts dieser Probleme immer besser wird? Die Antwort lautet: weil schlimme Dinge auch dann vor sich gehen, wenn es auf der Welt besser wird. Und genau das ist tatsächlich der Fall, und zwar im Verlauf dieses Jahrzehnts so sehr, dass ich aus dem Staunen gar nicht mehr herauskam.

Eine der am wenigsten eleganten, von mir ausgegebenen Prognosen war vor neun Jahren, dass ,sich der ökologische Fußabdruck menschlicher Aktivitäten möglicherweise verkleinern wird‘ und dass wir ,immer nachhaltiger werden bzgl. der Art und Weise, wie wir den Planeten nutzen‘. Damit wollte ich sagen: Unsere Bevölkerung und unsere Wirtschaft würden wachsen, aber wir würden lernen, das zu reduzieren, was wir dem Planeten entnehmen. Und genau das war ja auch der Fall! Ein MIT-Wissenschaftler, nämlich Andrew McAfee dokumentierte dies kürzlich in einem Buch mit dem Titel More from Less, in welchem er belegt, wie einige Nationen immer weniger verbrauchen: weniger Metall, weniger Wasser, weniger Landfläche. Und das nicht nur im Verhältnis zur Produktivität, sondern allgemein weniger.

Das passt so gar nicht zu dem, was die wild gewordene Horde von Extinction Rebellion uns eintrichtert. Das nächste Mal, wenn man Sir David Attenborough sagen hört, dass ,jeder, der glaubt, dass es auf einem Planeten mit endlichen Rohstoffen unendliches Wachstum geben kann, ist entweder verrückt oder ein Ökonom‘, dann frage man ihn: ,Aber wie ist das, wenn ökonomisches Wachstum bedeutet, weniger Material zu verbrauchen und nicht mehr?‘. Beispiel: Eine normale Getränkedose kann heutzutage 13 Gramm Aluminium enthalten, das meiste davon aus Recycling. Im Jahre 1959 enthielt die Dose noch 85 Gramm Aluminium. Der Ersatz des Früheren durch das Jetzige ist ein Beitrag zu ökonomischem Wachstum, aber es reduziert die Ressourcen pro Getränkedose.

Für UK gilt, dass der Höhepunkt unseres Verbrauches von Material wahrscheinlich um die Jahrhundertwende ihr Maximum erreicht hat – ein Fortschritt, der fast unbemerkt geblieben ist. Aber die Beweise dafür liegen vor. Im Jahre 2011 veröffentlichte Chris Goodall, ein Investor in Elektrofahrzeuge Forschungsergebnisse des Inhalts, dass in UK jetzt nicht nur relativ weniger Rohstoffe verbraucht werden, sondern absolut weniger. Seitdem haben ihn die Ereignisse immer wieder bestätigt. Die Menge aller pro Person verbrauchten Ressourcen (heimische Biomasse, Metalle, Mineralien und fossile Treibstoffe plus mehr Import und weniger Export) fiel zwischen den Jahren 2000 und 2017 um ein Drittel, das ist ein deutlicherer Rückgang als die Zunahme der Anzahl von Menschen, so dass insgesamt weniger Ressourcen verbraucht werden.

Wer das noch nicht einsieht, der denke an seinen eigenen Haushalt. Handys vollbringen heute das, wofür während der 1970-er Jahre noch raumgroße Computer erforderlich waren. Ich gebrauche mein Handy anstatt einer Kamera, eines Radios, einer Taschenlampe, eines Kompasses, einer Landkarte, einer Armbanduhr, eines CD-Spielers, einer Zeitung und von Kartenspielen. LED-Lampen verbrauchen nur etwa ein Viertel der Strommenge wie eine herkömmliche Glühlampe in früherer Zeit für die gleiche Helligkeit. Moderne Gebäude enthalten allgemein viel weniger Stahl, und immer mehr davon stammt aus Recycling. Büros arbeiten zwar noch mit Papier, das aber in immer geringerem Umfang.

Selbst in den Fällen, in denen sich der Materialverbrauch nicht verringert, so steigt er doch langsamer als erwartet. Beispiel: Experten in den 1970er Jahren prognostizierten, wie viel Wasser die Welt im Jahre 2000 verbrauchen würde. In Wirklichkeit war die verbrauchte Wassermenge nicht einmal halb so hoch wie prognostiziert. Nicht etwa, weil es weniger Menschen gibt, sondern weil der menschliche Erfindungsgeist viel effizientere Methoden der Bewässerung für die Landwirtschaft entwickelt hat, dem größten Wasserverbraucher.

Bis vor Kurzem hatten die meisten Ökonomen angenommen, dass diese Verbesserungen fast immer vergeblich waren, und zwar wegen so genannter Rebound-Effekte: Falls sich etwas verbilligt, würden die Menschen einfach mehr davon verbrauchen. Man mache Lichter weniger Energie-hungrig, und sie werden länger brennen. Das ist bekannt als das Jevons-Paradox, benannt nach dem Ökonom William Stanley Jevons im 19. Jahrhundert, der diesen Effekt erstmals beschrieben hatte. Aber Andrew McAfee macht geltend, dass das Jevons-Paradox nicht aufrecht zu erhalten ist. Nehmen wir an, man wechselt von herkömmlichen Glühlampen zu LED-Lampen und spart sich drei Viertel seiner Stromrechnung bzgl. Beleuchtung. Man lässt vielleicht die Lichter länger brennen, aber mit Sicherheit nicht vier mal länger.

Wirkungsgrade in der Landwirtschaft bedeuten, dass sich die Welt jetzt ,Peak Farmland‚ nähert – trotz der zunehmenden Bevölkerung und deren Nachfrage nach mehr und besserer Nahrung steigt die Produktivität der Landwirtschaft so schnell, dass die menschlichen Bedürfnisse mit immer weniger Landverbrauch befriedigt werden können. Im Jahre 2012 schrieben Jesse Ausubel von der Rockefeller University und seine Kollegen, dass wir dank moderner Technologie 65% weniger Land verbrauchen, um eine Quantität Nahrungsmittel zu erzeugen, als vor 50 Jahren. Bis 2050, so schätzt man, wird eine Landfläche so groß wie Indien keiner Pflüge und Viehwirtschaft mehr bedürfen.

Geringerer Landverbrauch ist der Grund für sich ausbreitende Wälder, vor allem in reichen Ländern. Im Jahre 2006 zeigten Arbeiten von Ausubel, dass in keinem halbwegs wohlhabenden Land die Waldfläche sank, sowohl hinsichtlich Baumdichte als auch Fläche. Große Tiere feiern in reichen Ländern ein Comeback; die Population von Wölfen, Hirschen, Bibern, Luchsen, Seelöwen und Adlern nehmen allesamt zu, und selbst die Anzahl der Tiger steigt allmählich.

Die vielleicht überraschendste Statistik ist, dass in UK stetig weniger Energie verbraucht wird. John Constable von der GWPF weist hier darauf hin, dass der Energieverbrauch seit 1970 um 10% gesunken ist – und das, obwohl sich die UK-Ökonomie seit jenem Jahr verdreifacht und die Bevölkerung um 20% zugenommen hat. Der größte Teil des Rückgangs erfolgte während der letzten Jahre. Das sind nicht unbedingt gute Nachrichten, argumentiert Constable: Obwohl die verbesserte Energieeffizienz von Glühlampen, Flugzeugen und Autos sicher ein Teil der Story ausmachen, bedeutet es aber auch, dass wir mehr in Erzeugnissen eingebettete Energie importieren, weil wir viele unserer Stahl-, Aluminium- und Chemieindustrien nach außerhalb verlagert haben, weil die Energiepreise hierzulande zu den höchsten der Welt zählen.

Tatsächlich kann all dieses Energie sparen Probleme auslösen. Innovation geht nicht ohne Experimente (von denen die meisten scheitern). Experimente brauchen Energie. Sie ist also eine Grundlage, wie die industrielle Revolution gezeigt hat. Folglich sollte Energie eine Ressource sein, von welcher eine aufblühende Bevölkerung mehr verbraucht. Glücklicherweise schimmert jetzt die Möglichkeit am Horizont, dass Kernkraft eines Tages Energie in minimaler Form liefern wird, wobei nur sehr wenig Treibstoff und Landfläche verbraucht wird.

Seit ihrer Gründung war die Umweltbewegung besessen von dem Gedanken endlicher Ressourcen. Die beiden Bücher, welche die grüne Industrie Anfang der 1970er Jahre vom Zaun gebrochen hatten, waren The Lmits to Growth in den USA und Blueprint of Survival in UK. In beiden wurde die unmittelbar bevorstehende Erschöpfung von Metallen, Mineralien und Treibstoffen beklagt. In Limits to Growth wurde prophezeit, dass falls sich das Wachstum in gleicher Weise fortsetzt, der Welt noch vor dem Jahr 2000 Gold, Quecksilber, Silber, Zinn, Kupfer und Blei ausgehen werden. In Schul-Lehrbüchern fanden diese Behauptungen rasch Widerhall.

Dies hat den Ökonomen Julian Simon veranlasst, den Ökologen Paul Ehrlich zu einer Wette zu bewegen. Er wettete, dass ein Korb mit fünf Metallen (die Ehrlich aussuchen konnte), im Jahre 1990 weniger kosten würde als im Jahre 1980. Die Steinzeit ist nicht aus Mangel an Steinen zu Ende gegangen, sagte Simon und führte weiter aus, dass wir Ersatz finden würden, sofern Metalle wirklich immer seltener werden. Simon hat die Wette im Handumdrehen gewonnen, obwohl Ehrlich den Scheck nur zögernd unterschrieb mit der Bemerkung, dass ,es eines gibt, dass uns niemals ausgehen wird, nämlich Dummköpfe‘. Bis auf den heutigen Tag ist keines dieser Metalle signifikant teurer geworden oder haben die Vorräte abgenommen, geschweige denn dass sie der Welt ausgehen.

Eine moderne Ironie ist, dass viele grüne Maßnahmen politischer Natur tatsächlich den Trend hin zu weniger Verbrauch umkehren würde.

Der ganze Beitrag steht hier.

Originally published 12/19/19 by Matt Ridley, in The Spectator

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/12/25/the-best-christmas-present-to-humanity-ever-weve-just-had-the-best-decade-in-human-history/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Alphabet, Apple, Dell und Tesla: Komplizen bei der Ausbeutung von Kindern

Menschenrechtler: Alphabet, Apple, Dell Tesla, Microsoft bedienen sich der Kinderarbeit, um Kobalt für Batterien abzubauen

Technik-Giganten verklagt wegen des Vorwurfs ,wissentlich von der grausamen und brutalen Ausbeutung kleiner Kinder zu profitieren‘

Von Thomas Claburn in San Francisco

Die Google-Tochter Alphabet sowie Apple, Dell, Microsoft und Tesla sind angeklagt, „wissentlich zu profitieren von und einen Beitrag zu leisten zu der grausamen und brutalen Ausbeutung von Kindern in der Demokratischen Republik Kongo (DRC), um Kobalt abzubauen“. Kobalt ist ein grundlegender Bestandteil von Lithium-Ionen-Batterien, welche diese Unternehmen von Zulieferern wie Glencore, Umicore und Huayou Cobalt erhalten.

Am Sonntag hat International Rights Advocates (IRAdvocates), eine in Washington DC ansässige Menschenrechtsgruppe, im Namen von 13 namentlich nicht genannten Klägern eine Klage (PDF) angestrengt. Jeder einzelne dieser 13 ist entweder ein minderjähriger Arbeiter, der beim Abbau von Kobalt in der DRC verletzt wurde oder ein enger Verwandter eines Kindes, welches in einem Bergbau-bedingten Unfall ums Leben kam. Sie sind nicht deshalb namentlich nicht genannt, weil man ihre Namen nicht kennt, heißt es in der Klageschrift, sondern weil sie ihr Leben aufs Spiel setzen, weil sie mächtige Industrien und die Regierung der DRC gegen sich aufbringen, welche von diesem Status Quo sehr profitieren.

Weiter heißt es in der Klageschrift: „Die Kläger und andere Kinderarbeiter in den Minen, welche für die beklagten Firmen Alphabet, Dell, Microsoft und Tesla Kobalt produzieren, verdienen normalerweise 2 bis 3 US-Dollar pro Tag, und – bemerkenswerterweise – vielfach auch noch weniger, und das, obwohl sie zermürbende und gefährliche Arbeit machen, die sie vermutlich töten oder dauerhaft verkrüppeln wird.

Anstatt bedeutsame Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Todesfälle und Verkrüppelungen von Kindern in den Kobaltminen in der DRC zu verhindern, behaupten die beklagten Firmen Alphabet, Apple, Dell, Tesla und Microsoft, ,freiwillig Programme‘ aufgelegt zu haben, um sie selbst daran zu hindern, verbotener Kinder- und Zwangsarbeit in ihren Zulieferketten Vorschub zu leisten“.

Das Programm zur Verhinderung von Kinderarbeit von Apple steht für viele andere auch. Typischerweise verlässt man sich darauf, dass Meldungen von Arbeitsmissbrauch den betroffenen Menschen vielfach gar nicht möglich sind.

Das Programm stützt sich nämlich der Klageschrift zufolge darauf, dass „des Lesens weitgehend ungebildete, in verzweifelter Armut lebende und extrem verwundbare Menschen nicht in der Lage sind, das Verfahren einer Klage gegen Apple ergründen, um Verletzungen ihrer Rechte geltend machen zu können, wenn sie sich keine Personalcomputer oder iPhones leisten können und auch keinerlei Zugang zum Internet oder zu Handys haben, um die Welt da draußen zu informieren im Zusammenhang mit einem gewalttätigen Regime, welches keinerlei Abweichung duldet, und einer nicht überwachten Industrie, welche gegen jedwede Whistleblower straffrei nach Belieben vorgehen kann“.

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Kobalt ist eine unabdingbare Komponente zur Herstellung von Lithium-Batterien hoher Kapazität und wird außerdem in modernen elektronischen Systemen verbaut wie Handys, Laptops und Elektrofahrzeugen.

Die DRC bietet eine billige Kobalt-Quelle durch die Ausbeutung von Kindern. Man schickt Kinder in entsetzlich unsichere Bedingungen, wo viele von ihnen sterben, entweder durch Unfälle in den Minen oder durch die Inhalation der hoch giftigen Kobalt-Mineralien, die sie abbauen.

Die genannten Unternehmen behaupten, dass sie Programme aufgelegt haben, um diese Übel zu beseitigen. Die Klage macht jedoch geltend, dass diese Programme ein Fall von Augenwischerei sind [plausible deniability].

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/12/18/climate-friendly-lithium-battery-horror-lawsuit-accuses-alphabet-apple-dell-and-tesla-of-complicity-in-child-exploitation/

Übersetzt von Chris Frey EIKE