Ein Jahr ineffek­tiver Klima-Verrücktheit steht bevor

Das gilt besonders für die US-Präsidentschaftswahlen, was politisch gesehen bei Weitem das bedeutendste Ereignis der Welt in diesem Jahr 2020 sein dürfte. Viele Kandidaten der Demokraten werden versuchen, auf der Welle der Hysterie zum Sieg zu reiten. Ihr Sieg ist aber unwahrscheinlich.

So wie ich es sehe, bekommt man umso weniger Stimmen, je weiter man sich nach links bewegt, und bzgl. Klima stehen diese Leute sehr weit links. Meiner Ansicht nach ist der einzige brauchbare Kandidat Joe Biden, und er könnte nicht verrückt genug sein, um tatsächlich den Zuschlag zu bekommen. Schon gar nicht kann er Präsident Trump schlagen, so dass es an dieser Front eigentlich sehr gut aussieht.

Eine andere große Unbekannte ist, was die hysterischen Demonstranten tun werden. Noch größere Aufmärsche? Noch mehr Störungen? (Die Polizei hat sich jetzt Klebstoff-Löser zugelegt). Oder vielleicht auch etwas, das wir bisher noch nicht erlebt haben – hoffentlich nicht noch gewalttätiger. Ich bin sicher, dass unter den Insidern diesbezüglich ein wilder E-Mail-Austausch im Gange ist.

In dieser Hinsicht, werden die Hysteriker spezielle Kandidaten auf den Schild der Nominierung durch die Demokraten heben? Oder werden sie vielleicht aktiv in speziellen Angelegenheiten des Kongresses? Sie könnten sogar ihre eigene Partei gründen (Greta Thunberg kann nicht kandidieren, so ein Pech aber auch!). Politische Aktionen scheinen der logische nächste Schritt der Extremisten zu sein, welche die grüne Bewegung weiter destabilisieren könnten, wenn man berücksichtigt, dass die meisten politischen Aktivistengruppen eher moderat sind.

Es gibt aber noch eine Menge anderer Klima-Knackpunkte. Auf ihrem jüngsten Treffen scheiterte die EU mit einem noch ambitionierteren Reduktionsziel bis zum Jahre 2030 aufzuwarten, trotz des hysterischen Geschreis der EU-Führung eben dafür.

Das nächste Treffen zu diesem Thema ist im Juni anberaumt. Kein Zweifel, wir werden viel „Action Now!“-Aufmärsche und Demonstrationen erleben. Aber die Ambitionen auf der Ebene der einzelnen EU-Mitgliedsländer könnte ziemlich unterirdisch sein, und nur das zählt. Viele Länder verfehlen schon jetzt ihr 2020-Ziel, und es gibt immer mehr Anti-Maßnahmen-Demonstrationen, von Gelbwesten über Landwirte bis hin zu Kohle-Kumpels. Die politischen Führer fürchten sich hiervor schon etwas.

Die UN werden viele Semi-Gipfel abhalten auf dem Weg zum grandiosen COP26 in Glasgow, geplant für November. Angesichts der Ereignisse bei COP25 in Madrid werden wir vermutlich den progressiven Kollaps des gesamten UN-Klima-Maßnahmen-Prozesses erleben.

Der Fortschritt nach dem Paris-Abkommen der UN ist viel zu langsam und kompromittierend, um von den Action Now!-Hysterikern toleriert zu werden. Vor allem wird das so sein, falls sich die Action Now!-Hysterie im Jahre 2020 hochschaukelt, was sehr wahrscheinlich ist. Dass die den Entwicklungsländern versprochenen mythischen 100 Milliarden Dollar pro Jahr in Glasgow nicht auftauchen werden, wird den Kollaps verschlimmern.

Und dann geht aber in der Welt noch viel auf der nationalen Ebene vor sich. Besonders vielversprechend ist der rapide Aufstieg neuer populistischer Parteien, welche gegen die von den Action Now!-Radikalen geforderten drastischen Maßnahmen opponieren. Linksextreme Hysterie erzeugt normalerweise eine konservative Gegenreaktion. Warum sollte das jetzt anders sein? Wütendes Volk ist gefährlich.

Allerdings erwarte ich viele bedeutungslose, symbolische grüne Maßnahmen als Reaktion auf das hysterische Geschrei. Dazu zählen auch Deklarationen eines „Klima-Notstandes“ sowie sinnlose Versprechungen von Null-Emissionen bis zum Jahre 2050. Politiker, welche das Unmögliche versprechen, was in ferner Zukunft passieren soll, sind nicht schädlich. Daher deren Popularität.

Meine Einschätzung, die große Klimawandel-Debatte zu gewinnen ist, dass die Alarmisten keinen ernsthaften Schaden anrichten. Zwar erwarte ich ein eskalierendes Crescendo hysterischen Geschreis im Verlauf des Jahres 2020, doch der Grund dafür wird sein, dass meine Seite gewinnt und die Schreihälse verlieren.

So wie es im Moment aussieht, haben die Skeptiker im Jahre 2020 eine Chance, groß herauszukommen, aber nur, wenn wir den Druck aufrecht erhalten. You Ain’t seen nothing yet.

Autor: David Wojick, Ph.D. is an independent analyst working at the intersection of science, technology and policy. For origins see http://www.stemed.info/engineer_tackles_confusion.html For over 100 prior articles for CFACT see http://www.cfact.org/author/david-wojick-ph-d/ Available for confidential research and consulting.

Link: https://www.cfact.org/2019/12/26/a-year-of-ineffective-climate-madness-looms/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Gehen die Waldbrände in Australien auf den Klimwandel zurück?

Zunächst ein Blick auf die Regenmenge. Alle Daten und die folgenden Graphiken stammen vom australischen Wetterbüro BOM:

Wie man sieht, liegt die Regenmenge während der letzten drei Monate deutlich unter dem Mittelwert, aber nicht mehr als während vieler Jahre zuvor auch schon.

In einem etwas größeren Zeitmaßstab kann Gleiches gesagt werden hinsichtlich der jährlichen Trends von Juli bis Juni. Die schwarze Linie zeigt den über 5 Jahre geglätteten Mittelwert. Sie zeigt, dass es in NSW viel nasser war als im Mittel der Zeit ab dem Jahr 1950. Im Gegensatz dazu entsprechen die derzeitigen Bedingungen der Norm vor dem Jahr 1950:

Tatsächlich ist es mit Ausnahme einiger weniger kleiner Gebiete in Australien seit 1910 nasser geworden. Aber genau diesen Eindruck wollen die alarmistischen Medien NICHT erwecken [siehe Bild ganz oben].

Und was ist mit der Temperatur?

Die Station Walgett ist eine der wenigen ländlichen Stationen in NSW mit einer langen Zeitreihe. Die Temperaturen dort haben mit 44,8°C bisher in diesem Monat ein Maximum erreicht, im Monatsmittel waren es bisher 38°C:

Allerdings ist eine Temperatur von 44,8°C in Walgett keineswegs etwas noch nie da gewesenes. Der Allzeit-Rekord wurde schon vor langer Zeit, nämlich am 3. Januar 1903 mit 49,2°C erreicht und ist seitdem nicht wieder erreicht worden. Der Allzeit-Rekord des Monats Dezember wurde im Jahre 1883 mit 47,8°C erreicht:

Auch das Monatsmittel von 38,0°C ist keineswegs ein Rekordwert. Während der drei Jahre von 1899 bis 1901 waren in allen drei Dezember-Monaten maximale mittlere Temperaturwerte deutlich über 38°C aufgetreten:

Seit die Station im Jahre 1993 zum Flughafen verlagert worden war, wurde die 38°C-Marke bis zu diesem Jahr einmal überschritten, und zwar im Jahre 2005 mit einem Mittelwert von 38,5°C. Aber auch dieser Wert liegt noch deutlich unter dem Mittelwert vom Dezember 1899, als 39,9°C ermittelt worden waren:

Zusammengefasst: In NSW ist es derzeit nicht heißer oder trockener als es immer wieder mal der Fall war, obwohl es in diesem Jahr zweifellos recht heiß und trocken ist. Aber das sind einfach nur Wettervorgänge, wie es sie auch vielfach in der Vergangenheit schon gegeben hat.

Link: https://www.thegwpf.com/are-australian-wildfires-due-to-climate-change/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Winterwetter in Nordamerika stärker von der tropischen als von der arktischen Stratosphäre bestimmt

Ein Forscherteam unter Führung der University of Reading führte die erste Studie jemals durch, um zu ergründen, wie sich die vier hauptsächlichen Winter-Strömungsverhältnisse in Nordamerika auswirken abhängig von der Stärke des stratosphärischen Polarwirbels. Hierbei handelt es sich um ein die Arktis umkreisendes Band starker Winde um den dort liegenden Polarwirbel in Höhen zwischen 10.000 und 50.000 m, wodurch Kaltluft im Inneren des Polarwirbels dort festgehalten wird.

Bekannt ist bereits, dass die Stärke der Strömung um den Wirbel das Wetter in Europa und Asien beeinflusst. Aber die Studie zeigt, dass auch die Haupt-Winterwetterlagen in Nordamerika stark beeinflusst werden. Für Prognostiker ergibt sich damit ein zusätzliches Hilfsmittel, um den potentiell starken Einfluss auf das Wetter während des Winters zu verstehen.

Die in den Geophysical Research Letters veröffentlichte Studie zeigt außerdem, dass die ganz Nordamerika betreffenden extremsten Kältewellen – anders als in Europa – nicht eine Folge eines schwach ausgeprägten Polarwirbels sind. Stattdessen zeigte sich, dass die Form des Wirbels zusammen mit Bedingungen über den Tropen einen viel stärkeren Einfluss ausüben.

Simon Lee, Atmosphären-Wissenschaftler an der University of Reading und Leitautor der Studie sagte: „Obwohl die extremsten Kältewellen in Nordamerika oftmals einem ,Polarwirbel-Ausbruch‘ zugeschrieben werden, zeigt unsere Studie, dass die Stärke des Wirbels nicht als Ursache in Betracht kommt.

Wir wissen, dass ein abgeschwächter Polarwirbel zu Kaltluftausbrüchen in Richtung Europa und Asien führt, aber zu unserer Überraschung ist dies auf der anderen Seite des Atlantiks nicht der Fall. Tatsächlich geht aus unserer Studie hervor, dass wir eher auf die Strömungsverhältnisse um den Äquator schauen sollten anstatt uns allein auf die Arktis zu konzentrieren, wenn es um verbreitete Kälte in Nordamerika geht.

Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Stärke des Polarwirbels nützliche Informationen liefert bzgl. der Wahrscheinlichkeit gängiger Wetterlagen in den USA und Kanada für längere Zeit im Voraus, einschließlich extremer Temperaturschwankungen oder starker Regenfälle. Je genauer die Informationen für die Öffentlichkeit sind hinsichtlich bevorstehender Wetteränderungen, umso bessern kann man sich darauf vorbereiten“. Soweit Leitautor Simon Lee.

Einer der am eindeutigsten hervortretenden Phänomene eines starken Wirbels war eine Wahrscheinlichkeit von 10% bis 15% für extrem kalte Bedingungen in den westlichen Gebieten der USA einschließlich Alaska*, während es in den zentralen und östlichen Gebieten der USA relativ mild ist.

[*Der Polarwirbel ist in diesem Winter in der Tat sehr kräftig ausgeprägt, wie auch die Graphik ganz oben zeigt. Folgerichtig liegen aus Alaska Meldungen über extreme Kälte vor, sogar bei dem sonst fest auf der alarmistischen Seite verdrahteten Portal Wetteronline.de. Der Meldung zufolge ist es in Alaska aktuell so kalt wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. – Anm. d. Übers.]

Außerdem geht sehr oft ein normal oder extrem stark ausgeprägter Polarwirbel in den östlichen USA mit Temperaturwerten einher, die um 5°C über den Mittelwerten liegen können.

Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass Wetterlagen mit extremer Kälte in Nordamerika mit Temperaturwerten über 5°C unter den Mittelwerten nicht sehr stark abhängig war von einem schwächeren Polarwirbel, wie es in Europa der Fall ist.

Es zeigte sich, dass es viel eher zu verbreiteter Kälte kommt, wenn eine Hochdruckzone sich bis nach Alaska erstreckt und sich die Strömung um den Polarwirbel in der Stratosphäre weiter nach unten bis in die Troposphäre durchsetzt, wobei sich Kaltluft dann auch in der unteren Troposphäre südwärts ausbreiten kann.

Den Wissenschaftlern zufolge sollten die Auswirkungen von Verhältnissen in der Stratosphäre auf Wetterlagen ebenso stärker in Betracht gezogen werden wie Wechselwirkungen mit längerfristigen Wetterphänomenen in den Tropen wie z. B. El Nino. Hier besteht noch Forschungsbedarf, um die Prognosegüte zu verbessern.

From EurekAlert!

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/12/28/snowmageddon-warnings-in-north-america-come-from-tropics-more-than-arctic-stratosphere/

Übersetzt von Chris Frey EIKE




Hochwinter 2021 – etwas kälter, als seine Vorgänger?

Ein Blick auf die Entwicklung der NAO (Nordatlantische Oszillation, ein Maß für das Luftdruckgefälle zwischen Azoren und Island) zeigt, dass sich im Dezember 2020 vorwiegend leicht negative NAO-Werte einstellten; die in den Vorjahren rege Westdrift fehlte:

Abbildung 1: Nach langer Positiv-Phase im Spätherbst herrschten von Anfang Dezember 2020 bis zum „Vorweihnachts-Tauwetter“ leicht negative NAO-Werte, „richtiges“ Winterwetter hatte das trotz der geschwächten Westdrift und der Meridionalisierung aber nicht zur Folge. Quelle: NOAA (Wetterdienst der USA)

Die NOAA-Vorhersagen gehen nun von rasch wieder fallenden NAO-Werten aus; was auch über den Jahreswechsel anhalten soll und ein wenig Hoffnung auf Winterwetter weckt.

Bauern- Regeln werden zwar oft als altmodisch belächelt; doch oftmals haben sie einen wahren Kern. Sie stellen oft (unbewusst) auf die Erhaltungsneigung der großräumigen Zirkulation ab, welche kurz nach der Wintersonnenwende besonders ausgeprägt ist. Die beiden Regeln „Dezember, wechselhaft und lind, der ganze Winter bleibt ein Kind.“ und „War bis Dreikönigstag kein (richtiger) Winter, so folgt (meist) keiner mehr dahinter“ machen den Winterfans wenig Mut, zumal auch fast alle Langfrist-Modelle eine sehr milde Witterung in den Monaten Januar und Februar erwarten, freilich mit großer Unsicherheit:

Abbildungen 2a und 2b: Momentan sieht das wichtigste experimentelle Langfristmodell, das CFSv2 des US- Wetterdienstes NOAA, einen zu milden Januar 2021 (oben) und einen sehr milden Februar vorher – fast so, wie vor dem Hochwinter 2020. Zur Beachtung: Diese Prognosen sind experimenteller Art und keinesfalls stets zutreffend; doch momentan erwarten auch die meisten anderen Institute einen mehr oder weniger deutlich zu milden Hochwinter 2021.

Nun ist es nicht so, dass wegen der angeblichen Klimaerwärmung keine großen Kaltluftmassen mehr im Nordwinter entstehen. Im Herbst 2020 wuchs die von Eis bedeckte Meeresoberfläche in der Arktis recht stark, aber die kälteste Luft sammelte sich, wie in den bei uns milden Vorwintern, über Nordostkanada und Grönland, nicht über Nordskandinavien/Nordwestrussland, was eine erste, wichtige Voraussetzung für einen Kaltwinter in Deutschland wäre. Anfang Januar 2021 könnte sich aber wegen einer starken Meridionalisierung zumindest die höhenkalte Luft, welche „zwischen den Jahren“ nach West- und Mitteleuropa gelangte, noch halten:

Abbildung 3 sieht nach Winter aus: Operativ-Prognose des GFS vom 26. 12. 2020 mittags für den 6. Januar 2021 mittags. Man erkennt eine Hochdruckbrücke Atlantik-Nordrussland und tiefen Luftdruck über dem südlichen Mitteleuropa, Südwesteuropa und dem nördlichen Mittelmeerraum. Mitteleuropa läge dabei unter mäßig-kalter Höhenluft – perfekt für gebietsweise Schneefälle und mindestens leichtem Frost bis ins Flachland. Aber das wird so nur mit mäßiger Wahrscheinlichkeit eintreten – die anderen 30 Modelle zeigen teils noch gänzlich andere Szenarien. Quelle der Abbildung: wetterzentrale.de .

Ein anderes, freilich ebenfalls nur experimentelles Prognoseverfahren basiert auf so genannten Analogfällen, das sind Jahre mit ähnlicher Luftdruckverteilung wie 2020 in den Vormonaten des zu prognostizierenden Winters. Eine solche fand sich in den Jahren 1948, 1955, 1966, 1970, 1971, 1973, 1975, 1988, 1999, 2007, 2008, 2010, 2017 und 2019. Berechnet man daraus die mittlere Luftdruckverteilung für Januar und Februar, so zeigt sich folgendes Bild:

Abbildungen 4a und 4b: Mögliche, aus den Analog-Fällen berechnete Abweichungen des Boden-Luftdrucks (umgerechnet auf Meeresspiegelhöhe) vom Langjährigen Mittel in hPa im Januar (oben, 4a) und im Februar. Rot bedeutet übernormalen, blau unternormalen Luftdruck. Man erkennt im Januar ein riesiges Gebiet übernormaler Abweichungen über fast ganz West-, Mittel-, Südost- und Osteuropa. Eine solche Verteilung begünstigt das Auftreten von Hochdruckgebieten über Süd- und Südosteuropa; keine guten Voraussetzungen für längere, sehr kalte Witterungsphasen. Im Februar sieht es wegen einer relativen Hochdruckzone vom Nordatlantik über Mittel- nach Osteuropa eher noch schlechter aus; doch sind diese Vorhersagen sehr unsicher. Quelle beider Abbildungen LARS THIEME.

Wenn, wie auch 2020, im Jahresmittel ein deutlich zu hohes Geopotential über Deutschland herrschte, so erhöht das die Wahrscheinlichkeit für einen eher milden Folge-Januar:

Abbildung 5: Je höher die 500-hPa-Fläche über Deutschland im Vorjahr (Jahresmittel) lag, desto milder fällt tendenziell der folgende Januar in Deutschland aus; dies traf sehr gut auf die sehr milden Januare 1983, 1990, 2007, 2008 und 2020 zu. Freilich gilt aufgrund der hohen Streuung: Keine Regel ohne Ausnahme! So folgte dem recht niedrigen Geopotential 1974 ein extrem milder Januar 1975, und der Januar 1954 fiel trotz eines vorangehenden, relativ hohen Geopotentials deutlich zu kalt aus.

Die QBO wechselt aller Voraussicht nach erst weit nach dem Winter auch in den untersten Stratosphären-Schichten zur Ostwindphase. Etwas mehr Hoffnung macht der aktuell geschwächte, teils gar gesplittete Polarwirbel – ganz anders, als noch Anfang Dezember:

Abbildung 5: Je höher die 500-hPa-Fläche über Deutschland im Vorjahr (Jahresmittel) lag, desto milder fällt tendenziell der folgende Januar in Deutschland aus; dies traf sehr gut auf die sehr milden Januare 1983, 1990, 2007, 2008 und 2020 zu. Freilich gilt aufgrund der hohen Streuung: Keine Regel ohne Ausnahme! So folgte dem recht niedrigen Geopotential 1974 ein extrem milder Januar 1975, und der Januar 1954 fiel trotz eines vorangehenden, relativ hohen Geopotentials deutlich zu kalt aus.

Fazit: Eindeutige, verlässliche Anzeichen für einen länger kalten Hochwinter 2021 in Deutschland fehlen zwar, manche Modell-Läufe, die NAO und der Polarwirbel machen aber deutlich mehr Hoffnung auf Winterwetter bis ins Flachland zumindest im Januar als in den Vorjahren; der Februar scheint nach jetzigem Stand mild bis sehr mild auszufallen; das wird sich aber erst zum Ende des Januars eindeutig zeigen.

Zusammengestellt von Stefan Kämpfe, unabhängiger Klimaforscher, am 26.12. 2020

 




Sonne aktuell: Dezember 2019

Wir befinden uns mitten im Minimum des solaren Zyklus‘ 24/25, aber es kann sein, dass der 24. Zyklus noch nicht beendet ist. Ein solarer Zyklus ist erst zu Ende, wenn die Ebene heliosphärischer Ströme abgeflacht ist. Und das kann sich noch bis März 2021 hinziehen. Die Amplitude eines Sonnenzyklus‘ ist von Bedeutung hinsichtlich Klima und der Amplitude von Sonnenzyklus 25, abgeleitet aus Trends der letzten drei Zyklen. Es sieht so aus, als würde sie im Jahre 2027 etwa 80 erreichen.

Abbildung 1: F10.7-Fluss von 2014 bis 2019

Der F10.7-Fluss [?] ist jetzt einige Jahre lang flach verlaufen. Interessant ist das am 21. Oktober aufgetretene Minimum von 63,4, was ein Minimum seit instrumentellen Aufzeichnungen sein kann. Seitdem hatte sich der F10.7 in einem engen Bereich zwischen 68 und 70 bewegt.

Abbildung 2: gegenwärtiger Neigungswinkel der Ebene heliosphärischer Ströme von 1976 bis 2019

Der Sonnenzyklus ist nicht beendet, solange sich die Ebene heliosphärischer Ströme nicht abgeflacht hat, und wie bei der Carrington rotation 2224 [?] war der Neigungswinkel immer noch einige Grad von der Abflachung entfernt. Falls der Zeitpunkt der Abflachung durch die Neigung der Abnahme seit dem Höhepunkt des Zyklus‘ beeinflusst wird, dann ist der späteste Zeitpunkt dieser Abflachung der März 2021.

Abbildung 3: Der AP-Index von 1980 bis 2019

Diese Graphik zeigt den Bruch des AP-Index‘ im Jahre 2006 am Ende der Modernen Warmzeit und dem Übergang in eine Neue Kaltzeit. Sie zeigt auch den Relation zwischen dem Monat der Abflachung der Ebene heliosphärischer Ströme (rote Pfeile) und dem Monat des Minimums definiert nach dem Minimum der Sonnenflecken-Aktivität (grüne Pfeile), was aber viel subjektiver ist.

Abbildung 4: Ausrichtung des Neigungswinkels der Ebene heliosphärischer Ströme nach dem Monat des Minimums.

Der Sonnenzyklus 23 war längere Zeit stärker, während der Zyklus 24 eher den Zyklen 21 und 22 folgt, was darauf hindeutet, dass das Ende bald erreicht sein wird.

Abbildung 5: Solares hemisphärisches Gebiet mit Sonnenflecken und F10.7-Fluss von 1985 bis 2019

Diese Graphik ist hinzugefügt, um zu zeigen, dass die Sonnenaktivität gemessen am F10.7-Fluss direkt proportional ist zur Summe der Sonnenflecken-Gebiete der solaren Nord- bzw. Südhemisphäre. Die Sonnenfleckenzahl ist proportional zum F10.7-Fluss, ist aber eine weniger präzise Maßzahl.

Abbildung 6: Sonnenflecken-Gebiet nach solarer Hemisphäre von 1985 bis 2019

In dieser Graphik sind die hemisphärischen Gebiete mit Sonnenflecken individuell eingezeichnet anstatt deren Kumulation. Es fällt sofort ins Auge, dass jede Hemisphäre für sich von ihrem eigenen Aktivitäts-Trend gekennzeichnet ist – die Spitzen beider Zyklen liegen auf einer Linie. Das wirft natürlich die Frage auf, was passieren wird, wenn sich diese Aktivitäts-Trends in gleicher Weise fortsetzen. Der Höhepunkt von Sonnenzyklus 24 der nordhemisphärischen Aktivität war drei Jahre vor dem entsprechenden Höhepunkt der Südhemisphäre aufgetreten. Falls dies auch im Sonnenzyklus 25 so sein sollte, wobei die Amplitude jeder Hemisphäre den blauen Trendlinien folgt, dann würde der Höhepunkt der Nordhemisphäre im Jahre 2024 erreicht werden mit einer Amplitude von 200 Millionstel des Gebietes der solaren hemisphärischen Fläche. Auf der Südhemisphäre würde der Höhepunkt im Jahre 2027 erreicht werden mit einer Amplitude von 600 Millionstel der solaren hemisphärischen Fläche. Für den Gesamt-Zyklus würde der Höhepunkt im Jahre 2027 erreicht werden mit einer geglätteten Sonnenfleckenzahl von 80, was um ein Drittel unter dem Zyklus 24 liegt.

Abbildung 7: Sonnenflecken-Fläche nach Hemisphäre von 1874 bis 1924

Diese Graphik soll zeigen, dass Trends der hemisphärischen Sonnenflecken-Aktivität über nahezu vier Sonnenzyklen anhalten, wie aus dem Verlauf auf der südlichen solaren Hemisphäre hervorgeht (rote Linie), und zwar seit Ende des 19. Jahrhunderts.

Abbildung 8: Oulu-Neutronenzahl von 1964 bis 2019

Dies ist der Hauptteil, wo der Hammer den Nagel auf den Kopf trifft hinsichtlich der Auswirkung der Sonnenaktivität auf das Klima. Eine schwächere Sonnenaktivität, wie sie für den Zyklus 25 prognostiziert wird, bedeutet, dass die galaktische kosmische Strahlung stärker die inneren Planeten des Sonnensystems erreichen kann, anstatt wie bei starker Aktivität vom Sonnenwind abgedrängt zu werden. Die Neutronen-Schauer in der unteren Troposphäre nehmen zu und bewirken die verstärkte Bildung von Kondensationskernen für Wolkentröpfchen. Die verstärkte Wolkenbildung reflektiert mehr Sonnenlicht, und die Erde kühlt sich ab. Der Höhepunkt des Neutronenflusses kann sogar erst im Jahre 2022 erreicht sein.

Abbildung 9: North Dakota, 3. Dezember 2019

Die ökonomischen Konsequenzen einer sich abkühlenden Erde sind in dieser Abbildung gezeigt. Es handelt sich dabei um einen Ausschnitt aus einem Satellitenbild eines ländlichen Gebietes in North Dakota vom 3. Dezember 2019. Weiß zeigen sich Schneeflächen, braune Rechtecke kennzeichnen nicht abgeernteten Mais. Die NASA schreibt dazu:

Ein nasser Herbst in Kombination mit Maispflanzen, die viel zu viel Feuchtigkeit enthalten, hat die Landwirte veranlasst, den Mais in diesem Jahr auf den Feldern zu belassen. Schnee auf dem Mais kann die Erntemaschinen schädigen. Noch größer aber sind die Bedenken hinsichtlich des Feuchtegehaltes. Es ist für den Landwirt ökonomisch klüger abzuwarten und den Mais draußen trocknen zu lassen – um ihn im Februar oder März zu ernten – als ihn jetzt gleich zu ernten und ihn aufwändig in entsprechenden Einrichtungen zu trocknen“.

David Archibald is the author of American Gripen: The Solution to the F-35 Nightmare.

Aktualisierung vom 26.12.2019: Soeben sind zwei neue Sonnenflecken aufgetaucht, deren Polarität sie als Mitglieder des nächsten Zyklus‘ Nr. 25 ausweist. Bei Spaceweather.com heißt es dazu, dass dies ein Zeichen dafür sei, dass sich der neue Zyklus 25 normal entwickelt und ein neues Maunder-Minimum nicht zu erwarten sei [ is not in the offer].

Näheres erfährt man bei Spaceweather.com durch einen Klich auf die Sonnenscheibe hier auf der EIKE-Website. Es bleibt abzuwarten, ob ein so schnell prophezeites Ende eines Minimums mit der Zeit Bestand hat.

2. Aktualisierung vom 28.12.2019: Und schon sind die Sonnenflecken wieder verschwunden, „The Sun is Blank“! Da ist man vielleicht auch bei Spaceweather etwas zu voreilig gewesen… [Anm. d. Übers.]

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/12/22/solar-update-december-2019/

Übersetzt von Chris Frey EIKE